| | Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse -> | ...hon seit langer Zeit, schon seit Beginn ihrer Künstlerlaufbahn, kämpft Josefine darum, dass sie mit Rücksicht auf ihren Gesang von jeder Arbeit befreit werde; man solle ihr also die Sorge um das tägliche Brot und alles, was sonst mit unserem Existenzkampf verbunden ist, abnehmen und es wahrscheinlich auf das Volk als Ganzes überwälzen. Ein schnell Begeisterter es fanden sich auch solche könnte schon allein aus der Sonderbarkeit dieser Forderung, aus der Geistesverfassung, die eine solche Forderung au...
...eicht zu rührende Volk ist manchmal gar nicht zu rühren. Die Abweisung ist manchmal so hart, dass selbst Josefine stutzt, sie scheint sich zu fügen, arbeitet wie sich's gehört, singt so gut sie kann, aber das alles nur eine Weile, dann nimmt sie den Kampf mit neuen Kräften dafür scheint sie unbeschränkt viele zu haben wieder auf. Nun ist es ja klar, dass Josefine nicht eigentlich das anstrebt, was sie wörtlich verlangt. Sie ist vernünftig, sie scheut die Arbeit nicht, wie ja Arbeitsscheu überhaupt be...
...cht sieht sie jetzt selbst den Fehler ein, aber nun kann sie nicht mehr zurück, ein Zurückgehen hieße sich selbst untreu werden, nun muß sie schon mit dieser Forderung stehen oder fallen.
Hätte sie wirklich Feinde, wie sie sagt, sie könnten diesem Kampfe, ohne selbst den Finger rühren zu müssen, belustigt zusehen. Aber sie hat keine Feinde, und selbst wenn mancher hie und da Einwände gegen sie hat, dieser Kampf belustigt niemanden. Schon deshalb nicht, weil sich hier das Volk in seiner kalten richterlichen Haltung zeigt, wie man es sonst bei uns nur sehr selten sieht. Und wenn einer auch diese Haltung in diesem Falle billigen mag, so schließt doch die bloß...
...g hätte voraussagen können; trotzdem mag es sein, dass in der Auffassung die Josefine von der Sache hat, auch solche Vermutungen mitspielen und dem Schmerz der Abgewiesenen eine Bitternis hinzufügen.
Aber mag sie auch solche Vermutungen haben, vom Kampf abschrecken läßt sie sich dadurch nicht. In letzter Zeit verschärft sich sogar der Kampf; hat sie ihn bisher nur durch Worte geführt, fängt sie jetzt an, andere Mittel anzuwenden, die ihrer Meinung nach wirksamer, unserer Meinung nach für sie selbst gefährlicher sind.
Manche glauben, Josefine werde deshalb so dringlich, weil sie sich ...
...nung nach wirksamer, unserer Meinung nach für sie selbst gefährlicher sind.
Manche glauben, Josefine werde deshalb so dringlich, weil sie sich alt werden fühle, die Stimme Schwächen zeige, und es ihr daher höchste Zeit zu sein scheine, den letzten Kampf um ihre Anerkennung zu führen. Ich glaube daran nicht. Josefine wäre nicht Josefine, wenn dies wahr wäre. Für sie gibt es kein Altern und keine Schwächen ihrer Stimme. Wenn sie etwas fordert, so wird sie nicht durch äußere Dinge, sondern durch inner...
...igsten Mittel anzuwenden. Ihr Recht steht ihr außer Zweifel; was liegt also daran, wie sie es erreicht; besonders da doch in dieser Welt, so wie sie sich ihr darstellt, gerade die würdigen Mittel versagen müssen. Vielleicht hat sie sogar deshalb den Kampf um ihr Recht aus dem Gebiet des Gesanges auf ein anderes, ihr wenig teures verlegt. Ihr Anhang hat Aussprüche von ihr in Umlauf gebracht, nach denen sie sich durchaus fähig fühlt, so zu singen, dass es dem Volk in allen seinen Schichten bis in die v...
...eit jeher bei Josefinens Gesang zu fühlen, sondern Lust im Sinne von Josefinens Verlangen. Aber, fügt sie hinzu, da sie das Hohe nicht fälschen und dem Gemeinen nicht schmeicheln könne, müsse es eben bleiben, wie es sei. Anders aber ist es bei ihrem Kampf um die Arbeitsbefreiung, zwar ist es auch ein Kampf um ihren Gesang, aber hier kämpft sie nicht unmittelbar mit der kostbaren Waffe des Gesanges, jedes Mittel, das sie anwendet, ist daher gut genug. | | |
| | Crassus´ Tod - Der Bruch der Gesamtherrscher -> | ...unverhohlen aus; aber er brach nicht und liess ungenutzt
die Monate verstreichen.
