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Schlagwort: Pontifices | Übersicht - a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z | Seite 1 von 2 1 2 | | | Religion -> | ...en Genossenschaften sind
dadurch die Depositare der Kunstfertigkeiten und Wissenschaften geworden. In der
roemischen und ueberhaupt der latinischen Gemeindeverfassung gibt es solcher
Kollegien urspruenglich nur zwei: das der Augurn und das der Pontifices ^4. Die
sechs "Voegelfuehrer" (augures) verstanden die Sprache der Goetter aus dem Flug
der Voegel zu deuten, welche Auslegungskunst sehr ernstlich betrieben und in ein
gleichsam wissenschaftliches System gebracht ward. Die sechs "Brueckenbaue...
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sechs "Voegelfuehrer" (augures) verstanden die Sprache der Goetter aus dem Flug
der Voegel zu deuten, welche Auslegungskunst sehr ernstlich betrieben und in ein
gleichsam wissenschaftliches System gebracht ward. Die sechs "Brueckenbauer"
(pontifices) fuehrten ihren Namen von dem ebenso heiligen wie politisch
wichtigen Geschaeft, den Bau und das Abbrechen der Tiberbruecke zu leiten. Es
waren die roemischen Ingenieure, die das Geheimnis der Masse und Zahlen
verstanden; woher ihnen auch die ...
...chreibung an den Kalender und das Jahrzeitbuch anknuepft,
musste auch die Kunde des Prozesses und der Rechtssaetze, da nach der Errichtung
der roemischen Gerichte in diesen selbst die Ueberlieferung nicht entstehen
konnte, in dem Kollegium der Pontifices traditionell werden, das ueber
Gerichtstage und religioese Rechtsfragen ein Gutachten zu geben allein kompetent
war.
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^4 Am deutlichsten zeigt sich dies darin, dass in den nach dem latinis...
... und religioese Rechtsfragen ein Gutachten zu geben allein kompetent
war.
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^4 Am deutlichsten zeigt sich dies darin, dass in den nach dem latinischen
Schema geordneten Gemeinden Augurn und Pontifices ueberall vorkommen (z. B. Cic.
leg. agr. 2, 35, 96 und zahlreiche Inschriften), ebenso der pater patratus der
Fetialen in Laurentum (Orelli 2276), die uebrigen Kollegien aber nicht. Jene
also stehen auf einer Linie mit der Zehnkurienverfassung...
...; wogegen die Duovirn sacris
faciundis und die anderen Kollegien, wie die dreissig Kurien und die
Servianischen Tribus und Zenturien, in Rom entstanden und darum auch auf Rom
beschraenkt geblieben sind. Nur der Name des zweiten Kollegiums, der Pontifices,
ist wohl entweder durch roemischen Einfluss in das allgemein latinische Schema
anstatt aelterer, vielleicht mannigfaltiger Namen eingedrungen, oder es
bedeutete urspruenglich, was sprachlich manches fuer sich hat, pons nicht
Bruecke, sonder...
...ngerade
Grundzahl zurueckgehen muesse. Nach Livius (a.a.O.) war die Zahl bis zum
Ogulnischen Gesetz sechs, und eben das sagt wohl auch Cicero (rep. 2, 9 14),
indem er Romulus vier, Numa zwei Augurstellen einrichten laesst. Ueber die Zahl
der Pontifices vgl. Roemisches Staatsrecht, Bd. 2, S. 20.
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| | Die Ausgleichung der Staende und die neue Aristokratie -> | ...edeutung waren, wie
namentlich an ihre ausschliessliche Waehlbarkeit zu den drei hoechsten
Flaminaten und dem sacerdotalen Koenigtum sowie in die Genossenschaften der
Springer, hat man niemals geruehrt. Dagegen waren die beiden Kollegien der
Pontifices und der Augurn, an welche ein bedeutender Einfluss auf die Gerichte
und die Komitien sich knuepfte, zu wichtig, als dass diese Sonderbesitz der
Patrizier haetten bleiben koennen; das Ogulnische Gesetz vom Jahre 454 (300)
eroeffnete denn auch i...
