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Schlagwort: Priester


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8. Kapitel - Kleinasien ->
Auch eine praktische und in Kleinasien durch das hohe Ansehen dieser Institution gesteigerte Bedeutung mag das provinziale Oberpriestertum fuer den Kaiserkultus gehabt haben durch die damit verknuepfte religioese Oberaufsicht. Nachdem der Landtag den Kaiserkultus einmal beschlossen und die Regierung eingewilligt hatte, folgten selbstverstaendlich die staedtischen Vertretungen ...

... Regierung eingewilligt hatte, folgten selbstverstaendlich die staedtischen Vertretungen nach; in Asia hatten bereits unter Augustus wenigstens alle Vororte der Gerichtssprengel ihr Caesareum und ihr Kaiserfest ^21. Recht und Pflicht des Oberpriesters war es, in seinem Sprengel die Ausfuehrung dieser provinzialen und munizipalen Dekrete und die Uebung des Kultus zu ueberwachen; was dies zu bedeuten hatte, erlaeutert die Tatsache, dass der freien Stadt Kyzikos in Asia unter Tiberius die Aut...

...naechst dem Kaiserkultus galt, sich auf die Religionsangelegenheiten ueberhaupt erstreckt ^22. Als dann der alte und der neue Glaube im Reiche um die Herrschaft zu ringen begannen, ist deren Gegensatz wohl zunaechst durch das provinziale Oberpriestertum zum Konflikt geworden. Diese aus den vornehmen Provinzialen von dem Landtag der Provinz bestellten Priester waren durch ihre Traditionen wie durch ihre Amtspflichten weit mehr als die Reichsbeamten berufen und geneigt, auf Vernachlaessigung des anerkannten Gottesdienstes zu achten und, wo Abmahnung nicht half, da sie selber eine Strafgewalt nicht ha...

...er den Reichsbehoerden zur Anzeige zu bringen und den weltlichen Arm zu Hilfe zu rufen, vor allem den Christen gegenueber die Forderungen des Kaiserkultus geltend zu machen. In der spaeteren Zeit schreiben die altglaeubigen Regenten diesen Oberpriestern sogar ausdruecklich vor, selbst und durch die ihnen unterstellten staedtischen Priester die Kontraventionen gegen die bestehende Glaubensordnung zu ahnden und weisen denselben genau die Rolle zu, welche unter den Kaisern des neuen Glaubens der Metropolit und seine staedtischen Bischoefe einnehmen ^23. Wahrscheinlich hat hier nich...

...sie fuehren auch die verdorbenen Worte to?s epon?moys t/o/n d?o /e/peir/o/n t/e/s esperas ol/e/s, wofuer wohl zu schreiben ist t/e/s eteras ol/e/s) to?s apant/o/n archontas t/o/n iere/o/n. Es fehlt bekanntlich bei der Bezeichnung der Provinzialpriester fast stehend die ausdrueckliche Beziehung auf den Kaiserkult; wenn sie in ihren Sprengeln die Rolle spielen sollten wie der Pontifex maximus in Rom, so hatte das seinen guten Grund. ^23 Maximinus stellte zu diesem Zweck dem Oberpriester der einzelnen Provinz militaerische Hilfe zur Verfuegung (Eus. hist. eccl. 8, 14, 9); und der beruehmte Brief Julians (epist. 49; vgl. epist. 63) an den damaligen Galatarchen gibt ein deutliches Bild der Obliegenheiten desselben. Er soll das g...

...alb dessen er der Herr und der Statthalter Privatmann ist; von den Unterstuetzungen, die die Regierung fuer die Provinz ausgeworfen hat (30000 Scheffel Getreide und 60000 Sextarien Wein) den fuenften Teil an die in die Klientel der heidnischen Priester tretenden Armen spenden, das Uebrige sonst zu mildtaetigen Zwecken verwenden; in jeder Stadt der Provinz womoeglich mit Beihilfe der Privaten Verpflegungshaeuser (xenodocheia) nicht bloss fuer Heiden, sondern fuer jedermann ins Leben rufen und...

