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Schlagwort: Kirche


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1. Kapitel
...e sonst vielleicht lange geruht hätten. Wir erinnern uns jener Veränderung, welche Charlotte mit dem Kirchhofe vorgenommen hatte. Die sämtlichen Monumente waren von ihrer Stelle gerückt und hatten an der Mauer, an dem Sockel der Kirche Platz gefunden. Der übrige Raum war geebnet. Außer einem breiten Wege, der zur Kirche und an derselben vorbei zu dem jenseitigen Pförtchen führte, war das übrige alles mit verschiedenen Arten Klee besäet, der auf das schönste grünte und blühte. Nach einer gewissen Ordnung sollten vom Ende heran die ...

...sei; und auf das Wo komme es eigentlich an, wie viele behaupteten. Von ebensolcher Gesinnung war eine benachbarte Familie, die sich und den Ihrigen einen Raum auf dieser allgemeinen Ruhestätte vor mehreren Jahren ausbedungen und dafür der Kirche eine kleine Stiftung zugewendet hatte. Nun war der junge Rechtsgelehrte abgesendet, um die Stiftung zu widerrufen und anzuzeigen, daß man nicht weiter zahlen werde, weil die Bedingung, unter welcher dieses bisher geschehen, einseitig aufgehobe...

...st unmittelbar neben ihnen zu ruhen.« »Die Sache ist nicht von der Bedeutung,« versetzte Charlotte, »daß man sich deshalb durch einen Rechtshandel beunruhigen sollte. Meine Anstalt reut mich so wenig, daß ich die Kirche gern wegen dessen, was ihr entgeht, entschädigen will. Nur muß ich Ihnen auf richtig gestehen, Ihre Argumente haben mich nicht überzeugt. Das reine Gefühl einer endlichen allgemeinen Gleichheit, wenigstens nach dem Tode, scheint...

...lücklich sind, die Reste eines geliebten Gegenstandes eingeurnt an unsere Brust zu drücken; da wir weder reich noch heiter genug sind, sie unversehrt in großen wohl ausgezierten Sarkophagen zu verwahren; ja da wir nicht einmal in den Kirchen mehr Platz für uns und für die Unsrigen finden, sondern hinaus ins Freie gewiesen sind - so haben wir alle Ursache, die Art und Weise, die Sie, meine gnädige Frau, eingeleitet haben, zu billigen. Wenn die Glieder einer Gemeinde reihe...

...chte ich gut gedachte, gut ausgeführte Monumente, nicht einzeln und zufällig ausgesät, sondern an einem Orte aufgestellt, wo sie sich Dauer versprechen können. Da selbst die Frommen und Hohen auf das Vorrecht Verzicht tun, in den Kirchen persönlich zu ruhen, so stelle man wenigstens dort, oder in schönen Hallen um die Begräbnisplätze, Denkzeichen, Denkschriften auf. Es gibt tausenderlei Formen, die man ihnen vorschreiben, tausenderlei Zieraten, womit man sie aus...
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Goethe, Johann Wolfgang von ->
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Zweiter Teil ->
1. Kapitel
18. Kapitel ->
... was er beginnen sollte. »Tragt sie nun zur Ruhe!« sagte das Mädchen, »Sie hat das Ihrige getan und gelitten und kann nicht mehr unter uns wohnen.« Die Bahre bewegte sich weiter, Nanni folgte zuerst, und man gelangte zur Kirche, zur Kapelle. So stand nun der Sarg Ottiliens, zu ihren Häupten der Sarg des Kindes, zu ihren Füßen das Köfferchen, in ein starkes eichenes Behältnis eingeschlossen. Man hatte für eine Wächterin gesorgt, welche i...

...sich; kniend nahm er von Ottilien, mit einem herzlichen Händedruck von Nanni Abschied, und noch in der Nacht ritt er vom Orte weg, ohne weiter jemand gesehen zu haben. Der Wundarzt war die Nacht über, ohne des Mädchens Wissen, in der Kirche geblieben und fand, als er sie des Morgens besuchte, sie heiter und getrosten Mutes. Er war auf mancherlei Verirrungen gefaßt: er dachte schon, sie werde ihm von nächtlichen Unterredungen mit Ottilien und von andern solchen Erscheinungen ...

