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Schnellsuche: Vercingetorix - Caesar - Unterschied - Neuzeit - Kelten - Rom
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Schlagwort: Nation


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Die Unterwerfung des Westens ->
...ch bewerkstelligt. Die Aufstaendischen inzwischen hatten ueber die weitere Kriegfuehrung in Bibracte (Autun), der Hauptstadt der Haeduer, geratschlagt; die Seele dieser Beratungen war wieder Vercingetorix, dem nach dem Siege von Gergovia die Nation begeistert anhing. Zwar schwieg der Partikularismus auch jetzt nicht; die Haeduer machten noch in diesem Todeskampf der Nation ihre Ansprueche auf die Hegemonie geltend und stellten auf der Landesversammlung den Antrag, an die Stelle des Vercingetorix einen der Ihrigen zu setzen. Allein die Landesvertreter hatten dies nicht bloss abgelehnt und Vercingetorix im Oberb...

...rschaft die aufgespeicherten Vorraete, wie ansehnlich sie waren, doch bei weitem nicht. Vercingetorix musste sich ueberzeugen, dass sein Kriegsplan diesmal zu seinem eigenen Verderben ausgeschlagen und er verloren war, wofern nicht die gesamte Nation herbeieilte und ihren eingeschlossenen Feldherrn befreite. Noch reichten, als die roemische Umwallung sich schloss, die vorhandenen Lebensmittel aus auf einen Monat und vielleicht etwas darueber; im letzten Augenblick, wo der Weg wenigstens fu...

...die vorhandenen Lebensmittel aus auf einen Monat und vielleicht etwas darueber; im letzten Augenblick, wo der Weg wenigstens fuer Berittene noch frei war, entliess Vercingetorix seine gesamte Reiterei und entsandte zugleich an die Haeupter der Nation die Weisung, alle Mannschaft aufzubieten und sie zum Entsatz von Alesia heranzufuehren. Er selbst, entschlossen, die Verantwortung fuer den von ihm entworfenen und fehlgeschlagenen Kriegsplan auch persoenlich zu tragen, blieb in der Festung, u...

... verzweifelten Nahgefecht die Stuermenden zurueckgejagt und die mit Caesar gekommenen, die Fluechtenden in den Ruecken fassenden Reiterscharen vollendeten die Niederlage. Es war mehr als ein grosser Sieg; ueber Alesia, ja ueber die keltische Nation war damit unwiderruflich entschieden. Das Keltenheer, voellig entmutigt, verlief unmittelbar vom Schlachtfeld sich nach Hause. Vercingetorix haette vielleicht noch jetzt fliehen, wenigstens durch das letzte Mittel des freien Mannes sich errett...

... des freien Mannes sich erretten koennen; er tat es nicht, sondern erklaerte im Kriegsrat, dass, da es ihm nicht gelungen sei, die Fremdherrschaft zu brechen, er bereit sei, sich als Opfer hinzugeben und soweit moeglich das Verderben von der Nation auf sein Haupt abzulenken. So geschah es. Die keltischen Offiziere lieferten ihren von der ganzen Nation feierlich erwaehlten Feldherrn dem Landesfeind zu geeigneter Bestrafung aus. Hoch zu Ross und im vollen Waffenschmucke erschien der Koenig der Arverner vor dem roemischen Prokonsul und umritt dessen Tribunal; darauf gab er Ross und Waffen ab u...

...l; darauf gab er Ross und Waffen ab und liess schweigend auf den Stufen zu Caesars Fuessen sich nieder (702 52). Fuenf Jahre spaeter ward er im Triumph durch die Gassen der italischen Hauptstadt gefuehrt und als Hochverraeter an der roemischen Nation, waehrend sein Ueberwinder den Goettern derselben den Feierdank auf der Hoehe des Kapitols darbrachte, an dessen Fuss enthauptet. Wie nach truebe verlaufenem Tage wohl die Sonne im Sinken durchbricht, so verleiht das Geschick noch untergehende...

... durchbricht, so verleiht das Geschick noch untergehenden Voelkern wohl einen letzten grossartigen Mann. Also steht am Ausgang der phoenikischen Geschichte Hannibal, also an dem der keltischen Vercingetorix. Keiner von beiden vermochte seine Nation von der Fremdherrschaft zu erretten, aber sie haben ihr die letzte noch uebrige Schande, einen ruhmlosen Untergang, erspart. Auch Vercingetorix hat ebenwie der Karthager nicht bloss gegen den Landesfeind kaempfen muessen, sondern vor allem geg...

...emdherrschaft zu erretten, aber sie haben ihr die letzte noch uebrige Schande, einen ruhmlosen Untergang, erspart. Auch Vercingetorix hat ebenwie der Karthager nicht bloss gegen den Landesfeind kaempfen muessen, sondern vor allem gegen die antinationale Opposition verletzter Egoisten und aufgestoerter Feiglinge, wie sie die entartete Zivilisation regelmaessig begleitet; auch ihm sichern seinen Platz in der Geschichte nicht seine Schlachten und Belagerungen, sondern dass er es vermocht hat,...

...eiglinge, wie sie die entartete Zivilisation regelmaessig begleitet; auch ihm sichern seinen Platz in der Geschichte nicht seine Schlachten und Belagerungen, sondern dass er es vermocht hat, einer zerfahrenen und im Partikularismus verkommenen Nation in seiner Person einen Mittel- und Haltpunkt zu geben. Und doch gibt es wieder kaum einen schaerferen Gegensatz als der ist zwischen dem nuechternen Buergersmann der phoenikischen Kaufstadt mit seinen, auf das eine grosse Ziel hin fuenfzig Jah...

...em innersten Wesen wie in seiner aeusseren Erscheinung. Aber der Mensch soll kein Ritter sein und am wenigsten der Staatsmann. Es war der Ritter, nicht der Held, der es verschmaehte, sich aus Alesia zu retten, waehrend doch an ihm allein der Nation mehr gelegen war als an hunderttausend gewoehnlichen tapferen Maennern. Es war der Ritter, nicht der Held, der sich da zum Opfer hingab, wo durch dieses Opfer nichts weiter erreicht ward, als dass die Nation sich oeffentlich entehrte und ebenso feig wie widersinnig mit ihrem letzten Atemzug ihren weltgeschichtlichen Todeskampf ein Verbrechen gegen ihren Zwingherrn nannte. Wie so ganz anders hat in den gleichen Lagen Hannibal gehandelt! Es ist nich...

