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Schlagwort: Bruder | Übersicht - a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z | | Seite 1 von 47 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 | | | In Californien -> | ...Wimper
gezuckt, jetzt aber streckte er die Hand aus.
»Winnetou, der Häuptling der Apachen! Es kehrt Freude ein bei den Kriegern der Shoshones
und Wonne in dem Herzen ihres Häuptlings, denn Ko-tu-cho hat sich gesehnt
wiederzusehen seinen tapferen Bruder!«
»Und mich,« rief Sam. »Kennt der Häuptling der Schlangen nicht mehr Sans-ear, seinen
Freund?«
»Ko-tu-cho kennt all seine Freunde und Brüder. Sie seien willkommen in den Wigwams
seiner Krieger!«
Da ertönte seitwärts ein gräßlicher Schrei. Ich ...
...rei. Ich wandte mich um und sah Bernard bei einer
menschlichen Gestalt am Boden knien. Schnell trat ich hinzu. Der da neben der Hütte lag, war
tot; eine Kugel war ihm in die Brust gegangen. Es war ein Weißer, und er sah Bernard so
ähnlich wie ein Bruder dem andern - ich wußte Alles!
Auch die Andern kamen herbei. Keiner sprach ein Wort. Bernard kniete lautlos neben dem
Ermordeten, küßte ihn auf Lippen, Stirn und Wangen, streichelte ihm das wirre Haar aus dem
Gesicht und schlang die Arme um seinen...
...roffen. Da nahmen die roten Krieger elf gefangen und drei
entkamen. Dieses Bleichgesicht aber starb in ihren Armen, und die beiden, die mit ihm waren,
ruhen aus auf den Matten des Wigwams.«
»Ich muß sie sehen, auf der Stelle! Dieser Tote ist mein Bruder, ist der Sohn meines Vaters, «
fügte Bernard hinzu, an die weitere Bedeutung denkend, welche bei den Wilden das Wort
Bruder hat.
»Mein weißer Bruder ist gekommen mit Winnetou und Sans-ear, den Freunden der
Shoshonen, darum wird Ko-tu cho tun, was er begehrt. Er folge mir!«
Wir wurden in ein großes Zelt geführt, in welchem die Gefangenen lagen, mit Riemen an
Händen und Füßen gebunden. Der Mula...
... lagen, mit Riemen an
Händen und Füßen gebunden. Der Mulatte war dabei: er hatte eine Narbe über die rechte
Wange. Die beiden Morgans waren nicht zu sehen.
»Was werden meine roten Brüder mit diesen Bleichgesichtern tun?« fragte ich.
»Mein weißer Bruder kennt sie auch?«
»Ich kenne sie; es sind Räuber, welche den Tod vieler Männer auf ihrem Gewissen haben.«
»So mögen meine weißen Brüder über sie richten.«
Ich tauschte mit den Andern einen Blick des Einverständnisses und antwortete:
»Sie haben de...
...
»So mögen meine weißen Brüder über sie richten.«
Ich tauschte mit den Andern einen Blick des Einverständnisses und antwortete:
»Sie haben den Tod verdient, doch fehlt uns die Zeit, sie zu richten. Wir übergeben sie
unseren roten Brüdern.«
»Mein Bruder tut recht daran!«
»Wo sind die beiden Weißen, welche bei dem Toten waren?«
»Meine Brüder mögen mir folgen!«
Wir wurden in ein zweites Zelt geführt, in welchem zwei Männer im Schlafe lagen; sie waren
wie Tropeiros gekleidet. Sie wurden geweckt, a...
...nnten. Wir kehrten wieder zu dem Toten zurück.
Bernard hatte während der letzten Monate eine harte Schule durchgemacht; er war äußerlich
und innerlich stärker geworden, aber seine Hände zitterten dennoch, als er die Taschen des so
lange gesuchten Bruders untersuchte. Er entnahm ihnen Alles, was sie enthielten. Er
betrachtete jeden einzelnen der ihm bekannten Gegenstände, und als er das Taschenbuch
aufschlug und die lieben Schriftzüge erblickte, küßte er die Blätter und brach in ein bitteres
Schl...