...h, und zuletzt war niemand so alt und so schwach, der sich nicht an dieser Stelle eine Erquickung und Erleichterung gesucht hätte. Der Zudrang wuchs, und man sah sich genötigt, die Kapelle, ja außer den Stunden des Gottesdienstes die Kirche zu verschließen. Eduard wagte sich nicht wieder zu der Abgeschiedenen. Er lebte nur vor sich hin, er schien keine Träne mehr zu haben, keines Schmerzes weiter fähig zu sein. Seine Teilnahme an der Unterhaltung, sein Genuß von ...

...edanken an die Heilige eingeschlafen war, so konnte man wohl ihn selig nennen. Charlotte gab ihm seinen Platz neben Ottilien und verordnete, daß niemand weiter in diesem Gewölbe beigesetzt werde. Unter dieser Bedingung machte sie für Kirche und Schule, für den Geistlichen und den Schullehrer ansehnliche Stiftungen. So ruhen die Liebenden nebeneinander. Friede schwebt über ihrer Stätte, heitere verwandte Engelsbilder schauen vom Gewölbe auf sie herab, und welch ein ...
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18. Kapitel
Der Schimmelreiter - Novelle (1888) ->
...e auch mehrfach in den letzten Monden Lebensüberdruß geäußert; sein Leibgericht, der Ofenbraten, selbst seine Enten hatten ihm nicht mehr schmecken wollen. Und nun gab es eine große Leiche im Dorf. Droben auf der Geest auf dem Begräbnisplatz um die Kirche war zu Westen eine mit Schmiedegitter umhegte Grabstätte; ein breiter blauer Grabstein stand jetzt aufgehoben gegen eine Traueresche, auf welchem das Bild des Todes mit stark gezahnten Kiefern ausgehauen war; darunter in großen Buchstaben: Dat is d...

...rfern; auf dem vordersten stand der schwere Sarg, die beiden blanken Rappen des deichgräflichen Stalles zogen ihn schon den sandigen Anberg zur Geest hinauf; Schweife und Mähnen der Pferde wehten in dem scharfen Frühjahrswind. Der Gottesacker um die Kirche war bis an die Wälle mit Menschen angefüllt, selbst auf dem gemauerten Tore huckten Buben mit kleinen Kindern in den Armen; sie wollten alle das Begraben ansehn. Im Hause drunten in der Marsch hatte Elke in Pesel und Wohngelaß das Leichenmahl gerüs...

...l vor die Hoftür; sie traf niemanden auf ihrem Wege; die Knechte waren mit zwei Gespannen in der Leichenfuhr. Hier blieb sie stehen und sah, während ihre Trauerkleider im Frühlingswinde flatterten, wie drüben an dem Dorfe jetzt die letzten Wagen zur Kirche hinauffuhren. Nach einer Weile entstand dort ein Gewühl, dem eine Totenstille zu folgen schien. Elke faltete die Hände; sie senkten wohl den Sarg jetzt in die Grube. »Und zur Erde wieder sollst du werden!« Unwillkürlich, leise, als hätte sie von dor...
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Storm, Theodor ->
Der Schimmelreiter
Neuntes Kapitel: Im Dom ->
...e zur Verfügung hatte. K. wäre auch diese kleine Kanzel gewiß nicht aufgefallen, wenn nicht oben eine Lampe befestigt gewesen wäre, wie man sie kurz vor einer Predigt bereitzustellen pflegt. Sollte jetzt etwa eine Predigt stattfinden? In der leeren Kirche? K. sah an der Treppe hinab, die an die Säule sich anschmiegend zur Kanzel führte und so schmal war, als sollte sie nicht für Menschen, sondern nur zum Schmuck der Säule dienen. Aber unten an der Kanzel, K. lächelte vor Staunen, stand wirklich der G...

..., worauf K. sich bekreuzigte und verbeugte, was er schon früher hätte tun sollen. Der Geistliche gab sich einen kleinen Aufschwung und stieg mit kurzen, schnellen Schritten die Kanzel hinauf. Sollte wirklich eine Predigt beginnen? War vielleicht der Kirchendiener doch nicht so ganz vom Verstand verlassen und hatte K. dem Prediger zutreiben wollen, was allerdings in der leeren Kirche äußerst notwendig gewesen war? Übrigens gab es ja noch irgendwo vor einem Marienbild ein altes Weib, das auch hätte kommen sollen. Und wenn es schon eine Predigt sein sollte, warum wurde sie nicht von der Orgel eingeleitet? Aber die blieb still und ...