...jeder Stadt der Provinz womoeglich mit Beihilfe der Privaten Verpflegungshaeuser (xenodocheia) nicht bloss fuer Heiden, sondern fuer jedermann ins Leben rufen und den Christen nicht ferner das Monopol der guten Werke gestatten; die saemtlichen Priester der Provinz durch Beispiel und Ermahnung ueberhaupt zum gottesfuerchtigen Wandel und zur Vermeidung des Besuchs der Theater und der Schenken anhalten und insbesondere zum fleissigen Besuch der Tempel mit ihrer Familie und ihrem Gesinde oder, w...

.... So deutlich diese Anordnungen den Stempel des bereits zusammenbrechenden Heidentums an sich tragen und so gewiss sie in dieser Ausdehnung der frueheren Epoche fremd sind, so erscheint doch das Fundament, die allgemeine Oberaufsicht des Oberpriesters der Provinz ueber das Kultwesen, keineswegs als eine neue Einrichtung.
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Theodor Mommsen ->
Roemische Geschichte - 8. Buch ->
8. Kapitel - Kleinasien
9. Kapitel - Die Euphratgrenze und die Parther ->
...da, neben ihm in kleinerer Gestalt und in betender Stellung der Koenig und dem Koenig gegenueber das Reichsbanner. Dem entsprechend geht auch die Uebermacht des Adels im Partherreich Hand in Hand mit der privilegierten Stellung des Klerus. Die Priester dieser Religion, die Magier, erscheinen schon in den Urkunden der Achaemeniden und in den Erzaehlungen Herodots und haben, wahrscheinlich mit Recht, den Okzidentalen immer als national persische Institution gegolten. Das Priestertum ist erblich und wenigstens in Medien, vermutlich auch in anderen Landschaften, galt die Gesamtheit der Priester, etwa wie die Leviten in dem spaeteren Israel, als ein besonderer Volksteil. Auch unter der Herrschaft der Griechen haben die alte Religion des Staates und das nationale Priestertum ihren Platz behauptet. Als der erste Seleukos die neue Hauptstadt seines Reiches, das schon erwaehnte Seleukeia gruenden wollte, liess er die Magier Tag und Stunde dafuer bestimmen, und erst nachdem diese Perser, nicht gern, das verlangte H...

...estimmen, und erst nachdem diese Perser, nicht gern, das verlangte Horoskop gestellt hatten, vollzogen ihrer Anweisung gemaess der Koenig und sein Heer die feierliche Grundsteinlegung der neuen Griechenstadt. Also auch ihm standen beratend die Priester des Ahura Mazda zur Seite und sie, nicht die des hellenischen Olymp, wurden bei den oeffentlichen Angelegenheiten insoweit befragt, als diese goettliche Dinge betrafen. Selbstverstaendlich gilt dies um so mehr von den Arsakiden. Dass bei der ...

...cht die des hellenischen Olymp, wurden bei den oeffentlichen Angelegenheiten insoweit befragt, als diese goettliche Dinge betrafen. Selbstverstaendlich gilt dies um so mehr von den Arsakiden. Dass bei der Koenigswahl neben dem Adelsrat der der Priester mitwirkte, wurde schon bemerkt. Koenig Tiridates von Armenien, aus dem Haus der Arsakiden, kam nach Rom unter Geleit eines Gefolges von Magiern, und nach deren Vorschrift reiste und speiste er, auch in Gemeinschaft mit dem Kaiser Nero, der ger...

... von Magiern, und nach deren Vorschrift reiste und speiste er, auch in Gemeinschaft mit dem Kaiser Nero, der gern sich von den fremden Weisen ihre Lehre verkuenden und die Geister beschwoeren liess. Daraus folgt allerdings noch nicht, dass der Priesterstand als solcher auf die Fuehrung des Staats wesentlich bestimmend eingewirkt hat; aber keineswegs ist der Mazda- Glaube erst durch die Sassaniden wiederhergestellt worden; vielmehr ist bei allem Wechsel der Dynastien und bei aller eigenen Entw...
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Theodor Mommsen ->
Roemische Geschichte - 8. Buch ->
9. Kapitel - Die Euphratgrenze und die Parther
12. Kapitel - Aegypten ->
...ter, die Vorstandschaft des Nomos, wird auf je drei Jahre von dem Statthalter besetzt. Die oertlichen Behoerden der griechischen Staedte waren der Anzahl wie der Titulatur nach andere; in Alexandreia namentlich fungierten vier Oberbeamten, der Priester Alexanders 23, der Stadtschreiber (thpomn/e/matographos) ^24, der Oberrichter (archidikast/e/s) und der Nachtwaechtermeister (nykterinos strat/e/gos). Dass sie angesehener waren als die Strategen der Nomen, versteht sich von selbst und zeigt...

