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Schlagwort: Armee | Übersicht - a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z | | Seite 1 von 21 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 | | | Brundisium, Ilerda, Pharsalos und Thapsus -> |
An Pompeius war es, die Offensive zu ergreifen, und er war dazu
entschlossen. Es boten sich ihm drei verschiedene Wege dar, um seinen Sieg
fruchtbar zu machen. Der erste und einfachste war, von der ueberwundenen Armee
nicht abzulassen und, wenn sie aufbrach, sie zu verfolgen. Ferner konnte
Pompeius Caesar selbst und dessen Kerntruppen in Griechenland stehen lassen und
selber, wie er laengst vorbereitet hatte, mit der Hauptarmee nach Italien
ueberfahren, wo die Stimmung entschieden antimonarchisch war und die Streitmacht
Caesars, nach Entsendung der besten Truppen und des tapfern und zuverlaessigen
Kommandanten zu der griechischen Armee, nicht gar viel bedeuten wollte. Endlich
konnte der Sieger sich auch in das Binnenland wenden, die Legionen des Metellus
Scipio an sich liehen und versuchen, die im Binnenlande stehenden Truppen
Caesars aufzuheben. Es hatte naemlich dieser, un...
...des Metellus
Scipio an sich liehen und versuchen, die im Binnenlande stehenden Truppen
Caesars aufzuheben. Es hatte naemlich dieser, unmittelbar nachdem der zweite
Transport bei ihm eingetroffen war, teils, um die Subsistenzmittel fuer seine
Armee herbeizuschaffen, starke Detachements nach Aetolien und Thessalien
entsandt, teils ein Korps von zwei Legionen unter Gnaeus Domitius Calvinus auf
der Egnatischen Chaussee gegen Makedonien vorgehen lassen, das dem auf derselben
Strasse von Thes...
...n Gefechte den Rueckzug auf Apollonia an.
Pompeius folgte. Der Marsch von Dyrrhachion nach Apollonia auf einer
schwierigen, von mehreren Fluessen durchschnittenen Strasse war keine leichte
Aufgabe fuer eine geschlagene und vom Feinde verfolgte Armee; indes die
geschickte Leitung ihres Feldherrn und die unverwuestliche Marschfaehigkeit der
Soldaten noetigten Pompeius nach viertaegiger Verfolgung, dieselbe als nutzlos
einzustellen. Er hatte jetzt sich zu entscheiden zwischen der italischen ...
...ie Haende zu bekommen hoffte. Calvinus stand augenblicklich auf
der Egnatischen Strasse bei Herakleia Lynkestis, zwischen Pompeius und Scipio
und, nachdem Caesar sich auf Apollonia zurueckgezogen, von diesem weiter
entfernt als von der grossen Armee des Pompeius, zu allem dem ohne Kenntnis von
den Vorgaengen bei Dyrrhachion und von seiner bedenklichen Lage, da nach den bei
Dyrrhachion erlangten Erfolgen die ganze Landschaft sich zu Pompeius neigte und
die Boten Caesars ueberall aufgegriff...
...rus an sich ziehen. Auf schwierigen Pfaden im Tale
des Aoos aufwaertssteigend und die Bergkette ueberschreitend, die Epirus von
Thessalien scheidet, gelangte er an den Peneios; ebendorthin ward Calvinus
dirigiert und die Vereinigung der beiden Armeen also auf dem kuerzesten und dem
Feinde am wenigsten ausgesetzten Wege bewerkstelligt. Sie erfolgte bei Aeginion
unweit der Quelle des Peneios. Die erste thessalische Stadt, vor der die jetzt
vereinigte Armee erschien, Gomphoi, schloss ihr die Tore; sie ward rasch
erstuermt und der Pluenderung preisgegeben, und dadurch geschreckt unterwarfen
sich die uebrigen Staedte Thessaliens, sowie nur Caesars Legionen vor den Mauern
sich zeigten. Ueber diesen ...
...Peneios darbot,
schwanden allmaehlich die Spuren und die Erinnerungen der ueberstandenen
unheilvollen Tage.
Unmittelbare Fruechte also hatten die Siege von Dyrrhachion fuer die Sieger
nicht viele getragen. Pompeius, mit seiner schwerfaelligen Armee und seiner
zahlreichen Reiterei, hatte dem beweglichen Feind in die Gebirge zu folgen nicht
vermocht; Caesar wie Calvinus hatten der Verfolgung sich entzogen und beide
standen vereinigt und in voller Sicherheit in Thessalien. Vielleicht waere ...
...tte nach Sizilien und Italien ab. Man
betrachtete im Lager der Koalition durch die Schlachten von Dyrrhachion die
Sache mit Caesar als so vollstaendig entschieden, dass es nur galt, die Fruechte
der Siege zu ernten, das heisst, die geschlagene Armee aufzusuchen und
abzufangen. An die Stelle der bisherigen uebervorsichtigen Zurueckhaltung trat
ein durch die Umstaende noch weniger gerechtfertigter Uebermut; man achtete es
nicht, dass man in der Verfolgung doch eigentlich gescheitert war, da...
...ein durch die Umstaende noch weniger gerechtfertigter Uebermut; man achtete es
nicht, dass man in der Verfolgung doch eigentlich gescheitert war, dass man sich
gefasst halten musste, in Thessalien auf eine voellig erfrischte und
reorganisierte Armee zu treffen und dass es nicht geringe Bedenken hatte, vom
Meere sich entfernend und auf die Unterstuetzung der Flotte verzichtend, dem
Gegner auf das von ihm gewaehlte Schlachtfeld zu folgen. Man war eben
entschlossen, um jeden Preis mit Caesar...
...nd von dem Nebenfluss des Peneios, dem Enipeus,
durchschnitten wird, am linken Ufer desselben bei der Stadt Pharsalos; ihm
gegenueber, am rechten Ufer des Enipeus am Abhang der Hoehen von Kynoskephalae,
schlug Pompeius sein Lager ^6. Pompeius' Armee war vollstaendig beisammen;
Caesar dagegen erwartete noch das frueher nach Aetolien und Thessalien
detachierte, jetzt unter Quintus Fufius Calenus in Griechenland stehende Korps
von fast zwei Legionen und die auf dem Landweg von Italien ihm na...
...en Caesars Truppen so dezimiert, dass seine acht Legionen nicht
ueber 22000 Mann unter den Waffen, also bei weitem nicht die Haelfte des
Normalbestandes zaehlten. Pompeius' siegreiche, mit einer zahllosen Reiterei und
guten Magazinen versehene Armee hatte Lebensmittel in Fuelle, waehrend Caesars
Truppen notduerftig sich hinhielten und erst von der nicht fernen Getreideernte
bessere Verpflegung erhofften. Die Stimmung der Pompeianischen Soldaten, die in
der letzten Kampagne den Krieg kenne...
...lacht, um noch etwas laenger ueber so viele Konsulare und Praetorier
zu gebieten und seine Agamemnonrolle zu verewigen. Pompeius gab nach; und
Caesar, der in der Meinung, dass es nicht zum Kampf kommen werde, eben eine
Umgehung der feindlichen Armee entworfen hatte und dazu gegen Skotussa
aufzubrechen im Begriff war, ordnete ebenfalls seine Legionen zur Schlacht, als
er die Pompeianer sich anschicken sah, sie auf seinem Ufer ihm anzubieten. Also
ward, fast auf derselben Walstatt, wo hunde...