...Gerichte
und die Komitien sich knuepfte, zu wichtig, als dass diese Sonderbesitz der
Patrizier haetten bleiben koennen; das Ogulnische Gesetz vom Jahre 454 (300)
eroeffnete denn auch in diese den Plebejern den Eintritt, indem es die Zahl der
Pontifices und der Augurn beide von sechs auf neun vermehrte und in beiden
Kollegien die Stellen zwischen Patriziern und Plebejern gleichmaessig teilte.
Den letzten Abschluss des zweihundertjaehrigen Haders brachte das durch
einen gefaehrlichen Volksaufst... | | |
| | Religion -> | ...den
durch Ueberlieferung zu bewahren, ueber angebliche Verletzungen des vertragenen
Rechts gutachtlich zu entscheiden und noetigenfalls den Suehneversuch und die
Kriegserklaerung zu bewirken. Sie waren durchaus fuer das Voelkerrecht, was die
Pontifices fuer das Goetterrecht, und hatten daher auch wie diese die Befugnis,
Recht zwar nicht zu sprechen, aber doch zu weisen.
Aber wie hochansehnlich immer diese Genossenschaften waren und wie wichtige
und umfassende Befugnisse sie zugeteilt erhielte...
...sprechenden Moment sich raechte, so war es eine muehsame
und bedenkliche Aufgabe, seiner religioesen Verpflichtungen auch nur sich
bewusst zu werden, und so mussten wohl die des goettlichen Rechtes kundigen und
dasselbe weisenden Priester, die Pontifices, zu ungemeinem Einfluss gelangen.
Denn der rechtliche Mann erfuellt die Vorschriften des heiligen Rituals mit
derselben kaufmaennischen Puenktlichkeit, womit er seinen irdischen
Verpflichtungen nachkommt und tut auch wohl ein Uebriges, wenn de... | | |
| | Religion -> |
Aber auch auf dem praktischen Gebiet offenbart sich derselbe Unterschied.
Der praktische Gewinn, welcher der roemischen Gemeinde aus ihrer Religion
erwuchs, war ein von den Priestern, namentlich den Pontifices entwickeltes,
formuliertes Moralgesetz, welches teils in dieser - der polizeilichen
Bevormundung des Buergers durch den Staat noch fernstehenden - Zeit die Stelle
der Polizeiordnung vertrat, teils die sittlichen Verpflichtungen vor das Gericht...
...tter der weissagenden Priesterin Apollons, der kymaeischen
Sibylle, deshalb eine hochgehaltene Gabe der griechischen Gastfreunde aus
Kampanien. Zur Lesung und Ausdeutung des Zauberbuches wurde in fruehester Zeit
ein eigenes, nur den Augurn und Pontifices im Range nachstehendes Kollegium von
zwei Sachverstaendigen (duoviri sacris faciundis) bestellt, auch fuer dasselbe
zwei der griechischen Sprache kundige Sklaven von Gemeinde wegen angeschafft;
diese Orakelbewahrer ging man in zweifelhaften Fa... | | |
| | Kunst und Wissenschaft -> | ...benen Notizen die mittelalterliche,
hervorgegangen. Aber erst spaet kam es zu der Anlegung einer foermlichen, die
Namen saemtlicher Beamten und die merkwuerdigen Ereignisse Jahr fuer Jahr stetig
verzeichnenden Chronik (liber annalis) durch die Pontifices. Vor der unter dem
5. Juni 351 (403) angemerkten Sonnenfinsternis, womit wahrscheinlich die vom 20.
Juni 354 (400) gemeint ist, fand sich in der spaeteren Stadtchronik keine
Sonnenfinsternis nach Beobachtung verzeichnet; die Zensuszahlen derse...
... uns das Stadtbuch noch in seiner urspruenglichen Fassung
vorlaege, schwerlich daraus die Geschichte der Zeit pragmatisch zu schreiben
vermoegen. Indes gab es solche Stadtchroniken nicht bloss in Rom, sondern jede
latinische Stadt hat wie ihre Pontifices, so auch ihre Annalen besessen, wie
dies aus einzelnen Notizen zum Beispiel fuer Ardea, Ameria, Interamna am Nar
deutlich hervorgeht; und mit der Gesamtheit dieser Stadtchroniken haette
vielleicht sich etwas Aehnliches erreichen lassen, wie es... | | |
| | Kunst und Wissenschaft -> | ...eck, das den Namen eines Buches verdient. Nicht
viel juenger mag der Kern der sogenannten "koeniglichen Gesetze" sein, das
heisst gewisser, vorzugsweise sakraler Vorschriften, die auf Herkommen beruhten
und wahrscheinlich von dem Kollegium der Pontifices, das zur Gesetzgebung nicht,
wohl aber zur Gesetzweisung befugt war, unter der Form koeniglicher Verordnungen
zu allgemeiner Kunde gebracht wurden. Ausserdem sind vermutlich schon seit dem
Anfang dieser Periode wenn nicht die Volks-, so doch d...
