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Schlagwort: Individuum | Übersicht - a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z | | Seite 1 von 9 1 2 3 4 5 6 7 8 9 | | | Der Reflex des Antik-Tragischen in dem Modern-Tragischen -> | ...ht.
Die Handlung selbst trägt in der antiken Tragödie
ein episches Moment in sich; sie ist ebensosehr
Begebenheit, als Handlung. Der Grund ist dieser, daß
die alte Welt noch nicht in reflektierter Subjektivität
lebte. Bewegte sich auch das Individuum mit Freiheit,
so wurzelte es dabei doch in gegebenen, objektiven
Mächten, als Staat, Familie, Religion, Schicksal. Dieses
allem zu Grunde liegende Objektive, Feststehende
ist in der griechischen Tragödie der Schoß des sich
vollziehenden Ve...
...
in der griechischen Tragödie ein Mittelding zwischen
Handeln und Leiden ist, ebenso ist die Schuld
es auch; und hierin liegt die tragische Kollision. Je
mehr dagegen die Subjektivität eine reflektierende
wird, je mehr man (pelagianisch) das Individuum als
sich allein überlassen, auf sich gestellt betrachtet,
desto ethischer wird die Schuld. In der Mitte zwischen
diesen beiden Extremen liegt das Tragische. Hat das
Individuum durchaus seine Schuld, so ist das eigentlich
tragische Interesse vernichtet, weil alsdann die
tragische Kollision entnervt ist; hat es dagegen absolute
Schuld, und nichts als Verschuldung auf sich, so
interessiert es uns nicht mehr in tragis...
...ales Werk:
»Faust und Don Juan« eigentlich auf das Böse gegründet.
Um indessen nicht aus einem einzelnen dichterischen
Erzeugnis zu argumentieren, will ich meinen
Satz in dem herrschenden Bewußtsein der Gegenwart
nachweisen. Wollte man ein Individuum darstellen,
auf das unglückliche Umgebungen in seiner Kindheit
so störend eingewirkt hätten, daß diese Eindrücke
schließlich seinen Untergang herbeiführten, so würde
dergleichen unserm Geschlechte nicht zusagen; und
das natürlich nicht dar...
...
worden denn ich dürfte mir ja immerhin denken, daß
die Behandlung eine ausgezeichnete gewesen sei –,
sondern darum, weil die Zeit einen andern Maßstab
anlegt. Sie will von solchen Sentimentalitäten nichts
wissen; sie macht ohne weiteres das Individuum für
sein Leben verantwortlich. Geht also ein solches zu
Grunde, so erscheint es hiermit nicht tragisch, sondern
– schlecht. – Sollte man nun nicht glauben, es
müsse ein Königreich von lauter Göttern sein, dieses
Geschlecht, in welchem auch...
...kraft, die man fürwahr nicht verschmähen sollte;
und während man auf so un-und übernatürliche
Weise, wie unsre Zeit es versucht, sich selbst (sein
Sittliches Ideal) gewinnen will, verliert man sich
selbst, und man wird einfach komisch. Jedes Individuum,
mag es auch zu den Originalen gehören, ist
und bleibt doch immer ein Kind Gottes, seiner Zeit,
seines Volkes, seiner Familie, seiner Freunde, und hat
erst hierin seine Wahrheit. Will es, in dieser seiner
vielseitigen Relativität, dennoch ...
...Kind Gottes, seiner Zeit,
seines Volkes, seiner Familie, seiner Freunde, und hat
erst hierin seine Wahrheit. Will es, in dieser seiner
vielseitigen Relativität, dennoch das Absolute sein, so
macht es sich lächerlich. Gibt dagegen ein solches Individuum
diesen Anspruch auf, will es nur relativ
sein, alsdann hat es eo ipso das Tragische an sich,
auch wenn es das glücklichste Individuum wäre, ja,
ich möchte fragen: erst dann ist das Individuum das
glücklichste, wenn das Tragische ihm nicht abgeht.
Das Tragische befaßt in sich eine unendliche Milde;
ästhetisch ist es im Verhältnis zum Menschenleben,
was in höherm Sinne die göttliche Gnade und Barmherzigkeit
ist; ja, es redet fast...