...rerseits dessen Umgehung. Zugleich
ging Caesars bisher zurueckgehaltenes drittes Treffen auf der ganzen Linie zum
Angriff vor. Die unverhoffte Niederlage der besten Waffe des Pompeianischen
Heeres, wie sie den Mut der Gegner hob, brach den der Armee und vor allem den
des Feldherrn. Als Pompeius, der seinem Fussvolk von Haus aus nicht traute, die
Reiter zurueckjagen sah, ritt er sofort von dem Schlachtfeld zurueck in das
Lager, ohne auch nur den Ausgang des von Caesar befohlenen Gesamtangr...
...n Gesamtangriffs
abzuwarten. Seine Legionen fingen an zu schwanken und bald ueber den Bach in das
Lager zurueckzuweichen, was nicht ohne schweren Verlust bewerkstelligt ward. Der
Tag war also verloren und mancher tuechtige Soldat gefallen, die Armee indes
noch im wesentlichen intakt und Pompeius' Lage weit minder bedenklich als die
Caesars nach der Niederlage von Dyrrhachion. Aber wenn Caesar in den
Wechselfaellen seiner Geschicke es gelernt hatte, dass das Glueck auch seinen
Guenstling...
...egenen Gegner auf und davon
zu gehen, so warf er jetzt, da er die Legionen ueber den Bach zurueckweichen
sah, die verhaengnisvolle Feldherrnschaerpe von sich und ritt auf dem naechsten
Weg dem Meere zu, um dort ein Schiff sich zu suchen. Seine Armee, entmutigt und
fuehrerlos - denn Scipio, obwohl von Pompeius als Kollege im Oberkommando
anerkannt, war doch nur dem Namen nach Oberfeldherr -, hoffte hinter den
Lagerwaellen Schutz zu finden; aber Caesar gestattete ihr keine Rast: rasch
wur...
... die Pompeianer ihren Marsch einstellten, vermochten ihre
Verfolger es noch, eine Schanzlinie zu ziehen, die den Fluechtigen den Zugang zu
dem einzigen in der Naehe befindlichen Bach verschloss. So endigte der Tag von
Pharsalos. Die feindliche Armee war nicht bloss geschlagen, sondern vernichtet.
15000 der Feinde lagen tot oder verwundet auf dem Schlachtfeld, waehrend die
Caesarianer nur 200 Mann vermissten; die noch zusammengebliebene Masse, immer
noch gegen 20000 Mann, streckte am Morge... | | |
| | Brundisium, Ilerda, Pharsalos und Thapsus -> | ...e in ihrer kurzsichtigen und
misstrauischen Art keine Lust bezeigte, sich den spanischen Truppen und der
spanischen Bevoelkerung anzuvertrauen - genug, Pompeius blieb im Osten und
Caesar hatte die Wahl, den naechsten Angriff entweder gegen die Armee zu
richten, die in Griechenland unter Pompeius' eigenem Befehl sich organisierte,
oder gegen die schlagfertige seiner Unterfeldherren in Spanien. Er hatte fuer
das letztere sich entschieden und, sowie der italische Feldzug zu Ende ging,
Mass...
...erda treten die das linke Ufer
des Ebro begleitenden Gebirge ziemlich nahe an die Stadt hinan; nordwaerts
erstreckt sich zu beiden Seiten des Sicoris ebenes Land, das von dem Huegel, auf
welchem die Stadt gebaut ist, beherrscht wird. Fuer eine Armee, die sich musste
belagern lassen, war es eine vortreffliche Stellung; aber die Verteidigung
Spaniens konnte, nachdem die Besetzung der Pyrenaeenlinie versaeumt war, doch
nur hinter dem Ebro ernstlich aufgenommen werden, und da weder eine feste...
...n, wurden diese Notbruecken weggerissen; und da es an Schiffen
fehlte, um die hochangeschwollenen Fluesse zu passieren, und unter diesen
Umstaenden an Wiederherstellung der Bruecken zunaechst nicht gedacht werden
konnte, so war die Caesarische Armee beschraenkt auf den schmalen Raum zwischen
der Cinca und dem Sicoris, das linke Ufer des Sicoris aber und damit die
Strasse, auf der die Armee mit Gallien und Italien kommunizierte, fast
unverteidigt den Pompeianern preisgegeben, die den Fluss teils auf der
Stadtbruecke, teils nach lusitanischer Art auf Schlaeuchen schwimmend
passierten. Es war die Zeit kurz vor der Ernte; die alte F...
...n 6000 Koepfen, welche von
den Pompeianern mit ueberlegener Macht angegriffen und mit grossem Verlust in
die Berge gedraengt wurden, waehrend die Caesarianer am rechten Ufer dem
ungleichen Gefecht untaetig zusehen mussten. Die Verbindungen der Armee waren in
den Haenden der Pompeianer; in Italien blieben die Nachrichten aus Spanien
ploetzlich aus, und die bedenklichen Geruechte, die dort umzulaufen begannen,
waren von der Wahrheit nicht allzuweit entfernt. Haetten die Pompeianer ihren
V...
...Caesar suchte den Gegnern den Rueckweg ueber den Ebro
abzuschneiden und sie in Ilerda festzuhalten; allein solange die Feinde im
Besitz der Bruecke bei Ilerda blieben und er dort weder Furt noch Bruecken in
seiner Gewalt hatte, durfte er seine Armee nicht auf die beiden Flussufer
verteilen und konnte Ilerda nicht einschliessen. Seine Soldaten schanzten also
Tag und Nacht, um durch Abzugsgraeben den Fluss so viel tiefer zu legen, dass
die Infanterie ihn durchwaten koenne. Aber die Vorberei...
...er Versuch der Pompeianer, ueber die Bergsteile andere Wege zum
Ebro ausfindig zu machen, ward von Caesars Reiterei vereitelt, welche die dazu
vorgesandten lusitanischen Truppen umzingelte und zusammenhieb. Waere es
zwischen der Pompeianischen Armee, die die feindlichen Reiter im Ruecken, das
Fussvolk von vorne sich gegenueber hatte und gaenzlich demoralisiert war, und
den Caesarianern zu einer Schlacht gekommen, so war deren Ausgang kaum
zweifelhaft, und die Gelegenheit zum Schlagen bot ...
...so war deren Ausgang kaum
zweifelhaft, und die Gelegenheit zum Schlagen bot mehrfach sich dar; aber Caesar
machte keinen Gebrauch davon und zuegelte nicht ohne Muehe die ungeduldige
Kampfeslust seiner siegesgewissen Soldaten. Die Pompeianische Armee war ohnehin
strategisch verloren; Caesar vermied es, durch nutzloses Blutvergiessen sein
Heer zu schwaechen und die arge Fehde noch weiter zu vergiften. Schon am Tage,
nachdem es gelungen war, die Pompeianer vom Ebro abzuschneiden, hatten die ...
...die Mitte nehmen und Legionen in die
Nachhut gestellt werden mussten; die Beschaffung von Wasser und Fourage ward
immer schwieriger; schon musste man die Lasttiere niederstossen, da man sie
nicht ernaehren konnte. Endlich fand die umherirrende Armee sich foermlich
eingeschlossen, den Sicoris im Ruecken, vor sich das feindliche Heer, das Wall
und Graben um sie herumzog. Sie versuchte den Fluss zu ueberschreiten, aber
Caesars deutsche Reiter und leichte Infanterie kamen in der Besetzung des...