Indes wie auch Pompeius zoegerte, die Krise rueckte doch durch das
Schwergewicht der Dinge selbst unaufhaltsam heran. Der bevorstehende Krieg war
nicht etwa ein Kampf zwischen Republik und Monarchie - die Entscheidung darueber
war bereits vor Jahren gefallen -, sondern ein Kampf um den Besitz der Krone
Roms zwischen Pompeius und Caesar. Aber keiner der Praetendenten fand seine
Rechnung dabei, die rechte Parole auszusprechen; er haette damit den ganzen sehr
ansehnlichen Teil der Buergerschaft, der den Fortbestand der R...
...eglichkeit glaubte, dem Gegner geradezu ins Lager getrieben. Die
alten Schlachtrufe, wie sie Gracchus und Drusus, Cinna und Sulla angestimmt
hatten, wie verbraucht und inhaltlos sie waren, blieben immer noch gut genug zum
Feldgeschrei fuer den Kampf der beiden um die Alleinherrschaft ringenden
Generale; und wenn auch fuer den Augenblick sowohl Pompeius wie Caesar offiziell
sich zu der sogenannten Popularpartei rechneten, so konnte es doch keinen
Augenblick zweifelhaft sein, dass Caesar da...
...e gracchischen Ideale durch Clodius schaendlich und
laecherlich geworden waren; denn wo gab es jetzt, abgesehen etwa von den
Transpadanern, einen Kreis von irgendwelcher Bedeutung, der durch die
Schlachtrufe der Demokratie zur Teilnahme an dem Kampfe sich haette bestimmen
lassen?
Damit waere auch Pompeius' Rolle in dem bevorstehenden Kampf entschieden
gewesen, wenn nicht ohnehin schon es sich von selbst verstanden haette, dass er
in denselben eintreten wusste als der Feldherr der legitimen Republik. Ihn
hatte, wenn je einen, die Natur zum Glied einer Aristokratie bestimmt, und n...
...hten Mann ausging. Vielleicht die Majoritaet, auf jeden Fall der
Kern der Buergerschaft, gehoerte der verfassungstreuen Partei an, und ihrer
numerischen und moralischen Staerke nach war dieselbe wohl berufen, in dem
bevorstehenden Praetendentenkampf in maechtiger, vielleicht in entscheidender
Weise zu intervenieren. Es fehlte ihr nichts als ein Fuehrer. Marcus Cato, ihr
gegenwaertiges Haupt, tat als Vormann seine Schuldigkeit, wie er sie verstand,
unter taeglicher Lebensgefahr und viellei...
...der letzte auf einem verlorenen Posten zu sein,
ist Soldaten-, nicht Feldherrnlob. Die gewaltige Reserve, die der Partei der
gestuerzten Regierung wie von selber in Italien erwachsen war, wusste er weder
zu organisieren noch rechtzeitig in den Kampf zu ziehen; und, worauf am Ende
alles ankam, die militaerische Fuehrung hat er aus guten Gruenden niemals in
Anspruch genommen. Wenn anstatt dieses Mannes, der weder Parteihaupt noch
General zu sein verstand, ein Mann von Pompeius' politischer ...
...m hatte wagen duerfen zu
pfeifen, jetzt durch den bevorstehenden Bruch der Machthaber wieder auf die
politische Schaubuehne zurueckgefuehrt. Es war dies zunaechst der Kreis, der in
Cato seinen Mittelpunkt fand, diejenigen Republikaner, die den Kampf fuer die
Republik und gegen die Monarchie unter allen Umstaenden und je eher desto lieber
zu wagen entschlossen waren. Der klaegliche Ausgang des im Jahre 698 (56)
gemachten Versuchs hatte sie belehrt, dass sie fuer sich allein den Krieg weder... | | |
| | Die untertaenigen Landschaften bis zu der Gracchenzeit -> | ...onen. Als endlich vom Senat die Entscheidung kam,
lautete sie auf Fortsetzung des Krieges - man beteiligte sich also von Staats
wegen an dem Bubenstreich des Pompeius. Mit ungeschwaechtem Mut und erhoehter
Erbitterung nahmen die Numantiner den Kampf wieder auf; Laenas focht
ungluecklich gegen sie und nicht minder sein Nachfolger Gaius Hostilius Mancinus
(617 137). Aber die Katastrophe fuehrten weit weniger die Waffen der Numantiner
herbei als die schlaffe und elende Kriegszucht der roemis...
