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Schlagwort: Raum | Übersicht - a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z | | Seite 1 von 28 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 | | | Viertes Capitel | Was denn aber der Raum ist, kann folgendermaßen
deutlich werden. Nehmen wir dasjenige von ihm, was
da scheint Wahrheit an und für sich ihm zuzukommen.
Wir glauben zu wissen, daß der Raum sei zuvörderst
das Umgebende von jenem, dessen Ort er ist.
Und daß er nichts von dem Dinge sei. Ferner, daß der
erste Raum weder kleiner noch größer sei. Ferner, daß
er jedem Dinge zwar nicht ausgehe, aber doch trennbar
von ihm sei. Hiezu daß aller Raum das Oben und
Unten habe. Und daß sich bewege von Natur und verbleibe
an seinen eigenthümlichen Orte ein jeder Körper;
hieraus aber das Oben und Unten erwachse. Von
diesen Voraussetzungen aus ist nun das Uebrige zu
betrachten. Es muß aber der Ve...
...se. Von
diesen Voraussetzungen aus ist nun das Uebrige zu
betrachten. Es muß aber der Versuch gemacht werden,
die Untersuchung so zu führen, daß das Was sich
ergebe dergestalt, daß sowohl die Einwürfe sich
lösen, als auch, was zukommen soll dem Raume, als
wirklich ihm zukommend sich erweise, und dabei die
Ursache der Schwierigkeit und der Zweifel über ihn
ersichtlich werde. Denn so nur würde am vollkommensten
sich alles aufklären.
Zuvörderst nun ist zu bedenken, daß man nicht fragen
würde...
...rklich ihm zukommend sich erweise, und dabei die
Ursache der Schwierigkeit und der Zweifel über ihn
ersichtlich werde. Denn so nur würde am vollkommensten
sich alles aufklären.
Zuvörderst nun ist zu bedenken, daß man nicht fragen
würde nach dem Raume, wenn es nicht eine Bewegung
gäbe in Bezug auf den Raum. Darum nämlich
glauben wir hauptsächlich auch den Himmel im
Raume, weil er stets in Bewegung ist. Diese aber ist
theils Ortveränderung, theils Wachstum und Abnahme.
Denn auch bei dem Wachstum und der Abnahme
geschieht eine Veränderung, und was vorher hier war,
geht über in einen kleineren oder größeren Raum. - Es
ist aber das was sich bewegt ein solches, theils an und
für sich der That nach, theils nebenbei. Von dem aber
was nebenbei sich bewegt, ist einiges fähig, für sich
sich zu bewegen, z.B. die Theile des Körpers, und der
Nagel in dem Schiffe...
...dem Schiffe; anders nicht fähig, sondern
stets nur nebenbei, z.B. die weiße Farbe oder die Einsicht.
Dieses nämlich kann nur dergestalt den Ort verändern,
daß das, worin es gegenwärtig ist, ihn verändert.
Nun sagen wir, es sei etwas als in einem Raume
in dem Himmel, weil in der Luft, diese aber in dem
Himmel. Aber auch in der Luft nicht so, als wäre es in
der ganzen, sondern durch das, was an ihm das
Aeußerste und Umgebende ist, sagen wir, sei es in der
Luft. Denn wäre die ganze Luft sein O...
...rin wie an
einem Orte, sondern wie Theil in Ganzem. Sobald es
aber abgesondert ist und jenes nur berührend, so ist es
unmittelbar in etwas, welches Aeußerstes des Umgebenden
und weder Theil ist dessen was in ihm ist,
noch größer als der Zwischenraum, sondern gleich.
Denn in Einem und demselben ist das Aeußerste dessen
was sich berührt. - Und was stetig zusammenhängend
ist, bewegt sich nicht in jenem, sondern mit ihm.
Was aber abgesondert, in ihm; und ob zugleich sich
bewege das Umgebende o...
..., oder in dem Körper die Hand. Wenn
aber abgesondert und berührend, als in dem Orte, wie
in dem Troge das Wasser, oder in dem thönernen Gefäße
der Wein. Die Hand nämlich bewegt sich mit
dem Körper, das Wasser aber, in dem Troge.