...hren Zwingherrn nannte. Wie so ganz anders hat in den gleichen Lagen Hannibal gehandelt! Es ist nicht moeglich, ohne geschichtliche und menschliche Teilnahme von dem edlen Arvernerkoenig zu scheiden; aber es gehoert zur Signatur der keltischen Nation, dass ihr groesster Mann doch nur ein Ritter war. --------------------------------------------- ^21 Die kuerzlich viel eroerterte Frage, ob Alesia nicht vielmehr in Alaise (25 Kilometer suedlich von Besan‡on, Dep. Doubs) zu erkennen sei, ist v...
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Theodor Mommsen ->
Roemische Geschichte - 5. Buch ->
07. Kapitel
Die Unterwerfung des Westens ->
Wenn also die einzelnen Gaue unheilbar hinsiechten, so regte sich wohl daneben maechtig in der Nation das Gefuehl der Einheit und suchte in mancherlei Weise Form und Halt zu gewinnen. Jenes Zusammenschliessen des gesamten keltischen Adels im Gegensatz gegen die einzelnen Gauverbaende zerruettete zwar die bestehende Ordnung der Dinge, aber weck...

...zu gewinnen. Jenes Zusammenschliessen des gesamten keltischen Adels im Gegensatz gegen die einzelnen Gauverbaende zerruettete zwar die bestehende Ordnung der Dinge, aber weckte und naehrte doch auch die Vorstellung der Zusammengehoerigkeit der Nation. Ebendahin wirkten die von aussen her gegen die Nation gerichteten Angriffe und die fortwaehrende Schmaelerung ihres Gebiets im Kriege mit den Nachbarn. Wie die Hellenen in den Kriegen gegen die Perser, die Italiker in denen gegen die cisalpinischen Kelten, so scheinen die transalpinischen Gallier...

...hres Gebiets im Kriege mit den Nachbarn. Wie die Hellenen in den Kriegen gegen die Perser, die Italiker in denen gegen die cisalpinischen Kelten, so scheinen die transalpinischen Gallier in den Kriegen gegen Rom des Bestehens und der Macht der nationalen Einheit sich bewusst geworden zu sein. Unter dem Hader der rivalisierenden Clans und all jenem feudalistischen Gezaenk machten doch auch die Stimmen derer sich bemerklich, die die Unabhaengigkeit der Nation um den Preis der Selbstaendigkeit der einzelnen Gaue und selbst um den der ritterschaftlichen Herrenrechte zu erkaufen bereit waren. Wie durchweg populaer die Opposition gegen die Fremdherrschaft war, bewiesen die Kriege Caesars, dem gegenue...

...ung hatte wie die deutschen Patrioten gegen Napoleon: fuer ihre Ausdehnung und ihre Organisation zeugt unter anderem die Telegraphengeschwindigkeit, mit der sie sich Nachrichten mitteilte. Die Allgemeinheit und die Maechtigkeit des keltischen Nationalbewusstseins wuerden unerklaerlich sein, wenn nicht bei der groessten politischen Zersplitterung die keltische Nation seit langem religioes und selbst theologisch zentralisiert gewesen waere. Die keltische Priesterschaft oder, mit dem einheimischen Namen, die Korporation der Druiden umfasste sicher die Britischen Inseln und ganz Gallien, vielleicht noch ander...

...ntralisiert gewesen waere. Die keltische Priesterschaft oder, mit dem einheimischen Namen, die Korporation der Druiden umfasste sicher die Britischen Inseln und ganz Gallien, vielleicht noch andere Keltenlaender mit einem gemeinsamen religioes-nationalen Bande. Sie stand unter einem eigenen Haupte, das die Priester selber sich waehlten, mit eigenen Schulen, in denen die sehr umfaengliche Tradition fortgepflanzt ward, mit eigenen Privilegien, namentlich Befreiung von Steuer und Kriegsdienst...

... die Entscheidung ueber Krieg und Frieden in Anspruch. Man war nicht fern von einem Kirchenstaat mit Papst und Konzilien, mit Immunitaeten, Interdikten und geistlichen Gerichten; nur dass dieser Kirchenstaat nicht, wie der der Neuzeit, von den Nationen abstrahierte, sondern vielmehr vor allen Dingen national war. Aber wenn also das Gefuehl der Zusammengehoerigkeit unter den keltischen Staemmen mit voller Lebendigkeit erwacht war, so blieb es dennoch der Nation versagt, zu einem Haltpunkt politischer Zentralisation zu gelangen, wie ihn Italien an der roemischen Buergerschaft, Hellenen und Germanen an den makedonischen und fraenkischen Koenigen fanden. Die keltische Priester- und ebenso die Adelscha...

...cher Zentralisation zu gelangen, wie ihn Italien an der roemischen Buergerschaft, Hellenen und Germanen an den makedonischen und fraenkischen Koenigen fanden. Die keltische Priester- und ebenso die Adelschaft, obwohl beide in gewissem Sinn die Nation vertraten und verbanden, waren doch einerseits ihrer staendisch-partikularistischen Interessen wegen unfaehig, sie zu einigen, andererseits maechtig genug, um keinem Koenig und keinem Gau das Werk der Einigung zu gestatten. Ansaetze zu demselb...

...gau dagegen sich zur Heeresfolge, auch wohl zur Erlegung eines Tributs verpflichtete. Auf diesem Wege entstanden eine Reihe von Sonderbuenden: einen fuehrenden Gau fuer das ganze Keltenland, einen wenn auch noch so losen Verband der gesamten Nation gab es nicht. Es ward bereits erwaehnt, dass die Roemer bei dem Beginn ihrer transalpinischen Eroberungen dort im Norden einen britisch- belgischen Bund unter Fuehrung der Suessionen, im mittleren und suedlichen Gallien die Arvernerkonfoederati...

...ossenschaften standen unabhaengig nebeneinander; die fuehrenden Staaten des mittleren Gallien scheinen ihre Klientel nie auf das nordoestliche und ernstlich wohl auch nicht auf den Nordwesten Galliens erstreckt zu haben. Der Freiheitsdrang der Nation fand in diesen Gauverbaenden eine gewisse Befriedigung; aber sie waren doch in jeder Hinsicht ungenuegend. Die Verbindung war von der lockersten, bestaendig zwischen Allianz und Hegemonie schwankenden Art, die Repraesentation der Gesamtheit im...