... irgend einem andern Wege, z.B. durch ästhetische
Verflüchtigung, dazu gelangt zu sein, der
hat sich selbst betrogen und besitzt den Trost eigentlich
gar nicht. In gewissem Sinne beweist daher die
Zeit einen sehr richtigen Takt, wenn sie das Individuum
für alles selbstverantwortlich machen will. Aber
leider thut sie's nicht ernst und innerlich genug, was
eben ihre Halbheit ist. Sie ist selbstklug genug, um
die Thränen der Tragödie zu verschmähen, aber auch
selbstklug genug, um der Barmhe... | | |
| | Beobachtung der Beziehung des Selbstbewußtseins auf seine unmittelbare Wirklichkeit;Physiognomik und Schädellehre | ...urückgetrieben, welche an und für sich selbst ist, oder den Gegensatz des Für-sich-seins und des An-sich-seins in ihrer absoluten Vermittlung getilgt enthält. Sie ist der Gegenstand, der itzt der Beobachtung geworden, oder zu dem sie übergeht.
Das Individuum ist an und für sich selbst: es ist für sich oder es ist ein freies Tun; es ist aber auch an sich; oder es selbst hat ein ursprüngliches bestimmtes Sein - eine Bestimmtheit, welche dem Begriffe nach dasselbe ist, was die Psychologie außer ihm finden ...
...seins und das feste Sein einer erscheinenden Wirklichkeit zu sein, einer solchen, welche an ihm unmittelbar die seinige ist. Dies Sein, der Leib der bestimmten Individualität, ist die Ursprünglichkeit derselben, ihr Nicht-getan-haben. Aber indem das Individuum zugleich nur ist, was es getan hat, so ist sein Leib auch der von ihm hervorgebrachte Ausdruck seiner selbst; zugleich ein Zeichen, welches nicht unmittelbare Sache geblieben, sondern woran es nur zu erkennen gibt, was es in dem Sinne ist, daß es se...
...s Klimas, Weltteils, eines Volks, wie vorhin dieselben allgemeinen Sitten und Bildung. Hiezu kommen die besondern Umstände und Lage innerhalb der allgemeinen Wirklichkeit; hier ist diese besondere Wirklichkeit als besondere Formation der Gestalt des Individuums. - Auf der andern Seite, wie vorhin das freie Tun des Individuums und die Wirklichkeit als die seinige gegen die vorhandne gesetzt war, steht hier die Gestalt, als Ausdruck seiner durch es selbst gesetzten Verwirklichung, die Züge und Formen seines selbsttätigen Wesens. Aber die sowohl allgemeine als besondere Wi...
...handne gesetzt war, steht hier die Gestalt, als Ausdruck seiner durch es selbst gesetzten Verwirklichung, die Züge und Formen seines selbsttätigen Wesens. Aber die sowohl allgemeine als besondere Wirklichkeit, welche die Beobachtung vorhin außer dem Individuum vorfand, ist hier die Wirklichkeit desselben, sein angeborner Leib, und in eben diesen fällt der Ausdruck, der seinem Tun angehört. In der psychologischen Betrachtung sollte die an und für sich seiende Wirklichkeit und die bestimmte Individualität a...
...icht nur das ursprüngliche Sein, der angeborne Leib, sondern ebenso die Formation desselben, die der Tätigkeit des Innern angehört; er ist Einheit des ungebildeten und des gebildeten Seins, und die von dem Für-sich-sein durchdrungne Wirklichkeit des Individuums. Dieses Ganze, welches die bestimmten ursprünglichen festen Teile und die Züge, die allein durch das Tun entstehen, in sich faßt, ist, und dies Sein ist Ausdruck des Innern, des als Bewußtsein und Bewegung gesetzten Individuums. - Dies Innre ist ebenso nicht mehr die formelle, inhaltlose oder unbestimmte Selbsttätigkeit, deren Inhalt und Bestimmtheit, wie vorhin, in den äußern Umständen läge, sondern es ist ein an sich bestimmter ursprünglicher Charakter, dessen Form nur ...
... Hand, wenn man will auch noch die Beine dazu, sind die verwirklichenden und vollbringenden Organe, welche das Tun als Tun, oder das Innre als solches an ihnen haben; die Äußerlichkeit aber, welche es durch sie gewinnt, ist die Tat, als eine von dem Individuum abgetrennte Wirklichkeit. Sprache und Arbeit sind Äußerungen, worin das Individuum nicht mehr an ihm selbst sich behält und besitzt, sondern das Innre ganz außer sich kommen läßt, und dasselbe Anderem preisgibt. Man kann darum ebensosehr sagen, daß diese Äußerungen das Innere zu sehr, als daß sie es zu wenig ausdrücken; zu sehr - ...
