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Schlagwort: Griechisch


Übersicht - a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
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GriechischerGriechischesGriechischsprechen

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Die aeltesten Einwanderungen in Italien ->
...lich beseitigen, sind in den italischen Sprachen wenig beschaedigt erhalten, ja hie und da noch weiter entwickelt worden. Das Zurueckziehen des Akzents und die dadurch hervorgerufene Zerstoerung der Endungen haben die Italiker zwar mit einigen griechischen Staemmen und mit den Etruskern gemein, jedoch in staerkerem Grad als jene, in geringerem als diese angewandt; die unmaessige Zerruettung der Endungen im Umbrischen ist sicher nicht in dem urspruenglichen Sprachgeist begruendet, sondern spa...

...eigen denselben zugleich sprachlich wie geographisch als naechsten Stammverwandten der Griechen; der Grieche und der Italiker sind Brueder, der Kelte, der Deutsche und der Slave ihnen Vettern. Die wesentliche Einheit aller italischen wie aller griechischen Dialekte und Staemme unter sich muss frueh und klar den beiden grossen Nationen selbst aufgegangen sein; denn wir finden in der roemischen Sprache ein uraltes Wort raetselhaften Ursprungs, Graius oder Graicus, das jeden Hellenen bezeichnet...

...prachlichen und der historischen Tatsachen daran keinen Zweifel, dass diese saemtlichen Dialekte dem umbrisch-samnitischen Zweig des grossen italischen Stammes angehoert haben, und dass dieser, obwohl dem lateinischen Stamm weit naeher als dem griechischen verwandt, doch auch wieder von ihm aufs bestimmteste sich unterscheidet. Im Fuerwort und sonst haeufig sagte der Samnite und der Umbrer p, wo der Roemer q sprach - so pis fuer quis; ganz wie sich auch sonst nahverwandte Sprachen scheiden, zu...

...schen Dialekten in vollem Gebrauch blieb; der Dativ des Plural auf bus ist nur im Lateinischen vorhanden. Der umbrisch-samnitische Infinitiv auf um ist den Roemern fremd, waehrend das oskisch-umbrische, von der Wurzel es gebildete Futur nach griechischer Art (her-est wie leg-s/o/) bei den Roemern fast, vielleicht ganz verschollen und ersetzt ist durch den Optativ des einfachen Zeitworts oder durch analoge Bildungen von fuo (ama-bo). In vielen dieser Faelle, zum Beispiel in den Kasusformen, s...

... von fuo (ama-bo). In vielen dieser Faelle, zum Beispiel in den Kasusformen, sind die Unterschiede indes nur vorhanden fuer die beiderseits ausgebildeten Sprachen, waehrend die Anfaenge zusammenfallen. Wenn also die italische Sprache neben der griechischen selbstaendig steht, so verhaelt sich innerhalb jener die lateinische Mundart zu der umbrisch- samnitischen etwa wie die ionische zur dorischen, waehrend sich die Verschiedenheiten des Oskischen und des Umbrischen und der verwandten Dialekte ...

...er Entfaltung noch aus spaeterer Entlehnung erklaerbar sind. So besitzen wir Zeugnisse fuer die Entwicklung des Hirtenlebens in jener fernen Epoche in den unabaenderlich fixierten Namen der zahmen Tiere: sanskritisch gaus ist lateinisch bos, griechisch bo?s; sanskritisch avis ist lateinisch ovis, griechisch ois; sanskritisch a‡vas, lateinisch equus, griechisch ippos; sanskritisch hansas, lateinisch anser, griechisch ch/e/n; sanskritisch atis, griechisch n/e/ssa, lateinisch anas; ebenso sind pecus, sus, porcus, taurus, canis sanskritische Woerter. Also schon in dieser fernsten Epoche hatte der Stamm, auf dem von den Tagen Homers bis auf unsere Zeit die geistige Entwicklung der Menschheit beruh...

...en und war zu einer wenigstens relativen Stetigkeit der Wohnsitze gelangt. Dagegen fehlt es bis jetzt an sicheren Beweisen dafuer, dass schon damals der Acker gebaut worden ist. Die Sprache spricht eher dagegen als dafuer. Unter den lateinisch-griechischen Getreidenamen kehrt keiner wieder im Sanskrit mit einziger Ausnahme von zea, das sprachlich dem sanskritischen yavas entspricht, uebrigens im Indischen die Gerste, im Griechischen den Spelt bezeichnet. Es muss nun freilich zugegeben werden, dass diese von der wesentlichen Uebereinstimmung der Benennungen der Haustiere so scharf abstechende Verschiedenheit in den Namen der Kulturpflanzen eine urspruengliche Gemeinsch...