...Lager raeumen - es fanden sich bis 2000 Dirnen und eine
Unzahl Wahrsager und Pfaffen von allen Sorten -, und da der Soldat zum Fechten
unbrauchbar war, musste er wenigstens schanzen und marschieren. Den ersten
Sommer vermied der Feldherr jeden Kampf mit den Numantinern; er begnuegte sich,
die Vorraete in der Umgegend zu vernichten und die Vaccaeer, die den Numantinern
Korn verkauften, zu zuechtigen und zur Anerkennung der Oberhoheit Roms zu
zwingen. Erst gegen den Winter zog Scipio sein H...
...ha und den zahlreichen spanischen Zuzuegen waren es
vier Legionen, ueberhaupt eine Heermasse von 60000 Mann, die eine Stadt mit
einer waffenfaehigen Buergerschaft von hoechstens 8000 Koepfen einschloss.
Dennoch boten die Belagerten oftmals den Kampf an; allein Scipio, wohl
erkennend, dass die vieljaehrige Zuchtlosigkeit nicht mit einem Schlag sich
ausrotten lasse, verweigerte jedes Gefecht, und wo es dennoch bei den Ausfaellen
der Belagerten dazu kam, rechtfertigte die feige, kaum durch d...
...her behandelt als Scipio
die numantinische Armee; und nicht bloss mit bitteren Reden, sondern vor allem
durch die Tat bewies er ihr, was er von ihr halte. Zum erstenmal fuehrten die
Roemer, wo es nur auf sie ankam, das Schwert zu brauchen, den Kampf mit Hacke
und Spaten. Rings um die ganze Stadtmauer von reichlich einer halben deutschen
Meile im Umfang ward eine doppelt so ausgedehnte, mit Mauern, Tuermen und
Graeben versehene zwiefache Umwallungslinie aufgefuehrt und auch der Duerofluss,...
...erung, die Cato begehrte, beschloss
aber in geheimer Sitzung, dass der Krieg erklaert sein solle, wenn die Karthager
sich nicht dazu verstehen wuerden, ihr Heer zu entlassen und ihr Flottenmaterial
zu verbrennen. Inzwischen hatte in Afrika der Kampf bereits begonnen. Massinissa
hatte die von den Karthagern verbannten Leute unter Geleitschaft seines Sohnes
Gulussa nach der Stadt zurueckgesandt. Da die Karthager diesen die Tore
schlossen, auch von den abziehenden Numidiern einige erschlugen...
...ohnes
Gulussa nach der Stadt zurueckgesandt. Da die Karthager diesen die Tore
schlossen, auch von den abziehenden Numidiern einige erschlugen, setzte
Massinissa seine Truppen in Bewegung, und auch die karthagische Patriotenpartei
machte sich kampffertig. Indes Hasdrubal, der an die Spitze ihrer Armee trat,
war einer der gewoehnlichen Heerverderber, wie die Karthager sie zu Feldherren
zu nehmen pflegten; im Feldherrnpurpur einherstolzierend wie ein Theaterkoenig
und seines stattlichen Ba... | | |
| | Cinna und Sulla -> | ...f der Appischen Strasse heran. Aber bevor sie eintraf, stand Sulla
schon dem Norbanus gegenueber. Ein letzter Vermittlungsversuch, den Sulla
machte, fuehrte nur dazu, dass man an seinen Boten sich vergriff. In frischer
Erbitterung warfen seine kampfgewohnten Scharen sich auf den Feind; ihr
gewaltiger Stoss vom Berge Tifata herab zersprengte den in der Ebene
aufgestellten Feind im ersten Anlauf; mit dem Rest seiner Mannschaft warf sich
Norbanus in die revolutionaere Kolonie Capua und die N...
...gewonnen; statt mit der Belagerung
der Truemmer der geschlagenen Armee sich aufzuhalten, liess Sulla die Staedte
umstellen, wo sie sich befanden, und rueckte auf der Appischen Strasse vor gegen
Teanum, wo Scipio stand. Auch ihm bot er, ehe der Kampf begann, noch einmal die
Hand zum Frieden; es scheint in gutem Ernste. Scipio, schwach wie er war, ging
darauf ein; ein Waffenstillstand ward geschlossen; zwischen Cales und Teanum
kamen die beiden Feldherren, beide Glieder des gleichen Adelsge...