...benfalls aus der Ptolemaeerzeit her und werden wie die Nomenvorsteher aus den Eingesessenen von der roemischen Regierung auf Zeit ernannt. Roemische Beamte kaiserlicher Ernennung finden sich unter diesen staedtischen Vorstehern nicht. Aber der Priester des Museion, der zugleich der Praesident der alexandrinischen Akademie der Wissenschaften ist und auch ueber die bedeutenden Geldmittel dieser Anstalt verfuegt, wird vom Kaiser ernannt; ebenso werden die Aufsicht ueber das Alexandergrab und di...

...----------------------------- ^23 Der ek/e/g/e/t/e/s, nach Strabon (17, 1, 12 p. 797) der erste staedtische Beamte in Alexandreia unter den Ptolemaeern wie unter den Roemern und berechtigt, den Purpur zu tragen, ist sicher identisch mit dem Jahrpriester in dem Testament Alexanders des in solchen Dingen sehr wohl unterrichteten Alexanderromans (3, 33 p. 149 Mueller). Wie der Exegetes neben seiner wohl im religioesen Sinn zu fassenden Titulatur die epimeleia t/o/n t/e/ polei chr/e/sim/o/n hat...

...ment Alexanders des in solchen Dingen sehr wohl unterrichteten Alexanderromans (3, 33 p. 149 Mueller). Wie der Exegetes neben seiner wohl im religioesen Sinn zu fassenden Titulatur die epimeleia t/o/n t/e/ polei chr/e/sim/o/n hat, so ist jener Priester des Romans epimelist/e/s t/e/s pole/o/s. So wenig wie den Purpur und den goldenen Kranz wird der Romanschreiber auch die Besoldung von einem Talent und die Erblichkeit erfunden haben; die letztere, bei welcher auch Lumbroso (L'Egitto al tempo ...

... S. 152) an den ex/e/g/e/t/e/s enarchos der alexandrinischen Inschriften (CIG 4688, 4976 c) erinnert, ist vermutlich in der Weise zu denken, dass ein gewisser Kreis von Personen durch Erbrecht berufen war und der Statthalter aus diesen den Jahrpriester bestellte. Dieser Priester Alexanders (sowie der folgenden aegyptischen Koenige, nach dem Stein von Kanopos und dem von Rosette CIG 4697) war unter den frueheren Lagiden fuer die alexandrinischen Akte eponym, waehrend spaeter wie unter den Roemern dafuer die Koenigsname...

...m Stein von Kanopos und dem von Rosette CIG 4697) war unter den frueheren Lagiden fuer die alexandrinischen Akte eponym, waehrend spaeter wie unter den Roemern dafuer die Koenigsnamen eintreten. Nicht verschieden von ihm ist wohl auch der "Oberpriester von Alexandreia und ganz Aegypten" einer stadtroemischen Inschrift aus hadrianischer Zeit (CIG 5900: archierei Alexandreias kai Aig?ptoy pas/e/s Deyki/o/ Ioyli/o/ Oy/e/stin/o/ kai epistatei to? moyseioy kai epi t/o/n en R/o/m/e/ bibliosth/e/k/...

...epi t/e/s paideias Adriano?, epistolei toi ayto? aytokratoros); die eigentliche Titulatur ex/e/g/e/t/e/s wurde, da sie gewoehnlich den Kuester bezeichnet, ausserhalb Aegyptens vermieden. Sollte, was die Fassung der Inschrift nahe legt, das Oberpriestertum damals dauernd gewesen sein, so wiederholt sich bekanntlich der Uebergang von der Jaehrigkeit zu der wenigstens titularen, nicht selten auch reellen Lebenslaenglichkeit ueberhaupt bei den Sacerdotien der Provinzen, zu denen dieses alexandri...