...rannen.
Die Shoshonen standen dabei, und in den Mienen des Häuptlings zuckte es wie Verachtung
über unsere Schwäche. Winnetou mochte das nicht leiden; er deutete auf uns:
»Der Häuptling der Shoshonen denke nicht, daß diese Männer Weiber sind. Der Bruder dieses
Toten hat gekämpft mit den Pfahlmännern und Comanchen und eine starke Hand gezeigt, und
mein roter Bruder kennt dieses Bleichgesicht: es ist Old Shatterhand.« | | |
| | Unter den Comanchen -> | ...Einfall, durch den ich diese Leute vielleicht noch willfähriger machen konnte. Einer
der drei Häuptlinge hatte nämlich auf seinem büffelledernen Jagdrocke als besondere Zierde
zwei talergroße Messingknöpfe. Ich trat nahe zu ihm heran.
»Mein roter Bruder, leihe mir einmal diesen Schmuck; er wird ihn gleich wieder bekommen!«
Ehe er sich weigern konnte, hatte ich ihm beide Knöpfe abgedreht und trat um einige Schritte
zurück, ohne mich um seine Bestürzung zu bekümmern.
»Meine roten Brüder sehen hier...
...derte ich die Knöpfe in die Luft, und hielt ihnen dann die leeren Hände
entgegen.
»Meine Brüder mögen herschauen! Wo sind die Knöpfe?«
»Fort!« rief ihr Besitzer mit aufsteigendem Zorne.
»Ja; sie sind fort, weit hinauf gegen die Sonne. Mein roter Bruder mag sie herunterschießen!«
»Das kann kein roter und kein weißer Mann, auch kein Zauberer!«
»So werde ich es tun! Meine roten Brüder mögen aufmerken, wenn die Knöpfe
herabkommen!«
Ich nahm nicht meine Büchse, weil in derselben die Skizze stak, so...
...mit dem Golde entflohen? Hat er nicht die Seelen der Comanchen in seinem
Rohre und will sie dennoch nicht verderben? Kann er nicht alle Medizinen der Racurroh in
die Sonne werfen, ohne daß er sie wieder herunterschießt, und dennoch begehrt er, der Bruder
der Comanchen zu sein und das Calumet mit ihnen zu rauchen? Die Häuptlinge der
Comanchen sind tapfer, weise und gerecht; wer das nicht glaubt, den wird Old Shatterhand
töten mit dem Rohre, aus welchem tausend Kugeln kommen, und darum wird er jetz... | | |
| | Helldorf-Settlement -> | ...ha Manitou nsho; shi aguan t'enese - der große Geist ist gut; ich liebe ihn!«
ich wußte, daß ich mit einer Antwort nur die Entwickelung seiner Gedanken und Gefühle
stören würde; darum schwieg ich auch jetzt. Infolgedessen fuhr er bald fort:
»Mein Bruder Schar-Iih ist ein großer Krieger und ein weiser Mann im Rate; meine Seele ist
wie die seinige; aber ich werde ihn nicht sehen, wenn ich einst in die ewigen Jagdgründe
gelange!«
Dieser Gedanke stimmte ihn traurig; er war mir ein neuer Beweis, wie ...
...ie seinige; aber ich werde ihn nicht sehen, wenn ich einst in die ewigen Jagdgründe
gelange!«
Dieser Gedanke stimmte ihn traurig; er war mir ein neuer Beweis, wie sehr lieb mich der
Apache hatte; aber mit gutem Grunde entgegnete ich jetzt:
»Mein Bruder Winnetou besitzt mein ganzes Herz; seine Seele lebt in meinen Taten; aber ich
werde ihn nicht erblicken, wenn ich einst in den Himmel der Seligen gelange.«
»Wo ist der Himmel meines Bruders?« fragte er.
»Wo sind die Jagdgründe meines Freundes?« antwortete ich.
»Manitou besitzt die ganze Welt und alle Sterne!« erklärte er.
»Warum gibt der große Manitou seinen roten Söhnen einen so kleinen Teil der Welt und
seinen weißen Kindern All...
