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Schlagwort: Monarchie


Übersicht - a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Monarchien

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Brundisium, Ilerda, Pharsalos und Thapsus ->
...n auch dessen geringschaetzige Nachsicht den Bittstellern bereitwillig und hoeflich gewaehrte. Aber der Kern der geschlagenen Partei transigierte nicht. Mit der Aristokratie war es vorbei; aber die Aristokraten konnten doch sich nimmermehr zur Monarchie bekehren. Auch die hoechsten Offenbarungen der Menschheit sind vergaenglich; die einmal wahre Religion kann zur Luege, die einst segenhafte Staatsordnung zum Fluche werden; aber selbst das vergangene Evangelium noch findet Bekenner, und wenn s...

... solange es einen solchen gab, und machte eine innerliche Verstaendigung zwischen den Maennern des alten Regiments und dem neuen Monarchen unmoeglich. Ein grosser Teil der Verfassungspartei fuegte sich wenigstens aeusserlich und erkannte die Monarchie insofern an, als sie von Caesar Gnade annahmen und soweit moeglich, sich ins Privatleben zurueckzogen; was freilich regelmaessig nicht ohne den Hintergedanken geschah, sich damit auf einen kuenftigen Umschwung der Dinge aufzusparen. Vorzugswei...

...Siegers mannigfaltig mitwirkten. Keiner wohl beurteilte mit so schmerzlicher Klarheit und so frei von Furcht wie von Hoffnung fuer sich die Lage der Dinge wie Marcus Cato. Vollkommen ueberzeugt, dass nach den Tagen von Ilerda und Pharsalos die Monarchie unvermeidlich sei, und sittlich fest genug, um auch diese bittere Wahrheit sich einzugestehen und danach zu handeln, schwankte er einen Augenblick, ob die Verfassungspartei den Krieg ueberhaupt noch fortsetzen duerfe, der notwendig fuer eine v...

... einen Augenblick, ob die Verfassungspartei den Krieg ueberhaupt noch fortsetzen duerfe, der notwendig fuer eine verlorene Sache vielen Opfer zumutete, die nicht wussten, wofuer sie sie brachten. Aber wenn er sich entschloss, weiter gegen die Monarchie zu kaempfen, nicht um den Sieg, sondern um rascheren und ehrenvolleren Untergang, so suchte er doch soweit moeglich in diesen Krieg keinen hineinzuziehen, der den Untergang der Republik ueberleben und mit der Monarchie sich abfinden mochte. Solange die Republik nur bedroht gewesen, meinte er, habe man das Recht und die Pflicht gehabt, auch den lauen und schlechten Buerger zur Teilnahme an dem Kampfe zu zwingen; aber jetzt sei es sinnlos und grausam, den ei...

...hre etwas weiter galt, der mochte auch, sich selber ausserhalb des Gesetzes erklaerend, die Raeuberfehde eroeffnen oder, mit unabhaengigen Nachbarstaaten in Buendnis tretend, den Landesfeind in den inneren Streit hineinziehen oder endlich, die Monarchie mit den Lippen bekennend, die Restauration der legitimen Republik mit dem Dolch des Meuchelmoerders betreiben. Dass die Ueberwundenen austraten und der neuen Monarchie absagten, war wenigstens der natuerliche und insofern richtigste Ausdruck ihrer verzweifelten Lage. Das Gebirge und vor allem das Meer waren in jener Zeit seit Menschengedenken wie die Freistatt allen Frevels, so auch die des unertraeglichen E...

...weifelten Lage. Das Gebirge und vor allem das Meer waren in jener Zeit seit Menschengedenken wie die Freistatt allen Frevels, so auch die des unertraeglichen Elends und des unterdrueckten Rechtes; Pompeianern und Republikanern lag es nahe, der Monarchie Caesars, die sie ausstiess, in den Bergen und auf den Meeren trotzig den Krieg zu machen, und namentlich nahe, die Piraterie in groesserem Massstab, in festerer Geschlossenheit, mit bestimmteren Zielen aufzunehmen. Selbst nach der Abberufung ...