...on der Jaehrigkeit zu der wenigstens titularen, nicht selten auch reellen Lebenslaenglichkeit ueberhaupt bei den Sacerdotien der Provinzen, zu denen dieses alexandrinische zwar nicht gehoert, aber deren Stelle es in Aegypten vertritt. Dass das Priestertum und die Vorstandschaft des Museums zwei verschiedene Aemter sind, zeigt die Inschrift selbst. Dasselbe lehrt die Inschrift eines koeniglichen Oberarztes aus guter Lagidenzeit, der daneben sowohl Exeget ist wie Vorsteher des Museums (CHr?ser...
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Theodor Mommsen ->
Roemische Geschichte - 8. Buch ->
12. Kapitel - Aegypten
Die Unterwerfung des Westens ->
...e Maechtigkeit des keltischen Nationalbewusstseins wuerden unerklaerlich sein, wenn nicht bei der groessten politischen Zersplitterung die keltische Nation seit langem religioes und selbst theologisch zentralisiert gewesen waere. Die keltische Priesterschaft oder, mit dem einheimischen Namen, die Korporation der Druiden umfasste sicher die Britischen Inseln und ganz Gallien, vielleicht noch andere Keltenlaender mit einem gemeinsamen religioes-nationalen Bande. Sie stand unter einem eigenen H...

...dem einheimischen Namen, die Korporation der Druiden umfasste sicher die Britischen Inseln und ganz Gallien, vielleicht noch andere Keltenlaender mit einem gemeinsamen religioes-nationalen Bande. Sie stand unter einem eigenen Haupte, das die Priester selber sich waehlten, mit eigenen Schulen, in denen die sehr umfaengliche Tradition fortgepflanzt ward, mit eigenen Privilegien, namentlich Befreiung von Steuer und Kriegsdienst, welche jeder Clan respektierte, mit jaehrlichen Konzilien, die b...

... jeder Clan respektierte, mit jaehrlichen Konzilien, die bei Chartres im "Mittelpunkt der keltischen Erde" abgehalten wurden, und vor allen Dingen mit einer glaeubigen Gemeinde, die an peinlicher Froemmigkeit und an blindem Gehorsam gegen ihre Priester den heutigen Iren nichts nachgegeben zu haben scheint. Es ist begreiflich, dass eine solche Priesterschaft auch das weltliche Regiment an sich zu reissen versuchte und teilweise an sich riss: sie leitete, wo das Jahrkoenigtum bestand, im Fall eines Interregnums die Wahlen; sie nahm mit Erfolg das Recht in Anspruch, einzelne Maenner und ganze ...

...u ziehen, sie entwickelte, gestuetzt wie es scheint auf ihr Recht, aus der Gemeinde auszuschliessen, und vielleicht auch auf die Landesgewohnheit, dass zu den ueblichen Menschenopfern vorzugsweise Verbrecher genommen wurden, eine ausgedehnte priesterliche Kriminalgerichtsbarkeit, die mit der der Koenige und Vergobreten konkurrierte; sie nahm sogar die Entscheidung ueber Krieg und Frieden in Anspruch. Man war nicht fern von einem Kirchenstaat mit Papst und Konzilien, mit Immunitaeten, Inter...

...war, so blieb es dennoch der Nation versagt, zu einem Haltpunkt politischer Zentralisation zu gelangen, wie ihn Italien an der roemischen Buergerschaft, Hellenen und Germanen an den makedonischen und fraenkischen Koenigen fanden. Die keltische Priester- und ebenso die Adelschaft, obwohl beide in gewissem Sinn die Nation vertraten und verbanden, waren doch einerseits ihrer staendisch-partikularistischen Interessen wegen unfaehig, sie zu einigen, andererseits maechtig genug, um keinem Koenig ...
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Theodor Mommsen ->
Roemische Geschichte - 5. Buch ->
07. Kapitel
Religion ->
...sten bei den am hoechsten gestellten, dass sie nicht zu befehlen, sondern sachverstaendigen Rat zu erteilen, die Antwort der Goetter nicht unmittelbar zu erbitten, sondern die erteilte dem Frager auszulegen hatten. So steht auch der vornehmste Priester nicht bloss im Rang dem Koenig nach, sondern er darf ungefragt nicht einmal ihn beraten. Dem Koenig steht es zu, zu bestimmen, ob und wann er die Voegel beobachten will; der Vogelschauer steht nur dabei und verdolmetscht ihm, wenn es noetig is...