...che Lüge. Der
Glaube der weißen Männer sagt: ›Der gute Manitou ist der Vater über alle seine Kinder im
Himmel und auf Erden.‹ Der Glaube der roten Männer aber sagt: ›Manitou ist nur der Herr
der Roten; er gebietet, die Weißen alle zu töten.‹ Mein Bruder Winnetou ist gerecht und
weise; er denke nach! Ist der Manitou der Roten auch der Manitou der Weißen? Warum
betrügt er dann seine roten Söhne? Warum läßt er sie von der Erde verschwinden und erlaubt
den Weißen, zu Millionen anzuwachsen und die Er...
...eißt er ihnen nach dem Tode die
finsteren Jagdgründe, in denen der Mord von neuem beginnt. Die roten Krieger glauben ihren
Medizinmännern, welche sagen, daß in den ewigen Jagdgründen die Indianer alle Seelen der
Weißen töten werden. Wenn nun mein Bruder in diesen blutigen Gründen einst seinem
Freunde Schar-Iih begegnete, würde er ihn töten?«
»Uff!« rief da der Apache laut und eifrig. »Winnetou würde die Seele seines guten Bruders
verteidigen gegen alle roten Männer. Howgh!«
»So überlege mein Bruder, ob die Medizinmänner nicht eine Lüge sagen!«
Er schwieg nachdenklich, und ich hütete mich sehr, die Wirkung meiner Worte durch weitere
Bemerkungen zu beeinträchtigen.
Wir kannten uns seit Jahren. Wir hatten Leid und Freud redlich miteinander get...
...giösen Anschauungen
einzudringen. Ich wußte, daß er grad dieses mir sehr hoch anrechnete, und darum mußten
meine jetzigen Vorstellungen von doppelter Wirkung auf ihn sein.
Nach einer Weile fragte er:
»Warum sind nicht alle weißen Männer wie mein Bruder Schar-Iih? Wären sie so wie er, so
würde Winnetou ihren Priestern glauben!«
»Warum sind nicht alle roten Männer so, wie mein Bruder Winnetou?« antwortete ich. »Es
gibt Gute und Böse unter den weißen und unter den roten Männern. Die Erde ist weit über
tausend Tagereisen lang, und eben so groß ist auch ihre Breite. Mein Freund kennt nur einen
ganz kleinen Teil von ihr. Überall ...
...nd Böse unter den weißen und unter den roten Männern. Die Erde ist weit über
tausend Tagereisen lang, und eben so groß ist auch ihre Breite. Mein Freund kennt nur einen
ganz kleinen Teil von ihr. Überall herrschen die Weißen, aber grad da, wo mein Bruder lebt,
in der wilden Savanne, verstecken sich die Bösen der Bleichgesichter, welche vor den
Gesetzen der Guten haben fliehen müssen. Darum denkt Winnetou, daß es so viele schlimme
Bleichgesichter gibt. Mein Bruder wandert einsam durch die Berge; er jagt den Bison und
tötet seine Feinde. Worüber kann er sich freuen? Lauert nicht der Tod hinter jedem Baum und
Strauch auf ihn? Hat er einmal einem Roten sein ganzes Vertrauen und seine ganze Liebe
schenken könn...
...erischen Lager der Wildnis? Der
Heiland der weißen Männer aber sagt: ›Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen
seid, ich will euch erquicken!‹ Ich bin dem Heilande nachgegangen und habe den Frieden des
Herzens gefunden. Warum will mein Bruder nicht auch zu ihm gehen?« | | |
| | Unter den Comanchen -> | ...e Maßregel brachte einige Bewegung in der
Versammlung hervor, aber ohne daß mir irgend welche Belästigung daraus erwuchs. Dann
wurde lange, sehr lange beraten, bis sich drei von ihnen erhoben und zu mir traten. Einer
nahm das Wort:
»Unser weißer Bruder hält die Häuptlinge der Racurroh gefangen in seiner Hütte?«
»So ist es.«
»Er wird sie den Kriegern der Comanchen ausliefern, damit diese über sie Gericht halten.«
»Meine Brüder vergessen, daß die Krieger nie über ihren Häuptling Gericht halten kö...