Was nun ist der Raum, kann man hieraus sehen. Es
giebt nämlich vielerlei, wovon der Raum eines sein
muß. Entweder nämlich Form, oder Stoff, oder eine
Art von Zwischenraum, nämlich der zwischen demjenigen
was das Aeußerste ist, oder das Aeußerste
selbst, wenn es keinen Zwischenraum giebt außer der
Größe des darin enthaltenen Körpers. Daß er nun hievon
dreierlei nicht sein kann, ist ersichtlich. Aber
wegen seines Umgebens zwar gilt er für die Form.
Denn in dem Nämlichen ist das Aeußerste des Umgebenden
und des Umgebenen. E...
... ersichtlich. Aber
wegen seines Umgebens zwar gilt er für die Form.
Denn in dem Nämlichen ist das Aeußerste des Umgebenden
und des Umgebenen. Es sind nun allerdings
beides Begrenzungen; aber nicht des Nämlichen, sondern
die Form des Dinges, der Raum aber, des umgebenden
Körpers. Darum aber, weil häufig, während
das Umgebende bleibt, sich verändert das Umgebene
und von jenem getrennte, z.B. Wasser das aus dem
Gefäß herausgeht, so erscheint das Dazwischenliegende
als ein Zwischenraum, der ein Sein hätte unabhängig
von dem Körper, welcher sich entfernt. Dem
aber ist nicht so. Sondern es tritt herein welcher Körper
sich trifft von denen, welche die Plätze wechseln
und zur Berührung geeignet sind. Wäre aber der Zwischenraum
etwas wirkliches und an demselben Orte
bleibendes, so gäbe es unbegrenzt viele Räume. Denn
wechselt das Wasser und die Luft den Platz, so wird
dasselbe geschehen mit den Theilen allen in dem Ganzen,
wie mit dem gesammten Wasser in dem Gefäße.
...
...rin wechseln unter sich den Platz die Luft, das
Wasser und die Theile des Wassers; aber nicht in
demjenigen Orte, wo sie hinkommen, welcher ein
Theil ist des Ortes, welcher der Ort des ganzen Himmels
ist.
Auch der Stoff aber könnte scheinen der Raum zu
sein, wenn man an Ruhendem die Betrachtung anstellte
und nicht abgesonderten, sondern stetig zusammenhängenden.
Gleichwie nämlich bei der Umbildung
etwas, das jetzt weiß ist, wiederum schwarz
wird, und was jetzt hart, wiederum weich, und wir...
...n.
Gleichwie nämlich bei der Umbildung
etwas, das jetzt weiß ist, wiederum schwarz
wird, und was jetzt hart, wiederum weich, und wir
deshalb sagen, daß es geben müsse einen Stoff; so
nimmt man nach einer ähnlichen Vorstellung auch das
Sein des Raumes an. Nämlich jenes darum, weil, was
Luft war, dieses jetzt Wasser ist; den Raum aber,
weil, wo jetzt die Luft war, da jetzt Wasser ist. Allein
der Stoff ist, wie in dem Vorhergehenden gesagt,
weder trennbar von dem Dinge, noch es umgebend;
der Raum aber beides. -Wenn nun also keines von
diesen dreien der Raum ist, weder die Formbestimmung,
noch der Stoff, noch ein Zwischenraum, der
stets bleibt als verschieden von dem Dinge, welches
sich entfernt; so muß der Raum sein das was übrig
bleibt von den vieren: die Grenze des umgebenden
Körpers, nach welcher er den umgebenden berührt.
Ich verstehe aber unter dem umgebenden Körper den,
welcher beweglich ist dem Raume nach. Es scheint
aber etwas großes und zu begreifen schwieriges der
Raum darum, weil stets dabei hineinscheint der Stoff
und die Form, und weil beim Ruhen des Umgebenden
erfolgt die Versetzung dessen, was sich räumlich bewegt.
Als denkbar nämlich erscheint das Sein eines
von den bewegten Körpern verschiedenen Zwische...