...amals schon gewesen, was er spaeter den Griechen und Roemern war, so haette er tiefer der Sprache sich eingepraegt, als es geschehen ist. Dagegen zeugen fuer den Haeuser- und Huettenbau der Indogermanen sanskritisch dam(as), lateinisch domus, griechisch domos; sanskritisch ve‡as, lateinisch vicus, griechisch oikos; sanskritisch dvaras, lateinisch fores, griechisch th?ra; ferner fuer den Bau von Ruderbooten die Namen des Nachens - sanskritisch naus, griechisch na?s, lateinisch navis - und des Ruders - sanskritisch aritram, griechisch eretmos, lateinisch remus, tri-res-mis; fuer den Gebrauch der Wagen und die Baendigung der Tiere zum Ziehen und Fahren sanskritisch akshas (Achse und Karren), lateinisch axis, griechisch ax/o/n, am- axa; sanskritisch iugam, lateinisch iugum, griechisch zygon. Auch die Benennungen des Kleides - sanskritisch vastra, lateinisch vestis, griechisch esth/e/s - und des Naehens und Spinnens - sanskritisch siv, lateinisch suo; sanskritisch nah, lateinisch neo, griechisch n/e/th/o/ - sind in allen indogermanischen Sprachen die gleichen. Von der hoeheren Kunst des Webens laesst dies dagegen nicht in gleicher Weise sich sagen ^4. Dagegen ist wieder die Kunde von der Benutzung des Feuers zur Speisenbereitung und d...
Geschichte ->
Theodor Mommsen ->
Roemische Geschichte - 1. Buch ->
Bis zur Abschaffung des roemischen Koenigtums ->
02. Kapitel
Ackerbau, Gewerbe und Verkehr ->
...Westkueste in aeltester Zeit Metallwaren aus dem Osten bezogen hat. Es wird sich spaeter, wo von der Kunstuebung die Rede ist, noch deutlicher zeigen, dass die Architektur wie die Plastik in Ton und Metall daselbst in sehr frueher Zeit durch griechischen Einfluss eine maechtige Anregung empfangen haben, das heisst, dass die aeltesten Werkzeuge und die aeltesten Muster aus Griechenland gekommen sind. In die eben erwaehnten Grabkammern waren ausser dem Goldschmuck noch mit eingelegt Gefaesse v...

...on opsonium), des Teiges (maza massa) und verschiedener Kuchennamen (glyko?s lucuns; plako?s placenta; tyro?s turunda), wogegen umgekehrt die lateinischen Namen der Schuessel (patina patan/e/) und des Specks (arvina arbin/e/) in das sizilische Griechisch Eingang gefunden haben. Die spaetere Sitte, den Toten attisches, kerkyraeisches und kampanisches Luxusgeschirr ins Grab zu stellen, beweist eben wie diese sprachlichen Zeugnisse den fruehen Vertrieb der griechischen Toepferwaren nach Italien. Dass die griechische Lederarbeit in Latium wenigstens bei der Armatur Eingang fand, zeigt die Verwendung des griechischen Wortes fuer Leder (sk?tos) bei den Latinern fuer den Schild (scutum; wie lorica von lorum). Endlich gehoeren hierher die zahlreichen aus dem Griechischen entlehnten Schifferausdruecke, obwohl die Hauptschlagwoerter fuer die Segelschiffahrt: Segel, Mast und Rahe doch merkwuerdigerweise rein lateinisch gebildet sind ^9; ferner die griechische Benennung des Briefes (epistol/e/ epistula), der Marke (tessera, von tessara ^10), der Waage (stat/e/r statera) und des Aufgeldes (arrab/o/n arrabo, arra) im Lateinischen und umgekehrt die Aufnahme italischer Rechtsausdruecke in das sizilisch...

...Benennung des Briefes (epistol/e/ epistula), der Marke (tessera, von tessara ^10), der Waage (stat/e/r statera) und des Aufgeldes (arrab/o/n arrabo, arra) im Lateinischen und umgekehrt die Aufnahme italischer Rechtsausdruecke in das sizilische Griechisch, sowie der nachher zu erwaehnende Austausch der Muenz-, Mass- und Gewichtsverhaeltnisse und Namen. Namentlich der barbarische Charakter, den alle diese Entlehnungen an der Stirne tragen, vor allem die charakteristische Bildung des Nominativs a...