...n
Besitz der ihnen noch gebliebenen Habe wie auch die Zurueckgabe der bereits
ihnen abgenommenen, deren vollen Wert er selber seinen Soldaten zu erstatten
uebernahm, sondern waehrend er die in Italien gefangenen Rekruten zwangsweise in
seine Armee eingereiht hatte, ehrte er diese alten Legionaere des Pompeius durch
die Zusage, dass keiner wider seinen Willen genoetigt werden solle, in sein Heer
einzutreten. Er forderte nur, dass ein jeder die Waffen abgebe und sich in seine
Heimat verfu...
... keiner wider seinen Willen genoetigt werden solle, in sein Heer
einzutreten. Er forderte nur, dass ein jeder die Waffen abgebe und sich in seine
Heimat verfuege. Demgemaess wurden die aus Spanien gebuertigen Soldaten, etwa
der dritte Teil der Armee, sogleich, die italischen an der Grenze des Jen- und
Diesseitigen Galliens verabschiedet. | | |
| | Die alte Republik und die neue Monarchie -> | ...und im Glueck wie im Unglueck wesentlich auf sich selbst und
auf die Hilfsquellen seines Sprengels angewiesen. Buerger- und sogar
Nationalsinn waren aus dem Heere verschwunden und als innerliches Band einzig
der Korpsgeist uebriggeblieben. Die Armee hatte aufgehoert ein Werkzeug des
Gemeinwesens zu sein; politisch hatte sie einen eigenen Willen nicht, wohl aber
vermochte sie den des Werkmeisters sich anzueignen; militaerisch sank sie unter
den gewoehnlichen elenden Fuehrern zu einer aufge...
...ei der schlechten Finanzwirtschaft der
Regierung und der Feilheit und Betruegerei der grossen Majoritaet der Beamten
hoechst mangelhaft und unregelmaessig.
Die notwendige Folge hiervon war, dass im gewoehnlichen Laufe der Dinge die
roemischen Armeen die Provinzen ausraubten, gegen die Offiziere meuterten und
vor dem Feinde davonliefen; es kam vor, dass betraechtliche Heere, wie das
makedonische des Piso im Jahre 697 (57), ohne eigentliche Niederlage, bloss
durch diese Misswirtschaft voll...
..., ohne eigentliche Niederlage, bloss
durch diese Misswirtschaft vollstaendig ruiniert wurden. Faehige Fuehrer
dagegen, wie Pompeius, Caesar, Gabinius, bildeten wohl aus dem vorhandenen
Material tuechtige und schlagfertige, zum Teil musterhafte Armeen; allein es
gehoerten diese Armeen viel mehr ihrem Heerfuehrer als dem Gemeinwesen. Der noch
weit vollstaendigere Verfall der roemischen Marine, die zu allem andern den
Roemern antipathisch geblieben und nie voellig nationalisiert worden war, bedarf
kaum der Erwaehnung. Es war...
...er bisherigen schlaffen und unfaehigen
Oberleitung gelockerten Zuegel der Disziplin wieder straff und fest anzuziehen.
Einer radikalen Reform schien ihm das roemische Heerwesen entweder nicht
beduerftig oder auch nicht faehig; die Elemente der Armee akzeptierte er,
ebenwie Hannibal sie akzeptiert hatte. Die Bestimmung seiner Gemeindeordnung,
dass, um vor dem dreissigsten Jahre ein Gemeindeamt zu bekleiden oder im
Gemeinderat zu sitzen, ein dreijaehriger Dienst zu Pferde - das heisst als
...
...u geben. Die wesentlichste
Veraenderung im Heerwesen bestand in der Aufstellung eines bleibenden
Kriegshauptes in dem Imperator, welcher anstatt des bisherigen unmilitaerischen
und in jeder Beziehung unfaehigen Regierungskollegiums das gesamte Armeeregiment
in seinen Haenden vereinigte und dasselbe also aus einer meist bloss nominellen
Direktion in ein wirkliches und energisches Oberkommando umschuf. Wir sind nicht
gehoerig darueber unterrichtet, in welcher Weise dies Oberkommando sich zu...
...die
wichtigeren Kriminalfaelle an das Oberkommando gezogen worden sein. Bei dieser
Beschraenkung der Kompetenz der Statthalter und bei der regulierten Kontrolle
des Imperators war fernerhin nicht leicht, weder eine voellige Verwahrlosung der
Armeen noch eine Umwandlung derselben in persoenliche Gefolgschaften der
einzelnen Offiziere zu befuerchten. Indes, so entschieden auch die Verhaeltnisse
zur Militaermonarchie hindraengten und so bestimmt Caesar das Oberkommando
ausschliesslich fuer...
...uch die Verhaeltnisse
zur Militaermonarchie hindraengten und so bestimmt Caesar das Oberkommando
ausschliesslich fuer sich nahm, war er dennoch keineswegs gesonnen, seine Gewalt
durch und auf das Heer zu begruenden. Er hielt zwar eine stehende Armee
notwendig fuer seinen Staat, aber nur, weil derselbe seiner geographischen Lage
nach einer umfassenden Grenzregulierung und stehender Grenzbesatzungen bedurfte.
Teils in frueheren Epochen, teils waehrend des letzten Buergerkrieges hatte er
a...
...aehig machen sollte.
Indes wenn es nur wahrscheinlich bleibt, dass Caesar nicht in dem Sinne als
Welteroberer bezeichnet werden darf wie Alexander und Napoleon, so ist das
vollkommen gewiss, dass er seine neue Monarchie nicht zunaechst auf die Armee zu
stuetzen, ueberhaupt nicht die militaerische Gewalt ueber die buergerliche zu
setzen, sondern sie dem buergerlichen Gemeinwesen ein- und soweit moeglich
unterzuordnen gedachte. Die unschaetzbaren Stuetzen eines Soldatenstaates, jene
alten...
...el zerstreut;
nur war es freilich nicht zu vermeiden, dass auf den zur Verfuegung gebliebenen
Teilen des kampanischen Ackers die alten Soldaten Caesars dennoch in Masse sich
zusammenfanden. Der schwierigen Aufgabe, die Soldaten einer stehenden Armee
innerhalb der Kreise des buergerlichen Lebens zu halten, suchte Caesar zu
genuegen teils durch Festhaltung der bisherigen nur gewisse Dienstjahre, nicht
aber einen eigentlich stehenden, das heisst durch keine Entlassung
unterbrochenen Dienst...
...rch die schon erwaehnte
Verkuerzung der Dienstzeit, welche einen rascheren Wechsel des Soldatenpersonals
herbeifuehrte, teils durch regelmaessige Ansiedlung der ausgedienten Soldaten
als Ackerkolonisten, teils und vornehmlich dadurch, dass die Armee von Italien
und ueberhaupt von den eigentlichen Sitzen des buergerlichen und politischen
Lebens der Nation ferngehalten und der Soldat dahin gewiesen ward, wo er nach
der Meinung des grossen Koenigs allein an seinem Platze war: in die
Grenzs...
...gs allein an seinem Platze war: in die
Grenzstationen zur Abwehr des auswaertigen Feindes. Das rechte Kriterium des
Militaerstaates, die Entwicklung und Bevorzugung der Gardetruppe, findet
ebenfalls bei Caesar sich nicht. Obwohl in der aktiven Armee das Institut einer
besonderen Leibwache des Feldherrn bereits seit langem bestand, so tritt diese
doch in Caesars Heerfuehrung vollstaendig in den Hintergrund; seine praetorische
Kohorte scheint wesentlich nur aus Ordonnanzoffizieren oder nich...