...onie schwankenden Art, die Repraesentation der Gesamtheit im Frieden durch die Bundestage, im Kriege durch den Herzog ^9 im hoechsten Grade schwaechlich. Nur die belgische Eidgenossenschaft scheint etwas fester zusammengehalten zu haben; der nationale Aufschwung, aus dem die glueckliche Abwehr der Kimbrer hervorging, mag ihr zugute gekommen sein. Die Rivalitaeten um die Hegemonie machten einen Riss in jeden einzelnen Bund, den die Zeit nicht schloss, sondern erweiterte, weil selbst der S...
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07. Kapitel
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Die Wehrhaftigkeit der Nation empfand den Rueckschlag dieser politischen und sozialen Verhaeltnisse. Die Reiterei war durchaus die vorwiegende Waffe, woneben bei den Belgen und mehr noch auf den Britischen Inseln die altnationalen Streitwagen in bemerkenswerter Vervollkommnung erscheinen. Diese ebenso zahlreichen wie tuechtigen Reiter- und Wagenkaempferscharen wurden gebildet aus dem Adel und dessen Mannen, der denn auch echt ritterlich an Hunden und Pferden seine...

...h die lombardischen Graeberfunde stehen, namentlich in dem Kupfer- und Glasgeraet, weit zurueck hinter denen des noerdlichen Keltenlandes. Vielleicht der zuverlaessigste Messer der steigenden Kultur ist das Gefuehl der Zusammengehoerigkeit der Nation; sowenig davon in den auf dem Boden der heutigen Lombardei geschlagenen Keltenkaempfen zu Tage tritt, so lebendig erscheint es in den Kaempfen gegen Caesar. Allem Anschein nach hatte die keltische Nation, als Caesar ihr gegenuebertrat, das Maximum der ihr beschiedenen Kultur bereits erreicht und war schon wieder im Sinken. Die Zivilisation der transalpinischen Kelten in der caesarischen Zeit bietet selbst fuer uns, die wir nur sehr unvollkomme...

...s der hellenisch- roemischen, mit ihren Segelschiffen, ihrem Rittertum, ihrer Kirchenverfassung, vor allen Dingen mit ihren, wenn auch unvollkommenen Versuchen, den Staat nicht auf die Stadt, sondern auf den Stamm und in hoeherer Potenz auf die Nation zu bauen. Aber ebendarum, weil wir hier der keltischen Nation auf dem Hoehepunkt ihrer Entwicklung begegnen, tritt um so bestimmter ihre mindere sittliche Begabung oder, was dasselbe ist, ihre mindere Kulturfaehigkeit hervor. Sie vermochte aus sich weder eine nationale Kunst noch einen nationalen Staat zu erzeugen und brachte es hoechstens zu einer nationalen Theologie und einem eigenen Adeltum. Die urspruengliche naive Tapferkeit war nicht mehr; der auf hoehere Sittlichkeit und zweckmaessige Ordnungen gestuetzte militaerische Mut, wie er im Gefolge der gesteigerten Zivilisation eintritt, hatte...

...e der freien Frau erlaubt sei so gut wie die Folterung des Sklaven, wirft ein unerfreuliches Licht auf die Stellung, die das weibliche Geschlecht bei den Kelten auch noch in ihrer Kulturzeit einnahm. Die Vorzuege, die der primitiven Epoche der Nationen eigen sind, hatten die Kelten eingebuesst, aber diejenigen nicht erworben, die die Gesittung dann mit sich bringt, wenn sie ein Volk innerlich und voellig durchdringt. Also war die keltische Nation in ihren inneren Zustaenden beschaffen. Es bleibt noch uebrig, ihre aeusseren Beziehungen zu den Nachbarn darzustellen und zu schildern, welche Rolle sie in diesem Augenblick einnahmen in dem gewaltigen Wettlauf und Wettkampf der Nationen, in dem das Behaupten sich ueberall noch schwieriger erweist als das Erringen. An den Pyrenaeen hatten die Verhaeltnisse der Voelker laengst sich friedlich geordnet und waren die Zeiten laengst vorbei, wo die Kelten hier die iberische, das h...

...ten iberischer Abstammung; hier war nur die Garonnemuendung selbst mit dem wichtigen Hafen Burdigala (Bordeaux) in den Haenden eines keltischen Stammes, der Bituriger-Vivisker. Von weit groesserer Bedeutung waren die Beruehrungen der keltischen Nation mit dem Roemervolk und mit den Deutschen. Es soll hier nicht wiederholt werden, was frueher erzaehlt worden ist, wie die Roemer in langsamem Vordringen die Kelten allmaehlich zurueckgedrueckt, zuletzt auch den Kuestensaum zwischen den Alpen ...

...und der Markomannen, das ist der Landwehr ^10 - Namen, die in Caesars Zeit schwerlich schon Gaunamen waren, obwohl sie den Roemern als solche erschienen und spaeter auch vielfach Gaunamen geworden sind. Der gewaltigste Andrang dieser grossen Nation traf die Kelten. Die Kaempfe, die die Deutschen um den Besitz der Landschaften oestlich vom Rheine mit den Kelten gefuehrt haben moegen, entziehen sich vollstaendig unseren Blicken. Wir vermoegen nur zu erkennen, dass um das Ende des siebenten...
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...hingestellt bleiben, da es, wie Tacitus in Beziehung auf die zuletzt erwaehnten beiden Voelker bemerkt, spaeterhin wenigstens in diesen Strichen fuer eine Ehre galt, von deutschem Blute abzustammen und nicht zu der gering geachteten keltischen Nation zu gehoeren: doch scheint die Bevoelkerung in dem Gebiet der Schelde, Maas und Mosel allerdings in der einen oder andern Weise sich stark mit deutschen Elementen gemischt oder doch unter deutschen Einfluessen gestanden zu haben. Die deutschen ...