...charakteristische Bildung des Nominativs aus dem Akkusativ (placenta = plako?nta; ampora = amphorea; statera = stat/e/ra), ist der klarste Beweis ihres hohen Alters. Auch die Verehrung des Handelsgottes (Mercurius) erscheint von Haus aus durch griechische Vorstellungen bedingt und selbst sein Jahrfest darum auf die Iden des Mai gelegt zu sein, weil die hellenischen Dichter ihn feierten als den Sohn der schoenen Maia. ----------------------------------------------- ^8 Vor kurzem ist in Praenest...

...elangt ist. ^9 Velum ist sicher latinischen Ursprungs; ebenso malus, zumal da dies nicht bloss den Mast-, sondern ueberhaupt den Baum bezeichnet; auch antenna kann von ana (anhelare, antestari) und tendere = supertensa herkommen. Dagegen sind griechisch gubernare steuern kybernan, ancora Anker agkyra, prora Vorderteil pr/o/ra, aplustre Schiffshinterteil aphlaston, anquina der die Rahen festhaltende Strick agkoina, nausea Seekrankheit naysia. Die alten vier Hauptwinde - aquilo der Adlerwind, d...

...Suedost; auster, der ausdoerrende Suedwestwind, der Scirocco; favonius, der guenstige, vom Tyrrhenischen Meer herwehende Nordwestwind - haben einheimische nicht auf Schiffahrt bezuegliche Namen; alle uebrigen lateinischen Windnamen aber sind griechisch (wie eurus, notus) oder aus griechischen uebersetzt (z. B. solanus = ap/e/li/o/t/e/s, Africus = lips). ^10 Zunaechst sind die Marken im Lagerdienst gemeint, die xyl/e/phia kata phylak/e/n brachea tele/o/s echonta charakt/e/ra (Polyb. 6, 35, 7); die vier vigiliae des Nachtdienstes ...

... Lagerdienst gemeint, die xyl/e/phia kata phylak/e/n brachea tele/o/s echonta charakt/e/ra (Polyb. 6, 35, 7); die vier vigiliae des Nachtdienstes haben den Marken ueberhaupt den Namen gegeben. Die Vierteilung der Nacht fuer den Wachtdienst ist griechisch wie roemisch; die Kriegswissenschaft der Griechen mag wohl, etwa durch Pyrrhos (Liv. 35, 14), auf die Organisation des Sicherheitsdienstes im roemischen Lager eingewirkt haben. Die Verwendung der nicht dorischen Form spricht fuer verhaeltnisma...
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13. Kapitel
Die Etrusker
...Italiker zeigen die Bildwerke der Etrusker nur kurze staemmige Figuren mit grossem Kopf und dicken Armen. Was wir wissen von den Sitten und Gebraeuchen dieser Nation, laesst gleichfalls auf eine tiefe und urspruengliche Verschiedenheit von den griechisch-italischen Staemmen schliessen, so namentlich die Religion, die bei den Tuskern einen trueben phantastischen Charakter traegt und im geheimnisvollen Zahlenspiel und wuesten und grausamen Anschauungen und Gebraeuchen sich gefaellt, gleich weit ...

...os, Polydeukes, Alexandros. Wie dumpf und rauh die Aussprache war, zeigt am deutlichsten, dass o und u, b und p, c und g, d und t den Etruskern schon in sehr frueher Zeit zusammenfielen. Zugleich wurde wie im Lateinischen und in den rauheren griechischen Dialekten der Akzent durchaus auf die Anfangssilbe zurueckgezogen. Aehnlich wurden die aspirierten Konsonanten behandelt; waehrend die Italiker sie wegwarfen mit Ausnahme des aspirierten b oder des f, und die Griechen umgekehrt mit Ausnahme ...

...ung, selbst wo sie nicht hingehoerten, wie zum Beispiel Thetis ihnen Thethis, Telephus Thelaphe, Odysseus Utuze oder Uthuze heisst. Von den wenigen Endungen und Woertern, deren Bedeutung ermittelt ist, entfernen die meisten sich weit von allen griechisch-italischen Analogien; so die Zahlwoerter alle; so die Endung al zur Bezeichnung der Abstammung, haeufig als Metronymikon, wie zum Beispiel Canial auf einer zwiesprachigen Inschrift von Chiusi uebersetzt wird durch Cainnia natus; die Endung sa ...