...wenn in der catonischen Aristokratie oder unter den Anhaengern des Pompeius so viel Geist und Feuer war wie in der marianischen Demokratie, und wenn in ihr der rechte Seekoenig sich fand, auf dem noch unbezwungenen Meere wohl ein von Caesars Monarchie unabhaengiges und vielleicht dieser gewachsenes Gemeinwesen entstehen. In jeder Hinsicht weit schaerfere Missbilligung verdient der Gedanke, einen unabhaengigen Nachbarstaat in den roemischen Buergerkrieg hineinzuziehen und durch ihn eine Konte...
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Theodor Mommsen ->
Roemische Geschichte - 5. Buch ->
10. Kapitel
Brundisium, Ilerda, Pharsalos und Thapsus ->
Der Kampf, den Pompeius und die Republikaner gegen Caesars Monarchie unternommen hatten, endigte also nach vierjaehriger Dauer mit dem vollstaendigen Sieg des neuen Monarchen. Zwar die Monarchie ward nicht erst auf den Schlachtfeldern von Pharsalos und Thapsus festgestellt; sie durfte bereits sich datieren von dem Augenblick, wo Pompeius und Caesar im Bunde die Gesamtherrschaft begruendet und die bisherige aristokratische Verfassung u...

...e aristokratische Verfassung ueber den Haufen geworfen hatten. Doch waren es erst jene Bluttaufen des 9. August 706 (48) und des 6. April 708 (46), die das dem Wesen der Alleinherrschaft widerstreitende Gesamtregiment beseitigten und der neuen Monarchie festen Bestand und foermliche Anerkennung verliehen. Praetendenteninsurrektionen und republikanische Verschwoerungen mochten nachfolgen und neue Erschuetterungen, vielleicht sogar neue Revolutionen und Restaurationen hervorrufen; aber die wa...

... und Restaurationen hervorrufen; aber die waehrend eines halben Jahrtausend ununterbrochene Kontinuitaet der freien Republik war durchrissen und im ganzen Umfang des weiten Roemischen Reiches durch die Legitimitaet der vollendeten Tatsache die Monarchie begruendet. Der verfassungsmaessige Kampf war zu Ende; und dass er zu Ende war, das sprach Marcus Cato aus, als er zu Utica sich in sein Schwert stuerzte. Seit vielen Jahren war er in dem Kampfe der legitimen Republik gegen ihre Bedraenger der...

...rnd, dass auf jener Weltbuehne, darauf so viele grosse und weise Maenner gewandelt und gehandelt hatten, der Narr bestimmt war zu epilogieren. Auch ist er nicht umsonst gestorben. Es war ein furchtbar schlagender Protest der Republik gegen die Monarchie, dass der letzte Republikaner ging, als der erste Monarch kam; ein Protest, der all jene sogenannte Verfassungsmaessigkeit, mit welcher Caesar seine Monarchie umkleidete, wie Spinneweben zerriss und das Schibboleth der Versoehnung aller Parteien, unter dessen Aegide das Herrentum erwuchs, in seiner ganzen gleisnerischen Luegenhaftigkeit prostituierte. Der unerbittliche Krieg, den das Gespenst der ...