... Traum duenken; und
wenn mit der Marianischen Reform des Heerwesens der Soldat ueberhaupt aufgehoert
hat, Buerger zu sein, so zeigten die kampanische Meuterei und das Schlachtfeld
von Thapsus mit leidiger Deutlichkeit, in welcher Art jetzt die Armee dem
Gesetze ihren Arm lieh. Selbst der grosse Demokrat vermochte die Gewalten, die
er entfesselt hatte, nur muehsam und mangelhaft wieder zu baendigen; Tausende
von Schwertern flogen noch auf seinen Wink aus der Scheide, aber zurueck in die
...
...erten zum Polizeistaat ward und dass die roemischen
Imperatoren, wie wenig sie sonst auch dem grossen Begruender ihrer Herrschaft
glichen, doch den Soldaten wesentlich nicht gegen den Buerger verwandten,
sondern gegen den Feind, und Nation und Armee beide zu hoch achteten, um diese
zum Konstabler ueber jene zu setzen.
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^17 An die Ernennung eines Teiles der Kriegstribune durch die Buergerschaft
hat Caesar, auch hierin Demokrat, nicht ... | | |
| | Der Hannibalische Krieg bis zur Schlacht bei Cannae -> |
Allein Hannibal sah weiter als König Pyrrhos. Er marschierte nicht auf Rom; auch nicht gegen Gnaeus Servilius, der, ein tüchtiger Feldherr, seine Armee mit Hilfe der Festungen an der Nordstraße auch jetzt unversehrt erhalten und vielleicht den Gegner sich gegenüber festgehalten haben würde. Es geschah wieder einmal etwas ganz Unerwartetes. An der Festung Spoletium vorbei, deren &Uum...
...tstadt gewärtigen Gegner ließ ihm mindestens vier Wochen ungestörter Muße zur Verwirklichung des beispiellos verwegenen Experiments, im Herzen des feindlichen Landes mit einer noch immer verhältnismäßig geringen Armee sein militärisches System vollständig zu ändern und den Versuch zu machen, den unbesiegbaren italischen afrikanische Legionen gegenüberzustellen. Allein seine Hoffnung, daß die Eidgenossenschaft nun anfangen werde, sich zu ...
...ß die ersten Elemente der Strategik Hannibal verbieten würden vorzurücken, solange das römische Heer intakt ihm gegenüberstehe, und daß es also nicht schwer halten werde, die auf das Fouragieren angewiesene feindliche Armee im kleinen Gefecht zu schwächen und allmählich auszuhungern. Hannibal, wohlbedient von seinen Spionen in Rom und im römischen Heer, erfuhr den Stand der Dinge sofort und richtete wie immer seinen Feldzugsplan ein nach der Individualit...
...r vom römischen Bündnis hoffen ließen: allein diese Hoffnung schlug ihm fehl. So wieder rückwärts sich wendend schlug er die Straße nach Apulien ein. Der Diktator war während dieses ganzen Zuges der karthagischen Armee auf die Höhen gefolgt und hatte seine Soldaten zu der traurigen Rolle verurteilt, mit den Waffen in der Hand zuzusehen, wie die numidischen Reiter weit und breit die treuen Bundesgenossen plünderten und in der ganzen Ebene die Dörfer ...
...urteilt, mit den Waffen in der Hand zuzusehen, wie die numidischen Reiter weit und breit die treuen Bundesgenossen plünderten und in der ganzen Ebene die Dörfer in Flammen aufgingen. Endlich eröffnete er der erbitterten römischen Armee die sehnlich herbeigewünschte Gelegenheit, an den Feind zu kommen. Wie Hannibal den Rückmarsch angetreten, sperrte ihm Fabius den Weg bei Casilinum (dem heutigen Capua), indem er auf dem linken Ufer des Volturnus diese Stadt stark besetzte...
...mmen. Wie Hannibal den Rückmarsch angetreten, sperrte ihm Fabius den Weg bei Casilinum (dem heutigen Capua), indem er auf dem linken Ufer des Volturnus diese Stadt stark besetzte und auf dem rechten die krönenden Höhen mit seiner Hauptarmee einnahm, während eine Abteilung von 4000 Mann auf der am Fluß hinführenden Straße selbst sich lagerte. Allein Hannibal hieß seine Leichtbewaffneten die Anhöhen, die unmittelbar neben der Straße sich erhoben, er...
... die Anhöhen, die unmittelbar neben der Straße sich erhoben, erklimmen und von hier aus eine Anzahl Ochsen mit angezündeten Reisbündeln auf den Hörnern vortreiben, so daß es schien, als zöge dort die karthagische Armee in nächtlicher Weile bei Fackelschein ab. Die römische Abteilung, die die Straße sperrte, sich umgangen und die fernere Deckung der Straße überflüssig wähnend, zog sich seitwärts auf dieselben Anhöhen; ...
...ie Straße sperrte, sich umgangen und die fernere Deckung der Straße überflüssig wähnend, zog sich seitwärts auf dieselben Anhöhen; auf der dadurch freigewordenen Straße zog Hannibal dann mit dem Gros seiner Armee ab, ohne dem Feind zu begegnen, worauf er am anderen Morgen ohne Mühe und mit starkem Verlust für die Römer seine leichten Truppen degagierte und zurücknahm. Ungehindert setzte Hannibal darauf seinen Marsch in nordöstlicher ...
...d zu verhalten und den Haupterfolg von dem Abschneiden der Subsistenzmittel des Feindes zu erwarten, so war es doch ein seltsames Verteidigungs- und Aushungerungssystem, das dem Feind gestattete, unter den Augen einer an Zahl gleichen römischen Armee ganz Mittelitalien ungehindert zu verwüsten und durch eine geordnete Fouragierung im größten Maßstab sich für den Winter hinreichend zu verproviantieren. So hatte Publius Scipio, als er im Potal kommandierte, die defensive...
...r, die dazu bestimmt war, in Zeiten der Gefahr die Übelstände des geteilten Oberbefehls zu beseitigen, in gleicher Weise wie dem Quintus Fabius auch dessen bisherigem Unterfeldherrn Marcus Minucius zu erteilen 3. So wurde die römische Armee, nachdem ihre gefährliche Spaltung in zwei abgesonderte Korps eben erst zweckmäßig beseitigt worden war, nicht bloß wiederum geteilt, sondern auch an die Spitze der beiden Hälften Führer gestellt, welche offenkundig g... | | |
| | Cinna und Sulla -> | ...h auch die feindliche Hauptmacht, und es
schien die Entscheidung hier fallen zu muessen. Das Heer des Konsuls Gaius
Norbanus stand bereits bei Capua, wo eben die neue Kolonie mit allem
demokratischen Pomp sich konstituierte; die zweite Konsulararmee rueckte
ebenfalls auf der Appischen Strasse heran. Aber bevor sie eintraf, stand Sulla
schon dem Norbanus gegenueber. Ein letzter Vermittlungsversuch, den Sulla
machte, fuehrte nur dazu, dass man an seinen Boten sich vergriff. In frischer
Er...
...en. Sullas Truppen, bisher nicht ohne Besorgnis ihre
schwache Zahl mit den feindlichen Massen vergleichend, hatten durch diesen Sieg
das Vollgefuehl militaerischer Ueberlegenheit gewonnen; statt mit der Belagerung
der Truemmer der geschlagenen Armee sich aufzuhalten, liess Sulla die Staedte
umstellen, wo sie sich befanden, und rueckte auf der Appischen Strasse vor gegen
Teanum, wo Scipio stand. Auch ihm bot er, ehe der Kampf begann, noch einmal die
Hand zum Frieden; es scheint in gutem Er...