...Comanchen getötet hat?«
»Nein. Und Winnetou, der Pimo , der Hunderte von Comanchen tötete!«
»Hat er einen Racurroh getötet?«
»Nein. Wer ist der Dritte?«
»Ein Mann aus dem Norden, der noch niemals den Sohn einer roten Mutter tötete.«
»Wenn unser Bruder die Häuptlinge tötet, so wird auch er mit seinen Gästen erschlagen!«
»Meine Brüder treiben Scherz! Wer will Old Shatterhand töten? Hat er nicht die Seelen der
Comanchen in dem Laufe seines Gewehres?« | | |
| | In Californien -> | ...Männer mehr als wir, unsere fünf Büchsen aber waren ihnen überlegen. Zur
Flucht gab es weder vor noch rückwärts eine Gelegenheit, und so wunderte ich mich nicht, als
der Anführer die Hand von seinem Schießeisen nahm und fragte:
»Sieht mein weißer Bruder nicht, daß sich die roten Männer nicht auf dem Kriegspfade
befinden?«
»Und dennoch wollten sie mich töten! Aber der weiße Mann will nicht das Blut seiner roten
Brüder; sie mögen absteigen und mit uns das Calumet des Friedens rauchen!«
Sie zögert...
...n! Aber der weiße Mann will nicht das Blut seiner roten
Brüder; sie mögen absteigen und mit uns das Calumet des Friedens rauchen!«
Sie zögerten, dieser Aufforderung, hinter welcher eine Kriegslist stecken konnte, zu folgen.
»Wie heißt mein weißer Bruder?« fragte der Rote.
»Man nennt mich Old Shatterhand.«
»Uff! Dann dürfen wir seinen Worten glauben. Meine Brüder mögen von ihren Pferden
steigen!«
Er nahm die Pfeife vom Sattel und setzte sich neben mir nieder. Seine Gefährten folgten ihm.
Meine ...
...folgten ihm.
Meine Kameraden kamen auch herbei und nahmen Platz. Die Pfeife wurde gestopft und
herumgereicht. Bernard beging den Fehler, sie auch Winnetou anzubieten. Dieser wehrte ab.
»Der Häuptling der Apachen sitzt bei den Comanchen, weil sein Bruder Frieden mit ihnen
wünscht, aber er raucht nicht das Calumet aus ihren Händen. Sie mögen sprechen mit meinen
weißen Freunden, aber wenn sie gesprochen haben, so dürfen sie nicht wieder begegnen
Winnetou, sonst versammelt er sie zu den toten Schaka...
...e zu den toten Schakalen der Wüste!«
Bernard hätte das voraussehen können. Die Comanchen taten, als hätten sie diese Worte gar
nicht gehört. Ich wandte mich an ihren Anführer:
»Die roten Männer sind nachgejagt den beiden weißen Verrätern?«
»Mein Bruder hat es bereits gehört!«
»Und haben sie nicht erreicht?«
»Nein. Die Verräter kamen auf das Gebiet der Feinde der Comanchen, wo diese umkehren
mußten.«
»Wie konnten sie entkommen, da sie doch keine Pferde hatten?«
»Sie stahlen sich die Tiere der ...
...entreffen mit diesen Comanchen willkommener als jede andere Begegnung.
Sie hielten nur kurze Rast, und erst beim Aufbrechen fragte ich sie:
»Wo haben meine roten Brüder die Spur der weißen Männer zuletzt gesehen?«
»Zwei Sonnen von hier. Will mein Bruder ihnen folgen?«
»Ja. Wenn wir sie treffen, so sind sie verloren!«
»Uff! Der weiße Mann spricht aus dem Herzen der Comanchen. Er reite immer nach
Sonnenuntergang, bis er nach einer Sonne ein großes Tal erreicht, welches von Mittag nach
Mitternacht... | | |
| | Am Hancockberg -> | ...s Todes ist!«
»Es ist so deutlich, so deutlich! Es sagt mir, daß Winnetou sterben wird mit einer Kugel in der
Brust. Denn nur eine Kugel kann mich werfen; ein Messer oder einen Tomahawk würde der
Häuptling der Apachen leicht von sich wehren. Mein Bruder mag mir glauben, ich gehe heut
in die ewigen Jagd - - -«
Er hielt inne. »In die ewigen Jagdgründe« hatte er nach dem Glauben der Indianer sagen
wollen. Was hielt ihn ab, dieses Wort vollends auszusprechen? Ich wußte es: Er war durch
den Umgang m...