...ganzen gleisnerischen Luegenhaftigkeit prostituierte. Der unerbittliche Krieg, den das Gespenst der legitimen Republik Jahrhunderte lang, von Cassius und Brutus an bis auf Thrasea und Tacitus, ja noch viel weiter hinab, gegen die Caesarische Monarchie gefuehrt hat - dieser Krieg der Komplotte und der Literatur ist die Erbschaft, die Cato sterbend seinem Feinde vermachte. Ihre ganze vornehme, rhetorisch transzendentale, anspruchsvoll strenge, hoffnungslose und bis zum Tode getreue Haltung ha...
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Theodor Mommsen ->
Roemische Geschichte - 5. Buch ->
10. Kapitel
Crassus´ Tod - Der Bruch der Gesamtherrscher ->
...ch nicht und liess ungenutzt die Monate verstreichen. Indes wie auch Pompeius zoegerte, die Krise rueckte doch durch das Schwergewicht der Dinge selbst unaufhaltsam heran. Der bevorstehende Krieg war nicht etwa ein Kampf zwischen Republik und Monarchie - die Entscheidung darueber war bereits vor Jahren gefallen -, sondern ein Kampf um den Besitz der Krone Roms zwischen Pompeius und Caesar. Aber keiner der Praetendenten fand seine Rechnung dabei, die rechte Parole auszusprechen; er haette dam...

...ick zweifelhaft sein, dass Caesar das Volk und den demokratischen Fortschritt, Pompeius die Aristokratie und die legitime Verfassung auf sein Panier schreiben werde. Caesar hatte keine Wahl. Er war von Haus aus und sehr ernstlich Demokrat, die Monarchie, wie er sie verstand, mehr aeusserlich als im Wesen selbst von dem gracchischen Volksregiment verschieden; und er war ein zu hochsinniger und zu tiefer Staatsmann, um seine Farbe zu decken und unter einem anderen als seinem eigenen Wappen zu f...

...finden zu koennen. Wenn er den Krieg vielleicht zu fuehren, aber gewiss nicht zu erklaeren verstand, so war die catonische Partei sicher unfaehig, ihn zu fuehren, aber sehr faehig und vor allem sehr bereit gegen die in der Gruendung begriffene Monarchie den Krieg zu motivieren. Nach Pompeius' Absicht sollte, waehrend er selbst sich beiseite hielt und in seiner Art bald davon redete demnaechst in seine spanischen Provinzen abgehen zu wollen, bald zur Uebernahme des Kommandos am Euphrat sich re...

...t durch den bevorstehenden Bruch der Machthaber wieder auf die politische Schaubuehne zurueckgefuehrt. Es war dies zunaechst der Kreis, der in Cato seinen Mittelpunkt fand, diejenigen Republikaner, die den Kampf fuer die Republik und gegen die Monarchie unter allen Umstaenden und je eher desto lieber zu wagen entschlossen waren. Der klaegliche Ausgang des im Jahre 698 (56) gemachten Versuchs hatte sie belehrt, dass sie fuer sich allein den Krieg weder zu fuehren noch auch nur hervorzurufen im...

...rsuchs hatte sie belehrt, dass sie fuer sich allein den Krieg weder zu fuehren noch auch nur hervorzurufen imstande waren; maenniglich war es bekannt, dass selbst in dem Senat zwar die ganze Koerperschaft mit wenigen vereinzelten Ausnahmen der Monarchie abgeneigt war, allein die Majoritaet doch das oligarchische Regiment nur dann restaurieren wollte, wenn es ohne Gefahr sich restaurieren liess, womit es denn freilich gute Weile hatte. Gegenueber einesteils den Machthabern, andernteils dieser ...

...lich republikanisches Heer und wirklich republikanische Feldherren heran, und es konnte dann, nach dem Siege ueber Caesar, unter guenstigeren Aussichten dazu geschritten werden, nicht bloss einen der Monarchen, sondern die im Werden begriffene Monarchie selbst zu beseitigen. Verzweifelt wie die Sache der Oligarchie stand, war das Anerbieten des Pompeius, mit ihr sich zu verbuenden, fuer sie die moeglichst guenstige Fuegung.
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Theodor Mommsen ->
Roemische Geschichte - 5. Buch ->
09. Kapitel
Die Revolution und Gaius Gracchus ->
...aenen Komitien absolut gemachten Amtes, eines unumschraenkten Volkstribunats auf Lebenszeit, anstatt der Republik die Tyrannis, das heisst nach heutigem Sprachgebrauch die nicht feudalistische und nicht theokratische, die napoleonisch absolute Monarchie einfuehren wollte, das offenbart die Sempronische Verfassung selbst mit voller Deutlichkeit einem jeden, der Augen hat und haben will. In der Tat, wenn Gracchus, wie seine Worte deutlich und deutlicher seine Werke es sagen, den Sturz des Senat...

