| | Achtes Capitel | Daß aber es möglich ist, daß es eine unbegrenzte
gebe, die eine einige ist und stetige, und diese die im
Kreise ist, wollen wir jetzt besprechen. Alles räumlich
Bewegende bewegt sich entweder im Kreise, oder in
gerader Linie, oder auf gemischte Art. Also, wenn
keine von jenen stetig ist, so kann es auch nicht die
aus beiden zusammengesetzte sein. Daß aber das nach
gerader und begrenzter Linie sich Bewegende nicht
stetig sich bewegt, ist klar: denn es beugt um; das auf
gerader Linie Umbeugende aber bewegt sich in den
entgegengesetzten Bewegungen. Denn entgegengesetzt
ist in dem Raume die nach oben der nach unten,
und die vorwärts der rückwärts, und die nach der Linken
der nach der Rechten. Räumliche Gegensätze
nämlich sind dieses. Wa...
...h dahin zurückgekommen, wovon es
ausging, wieder umbeugen. - Daß aber muß stillgestanden
werden, lehrt nicht nur die sinnliche, sondern
auch die begriffmäßige Betrachtung.Wir müssen nun
hiemit so beginnen. Da es dreierlei giebt, Anfang,
Mittel, Ende, so ist das Mittel gegen die beiden andern
beides, und der Zahl nach eines, dem Begriffe
nach zwei. Ferner ist ein anderes das der Möglichkeit,
und das der Wirklichkeit nach. So daß von der geraden
Linie innerhalb der beiden Enden jeder Punct der
Möglichkeit nach Mittleres ist, der Wirklichkeit nach
aber es nicht ist, wenn das sich Bewegende nicht die
Linie theilt und stehen bleibend von neuem anfängt
sich zu bewegen. So aber wird das Mittlere Anfang
und Ende: Anfang der späteren, Ende aber der ersten.
Ich meine es so: wenn z.B. sich bewegend das A stillsteht
bei B, und wiederum sich bewegt nach C; dafern
es hingegen sich stetig bewegt, so sei weder da gewesen
z.B. das A auf dem Puncte B, noch davon weggegangen,
sondern es ha...
... Also vielmehr
in verschiedenen Puncten der Zeit. Folglich ist eine
Zeit in der Mitte. Also wird ruhen das A auf dem B.
Auf gleiche Weise aber auch auf den andern Puncten:
denn derselbe Zusammenhang gilt auch von diesen.
Wenn aber das sich bewegende A das B zum Mittel,
Ende und Anfang hat, so muß es stillstehen, indem es
in zwei theilt, gleichwie beim Nachdenken. Allein
von dem Puncte A entfernte es sich als dem Anfange,
und kam zu dem C, wann es endigte und stillstand. Darum ist auch in Bezug auf den Zweifel dieß z...
...hen, indem es
in zwei theilt, gleichwie beim Nachdenken. Allein
von dem Puncte A entfernte es sich als dem Anfange,
und kam zu dem C, wann es endigte und stillstand. Darum ist auch in Bezug auf den Zweifel dieß zu
sagen. Es veranlaßt nämlich folgenden Zweifel. Wofern
die E der F gleich wäre, und A stetig sich bewegte
von dem Aeußersten nach C, zugleich aber A wäre
auf dem Puncte B, und D sich bewegte von dem
Aeußersten der F gleichmäßig nach G, und in
derselben Schnelle mit dem A: so würde ...
...t in einer Zeit. Hier
nun also kann man nicht so sprechen, bei dem was
stetig ist. Bei dem aber was umbeugt, muß man so
sprechen. Wenn nämlich G sich bewegt nach D, und
wieder umbeugend sich abwärts bewegt, so hat es die
Spitze D zum Anfang und Ende, also einen Punct
gleich als zwei. Darum muß es stillstehen. Und nicht
zugleich kommt es auf D und geht hinweg von D.
Denn sonst würde es dort zugleich sein und nicht sein
in dem nämlich Jetzt. Allein die alte Lösung darf man
nicht anführen. De...
...onst würde es dort zugleich sein und nicht sein
in dem nämlich Jetzt. Allein die alte Lösung darf man
nicht anführen. Denn man kann nicht sagen, daß auf
dem D das G in einem Einschnitt der Zeit ist, und
nicht kommt noch geht. Denn es muß auf das Ende
kommen, welches der Wirklichkeit nach ist, nicht der
Möglichkeit nach. Das nun in der Mitte ist der Möglichkeit
nach, dieses aber der Wirklichkeit nach; und
Ende nach unten, Anfang aber nach oben. Und in
Bezug auf die Bewegungen eben so. Es muß also
stillstehen das auf gerader Linie Umlenkende. Nicht
also kann stetige Bewegung ewig sein in gerader
Linie.
Auf dieselbe Weise ist zu begegnen auch denen,
die mit Zenon fragen und behaupten: ob stets die
Hälfte durchgegangen werden müsse; dieß aber sei
unbegrenzt. Unbegrenztes aber könne ...
...renzt viele Theile
in sich schließe. Nicht wunderbar nämlich ist es,
wenn man in unbegrenzter Zeit Unbegrenztes durchgeht.
Auf gleiche Weise aber ist das Unbegrenzte in
der Länge vorhanden und in der Zeit. Doch diese Lösung
ist zwar für den Fragenden genügend. Gefragt
nämlich wurde, ob in begrenzter Zeit Unbegrenztes
durchgangen oder überzählt werden kann. In Bezug
aber auf die Sache und die Wahrheit ist sie nicht genügend.
Wenn man nämlich absehend von der Länge
und der Frage, ob in begre...
...d diese Lösung. Sondern
das Wahre ist, zu sagen, was wir sagten, in den vorigen
Betrachtungen.Wenn nämlich man die stetige
Linie in zwei Hälften theilt, so nimmt man den Einen
Punct für zwei. Man macht ihn nämlich sowohl zum
Anfang als auch zum Ende. So aber verfährt sowohl
der Zählende, als auch der in die Hälften Theilende.
Indem man aber so theilt, ist nicht mehr stetig weder
die Linie noch die Bewegung. Die stetige Bewegung
nämlich ist die von einem Stetigen. In dem Stetigen
aber sind zwar unbegrenzt viele Hälften, aber nicht
der Wirklichkeit, sondern der Mögli...
...h macht, so
wird man sie nicht stetig machen, sondern einmal
stillstehen; was bei demjenigen, der die Hälften zählt,
offenbar sich begiebt. Den Einen Punct nämlich muß
er als zwei zählen; denn von der einen Hälfte ist er
Anfang, von der anderen Ende: dafern man nicht eine
stetige Linie, sondern zwei halbe zählt. Also ist zu
dem, der fragt, ob Unbegrenztes durchgangen werden
kann, sei es in der Zeit oder in der Länge: daß gewissermaßen
zwar, gewissermaßen aber nicht. Was es
nämlich der Wirk...
... Unbegrenztes durchgangen werden
kann, sei es in der Zeit oder in der Länge: daß gewissermaßen
zwar, gewissermaßen aber nicht. Was es
nämlich der Wirklichkeit nach ist, kann es nicht, was
aber der Möglichkeit nach, kann es. Der stetig sich
Bewegende nämlich durchgeht nebenbei Unbegrenztes,
schlechthin aber nicht; denn beiläufig hat die
Linie unbegrenzt viele Hälften. Ihr Wesen aber ist ein
anderes und ihr Sein. Klar aber ist auch, daß, wenn
man nicht den Punct der Zeit, der das Vor und Nach...
...egrenztes,
schlechthin aber nicht; denn beiläufig hat die
Linie unbegrenzt viele Hälften. Ihr Wesen aber ist ein
anderes und ihr Sein. Klar aber ist auch, daß, wenn
man nicht den Punct der Zeit, der das Vor und Nach
theilt, stets zu dem Nachfolgenden rechnet, das Nämliche
zugleich Seiendes und Nichtseiendes sein wird,
und wenn es geworden ist, nicht sein. Der Punct nun
ist beiden gemein, dem Vorhergehenden und dem
Nachfolgenden, und Eines und dasselbe an Zahl; dem
Begriffe nach aber nicht Dasselbe. Von dem Einen
nämlich ist er Ende, von dem Andern Anfang. In der
Sache aber gehört er stets dem nachfolgenden Zustande
an. Es sei eine Zeit A C B, und ein Ding D. Dieses
in der Zeit A weiß, in der B aber nicht weiß. In der C
also weiß und nicht weiß. In jedem Theile von A nämlich
nennt man es mit Wahrheit weiß, wenn es diese
ganze Zeit hindurch weiß i...