...und Handlung sich zu einem Andern macht, so gibt es sich damit dem Elemente der Verwandlung preis, welches das gesprochene Wort und die vollbrachte Tat verkehrt, und etwas anders daraus macht, als sie an und für sich als Handlungen dieses bestimmten Individuums sind. Nicht nur verlieren die Werke der Handlungen durch diese Äußerlichkeit von dem Einwirken anderer den Charakter, etwas Bleibendes gegen andere Individualitäten zu sein; sondern indem sie sich zum Innern, das sie enthalten, als abgesondertes, g...
...Äußerlichkeit von dem Einwirken anderer den Charakter, etwas Bleibendes gegen andere Individualitäten zu sein; sondern indem sie sich zum Innern, das sie enthalten, als abgesondertes, gleichgültiges Äußeres verhalten, können sie als Innres durch das Individuum selbst ein anders sein, als sie erscheinen, - entweder daß es sie mit Absicht für die Erscheinung zu etwas anderem macht, als sie in Wahrheit sind, oder daß es zu ungeschickt ist, sich die Außenseite zu geben, die es eigentlich wollte, und sie so zu...
... nicht ihr Ausdruck, oder als Äußeres eine von dem Innern freie Wirklichkeit zu sein, welche ganz etwas anderes ist als jenes. - Um dieser Zweideutigkeit willen müssen wir uns nach dem Innern umsehen, wie es noch, aber sichtbar oder äußerlich an dem Individuum selbst ist. Im Organe aber ist es nur als unmittelbares Tun selbst, das seine Äußerlichkeit an der Tat erlangt, die entweder das Innre vorstellt oder auch nicht. Das Organ nach diesem Gegensatze betrachtet gewährt also nicht den Ausdruck, der gesuch... | | |
| | 1. Sinnliche Genialität, als die verführerische | ...n vor dem
innern Charakter der Idee selbst jeder Zweifel schwinden.
Das Mittalter wird überhaupt durch den Begriff
der Repräsentation charakterisiert, welchen es teils
bewußt, teils unbewußt verwirklichte. Das Ganze
wird in einem einzelnen Individuum repräsentiert, jedoch
so, daß es nur eine einzelne Seite ist, die, als Totalität
gefaßt, jetzt in einem einzelnen Individuum zu
Tage tritt, welches daher ebensowohl mehr, als weniger
ist, denn ein wirkliches Individuum. Neben jenem
Individuum steht alsdann ein zweites Individuum,
welches den Inhalt des Lebens von einer andern Seite,
und zwar ebenso total, repräsentiert: so der Ritter und
der Scholastiker, der Geistliche und der Laie, der Bekenner
und her Leugner. Die großartige Dialektik des
Lebens wird hier bestä...
...
wird nicht geahnt. Der tieferen Harmonie der
Gegensätze ward das Mittelalter sich nicht bewußt.
So realisiert es unbewußt selbst die Idee der Repräsentation,
während erst eine spätere Betrachtung die
Idee darin erkennt. Es liebt dem einen Individuum,
dem Repräsentanten der Idee, ein andres zur Seite zu
stellen, gewöhnlich als komischen Begleiter, welcher
gleichsam der das wirkliche Leben unverhältnismäßig
überragenden Größe des andern abzuhelfen hat. So
hat der König den Narren, Faust...
...nen in der mythischen Vorzeit
sich nicht unterscheiden, wohl aber darin, daß sie isoliert
dastehen, keine Vereinigung von Kräften darstellen,
welche erst durch Vereinigung zu himmelstürmenden
werden; vielmehr ist alle Kraft in diesem
einen Individuum konzentriert. | | |
| | 1. Sinnliche Genialität, als die verführerische -> | ...mit der
des Faust eine so dürftige Vorgeschichte hat, ist unstreitig
dieser, daß etwas Rätselhaftes in ihr lag, solange
man nicht einsah, daß ihr eigentliches Medium
die Musik sei. Faust ist an sich Idee, aber eine solche,
die zugleich ein Individuum darstellt. Das Geistig-
Dämonische sich in einem Individuum konzentriert
vorzustellen, ist die eigne Frucht und Konsequenz des
Denkprozesses, wogegen es unthunlich ist, die Fülle
der Sinnlichkeit und Sinnenlust in einem und demselben
Individuum zu sehen. Don Juan schwebt beständig
zwischen seiner Existenz als Idee – das heißt
Kraft, Leben – und als Individuum. Dieses Schweben
ist gleichsam das musikalische Zittern oder Vibrieren.