...rurien, wo die Neubuergergemeinden sehr zahlreich
waren, und dem Pogebiet kamen ansehnliche neu gebildete Abteilungen. Auf den Ruf
des Sohnes stellten die Marianischen Veteranen in grosser Anzahl sich bei den
Fahnen ein. Aber nirgends ward zum Kampf gegen Sulla so leidenschaftlich
geruestet wie in dem insurgierten Samnium und einzelnen Strichen von Lucanien.
Es war nichts weniger als Ergebenheit gegen die revolutionaere roemische
Regierung, dass zahlreicher Zuzug aus den oskischen Gegende...
...ohl aber begriff man daselbst, dass eine von Sulla restaurierte
Oligarchie sich die jetzt faktisch bestehende Selbstaendigkeit dieser
Landschaften nicht so gefallen lassen werde wie die schlaffe Cinnanische
Regierung; und darum erwachte in dem Kampf gegen Sulla noch einmal die uralte
Rivalitaet der Sabeller gegen die Latiner. Fuer Samnium und Latium war dieser
Krieg so gut ein Nationalkampf wie die Kriege des fuenften Jahrhunderts; man
stritt nicht um ein Mehr oder Minder von politischen Rechten, sondern um den
lange verhaltenen Hass durch Vernichtung des Gegners zu saettigen. Es war darum
kein Wunder, wenn dieser Teil des Kriege...
...Hauptmacht und ordnete sofort am Tempel der Erykinischen Aphrodite vor dem
Collinischen Tor (unweit Porta Pia) die Reihen zur Schlacht. Seine
Unterbefehlshaber beschworen ihn, nicht die durch den Gewaltmarsch erschoepften
Truppen sofort in den Kampf zu schicken; aber Sulla erwog, was die Nacht ueber
Rom bringen koenne, und befahl noch am spaeten Nachmittag den Angriff. Die
Schlacht war hart bestritten und blutig. Der linke Fluegel Sullas, den er selbst
anfuehrte, wich zurueck bis an die S...
...nuntergang seinerseits
ebenfalls zum Vorruecken ueberging. Die ganze Nacht und noch den folgenden
Morgen ward gefochten; erst der Uebertritt einer Abteilung von 3000 Mann, die
sofort die Waffen gegen die frueheren Kameraden wandten, setzte dem Kampf ein
Ziel. Rom war gerettet. Die Insurgentenarmee, fuer die es nirgends einen
Rueckzug gab, wurde vollstaendig aufgerieben. Die in der Schlacht gemachten
Gefangenen, 3000 bis 4000 an der Zahl, darunter die Generale Damasippus,
Carrinas und de... | | |
| | Die Italiker gegen Rom -> | ...sich jetzt auf die Arpaner. Die Italiker mussten
erkennen, dass es um ihrer aller Freiheit geschehen war, wenn Samnium unterlag,
und dass es die allerhoechste Zeit war, dem tapferen Bergvolk, das nun schon
fuenfzehn Jahre allein den ungleichen Kampf gegen die Roemer kaempfte, endlich
mit gesamter Kraft zu Hilfe zu kommen.
Die naechsten Bundesgenossen der Samniten waeren die Tarentiner gewesen;
allein es gehoert zu dem ueber Samnium und ueber Italien ueberhaupt waltenden
Verhaengnis, dass...
...ch der caudinischen Katastrophe Roemer und Samniten sich in
Apulien gegenueberstanden, Gesandte dorthin geschickt, die beiden Parteien
geboten, die Waffen niederzulegen (434 320). Diese diplomatische Intervention in
dem italischen Entscheidungskampf konnte verstaendigerweise nichts sein als die
Ankuendigung, dass Tarent aus seiner bisherigen Passivitaet jetzt endlich
herauszutreten entschlossen sei. Grund genug hatte es wahrlich dazu, wie
schwierig und gefaehrlich es auch fuer Tarent selb...
...hen Seemaechten den ersten
Rang einnahm, bestand die Landmacht, auf die es jetzt ankam, wesentlich aus
gemieteten Soeldnern und war in tiefem Verfall. Unter diesen Umstaenden war es
fuer die tarentinische Republik keine leichte Aufgabe, an dem Kampf zwischen Rom
und Samnium sich zu beteiligen, auch abgesehen von der wenigstens beschwerlichen
Fehde, in welche die roemische Politik die Tarentiner mit den Lucanern zu
verwickeln gewusst hatte. Indes bei kraeftigem Willen waren diese
Schwier...