...n Etruskern und Latinern und den dadurch veranlassten Ausgleichungen und Entlehnungen herruehren koennen, so stossen sie noch nicht das Ergebnis um, zu dem die uebrigen Wahrnehmungen hinfuehren, dass die tuskische Sprache von den saemtlichen griechisch-italischen Idiomen mindestens so weit abstand wie die Sprache der Kelten und der Slaven. So wenigstens klang sie den Roemern; "tuskisch und gallisch" sind Barbarensprachen, "oskisch und volskisch" Bauernmundarten. Wenn aber die Etrusker dem griechisch-italischen Sprachstamm fernstanden, so ist es bis jetzt ebensowenig gelungen, sie einem andern bekannten Stamme anzuschliessen. Auf die Stammesverwandtschaft mit dem etruskischen sind die verschiedenartigsten Idiome, bald mit der einfachen, ba...
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Roemische Geschichte - 1. Buch ->
Bis zur Abschaffung des roemischen Koenigtums ->
09. Kapitel
Die aeltesten Einwanderungen in Italien ->
...it der Buerger gehoert ueberall einer spaeteren Zeit an. Selbst die Elemente der Wissenschaft und der Religion zeigen Spuren urspruenglicher Gemeinschaft. Die Zahlen sind dieselben bis hundert (sanskritisch ‡atam, eka‡atam, lateinisch centum, griechisch e-katon, gotisch hund); der Mond heisst in allen Sprachen davon, dass man nach ihm die Zeit misst (mensis). Wie der Begriff der Gottheit selbst (sanskritisch devas, lateinisch deus, griechisch theos) gehoeren zum gemeinen Gut der Voelker auch manche der aeltesten Religionsvorstellungen und Naturbilder. Die Auffassung zum Beispiel des Himmels als des Vaters, der Erde als der Mutter der Wesen, die Festzuege der Goetter, die in eigenen...

..., der Erde als der Mutter der Wesen, die Festzuege der Goetter, die in eigenen Wagen auf sorgsam gebahnten Gleisen von einem Orte zum andern ziehen, die schattenhafte Fortdauer der Seele nach dem Tode sind Grundgedanken der indischen wie der griechischen und roemischen Goetterlehre. Selbst einzelne der Goetter vom Ganges stimmen mit den am Ilissos und am Tiber verehrten bis auf die Namen ueberein - so ist der Uranos der Griechen der Varunas, so der Zeus, Jovis pater, Diespiter der Djaus pita...

... aller aeltesten hierher gehoerigen Ausdruecke: ager agros, aro aratrum aro/o/ arotron, ligo neben lachain/o/, hortus chortos, hordeum krith/e/, milium melin/e/, rapa raphanis, malva malach/e/, vinum oinos, und ebenso das Zusammentreffen des griechischen und italischen Ackerbaus in der Form des Pfluges, der auf altattischen und roemischen Denkmaelern ganz gleich gebildet vorkommt, in der Wahl der aeltesten Kornarten: Hirse, Gerste, Spelt, in dem Gebrauch, die Aehren mit der Sichel zu schneid...

...s Getreides: puls poltos, pinso ptiss/o/, mola m?l/e/, denn das Backen ist juengeren Ursprungs, und wird auch deshalb im roemischen Ritual statt des Brotes stets der Teig oder Brei gebraucht. Dass auch der Weinbau in Italien ueber die aelteste griechische Einwanderung hinausgeht, dafuer spricht die Benennung "Weinland" (Oinotria), die bis zu den aeltesten griechischen Anlaendern hinaufzureichen scheint. Danach muss der Uebergang vom Hirtenleben zum Ackerbau oder, genauer gesprochen, die Verbindung des Feldbaus mit der aelteren Weidewirtschaft stattgefunden haben, nachdem die Inder aus dem Mutterschoss der...

... Graecoitaliker noch ungetrennt zusammenlebten; die Unterscheidung der den asiatischen Gliedern dieser Familie fremden, den europaeischen aber gemeinsamen Kulturresultate von denjenigen, welche die einzelnen Gruppen dieser letzteren, wie die griechisch-italische, die deutsch-slawische, jede fuer sich erlangten, kann, wenn ueberhaupt, doch auf jeden Fall erst nach weiter vorgeschrittenen sprachlichen und sachlichen Untersuchungen gemacht werden. Sicher aber ist der Ackerbau fuer die graecoita...