...en, dass groessere deutsche Massen auf der Spur jener Vorposten sich anschickten, den Rhein zu ueberschreiten. Von zwei Seiten durch die Fremdherrschaft bedroht und in sich zerrissen, war es kaum zu erwarten, dass die unglueckliche keltische Nation sich jetzt noch emporraffen und mit eigener Kraft sich erretten werde. Die Zersplitterung und der Untergang in der Zersplitterung war bisher ihre Geschichte; wie sollte eine Nation, die keinen Tag nannte gleich denen von Marathon und Salamis, von Aricia und dem Raudischen Felde, eine Nation, die selbst in ihrer frischen Zeit keinen Versuch gemacht hatte, Massalia mit gesamter Hand zu vernichten, jetzt, da es Abend ward, so furchtbarer Feinde sich erwehren? Je weniger die Kelten, sich selbst ueberlassen, den Germanen gewachsen ...

...assalia mit gesamter Hand zu vernichten, jetzt, da es Abend ward, so furchtbarer Feinde sich erwehren? Je weniger die Kelten, sich selbst ueberlassen, den Germanen gewachsen waren, desto mehr Ursache hatten die Roemer, die zwischen den beiden Nationen obwaltenden Verwicklungen sorgsam zu ueberwachen. Wenn auch die daraus entspringenden Bewegungen sie bis jetzt nicht unmittelbar beruehrt hatten, so waren sie doch bei dem Ausgang derselben mit ihren wichtigsten Interessen beteiligt. Begre...

... Wenn auch die daraus entspringenden Bewegungen sie bis jetzt nicht unmittelbar beruehrt hatten, so waren sie doch bei dem Ausgang derselben mit ihren wichtigsten Interessen beteiligt. Begreiflicherweise hatte die innere Haltung der keltischen Nation sich mit ihren auswaertigen Beziehungen rasch und nachhaltig verflochten. Wie in Griechenland die lakedaemonische Partei sich gegen die Athener mit Persien verband, so hatten die Roemer von ihrem ersten Auftreten jenseits der Alpen an gegen ...

...uftreten jenseits der Alpen an gegen die Arverner, die damals unter den suedlichen Kelten die fuehrende Macht waren, an deren Nebenbuhlern um die Hegemonie, den Haeduern, eine Stuetze gefunden und mit Hilfe dieser neuen "Brueder der roemischen Nation" nicht bloss die Allobrogen und einen grossen Teil des mittelbaren Gebiets der Arverner sich untertaenig gemacht, sondern auch in dem freigebliebenen Gallien durch ihren Einfluss den Uebergang der Hegemonie von den Arvernern auf diese Haeduer ...

...ts der Arverner sich untertaenig gemacht, sondern auch in dem freigebliebenen Gallien durch ihren Einfluss den Uebergang der Hegemonie von den Arvernern auf diese Haeduer veranlasst. Allein wenn den Griechen nur von einer Seite her fuer ihre Nationalitaet Gefahr drohte, so sahen sich die Kelten zugleich von zwei Landesfeinden bedraengt, und es war natuerlich, dass man bei dem einen vor dem anderen Schutz suchte und dass, wenn die eine Keltenpartei sich den Roemern anschloss, ihre Gegner ...

...die er mitgebracht hatte, die noch zahlreicheren, die auf seinen Ruf spaeter aus der Heimat nachkamen - man rechnete, dass bis zum Jahre 696 (58) etwa 120000 Deutsche den Rhein ueberschritten -, diese ganze gewaltige Einwanderung der deutschen Nation, welche durch die einmal geoeffneten Schleusen stromweise ueber den schoenen Westen sich ergoss, gedachte er daselbst ansaessig zu machen und auf dieser Grundlage seine Herrschaft ueber das Keltenland aufzubauen. Der Umfang der von ihm am li...

...en. Der Umfang der von ihm am linken Rheinufer ins Leben gerufenen deutschen Ansiedlungen laesst sich nicht bestimmen; ohne Zweifel reichte er weit und noch viel weiter seine Entwuerfe. Die Kelten wurden von ihm als eine im ganzen unterworfene Nation behandelt und zwischen den einzelnen Gauen kein Unterschied gemacht. Selbst die Sequaner, als deren gedungener Feldhauptmann er den Rhein ueberschritten hatte, mussten dennoch, als waeren auch sie besiegte Feinde, ihm fuer seine Leute ein Dr...
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Roemische Geschichte - 5. Buch ->
07. Kapitel
Sturz der etruskischen Macht - Die Kelten ->
...tlichen Angriffen der verschiedensten Voelker, der Syrakusaner, Latiner, Samniten und vor allem der Kelten brach die eben noch so gewaltig und so ploetzlich in Latium und Kampanien und auf beiden italischen Meeren um sich greifende etruskische Nation noch gewaltsamer und noch ploetzlicher zusammen. Der Verlust der Seeherrschaft, die Bewaeltigung der kampanischen Etrusker gehoert derselben Epoche an, wo die Insubrer und Cenomaner am Po sich niederliessen; und eben um diese Zeit ging auch ...

...e roemische Buergerschaft zuerst angreifend gegen Etrurien vor. Im Waffenstillstand mit Veii von 280 (474) hatte sie das Verlorene wiedergewonnen und im wesentlichen den Zustand wiederhergestellt, wie er zu der Zeit der Koenige zwischen beiden Nationen bestanden hatte. Als er im Jahre 309 (445) ablief, begann zwar die Fehde aufs neue; aber es waren Grenzgefechte und Beutezuege, die fuer beide Teile ohne wesentliches Resultat verliefen. Etrurien stand noch zu maechtig da, als dass Rom einen...

...d Winter, Jahr aus Jahr ein im Felde blieb, bis das vorgesteckte Ziel erreicht war; das erstemal, dass die Gemeinde aus Staatsmitteln dem Aufgebot Sold zahlte. Aber es war auch das erstemal, dass die Roemer es versuchten, sich eine stammfremde Nation zu unterwerfen und ihre Waffen ueber die alte Nordgrenze der latinischen Landschaft hinuebertrugen. Der Kampf war gewaltig, der Ausgang kaum zweifelhaft. Die Roemer fanden Unterstuetzung bei den Latinern und den Hernikern, denen der Sturz des ...

...er Ausgang kaum zweifelhaft. Die Roemer fanden Unterstuetzung bei den Latinern und den Hernikern, denen der Sturz des gefuerchteten Nachbarn fast nicht minder Genugtuung und Foerderung gewaehrte als den Roemern selbst; waehrend Veii von seiner Nation verlassen dastand und nur die naechsten Staedte, Capena, Falerii, auch Tarquinii, ihm Zuzug leisteten. Die gleichzeitigen Angriffe der Kelten wuerden diese Nichtteilnahme der noerdlichen Gemeinden allein schon genuegend erklaeren; es wird inde...