...n es mit Wahrheit weiß, wenn es diese
ganze Zeit hindurch weiß ist, und in der B nicht weiß.
Das C aber ist in beiden. Also ist nicht zuzugeben, in
der ganzen; sondern ausgenommen dem letzten Jetzt,
welches C ist. Dieß aber ist schon das nachfolgende.
Und wenn es nicht weiß ward, und wenn das Weiß
verging in der ganzen A, so ward oder verging es in
dem C. Also wird es weiß oder nicht weiß zuerst in
jenem mit Recht genannt, oder es wird, wenn es geworden
ist, nicht sein, und wenn es untergeg...
...es weiß oder nicht weiß zuerst in
jenem mit Recht genannt, oder es wird, wenn es geworden
ist, nicht sein, und wenn es untergegangen ist,
sein, oder es muß zugleich weiß und nicht weiß,
seiend und nichtseiend sein. Wenn aber, was vorher
Nichtseiendes war, zum Seienden werden muß, und
indem es wird, nicht ist: so kann nicht in untheilbare
Zeiten getheilt werden die Zeit. Wenn nämlich in der
Zeit A das D weiß ward, so ist es geworden zugleich
und ist in einer andern untheilbaren, aber daran grenzenden
Zeit, in dem B. Wenn es nun in dem A ward,
und nicht war, in dem B aber ist, so muß ein Werden
dazwischen sein. Also war auch ein Zeit, in der es
ward. - Nicht dieselbe nämlich wird die Rede derer
sein, welche nicht Untheilbares annehmen: sond...
...n sein. Also war auch ein Zeit, in der es
ward. - Nicht dieselbe nämlich wird die Rede derer
sein, welche nicht Untheilbares annehmen: sondern in
dem letzten Puncte derselben Zeit, in der es ward, ist
es geworden und ist es, welcher nichts anstoßendes,
noch der Reihe nach folgendes hat. Giebt es aber untheilbare
Zeiten, so folgen sie in der Reihe. Man sieht,
also, daß, es in der ganzen Zeit A ward, nicht länger
ist die Zeit, in welcher es ward und geworden ist, als
die ganze, in welcher es ward. Die Beweisführungen
nun, ...
... in welcher es ward und geworden ist, als
die ganze, in welcher es ward. Die Beweisführungen
nun, die man als eigenthümlich gehörige ansehen
kann, sind diese und ähnliche. Betrachtet man es aber
nur nach dem Begriffe, so kann auch aus diesem Folgenden
das nämliche sich zu ergeben scheinen. Alles
nämlich, was stetig sich bewegt, dafern es von nichts
herausgestoßen wird, bewegt sich, wohin es durch
seine Bewegung gelangt, dahin auch vorher. Z.B.
wenn es auf B kommt, so bewegte es sich auch na...
...Linie. Zugleich aber geht es auch aus dem
heraus, worin es nicht ist. Ist nun dieß unmöglich, so
muß es stillstehen auf C. Nicht also ist Eine die Bewegung.
Denn die durch Stillstehen unterbrochen
wird, ist nicht Eine.
Ferner fällt auch aus Folgendem ein allgemeineres
Licht auf alle Bewegung. Wenn nämlich alles sich
Bewegende eine der genannten Bewegungen erfährt,
so ruht es auch auf eine der entgegenstehenden Arten.
Denn nicht gab es eine andere außer diesen. Was aber
nicht stets in der nämlichen Bewegung sich bewegt,
(ich meine aber, welche verschieden sind der Art
nach, und nicht, wenn vielleicht etwas Theil ist der
ganzen); so muß es zuvor erfah...
...gt, und dennoch diese Bewegung erfahren soll,
so muß es zuvor ruhen auf C. Dieß nämlich war die
Ruhe, die der Bewegung von C aus entgegengesetzt
ist. Es erhellt sonach aus dem Gesagten, daß nicht
stetig ist die Bewegung. - Ferner gehört auch Folgendes
noch eigenthümlicher zu dem Gesagten. Zugleich
nämlich ist untergegangen das Nichtweiß, und entstanden
das Weiß. Wenn nun stetig ist die Umbildung
in Weiß und aus Weiß, und es nicht eine Zeitlang stehen
bleibt: so ist zugleich untergegangen da...
...und stetige sein. Denn nichts unmögliches folgt
daraus. Was nämlich aus A sich bewegt, wird zugleich
nach A sich bewegen in dem nämlichen Umlauf.
Wohin nämlich es kommen soll, dahin bewegt es
sich auch. Aber nicht zugleich wird es die zuwiderlaufenden
oder die entgegengesetzten Bewegungen erfahren.
Denn nicht ist allemal die von diesem der in dieses
zuwiderlaufend noch entgegengesetzt. Sondern
zuwiderlaufend, die auf gerader Linie. Diese nämlich
hat eine zuwiderlaufende dem Raume nach; z.B. die
nach dem Durchmesser. Diese nämlich hat am meisten
von einander abstehende Puncte. Entgegengesetzt
aber ist die nach der nämlichen Länge. - Also hindert
nichts, daß die Bewegung stetig sei und durch keine
Zeit unterbrochen werde. - Die Bewegung im Kreise
nämlich ist die von sich zu selbst; die in gerader Linie
aber vo...
...einem Halbkreis, noch
in irgend einem andern Bogen eine stetige Bewegung
geschehen. Denn mehrmals muß hier auf dem Nämlichen
die Bewegung geschehen, und die entgegengesetzten
Uebergänge vorkommen. Nicht nämlich verknüpft
sie mit dem Anfange das Ende. Die des Kreises
aber verknüpft beides, und ist allein vollkommen.
- Ersichtlich aber ist aus dieser Eintheilung, daß
auch die anderen Bewegungen nicht stetig sein können.
Denn in allen geschieht es, daß durch das Nämliche
mehrmals die Bewegung...
...ser Eintheilung, daß
auch die anderen Bewegungen nicht stetig sein können.
Denn in allen geschieht es, daß durch das Nämliche
mehrmals die Bewegung geht, z.B. in der Umbildung
durch das was dazwischen ist, und in der Größe,
die in der Mitte liegenden Ausdehnungen; und in Entstehung
und Untergang eben so. Denn es kommt
nichts darauf an, wenig aber viel zu setzten, worin der
Uebergang geschieht; noch dazwischen hinzuzusetzen
etwas oder hinwegzunehmen. Auf beiderlei Weise
nämlich geschieht es... | | |
| | Die untertaenigen Landschaften bis zu der Gracchenzeit -> | ...Beispiel Clupea ihn zurueckschlug und
er von Hippon Diarrhytos, nachdem er den ganzen Sommer davor verloren hatte und
das Belagerungsgeraet ihm zweimal verbrannt worden war, schimpflich abziehen
musste. Neapolis ward zwar genommen; aber die Pluenderung der Stadt gegen das
gegebene Ehrenwort war auch dem Fortgang der roemischen Waffen nicht sonderlich
guenstig. Der Mut der Karthager stieg. Ein numidischer Scheik Bithyas ging mit
800 Pferden zu ihnen ueber; karthagische Gesandte konnten es...
...hen Massregel, dem einzigen Mann, der bis jetzt von den libyschen
Feldern Ehre heimgebracht hatte und den sein Name selbst fuer diesen Krieg
empfahl, dem Scipio, statt der Aedilitaet, um die er eben sich bewarb, mit
Beseitigung der entgegenstehenden Gesetze vor der Zeit das Konsulat und durch
besonderen Beschluss die Fuehrung des Afrikanischen Krieges zu uebertragen. Er
traf (607 147) in Utica in einem Augenblick ein, wo viel auf dem Spiel stand.
Der roemische Admiral Mancinus, von Piso ...
...o die Lage der Dinge. Kaum angekommen, entsandte
er die mitgebrachte Mannschaft und die Miliz von Utica zu Schiff nach dem
bedrohten Punkt, und es gelang, dessen Besatzung zu retten und die Klippe selbst
zu behaupten. Nachdem diese Gefahr abgewendet schien, begab der Feldherr sich in
das Lager Pisos, um das Heer zu uebernehmen und nach Karthago zurueckzufuehren.
Hasdrubal aber und Bithyas benutzten seine Abwesenheit, um ihr Lager unmittelbar
an die Stadt zu ruecken und den Angriff auf di...