...emische Politik die Tarentiner mit den Lucanern zu
verwickeln gewusst hatte. Indes bei kraeftigem Willen waren diese
Schwierigkeiten wohl zu ueberwinden; und beide streitende Teile fassten die
Aufforderung der tarentinischen Gesandten, mit dem Kampf einzuhalten, in diesem
Sinne auf. Die Samniten als die Schwaecheren zeigten sich bereit, derselben
nachzukommen; die Roemer antworteten durch die Aufsteckung des Zeichens zur
Schlacht. Vernunft und Ehre geboten den Tarentinern, dem herrischen ...
...e im Andenken des Volkes fortlebende Schlacht am
Vadimonischen See, machte aus dem unvorsichtigen Beginnen eine gefeierte
Heldentat und brach den Widerstand der Etrusker. Ungleich den Samniten, die nun
schon seit achtzehn Jahren den ungleichen Kampf fochten, bequemten sich schon
nach der ersten Niederlage drei der maechtigsten etruskischen Staedte, Perusia,
Cortona und Arretium, zu einem Sonderfrieden auf dreihundert (444 310) und,
nachdem im folgenden Jahre die Roemer noch einmal bei Per...
...n auf dreihundert (444 310) und,
nachdem im folgenden Jahre die Roemer noch einmal bei Perusia die uebrigen
Etrusker besiegt hatten, auch die Tarquinienser zu einem Frieden auf vierhundert
Monate (446 308); worauf auch die uebrigen Staedte vom Kampfe abstanden und in
Etrurien vorlaeufig Waffenruhe eintrat.
Waehrend dieser Ereignisse hatte auch in Samnium der Krieg nicht geruht.
Der Feldzug von 443 (311) beschraenkte sich gleich den bisherigen auf die
Belagerung und Erstuermung einzelner ...
...e mit den Silberschilden wurden hier aufgerieben und die
glaenzenden Ruestungen derselben schmueckten seitdem bei festlichen
Gelegenheiten die Budenreihen laengs des roemischen Marktes. Immer hoeher stieg
die Not, immer hoffnungsloser ward der Kampf. Im folgenden Jahre (446 308)
legten die Etrusker die Waffen nieder; in ebendemselben ergab die letzte Stadt
Kampaniens, die noch zu den Samniten hielt, Nuceria, zu Wasser und zu Lande
gleichzeitig angegriffen, unter guenstigen Bedingungen sic...
...(450 304).
Vermutlich um dieselbe Zeit und wohl infolge des samnitischen Friedens ward
auch Friede gemacht zwischen Rom und Tarent. Unmittelbar zwar hatten beide
Staedte nicht gegeneinander im Felde gestanden; die Tarentiner hatten dem langen
Kampfe zwischen Rom und Samnium von Anfang bis zu Ende untaetig zugesehen und
nur im Bunde mit den Sallentinern gegen die Bundesgenossen Roms, die Lucaner,
die Fehde fortgesetzt. Zwar hatten sie in den letzten Jahren des Samnitischen
Krieges noch ei... | | |
| | Der Sieg -> |
»Genau eine Minute, nachdem der erste hätte fallen sollen!«
»Einverstanden. Wohin soll geschossen werden?«
»In das Herz, genau in das Herz.«
»Nach gar keiner anderen Körperstelle?«
»Nach keiner andern!«
»Wo findet der Kampf statt?«
»Auf der Scheide zwischen der Oberstadt und der Unterstadt. Der Platz wird abgesteckt.«
»Wann?«
»Eine Stunde, bevor die Sonne hinter dem Mount Winnetou verschwindet.«
»Wer sorgt dafür, daß diese Bedingungen eingehalten werden?«
»Zwei Pe...
...hen und jeden
Häuptling sofort erschießen, der sein Wort bricht, indem er nach einer anderen Stelle als nur auf mein Herz
zielt. Ist Pida, der Bote meiner Feinde, einverstanden?«
»Ich bin es«, antwortete er. »Und Old Shatterhand?«
»Ich nehme den Kampf an, zu den Bedingungen, welche soeben besprochen wurden.«
»Um Gottes willen!« raunte mir das Herzle so laut zu, daß alle es hörten. »Ich gebe es nicht zu! Du bist
verloren!«
Es war ein Glück, daß sie deutsch gesprochen hatte, so daß niemand es ve...