...darum, weil stets dabei hineinscheint der Stoff
und die Form, und weil beim Ruhen des Umgebenden
erfolgt die Versetzung dessen, was sich räumlich bewegt.
Als denkbar nämlich erscheint das Sein eines
von den bewegten Körpern verschiedenen Zwischenraumes.
Hiezu trägt etwas bei auch die Luft, welche
für körperlos gilt. Es erscheint nämlich nicht nur als
die Grenzen des Gefäßes der Raum, sondern auch als
das, was in der Mitte ist, als ein Leeres. - Es ist aber
wie das Gefäß ein versetzbarer Raum, so der Raum
ein unbewegliches Gefäß. Darum wenn in einem Bewegten
etwas bewegt und verändert wird, was darinnen
ist, z.B. in dem Fluße das Schiff, so ist Gefäß für
es vielmehr, als Ort, das Umgebende. Es neigt sich
dazu hin ein Unbewegliches zu sein, der O...
...bewegliches Gefäß. Darum wenn in einem Bewegten
etwas bewegt und verändert wird, was darinnen
ist, z.B. in dem Fluße das Schiff, so ist Gefäß für
es vielmehr, als Ort, das Umgebende. Es neigt sich
dazu hin ein Unbewegliches zu sein, der Ort und
Raum. Darum ist eher der ganze Fluß ein Ort, weil er
unbeweglich als ganzer ist. Also des Umgebenden unmittelbare,
unbewegliche Grenze, dieses ist der
Raum.
Und deswegen gilt der Mittelpunct des Himmels
und das, was uns das Aeußerste seines Kreisumschwunges
ist, dieses für das Obere, jenes für das Untere
von Allem im eigentlichsten Sinne: weil das eine
stets stehen bleibt, das Aeußerste des Kreise...
... von Natur,
das Schwere, was nach unten; so ist die nach der
Mitte zu umgebende Grenze das Unten und die Mitte
selbst, die nach dem Aeußersten zu, das Oben, und
das Aeußerste selbst. Und deswegen gilt für eine Fläche
und gleichsam ein Gefäß der Raum, und für umgebend.
- So ist denn auch gewissermaßen zugleich
mit dem Dinge der Raum. Denn zugleich mit dem Begrenzten
sind die Grenzen. | | |
| | Erster Widerstreit der transzendentalen Ideen | Thesis
Antithesis
Die Welt hat einen Anfang in der Zeit, und ist dem Raum nach auch in Grenzen eingeschlossen.
Die Welt hat keinen Anfang, und keine Grenzen im Raume, sondern ist, sowohl in Ansehung der Zeit, als des Raumes, unendlich.
Beweis Beweis Denn, man nehme an, die Welt habe der Zeit nach keinen Anfang: so ist bis zu jedem gegebenen Zeitpunkte eine Ewigkeit abgelaufen, und mithin eine unendliche Reihe aufeinander folgender Zustände der Dinge in der Welt v...
...inge, als abgelaufen angesehen werden; welches unmöglich ist. Demnach kann ein unendliches Aggregat wirklicher Dinge, nicht als ein gegebenes Ganzes, mithin auch nicht als zugleich gegeben, angesehen werden. Eine Welt ist folglich, der Ausdehnung im Raume nach, nicht unendlich, sondern in ihren Grenzen eingeschlossen, welches das zweite war.
Denn man setze: sie habe einen Anfang. Da der Anfang ein Dasein ist, wovor eine Zeit vorhergeht, darin das Ding nicht ist, so muß eine Zeit vorhergegangen se...
...n zwar in der Welt manche Reihe der Dinge anfangen, die Welt selber aber kann keinen Anfang haben, und ist also in Ansehung der vergangenen Zeit unendlich.