...rschien Scipio mit dem Vortrab der Hauptarmee
zeitig genug, um dem Posten abermals Beistand zu leisten. Danach begann von
neuem und ernstlicher die Belagerung. Vor allen Dingen saeuberte Scipio das
Lager von der Masse des Trosses und der Marketender und zog die erschlafften
Zuegel der Disziplin wieder mit Strenge an. Bald nahmen auch die militaerischen
Operationen einen lebhafteren Gang. Bei einem naechtlichen Angriff auf die
Aussenstadt gelangten von einem Turme aus, der den Mauern an H...
...
denselben stand, die Roemer auf die Zinnen und oeffneten ein Pfoertchen, durch
das das ganze Heer eindrang. Die Karthager gaben die Aussenstadt und das Lager
vor den Toren auf und uebertrugen den Oberbefehl ueber die auf 30000 Mann sich
belaufende staedtische Besatzung an Hasdrubal. Der neue Kommandant bewies seine
Energie zuvoerderst dadurch, dass er saemtliche roemische Gefangenen auf die
Mauerzinnen bringen und sie vor den Augen des Belagerungsheeres nach grausamen
Martern in die Tie...
...auptquartier auf dem Erdruecken, durch den die karthagische Halbinsel mit
dem Festland zusammenhaengt, und schlug hier trotz der vielfachen Versuche der
Karthager, den Bau zu stoeren, ein grosses, diesen Ruecken in seiner ganzen
Breite schliessendes Lager, das die Stadt nach der Landseite hin vollstaendig
absperrte. Indes liefen noch immer Proviantschiffe in den Hafen ein, teils
kuehne Kauffahrer, die der hohe Gewinn lockte, teils Schiffe des Bithyas, der
von Nepheris am Ende des Tunesischen Sees aus jeden guenstigen Fahrwind
benutzte, um Lebensmittel nach der Stadt zu bringen; wie auch daselbst die
Buergerschaft schon litt, die Besatzung war noch hinreichend versorgt. Scipio
zog deshalb von der Landzunge zwischen ...
...ewannen sie Zeit, die Bresche zu schliessen. Scipio stellte indes die Maschinen
wieder her und schoss die Holztuerme der Feinde in Brand, wodurch er den Kai und
damit den Aussenhafen in seine Gewalt bekam. Ein der Stadtmauer an Hoehe
gleichkommender Wall wurde hier aufgefuehrt, und es war jetzt endlich die Stadt
von der Land- wie von der Seeseite vollstaendig abgesperrt, da man nur durch den
aeusseren in den inneren Hafen gelangte. Um die Blockade vollstaendig zu
sichern, liess Scipio da...
...slist ward es erobert und
die ganze dort versammelte zahllose Menschenmasse getoetet oder gefangen.
Darueber war der Winter herangekommen, und Scipio stellte die Operationen ein,
es dem Hunger und den Seuchen ueberlassend, das Begonnene zu vollenden. Wie
furchtbar die Gewaltigen des Herrn inzwischen an dem Vernichtungswerk gearbeitet
hatten, waehrend Hasdrubal freilich fortfuhr zu prahlen und zu prassen, zeigte
sich, so wie im Fruehling 608 (146) das roemische Heer zum Angriff gegen die ...
...Vernichtungswerk gearbeitet
hatten, waehrend Hasdrubal freilich fortfuhr zu prahlen und zu prassen, zeigte
sich, so wie im Fruehling 608 (146) das roemische Heer zum Angriff gegen die
innere Stadt ueberging. Hasdrubal liess den Aussenhafen anzuenden und machte
sich bereit, den auf den Kothon erwarteten Sturm abzuschlagen; aber Laelius
gelang es, weiter aufwaerts die von der ausgehungerten Besatzung kaum noch
verteidigte Mauer zu uebersteigen und so bis an den inneren Hafen vorzudringen. ...
...turm abzuschlagen; aber Laelius
gelang es, weiter aufwaerts die von der ausgehungerten Besatzung kaum noch
verteidigte Mauer zu uebersteigen und so bis an den inneren Hafen vorzudringen.
Die Stadt war erobert, aber der Kampf noch keineswegs zu Ende. Die Angreifer
besetzten den an den kleinen Hafen anstossenden Markt und drangen in den drei
schmalen, von diesem nach der Burg zu fuehrenden Strassen langsam vor - langsam,
denn von den gewaltigen bis zu sechs Stockwerken hohen Haeusern musste eines
nach dem andern erstuermt werden; auf den Daechern oder auf ueber die Strasse
gelegten Balken drang der Soldat von einem dieser festu...
... zu sechs Stockwerken hohen Haeusern musste eines
nach dem andern erstuermt werden; auf den Daechern oder auf ueber die Strasse
gelegten Balken drang der Soldat von einem dieser festungsaehnlichen Gebaeude in
das benachbarte oder gegenueberstehende vor und stiess nieder, was darin ihm
vorkam. So verflossen sechs Tage, schreckliche fuer die Bewohner der Stadt und
auch fuer die Angreifer voll Not und Gefahr; endlich langte man vor dem steilen
Burgfelsen an, auf den sich Hasdrubal und die n...
...e Angreifer voll Not und Gefahr; endlich langte man vor dem steilen
Burgfelsen an, auf den sich Hasdrubal und die noch uebrige Mannschaft
zurueckgezogen hatten. Um einen breiteren Aufweg zu bekommen, befahl Scipio, die
eroberten Strassen anzuzuenden und den Schutt zu planieren, bei welcher
Veranlassung eine Menge in den Haeusern versteckter kampfunfaehiger Personen
elend umkamen. Da endlich bat der auf der Burg zusammengedraengte Rest der
Bevoelkerung um Gnade. Das nackte Leben ward ihne...
...ten sich in den Tempel des Heilgottes geworfen: fuer sie, fuer die
desertierten Soldaten wie fuer den Moerder der roemischen Gefangenen, gab es
keinen Vertrag. Aber als nun, dem Hunger erliegend, die entschlossensten unter
ihnen den Tempel anzuendeten, ertrug Hasdrubal es nicht, dem Tode ins Auge zu
sehen; einzeln entrann er zu dem Sieger und bat kniefaellig um sein Leben. Es
ward ihm gewaehrt; aber wie seine Gattin, die mit ihren Kindern unter den
uebrigen auf dem Tempeldach sich befand...
...ig um sein Leben. Es
ward ihm gewaehrt; aber wie seine Gattin, die mit ihren Kindern unter den
uebrigen auf dem Tempeldach sich befand, ihn zu den Fuessen Scipios erblickte,
schwoll ihr das stolze Herz ueber diese Schaendung der teuren untergehenden
Heimat und den Gemahl mit bitteren Worten erinnernd, seines Lebens sorglich zu
schonen, stuerzte sie erst die Soehne und dann sich selber in die Flammen. Der
Kampf war zu Ende. Der Jubel im Lager wie in Rom war grenzenlos; nur die
Edelsten des Volkes schaemten im stillen sich der neuesten Grosstat der Nation.
Die Gefangenen wurden groesstenteils zu Sklaven verkauft; einzelne liess man im
Kerker verkommen; die vorneh...
...
Kerker verkommen; die vornehmsten, Bithyas und Hasdrubal, wurden als roemische
Staatsgefangene in Italien interniert und leidlich behandelt. Das bewegliche
Gut, soweit es nicht Gold und Silber war oder Weihgeschenk, ward den Soldaten
zur Pluenderung preisgegeben; von den Tempelschaetzen ward die in besseren
Zeiten von Karthago aus den sizilischen Staedten weggefuehrte Beute diesen
zurueckgestellt, wie zum Beispiel der Stier des Phalaris den Akragantinern; das
uebrige, fiel an den roem...
...tadt Karthago und die Aussenstadt Magalia
dem Boden gleich zu machen, desgleichen alle Ortschaften, die es bis zuletzt mit
Karthago gehalten; sodann ueber den Boden Karthagos den Pflug zu fuehren, um der
Existenz der Stadt in Form Rechtens ein Ende zu machen, und Grund und Boden auf
ewige Zeiten zu verwuenschen, also dass weder Haus noch Kornfeld je dort
entstehen moege. Es geschah wie befohlen war. Siebzehn Tage brannten die Ruinen;
als vor kurzem die Ueberreste der karthagischen Stadtm...
...ernen Herren. Scipio aber,
den die Natur zu einer edleren als zu dieser Henkerrolle bestimmt hatte, sah
schaudernd auf sein eigenes Werk, und statt der Siegesfreude erfasste den Sieger
selber die Ahnung der solcher Untat unausbleiblich nachfolgenden Vergeltung.