... in Italien die Ceres und (oder?) Tellus (Plut. Rom. 22; Serv. Aen. 4, 166; A. Rossbach, Untersuchungen ueber die roemische Ehe. Stuttgart 1853, S. 257, 301), in Griechenland die Demeter (Plut. coniug. praec. Vorrede), wie denn auch in alten griechischen Formeln die Gewinnung von Kindern selber "Ernte" heisst (Anm. 8); ja die aelteste roemische Eheform, die Confarreatio, entnimmt ihren Namen und ihr Ritual vom Kornbau. Die Verwendung des Pflugs bei der Stadtgruendung ist bekannt.
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Roemische Geschichte - 1. Buch ->
Bis zur Abschaffung des roemischen Koenigtums ->
02. Kapitel
8. Kapitel - Kleinasien ->
Nicht auf der gleichen Hoehe wie das Attalidenreich befand sich Bithynien. Die aeltere griechische Kolonisierung hatte sich hier lediglich auf die Kueste beschraenkt. In der hellenistischen Epoche hatten anfangs die makedonischen Herrscher, spaeter die voellig deren Wege wandelnde einheimische Dynastie neben der im Ganzen wohl auf Umnennun...

...galatischen Grenze die gaenzlich herabgekommene Ortschaft Gordiu Kome unter dem Namen Iuliopolis wieder auf; in derselben Gegend sind die Staedte Bithynion-Claudiopolis und Krateia-Flaviopolis wahrscheinlich im Laufe des ersten Jahrhunderts zu griechischem Stadtrecht gelangt. Ueberhaupt hat in Bithynien der Hellenismus unter der Kaiserzeit einen maechtigen Aufschwung genommen, und der derbe thrakische Schlag der Eingeborenen gab ihm eine gute Grundlage. Dass unter den in grosser Anzahl bekannt...

... ehemalige Reich des Mithradates war sowohl von dem aelteren wie von dem juengeren Hellenismus bei weitem weniger als die westlichen Landschaften beruehrt worden. Als die Roemer dieses Gebiet mittelbar oder unmittelbar in Besitz nahmen, gab es griechisch geordnete Staedte dort strenggenommen nicht; Amaseia, die alte Residenz der pontischen Achaemeniden und immer ihre Grabstadt, war dies nicht; die beiden alten griechischen Kuestenstaedte Amisos und das einst ueber das Schwarze Meer gebietende Sinope waren koenigliche Residenzen geworden, und auch den wenigen von Mithradates angelegten Ortschaften, zum Beispiel Eupatoria, wird schwerlich griechische Politie gegeben worden sein. Hier aber war, wie schon frueher ausgefuehrt ward, die roemische Eroberung zugleich die Hellenisierung; Pompeius organisierte die Provinz in der Weise, dass er die elf Hauptortschaften derselben zu Staedten machte...

...ndern und in roemischer Zeit wie noch heute eine der bluehendsten Handelsstaedte Kleinasiens, war auf Pompeius' Veranlassung nach dem Mithradatischen Kriege nicht bloss wieder aufgebaut, sondern wahrscheinlich damals auch mit Stadtrecht nach griechischer Art ausgestattet worden. Kappadokien selbst war im Anfang der Kaiserzeit schwerlich mehr griechisch als Brandenburg und Pommern unter Friedrich dem Grossen franzoesisch. Als das Land roemisch ward, zerfiel es nach den Angaben des gleichzeitigen Strabon nicht in Stadtbezirke, sondern in zehn Aemter, von denen nur zwei Staedte hatten, die scho...