Was das zweite betrifft, so nehme man zuvörderst das Gegenteil an, daß nämlich die Welt dem Raume nach endlich und begrenzt ist; so befindet sie sich in einem leeren Raum, der nicht begrenzt ist. Es würde also nicht allein ein Verhältnis der Dinge im Raum, sondern auch der Dinge zum Raume angetroffen werden. Da nun die Welt ein absolutes Ganzes ist, außer welchem kein Gegenstand der Anschauung, und mithin kein Korrelatum der Welt, angetroffen wird, womit dieselbe im Verhältnis stehe, so würde das Verhältnis der Welt zum leeren Raum ein Verhältnis derselben zu keinem Gegenstande sein. Ein dergleichen Verhältnis aber, mithin auch die Begrenzung der Welt durch den leeren Raum, ist nichts; also ist die Welt, dem Raume nach, gar nicht begrenzt, d. i. sie ist in Ansehung der Ausdehnung unendlich.***
Anmerkung zur ersten Antinomie
I. zur Thesis II. Anmerkung zur Antithesis Ich habe bei diesen einander widerstreitenden Argumenten nicht Blendwerke gesucht, um et...
...is der Teile, und diese Vollendung, mithin auch der Begriff derselben, ist unmöglich.Der Beweis für die Unendlichkeit der gegebenen Weltreihe und des Weltinbegriffs beruht darauf: daß im entgegengesetzten Falle eine leere Zeit, imgleichen ein leerer Raum, die Weltgrenze ausmachen müßte. Nun ist mir nicht unbekannt, daß wider diese Konsequenz Ausflüchte gesucht werden, indem man vorgibt: es sei eine Grenze der Welt, der Zeit und dem Raume nach, ganz wohl möglich, ohne daß man eben eine absolute Zeit vor der Welt Anfang, oder einen absoluten, außer der wirklichen Welt ausgebreiteten Raum annehmen dürfe; welches unmöglich ist. Ich bin mit dem letzteren Teile dieser Meinung der Philosophen aus der Leibnitzischen Schule ganz wohl zufrieden. Der Raum ist bloß die Form der äußeren Anschauung, aber kein wirklicher Gegenstand, der äußerlich angeschaut werden kann, und kein Korrelatum der Erscheinungen, sondern die Form der Erscheinungen selbst. Der Raum also kann absolut (für sich allein) nicht als etwas Bestimmendes in dem Dasein der Dinge vorkommen, weil er gar kein Gegenstand ist, sondern nur die Form möglicher Gegenstände. Dinge also, als Erscheinungen, bestimmen wohl den Raum, d. i. unter allen möglichen Prädikaten desselben (Größe und Verhältnis) machen sie es, daß diese oder jene zur Wirklichkeit gehören; aber umgekehrt kann der Raum, als etwas, welches für sich besteht, die Wirklichkeit der Dinge in Ansehung der Größe oder Gestalt nicht bestimmen, weil er an sich selbst nichts Wirkliches ist. Es kann also wohl ein Raum (er sei voll oder leer)***** durch Erscheinungen begrenzt, Erscheinungen aber können nicht durch einen leeren Raum außer denselben begrenzt werden. Eben dieses gilt auch von der Zeit. Alles dieses nun zugegeben, so ist gleichwohl unstreitig, daß man diese zwei Undinge, den leeren Raum außer und die leere Zeit vor der Welt, durchaus annehmen müsse, wenn man eine Weltgrenze, es sei dem Raume oder der Zeit nach, annimmt.
Denn was den Ausweg betrifft, durch den man der Konsequenz auszuweichen sucht, nach welcher wir sagen: daß, wenn die Welt (der Zeit und dem Raum nach) Grenzen hat, das unendliche Leere das Dasein wirklicher Dinge ihrer Größe nach bestimmen müsse, so besteht er insgeheim nur darin: daß man statt einer Sinnenwelt sich, wer weiß welche, intelligible Welt gedenkt, und, statt des ersten Anfanges,...
...ges, (ein Dasein, vor welchem eine Zeit des Nichtseins vorhergeht) sich überhaupt ein Dasein denkt, welches keine andere Bedingung in der Welt voraussetzt, statt der Grenze der Ausdehnung, Schranken des Weltganzen denkt, und dadurch der Zeit und dem Raume aus dem Wege geht. Es ist hier aber nur von dem mundus phaenomenon die Rede, und von dessen Größe, bei dem man von gedachten Bedingungen der Sinnlichkeit keineswegs abstrahieren kann, ohne das Wesen desselben aufzuheben. Die Sinnenwelt, wenn sie be...