Es blieb noch uebrig, fuer die kuenftige Organisation der Landschaft die
Einrichtungen zu treffen. Die fruehere Weise, mit den gewonnenen ueberseeischen
Besitzungen die Bundesgenossen zu belehnen, ward nicht ferner beliebt. Micipsa...
...tstadt zu erhalten, ward fuer
immer vereitelt; dafuer verehrte ihnen der Senat die karthagischen
Buechersammlungen. Die karthagische Landschaft, wie die Stadt sie zuletzt
besessen hatte, das heisst der schmale, Sizilien zunaechst gegenueberliegende
Kuestenstrich von Afrika, vom Tuscafluss (bei Thabzaca) bis Thaenae (der Insel
Kerkena gegenueber), ward eine roemische Provinz. Im Binnenland, wo die
uebergriffe Massinissas die karthagische Herrschaft fortwaehrend weiter
beschraenkt hatten...
... weiter
beschraenkt hatten und schon Bulla, Zama, Aquae den Koenigen gehoerten, blieb
den Numidiern, was sie besassen. Allein die sorgfaeltige Regulierung der Grenze
zwischen der roemischen Provinz und dem auf drei Seiten dieselbe
einschliessenden numidischen Koenigreich zeugte davon, dass Rom gegen sich
keineswegs dulden werde, was es gegen Karthago verstattet hatte; wogegen der
Name der neuen Provinz, Africa, andererseits darauf hinzudeuten schien, dass Rom
die gegenwaertig abgesteck...
...ig abgesteckte Grenze durchaus nicht als eine definitive
betrachte. Die Oberverwaltung der neuen Provinz uebernahm ein roemischer
Statthalter, dessen Sitz Utica wurde. Einer regelmaessigen Grenzverteidigung
bedurfte dieselbe nicht, da das verbuendete Numidische Reich sie ueberall von
den Bewohnern der Wueste schied. Hinsichtlich der Abgaben verfuhr man im ganzen
mit Milde. Diejenigen Gemeinden, die seit Anfang des Krieges auf seiten der
Roemer gestanden hatten - es waren dies nur die See...
...f seiten der
Roemer gestanden hatten - es waren dies nur die Seestaedte Utica, Hadrumetum,
Klein-Leptis, Thapsus, Achulla, Usalis und die Binnenstadt Theudalis -,
behielten ihre Mark und wurden Freistaedte; dasselbe Recht empfing die
neugegruendete Gemeinde der Ueberlaeufer. Das Stadtgebiet Karthagos, mit
Ausnahme eines an Utica verschenkten Striches, und das der uebrigen zerstoerten
Ortschaften ward roemisches Domanialland, welches man durch Verpachtung
verwertete. Die uebrigen Ortsch...
...inige Maenner, die dem Adramytener glaubten oder zu glauben vorgaben
und den Koenig bestuermten, den Prinzen entweder in sein angeerbtes Reich
wiedereinzusetzen oder ihm die Krone Syriens abzutreten; worauf Demetrios, um
dem tollen Treiben ein Ende zu machen, den Praetendenten festnahm und den
Roemern zuschickte. Indes der Senat achtete des Menschen so wenig, dass er ihn
in einer italischen Stadt konfinierte, ohne ihn auch nur ernstlich bewachen zu
lassen. So war er nach Milet entflohen, wo die staedtischen Beho...
...r Andriskos
sei, so war man doch in Makedonien der Koenigsherrschaft zu sehr gewohnt, um
nicht mit der Legitimitaetsfrage sich rasch abzufinden und gern in das alte
Gleis wiedereinzulenken. Schon kamen Boten von den Thessalern, dass der
Praetendent in ihr Gebiet eingerueckt sei; der roemische Kommissar Nasica, der
in der Erwartung, dass das erste ernste Wort dem toerichten Beginnen ein Ende
machen werde, vom Senat ohne Soldaten nach Makedonien gesandt worden war, musste
die achaeische und pergamenische Mannschaft aufbieten und mit den Achaeern
Thessalien gegen die Uebermacht, soweit es anging, schirmen, bis (605? 149) der
Praet...
...und drang, unterstuetzt durch
die pergamenische Flotte, in Makedonien ein. Zwar behielten in dem ersten
Reitergefecht die Makedonier die Oberhand; allein bald traten Spaltungen und
Desertionen im makedonischen Heer ein, und der Fehler des Praetendenten, sein
Heer zu teilen und die eine Haelfte nach Thessalien zu detachieren, verschaffte
den Roemern einen leichten und entscheidenden Sieg (606 148). Philippos
fluechtete nach Thrakien zu dem Haeuptling Byzes, wohin Metellus ihm folgte und
nach einem zweiten Sieg seine Auslieferung erlangte.
Die vier makedonischen Eidgenossenschaften hatten sich dem Praetendenten
nicht freiwillig unterworfen, sondern waren lediglich der Gewalt gewichen. Nach
der bisher befolgten Politik lag also kein Grund vor, den Makedoniern den
Schatten von Selbstaendigkeit zu nehmen, den die Schlacht von Pydna ihnen noch
gela...
...men, den die Schlacht von Pydna ihnen noch
gelassen hatte; dennoch wurde das Reich Alexanders jetzt auf Befehl des Senats
von Metellus in eine roemische Provinz verwandelt. Sehr deutlich ward es hier,
dass die roemische Regierung ihr System geaendert und das Klientel- durch das
Untertanenverhaeltnis zu ersetzen beschlossen hatte; und darum wurde die
Einziehung der vier makedonischen Eidgenossenschaften in dem ganzen Kreise der
Klientelstaaten als ein gegen alle gerichteter Schlag empfund...
...te ein anderer angeblicher Perseussohn, Alexander, am Nestos
(Karasu) die Fahne der Insurrektion auf und hatte in kurzer Zeit 1600 Mann
vereinigt; allein der Quaestor Lucius Tremellius ward des Aufstandes ohne Muehe
Herr und verfolgte den fliehenden Praetendenten bis nach Dardanien (612 142).
Dies aber ist auch die letzte Regung des stolzen makedonischen Nationalsinns,
der zwei Jahrhunderte zuvor in Hellas und Asien so grosse Dinge vollbracht
hatte; seitdem ist von den Makedoniern kaum etwas andere...
... die Roemer, denen die Verteidigung der makedonischen Nord-
und Ostgrenzen, das heisst der Grenze der hellenischen Zivilisation gegen die
Barbaren, oblag. Sie ward von ihnen mit unzulaenglichen Streitkraeften und im
ganzen nicht mit der gebuehrenden Energie gefuehrt; doch ist zunaechst fuer
diesen militaerischen Zweck die grosse Egnatische Chaussee angelegt worden,
welche schon zu Polybios' Zeit von den beiden Haupthaefen an der Westkueste,
Apollonia und Dyrrhachion, quer durch das Binne... | | |
| | Neuntes Kapitel: Im Dom -> | ... irgend jemandem von ihnen, so viele ich schon kenne. Mit dir kann ich offen reden.« »Täusche dich nicht«, sagte der Geistliche. »Worin sollte ich mich denn täuschen?« fragte K. »In dem Gericht täuschst du dich«, sagte der Geistliche, »in den einleitenden Schriften zum Gesetz heißt es von dieser Täuschung: Vor dem Gesetz steht ein Türhüter. Zu diesem Türhüter kommt ein Mann vom Lande und bittet um Eintritt in das Gesetz. Aber der Türhüter sagt, daß er ihm jetzt den Eintritt nicht gewähren könne. Der...
...Heimat aus und nach vielem anderen, es sind aber teilnahmslose Fragen, wie sie große Herren stellen, und zum Schlusse sagt er ihm immer wieder, daß er ihn noch nicht einlassen könne. Der Mann, der sich für seine Reise mit vielem ausgerüstet hat, verwendet alles, und sei es noch so wertvoll, um den Türhüter zu bestechen. Dieser nimmt zwar alles an, aber sagt dabei: ›Ich nehme es nur an, damit du nicht glaubst, etwas versäumt zu haben.‹ Während der vielen Jahre beobachtet der Mann den Türhüter fast un...
...aus der Türe des Gesetzes bricht. Nun lebt er nicht mehr lange. Vor seinem Tode sammeln sich in seinem Kopfe alle Erfahrungen der ganzen Zeit zu einer Frage, die er bisher an den Türhüter noch nicht gestellt hat. Er winkt ihm zu, da er seinen erstarrenden Körper nicht mehr aufrichten kann. Der Türhüter muß sich tief zu ihm hinunterneigen, denn die Größenunterschiede haben sich sehr zuungunsten des Mannes verändert. ›Was willst du denn jetzt noch wissen?‹ fragt der Türhüter, ›du bist unersättlich.‹
...