...ialis und der Pontifex in das Staats- und das Landrecht nicht anders eingreifen als wenn die Beikommenden es von ihm begehren, und mit unerbittlicher Strenge hat man trotz aller Froemmigkeit festgehalten an dem Grundsatz, dass in dem Staat der Priester in vollkommener Machtlosigkeit zu verbleiben und, von allen Befehlen ausgeschlossen, gleich jedem anderen Buerger dem geringsten Beamten Gehorsam zu leisten hat. Die latinische Gottesverehrung beruht wesentlich auf dem Behagen des Menschen am ...

...tes in dem entsprechenden Moment sich raechte, so war es eine muehsame und bedenkliche Aufgabe, seiner religioesen Verpflichtungen auch nur sich bewusst zu werden, und so mussten wohl die des goettlichen Rechtes kundigen und dasselbe weisenden Priester, die Pontifices, zu ungemeinem Einfluss gelangen. Denn der rechtliche Mann erfuellt die Vorschriften des heiligen Rituals mit derselben kaufmaennischen Puenktlichkeit, womit er seinen irdischen Verpflichtungen nachkommt und tut auch wohl ein U...

...isse Leitung eine gewisse Gegenleistung zusichert, und der roemische Rechtssatz, dass kein Kontrakt durch Stellvertretung abgeschlossen werden kann, ist nicht der letzte Grund, weshalb in Latium bei den religioesen Anliegen der Menschen alle Priestervermittlung ausgeschlossen blieb. Ja wie der roemische Kaufmann, seiner konventionellen Rechtlichkeit unbeschadet, den Vertrag bloss dem Buchstaben nach zu erfuellen befugt ist, so ward auch, wie die roemischen Theologen lehren, im Verkehr mit ...
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Theodor Mommsen ->
Roemische Geschichte - 1. Buch ->
Bis zur Abschaffung des roemischen Koenigtums ->
12. Kapitel
Ackerbau, Gewerbe und Verkehr ->
...kanntschaft mit den edlen Fruechten Italiens und vor allem mit der Traube und dem Wein genannt wird, so spricht daraus der Stolz der Latiner auf ihre herrliche, von den Nachbarn vielbeneidete Rebe. Frueh und allgemein wurde von den latinischen Priestern auf eine sorgfaeltige Rebenzucht hingewirkt. In Rom begann die Lese erst, wenn der hoechste Priester der Gemeinde, der Flamen des Jupiter sie gestattet und selbst damit begonnen hatte; in gleicher Weise verbot eine tusculanische Ordnung das Feilbieten des neuen Weines, bevor der Priester das Fest der Fassoeffnung abgerufen hatte. Ebenso gehoert hierher nicht bloss die allgemeine Aufnahme der Weinspende in das Opferritual, sondern auch die als Gesetz des Koenigs Numa bekannt gemachte Vorschrift der roemischen Priester, den Goettern keinen von unbeschnittenen Reben gewonnenen Wein zum Trankopfer auszugiessen; eben wie sie, um das nuetzliche Doerren des Getreides einzufuehren, die Opferung ungedoerrten Getreides untersagten. Juenger ist der Oelbau und sicher...
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Roemische Geschichte - 1. Buch ->
Bis zur Abschaffung des roemischen Koenigtums ->
13. Kapitel
Glaube und Sitte ->
...onale Religion, so fing sie doch schon sichtlich an, sich zur Theologie zu verknöchern. In nichts vielleicht tritt die beginnende Erstarrung des Glaubens so bestimmt hervor wie in den veränderten ökonomischen Verhältnissen des Gottesdienstes und der Priesterschaft. Der öffentliche Gottesdienst wurde nicht bloß immer weitschichtiger, sondern vor allem auch immer kostspieliger. Lediglich zu dem wichtigen Zweck, die Ausrichtung der Götterschmäuse zu beaufsichtigen, wurde im Jahre 558 (196) zu den drei alte...