... dem Vorwand, dass ihr Feldherr den
Waffenstillstand widerrechtlich aufgesagt, gingen Scipios Soldaten in Masse
ueber in die feindlichen Reihen. Die Szene schloss mit einer allgemeinen
Umarmung, der die kommandierenden Offiziere der Revolutionsarmee zuzusehen
hatten. Sulla liess den Konsul auffordern, sein Amt niederzulegen, was er tat,
und ihn nebst seinem Stab durch seine Reiter dahin eskortieren, wohin sie
begehrten; allein kaum in Freiheit gesetzt, legte Scipio die Abzeichen seiner
...
...igen, gescheitert war, Capua den Winter ueber blockiert.
Die Ergebnisse des ersten Feldzugs waren fuer Sulla die Unterwerfung von
Apulien, Picenum und Kampanien, die Aufloesung der einen, die Besiegung und
Blockierung der anderen konsularischen Armee. Schon traten die italischen
Gemeinden, genoetigt, zwischen ihren zwiefachen Draengern jede fuer sich Partei
zu ergreifen, zahlreich mit ihm in Unterhandlung und liessen sich die von der
Gegenpartei erworbenen politischen Rechte durch foermlic...
...schaft an. Vor allem die Revolution warf
die Scheide weg; auf Carbos Antrag aechteten die roemischen Komitien alle in
Sullas Lager befindlichen Senatoren. Sulla schwieg; er mochte denken, dass man
im voraus sich selber das Urteil spreche.
Die Armee der Optimaten teilte sich. Der Prokonsul Metellus uebernahm es,
gestuetzt auf die picenische Insurrektion, nach Oberitalien vorzudringen,
waehrend Sulla von Kampanien aus geradeswegs gegen die Hauptstadt marschierte.
Jenem warf Carbo sich entg...
... Der Prokonsul Metellus uebernahm es,
gestuetzt auf die picenische Insurrektion, nach Oberitalien vorzudringen,
waehrend Sulla von Kampanien aus geradeswegs gegen die Hauptstadt marschierte.
Jenem warf Carbo sich entgegen; der feindlichen Hauptarmee wollte Marius in
Latium begegnen. Auf der Launischen Strasse heranrueckend, traf Sulla unweit
Signia auf den Feind, der vor ihm zurueckwich bis nach dem sogenannten "Hafen
des Sacer" zwischen Signia und dem Hauptwaffenplatz der Marianen dem fe...
...zwischen am Fluss Aesis (Esino zwischen Ancona und
Sinigaglia), der die picenische Landschaft von der gallischen Provinz schied,
auf Carbos Unterfeldherrn Carrinas gestossen und hatte diesen geschlagen; als
Carbo selbst mit seiner ueberlegenen Armee herbeikam, hatte er das weitere
Vordringen aufgeben muessen. Allein auf die Nachricht von der Schlacht am
Sacerhafen war Carbo, um seine Kommunikationen besorgt, zurueckgegangen bis auf
die Flaminische Chaussee, um in deren Knotenpunkt Ariminu...
... aus in
zwei Heerhaufen in Etrurien ein, von denen der eine an der Kueste vorgehend bei
Saturnia (zwischen den Fluessen Ombrone und Albegna) das ihm entgegenstehende
Korps schlug, der zweite unter Sullas eigener Fuehrung im Clanistal auf die
Armee des Carbo traf und ein glueckliches Gefecht mit dessen spanischer Reiterei
bestand. Aber die Hauptschlacht, die zwischen Carbo und Sulla in der Gegend von
Chiusi geschlagen ward, endigte zwar ohne eigentliche Entscheidung, jedoch
insofern zu G...
...kgebliebene Abteilung bei Fidentia (zwischen
Piacenza und Parma). Die lucanischen Truppen des Albinovanus traten in Masse
ueber; ihr Fuehrer machte seine anfaengliche Zoegerung wieder gut, indem er die
vornehmsten Offiziere der revolutionaeren Armee zu einem Bankett bei sich einlud
und sie dabei niedermachen liess; ueberhaupt schloss, wer irgend nur durfte,
jetzt seinen Frieden. Ariminum mit allen Vorraeten und Kassen geriet in
Metellus' Gewalt; Norbanus schiffte nach Rhodos sich ein; das...
...tich gelassenen Truppen befolgten teils das Beispiel, mit dem der Feldherr
ihnen vorangegangen war, und gingen nach Hause, teils wurden sie von Pompeius
aufgerieben; die letzten Scharen nahm Carrinas zusammen und fuehrte sie nach
Latium zu der Armee von Praeneste. Hier hatte inzwischen nichts sich veraendert;
und die letzte Entscheidung nahte heran. Carrinas' Haufen waren nicht zahlreich
genug, um Sullas Stellung zu erschuettern; schon naeherte sich der Vortrab der
bisher in Etrurien besc...
...ste. Hier hatte inzwischen nichts sich veraendert;
und die letzte Entscheidung nahte heran. Carrinas' Haufen waren nicht zahlreich
genug, um Sullas Stellung zu erschuettern; schon naeherte sich der Vortrab der
bisher in Etrurien beschaeftigten Armee der oligarchischen Partei unter
Pompeius; in wenigen Tagen zog die Schlinge um das Heer der Demokraten und der
Samniten sich zusammen. Da entschlossen sich die Fuehrer desselben, von
Praeneste abzulassen und mit gesamter Macht auf das nur eine...
...nische Strasse, geriet durch diesen Marsch in Sullas
Hand, und wenn sie auch Roms sich bemaechtigten, so wurden sie, eingeschlossen
in die zur Verteidigung keineswegs geeignete Stadt und eingekeilt zwischen
Metellus und Sullas weit ueberlegene Armeen, darin unfehlbar erdrueckt. Aber es
handelte sich auch nicht mehr um Rettung, sondern einzig um Rache bei diesem Zug
nach Rom, dem letzten Wutausbruch der leidenschaftlichen Revolutionaere und vor
allem der verzweifelnden sabellischen Nation....
...eberging. Die ganze Nacht und noch den folgenden
Morgen ward gefochten; erst der Uebertritt einer Abteilung von 3000 Mann, die
sofort die Waffen gegen die frueheren Kameraden wandten, setzte dem Kampf ein
Ziel. Rom war gerettet. Die Insurgentenarmee, fuer die es nirgends einen
Rueckzug gab, wurde vollstaendig aufgerieben. Die in der Schlacht gemachten
Gefangenen, 3000 bis 4000 an der Zahl, darunter die Generale Damasippus,
Carrinas und den schwer verwundeten Pontius, liess Sulla am dritte... | | |
| | Die Sullanische Restaurationsherrschaft -> | ...are Zeit, die durch die geringen Erfolge, welche seine
Reiterei dabei erfocht, nichts weniger als verguetet ward. Unguenstiger noch als
in Phrygien gestalteten sich die Dinge fuer die Roemer an der Nordkueste
Kleinasiens. Hier hatte die grosse Armee und die Flotte der Pontiker sich
Bithyniens vollstaendig bemeistert und den roemischen Konsul Cotta genoetigt,
mit seiner wenig zahlreichen Mannschaft und seinen Schiffen in den Mauern und
dem Hafen von Kalchedon Schutz zu suchen, wo Mithradat...
...ichen Mannschaft und seinen Schiffen in den Mauern und
dem Hafen von Kalchedon Schutz zu suchen, wo Mithradates sie blockiert hielt.