Während das im Unwetter empörte Meer sich auf und
ab bewegt, so erzeugen die schäumenden Wogen,
unter dieser Unruhe, allerlei Bilder wie Wesen; es ist,
als seien es di...
...st,
als seien es diese Wesen, welche die Wogen in Aufruhr
bringen, während es doch umgekehrt das Gewoge
des Meeres ist, was sie erzeugt. So ist Don Juan
ein Bild, welches beständig erscheint, aber keine Gestalt
noch Konsistenz gewinnt, ein Individuum, das
sich immerfort gestaltet, aber nie fertig wird, von dessen
Geschichte man nichts vernimmt, es sei denn, daß
man dem Getöse der Wogen horcht. Wird Don Juan
beständig aus diesem Gesichtspunkte betrachtet, alsdann
kommt in alles Sinn und...
...g wird, von dessen
Geschichte man nichts vernimmt, es sei denn, daß
man dem Getöse der Wogen horcht. Wird Don Juan
beständig aus diesem Gesichtspunkte betrachtet, alsdann
kommt in alles Sinn und tiefe Bedeutung. Denke
ich mir ein einzelnes Individuum, oder habe ich dieses
im Auge, so wird es einfach lächerlich, daß dasselbe
1003 Fräulein in sich verliebt gemacht und verführt
habe; man fragt: wen denn und wie? Die Naivität der
Sage und des Volksglaubens kann so etwas aussprechen,
ohne d...
...ie Naivität der
Sage und des Volksglaubens kann so etwas aussprechen,
ohne das Lächerliche zu ahnen; aber für ein verständiges
Nachdenken ist es schlechterdings nicht.
Wird er dagegen musikalisch aufgefaßt, dann habe ich
nicht das einzelne Individuum; dann habe ich die Naturmacht,
das Dämonische, was ebensowenig des
Verführens müde, oder hiermit fertig wird, wie der
Wind müde wird zu stürmen, das Meer zu wallen,
oder ein Wasserfall, sich von seiner Höhe herabzustürzen.
Insofern kann di... | | |
| | 2. Andre Bearbeitungen des Don Juan, in bezug auf die musikalische Auffassung beurteilt -> | ...
Ein solches elementarisch bewegtes Leben, dämonisch,
mächtig und unwiderstehlich, habe ich in Don
Juan. Dieses ist seine Idealität; und dieser kann ich
mich darum ungestört freuen, weil die Musik ihn mir
nicht als eine Person, ein einzelnes Individuum darstellt,
sondern als eine Macht. Wird er als Individuum
aufgefaßt, so steht er eo ipso im Konflikt mit einer
ihn umgebenden Welt, fühlt den Druck und die gêne
dieser Umgebung; als überlegenes Individuum besiegt
er sie vielleicht; aber man empfindet bald, daß
Schwierigkeiten und Hindernisse hier eine andre
Rolle spielen. Sie sind es, mit denen das Interesse
sich wesentlich beschäftigt. Sonach wäre Don Juan in
die Reihe der interessanten Er...
...
sich wesentlich beschäftigt. Sonach wäre Don Juan in
die Reihe der interessanten Erscheinungen versetzt.
Wollte man ihn hier mit Hilfe schöner Worte als absolut
siegreich darstellen, so fühlt man sofort das Unbefriedigende,
sofern es einem Individuum als solchem
nicht zukommt, an und für sich der Siegreiche
zu sein; man fordert dann die Krisis des Konflikts.
Der von dem Individuum zu bekämpfende Widerstand
kann entweder ein äußerlicher sein, welcher weniger
in dem nächsten Gegenstande, als in der umgebenden
Welt begründet ist; oder er liegt in dem Gegenstande
selbst. Jener erstere Gesichtspunkt ist es,
welcher alle ... | | |
| | Der Reflex des Antik-Tragischen in dem Modern-Tragischen -> | ...derseits in dem Konnex mit des Vaters traurigem
Geschick, welches aus den zwei vorhergehenden Tragödien
stets mitverstanden wird. Hier stehe ich wieder
bei einer ganz besondern Dialektik, welche die Schuld
des Geschlechts in Beziehung zu dem Individuum
letzt. Dieses ist das Ererbte. Übrigens stellt man sich
unter Dialektik gewöhnlich etwas Abstraktes vor;
man denkt zunächst an logische Gedankenbewegungen.