...es auf mich zu, ergriff meine beiden Hände
und sagte, indem sein Gesicht ein ganz anderes wurde:
»Pida liebt Old Shatterhand. Er will nicht, daß Old Shatterhand sterbe, sondern daß er lebe, und daß er
glücklich sei. Kann Old Shatterhand an diesem Kampf, der doch unbedingt zu seinem Tod führen muß,
nichts ändern?«
»Ich könnte wohl, aber ich will nicht«, antwortete ich. »Pida ist mein Bruder, und ich bin der seine. Dieser
Kampf wird nicht zu meinem Tode führen. Old Shatterhand weiß stets, was er sagt. Pida glaube auch jetzt
an mich, wie er früher an mich glaubte! Kein Komantsche, kein Kiowa, kein Utah und kein Sioux wird
mich töten! Nur noch kurze Zeit, so werden sie all...
...rne Medizinbeutel
eingenäht waren. Ich knotete die an ihnen vorha nen Riemen derart, daß die Medizinen, wenn ich sie mir
um den hing, grad auf das Herz zu liegen kamen. Das war die gar Vorbereitung, die ich für den so
gefährlich erscheinenden Zweikampf zu treffen hatte. Als das Herzle das hörte, war sie sofort beruhigt. sie
begann sogar, sich auf dieses »Duell« zu freuen.
Nicht lange, so war die Aufregung zu sehen, die sich Lager verbreitete. Man steckte den Kampfplatz ab,
und besorgt um Plätze für Hunderte von Zuschauern. Es herrschte sowohl in der Unter- als auch in der
Oberstadt eine lebhafte Bewegung. Man suchte einander auf. Man sprach von nichts anderem als
bevorstehenden Kampf auf Leben und Tod zwischen Old Shatterhand und den vier berühmten Häuptlingen.
Man sagte, daß es von ersterem geradezu wahnsinnig sei, auf so blutrünstige Bedingungen einzugehen Aber man hielt dem entgegen, daß er oft ganz anders denke und ganz and...
...nig sei, auf so blutrünstige Bedingungen einzugehen Aber man hielt dem entgegen, daß er oft ganz anders denke und ganz andere Wege gehe als andere
Menschen und daß man darum auch jetzt nicht voreilig urteilen dürfe, sondern einfach den Ausgang des
Kampfes abzuwarten habe. Kurz, das Abenteuer war in aller Mund, und es verstand sich ganz von selbst,
daß auch Tatellah-Satah davon hörte, obwohl ich es unterließ, ihn zu benachrichtigen. Es war nach dem
Mittagessen; da suchte er mich auf. Ich war mit d... | | |
| | Sturz der etruskischen Macht - Die Kelten -> | ...ich der trojanischen zehn Jahre gewaehrt haben
soll, ist wenig beglaubigt. Sage und Dichtung haben sich dieser Ereignisse
bemaechtigt, und mit Recht; denn gekaempft ward hier mit bis dahin unerhoerter
Anstrengung um einen bis dahin unerhoerten Kampfpreis. Es war das erstemal, dass
ein roemisches Heer Sommer und Winter, Jahr aus Jahr ein im Felde blieb, bis das
vorgesteckte Ziel erreicht war; das erstemal, dass die Gemeinde aus
Staatsmitteln dem Aufgebot Sold zahlte. Aber es war auch das e...
...de aus
Staatsmitteln dem Aufgebot Sold zahlte. Aber es war auch das erstemal, dass die
Roemer es versuchten, sich eine stammfremde Nation zu unterwerfen und ihre
Waffen ueber die alte Nordgrenze der latinischen Landschaft hinuebertrugen. Der
Kampf war gewaltig, der Ausgang kaum zweifelhaft. Die Roemer fanden
Unterstuetzung bei den Latinern und den Hernikern, denen der Sturz des
gefuerchteten Nachbarn fast nicht minder Genugtuung und Foerderung gewaehrte als
den Roemern selbst; waehrend ...
...ion der aristokratischen
Regierungen der uebrigen Staedte gegen das von den Veientern beibehaltene oder
wiederhergestellte Koenigsregiment, jene Untaetigkeit der uebrigen Etrusker
herbeigefuehrt haben. Haette die etruskische Nation sich an dem Kampf beteiligen
koennen oder wollen, so wuerde die roemische Gemeinde kaum imstande gewesen
sein, die bei der damaligen hoechst unentwickelten Belagerungskunst riesenhafte
Aufgabe der Bezwingung einer grossen und festen Stadt zu Ende zu fuehren;
...
...eselbe zu gewaehren und zugleich die Gallier durch
die Waffen und die Etrusker durch den gewaehrten Schutz in Abhaengigkeit von Rom
zu bringen; allein eine solche weitblickende Intervention, die die Roemer
genoetigt haben wuerde, einen ernsten Kampf an der tuskischen Nordgrenze zu
beginnen, lag jenseits des Horizonts ihrer damaligen Politik. So blieb nichts
uebrig, als sich jeder Einmischung zu enthalten. Allein toerichterweise schlug
man die Hilfstruppen ab und schickte Gesandte; und noc...