...entlich die Opposition der aristokratischen Regierungen der uebrigen Staedte gegen das von den Veientern beibehaltene oder wiederhergestellte Koenigsregiment, jene Untaetigkeit der uebrigen Etrusker herbeigefuehrt haben. Haette die etruskische Nation sich an dem Kampf beteiligen koennen oder wollen, so wuerde die roemische Gemeinde kaum imstande gewesen sein, die bei der damaligen hoechst unentwickelten Belagerungskunst riesenhafte Aufgabe der Bezwingung einer grossen und festen Stadt zu E...

...aessiger Halbheit waehrend Veiis Agonie geruht hatte und nach der Einnahme zu den Waffen griff, bequemte nach wenigen Jahren (363 391) sich gleichfalls zum Frieden. Es mag eine wehmuetige Sage sein, dass die beiden Vormauern der etruskischen Nation, Melpum und Veii, an demselben Tage jenes den Kelten, dieses den Roemern unterlagen; aber es liegt in ihr auf jeden Fall eine tiefe geschichtliche Wahrheit. Der doppelte Angriff von Norden und Sueden und der Fall der beiden Grenzfesten war der...

...den Kelten, dieses den Roemern unterlagen; aber es liegt in ihr auf jeden Fall eine tiefe geschichtliche Wahrheit. Der doppelte Angriff von Norden und Sueden und der Fall der beiden Grenzfesten war der Anfang des Endes der grossen etruskischen Nation. Indes einen Augenblick schien es, als sollten die beiden Voelkerschaften, durch deren Zusammenwirken Etrurien sich in seiner Existenz bedroht sah, vielmehr untereinander sich aufreiben und auch Roms neu aufbluehende Macht von den fremden Bar...
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Roemische Geschichte - 2. Buch ->
04. Kapitel
Sturz der etruskischen Macht - Die Kelten ->
...eckhaft und beschwerlich sie sein mochten, waren mehr Ungluecksfaelle als politische Ereignisse und das wesentlichste Resultat derselben, dass die Roemer sich selbst und dem Auslande in immer weiteren Kreisen als das Bollwerk der zivilisierten Nationen Italiens gegen den Anstoss der gefuerchteten Barbaren erschienen - eine Auffassung, die ihre spaetere Weltstellung mehr als man meint gefoerdert hat. Die Tusker, die den Angriff der Kelten auf Rom benutzt hatten, um Veii zu berennen, hatten...

...er Untertaenigkeit, wodurch der bisher selbstaendige Staat in eine rechtlich fortbestehende, aber jeder eigenen Bewegung beraubte Gemeinde umgewandelt ward. Nicht lange nachher (411 343) trat auch Falerii, das seine urspruengliche latinische Nationalitaet auch unter der Tuskerherrschaft sich bewahrt hatte, aus dem etruskischen Bunde aus und in ewigen Bund mit Rom; damit war ganz Suedetrurien in der einen oder anderen Form der roemischen Suprematie unterworfen. Tarquinii und wohl das noer...

...at und der ernstlichen Gegenwehr der maechtigen Roemer, zum Teil wohl auch infolge uns unbekannter Veraenderungen im Norden der Alpen. Zwischen Alpen und Apenninen bis hinab an die Abruzzen waren jetzt die Kelten im allgemeinen die herrschende Nation und namentlich die Herren des ebenen Landes und der reichen Weiden; aber bei ihrer schlaffen und oberflaechlichen Ansiedlungsweise wurzelte ihre Herrschaft nicht tief in der neu gewonnenen Landschaft und gestaltete sich keineswegs zum aussch...

...chaft und gestaltete sich keineswegs zum ausschliesslichen Besitz. Wie es in den Alpen stand und wie hier keltische Ansiedler mit aelteren etruskischen oder andersartigen Staemmen sich vermischten, gestattet unsere ungenuegende Kunde ueber die Nationalitaet der spaeteren Alpenvoelker nicht auszumachen; nur die Raeter in dem heutigen Graubuenden und Tirol duerfen als ein wahrscheinlich etruskischer Stamm bezeichnet werden. Die Taeler des Apennin behielten die Umbrer, den nordoestlichen Te...

...rrhenischen Kaper die Anlage einer Kolonie im Adriatischen Meere beschloss. Aber mochte hier mehr oder weniger von etruskischem Wesen sich behaupten, es waren das einzelne Truemmer und Splitter der frueheren Machtentwicklung; der etruskischen Nation kam nicht mehr zugute, was hier im friedlichen Verkehr oder im Seekrieg von einzelnen noch etwa erreicht ward. Dagegen gingen wahrscheinlich von diesen halbfreien Etruskern die Anfaenge derjenigen Zivilisation aus, die wir spaeterhin bei den K...

...nnin und suedlich vom Ciminischen Walde den Etruskern nur sehr beschraenkte Grenzen: die Zeiten der Macht und des Aufstrebens waren fuer sie auf immer vorueber. In engster Wechselwirkung mit diesem aeusseren Sinken steht der innere Verfall der Nation, zu dem die Keime freilich wohl schon weit frueher gelegt worden waren. Die griechischen Schriftsteller dieser Zeit sind voll von Schilderungen der masslosen Ueppigkeit des etruskischen Lebens: unteritalische Dichter des fuenften Jahrhunderts ...

...euliche Lustbarkeit der Fechterspiele, der Krebsschaden des spaeteren Rom und ueberhaupt der letzten Epoche des Altertums, zuerst bei den Etruskern aufgekommen ist; und jedenfalls lassen sie im ganzen keinen Zweifel an der tiefen Entartung der Nation. Auch die politischen Zustaende derselben sind davon durchdrungen. So weit unsere duerftige Kunde reicht, finden wir aristokratische Tendenzen vorwiegend, in aehnlicher Weise wie gleichzeitig in Rom, aber schroffer und verderblicher. Die Absch...