Indes wird das Leben jeden bald lehren, daß es
manche Arten Dialektik gibt, daß fas...
...denken, so muß jeder für sich an
seine eigne Wiedergeburt beuten, nicht bloß in religiös-
sittlichem Sinne, sondern bis auf die zeitlichen und
endlichen Beziehungen, vom Mutterschoß der Familie
und des Geschlechtes her. Die Dialektik, die das Individuum
mit Familie und Geschlecht in Verbindung
bringt, ist keine subjektive, denn diese hebt gerade die
Verbindung auf und setzt das Individuum außerhalb
des Zusammenhanges; nein, es ist eine objektive Dialektik.
Sie ist wesentlich Pietät. Diese zu bewahren,
kann niemandem schaden. In unsern Tagen läßt man
wohl für natürliche Verhältnisse gelten, was man für
Verhältnisse höherer A...
...nne, wünscht
es aber doch soweit wie möglich. Erblickt dagegen
der Einzelne in diesem Verhältnisse eines der Lebensmomente
und erkennt es in seiner wahren Bedeutung,
so kommt dies in der Sphäre des höhern Lebens darin
zum Ausdruck, daß das Individuum an der Schuld
partizipiert. Immerhin mögen viele nicht fähig sein,
diese Konsequenz zu fassen; alsdann vermögen sie
aber auch nicht, das Tragische zu fassen. Steht ein Individuum
ganz isoliert, so ist es entweder in seinemÜbermut unbedingt seines Geschickes eigner Schöpfer,
und dabei ist nichts Tragisches, sondern nur das
Böse – denn daß einer sich selbst verblendet oder in
verkehrten Wahn hingegeben hat, kann nicht ... | | |
| | Improvisierte Ansprache -> | Wodurch wird denn das reflektierte Leid herbeigeführt?
– Ein reflexionssüchtiges Individuum wird
jedes Leid in ein reflektiertes verwandeln; seine besondere
Organisation macht es ihm unmöglich, unbefangen sich das Leid zu assimilieren. Dies ist indes
ein krankhafter Zustand, welcher kein sonderliches Interesse
einflößen kann, da au...
...
ein krankhafter Zustand, welcher kein sonderliches Interesse
einflößen kann, da auf diese Art jede Bagatelle
eine Metamorphose erfahren kann, wodurch sie zu
einem reflektierten Leide wird. Etwas andres ist es,
wie das objektive Leid in dem Individuum selbst eine
Reflexion erzeugt, durch welche das Leid eben zu
einem reflektierten wird. Das ist überall der Fall, wo
das objektive Leid in sich selbst nicht fertig ist, wo es
einen Zweifel zurückläßt, welcher Art dieser auch sein
möge. Hier...
...Experimenten zu üben. Ich beabsichtige
hier, nur eine einzelne Seite hervorzuheben,
wie sie sich gerade meiner Beobachtung dargeboten
hat. Ist die Veranlassung des Leides ein Betrug,
dann ist das objektive Leid so beschaffen, daß es in
dem Individuum das reflektierte Leid erzeugt. Daß ein
Betrug dieses wirklich ist, läßt sich oft ungemein
schwer aufs Reine bringen. Und doch beruht alles
hinauf. Solange dies zweifelhaft ist, solange findet
das Leid keine Ruhe, sondern muß beständig in der...
...hrheit heißen, als
ihre Liebe? Wenn also das Leid einer unglücklichen
Liebe seinen Grund in einem Betruge hat, so haben
wir unbedingt mit einem reflektierten Leide zu thun,
möge dieses nun ein ganzes Menschenleben beherrschen,
oder von dem Individuum überwunden werden.
Zwar ist unglückliche Liebe an und für sich eines
Weibes tiefstes Leid; daraus folgt aber nicht, daß jede
unglückliche Liebe ein reflektiertes Leib erzeugt.
Wenn z.B. der Geliebte stirbt, oder sie vielleicht gar
seine Ge...