...r Weise denkbar ist, so wusste er doch unzweifelhaft, was er tat. Sowenig die beabsichtigte Usurpation der monarchischen Gewalt sich verkennen laesst, so wenig wird, wer die Verhaeltnisse uebersieht, den Gracchus deswegen tadeln. Eine absolute Monarchie ist ein grosses Unglueck fuer die Nation, aber ein minderes als eine absolute Oligarchie; und wer der Nation statt des groesseren das kleinere Leiden auferlegt, den darf die Geschichte nicht schelten, am wenigsten eine so leidenschaftlich erns...

... wie ein Alp auf dem roemischen Gemeinwesen lastend nur mit diesem zugleich unterging. Und doch - dieser groesste der politischen Verbrecher ist auch wieder der Regenerator seines Landes. Es ist kaum ein konstruktiver Gedanke in der roemischen Monarchie, der nicht zurueckreichte bis auf Gaius Gracchus. Von ihm ruehrt der wohl in gewissem Sinne im Wesen des althergebrachten Kriegsrechts begruendete, aber in dieser Ausdehnung und in dieser praktischen Anwendung doch dem aelteren Staatsrecht fre...

...eckmaessige Administration anstatt des bisherigen Missregiments die Verfassungsaenderung nachtraeglich zu legitimieren. Auf ihn gehen vor allem zurueck die Anfaenge einer Ausgleichung zwischen Rom und den Provinzen, wie sie die Herstellung der Monarchie unvermeidlich mit sich bringen musste; der Versuch, das durch die italische Rivalitaet zerstoerte Karthago wiederaufzubauen und ueberhaupt der italischen Emigration den Weg in die Provinzen zu eroeffnen, ist das erste Glied in der langen Kette...
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Theodor Mommsen ->
Roemische Geschichte - 4. Buch ->
03. Kapitel
Die alte Republik und die neue Monarchie ->
...epublikanismus sich als Gesinnungsopposition und im geheimen Treiben und Wuehlen. Keine Hand regte sich, wenn der Imperator oeffentlich erschien. Es regnete Maueranschlaege und Spottverse voll bitterer und treffender Volkssatire gegen die neue Monarchie. Wo ein Schauspieler eine republikanische Anspielung wagte, begruesste ihn der lauteste Beifall. Catos Lob und Preis war das Modethema der oppositionellen Broschuerenschreiber, und die Schriften derselben fanden nur ein um so dankbareres Publi...

...ionellen Schriftsteller aber einer tatsaechlichen Zensur unterworfen wurden, die um so peinlicher fesselte, weil das Mass der zu befuerchtenden Strafe durchaus arbitraer war ^3. Das Wuehlen und Treiben der gestuerzten Parteien gegen die neue Monarchie wird zweckmaessiger in einem andern Zusammenhang dargestellt werden; hier genuegt es zu sagen, dass Praetendenten- wie republikanische Aufstaende unaufhoerlich im ganzen Umfange des Roemischen Reiches gaerten, dass die Flamme des Buergerkriege...

... gegen das neue Oberhaupt vereinigen; und um so mehr, je groesser und reiner dasselbe seinen neuen Beruf auffasst. Die Verfassungsfreunde und die Pompeianer, wenn sie auch mit den Lippen Caesar huldigten, grollten doch im Herzen entweder der Monarchie oder wenigstens der Dynastie; die gesunkene Demokratie war, seit sie begriffen, dass Caesars Zwecke keineswegs die ihrigen waren, gegen denselben in offenem Aufruhr; selbst die persoenlichen Anhaenger Caesars murrten, als sie ihr Haupt statt e...