... du denn jetzt noch wissen?‹ fragt der Türhüter, ›du bist unersättlich.‹
›Alle streben doch nach dem Gesetz‹, sagt der Mann, ›wie kommt es, daß in den vielen Jahren niemand außer mir Einlaß verlangt hat?‹ Der Türhüter erkennt, daß der Mann schon am Ende ist, und um sein vergehendes Gehör noch zu erreichen, brüllt er ihn an: ›Hier konnte niemand sonst Einlaß erhalten, denn dieser Eingang war nur für dich bestimmt. Ich gehe jetzt und schließe ihn.‹«
»Der Türhüter hat also den Mann getäuscht«, sagte K. sofort, von der Geschicht...
...stliche, »übernimm nicht die fremde Meinung ungeprüft. Ich habe dir die Geschichte im Wortlaut der Schrift erzählt. Von Täuschung steht darin nichts.« »Es ist aber klar«, sagte K., »und deine erste Deutung war ganz richtig. Der Türhüter hat die erlösende Mitteilung erst dann gemacht, als sie dem Manne nicht mehr helfen konnte.« »Er wurde nicht früher gefragt«, sagte der Geistliche, »bedenke auch, daß er nur Türhüter war, und als solcher hat er seine Pflicht erfüllt.« »Warum glaubst du, daß er seine ...
...t war, hätte er einlassen müssen.« »Du hast nicht genug Achtung vor der Schrift und veränderst die Geschichte«, sagte der Geistliche. »Die Geschichte enthält über den Einlaß ins Gesetz zwei wichtige Erklärungen des Türhüters, eine am Anfang, eine am Ende. Die eine Stelle lautet: daß er ihm jetzt den Eintritt nicht gewähren könne, und die andere: dieser Eingang war nur für dich bestimmt. Bestände zwischen diesen beiden Erklärungen ein Widerspruch, dann hättest du recht, und der Türhüter hätte den Man...
...Mitleids schließen. Nicht jeder Türhüter hätte so gehandelt. Und schließlich beugt er sich noch auf einen Wink hin tief zu dem Mann hinab, um ihm Gelegenheit zur letzten Frage zu geben. Nur eine schwache Ungeduld - der Türhüter weiß ja, daß alles zu Ende ist - spricht sich in den Worten aus: ›Du bist unersättlich.‹ Manche gehen sogar in dieser Art der Erklärung noch weiter und meinen, die Worte ›Du bist unersättlich‹ drücken eine Art freundschaftlicher Bewunderung aus, die allerdings von Herablassun...
... zuviel auf Meinungen achten. Die Schrift ist unveränderlich und die Meinungen sind oft nur ein Ausdruck der Verzweiflung darüber. In diesem Falle gibt es sogar eine Meinung, nach welcher gerade der Türhüter der Getäuschte ist.« »Das ist eine weitgehende Meinung«, sagte K. »Wie wird sie begründet?« »Die Begründung«, antwortete der Geistliche, »geht von der Einfalt des Türhüters aus. Man sagt, daß er das Innere des Gesetzes nicht kennt, sondern nur den Weg, den er vor dem Eingang immer wieder abgehen...
...eistet hat, denn es wird gesagt, daß ein Mann kommt, also jemand im Mannesalter, daß also der Türhüter lange warten mußte, ehe sich sein Zweck erfüllte, und zwar so lange warten mußte, als es dem Mann beliebte, der doch freiwillig kam. Aber auch das Ende des Dienstes wird durch das Lebensende des Mannes bestimmt, bis zum Ende also bleibt er ihm untergeordnet. Und immer wieder wird betont, daß von alledem der Türhüter nichts zu wissen scheint. Daran wird aber nichts Auffälliges gesehen, denn nach dieser Meinung befindet sich der Türhüter noch in einer viel schwereren Täus...
... wird, nur eine Antwort geben oder seine Dienstpflicht betonen oder den Mann noch im letzten Augenblick in Reue und Trauer setzen will. Darin aber sind viele einig, daß er das Tor nicht wird schließen können. Sie glauben sogar, daß er, wenigstens am Ende, auch in seinem Wissen dem Manne untergeordnet ist, denn dieser sieht den Glanz, der aus dem Eingang des Gesetzes bricht, während der Türhüter als solcher wohl mit dem Rücken zum Eingang steht und auch durch keine Äußerung zeigt, daß er eine Verände... | | |
| | Neuntes Capitel | ...s Unmögliche. Zu
durchgehen aber die unbegrenzte Linie ist unmöglich.
Die Bewegung aber auf der begrenzten Geraden durch
Umlenken zwar ist zusammengesetzt, und vielmehr
zwei Bewegungen; ohne Umlenken aber, unvollständig
und vergänglich. Vorangehende aber sowohl der
Natur, als dem Begriffe, als auch der Zeit nach, ist
das Vollkommene vor dem Unvollkommnen, und vor
dem Vergänglichen das Unvergängliche. Und vorangehend
ist, die ewig sein kann vor der, die es nicht
kann. Die im Kreise nun kann...
...treten; wenn aber
Stillstand, so ist verschwunden die Bewegung.
Folgerecht aber ergab es sich, daß die im Kreise
eine einige sei und stetige, und nicht die auf gerader
Linie. Denn von der geradlinigen ist bestimmt sowohl
Anfang, als Mittel, als Ende, und alles hat sie in sich.
Also giebt es etwas, wovon die Bewegung beginnt,
und worin sie endet. Denn bei den Grenzen ruht
Alles, sowohl woher als wohin. Bei der Kreisbewegung
aber ist dieß unbestimmt. Denn warum sollte irgend
etwas vorzugweise Grenze sein in dieser Linie?
Auf gleiche Weise nämlich ist jedes sowohl Anfang,
als Mitte, als...
.... Denn bei den Grenzen ruht
Alles, sowohl woher als wohin. Bei der Kreisbewegung
aber ist dieß unbestimmt. Denn warum sollte irgend
etwas vorzugweise Grenze sein in dieser Linie?
Auf gleiche Weise nämlich ist jedes sowohl Anfang,
als Mitte, als Ende: so daß stets etwas ist am Anfang
und am Ende, und niemals. Darum bewegt sich und
ruht auf gewisse Art die Kugel: denselben Raum nämlich
nimmt sie ein. Grund aber ist, daß alles dieses
dem Mittelpuncte anhängt; denn sowohl Anfang, als
Mitte der Ausdehnung, als auch Ende ist er. Also weil
dieser außerhalb des Umkreises ist, so giebt es keinen
Ort, wo das Bewegte ruhen kann, als sei es hindurchgekommen.
Denn stets bewegt es sich um die Mitte,
aber nicht nach dem Letzten. Darum steht still und
ruht gewissermaßen ...
... sein. Denn Alles wird
gemessen durch das Erste. Und weil er Erstes ist, ist
er Maß der anderen. - Ferner auch gleichmäßig kann
allein die im Kreise sein. Das nämlich auf gerader
Linie bewegt sich ungleichmäßig von dem Anfange
aus, und nach dem Ende hin. Denn Alles, je weiter es
sich entfernt von dem Ruhenden, desto schneller bewegt
es sich. Von der aber im Kreise allein ist weder
der Anfang noch das Ende in ihr enthalten; sondern
außer ihr.
Daß nun die Bewegung im Raume erste der Bewegungen
ist, bezeugen Alle, welche der Bewegung gedacht
haben. Die Anfänge nämlich derselben schreiben
sie demjenigen zu, was eine solche Bewegung
hervorruft. Sche...
...chlechthin sich bewege aber nicht. - Daß nun immer
Bewegung war, und sein wird alle Zeit hindurch, und
welches Anfang der ewigen Bewegung, ferner, welches
erste Bewegung ist, und welche Bewegung allein
nur ewig sein kann, und daß das zuerst Bewegende
ein Unbewegliches, ist gesagt worden. | | |
| | Der Schut -> | ...r Ort, an welchem das Verderben wartet,« meinte der Khandschy. »Herr, untersuche
den Steg genau!«
»Gebt die Stricke her!«
Wir knoteten die vier Stricke, welche sie mitgebracht hatten, einzeln zusammen, nahmen sie dann
doppelt und banden das eine Ende mir, unter den Armen hindurch, um die Brust fest, während das
andere Ende von den Dreien gehalten wurde. Mich niederbückend, so daß die Laterne den Boden
beschien, schritt ich nun, denselben genau untersuchend, vorwärts.
So breit, wie der Spalt war, gab es natürlich keinen festen Boden. Es waren drei starke Balken
hinü...