...schmäuse zu beaufsichtigen, wurde im Jahre 558 (196) zu den drei alten Kollegien der Augurn, Pontifices und Orakelbewahrer ein viertes der drei Schmausherren (tres viri epulones) hinzugefügt. Billig schmausen nicht bloß die Götter, sondern auch ihre Priester; neuer Stiftungen indes bedurfte es hierfür nicht, da ein jedes Kollegium sich seiner Schmausangelegenheiten mit Eifer und Andacht befliß. Neben den klerikalen Gelagen fehlt auch die klerikale Immunität nicht. Die Priester nahmen selbst in Zeiten schwerer Bedrängnis es als ihr Recht in Anspruch, zu den öffentlichen Abgaben nicht beizutragen und ließen erst nach sehr ärgerlichen Kontroversen sich zur Nachzahlung der rückständigen Steuern zwingen (558 196). Wie für die ...

...halten ward. Mit dem orientalischen Kult der Göttermutter gelangten unter anderem gottseligen Unfug auch die jährlich an festen Tagen wiederkehrenden, von Haus zu Haus geheischten Pfennigkollekten (stipem cogere) nach Rom. Endlich die untergeordnete Priester- und Prophetenschaft gab wie billig nichts für nichts; und es ist ohne Zweifel aus dem Leben gegriffen, wenn auf der römischen Bühne in der ehelichen Gardinenkonversation neben der Küchen-, Hebammen- und Präsentenrechnung auch das fromme Konto mit e...

...uben, die Theologie, war bereits geschäftig, die ihr eigene beschwerliche Weitläufigkeit und feierliche Gedankenlosigkeit in den alten Landesglauben hinein und dessen Geist damit auszutreiben. Der Katalog der Verpflichtungen und Vorrechte des Jupiterpriesters zum Beispiel könnte füglich im Talmud stehen. Mit der natürlichen Regel, daß nur die fehlerlos verrichtete religiöse Pflicht den Göttern genehm sei, trieb man es praktisch so weit, daß ein einzelnes Opfer wegen wieder und wieder begangener Versehen...

...werden schon Klagen laut, daß die Augurallehre vernachlässigt werde und daß, mit Cato zu reden, eine Menge alter Vogelkunden und Vogelschauungen durch die Trägheit des Kollegiums in Vergessenheit geraten sei. Ein Augur wie Lucius Paullus, der in dem Priestertum eine Wissenschaft und nicht einen Titel sah, war bereits eine seltene Ausnahme und mußte es auch wohl sein, wenn die Regierung immer offener und ungescheuter die Auspizien zur Durchsetzung ihrer politischen Absichten benutzte, das heißt die Lande...
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Theodor Mommsen ->
Roemische Geschichte - 3. Buch ->
13. Kapitel
Von den Priestern
Und einstmals gab Zarathustra seinen Jüngern ein Zeichen und sprach diese Worte zu ihnen: "Hier sind Priester: und wenn es auch meine Feinde sind, geht mir still an ihnen vorüber und mit schlafendem Schwerte! Auch unter ihnen sind Helden; Viele von ihnen litten zuviel -: so wollen sie Andre leiden machen. Böse Feinde sind sie: Nichts ist rac...

...nd ich will mein Blut auch noch in dem ihren geehrt wissen.'' - Und als sie vorüber gegangen waren, fiel Zarathustra der Schmerz an; und nicht lange hatte er mit seinem Schmerze gerungen, da hub er also an zu reden: Es jammert mich dieser Priester. Sie gehen mir auch wider den Geschmack; aber das ist mir das Geringste, seit ich unter Menschen bin. Aber ich leide und litt mit ihnen: Gefangene sind es mir und Abgezeichnete. Der, welchen sie Erlöser nennen, schlug sie in Banden: - In ...

...en Ungeheuer für Sterbliche, - lange schläft und wartet in ihnen das Verhängniss. Aber endlich kommt es und wacht und frisst und schlingt, was auf ihm sich Hütten baute. Oh seht mir doch diese Hütten an, die sich diese Priester bauten! Kirchen heissen sie ihre süssduftenden Höhlen. Oh über diess verfälschte Licht, diese versumpfte Luft! Hier, wo die Seele zu ihrer Höhe hinauf - nicht fliegen darf! Sondern also gebietet ihr Glaube: "auf d...
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Nietzsche, Friedrich ->
Also sprach Zarathustra ->
B. Zweiter Theil ->
04. Von den Priestern
Ausser Dienst
...Jemanden am Wege sitzen, den er gieng, nämlich einen schwarzen langen Mann mit einem hageren Bleichgesicht: der verdross ihn gewaltig. "Wehe, sprach er zu seinem Herzen, da, sitzt vermummte Trübsal, das dünkt mich von der Art der Priester: was wollen die in meinem Reiche? Wie! Kaum bin ich jenem Zauberer entronnen: muss mir da wieder ein anderer Schwarzkünstler über den Weg laufen, - - irgend ein Hexenmeister mit Handauflegen, ein dunkler Wunderthäter von Gottes ...