...lick, um das untrügliche
Indizium geheimen Leides zu erspähen. Dieser
Blick ist begehrend, und doch so umsichtig; ängstigend
und zwingend, und doch so teilnehmend; ausharrend
und schlau, und doch so aufrichtig und wohlwollend;
er lullt das Individuum in einen gewissen behaglichen
Ermattungszustand ein, in welchem es sein
Leid mit einer ähnlichen Wollust ergießt, wie der
langsam Verblutende sein Blut. Das Gegenwärtige istvergessen, das Äußere durchbrochen, das Vergangene
wieder auferstand... | | |
| | Die Beobachtung des Selbstbewußtseins in seiner Reinheit und seiner Beziehung auf äußre Wirklichkeit; logische und psychologische Gesetze -> | ...orhanden, und anderseits in dieser bestimmten Individualität, drücken nur das unbestimmte Wesen derselben aus, um welches es nicht zu tun ist. Wenn diese Umstände, Denkungsart, Sitten, Weltzustand überhaupt nicht gewesen wäre, so wäre allerdings das Individuum nicht geworden, was es ist; denn diese allgemeine Substanz sind alle, welche in diesem Weltzustande sich befinden. - Wie er sich aber in diesem Individuum - und ein solches soll begriffen werden - partikularisiert hat, so müßte er sich an und für sich selbst partikularisiert, und in dieser Bestimmtheit, welche er sich gegeben, auf ein Individuum eingewirkt haben; nur so hätte er es zu diesem bestimmten gemacht, das es ist. Wenn das Äußere sich an und für sich so beschaffen hat, wie es an der Individualität erscheint, wäre diese aus jenem begriffen. Wir hätten eine gedoppelte Galerie von Bil...
... völligen Bestimmtheit und Umgrenzung äußerer Umstände, die andere dieselbe übersetzt in die Weise, wie Sie in dem bewußten Wesen sind; jene die Kugelfläche, dieses der Mittelpunkt, welcher sie in sich vorstellt.
Aber die Kugelfläche, die Welt des Individuums, hat unmittelbar die zweideutige Bedeutung, an und für sich seiende Welt und Lage, und Welt des Individuums entweder insofern zu sein, als dieses mit ihr nur zusammengeflossen wäre, sie so, wie sie ist, in sich hineingehen lassen, und gegen sie sich nur als formelles Bewußtsein verhalten hätte; - oder aber Welt des Individuums so zu sein, wie das Vorhandene von ihm verkehrt worden ist. - Da um dieser Freiheit willen die Wirklichkeit dieser gedoppelten Bedeutung fähig ist, so ist die Welt des Individuums nur aus diesem selbst zu begreifen, und der Einfluß der Wirklichkeit, welche als an und für sich seiend vorgestellt wird, auf das Individuum erhält durch dieses absolut den entgegengesetzten Sinn, daß es entweder den Strom der einfließenden Wirklichkeit an ihm gewähren läßt, oder daß es ihn abbricht und verkehrt. Hiedurch aber wird die psychologische Notwendigkeit ein so leeres Wort, daß... | | |
| | Das geistige Tierreich und der Betrug, oder die Sache selbst | ...ns erhält, und als diese besondere Organisation dasselbe allgemeine Tierleben bleibt.
Diese bestimmte ursprüngliche Natur des in ihr frei und ganz bleibenden Bewußtseins erscheint als der unmittelbare und einzige eigentliche Inhalt dessen, was dem Individuum Zweck ist; er ist zwar bestimmter Inhalt, aber er ist überhaupt Inhalt nur, insofern wir das An-sich-sein isoliert betrachten; in Wahrheit aber ist er die von der Individualität durchdrungene Realität; die Wirklichkeit, wie sie das Bewußtsein als ei...
...iner außer ihm an sich seienden Wirklichkeit ist hinweggefallen. - Nur daß für es sei, was es an sich ist, muß es handeln, oder das Handeln ist eben das Werden des Geistes als Bewußtsein. Was es an sich ist, weiß es also aus seiner Wirklichkeit. Das Individuum kann daher nicht wissen, was es ist, eh es sich durch das Tun zur Wirklichkeit gebracht hat. - Es scheint aber hiemit den Zweck seines Tuns nicht bestimmen zu können, eh es getan hat; aber zugleich muß es, indem es Bewußtsein ist, die Handlung vorhe...
...acht hat. - Es scheint aber hiemit den Zweck seines Tuns nicht bestimmen zu können, eh es getan hat; aber zugleich muß es, indem es Bewußtsein ist, die Handlung vorher als die ganz seinige, das heißt als Zweck vor sich haben. Das ans Handeln gehende Individuum scheint sich also in einem Kreise zu befinden, worin jedes Moment das andere schon voraussetzt, und hiemit keinen Anfang finden zu können, weil es sein ursprüngliches Wesen, das sein Zweck sein muß, erst aus der Tat kennenlernt, aber um zu tun, vorh...