...nder. In ihrer Mitte trugen sie einen Querbalken, welcher eine bewegliche
Achse bildete, auf welcher der Mittelbalken mit dem Brett lag. Dieser Mittelbalken lag nach dem
Eingang des Stollens hin fest auf der Kante der Spalte auf, an seinem anderen Ende aber jedenfalls
nicht. In Folge dessen konnte man bis zur Mitte des Steges, bis zu der Achse, sicher gehen.
Sobald man aber weiter schritt, neigte sich der vorwärts liegende Theil der Brücke nach dem
Abgrund hinab, während der rückwärts liegende Theil emporstieg; dann mußten Alle, welche sich
auf dem Steg befanden, in die grauenhafte Tiefe stürzen und dort jedenfalls zerschellen.
Daß dieses auch mir geschehen würde, darauf hatte der Alim gerechnet.
Ich wendete mich um und theilte den Dreien dieses Ergebniß meiner Untersuchung mit.
»So können wir also gar nicht hinüber?« fragte der Khandschy.
»O doch, denn der Schut betritt diesen Stollen ja auch. Es muß also eine Vorrichtung geben,
mittelst deren die...
...ebniß meiner Untersuchung mit.
»So können wir also gar nicht hinüber?« fragte der Khandschy.
»O doch, denn der Schut betritt diesen Stollen ja auch. Es muß also eine Vorrichtung geben,
mittelst deren dieser gefährliche Wagebalken an seinen beiden Enden befestigt werden |301A
kann, und wenn nicht an beiden, so doch wenigstens an dem drüben liegenden Ende. Wollen
einmal nachschauen!«
Ich kehrte zurück, und wir forschten nach. Ja, dieser Mittelbalken lag lose auf der Steinkante auf.
Wir hoben sein Ende empor, und die andere Hälfte senkte sich hinab. Wir suchten vergebens nach
einem Loch, Pflock oder Riegel, mittels dessen der Balken hier hüben an den Boden befestigt
werden konnte.
»So muß ich freilich hinüber,« erklärte ich.
»Um Allah's willen...
...tzt.«
Es war mir nicht ganz wohl zu Muth, als ich nun abermals auf dem schmalen Brett über den
Abgrund schritt; aber ich kam wohlbehalten drüben an. Dort sah ich auch sofort beim Licht der
Laterne, auf welche Weise der Steg zu befestigen war. Das Ende des Balkens lag in der Luft - es
erreichte die Kante der Spalte nicht; aber es waren zwei eiserne Ringe in demselben angebracht,
und hüben und drüben hing je eine Kette mit einem Haken an der Wand des Stollens herab. Hakte
man die Ketten in die B... | | |
| | Hamilkar und Hannibal -> | Der Weg über den Kleinen St. Bernhard ist etwas länger; allein nachdem er die erste, das Rhonetal östlich begrenzende Alpenwand überstiegen hat, hält er sich in dem Tale der oberen Isère, das von Grenoble über Chambéry bis hart an den Fuß des Kleinen St. Bernhard, das heißt der Hochalpenkette sich hinzieht und unter allen Alpentälern das breiteste, fruchtbarste und...
...ber zwei Bergkämme führt, ist endlich von den ältesten Zeiten an die große Heerstraße aus dem keltischen in das italische Land gewesen. Die karthagische Armee hatte also in der Tat keine Wahl; es war ein glückliches Zusammentreffen, aber kein bestimmendes Motiv für Hannibal, daß die ihm verbündeten keltischen Stämme in Italien bis an den Kleinen St. Bernhard wohnten, während ihn der Weg über den Mont Genèvre zunächst in das Gebiet der Tauriner geführt haben würde, die seit alten Zeiten mit den Insub...
... Bergland geführt hätte, während die Insel eben und äußerst fruchtbar ist und nur eine einfache Bergwand sie von dem oberen Isèretal scheidet. Der Marsch an der Rhone in und quer durch die Insel bis an den Fuß der Alpenwand war in sechzehn Tagen vollendet; er bot geringe Schwierigkeit und auf der Insel selbst wußte Hannibal durch geschickte Benutzung einer zwischen zwei allobrogischen Häuptlingen ausgebrochenen Fehde sich einen der bedeutendsten derselben zu verpflichten, daß derselbe den Karthagern...
...ß einnahm. So war die Höhe gewonnen; allein auf dem äußerst steilen Weg, der von der Höhe nach dem See von Bourget hinabführt, glitten und stürzten die Maultiere und die Pferde. Die Angriffe, die an geeigneten Stellen von den Kelten auf die marschierende Armee gemacht wurden, waren weniger an sich als durch das in Folge derselben entstehende Getümmel sehr unbequem; und als Hannibal sich mit seinen leichten Truppen von oben herab auf die Allobrogen warf, wurden diese zwar ohne Mühe und mit starkem Verlust den Berg hinuntergejagt, allein die Verwirrung, besonders in dem Train, ward noch e...
...ère verläßt und durch ein enges und schwieriges Defilee an den Bach Reclus hinauf sich zu dem Gipfel des Bernhard emporwindet, erschien auf einmal die Landwehr der Ceutronen teils im Rücken der Armee, teils auf den rechts und links den Paß einschließenden Bergrändern, in der Hoffnung, den Troß und das Gepäck abzuschneiden. Allein Hannibal, dessen sicherer Takt in all jenem Entgegenkommen der Ceutronen nichts gesehen hatte als die Absicht, zugleich Schonung ihres Gebiets und die reiche Beute zu gewin...
... sie, auf den Bergabhängen den Marsch des Fußvolks begleitend, ihm durch geschleuderte oder herabgerollte Steine sehr beträchtlichen Verlust zufügten. An dem "weißen Stein" (noch jetzt la roche blanche), einem hohen, am Fuße des Bernhard einzeln stehenden und den Aufweg auf denselben beherrschenden Kreidefels, lagerte Hannibal mit seinem Fußvolk, den Abzug der die ganze Nacht hindurch mühsam hinaufklimmenden Pferde und Saumtiere zu decken, und erreichte unter beständigen, sehr blutigen Gefechten endlich am folgenden Tage die Paßhöhe. Hier, auf der geschützten Hochebene, die sich um einen kleinen See, die Quelle der Doria, in einer Ausdehnung von etwa 2œ Miglien ausbreitet, ließ er die Armee rasten. Die Entmutigung hatte angefangen, sich der Gemüter der Soldate...
...n Hochebene, die sich um einen kleinen See, die Quelle der Doria, in einer Ausdehnung von etwa 2œ Miglien ausbreitet, ließ er die Armee rasten. Die Entmutigung hatte angefangen, sich der Gemüter der Soldaten zu bemächtigen. Die immer schwieriger werdenden Wege, die zu Ende gehenden Vorräte, die Defileenmärsche unter beständigen Angriffen des unerreichbaren Feindes, die arg gelichteten Reihen, die hoffnungslose Lage der Versprengten und Verwundeten, das nur der Begeisterung des Führers und seiner Nächsten nicht chimärisch ersc...
...rräte, die Defileenmärsche unter beständigen Angriffen des unerreichbaren Feindes, die arg gelichteten Reihen, die hoffnungslose Lage der Versprengten und Verwundeten, das nur der Begeisterung des Führers und seiner Nächsten nicht chimärisch erscheinende Ziel, fingen an, auch auf die afrikanischen und spanischen Veteranen zu wirken. Indes die Zuversicht des Feldherrn blieb sich immer gleich; zahlreiche Versprengte fanden sich wieder ein; die befreundeten Gallier waren nah, die Wasserscheide erreicht...
...teranen zu wirken. Indes die Zuversicht des Feldherrn blieb sich immer gleich; zahlreiche Versprengte fanden sich wieder ein; die befreundeten Gallier waren nah, die Wasserscheide erreicht und der dem Bergwanderer so erfreuliche Blick auf den absteigenden Pfad eröffnet; nach kurzer Rast schickte man mit erneutem Mute zu dem letzten und schwierigsten Unternehmen, dem Hinabmarsch sich an. Von Feinden ward das Heer dabei nicht wesentlich beunruhigt; aber die vorgerückte Jahreszeit - man war schon im An...
...fälle der Anwohner bereitet hatten. Auf dem steilen und schlüpfrigen Berghang längs der Doria, wo der frischgefallene Schnee die Pfade verborgen und verdorben hatte, verirrten und glitten Menschen und Tiere und stürzten in die Abgründe; ja gegen das Ende des ersten Tagemarsches gelangte man an eine Wegstrecke von etwa 200 Schritt Länge, auf welche von den steil darüber hängenden Felsen des Cramont beständig Lawinen hinabstürzen und wo in kalten Sommern der Schnee das ganze Jahr liegt. Das Fußvolk kam hinüber; aber Pferde und Elefanten vermochten die glatten Eismassen, über welche nur eine dünne Decke frischgefallenen Schne...