...den hatte, es
zu sagen. Er schlang den Arm um mich und veränderte das erst beabsichtigte Wort:
»Ich gehe heut dahin, wo der Sohn des guten Manitou uns vorausgegangen ist, um uns die
Wohnungen im Hause seines Vaters zu bereiten, und wohin mir mein Bruder Old Shatterhand
einst nachfolgen wird. Dort werden wir uns wiedersehen, und es wird keinen Unterschied
mehr geben zwischen den weißen und den roten Kindern des Vaters, der beide mit derselben
unendlichen Liebe umfängt. Es wird dann ewiger Friede ...
...m Gnade und Erbarmen bitten.«
Er drückte mich an sich und schwieg. Ich war tief bewegt, denn eine innere Stimme flüsterte
mir zu: »Sein Instinkt hat ihn nie getäuscht; vielleicht spricht er auch dieses Mal die
Wahrheit.« Dennoch sagte ich:
»Mein Bruder Winnetou hält sich für stärker, als er ist. Er ist der gewaltigste Krieger seines
Stammes, aber doch auch nur ein Mensch. Ich habe ihn noch nie ermatten sehen, heut aber ist
er müde geworden, denn die vergangenen Tage und Nächte haben allzuviel vo...
...ber ist
er müde geworden, denn die vergangenen Tage und Nächte haben allzuviel von uns verlangt.
Das drückt die Seele nieder und schwächt das Selbstvertrauen; es entstehen trübe Gedanken,
welche verschwinden, wenn die Müdigkeit gewichen ist. Mein Bruder mag sich ausruhen. Er
mag sich zu den Männern legen, welche hier unten am Berge bleiben.«
Er schüttelte langsam den Kopf und antwortete.,
»Das sagt mein Bruder Schar-Iih nicht im Ernste.«
»O doch! Ich habe die Höhle des Berges ja gesehen und mit dem Auge genau gemessen; es
genügt, wenn ich allein die Angreifer anführe.«
»Ich soll nicht dabei sein?« fragte er da, indem seine Augen erhöhten Glanz bekamen....
...gen!«
»Und wenn alle schweigen und es mir nicht als Feigheit anrechneten, Einen würde es doch
geben, dessen Vorwurf mir die Röte der Scham in die Wange triebe.«
»Wer wäre das?«
»Ich, ich selbst! Ich würde diesem Winnetou, welcher ruhte, als sein Bruder Schar-Iih
kämpfte, ohne sich vor dem Tode zu fürchten, immer und immer in die Ohren schreien, daß er
unter die Feiglinge gegangen und nicht länger würdig sei, sich einen Krieger, einen Häuptling
seines tapfern Volkes zu nennen. Nein, nein, sprich...
...en, immer und immer in die Ohren schreien, daß er
unter die Feiglinge gegangen und nicht länger würdig sei, sich einen Krieger, einen Häuptling
seines tapfern Volkes zu nennen. Nein, nein, sprich nicht davon, daß ich zurückbleiben soll.
Soll mein Bruder Shatterhand mich im Stillen, wenn er es auch nicht laut tun würde, zu den
mutlosen Coyoten rechnen? Soll Winnetou sich selbst verachten? Lieber zehnmal, hundertmal
und tausendmal den Tod!«
Dieser letztere Grund gebot mir allerdings, zu schweigen....