...kt sah. Selten nur gelang es, selbst zur Landesverteidigung alle etruskischen Staedte zu vereinigen, und Volsiniis nominelle Hegemonie haelt nicht den entferntesten Vergleich aus mit der gewaltigen Kraft, die durch Roms Fuehrung die latinische Nation empfing. Der Kampf gegen die ausschliessliche Berechtigung der Altbuerger zu allen Gemeindestellen und allen Gemeindenutzungen, der auch den roemischen Staat haette verderben muessen, wenn nicht die aeusseren Erfolge es moeglich gemacht haette...
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Roemische Geschichte - 2. Buch ->
04. Kapitel
Die Sullanische Restaurationsherrschaft ->
Blicken wir zurueck auf die Ereignisse, die das Dezennium der sullanischen Restauration erfuellen. Eine gewaltige, den Lebensnerv der Nation notwendig beruehrende Gefahr war an sich in keiner der waehrend dieser Zeit vorgekommenen aeusseren oder inneren Bewegungen enthalten, weder in der Insurrektion des Lepidus, noch in den Unternehmungen der spanischen Emigranten, noch in den t...

...jahrelang in gleichem Kampfe gegenuebergestanden zu haben. Wenig mehr als ein Jahrhundert war seit dem Hannibalischen Kriege verflossen; es musste dem ehrbaren Roemer das Blut in die Wangen treiben, wenn er den furchtbar raschen Ruecktritt der Nation seit jener grossen Zeit erwog. Damals standen die italischen Sklaven wie die Mauern gegen Hannibals Veteranen; jetzt staeubte die italische Landwehr vor den Knuetteln ihrer entlaufenen Knechte wie Spreu auseinander. Damals machte jeder einfach...

...rrschaft einzubuessen. Die materiellen Wohltaten des staatlichen Daseins: Sicherheit der Grenzen, ungestoerter friedlicher Verkehr, Rechtsschutz, geordnete Verwaltung, fingen an, alle miteinander den saemtlichen im roemischen Staat vereinigten Nationen zu verschwinden; die segnenden Goetter alle schienen zum Olymp emporgestiegen zu sein und die jammervolle Erde den amtlich berufenen oder freiwilligen Pluenderern oder Peinigern ueberlassen zu haben. Dieser Verfall des Staats ward auch nic...

...r verderblichen Genialitaet einzelner, sondern aus der allgemeinen Desorganisation hervorgegangen. Die grosse Majoritaet der Buergerschaft taugte nichts und jeder morsche Baustein half mit zu dem Ruin des ganzen Gebaeudes; es buesste die ganze Nation, was die ganze Nation verschuldete. Es war ungerecht, wenn man die Regierung als den letzten greifbaren Ausdruck des Staats fuer alle heilbaren und unheilbaren Krankheiten desselben verantwortlich machte; aber das allerdings war wahr, dass die Regierung in furchtba...

...zum Schutz vor den Piraten mit einer Mauer umziehen. Solche Versuche, der Seeherrschaft sich zu versichern, erinnern an jenen persischen Grosskoenig, der das Meer mit Ruten peitschen liess, um es sich untertaenig zu machen. Wohl hatte also die Nation guten Grund, ihren Bankrott zunaechst der Restaurationsregierung zur Last zu legen. Immer schon war mit der Wiederherstellung der Oligarchie ein aehnliches Missregiment gekommen, nach dem Sturz der Gracchen wie nach dem des Marius und Saturnin...
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Roemische Geschichte - 5. Buch ->
02. Kapitel
Die Unterwerfung des Westens ->
...erloren, die die Kelten weislich benutzten. Der tapfere und umsichtige Fuerst Cassivellaunus, der in dem heutigen Middlesex und der Umgegend gebot, sonst der Schreck der Kelten suedlich von der Themse, jetzt aber Hort und Vorfechter der ganzen Nation, war an die Spitze der Landesverteidigung getreten. Er sah bald, dass mit dem keltischen Fussvolk gegen das roemische schlechterdings nichts auszurichten und die schwer zu ernaehrende und schwer zu regierende Masse des Landsturms der Verteidig...

...werden Beschwerden ueber dergleichen Schutzverleihung spaeterhin nicht wieder vernommen. Das Werk der Zurueckweisung der germanischen Invasion und der Unterwerfung der festlaendischen Kelten war vollendet. Aber oft ist es leichter, eine freie Nation zu unterwerfen als eine unterworfene in Botmaessigkeit zu erhalten. Die Rivalitaet um die Hegemonie, an der mehr noch als an den Angriffen Roms die keltische Nation zugrunde gegangen war, ward durch die Eroberung gewissermassen aufgehoben, indem der Eroberer die Hegemonie fuer sich selbst nahm. Die Sonderinteressen schwiegen; in dem gemeinsamen Druck fuehlte man doch sich wieder als ein Volk, und was man,...

...ben, indem der Eroberer die Hegemonie fuer sich selbst nahm. Die Sonderinteressen schwiegen; in dem gemeinsamen Druck fuehlte man doch sich wieder als ein Volk, und was man, da man es besass, gleichgueltig verspielt hatte, die Freiheit und die Nationalitaet, dessen unendlicher Wert ward nun, da es zu spaet war, von der unendlichen Sehnsucht vollstaendig ermessen. Aber war es denn zu spaet? Mit zorniger Scham gestand man es sich, dass eine Nation, die mindestens eine Million waffenfaehiger Maenner zaehlte, eine Nation von altem und wohlbegruendetem kriegerischen Ruhm, von hoechstens 50000 Roemern sich hatte das Joch auflegen lassen. Die Unterwerfung der Eidgenossenschaft des mittleren Galliens, ohne dass sie auch nur einen Schlag getan, die der belgischen, ...
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07. Kapitel
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...alen, bildeten das Heer. Der Feldherr war von der Zentralregierung finanziell und militaerisch fast unabhaengig und im Glueck wie im Unglueck wesentlich auf sich selbst und auf die Hilfsquellen seines Sprengels angewiesen. Buerger- und sogar Nationalsinn waren aus dem Heere verschwunden und als innerliches Band einzig der Korpsgeist uebriggeblieben. Die Armee hatte aufgehoert ein Werkzeug des Gemeinwesens zu sein; politisch hatte sie einen eigenen Willen nicht, wohl aber vermochte sie de...

...usschliesslich und fingen an, auch im Fussvolk immer staerker mitverwendet zu werden. Die Rottenfuehrerstellen in den Legionen, auf denen bei der damaligen Kriegfuehrung die Tuechtigkeit der Abteilungen wesentlich beruhte und zu denen nach der nationalen Kriegsverfassung der Soldat mit der Pike sich empordiente, wurden jetzt nicht bloss regelmaessig nach Gunst vergeben, sondern sogar nicht selten an den Meistbietenden verkauft. Die Zahlung des Soldes erfolgte bei der schlechten Finanzwirts...