...fanten vermochten die glatten Eismassen, über welche nur eine dünne Decke frischgefallenen Schnees sich hinzog, nicht zu passieren und mit dem Trosse, der Reiterei und den Elefanten nahm der Feldherr oberhalb der schwierigen Stelle das Lager. Am folgenden Tag bahnten die Reiter durch angestrengtes Schanzen den Weg für Pferde und Saumtiere; allein erst nach einer ferneren dreitägigen Arbeit mit beständiger Ablösung der Hände konnten endlich die halbverhungerten Elefanten hinübergeführt werden. So war...
...zu bedecken" (Polyb. 3, 54); auf dem Wege lag Schnee (Polyb. 3, 55), aber vielleicht größtenteils nicht frisch gefallener, sondern Schnee von herabgestürzten Lawinen. Auf dem Bernhard beginnt der Winter um Michaelis, der Schneefall im September; als Ende August die genannten Engländer den Berg überstiegen, fanden sie fast gar keinen Schnee auf ihrem Wege, aber zu beiden Seiten die Bergabhänge davon bedeckt. Hiernach scheint Hannibal Anfang September auf dem Paß angelangt zu sein; womit auch wohl ver...
...gangs der Plejaden (etwa 26. Oktober); vgl. C. L. Ideler, Lehrbuch der Chronologie. Berlin 1831. Bd. 1, S. 241.
Kam Hannibal neun Tage später, also Mitte September in Italien an, so ist auch Platz für die von da bis zur Schlacht an der Trebia gegen Ende Dezember (περί χειμερινάς τροπάς Polyb. 3, 72) eingetretenen Ereignisse, namentlich die Translokation des nach Afrika bestimmten Heeres von Lilyb^...
...es nach Afrika bestimmten Heeres von Lilybδon nach Placentia. Es paßt dazu ferner, daß in einer Heerversammlung υπό τήν εαρινήν ώραν (Polyb. 3, 34), also gegen Ende Mδrz, der Tag des Abmarsches bekannt gemacht ward und der Marsch fόnf (oder nach App. Hisp. 7, 4 sechs) Monate währte. Wenn also Hannibal Anfang September auf dem Bernhard war, so war er, da er von der Rhone bis dahin 30 Tage gebraucht, an... | | |
| | Regiment und Regierte -> | ...d durch die Ernennung von vier Nebenkonsuln für die vier überseeischen Ämter Sizilien (527 227), Sardinien und Korsika (527 227), das Dies- und das Jenseitige Spanien (557 197). Die allzu summarische Art der römischen Prozeßeinleitung sowie der steigende Einfluß des Büropersonals gehen wohl zum großen Teil zurück auf die materielle Unzulänglichkeit der römischen Magistratur.
Unter den von der Regierung veranlaßten Neuerungen, die darum, weil sie fast durchgängig nicht den Buchstaben, sondern nur di...
...ersonals gehen wohl zum großen Teil zurück auf die materielle Unzulänglichkeit der römischen Magistratur.
Unter den von der Regierung veranlaßten Neuerungen, die darum, weil sie fast durchgängig nicht den Buchstaben, sondern nur die Übung der bestehenden Verfassung ändern, nicht weniger Neuerungen sind, treten am bestimmtesten die Maßregeln hervor, wodurch die Bekleidung der Offiziersstellen wie der bürgerlichen Ämter nicht, wie der Buchstabe der Verfassung es gestattete und deren Geist es forderte...
...auf ihrer politischen Laufbahn hingestellt war, die Dienstpflicht unvermeidlich sehr häufig eludiert und die Offizierswahl abhängig von allen Übelständen des demokratischen Ämterbettels und der aristokratischen Junkerexklusivität. Es war eine schneidende Kritik der neuen Institution, daß bei ernsthaften Kriegen (zum Beispiel 583 171) es notwendig befunden ward, diese demokratische Offizierswahl zu suspendieren und die Ernennung des Stabes wieder dem Feldherrn zu überlassen.
Bei den bürgerlichen Ämt...
...e nicht weiter; wohl aber lag eine fühlbare Steigerung darin, daß das Gesetz hinsichtlich des zehnjährigen Intervalls zwar im Jahre 537 (217) für die Dauer des Krieges in Italien suspendiert, nachher aber davon nicht weiter dispensiert, ja gegen das Ende dieses Zeitabschnitts die Wiederwahl überhaupt schon selten ward. Weiter erging gegen das Ende dieser Periode (574 180) ein Gemeindebeschluß, der die Bewerber um Gemeindeämter verpflichtete, dieselben in einer festen Stufenfolge zu übernehmen und bei jedem gewisse Zwischenzeiten und Altersgrenzen einzuhalten. Die Sitte freilich hatte beides l...
...dliche Beschränkung der Wahlfreiheit, daß die übliche Qualifikation zur rechtlichen erhoben und der Wählerschaft das Recht entzogen ward, in außerordentlichen Fällen sich über jene Erfordernisse wegzusetzen. Überhaupt wurde den Angehörigen der regierenden Familien ohne Unterschied der Tüchtigkeit der Eintritt in den Senat eröffnet, während nicht bloß der ärmeren und geringeren Schichten der Bevölkerung der Eintritt in die regierenden Behörden sich völlig verschloß, sondern auch alle nicht zu der erblichen Aristokratie gehörenden römischen Bürger zwar nicht gerade aus der Kurie, aber wohl von den beiden höchsten Gemeindeämtern, dem Konsulat und der Zensur, tatsächlich ferngehalten wurden. Nach Manius Curius und Gaius Fabricius ist kein nicht der sozialen Aristokratie angehö...
...ist kein nicht der sozialen Aristokratie angehöriger Konsul nachzuweisen und wahrscheinlich überhaupt kein einziger derartiger Fall vorgekommen. Aber auch die Zahl der Geschlechter, die in dem halben Jahrhundert vom Anfang des Hannibalischen bis zum Ende des Perseischen Krieges zum ersten Male in den Konsular- und Zensorenlisten erscheinen, ist äußerst beschränkt; und bei weitem die meisten derselben, wie zum Beispiel die Flaminier, Terentier, Porcier, Acilier, Laelier lassen sich auf Oppositionswah...
...enatorische Aristokratie den Staat nicht zunächst kraft Erbrechts gelenkt hatte, sondern kraft des höchsten aller Vertretungsrechte, des Rechtes der trefflichen gegenüber den gewöhnlichen Männern, so sank sie in dieser Epoche, und namentlich mit reißender Schnelligkeit seit dem Ende des Hannibalischen Krieges, von ihrer ursprünglichen hohen Stellung als dem Inbegriff der in Rat und Tat erprobtesten Männer der Gemeinde herab zu einem durch Erbfolge sich ergänzenden und kollegialisch mißregierenden Herrenstand. Ja, so weit war es in dieser Zeit bereits gekommen, daß aus dem schlimmen Übel der Oligarchie das noch schlimmere der Usurpation der Gewalt durch einzelne Familien sich entwickelte. Von der widerwärtigen Hauspolitik des Siegers von Zam...
...s sechsten Jahrhunderts ausschließlich aus den Patriziern gewählt worden und sind für die sechzehn Jahre 541, 545, 547, 549, 551, 553, 555, 557, 561, 565, 567, 575, 585, 589, 591, 593 bekannt. Diese patrizischen Konsuln und Ädilen verteilen sich folgendermaßen nach den Geschlechtern:
Konsuln 388-500
(366-254):
Konsuln 501-581
(253-173):
Kurulische Ädilen jener
16 patrizische Kollegien
Cornelier
15
15
14
Valerier
10
8
4
Claudier
4
8
2
Aemilier
9
6
2...
... sechzehn hohen Adelsgeschlechter, die zur Zeit der Licinischen Gesetze in der Gemeinde mächtig waren, haben ohne wesentliche Änderung des Bestandes, freilich zum Teil wohl durch Adoption aufrecht erhalten, die nächsten zwei Jahrhunderte, ja bis zum Ende der Republik sich behauptet. Zu dem Kreise der plebejischen Nobilität treten zwar von Zeit zu Zeit neue Geschlechter hinzu; indes auch die alten plebejischen Häuser, wie die Licinier, Fulvier, Atilier, Domitier, Marcier, Junier, herrschen in den Fas... | | |
| | III. Zufall / Bewegung / Unendliches / Veränderung / Räumlichkeit -> | | ...n derselbe Weg,
und doch der Begriff nicht in beiden Fallen
einer und derselbe ist, ganz so ist es auch mit dem
Verhältnis zwischen dem was bewegt und dem was
bewegt wird.