...!«
Dieser letztere Grund gebot mir allerdings, zu schweigen. Winnetou wäre an dem
Selbstvorwurfe, feig gehandelt zu haben, innerlich und äußerlich zugrunde gegangen. Er fuhr
nach einer Pause fort:
»Wir standen dem Tode so oft gegenüber, und mein Bruder war stets auf ihn vorbereitet und
hat für mich in sein Notizbuch eingeschrieben, was geschehen soll, wenn er einmal im
Kampfe fällt. Ich soll dann das Buch nehmen und es lesen und ausführen. Das wird von den
Bleichgesichtern ein Testament genannt... | | |
| | Winnetou in Fesseln -> |
»Mein Bruder, der Fuchs, ist als Kundschafter ausgegangen?«
»Ja.«
»Wann folgen eure Krieger nach?«
»Sie sind um den Ritt eines Tages hinter uns.«
»Von wem werden sie angeführt?«
»Von Tangua, dem tapfern Häuptlinge selbst.«
»Wieviel Krieger hat er bei sich?...
...?«
»Von Tangua, dem tapfern Häuptlinge selbst.«
»Wieviel Krieger hat er bei sich?«
»Zweimal hundert.«
»Und ihr glaubt, die Apachen zu überraschen?«
»Wir werden über sie kommen, wie der Adler über die Krähen, die ihn nicht gesehen haben.«
»Mein Bruder irrt. Die Apachen wissen es, daß sie von den Kiowas überfallen werden sollen.«
Der Fuchs schüttelte ungläubig den Kopf und antwortete:
»Woher sollten sie es wissen? Reichen ihre Ohren bis zu den Zelten der Kiowas?«
»Ja.«
»Ich verstehe meinen Bruder Sam nicht. Er mag mir sagen, wie er dieses Wort meint.«
»Die Apachen haben Ohren, welche gehen und auch reiten können. Wir haben gestern zwei solche Ohren
gesehen, welche bei den Zelten der Kiowas gewesen sind, um zu lauschen.«
»Uff! Zwei Ohren? ...
...»Nur langsam! Ich habe vorher noch sehr notwendig mit dir zu reden.«
»Das magst du mir unterwegs sagen.«
»Nein. Ich werde mit dir reiten, aber nicht zu Tangua, dem Häuptlinge der Kiowas, sondern du wirst mich
nach unserem Lager begleiten.«
»Mein Bruder Sam irrt sich da sehr.«
»Nein. Höre, was ich dir sage! Wollt ihr Intschu tschuna, den Häuptling der Apachen, lebendig fangen?«
»Uff!« rief der Kiowa wie elektrisiert, und seine Leute spitzten die Ohren.
»Und seinen Sohn Winnetou dazu?«
»Uff, uff...
...Intschu tschuna, den Häuptling der Apachen, lebendig fangen?«
»Uff!« rief der Kiowa wie elektrisiert, und seine Leute spitzten die Ohren.
»Und seinen Sohn Winnetou dazu?«
»Uff, uff! Ist das denn möglich?«
»Es ist sehr leicht.«
»Ich kenne meinen Bruder Sam, sonst würde ich glauben, auf seiner Zunge wohne jetzt ein Scherz, den ich
nicht dulden darf.«
»Pshaw! Ich spreche im Ernste. Ihr könnt den Häuptling und seinen Sohn lebendig fangen.«
»Wann?«
»Ich glaubte, in fünf, sechs oder sieben Tagen; n...
...netous wird durch die Leiche verzögert; Intschu tschuna ist
vorausgeeilt und wird, wenn es sein muß, sein Pferd totreiten, um seine Krieger schnell beisammen zu
haben.«
»Darum muß ich unsern Häuptling ebenso schnell davon benachrichtigen!«
»Mein Bruder mag nur warten und mich aussprechen lassen! Die Apachen werden nach zweierlei Rache
dürsten, nach Rache an euch und nach Rache an uns, wegen der Ermordung ihres weißen Klekih-petra. Sie
werden eine größere Schar gegen euch und eine kleinere gegen ...
...en; es wird euch also kinderleicht sein, die Apachen
zu überwältigen. Wenn ihr dann die beiden Häuptlinge in den Händen habt, ist dies grad so gut, als ob der
ganze Stamm euch gehörte, und ihr könnt fordern und verlangen, was ihr wollt. Sieht mein Bruder dies
alles ein?«
»Ja. Der Plan meines Bruders Sam ist sehr gut. Wenn der Häuptling ihn erfährt, wird er sich freuen, und
wir werden schnell danach handeln.« | | |
| | »Schöner Tag« -> | ...