...bezirke, sondern in zehn Aemter, von denen nur zwei Staedte hatten, die schon genannte Hauptstadt und Tyana; und diese Ordnung ist hier im Grossen und Ganzen so wenig veraendert worden wie in Aegypten, wenn auch einzelne Ortschaften spaeterhin griechisches Stadtrecht empfingen, zum Beispiel Kaiser Marcus aus dem kappadokischen Dorf, in dem seine Gemahlin gestorben war, die Stadt Faustinopolis machte. Griechisch freilich sprachen die Kappadokier jetzt; aber die Studierenden aus Kappadokien hatten auswaerts viel zu leiden wegen ihres groben Akzents und ihrer Fehler in Aussprache und Betonung, und wenn sie attisch reden lernten, fanden die Landsleute ...
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Theodor Mommsen ->
Roemische Geschichte - 8. Buch ->
8. Kapitel - Kleinasien
11. Kapitel - Judaea und die Juden ->
...syrischen Landschaften zur Austreibung der dort ansaessigen Juden ueberhaupt gefuehrt haetten; aber dergleichen Beschraenkungen sind, wie wir sahen, nur lokal, zum Beispiel fuer Kypros verfuegt worden. Der Hauptsitz der Juden blieben immer die griechischen Provinzen; auch in der einigermassen zweisprachigen Hauptstadt, deren zahlreiche Judenschaft eine Reihe von Synagogen umfasste, bildete diese einen Teil der griechischen Bevoelkerung Roms. Ihre Grabschriften in Rom sind ausschliesslich griechisch; in der aus dieser Judenschaft entwickelten roemischen Christengemeinde ist das Taufbekenntnis bis in spaete Zeit hinab griechisch gesprochen worden und die ersten drei Jahrhunderte hindurch die Schriftstellerei ausschliesslich griechisch gewesen. Aber restriktive Massregeln gegen die Juden scheinen auch in den lateinischen Provinzen nicht getroffen worden zu sein; durch und mit dem Hellenismus ist das juedische Wesen in den Okzident eingedrungen, und es fanden auch in diesem s...
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Roemische Geschichte - 8. Buch ->
11. Kapitel - Judaea und die Juden
Literatur und Kunst
..., vor der versammelten Gemeinde Standreden halten zu müssen, hat man nicht bloß auf den freien und feinen Gebrauch der Muttersprache von jeher großen Wert gelegt, sondern auch früh sich bemüht, denselben in den Knabenjahren sich anzueignen. Auch die griechische Sprache war bereits in der hannibalischen Zeit in Italien allgemein verbreitet. In den höheren Kreisen war die Kunde der allgemein vermittelnden Sprache der alten Zivilisation längst häufig gewesen und jetzt, bei dem durch die veränderte Weltstellu...

...d im Auslande, dem Kaufmann wie dem Staatsmann wo nicht notwendig, doch vermutlich schon sehr wesentlich. Durch die italische Sklaven- und Freigelassenschaft aber, die zu einem sehr großen Teil aus geborenen Griechen oder Halbgriechen bestand, drang griechische Sprache und griechisches Wissen bis zu einem gewissen Grade ein auch in die unteren Schichten namentlich der hauptstädtischen Bevölkerung. Aus den Lustspielen dieser Zeit kann man sich überzeugen, daß eben der nicht vornehmen hauptstädtischen Menge ein Latein mundgerecht ...

... auch in die unteren Schichten namentlich der hauptstädtischen Bevölkerung. Aus den Lustspielen dieser Zeit kann man sich überzeugen, daß eben der nicht vornehmen hauptstädtischen Menge ein Latein mundgerecht war, welches zum rechten Verständnis das Griechische so notwendig voraussetzt wie Sternes Englisch und Wielands Deutsch das Französische 1. Die Männer der senatorischen Familien aber redeten nicht bloß griechisch vor einem griechischen Publikum, sondern machten auch diese Reden bekannt - so Tiberius Gracchus (Konsul 577, 591 177,163) eine von ihm auf Rhodos gehaltene - und schrieben in der hannibalischen Zeit ihre Chroniken griechisch, von welcher Schriftstellerei später noch zu sprechen sein wird. Einzelne gingen noch weiter. Den Flamininus ehrten die Griechen durch Huldigungen in römischer Sprache; aber auch er erwiderte das Kompliment: der "große Feldherr der Aeneiaden" bracht...

...welcher Schriftstellerei später noch zu sprechen sein wird. Einzelne gingen noch weiter. Den Flamininus ehrten die Griechen durch Huldigungen in römischer Sprache; aber auch er erwiderte das Kompliment: der "große Feldherr der Aeneiaden" brachte den griechischen Göttern nach griechischer Sitte mit griechischen Distichen seine Weihgeschenke dar 2. Einem anderen Senator rückte Cato es vor, daß er bei griechischen Trinkgelagen griechische Rezitative mit der gehörigen Modulation vorzutragen sich nicht geschämt habe. ---------------------------------------------------------- 1 Ein bestimmter Kreis griechischer Ausdrücke, wie stratioticus, machaera, nauclerus, trapezita, danista, drapeta, oenopolium, bolus, malacus, morus, graphicus, logus, apologus, techna, schema, gehört durchaus zum Charakter der Plautinischen Sprache; Übersetzungen werden selten dazu...