...viel Zeit, auf den Italiener zu warten, war er längst nicht mehr verpflichtet, er sah auf seine Uhr, es war elf. Aber konnte denn wirklich gepredigt werden? Konnte K. allein die Gemeinde darstellen? Wie, wenn er ein Fremder gewesen wäre, der nur die Kirche besichtigen wollte? Im Grunde war er auch nichts anderes. Es war unsinnig, daran zu denken, daß gepredigt werden sollte, jetzt um elf Uhr, an einem Werktag, bei gräßlichstem Wetter. Der Geistliche - ein Geistlicher war es zweifellos, ein junger Mann...

...ch langsam der Brüstung zu, die er vorn an der kantigen Einfassung mit beiden Händen erfaßte. So stand er eine Zeitlang und blickte, ohne den Kopf zu rühren, umher. K. war ein großes Stück zurückgewichen und lehnte mit den Ellbogen an der vordersten Kirchenbank. Mit unsicheren Augen sah er irgendwo, ohne den Ort genau zu bestimmen, den Kirchendiener, mit krummem Rücken, friedlich, wie nach beendeter Aufgabe, sich zusammenkauern. Was für eine Stille herrschte jetzt im Dom! Aber K. mußte sie stören, er hatte nicht die Absicht, hierzubleiben; wenn es die Pflicht des Geistlichen war, zu eine...
Belletristik ->
Kafka, Franz ->
Der Prozess ->
Neuntes Kapitel: Im Dom
1. Teil - Kapitän Ahab ->
...llerdings«, bestätigte mit Grabesstimme Kapitän Bildad, der hinter Peleg den Kopf aus dem Wigwam streckte. »Er muß beweisen, daß er getauft ist. – Sohn der Finsternis «, wandte er sich an Quiqueg, »gehörst du gegenwärtig irgendeiner christlichen Kirche an?« »Ja«, sagte ich, »er gehört zur Ersten Freien Gemeinde.« »Junger Mann«, sagte Bildad in strengem Ton, »du willst mich wohl foppen. Erkläre dich näher. Von welcher Kirche sprichst du eigentlich? « Derart in die Enge getrieben, erwiderte ich: »Ich meine die eine uralte, allumfassende Kirche, der wir alle angehören, Sie und ich und Kapitän Peleg und Quiqueg nicht minder, und mit uns alle Menschenkinder und Menschenseelen – die große, ewige Gemeinschaft aller Gläubigen auf Erden. Alle gehören wir ihr an, nur huldigen einige von uns ...
Belletristik ->
Melville, Herman ->
Moby Dick ->
1. Teil - Kapitän Ahab
2. Kapitel
...fgeregt durch den Vorfall und die daran sich knüpfenden Gespräche, begab man sich des andern Tages nach dem Begräbnisplatz, zu dessen Verzierung und Erheiterung der Architekt manchen glücklichen Vorschlag tat. Allein auch auf die Kirche sollte sich seine Sorgfalt erstrecken, auf ein Gebäude, das gleich anfänglich seine Aufmerksamkeit an sich gezogen hatte. Diese Kirche stand seit mehrern Jahrhunderten, nach deutscher Art und Kunst, in guten Maßen errichtet und auf eine glückliche Weise verziert. Man konnte wohl nachkommen, daß der Baumeister eines benachbarten Klosters mit Einsicht und Neigung sic...