...e herausgegriffenen
Geschworenen war es Beduerfnis, an sachkundige Maenner sich wenden zu koennen,
welche den Rechtsgang kannten und nach Praezedentien oder in deren Ermangelung
nach Gruenden eine Entscheidung an die Hand zu geben wussten. Die Pontifices,
die es gewohnt waren, sowohl wegen der Gerichtstage als wegen aller auf die
Goetterverehrung bezueglichen Bedenken und Rechtsakte vom Volke angegangen zu
werden, gaben auch in anderen Rechtspunkten auf Verlangen Ratschlaege und
Gutachten ab... | | |
| | Glaube und Sitte -> | ...Gottesdienst wurde nicht bloß immer weitschichtiger, sondern vor allem auch immer kostspieliger. Lediglich zu dem wichtigen Zweck, die Ausrichtung der Götterschmäuse zu beaufsichtigen, wurde im Jahre 558 (196) zu den drei alten Kollegien der Augurn, Pontifices und Orakelbewahrer ein viertes der drei Schmausherren (tres viri epulones) hinzugefügt. Billig schmausen nicht bloß die Götter, sondern auch ihre Priester; neuer Stiftungen indes bedurfte es hierfür nicht, da ein jedes Kollegium sich seiner Schmausa...
...flichtungen zu religiösen Zwecken war bei den Römern in ähnlicher Weise wie heutzutage in den katholischen Ländern verbreitet; diese Stiftungen, namentlich seit sie von der höchsten geistlichen und zugleich höchsten Rechtsautorität der Gemeinde, den Pontifices, als eine auf jeden Erben und sonstigen Erwerber des Gutes von Rechts wegen übergehende Reallast betrachtet wurden, fingen an, eine höchst drückende Vermögenslast zu werden - "Erbschaft ohne Opferschuld" ward bei den Römern sprichwörtlich gesagt, et... | | |
| | Die Nichtbuerger und die reformierte Verfassung | | ...er, von denen sich spaeterhin der palatinische den Priester
des Mars, der collinische den des Quirinus zu nennen pflegte. Es ist glaublich,
wenngleich nicht mehr nachzuweisen, dass die gesamten altlatinischen
Priesterschaften Roms, der Augurn, Pontifices, Vestalen, Fetialen in
gleichartiger Weise aus den kombinierten Priesterkollegien der beiden Gemeinden
vom Palatin und vom Quirinal hervorgegangen sind. Ferner trat in der oertlichen
Einteilung zu den drei Quartieren der palatinischen Stadt, S... | | |
| | Die Sullanische Verfassung -> | | ...ren ihre hoechste Spitze
entzogen ward, kam nicht in Betracht und tat der Alleinherrschaft des hoechsten
Regierungskollegiums durchaus keinen Eintrag, dass, um die Ambition der jetzt so
viel zahlreicheren Senatoren zu befriedigen, die Zahl der Pontifices und die der
Augurn von neun, die der Orakelbewahrer von zehn auf je fuenfzehn, die der
Schmausherren von drei auf sieben vermehrt ward.
In dem Finanzwesen stand schon nach der bisherigen Verfassung die
entscheidende Stimme bei dem Senat; es h... | | |
| | Die Sullanische Verfassung -> | | ... oder Fuenfjahrgewalt"
annahmen. Die Gemeindekasse verwalteten zwei Quaestoren. Fuer das Sakralwesen
sorgten zunaechst die beiden der aeltesten latinischen Verfassung allein
bekannten Kollegien priesterlicher Sachverstaendigen, die munizipalen Pontifices
und Augurn.
Was das Verhaeltnis dieses sekundaeren politischen Organismus zu dem
primaeren des Staates anlangt, so standen im allgemeinen jenem wie diesem die
politischen Befugnisse vollstaendig zu und band also der Gemeindebeschluss und
da... | | |
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