...dessen Größe, bei dem man von gedachten Bedingungen der Sinnlichkeit keineswegs abstrahieren kann, ohne das Wesen desselben aufzuheben. Die Sinnenwelt, wenn sie begrenzt ist, liegt notwendig in dem unendlichen Leeren. Will man dieses, und mithin den Raum überhaupt als Bedingung der Möglichkeit der Erscheinungen a priori weglassen, so fällt die ganze Sinnenwelt weg. In unserer Aufgabe ist uns diese allein gegeben. Der mundus intelligibilis ist nichts als der allgemeine Begriff einer Welt überhaupt, i...
..., da wir nicht von der Anschauung des Ganzen (als welche in diesem Falle unmöglich ist) den Begriff abziehen können, wir diesen nur durch die Synthesis der Teile, bis zur Vollendung des Unendlichen, wenigstens in der Idee fassen können.
*** Der Raum ist bloß die Form der äußeren Anschauung (formale Anschauung), aber kein wirklicher Gegenstand, der äußerlich angeschaut werden kann. Der Raum, vor allen Dingen, die ihn bestimmen (erfüllen oder begrenzen), oder die vielmehr eine seiner Form gemäße empirische Anschauung geben, ist, unter dem Namen des absoluten Raumes, nichts anderes, als die bloße Möglichkeit äußerer Erscheinungen, sofern sie entweder an sich existieren, oder zu gegebenen Erscheinungen noch hinzukommen können. Die empirische Anschauung ist also nicht zusammengesetzt aus Erscheinungen und dem Raume (der Wahrnehmung und der leeren Anschauung). Eines ist nicht des anderen Korrelatum der Synthesis, sondern nur in einer und derselben empirischen Anschauung verbunden, als Materie und Form derselben. Will man eines dieser zwei Stücke außer dem ande...
...ehmung und der leeren Anschauung). Eines ist nicht des anderen Korrelatum der Synthesis, sondern nur in einer und derselben empirischen Anschauung verbunden, als Materie und Form derselben. Will man eines dieser zwei Stücke außer dem anderen setzen (Raum außerhalb allen Erscheinungen), so entstehen daraus allerlei leere Bestimmungen der äußeren Anschauung, die doch nicht mögliche Wahrnehmungen sind. Z. B. Bewegung oder Ruhe der Welt im unendlichen leeren Raum, eine Bestimmung des Verhältnisses beider untereinander, welche niemals wahrgenommen werden kann, und also auch das Prädikat eines bloßen Gedankendinges ist.
**** Dieses enthält dadurch eine Menge (von gegebener Einheit), die größer ist als all...
...Gedankendinges ist.
**** Dieses enthält dadurch eine Menge (von gegebener Einheit), die größer ist als alle Zahl, welches der mathematische Begriff des Unendlichen ist.
***** Man bemerkt leicht, daß hierdurch gesagt werden wolle: der leere Raum, sofern er durch Erscheinungen begrenzt wird, mithin derjenige innerhalb der Welt, widerspreche wenigstens nicht den transzendentalen Prinzipien, und könne also in Ansehung dieser eingeräumt (obgleich darum seine Möglichkeit nicht sofort behauptet w... | | |
| | Zweites Capitel | Wenn nun Einiges durch sich selbst, Anderes durch
Vermittlung von Anderem für das gilt, was es ist, und
der Raum theils der gemeinschaftliche ist, worin alle
Körper sind, theils der besondere, worin zunächst,
(ich meine es aber so, wie z.B. du bist im Himmel,
weil in der Luft, diese aber im Himmel; und in der
Luft, weil auf der Erde; eben so auf dieser, we...
...rin zunächst,
(ich meine es aber so, wie z.B. du bist im Himmel,
weil in der Luft, diese aber im Himmel; und in der
Luft, weil auf der Erde; eben so auf dieser, weil an
diesem bestimmten Orte, der weiter nichts umfaßt als
dich): so wird nun der Raum, wiefern er das zunächst
einen jeden Körper Umfassende ist, eine Begrenzung
sein. So daß es den Anschein hätte, als sei die Formbestimmung
und Gestalt eines Dinges der Raum, wodurch
begrenzt wird die Größe und der Stoff der
Größe. Denn darin besteht eines jeden Begrenzung.