...sonst sich noch anschließen mag. Alle diese Dinge richteten die Einbildungskraft gegen die ältere Zeit hin, und da er zuletzt mit den Anfängen des Drucks, Holzschnitten und den ältesten Kupfern seine Unterhaltung zierte, und die Kirche täglich auch, jenem Sinne gemäß, an Farbe und sonstiger Auszierung gleichsam der Vergangenheit entgegenwuchs, so mußte man sich beinahe selbst fragen, ob man denn wirklich in der neueren Zeit lebe, ob es nicht ein Traum sei, da...
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Goethe, Johann Wolfgang von ->
Wahlverwandtschaften ->
Zweiter Teil ->
2. Kapitel
Von grossen Ereignissen
...uml;nheit wächst! Mit göttlicheren Zügen steht sie nun auf und leidendverführerisch; und wahrlich! sie wird euch noch Dank sagen, dass ihr sie umstürztet, ihr Umstürzer! Diesen Rath aber rathe ich Königen und Kirchen und Allem, was alters- und tugendschwach ist - lasst euch nur umstürzen! Dass ihr wieder zum Leben kommt, und zu euch - die Tugend! - Also redete ich vor dem Feuerhunde: da unterbrach er mich mürrisch und fragte: "Kirche? Was ist denn das?'' Kirche? antwortete ich, das ist eine Art von Staat, und zwar die verlogenste. Doch schweig still, du Heuchelhund! Du kennst deine Art wohl am besten schon! Gleich dir selber ist der Staat ein Heuchelhund; gleich dir redet er gern mit Rauch und Gebrü...
Philosophie ->
Nietzsche, Friedrich ->
Also sprach Zarathustra ->
B. Zweiter Theil ->
18. Von grossen Ereignissen
Der Reflex des Antik-Tragischen in dem Modern-Tragischen ->
...der Verwirrung, die sich in unsern Tagen so vielfältig geltend macht. Man sucht eine Sache, wo man sie nicht suchen sollte, und, was noch schlimmer ist, man findet sie, wo man sie nicht finden sollte. Im Theater läßt man sich erbauen, in der Kirche ästhetisch anregen; durch Romane will man bekehrt werden, an Erbauungsbüchern seinen »Genuß« finden; man will auf der Kanzel die Philosophie haben und auf dem Katheder den Prediger. – Der vorhin erwähnte Schmerz ist also nicht der ästhetisch...

...doch unstreitig derjenige, auf den unsre Zeit hinarbeitet, als auf das höchste tragische Interesse. Ebenso verhält es sich hinsichtlich der tragischen Schuld. Die Gegenwart hat alle objektiven Begriffe von Familie und Geschlecht, Staat und Kirche verloren; sie muß den Einzelnen daher völlig sich selbst überlassen, so daß dieser, genau genommen, sein eigner Schöpfer wird. Die Schuld ist also dann Sünde, ihr Schmerz Reue, womit das Tragische aber aufhört. Auch die in strengerm Sinne ...
Philosophie ->
Kierkegaard, Sören ->
Entweder-Oder ->
2. Erster Teil ->
Der Reflex des Antik-Tragischen in dem Modern-Tragischen
9. Kapitel
Der Geburtstag war herbeigekommen, und alles fertig geworden. Die ganze Mauer, die den Dorfweg gegen das Wasser zu einfaßte und erhöhte, ebenso der Weg an der Kirche vorbei, wo er eine Zeitlang in dem von Charlotten angelegten Pfade fortlief, sich dann die Felsen hinaufwärts schlang, die Mooshütte links über sich, dann nach einer völligen Wendung links unter sich ließ und so allmäh...

...ufwärts schlang, die Mooshütte links über sich, dann nach einer völligen Wendung links unter sich ließ und so allmählich auf die Höhe gelangte. Es hatte sich diesen Tag viel Gesellschaft eingefunden. Man ging zur Kirche, wo man die Gemeinde im festlichen Schmuck versammelt antraf. Nach dem Gottesdienste zogen Knaben, Jünglinge und Männer, wie es angeordnet war, voraus; dann kam die Herrschaft mit ihrem Besuch und Gefolge; Mädchen, Jungfrauen und Frau...
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Goethe, Johann Wolfgang von ->
Wahlverwandtschaften ->
9. Kapitel
Die Ausgleichung der Staende und die neue Aristokratie
...ibunats sich vorbereitet haben. ^2 Die Verteidigung, dass der Adel an der Ausschliessung der Plebejer aus religioeser Befangenheit festgehalten habe, verkennt den Grundcharakter der roemischen Religion und traegt den modernen Gegensatz zwischen Kirche und Staat in das Altertum hinein. Die Zulassung des Nichtbuergers zu einer buergerlich religioesen Verrichtung musste freilich dem rechtglaeubigen Roemer als suendhaft erscheinen; aber nie hat auch der strengste Orthodoxe bezweifelt, dass durc...
Geschichte ->
Theodor Mommsen ->
Roemische Geschichte - 2. Buch ->
03. Kapitel

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