...e Anführungen bezeichneten Ideenkreises stehen, wie zum Beispiel es im 'Wilden' (1, 1, 60), freilich in einem vielleicht erst später eingefügten Verse heißt: φρόνησις est sapientia [Edelmut ist Weisheit]. Auch griechische Brocken sind gemein, zum Beispiel in der 'Casina' (3, 6, 9): πράγματά μοι παρέχεις - Dabo μέγα κακόν, ut op...

... gemein, zum Beispiel in der 'Casina' (3, 6, 9): πράγματά μοι παρέχεις - Dabo μέγα κακόν, ut opinor; ebenso griechische Wortspiele, zum Beispiel in 'Die beiden Bacchis' (240): opus est chryso Chrysalo; wie denn auch Ennius die etymologische Bedeutung von Alexandros, Andromache als den Zuschauern bekannt voraussetzt (Varro ling. 7, 82). Am bezeichnendsten sind die ...

...rtspiele, zum Beispiel in 'Die beiden Bacchis' (240): opus est chryso Chrysalo; wie denn auch Ennius die etymologische Bedeutung von Alexandros, Andromache als den Zuschauern bekannt voraussetzt (Varro ling. 7, 82). Am bezeichnendsten sind die halbgriechischen Bildungen wie ferritribax, plagipatida, pugilice oder im 'Bramarbas' (213): euge! euscheme hercle astitit sic dulice et comoedice! Ei die Tenüre! Holla, seht mir den Farceur da, den Akteur! 2 Eines dieser im Namen des Flamininus gedichteten Epi...
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Theodor Mommsen ->
Roemische Geschichte - 3. Buch ->
14. Kapitel
Nationalitaet, Religion, Erziehung ->
...afteter widerwaertiger Kosmopolitismus, versteht sich von selbst; aber auch fuer die bessere Gesellschaft blieb der feine Sinn des Scipionischen Kreises nicht auf die Dauer massgebend. Je mehr die Masse der Gesellschaft anfing, sich fuer das griechische Wesen zu interessieren, desto entschiedener griff sie statt zu der klassischen Literatur vielmehr zu den modernsten und frivolsten Erzeugnissen des griechischen Geistes; statt im hellenischen Sinn das roemische Wesen zu gestalten, begnuegte man sich mit Entlehnung desjenigen Zeitvertreibs, der den eigenen Geist moeglichst wenig in Taetigkeit setzte. In diesem Sinn aeusserte der arpinatische Gutsbesi...

...treibs, der den eigenen Geist moeglichst wenig in Taetigkeit setzte. In diesem Sinn aeusserte der arpinatische Gutsbesitzer Marcus Cicero, der Vater des Redners, dass der Roemer, wie der syrische Sklave, immer um so weniger tauge, je mehr er griechisch verstehe. Diese nationale Dekomposition ist unerquicklich wie die ganze Zeit, aber auch wie diese bedeutsam und folgenreich. Der Voelkerkreis, den wir die alte Welt zu nennen gewohnt sind, schreitet fort von der aeusserlichen Einigung unter d...

...aft der modernen, wesentlich auf hellenischen Elementen ruhenden Bildung. Ueber den Truemmern der Voelkerschaften zweiten Ranges vollzieht sich zwischen den beiden herrschenden Nationen stillschweigend der grosse geschichtliche Kompromiss; die griechische und die lateinische Nationalitaet schliessen miteinander Frieden. Auf dem Gebiete der Bildung verzichten die Griechen, auf dem politischen die Roemer auf ihre exklusive Sprachherrschaft; im Unterricht wird dem Latein eine freilich beschraen...

...n miteinander Frieden. Auf dem Gebiete der Bildung verzichten die Griechen, auf dem politischen die Roemer auf ihre exklusive Sprachherrschaft; im Unterricht wird dem Latein eine freilich beschraenkte und unvollstaendige Gleichstellung mit dem Griechischen eingeraeumt; andererseits gestattet zuerst Sulla den fremden Gesandten, vor dem roemischen Senat ohne Dolmetscher griechisch zu reden. Die Zeit kuendigt sich an, wo das roemische Gemeinwesen in einen zwiesprachigen Staat uebergehen und der rechte Erbe des Thrones und der Gedanken Alexanders des Grossen im Westen aufstehen wird, zugleich ein Roemer und ein Grieche. ...