Das Unendliche ist das, bei dem es nicht möglich
ist zu einem Ende zu kommen, entweder weil es seiner
Natur nach ein Ende nicht zuläßt, etwa in dem
Sinne, wie es die Natur des Tones mit sich bringt, daß
man ihn nicht sehen kann, oder es ist das, was nur tatsächlich
immer weiterzugehen gestattet ohne Ende,
oder was zu Ende zu kommen nur in bedingter Weise
gestattet, oder was ein Gelangen ans Ende und eine
Grenze nicht zuläßt, obwohl es eigentlich in seiner
Natur läge, es zuzulassen. Es kann ferner etwas ein
Unendliches sein dadurch, daß es ein immer weiteres
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Wenn die vorhin berührte Beziehung des Organischen auf die elementarische Natur das Wesen desselben nicht ausdrückt, so ist es dagegen in dem Zweckbegriffe enthalten. Diesem beobachtenden Bewußtsein zwar ist er nicht das eigne Wesen des Organischen, sondern fällt ihm außer demselben, und ist dann nur jene äußerliche, teleologische Beziehung. Allein wie vorhin das Organische bestimmt worden, ist es in der Tat der reale Zweck selbst; ...
... Beziehung auf Anderes selbst erhält, ist es eben dasjenige natürliche Wesen, in welchem die Natur sich in den Begriff reflektiert, und die an der Notwendigkeit auseinandergelegten Momente einer Ursache und einer Wirkung, eines Tätigen und eines Leidenden, in eins zusammengenommen; so daß hier etwas nicht nur als Resultat der Notwendigkeit auftritt; sondern, weil es in sich zurückgegangen ist, ist das Letzte oder das Resultat ebensowohl das Erste, welches die Bewegung anfängt, und sich der Zweck, de...
...ls es hervorgebracht wird.
Diese Bestimmung ist, wie sie an sich und wie sie für den Vernunftinstinkt ist, näher zu erörtern, um zu sehen, wie er sich darin findet, sich aber in seinem Funde nicht erkennt. Der Zweckbegriff also, zu dem die beobachtende Vernunft sich erhebt, wie es ihr bewußter Begriff ist, ist ebensosehr als ein Wirkliches vorhanden; und ist nicht nur eine äußere Beziehung desselben, sondern sein Wesen. Dieses Wirkliche, welches selbst ein Zweck ist, bezieht sich zweckmäßig auf An...
...nder. Das Wesen ihrer Beziehung aber ist ein anderes, als sie so zu sein scheinen, und ihr Tun hat einen andern Sinn, als es unmittelbar für das sinnliche Wahrnehmen ist; die Notwendigkeit ist an dem, was geschieht, verborgen, und zeigt sich erst am Ende, aber so, daß eben dies Ende zeigt, daß sie auch das Erste gewesen ist. Das Ende aber zeigt diese Priorität seiner selbst dadurch, daß durch die Veränderung, welche das Tun vorgenommen hat, nichts anders herauskommt, als was schon war. Oder wenn wir vom Ersten anfangen, so geht dieses an seinem Ende oder in dem Resultate seines Tuns nur zu sich selbst zurück; und eben hiedurch erweist es sich, ein solches zu sein, welches sich selbst zu seinem Ende hat, also als Erstes schon zu sich zurückgekommen, oder an und für sich selbst ist. Was es also durch die Bewegung seines Tuns erreicht, ist es selbst; und daß es nur sich selbst erreicht, ist sein Selbstgefühl. Es ist hiemit zwar der Unterschied de...
... Begriff ausdrückt, bleibt ihm ein anderes als dieser Begriff, der Begriff ein anderes als das Ding. So ist das organische Ding für sie nur so Zweck an ihm selbst, daß die Notwendigkeit, welche in seinem Tun als verborgen sich darstellt, indem das Tuende darin als ein gleichgültiges Fürsichseiendes sich verhält, außer dem Organischen selbst fällt. - Da aber das Organische als Zweck an ihm selbst sich nicht anders verhalten kann denn als ein solches, so ist auch dies erscheinend und sinnlich gegenwärtig, daß es Zweck an ihm selbst ist, und es ...
...sche als Zweck an ihm selbst sich nicht anders verhalten kann denn als ein solches, so ist auch dies erscheinend und sinnlich gegenwärtig, daß es Zweck an ihm selbst ist, und es wird so beobachtet. Das Organische zeigt sich als ein sich selbst erhaltendes und in sich zurückkehrendes und zurückgekehrtes. Aber in diesem Sein erkennt dies beobachtende Bewußtsein den Zweckbegriff nicht, oder dies nicht, daß der Zweckbegriff nicht sonst irgendwo in einem Verstande, sondern eben hier existiert, und als ein Ding ist. Es macht einen Unterschied zwischen dem Zweckbegriffe, und zwischen dem Für-sich-sei... | | |
| | Dreizehntes Capitel | Das Jetzt aber ist die Stetigkeit der Zeit; wie gesagt.
Denn es verbindet die Zeit, die vergangene und
die zukünftige, und ist überhaupt Bewegung der Zeit.
Es ist nämlich von der einen Anfang, von der andern
aber Ende. Allein dieses leuchtet nicht wie bei dem
bleibenden Puncte sogleich ein. Es theilt aber auch
der Möglichkeit nach, und, wiefern ein solches, ist
stets ein anderes das Jetzt; wiefern es aber verknüpft,
ist es stets dasselbe. Gleichwie bei den mathematischen
Linien. Denn auch hier ist nicht stets ...
...ute kam. Die Begebenheiten vor Ilion
aber geschehen nicht jetzt, noch war die allgemeine
Ueberschwemmung jetzt. Und doch ist eine stetige
Zeit dahin; aber weil sie nicht nah sind.
Das Einst aber ist eine Zeit, die bestimmt ist gegen
das vorangehende Jetzt: z.B. einst ward Troja genommen,
und einst wird die Ueberschwemmung sein.
Denn es muß begrenzt sein gegen das Jetzt. Sein also
wird eine Zeit von einer bestimmten Größe von diesem
nach jenem, und es war eine nach dem vergangenen.
Giebt es...
...o, oder die nämliche zu wiederholten
malen? Offenbar, wie die Bewegung, so auch die Zeit.
Wenn nämlich eine und dieselbe stattfinden sollte, so
wird auch die Zeit eine und dieselbe sein; wenn aber
nicht, so wird sie es nicht. Weil aber das Jetzt Ende
und Anfang der Zeit, aber nicht der nämlichen, sondern
der vergangenen Ende, Anfang aber der zukünftigen:
so möchte, wie bei dem Kreise in dem Nämlichen
die Wölbung und die Hohlung ist, so auch die
Zeit stets zugleich am Anfang und am Ende sein. Und
darum gilt sie stets für eine andere: denn nicht von der
nämlichen ist sowohl Anfang als auch Ende das Jetzt.
Denn zugleich wären dann, und in demselben Bezuge
die Gegentheile. - Und auch nicht ausgehen wird sie:
denn stets ist sie im Anfange.
Das Gleich aber ist der nahe an dem gegenwärtigen
untheilbaren Jetzt liegende Theil der zukünftigen Zeit.
Wann gehst du? Gleich: weil nahe die Zeit, in der es
geschehen soll. Auch von der vergangenen Zeit, was
nicht fern dem Jetzt ist. Wann wirst du gehen? Ich bin
gleich gegangen. Ilion aber sagen wir nicht daß gleich
er...
...ythagoreer Paron aber die unvernünftige, weil man
in ihr auch vergißt: mit mehrem Rechte. - Es erhellt
also, daß sie von dem Vergehen eher an und für sich
Ursache ist als von dem Entstehen, wie auch zuvor
gesagt: denn herauswerfend aus dem Bestehendem ist
die Veränderung an und für sich selbst. Von dem Entstehen
aber und Sein nebenbei. Ein hinreichender Beweis
hievon ist, daß nichts zwar entsteht ohne eine
gewisse Bewegung und Handlung, vergeht aber auch
ohne alle Bewegung. Und dieß vornehmlich pflegen
wir zu nennen Untergang durch die Zeit. Allein auch
diesen nicht vollbringt die Zeit, sonde... | | |
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