...ie war, seit sie begriffen, dass Caesars Zwecke keineswegs die ihrigen waren, gegen denselben in offenem Aufruhr; selbst die persoenlichen Anhaenger Caesars murrten, als sie ihr Haupt statt eines Condottierstaats eine allen gliche und gerechte Monarchie gruenden und die auf sie treffenden Gewinnportionen durch das Hinzutreten der Besiegten sich verringern sahen. Diese Ordnung des Gemeinwesens war keiner Partei genehm und musste den Genossen nicht minder als den Gegnern oktroyiert werden. Ca...
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Theodor Mommsen ->
Roemische Geschichte - 5. Buch ->
11. Kapitel
Die alte Republik und die neue Monarchie ->
...ten den Herrn mit einer ohne Zweifel ihm selbst widerwaertigen Fuelle von Vertrauensdekreten und Ehrengesetzen ueberschuettete, nicht leicht festzustellen, welche definitive Formulierung Caesar im Sinne gehabt hat. Am wenigsten konnte die neue Monarchie an das Konsulat anknuepfen, schon wegen der von diesem Amt nicht wohl zu trennenden Kollegialitaet, es hat auch Caesar offenbar darauf hingearbeitet, dieses bisher hoechste Amt zum leeren Titel herabzusetzen und spaeterhin, wenn er es uebernah...

...ervor, aber wahrscheinlich nur, weil Caesar sie als das benutzen wollte, was sie von alters her im Verfassungsorganismus bedeutet hatte, als ausserordentliche Vorstandschaft zur Ueberwindung ausserordentlicher Krisen. Als Traegerin der neuen Monarchie dagegen empfahl sie sich wenig, da Exzeptionalitaet und Unpopularitaet diesem Amte einmal anhafteten und es dem Vertreter der Demokratie kaum zugetraut werden kann, diejenige Form, die der genialste Vorfechter der Gegenpartei fuer seine Zwecke...

...em Vertreter der Demokratie kaum zugetraut werden kann, diejenige Form, die der genialste Vorfechter der Gegenpartei fuer seine Zwecke geschaffen hatte, fuer die dauernde Organisation zu waehlen. Bei weitem geeigneter fuer die Formulierung der Monarchie erscheint der neue Imperatorenname, schon darum, weil er in dieser Verwendung ^8 neu ist und kein bestimmter aeusserer Anlass zur Einfuehrung desselben erhellt. Der neue Wein durfte nicht in alte Schlaeuche gefuellt werden: hier ist zu der neu...

...ten Zeit, neben der Diktatur vorwiegend der Imperatorentitel und scheint in Caesars Gesetz ueber politische Verbrechen der Monarch mit diesem Ausdruck bezeichnet worden zu sein. Es hat denn auch die Folgezeit, wenngleich nicht unmittelbar, die Monarchie an den Imperatornamen geknuepft. Um diesem neuen Amt zugleich die demokratische und die religioese Weihe zu verleihen, beabsichtigte Caesar wahrscheinlich, mit demselben teils die tribunizische Gewalt, teils das Oberpontifikat ein fuer allemal...
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Roemische Geschichte - 5. Buch ->
11. Kapitel
Die alte Republik und die neue Monarchie ->
...gen in der zeitlichen und oertlichen Begrenzung der Gewalt, in der Kollegialitaet und der fuer gewisse Faelle notwendigen Mitwirkung des Rats oder der Gemeinde waren es ja, die den Konsul vom Koenig unterschieden. Es ist kaum ein Zug der neuen Monarchie, der nicht in der alten sich wiederfaende: die Vereinigung der hoechsten militaerischen, richterlichen und administrativen Gewalt in der Hand des Fuersten; eine religioese Vorstandschaft ueber das Gemeinwesen; das Recht, Verordnungen mit binde...