... weiteres Bedenken um Anfang, Mittel und Ende zur Tätigkeit zu schreiten; denn sein Wesen und ansichseiende Natur ist alles in einem, Anfang, Mittel und Ende. Als Anfang ist sie in den Umständen des Handelns vorhanden, und das Interesse, welches das Individuum an etwas findet, ist die schon gegebene Antwort auf die Frage: ob und was hier zu tun ist. Denn was eine vorgefundene Wirklichkeit zu sein scheint, ist an sich seine ursprüngliche Natur, welche nur den Schein eines Seins hat - einen Schein, der in d...
... jenes stellt am Mittel die Seite des Tuns, dieses die Seite des Inhalts vor, beide sind die Individualität selbst, als Durchdringung des Seins und des Tuns. Was also vorhanden ist, sind vorgefundene Umstände, die an sich die ursprüngliche Natur des Individuums sind; als denn das Interesse, welches sie eben als das seinige oder als Zweck setzt; endlich die Verknüpfung und Aufhebung dieses Gegensatzes im Mittel. Diese Verknüpfung fällt selbst noch innerhalb des Bewußtseins, und das soeben betrachtete Ganze... | | |
| | Das geistige Tierreich und der Betrug, oder die Sache selbst -> | ...s Negativität überhaupt, als Tun, an ihm hat; es ist also das Allgemeine gegen jene Bestimmtheit des Werks, kann es also mit andern vergleichen und hieraus die Individualitäten selbst als verschiedene fassen; das in seinem Werke weiter übergreifende Individuum entweder als stärkere Energie des Willens, oder als reichere Natur, das heißt eine solche, deren ursprüngliche Bestimmtheit weniger beschränkt ist, - eine andere hingegen als eine schwächere und dürftigere Natur. Gegen diesen unwesentlichen Untersch...
... Momente sind zu vergleichen.
Es findet daher überhaupt weder Erhebung, noch Klage, noch Reue statt; denn dergleichen alles kömmt aus dem Gedanken her, der sich einen andern Inhalt und ein anderes An-sich einbildet, als die ursprüngliche Natur des Individuums und ihre in der Wirklichkeit vorhandene Ausführung ist. Was es sei, das es tut und ihm widerfährt, dies hat es getan, und ist es selbst; es kann nur das Bewußtsein des reinen Übersetzens seiner selbst aus der Nacht der Möglichkeit in den Tag der Ge...
...benfalls eine Vergleichung, aber was verglichen wird, hat eben nur den Schein des Gegensatzes; ein Schein der Form, der für das Selbstbewußtsein der Vernunft, daß die Individualität an ihr selbst die Wirklichkeit ist, nichts mehr als Schein ist. Das Individuum kann also, da es weiß, daß es in seiner Wirklichkeit nichts anderes finden kann als ihre Einheit mit ihm, oder nur die Gewißheit seiner selbst in ihrer Wahrheit, und daß es also immer seinen Zweck erreicht, nur Freude an sich erleben.
Dies ist der...
...gung der Individualität und des Seins gewiß ist, von sich macht; sehen wir, ob er sich ihm durch die Erfahrung bestätigt, und seine Realität damit übereinstimmt. Das Werk ist die Realität, welche das Bewußtsein sich gibt; es ist dasjenige, worin das Individuum das für es ist, was es an sich ist, und so daß das Bewußtsein, für welches es in dem Werke wird, nicht das besondere, sondern das allgemeine Bewußtsein ist; es hat sich im Werke überhaupt in das Element der Allgemeinheit, in den bestimmtheitslosen R...
...ement gilt, so kömmt dagegen, indem dies Element gegenständliches Sein wird, seine Bestimmtheit als solche in dem Werke an den Tag, und erhält ihre Wahrheit in ihrer Auflösung. Näher stellt diese Auflösung sich so dar, daß in dieser Bestimmtheit das Individuum als dieses sich wirklich geworden ist; aber sie ist nicht nur Inhalt der Wirklichkeit, sondern ebenso Form derselben, oder die Wirklichkeit als solche überhaupt ist eben diese Bestimmtheit, dem Selbstbewußtsein entgegengesetzt zu sein. Von dieser Se... | | |
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