...ueber der Muendung des Baches Allia in den Tiberfluss, trafen
die Heere aufeinander und kam es am 18. Juli 364 (390) zur Schlacht. Auch jetzt
noch ging man, nicht wie gegen ein Heer, sondern wie gegen Raeuber, uebermuetig
und tolldreist in den Kampf unter unerprobten Feldherren - Camillus hatte
infolge des Staendehaders von den Geschaeften sich zurueckgezogen. Waren es doch
Wilde, gegen die man fechten sollte; was bedurfte es des Lagers, der Sicherung
des Rueckzugs? Aber die Wilden waren ... | | |
| | Die Tugend und der Weltlauf -> | ...ster besiegen werde. Die Waffen sind dieselben; sie sind diese Fähigkeiten und Kräfte. Zwar hat die Tugend ihren Glauben an die ursprüngliche Einheit ihres Zweckes und des Wesens des Weltlaufes in den Hinterhalt gelegt, welche dem Feinde während des Kampfes in den Rücken fallen, und an sich ihn vollbringen soll; so daß hiedurch in der Tat für den Ritter der Tugend sein eignes Tun und Kämpfen eigentlich eine Spiegelfechterei ist, die er nicht für Ernst nehmen kann, weil er seine wahrhafte Stärke darei...
... für dessen Bewahrung und Ausführung kämpft er; sondern was daran gewagt wird, sind nur die gleichgültigen Gaben und Fähigkeiten. Allein diese sind in der Tat nichts anderes als eben dasjenige individualitätslose Allgemeine selbst, welches durch den Kampf erhalten und verwirklicht werden soll. - Es ist aber zugleich durch den Begriff des Kampfs selbst unmittelbar bereits verwirklicht; es ist das An-sich, das Allgemeine; und seine Verwirklichung heißt nur dieses, daß es zugleich für ein Anderes sei. Die beiden oben angegebenen Seiten, nach deren jeder es zu einer Abstraktion wurde, sind ni...
...s ist das An-sich, das Allgemeine; und seine Verwirklichung heißt nur dieses, daß es zugleich für ein Anderes sei. Die beiden oben angegebenen Seiten, nach deren jeder es zu einer Abstraktion wurde, sind nicht mehr getrennt, sondern in und durch den Kampf ist das Gute auf beide Weisen zumal gesetzt. - Das tugendhafte Bewußtsein tritt aber in den Kampf gegen den Weltlauf als gegen ein dem Guten Entgegengesetztes; was er ihm hierin darbietet, ist das Allgemeine, nicht nur als abstraktes Allgemeines, sondern als ein von der Individualität belebtes und für ein Anderes seiendes, oder das wirkliche Gut...
...ufgeopfert werden sollten. Das Kämpfen kann daher nur ein Schwanken zwischen Bewahren und Aufopfern sein; oder vielmehr kann weder Aufopferung des Eignen noch Verletzung des Fremden stattfinden. Die Tugend gleicht nicht nur jenem Streiter, dem es im Kampfe allein darum zu tun ist, sein Schwert blank zu erhalten, sondern sie hat auch den Streit darum begonnen, die Waffen zu bewahren; und nicht nur kann sie die ihrigen nicht gebrauchen, sondern muß auch die des Feindes unverletzt erhalten und sie gegen...
... Streit darum begonnen, die Waffen zu bewahren; und nicht nur kann sie die ihrigen nicht gebrauchen, sondern muß auch die des Feindes unverletzt erhalten und sie gegen sich selbst schützen, denn alle sind edle Teile des Guten, für welches sie in den Kampf ging.
Diesem Feinde dagegen ist nicht das An-sich, sondern die Individualität das Wesen; seine Kraft also das negative Prinzip, welchem nichts bestehend und absolut heilig ist, sondern welches den Verlust von allem und jedem wagen und ertragen kan...