...sen; das Recht, Verordnungen mit bindender Kraft zu erlassen; die Herabdrueckung des Senats zum Staatsrat; die Wiedererweckung des Patriziats und der Stadtpraefektur. Aber schlagender noch als diese Analogien ist die innere Gleichartigkeit der Monarchie des Servius Tullius und der Monarchie Caesars: wenn jene alten Koenige vor. Rom bei all ihrer Vollgewalt doch Herrn einer freien Gemeinde und eben sie die Schutzmaenner des gemeinen Mannes gegen den Adel gewesen waren, so war auch Caesar nicht gekommen, um die Freiheit aufzuloes...

...als der lebendige und persoenliche Ausdruck des Volkes gestellt ward. In der fuer die politischen Eide ueblichen Formel ward zu dem Jovis und den Penaten des roemischen Volkes der Genius des Imperator hinzugefuegt. Das aeussere Kennzeichen der Monarchie war nach der im ganzen Altertum verbreiteten Ansicht das Bild des Monarchen auf den Muenzen: seit dem Jahre 710 (44) erscheint auf denen des roemischen Staats der Kopf Caesars. Man konnte hiernach wenigstens darueber sich nicht beschweren, d...
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Theodor Mommsen ->
Roemische Geschichte - 5. Buch ->
11. Kapitel
Die alte Republik und die neue Monarchie ->
...ldner, die ueberseeische Kolonisation, die allmaehliche Nivellierung der unter den Klassen der Staatsangehoerigen bestehenden Rechtsverschiedenheiten, die Emanzipierung der exekutiven Gewalt vom Senat, unveraendert festhielt, so war auch seine Monarchie so wenig mit der Demokratie im Widerspruch, dass vielmehr diese erst durch jene zur Vollendung und Erfuellung gelangte. Denn diese Monarchie war nicht die orientalische Despotie von Gottes Gnaden, sondern die Monarchie, wie Gaius Gracchus sie gruenden wollte, wie Perikles und Cromwell sie gruendeten: die Vertretung der Nation durch ihren hoechsten und unumschraenkten Vertrauensmann. Es waren insofern die Gedanken, die dem Werke Caesars zu Grunde lagen, nicht...

...hl von Buergern Spielraum laesst, unendlich mehr als der genialste und humanste Absolutismus; denn jene ist der Entwicklung faehig, also lebendig, dieser ist was er ist, also tot. Dieses Naturgesetz hat auch an der roemischen absoluten Militaermonarchie sich bewaehrt und nur um so vollstaendiger sich bewaehrt, als sie, unter dem genialen Impuls ihres Schoepfers und bei der Abwesenheit aller wesentlichen Verwicklungen mit dem Ausland, sich reiner und freier als irgendein aehnlicher Staat gesta...

...r republikanisch-konstitutionellen Vertretung voellig abgewandten Volksorganisation und gegenueber der legitimen, in der Entwicklung eines halben Jahrtausends zum oligarchischen Absolutismus herangereiften Stadtverfassung, die absolute Militaermonarchie der logisch notwendige Schlussstein und das geringste Uebel war. Wenn einmal in Virginien und den Carolinas die Sklavenhalteraristokratie es so weit gebracht haben wird wie ihre Wahlverwandten in dem sullanischen Rom, so wird dort auch der Cae...
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Roemische Geschichte - 5. Buch ->
11. Kapitel
Die alte Republik und die neue Monarchie ->
...rdene Emigration aus Italien in die Provinzen hatte laengst, freilich den Emigranten selber unbewusst, eine solche Ausdehnung Italiens vorbereitet. In planmaessiger Weise hatte zuerst Gaius Gracchus, der Schoepfer der roemischen demokratischen Monarchie, der Urheber der transalpinischen Eroberungen, der Gruender der Kolonien Karthago und Narbo, die Italiker ueber Italiens Grenzen hinausgelenkt, sodann der zweite geniale Staatsmann, den die roemische Demokratie hervorgebracht, Quintus Sertoriu...