So nun betrachtet ist der Raum eines jeden Dinges
Formbestimmung.Wiefern aber der Raum für die
Entfernung der Größe gilt, der Stoff. Dieß nämlich ist
verschieden von der Größe. Es ist das von der Formbestimmung
Umgebene, und Bestimmte, wie von
einer Fläche und Begrenzung. - Es ist aber ein solches
der Stoff und das Unbestimmte. N...
...stimmte, wie von
einer Fläche und Begrenzung. - Es ist aber ein solches
der Stoff und das Unbestimmte. Nimmt man weg die
Begrenzung und die Zustände z.B. der Kugel, so
bleibt nichts übrig als der Stoff. Darum nennt auch
Platon den Stoff und den Raum Dasselbe in dem Timäus.
Das Aufnehmende nämlich und der Raum sei
Eines und dasselbe. Auf verschiedene Weise zwar
spricht er hier von dem Aufnehmenden, und in den sogenannten
ungeschriebenen Lehren, aber dennoch
lehrte er allgemein, daß Ort und Raum mit jenem
Dasselbe sei. Es behaupten nämlich zwar Alle, daß
etwas sei der Raum; was er aber sei, hat jener allein
unternommen zu erklären. - Natürlich wohl muß, sobald
man es hienach betrachtet, schwierig zu sein
scheinen, zu erforschen, was der Raum ist; wenn er
von diesen beiden eines ist, sei es Stoff, sei es Formbestimmung.
Denn theils überhaupt gehört diese Betrachtung
zu den feinsten und höchsten, theils ist es
insbesondere nicht leicht, abgesondert von einander
sie kennen zu lernen.
...
... sei es Stoff, sei es Formbestimmung.
Denn theils überhaupt gehört diese Betrachtung
zu den feinsten und höchsten, theils ist es
insbesondere nicht leicht, abgesondert von einander
sie kennen zu lernen.
Nun aber daß keines von diesen beiden der Raum
sein kann, ist nicht schwer zu sehen. Denn die Formbestimmung
und der Stoff finden sich nicht getrennt
von dem Dinge; der Raum aber kann dieß. In welchem
nämlich Luft war, in diesem wird, wie wir
sagen, wiederum Wasser, wenn gegenseitig den Ort
wechseln mit einander die Luft und das Wasser, und
die übrigen Körper gleichergestalt. Also weder ein
Theil noch eine Eigensch...
...mlich Luft war, in diesem wird, wie wir
sagen, wiederum Wasser, wenn gegenseitig den Ort
wechseln mit einander die Luft und das Wasser, und
die übrigen Körper gleichergestalt. Also weder ein
Theil noch eine Eigenschaft, sondern trennbar ist der
Raum von jedem Dinge. Nämlich es scheint so etwas
zu sein der Raum, wie das Gefäß. Denn es ist das
Gefäß ein beweglicher Raum; das Gefäß aber ist
nichts von dem Dinge. - Wiefern er nun trennbar ist
von dem Dinge, sofern ist er nicht die Formbestimmung.
Wiefern er aber umfaßt, sofern verschieden
von dem Stoffe. Es scheint aber stets das, was irgendwo
ist, sowohl selbst...
...r umfaßt, sofern verschieden
von dem Stoffe. Es scheint aber stets das, was irgendwo
ist, sowohl selbst etwas zu sein, als auch
etwas Anderes außer ihm. - Platon aber hätte sagen
sollen - dafern dieß beiläufig erwähnt werden darf, warum nicht im Raume die Formwesen und die Zahlen
sind, wenn doch das Aufnehmende der Raum ist;
sei nun das Große und das Kleine das Aufnehmende,
oder der Stoff, wie er in Timäus geschrieben hat. - Sodann
wie sollte etwas sich hinbewegen nach seinem
Orte, wenn dieser Ort der Stoff oder die Formbestimmung
wäre? Denn nicht kann, was we...