Indes war diese Einschliessung insofern ein guenstiges Ereignis fuer die Roemer,
als, wenn Cotta die pontische Armee vor Kalchedon festhielt und Lucullus
ebendahin sich wandte, die saemtlichen roemischen Streitkraefte bei Kalchedon
sich vereinigen und schon hier statt in dem ferneren und unwegsamen pontischen
Land, die Waffenentscheidung erzwingen konnten. L...
...lseite boten die griechischen
Ingenieure alle ihre Kunst auf, den Sturm moeglich zu machen. Allein die
Bresche, die endlich zu machen gelang, wurde waehrend der Nacht wieder von den
Belagerten geschlossen und die Anstrengungen der koeniglichen Armee blieben
ebenso fruchtlos wie die barbarische Drohung des Koenigs, die gefangenen
Kyzikener vor den Mauern toeten zu lassen, wenn die Buergerschaft noch laenger
die Uebergabe verweigere. Die Kyzikener setzten die Verteidigung mit Mut und
Glue...
...ie Kyzikener setzten die Verteidigung mit Mut und
Glueck fort; es fehlte nicht viel, so haetten sie im Laufe der Belagerung den
Koenig selbst gefangengenommen. Inzwischen hatte Lucullus sich einer sehr festen
Position im Ruecken der pontischen Armee bemaechtigt, die ihm zwar nicht
gestattete, der bedraengten Stadt unmittelbar zu Hilfe zu kommen, aber wohl dem
Feinde alle Zufuhr zu Lande abzuschneiden. So stand die ungeheure, mit dem Tross
auf 300000 Koepfe geschaetzte Mithradatische Armee, weder imstande zu schlagen,
noch zu marschieren, fest eingekeilt zwischen der unbezwinglichen Stadt und dem
unbeweglich stehenden roemischen Heer und fuer allen ihren Bedarf einzig
angewiesen auf die See, die zum Glueck fuer die Pontiker ihre...
...n
saemtlich niedergemacht wurden. Unterwegs fuegte ihnen Lucullus beim Uebergang
ueber die Fluesse Aesepos und Granikos sehr ansehnlichen Verlust zu; doch
erreichten sie ihr Ziel: die pontischen Schiffe entfuehrten die Ueberreste der
grossen Armee und die lampsakenische Buergerschaft selbst aus dem Bereiche der
Roemer.
Lucullus' folgerechte und bedaechtige Kriegfuehrung hatte nicht bloss die
Fehler seines Kollegen wieder gutgemacht, sondern auch, ohne eine Hauptschlacht
zu liefern, den...
...e Buergerschaft selbst aus dem Bereiche der
Roemer.
Lucullus' folgerechte und bedaechtige Kriegfuehrung hatte nicht bloss die
Fehler seines Kollegen wieder gutgemacht, sondern auch, ohne eine Hauptschlacht
zu liefern, den Kern der feindlichen Armee - angeblich 200 000 Soldaten -
aufgerieben. Haette er noch die Flotte gehabt, die im Hafen von Kalchedon
verbrannt war, so wuerde er die ganze feindliche Armee vernichtet haben; so
blieb das Zerstoerungswerk unvollendet, und er musste sogar es leiden, dass
trotz der Katastrophe von Kyzikos die pontische Flotte in der Propontis sich
aufstellte, Perinthos und Byzantion auf der europaeischen Kueste von ... | | |
| | Brundisium, Ilerda, Pharsalos und Thapsus | ...und letzter
Instanz. In wie hohen Ehren er auch jedes brauchbare Werkzeug hielt, so blieb es
doch immer Werkzeug: Caesar stand innerhalb seiner Partei ohne Genossen, nur
umgeben von militaerisch-politischen Adjutanten, die in der Regel aus der Armee
hervorgegangen und als Soldaten geschult waren, nirgends nach Grund und Zweck zu
fragen, sondern unbedingt zu gehorchen. Darum vor allem hat in dem
entscheidenden Augenblick, als der Buergerkrieg begann, von allen Soldaten und
Offizieren Cae...
... dieser eine eben von allen der Erste war. Titus Labienus hatte mit Caesar
alle Drangsale der duesteren catilinarischen Zeit wie allen Glanz der gallischen
Siegeslaufbahn geteilt, hatte regelmaessig selbstaendig befehligt und haeufig
die halbe Armee gefuehrt; er war ohne Frage wie der aelteste, tuechtigste und
treueste unter Caesars Adjutanten, so auch der hoechstgestellte und am hoechsten
geehrte. Noch im Jahre 704 (50) hatte Caesar ihm den Oberbefehl im Diesseitigen
Gallien uebertragen,...
...ie erste und nur um diesen
Preis zu bewahrende Bedingung eines jeden Erfolgs, die Einheit der obersten
Leitung.
Die einheitliche Leitung erhielt ihre volle Gewalt durch die Brauchbarkeit
der Werkzeuge. Hier kam in erster Linie in Betracht die Armee. Sie zaehlte noch
neun Legionen Infanterie oder hoechstens 50000 Mann, welche aber alle vor dem
Feinde gestanden und von denen zwei Drittel saemtliche Feldzuege gegen die
Kelten mitgemacht hatten. Die Reiterei bestand aus deutschen und norisch...
...ege gegen
Vercingetorix erprobt worden war. Der achtjaehrige Krieg voll mannigfacher
Wechselfaelle gegen die tapfere, wenn auch militaerisch der italischen
entschieden nachstehende keltische Nation hatte Caesar die Gelegenheit gegeben,
seine Armee zu organisieren, wie nur er zu organisieren verstand. Alle
Brauchbarkeit des Soldaten setzt physische Tuechtigkeit voraus: bei Caesars
Aushebungen wurde auf Staerke und Gewandtheit der Rekruten mehr als auf
Vermoegen und Moralitaet gesehen. Ab...
... organisieren verstand. Alle
Brauchbarkeit des Soldaten setzt physische Tuechtigkeit voraus: bei Caesars
Aushebungen wurde auf Staerke und Gewandtheit der Rekruten mehr als auf
Vermoegen und Moralitaet gesehen. Aber die Leistungsfaehigkeit der Armee beruht,
wie die einer jeden Maschine, vor allen Dingen auf der Leichtigkeit und
Schnelligkeit der Bewegung: in der Bereitschaft zum sofortigen Aufbruch zu jeder
Zeit und in der Schnelligkeit des Marschierens erlangten Caesars Soldaten eine
s...
... gute Genossen, mit denen er zutraulich und
mit der ihm eigenen heiteren Elastizitaet schwatzte und verkehrte; als
Schutzbefohlene, deren Dienste zu vergelten, deren Unbill und Tod zu raechen ihm
heilige Pflicht war. Vielleicht nie hat es eine Armee gegeben, die so vollkommen
war, was die Armee sein soll: eine fuer ihre Zwecke faehige und fuer ihre Zwecke
willige Maschine in der Hand eines Meisters, der auf sie seine eigene Spannkraft
uebertraegt. Caesars Soldaten waren und fuehlten sich zehnfacher Uebermacht
gewachsen: wobei nicht u...