...s. Aber wohlan! So oder so, so und so - er ist dahin! Er gieng meinen Ohren und Augen wider den Geschmack, Schlimmeres möchte ich ihm nicht nachsagen. Ich liebe Alles, was hell blickt und redlich redet. Aber er - du weisst es ja, du alter Priester, es war Etwas von deiner Art an ihm, von Priester-Art - er war vieldeutig. Er war auch undeutlich. Was hat er uns darob gezürnt, dieser Zornschnauber, dass wir ihn schlecht verstanden Aber warum sprach er nicht reinlicher? Und lag es an unsern Ohren, warum gab er uns Ohren, die ihn schle...
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Nietzsche, Friedrich ->
Also sprach Zarathustra ->
D. Vierter und letzter Theil ->
06. Ausser Dienst
9. Kapitel - Die Euphratgrenze und die Parther ->
Auch in religioeser Beziehung trat ein eigentlicher Wechsel nicht ein; wohl aber gewann der Glaube und gewannen die Priester unter den persischen Grosskoenigen einen Einfluss und eine Macht, wie sie sie unter den parthischen niemals besessen hatten. Es mag wohl sein, dass die zwiefache Propaganda fremder Kulte gegen Iran, des Buddhatums vom Osten her und des juedisc...

...stlichen Glaubens aus dem Westen, der alten Mazda-Religion eben durch die Fehde eine Regeneration brachte. Der Stifter der neuen Dynastie, Ardaschir, war, wie glaubhaft berichtet wird, ein eifriger Feueranbeter und nahm selbst die Weihen des Priestertums; darum, heisst es weiter, wurde von da an der Stand der Magier einflussreich und anmassend, waehrend er bis dahin keineswegs solche Ehre und solche Freiheit gehabt, sondern bei den Machthabern nicht eben viel gegolten hatte. "Seitdem ehren...

...de von da an der Stand der Magier einflussreich und anmassend, waehrend er bis dahin keineswegs solche Ehre und solche Freiheit gehabt, sondern bei den Machthabern nicht eben viel gegolten hatte. "Seitdem ehren und verehren die Perser alle die Priester; die oeffentlichen Angelegenheiten werden nach ihren Ratschlaegen und Orakeln geordnet; jeder Vertrag und jeder Rechtsstreit unterliegt ihrer Aufsicht und ihrem Urteil und nichts erscheint den Persern recht und gesetzlich, was nicht von eine...

...die oeffentlichen Angelegenheiten werden nach ihren Ratschlaegen und Orakeln geordnet; jeder Vertrag und jeder Rechtsstreit unterliegt ihrer Aufsicht und ihrem Urteil und nichts erscheint den Persern recht und gesetzlich, was nicht von einem Priester bestaetigt worden ist." Dementsprechend begegnen wir einer Ordnung der geistlichen Verwaltung, die an die Stellung des Papstes und der Bischoefe neben dem Kaiser und den Fuersten erinnert. Jeder Kreis steht unter einem Obermagier (Magupat, Mag...

...t unter einem Obermagier (Magupat, Magierherr, neupersisch Mobedh) und diese alle wieder unter dem Obersten der Obermagier (Mobedhan-Mobedh), dem Abbild des "Koenigs der Koenige", und er ist es jetzt, der den Koenig kroent. Die Folgen dieser Priesterherrschaft blieben nicht aus: das starre Ritual, die beengenden Vorschriften ueber Schuld und Suehne, die in wuestes Orakelwesen und Zauberkunst sich aufloesende Wissenschaft haften zwar dem Parsentum von jeher an, sind aber doch vermutlich ers...
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Roemische Geschichte - 8. Buch ->
9. Kapitel - Die Euphratgrenze und die Parther

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