... zum Teil musterhafte Armeen; allein es gehoerten diese Armeen viel mehr ihrem Heerfuehrer als dem Gemeinwesen. Der noch weit vollstaendigere Verfall der roemischen Marine, die zu allem andern den Roemern antipathisch geblieben und nie voellig nationalisiert worden war, bedarf kaum der Erwaehnung. Es war eben auch hier nach allen Seiten hin unter dem oligarchischen Regiment ruiniert worden, was ueberhaupt ruiniert werden konnte. Caesars Reorganisation des roemischen Militaerwesens beschraen...

... das heisst als Offizier - oder ein sechsjaehriger zu Fuss erforderlich sei, beweist wohl, dass er die besseren Staende in das Heer zu ziehen wuenschte, aber ebenso deutlich auch, dass bei dem immer mehr einreissenden unkriegerischen Geist der Nation er selbst es nicht mehr fuer moeglich hielt, die Bekleidung eines Ehrenamtes an die Ueberstehung der Dienstzeit unbedingt wie ehedem zu knuepfen. Ebendaraus wird es sich erklaeren, dass Caesar keinen Versuch gemacht hat, die roemische Buerge...

...erbeifuehrte, teils durch regelmaessige Ansiedlung der ausgedienten Soldaten als Ackerkolonisten, teils und vornehmlich dadurch, dass die Armee von Italien und ueberhaupt von den eigentlichen Sitzen des buergerlichen und politischen Lebens der Nation ferngehalten und der Soldat dahin gewiesen ward, wo er nach der Meinung des grossen Koenigs allein an seinem Platze war: in die Grenzstationen zur Abwehr des auswaertigen Feindes. Das rechte Kriterium des Militaerstaates, die Entwicklung und B...

...e von Gerichtsdienern, wie es fuer die roemischen Oberbeamten hergebracht war. Wie viel auch Caesar von dem Gedanken seiner Partei und seiner Jugend, ein perikleisches Regiment in Rom nicht kraft des Saebels, sondern kraft des Vertrauens der Nation zu begruenden, im Kampfe mit den Realitaeten hatte muessen fallen lassen - den Grundgedanken, keine Militaermonarchie zu stiften, hielt er auch jetzt noch mit einer Energie fest, zu der die Geschichte kaum eine Parallele darbietet. Allerdings ...

... war nicht bloss notwendig hoechst persoenlicher Natur und musste mit dem Tode des Urhebers ebenso zugrunde gehen wie die verwandten Schoepfungen Perikles' und Cromwells mit dem Tode ihrer Stifter; sondern bei dem tief zerruetteten Zustand der Nation war es nicht einmal glaublich, dass es dem achten Koenig von Rom auch nur fuer seine Lebenszeit gelingen werde, so wie seine sieben Vorgaenger seine Mitbuerger bloss kraft Gesetz und Recht zu beherrschen, und ebensowenig wahrscheinlich, dass e...

...gierten Minoritaet. Aber dennoch ist es ein Privilegium der hoechsten Naturen, also schoepferisch zu irren. Die genialen Versuche grosser Maenner, das Ideal zu realisieren, wenn sie auch ihr Ziel nicht erreichen, bilden den besten Schatz der Nationen. Es ist Caesars Werk, dass der roemische Militaerstaat erst nach mehreren Jahrhunderten zum Polizeistaat ward und dass die roemischen Imperatoren, wie wenig sie sonst auch dem grossen Begruender ihrer Herrschaft glichen, doch den Soldaten we...

...en Jahrhunderten zum Polizeistaat ward und dass die roemischen Imperatoren, wie wenig sie sonst auch dem grossen Begruender ihrer Herrschaft glichen, doch den Soldaten wesentlich nicht gegen den Buerger verwandten, sondern gegen den Feind, und Nation und Armee beide zu hoch achteten, um diese zum Konstabler ueber jene zu setzen. -------------------------------------------------------- ^17 An die Ernennung eines Teiles der Kriegstribune durch die Buergerschaft hat Caesar, auch hierin Demokr...
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... sie haeufig genannt werden: Landgueter des roemischen Volkes, und als solche waren sie benutzt und ausgenutzt worden. Damit war es jetzt vorbei. Die Provinzen als solche sollten allmaehlich untergehen, um der verjuengten hellenisch-italischen Nation eine neue und geraeumigere Heimat zu bereiten, von deren einzelnen Bezirken keiner nur um eines andern willen da war, sondern alle fuer einen und einer fuer alle; die Leiden und Schaeden der Nation, fuer die in dem alten Italien keine Hilfe war, sollte das neue Dasein in der verjuengten Heimat, das frischere, breitere, grossartigere Volksleben von selber ueberwinden. Bekanntlich waren diese Gedanken nicht neu. Die seit Jahrhunderten st...

...us Varro von der Aude, kurz nach Caesars Tode veroeffentlichte. Andererseits war die Durchdringung des latinischen und des hellenischen Wesens, man moechte sagen, so alt wie Rom. Schon bei der Einigung Italiens hatte die obsiegende latinische Nation alle anderen besiegten Nationalitaeten sich assimiliert, nur die einzige griechische, so wie sie war, sich eingefuegt, ohne sie aeusserlich mit sich zu verschmelzen. Wohin der roemische Legionaer kam, dahin folgte der griechische Schulmeister, in seiner Art nicht minder ei...

...vilisierenden Eroberer, dasselbe zunaechst in ihrer Sprache den Barbaren des Westens zu verkuendigen, konnte der Hellene wenigstens nicht laut protestieren. Schon laengst erblickte der Grieche ueberall, und am entschiedensten eben da, wo das Nationalgefuehl am reinsten und am staerksten war, an den von barbarischer Denationalisierung bedrohten Grenzen, wie zum Beispiel in Massalia, am Nordgestade des Schwarzen Meeres und am Euphrat und Tigris, den Schild und das Schwert des Hellenismus in Rom; und in der Tat nahmen Pompeius' Staedtegruendungen im fernen Osten nac...

...om; und in der Tat nahmen Pompeius' Staedtegruendungen im fernen Osten nach jahrhundertelanger Unterbrechung Alexanders segensreiches Werk wieder auf. Der Gedanke eines italisch-hellenischen Reiches mit zweien Sprachen und einer einheitlichen Nationalitaet war nicht neu - er waere sonst auch nichts gewesen als ein Fehler; aber dass er aus schwankenden Entwuerfen zu sicherer Fassung, aus zerstreuten Anfaengen zu konzentrierter Grundlegung fortschritt, ist das Werk des dritten und groessten...