»Das ist gar nicht nötig; wir sind quitt, denn auch ich habe euch beleidigt.«
»Nein.«
»Doch! Ist nicht ein Faustschlag eine Beleidigung? Und ich habe euch doch mit der Faust geschlagen.«
»Das war im Kampfe, wo es nicht als Beleidigung gilt. Mein Bruder ist edel und großmütig; wir werden es
ihm nicht vergessen.«
»Reden wir von anderen Dingen! Ich bin heut Apache geworden. Wie steht es mit meinen Kameraden?«
»Die können nicht in den Stamm aufgenommen werden, aber sie sind unsere Brüder.«
»Ohne Z...
...heut Apache geworden. Wie steht es mit meinen Kameraden?«
»Die können nicht in den Stamm aufgenommen werden, aber sie sind unsere Brüder.«
»Ohne Zeremonie?«
»Wir werden morgen mit ihnen die Pfeife des Friedens rauchen. In der Heimat meines weißen Bruders gibt
es wohl kein Calumet?«
»Nein. Christen sind alle Brüder, ohne daß es der Ausübung irgend eines Gebrauches bedarf.«
»Alle Brüder? Gibt es keinen Krieg zwischen ihnen?«
»Allerdings auch.«
»So sind sie auch nicht anders und besser als wir. S...
...Brüder, ohne daß es der Ausübung irgend eines Gebrauches bedarf.«
»Alle Brüder? Gibt es keinen Krieg zwischen ihnen?«
»Allerdings auch.«
»So sind sie auch nicht anders und besser als wir. Sie lehren die Liebe und fühlen sie nicht. Warum hat
mein Bruder sein Vaterland verlassen?«
Es ist bei den Roten nicht Sitte, solche Fragen auszusprechen. Winnetou konnte es aber tun, weil er jetzt
mein Bruder war, der mich kennen lernen mußte. Doch wurde seine Frage nicht nur aus teilnehmender
Neugierde ausgesprochen; er hatte noch einen andern Grund dabei.
»Um hier hüben das Glück zu suchen,« antwortete ich.
»Das Glück! - Was ist das Glück?«
»Reicht...
...irrst du dich. Das Gold hat die roten Männer nur unglücklich gemacht; des Goldes wegen drängen uns
noch heut die Weißen von Land zu Land, von Ort zu Ort, so daß wir langsam aber sicher untergehen
werden. Das Gold ist die Ursache unsers Todes. Mein Bruder mag ja nicht danach trachten.«
»Das tu ich auch nicht.«
»Nicht? Und doch sagtest du, daß du das Glück im Reichtum suchest.«
»Ja, das ist wahr. Aber es gibt Reichtum verschiedener Art, Reichtum an Gold, an Weisheit und Erfahrung,
an Gesundheit, a...
...t
ging all der im Stillen gesäete Samen plötzlich auf und brachte herrliche Frucht.
Jetzt begnügte ich mich damit, ihm die Hand zu drücken, zum Zeichen, daß ich seinen Wunsch erfüllen
wolle. Dann fuhr er fort:
»Wie ist es denn gekommen, daß mein Bruder Old Shatterhand sich den Länderdieben angeschlossen hat? | | |
| | Die Railtroublers -> | ...e an Walker, der ebenso wie wir vorher den Rauch nach den vier Richtungen
ausstieß und dann gelobte:
»Ich sehe den großen Winnetou, den herrlichsten Häuptling der Mescaleros, Mimbrenjos und
Apachen; ich trinke den Rauch seiner Pfeife und bin sein Bruder. Seine Freunde sind meine
Freunde und seine Feinde meine Feinde, und nie soll dieser Bund gebrochen werden!«
Er nahm dann wieder Platz und gab dem Apachen die Pfeife zurück, welcher diese
weiterrauchte. Jetzt war der Sitte Genüge getan, und wir k...