...he Staat, der in der Religion instinktmaessig sich selber angegriffen fuehlte, verhielt sich billig gegen die Philosophen wie die Festung gegen die Eclaireurs der anrueckenden Belagerungsarmee und wies schon 593 (161) mit den Rhetoren auch die griechischen Philosophen aus Rom aus. In der Tat war auch gleich das erste groessere Debuet der Philosophie in Rom eine foermliche Kriegserklaerung gegen Glaube und Sitte. Es ward veranlasst durch die Okkupation von Oropos durch die Athener, mit deren Re...

...er Gerechtigkeit, und wenn er in bester logischer Form dartat, dass man mit gleichem Recht von den Athenern verlangen koenne, Oropos herauszugeben und von den Roemern, sich wieder zu beschraenken auf ihre alten Strohhuetten am Palatin. Die der griechischen Sprache maechtige Jugend ward durch den Skandal wie durch den raschen und emphatischen Vortrag des gefeierten Mannes scharenweise herbeigezogen; aber diesmal wenigstens konnte man Cato nicht unrecht geben, wenn er nicht bloss die dialektisch...
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Theodor Mommsen ->
Roemische Geschichte - 4. Buch ->
12. Kapitel
Literatur und Kunst ->
...aner, der in der alexandrinischen Zeit der roemischen Poesie die Lucilische Satire wiederaufnahm, trotz aller Ueberlegenheit im Formgeschick mit richtiger Bescheidenheit dem aelteren Poeten weicht als "seinem Besseren". Die Sprache ist die des griechisch und lateinisch durchgebildeten Mannes, der durchaus sich gehen laesst; ein Poet wie Lucilius, der angeblich vor Tisch zweihundert und nach Tisch wieder zweihundert Hexameter machte, ist viel zu eilig, um knapp zu sein; unnuetzige Weitlaeufigke...

...ihundert und nach Tisch wieder zweihundert Hexameter machte, ist viel zu eilig, um knapp zu sein; unnuetzige Weitlaeufigkeit, schluderige Wiederholung derselben Wendung, arge Nachlaessigkeiten begegnen. haeufig; das erste Wort, lateinisch oder griechisch, ist immer das beste. Aehnlich sind die Masse, namentlich der sehr vorherrschende Hexameter behandelt; wenn man die Worte umstellt, sagt sein geistreicher Nachahmer, so wuerde kein Mensch merken, dass er etwas anderes vor sich habe als einfach...
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Roemische Geschichte - 4. Buch ->
13. Kapitel
Literatur und Kunst ->
In einem seltsamen Gegensatz zu dieser grossartigen Auffassung und Behandlung der roemischen Geschichte durch einen Auslaender steht die gleichzeitige einheimische Geschichtsliteratur. Im Anfang dieser Periode begegnen noch einige griechisch geschriebene Chroniken, wie die schon erwaehnte des Aulus Postumius (Konsul 603 151), voll uebler Pragmatik, und die des Gaius Acilius (schloss in hohem Alter um 612 142); doch gewann unter dem Einfluss teils des catonischen Patriotismus, teil...

...uss teils des catonischen Patriotismus, teils der feineren Bildung des Scipionischen Kreises die lateinische Sprache auf diesem Gebiet so entschieden die Vorhand, dass nicht bloss unter den juengeren Geschichtswerken kaum ein oder das andere griechisch geschriebene vorkommt 22, sondern auch die aelteren griechischen Chroniken ins Lateinische uebersetzt und wahrscheinlich vorwiegend in diesen Uebersetzungen gelesen wurden. Leider ist nur an den lateinisch geschriebenen Chroniken dieser Epoche ausser dem Gebrauch der Muttersprache kaum weiter etwas zu l...

...e den leidenschaftlichen Ernst, die baldige Haltung und das tragische Verhaengnis dieser hohen Natur im treuen Spiegelbild bewahrten. ----------------------------------------------- 22 Die einzige wirkliche Ausnahme, soweit wir wissen, ist die griechische Geschichte des Gnaeus Aufidius, der in Ciceros (Tusc. 5, 38, 112) Knabenzeit, also um 660 (90) bluehte. Die griechischen Memoiren des Publius Rutilius Rufus (Konsul 649 105) sind kaum als Ausnahme anzusehen, da ihr Verfasser sie im Exil zu Smyrna schrieb.
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