...nden Entwuerfen zu sicherer Fassung, aus zerstreuten Anfaengen zu konzentrierter Grundlegung fortschritt, ist das Werk des dritten und groessten der demokratischen Staatsmaenner Roms. Die erste und wesentlichste Bedingung zu der politischen und nationalen Nivellierung des Reichs war die Erhaltung und Ausdehnung der beiden zu gemeinschaftlichem Herrschen bestimmten Nationen, unter moeglichst rascher Beseitigung der neben ihr stehenden barbarischen oder barbarisch genannten Staemme. In gewissem Sinne koennte man allerdings neben Roemern und Griechen noch eine dritte Nationalitaet nennen, die mit denselben in der damaligen Welt an Ubiquitaet wetteiferte und auch in dem neuen Staate Caesars eine nicht unwesentliche Rolle zu spielen bestimmt war. Es sind dies die Juden. Das merkwuerdige, nachgiebig zaehe Volk war i...

... Volk war in der alten wie in der heutigen Welt ueberall und nirgends heimisch und ueberall und nirgends maechtig. Die Diadochen Davids und Salomos bedeuteten fuer die Juden jener Zeit kaum mehr, als heutzutage Jerusalem fuer sie bedeutet; die Nation fand wohl fuer ihre religioese und geistige Einheit einen sichtbaren Anhalt in dem kleinen Koenigreich von Jerusalem, aber sie selbst bestand keineswegs in der Untertanenschaft der Hasmonaeer, sondern in den zahllos durch das ganze Parthisch...

...noch bekaempfen durfte und dem Caesar vielmehr, ebenwie sein Vorgaenger Alexander, in richtiger Erkenntnis der Verhaeltnisse moeglichst Vorschub tat. Wenn Alexander, der Stifter des alexandrinischen Judentums, damit nicht viel weniger fuer die Nation tat wie ihr eigener David durch den Tempelbau von Jerusalem, so foerderte auch Caesar die Juden in Alexandreia wie in Rom durch besondere Beguenstigungen und Vorrechte und schuetzte namentlich ihren eigentuemlichen Kult gegen die roemischen wi...

...uenstigungen und Vorrechte und schuetzte namentlich ihren eigentuemlichen Kult gegen die roemischen wie gegen die griechischen Lokalpfaffen. Die beiden grossen Maenner dachten natuerlich nicht daran, der hellenischen oder italisch-hellenischen Nationalitaet die juedische ebenbuertig zur Seite zu stellen. Aber der Jude, der nicht wie der Okzidentale die Pandoragabe politischer Organisation empfangen hat und gegen den Staat sich wesentlich gleichgueltig verhaelt; der ferner ebenso schwer den...

...dische ebenbuertig zur Seite zu stellen. Aber der Jude, der nicht wie der Okzidentale die Pandoragabe politischer Organisation empfangen hat und gegen den Staat sich wesentlich gleichgueltig verhaelt; der ferner ebenso schwer den Kern seiner nationalen Eigentuemlichkeit aufgibt als bereitwillig denselben mit jeder beliebigen Nationalitaet umhuellt und bis zu einem gewissen Grad der fremden Volkstuemlichkeit sich anschmiegt - der Jude war ebendarum wie geschaffen fuer einen Staat, welcher auf den Truemmern von hundert lebendigen Politien erbaut und mit einer gewissermasse...

...er fremden Volkstuemlichkeit sich anschmiegt - der Jude war ebendarum wie geschaffen fuer einen Staat, welcher auf den Truemmern von hundert lebendigen Politien erbaut und mit einer gewissermassen abstrakten und von vornherein verschliffenen Nationalitaet ausgestattet werden sollte. Auch in der alten Welt war das Judentum ein wirksames Ferment des Kosmopolitismus und der nationalen Dekomposition und insofern ein vorzugsweise berechtigtes Mitglied in dem Caesarischen Staate, dessen Politie doch eigentlich nichts als Weltbuergertum, dessen Volkstuemlichkeit im Grunde nichts als Humanitaet war. Indes die positiven Elem...

...ischen Staate, dessen Politie doch eigentlich nichts als Weltbuergertum, dessen Volkstuemlichkeit im Grunde nichts als Humanitaet war. Indes die positiven Elemente des neuen Buergertums blieben ausschliesslich die latinische und die hellenische Nationalitaet. Mit dem spezifisch italischen Staat der Republik war es also zu Ende; jedoch war es nichts als ein sehr erklaerliches, aber auch sehr albernes Gerede des grollenden Adels, dass Caesar Italien und Rom absichtlich zugrunde richte, um den...

...s Caesar Italien und Rom absichtlich zugrunde richte, um den Schwerpunkt des Reiches in den griechischen Osten zu verlegen und zur Hauptstadt desselben Ilion oder Alexandreia zu machen. Vielmehr behielt in Caesars Organisation die latinische Nationalitaet immer das Uebergewicht; wie sich dies schon darin ausspricht, dass er jede Verfuegung in lateinischer, aber die fuer die griechisch redenden Landschaften bestimmten daneben in griechischer Sprache erliess. Im allgemeinen ordnete er die ...

...ie sich dies schon darin ausspricht, dass er jede Verfuegung in lateinischer, aber die fuer die griechisch redenden Landschaften bestimmten daneben in griechischer Sprache erliess. Im allgemeinen ordnete er die Verhaeltnisse der beiden grossen Nationen in seiner Monarchie ebenwie sie in dem geeinigten Italien seine republikanischen Vorgaenger geordnet hatten: die hellenische Nationalitaet wurde geschuetzt, wo sie bestand, die italische nach Vermoegen erweitert und ihr die Erbschaft der aufzuloesenden Rassen bestimmt. Es war dies schon deshalb notwendig, weil eine voellige Gleichstellung des griechischen und lateinischen ...

...chentum, wo es bestand, erhalten und geschuetzt. Wie nahe auch die politischen Krisen es dem Imperator legten, die festen Pfeiler des Hellenismus im Okzident und in Aegypten umzustuerzen, Massalia und Alexandreia wurden weder vernichtet noch denationalisiert.
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