...nd seine Feinde meine Feinde, und nie soll dieser Bund gebrochen werden!«
Er nahm dann wieder Platz und gab dem Apachen die Pfeife zurück, welcher diese
weiterrauchte. Jetzt war der Sitte Genüge getan, und wir konnten uns besprechen.
»Mein lieber Bruder Schar-Iih mag mir erzählen, was er erlebt hat, seit er von mir geschieden
ist,« bat mich jetzt Winnetou.
Ich folgte diesem Wunsche so kurz wie möglich. Was ich seit unserer letzten Trennung getan
hatte, das konnte ich ihm später ausführlich erzäh...
...ebt hat, seit er von mir geschieden
ist,« bat mich jetzt Winnetou.
Ich folgte diesem Wunsche so kurz wie möglich. Was ich seit unserer letzten Trennung getan
hatte, das konnte ich ihm später ausführlich erzählen. Dann forderte ich ihn auf:
»Mein Bruder Winnetou sage mir, was er erlebt hat, seit ich ihn nicht sah, und wie er so
entfernt von dem Wigwam seiner Väter auf das Jagdgebiet der Sioux kommt!«
Er tat einen langen, bedächtigen Zug aus dem Calumet und antwortete dann:
»Das Wetter stürzt das...
...hat die beste indianische Dressur, und er versteht sich auf dieselbe
besser als ein anderes Bleichgesicht.«
Bereits früher hatte er mir einen herrlichen Mustang geschenkt; ich wollte also die Gabe
ablehnen und antwortete daher:
»Ich bitte meinen Bruder um die Erlaubnis, mir ein Pferd selbst zu fangen. Das Roß des
Dakota hat die Beute zu tragen.«
Er schüttelte den Kopf und entgegnete:
»Warum will mein Bruder vergessen, daß Alles sein ist, was mir gehört. Warum will er große
Zeit versäumen mit der Pferdejagd? Soll diese Jagd uns den Ogellallah verraten? Glaubt er,
daß Winnetou Beute bei sich führen wird, wenn er der Fährte der Sioux folgt? Winnetou wir... | | |
| | Winnetou in Fesseln -> | .... Ich hatte mich neben Sam gestellt. Sie stürmten auf uns zu, als ob sie uns niederreiten
wollten; wir blieben ruhig stehen; da rissen sie eine Elle von uns ihre Pferde in die Häksen, schnellten aus
dem Sattel und ließen sie laufen.
»Unser weißer Bruder Sam ist hier?« fragte der Anführer. »Wie kommt er in den Weg seiner roten Freunde
und Brüder?«
»Bao, der listige Fuchs, hat mich getroffen, weil er sich auf meiner Fährte befindet,« antwortete Sam.
»Wir glaubten, es sei die Spur der roten Hunde, ...
... hat mich getroffen, weil er sich auf meiner Fährte befindet,« antwortete Sam.
»Wir glaubten, es sei die Spur der roten Hunde, die wir suchen,« meinte der Fuchs in gebrochenem, aber
ziemlich verständlichem Englisch.
»Welche Hunde meint mein roter Bruder?«
»Die Apachen vom Stamme der Mescaleros.«
»Warum nennt ihr sie Hunde? Ist ein Streit ausgebrochen zwischen ihnen und meinen Brüdern, den tapfern
Kiowas?«
»Das Kriegsbeil ist ausgegraben zwischen uns und diesen räudigen Coyoten.«
»Uff! Das freu...
...nner? Hat es sich schon einen Namen erworben?«
Hätte Sam meinen deutschen Namen gesagt, so hätte derselbe keinen Effekt gemacht. Da besann er sich auf
das Wort, welches Wheeler ausgesprochen hatte, und antwortete:
»Dieser mein liebster Freund und Bruder ist jüngst erst über das große Wasser gekommen und ein großer
Krieger bei seinem Volke. Er hatte noch nie in seinem Leben einen Büffel oder einen Bären gesehen und
dennoch vorgestern mit zwei alten Büffelbullen gekämpft und sie erlegt, um mir das ... | | |
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| Häufige Suchbegriffe: | | schmuck der shoshonen (1) | | | | | | |
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