..."In
der Fechtweise der Alten", urteilt Napoleon I., "bestand die Schlacht aus lauter
Zweikaempfen; in dem Munde des heutigen Soldaten wuerde es Prahlerei sein, was
in dem jenes Centurionen nur richtig war." Von dem Soldatengeist, der Caesars
Armee durchdrang, legen die seinen Memoiren angehaengten Berichte ueber den
Afrikanischen und den Zweiten Spanischen Krieg, von denen jener einen Offizier
zweiten Ranges zum Verfasser zu haben scheint, dieser ein in jeder Beziehung
subalternes Lager... | | |
| | Brundisium, Ilerda, Pharsalos und Thapsus -> | ...cht nicht gerecht. Ein guter Teil
der erlittenen Unfaelle kam auf Rechnung der Verkehrtheit und Unbotmaessigkeit
der Unterfeldherren, namentlich des Konsuls Lentulus und des Lucius Domitius;
von dem Augenblick an, wo Pompeius an die Spitze der Armee getreten war, hatte
er sie geschickt und mutig gefuehrt und wenigstens sehr ansehnliche
Streitkraefte aus dem Schiffbruch gerettet; dass er Caesars jetzt von allen
anerkanntem, durchaus ueberlegenem Genie nicht gewachsen war, konnte
billiger...
...
Zu diesen Nachwehen der erlittenen Niederlagen kamen die nachteiligen Einfluesse
der Emigration. Unter den eintreffenden Fluechtlingen war allerdings eine Anzahl
tuechtiger Soldaten und faehiger Offiziere namentlich der ehemaligen spanischen
Armee; allein die Zahl derer, die kamen, um zu dienen und zu fechten, war ebenso
gering, wie zum Erschrecken gross die der vornehmen Generale, die mit ebenso
gutem Fug wie Pompeius sich Prokonsuln und Imperatoren nannten, und der
vornehmen Herren, d...
...mitgebrachten Truppen, aus denen mit den
Ergaenzungen aus den illyrischen Kriegsgefangenen und den in Griechenland
domizilierten Roemern zusammen fuenf Legionen gebildet wurden. Drei andere kamen
aus dem Osten: die beiden aus den Truemmern der Armee des Crassus gebildeten
syrischen und eine aus den zwei schwachen, bisher in Kilikien stehenden
kombinierte. Der Wegziehung dieser Besatzungstruppen stellte sich nichts in den
Weg, da teils die Pompeianer mit den Parthern im Einvernehmen stande...
...gesetzt worden;
wenn in Italien die Rede ging, dass Pompeius die Geten, Kolcher und Armenier
gegen Rom bewaffne, wenn im Lager er der "Koenig der Koenige" hiess, so waren
dies kaum Uebertreibungen zu nennen. Im ganzen gebot derselbe ueber eine Armee
von 7000 Reitern und elf Legionen, von denen freilich hoechstens fuenf als
kriegsgewohnt bezeichnet werden durften, und ueber eine Flotte von 500 Segeln.
Die Stimmung der Soldaten, fuer deren Verpflegung und Sold Pompeius genuegend
sorgte un...
...eius genuegend
sorgte und denen fuer den Fall des Sieges die ueberschwenglichsten Belohnungen
zugesichert waren, war durchgaengig gut, in manchen und eben den tuechtigsten
Abteilungen sogar vortrefflich; indes bestand doch ein grosser Teil der Armee
aus neu ausgehobenen Truppen, deren Formierung und Exerzierung, wie eifrig sie
auch betrieben ward, notwendigerweise Zeit erforderte. Die Kriegsmacht
ueberhaupt war imposant, aber zugleich einigermassen buntscheckig.
Nach der Absicht des Ober...
...
Spanischen Krieges auch in Makedonien die Offensive fuer sich zu nehmen, und er
wenigstens saeumte nicht. Laengst hatte er die Zusammenziehung von Kriegs- und
Transportschiffen in Brundisium angeordnet und nach der Kapitulation der
spanischen Armee und dem Fall von Massalia die dort verwendeten Kerntruppen zum
groessten Teil ebendahin dirigiert. Die unerhoerten Anstrengungen zwar, die also
von Caesar den Soldaten zugemutet wurden, lichteten mehr als die Gefechte die
Reihen, und die Meute...
..., die also
von Caesar den Soldaten zugemutet wurden, lichteten mehr als die Gefechte die
Reihen, und die Meuterei einer der vier aeltesten Legionen, der neunten, auf
ihrem Durchmarsch durch Placentia war ein gefaehrliches Zeichen der bei der
Armee einreissenden Stimmung; doch wurden Caesars Geistesgegenwart und
persoenliche Autoritaet derselben Herr, und von dieser Seite stand der
Einschiffung nichts im Wege. Allein woran schon im Maerz 705 (49) die Verfolgung
des Pompeius gescheitert w...
...telle; sein Geschwader im Adriatischen Meer war das
Jahr zuvor bei Curicta vernichtet worden; er fand bei Brundisium nicht mehr als
zwoelf Kriegsschiffe und kaum Transportfahrzeuge genug, um den dritten Teil
seiner nach Griechenland bestimmten Armee von zwoelf Legionen und 10000 Reitern
auf einmal ueberzufuehren. Die ansehnliche feindliche Flotte beherrschte
ausschliesslich das Adriatische Meer und namentlich die saemtlichen
festlaendischen und Inselhaefen der Ostkueste. Unter solchen Ums...
...te drohenden Gefahren ihn ueberhob
und ueberdies fuer seine groesstenteils aus Gallien kommenden Truppen kuerzer
war als der ueber Brundisium. Zwar waren die illyrischen Landschaften
unbeschreiblich rauh und arm; aber sie sind doch von anderen Armeen nicht lange
nachher durchschritten worden, und dieses Hindernis ist dem Eroberer Galliens
schwerlich unuebersteiglich erschienen. Vielleicht besorgte er, dass waehrend
des schwierigen illyrischen Marsches Pompeius seine gesamte Streitmacht ue... | | |
| | Brundisium, Ilerda, Pharsalos und Thapsus -> | ...sogar eine Zeitlang den Hafen
von Brundisium, bis ihn von der kleinen Insel vor demselben, auf der er sich
festgesetzt hatte, der Wassermangel wieder vertrieb. Es war Caesars Offizieren
nicht moeglich, ihrem Feldherrn den zweiten Transport der Armee nachzufuehren.
Ebensowenig gelang ihm selbst die Wegnahme von Dyrrhachion. Pompeius erfuhr
durch einen der Friedensboten Caesars von dessen Vorbereitungen zur Fahrt nach
der epirotischen Kueste und darauf den Marsch beschleunigend warf er sich...
...unigend warf er sich noch
eben zu rechter Zeit in diesen wichtigen Waffenplatz. Caesars Lage war kritisch.
Obwohl er in Epirus so weit sich ausbreitete, als es bei seiner geringen Staerke
nur irgend moeglich war, so blieb die Subsistenz seiner Armee doch schwierig und
unsicher, waehrend die Feinde, im Besitz der Magazine von Dyrrhachion und Herren
der See, Ueberfluss an allem hatten. Mit seinem vermutlich wenig ueber 20000
Mann starken Heer konnte er dem wenigstens doppelt so zahlreichen ...
... die felsige Kueste. Durch die wunderbarsten
Glueckszufaelle war die Landung auch des zweiten Transportes gelungen. Noch
standen zwar Antonius und Caesar etwa vier Tagemaersche voneinander, getrennt
durch Dyrrhachion und die gesamte feindliche Armee; indes Antonius
bewerkstelligte gluecklich den gefaehrlichen Marsch um Dyrrhachion herum durch
die Paesse des Graba Balkan und ward von Caesar, der ihm entgegengegangen war,
am rechten Ufer des Apsos aufgenommen. Pompeius, nachdem er vergeblic...