...darin ausspricht, dass er jede Verfuegung in lateinischer, aber die fuer die griechisch redenden Landschaften bestimmten daneben in griechischer Sprache erliess. Im allgemeinen ordnete er die Verhaeltnisse der beiden grossen Nationen in seiner Monarchie ebenwie sie in dem geeinigten Italien seine republikanischen Vorgaenger geordnet hatten: die hellenische Nationalitaet wurde geschuetzt, wo sie bestand, die italische nach Vermoegen erweitert und ihr die Erbschaft der aufzuloesenden Rassen b...

...zahl unscheinbarer, aber in ihrem Einfluss nicht hoch genug anzuschlagender Apostel. Um nur der eminentesten Erscheinung auf diesem Gebiete zu gedenken, so ist das Regiment der griechischen Lakaien ueber die roemischen Monarchen so alt wie die Monarchie: der erste in der ebenso langen wie widerwaertigen Liste dieser Individuen ist Pompeius' vertrauter Bedienter Theophanes von Mytilene, welcher durch seine Gewalt ueber den schwachen Herrn wahrscheinlich mehr als irgendein anderer Mann zu dem A...
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Roemische Geschichte - 5. Buch ->
11. Kapitel
Religion, Bildung, Literatur und Kunst ->
...selbst zwischen der alten und der neuen Weise geteilt war. Dieselben Richtungen, die auf dem politischen Gebiet sich bekaempften, die national-italische der Konservativen, die hellenisch-italische oder, wenn man will, kosmopolitische der neuen Monarchie, haben auch auf dem literarischen ihre Schlachten geschlagen. Jene lehnt sich auf die aeltere lateinische Literatur, die auf dem Theater, in der Schule und in der gelehrten Forschung mehr und mehr den Charakter der Klassizitaet annimmt. Mit mi...

...der aristokratischen Verfassung und der Auguraldisziplin zollte; "der Patriotismus erfordert es", heisst es bei ihm, "lieber eine notorisch elende Uebersetzung des Sophokles zu lesen als das Original". Wenn also die moderne, der demokratischen Monarchie verwandte literarische Richtung selbst unter den rechtglaeubigen Enniusbewunderern stille Bekenner genug zaehlte, so fehlte es auch schon nicht an dreisteren Urteilern, die mit der einheimischen Literatur ebenso unsaeuberlich umgingen wie mit ...

...chen Dialekts mit vielfachen griechischen und barbarischen Staemmen hervorgegangenen Jargon; oder genauer gesagt, die alexandrinische Literatur ist hervorgegangen aus dem Ruin der hellenischen Nation ueberhaupt, die, um die alexandrinische Weltmonarchie und das Reich des Hellenismus zu begruenden, in ihrer volkstuemlichen Individualitaet untergehen musste und unterging. Haette Alexanders Weltreich Bestand gehabt, so wuerde an die Stelle der ehemaligen nationalen und volkstuemlichen eine nur d...

...n Sprachen das allgemeine Evangelium der Humanitaet verkuendigte und geistig durchaus und bewusst von der hellenischen, sprachlich teils von dieser, teils von der altroemischen Volksliteratur abhing. Es war dies kein Fortschritt. Die Mittelmeermonarchie Caesars war wohl eine grossartige und, was mehr ist, eine notwendige Schoepfung; aber sie war von oben herab ins Leben gerufen und darum nichts in ihr zu finden von dem frischen Volksleben, von der uebersprudelnden Nationalkraft, wie sie jueng...

...ionalitaet, der wird stets sich von Cicero und Horaz ab zurueck zu Cato und Lucretius wenden; und nur die, freilich auf diesem Gebiete verjaehrte, schulmeisterliche Auffassung der Geschichte wie der Literatur hat es vermocht, die mit der neuen Monarchie beginnende Kunstepoche vorzugsweise die goldene zu heissen. Aber wenn der roemisch-hellenische Alexandrinismus der caesarischen und augusteischen Zeit zurueckstehen muss hinter der, wie immer unvollkommenen, aelteren nationalen Literatur, so i...
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12. Kapitel

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