... seiner selbst gewisse Bewußtsein, das nicht von hinten an sich kommen läßt, sondern allenthalben die Stirne bietet; denn er ist dieses, daß alles für ihn ist, daß alles vor ihm steht. Das gute An-sich aber, ist es für seinen Feind, so ist es in dem Kampfe, den wir gesehen haben; insofern es aber nicht für ihn, sondern an sich ist, ist es das passive Werkzeug der Gaben und Fähigkeiten, die wirklichkeitslose Materie; als Dasein vorgestellt, wäre es ein schlafendes und dahinten, man weiß nicht wo, blei... | | |
| | Der Hannibalische Krieg von Cannae bis Zama | ...h den Bergen herab zu, noch warfen sie sich auf den Gegner, wo sie ihn eben fanden, sondern, die rechte Mitte zwischen Zauderei und Vorschnelligkeit haltend, stellten sie in verschanzten Lagern, unter den Mauern der Festungen sich auf und nahmen den Kampf da an, wo der Sieg zu Resultaten, die Niederlage nicht zur Vernichtung führte. Die Seele dieser neuen Kriegführung war Marcus Claudius Marcellus. Mit richtigem Instinkt hatten nach dem unheilvollen Tag von Cannae Senat und Volk auf diesen tapferen u...
...en Bau mehr geschafft als Marcus Marcellus.
Vom Schlachtfeld hatte Hannibal sich nach Kampanien gewandt. Er kannte Rom besser als die naiven Leute, die in alter und neuer Zeit gemeint haben, daß er mit einem Marsch auf die feindliche Hauptstadt den Kampf hätte beendigen können. Die heutige Kriegskunst zwar entscheidet den Krieg auf dem Schlachtfeld; allein in der alten Zeit, wo der Angriffskrieg gegen die Festungen weit minder entwickelt war als das Verteidigungssystem, ist unzählige Male der vollst...
... mutigen Widerstand der Bürgerschaft gescheitert, und die Römer konnten noch rechtzeitig in den wichtigen Hafenplatz eine Besatzung werfen. Ebenso treu hielten zu Rom die beiden anderen größeren Küstenstädte, Cumae und Nuceria. In Nola schwankte der Kampf zwischen der Volks- und der Senatspartei wegen des Anschlusses an die Karthager oder an die Römer. Benachrichtigt, daß die erstere die Oberhand gewinne, ging Marcellus bei Caiatia über den Fluß und, an den Höhen von Suessula hin um die feindliche Ar... | | |
| | Die untertaenigen Landschaften bis zu der Gracchenzeit -> | ...einsichtige
Feldherr den Rest des Jahres seine Truppen in dem Lager bei Urso (Osuna
suedoestlich von Sevilla) zusammen, ohne die angebotene Feldschlacht zu liefern,
und nahm erst im folgenden (610 144), nachdem im kleinen Krieg seine Truppen
kampffaehig geworden waren, wieder das Feld, wo er dann die Ueberlegenheit zu
behaupten vermochte und nach gluecklichen Waffentaten nach Corduba ins
Winterlager ging. Als aber an Maximus' Stelle der feige und ungeschickte Praetor
Quinctius den Befeh...
...hus zu bevollmaechtigen und bald ihm den offenen,
unbeschoenigten Bruch des gegebenen Treuworts wenigstens nachzusehen. So drang
Caepio in Lusitanien ein und durchzog das Land bis zu dem Gebiet der Vettonen
und Callaeker; Viriathus vermied den Kampf mit der Uebermacht und entzog sich
durch geschickte Bewegungen dem Gegner (614 140). Als aber im folgenden Jahre
(615 139) nicht bloss Caepio den Angriff erneuerte, sondern auch das in der
noerdlichen Provinz inzwischen verfuegbar gewordene He...
...ungen und
erdolchten die Nacht darauf den Schlafenden in seinem Zelte. Die Lusitaner
ehrten den herrlichen Mann durch eine Totenfeier ohnegleichen, bei der
zweihundert Fechterpaare die Leichenspiele fochten; hoeher noch dadurch, dass
sie den Kampf nicht aufgaben, sondern an die Stelle des gefallenen Helden den
Tautamus zu ihrem Oberfeldherrn ernannten. Kuehn genug war auch der Plan, den
dieser entwarf, den Roemern Sagunt zu entreissen; allein der neue Feldherr
besass weder seines Vorgae...
... von Fremden wie von Eingeborenen als durch
ehrlichen Krieg, ward Lusitanien bezwungen.
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2 Die Chronologie des Viriathischen Krieges ist wenig gesichert. Es steht
fest, dass Viriathus' Auftreten von dem Kampf mit Vetilius datiert (App. Hisp.
61; Liv. 52; Oros. hist. 5, 4) und dass er 615 (130) umkam (Diod. Vat. p. 110 u.
a. m.); die Dauer seines Regiments wird auf acht (App. Hisp. 63), zehn (Iust.
44, 2), elf (Diod. p. 597), fuenfzehn (Liv. 54; Eut... | | |
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