...chen Marsch um Dyrrhachion herum durch
die Paesse des Graba Balkan und ward von Caesar, der ihm entgegengegangen war,
am rechten Ufer des Apsos aufgenommen. Pompeius, nachdem er vergeblich versucht
hatte, die Vereinigung der beiden feindlichen Armeen zu verhindern und das Korps
des Antonius einzeln zum Schlagen zu zwingen, nahm eine neue Stellung bei
Asparagion an dem Flusse Genusas (Uschkomobin), der dem Apsos parallel zwischen
diesem und der Stadt Dyrrhachion fliesst, und hielt hier sic...
...ng ebenfalls zum Meere sich wendet, und der Haupt- und der
Seitenarm des Gebirges schliessen zwischen sich eine kleine, um eine Klippe am
Meeresstrand sich ausbreitende Ebene ein. Hier nahm Pompeius jetzt sein Lager,
und obwohl die Caesarische Armee ihm den Landweg nach Dyrrhachion verlegt hielt,
blieb er doch mit Hilfe seiner Flotte fortwaehrend mit dieser Stadt in
Verbindung und ward von dort mit allem Noetigen reichlich und bequem versehen,
waehrend bei den Caesarianern, trotz starker ...
...Einschiffung zu noetigen. Von Caesars Truppen war beinahe die Haelfte ins
Binnenland detachiert; es schien fast abenteuerlich, mit dem Rest eine
vielleicht doppelt so zahlreiche, konzentriert aufgestellte, auf die See und die
Flotte gestuetzte Armee gewissermassen belagern zu wollen. Dennoch schlossen
Caesars Veteranen unter unsaeglichen Anstrengungen das Pompeianische Lager mit
einer drei und eine halbe deutsche Meile langen Postenkette ein und fuegten
spaeter, ebenwie vor Alesia, zu die...
...n einen in einer gaenzlich preisgegebenen Stellung. Wie die Caesarianer
ihn anruecken sahen, ergriff sie ein panischer Schreck; alles stuerzte in wilder
Flucht zurueck, und wenn es bei dem Verlust von 1000 der besten Soldaten blieb
und Caesars Armee nicht eine vollstaendige Niederlage erlitt, so hatte sie dies
nur dem Umstand zu danken, dass auch Pompeius sich auf dem durchschnittenen
Boden nicht frei entwickeln konnte und ueberdies, eine Kriegslist besorgend,
seine Truppen anfangs zuruec...
...ndisium noch weitere Verstaerkungen zur See heranzuziehen,
war damit fuer Caesar verloren. Die zahlreiche Pompeianische Reiterei, jetzt
ihrer Fesseln entledigt, ergoss sich in die Umgegend und drohte Caesar die stets
schwierige Verpflegung der Armee voellig unmoeglich zu machen. Caesars
verwegenes Unternehmen, gegen einen seemaechtigen, auf die Flotte gestuetzten
Feind ohne Schiffe offensiv zu operieren, war vollstaendig gescheitert. Auf dem
bisherigen Kriegsschauplatz fand er sich einer ...
...immer vollstaendiger zu
entwickeln. Caesar war nicht bloss taktisch, sondern auch strategisch
geschlagen. Diese Niederlage hatte zwar nicht diejenige Folge, die Pompeius
nicht ohne Ursache erhoffte: zu einer sofortigen voelligen Aufloesung der Armee
durch Hunger und Meuterei liess die eminente soldatische Energie der Veteranen
Caesars es nicht kommen. Allein es schien doch nur von dem Gegner abzuhaengen,
durch zweckmaessige Verfolgung seines Sieges die volle Frucht desselben zu
ernten. | | |
| | Hamilkar und Hannibal -> | ...hr noch im Jahre 1815 ein österreichisches Korps mit Artillerie die Alpen. Dieser Weg, der bloß über zwei Bergkämme führt, ist endlich von den ältesten Zeiten an die große Heerstraße aus dem keltischen in das italische Land gewesen. Die karthagische Armee hatte also in der Tat keine Wahl; es war ein glückliches Zusammentreffen, aber kein bestimmendes Motiv für Hannibal, daß die ihm verbündeten keltischen Stämme in Italien bis an den Kleinen St. Bernhard wohnten, während ihn der Weg über den Mont Genè...
...nahm. So war die Höhe gewonnen; allein auf dem äußerst steilen Weg, der von der Höhe nach dem See von Bourget hinabführt, glitten und stürzten die Maultiere und die Pferde. Die Angriffe, die an geeigneten Stellen von den Kelten auf die marschierende Armee gemacht wurden, waren weniger an sich als durch das in Folge derselben entstehende Getümmel sehr unbequem; und als Hannibal sich mit seinen leichten Truppen von oben herab auf die Allobrogen warf, wurden diese zwar ohne Mühe und mit starkem Verlust ...
... angelangt, überfiel Hannibal sofort die nächste Stadt, um die Barbaren zu züchtigen und zu schrecken und zugleich seinen Verlust an Saumtieren und Pferden möglichst wieder zu ersetzen. Nach einem Rasttag in dem anmutigen Tal von Chambéry setzte die Armee an der Isère hinauf ihren Marsch fort, ohne in dem breiten und reichen Grund durch Mangel oder Angriffe aufgehalten zu werden. Erst als man am vierten Tage eintrat in das Gebiet der Ceutronen (die heutige Tarantaise), wo allmählich das Tal sich vere...
...r am Fuß der Alpen angelangt waren, da wo der Weg die Isère verläßt und durch ein enges und schwieriges Defilee an den Bach Reclus hinauf sich zu dem Gipfel des Bernhard emporwindet, erschien auf einmal die Landwehr der Ceutronen teils im Rücken der Armee, teils auf den rechts und links den Paß einschließenden Bergrändern, in der Hoffnung, den Troß und das Gepäck abzuschneiden. Allein Hannibal, dessen sicherer Takt in all jenem Entgegenkommen der Ceutronen nichts gesehen hatte als die Absicht, zuglei...
...und erreichte unter beständigen, sehr blutigen Gefechten endlich am folgenden Tage die Paßhöhe. Hier, auf der geschützten Hochebene, die sich um einen kleinen See, die Quelle der Doria, in einer Ausdehnung von etwa 2œ Miglien ausbreitet, ließ er die Armee rasten. Die Entmutigung hatte angefangen, sich der Gemüter der Soldaten zu bemächtigen. Die immer schwieriger werdenden Wege, die zu Ende gehenden Vorräte, die Defileenmärsche unter beständigen Angriffen des unerreichbaren Feindes, die arg gelichtet...
...ngtes Schanzen den Weg für Pferde und Saumtiere; allein erst nach einer ferneren dreitägigen Arbeit mit beständiger Ablösung der Hände konnten endlich die halbverhungerten Elefanten hinübergeführt werden. So war nach viertägigem Aufenthalt die ganze Armee wieder vereinigt und nach einem weiteren dreitägigen Marsch durch das immer breiter und fruchtbarer sich entwickelnde Tal der Doria, dessen Einwohner, die Salasser, Klienten der Insubrer, in den Karthagern ihre Verbündeten und ihre Befreier begrüßte...
...t und nach einem weiteren dreitägigen Marsch durch das immer breiter und fruchtbarer sich entwickelnde Tal der Doria, dessen Einwohner, die Salasser, Klienten der Insubrer, in den Karthagern ihre Verbündeten und ihre Befreier begrüßten, gelangte die Armee um die Mitte des September in die Ebene von Ivrea, wo die erschöpften Truppen in den Dörfern einquartiert wurden, um durch gute Verpflegung und eine vierzehntägige Rast von den beispiellosen Strapazen sich zu erholen. Hätten die Römer, wie sie es ko... | | |
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