...Aufnehmende,
oder der Stoff, wie er in Timäus geschrieben hat. - Sodann
wie sollte etwas sich hinbewegen nach seinem
Orte, wenn dieser Ort der Stoff oder die Formbestimmung
wäre? Denn nicht kann, was weder Bewegung,
noch ein Oben und Unten hat, Raum sein. Vielmehr
offenbar in diesen hat man den Raum zu suchen. Ist
aber in dem Dinge selbst der Raum (er muß es aber
sein, wenn er Form oder Stoff), so ist der Raum in
einem Raume. Denn es verändert zugleich mit dem
Dinge und bewegt sich sowohl die Formbestimmung
als auch das Unbestimmte, und sind nicht stets in dem
Nämlichen, sondern wo auch das Ding ist. So daß es
also einen Ort des Ortes geben würde. - Ferner wenn
au...
... bewegt sich sowohl die Formbestimmung
als auch das Unbestimmte, und sind nicht stets in dem
Nämlichen, sondern wo auch das Ding ist. So daß es
also einen Ort des Ortes geben würde. - Ferner wenn
aus der Luft Wasser wird, so geht dann unter der
Raum; denn nicht mehr in demselben Raume ist der
nun werdende Körper. Worin nun besteht dieser Untergang?
-Woraus also sich ergiebt das Sein des Raumes,
und wiederum woraus man zweifeln könnte über
sein Wesen, ist jetzt gesagt worden. | | |
| | Erstes Capitel | Auf gleiche Weise muß auch von dem Raume der
Naturforscher, wie von dem Unbegrenzten, untersuchen,
ob er ist oder nicht, und wiefern er ist, und was
er ist. Denn Alle nehmen an, daß, was ist, irgendwo
ist. Nur was nicht ist, sei nirgends. Denn wo wäre ein
Hirschbock, oder eine Sphinx...
...ur was nicht ist, sei nirgends. Denn wo wäre ein
Hirschbock, oder eine Sphinx? Auch von der Bewegung
ist die gemeinste und eigentlichste die räumliche,
welche wir Ortveränderung nennen. - Es hat aber
viele Schwierigkeiten, zu sagen, was denn der Raum
ist. Denn nicht als dasselbe erscheint er, wenn man
ihn betrachtet nach allem dem verschiedenen, was gegeben
ist. Ueberdieß haben wir auch bisher nichts von
den Andern, was über ihn, sei es als Aufgabe oder als
Lösung, beigebracht wäre.
Daß es...
...dasselbe erscheint er, wenn man
ihn betrachtet nach allem dem verschiedenen, was gegeben
ist. Ueberdieß haben wir auch bisher nichts von
den Andern, was über ihn, sei es als Aufgabe oder als
Lösung, beigebracht wäre.
Daß es nun zwar giebt einen Raum, scheint zu erhellen
aus dem Wechsel der Lagen. Wo nämlich jetzt
Wasser ist, da kann, wenn dieses sich entfernt wie aus
einem Gefäße, wiederum Luft sein. Bisweilen aber
hat diesen selben Ort irgend ein anderer Körper inne.
Dieser nun gilt für e...
...nd ein anderer Körper inne.
Dieser nun gilt für einen von allem was eindringt und
durch irgend eine Veränderung hineinkommt, verschiedenen.
An welchem Orte nämlich jetzt Luft ist,
an diesem war vorher Wasser. So daß erhellt, daß der
Ort und der Raum etwas anderes war als beide, in
welchen und aus welchem die Veränderung geschah. Ferner aber auch die räumlichen Bewegungen der natürlichen
und einfachen Körper, wie des Feuers und
der Erde und ähnlicher, zeigen nicht allein, daß es
giebt einen Raum, sondern auch daß er eine gewisse
Bedeutung besitzt. Es bewegt sich nämlich jedes Ding
nach seinem Orte hin, sobald es nicht gehindert wird;
eines nach oben, ein anderes nach unten. Dieß aber
sind Raumes Theile und Arten, das Oben und das
Unten, und die übrigen von den sechs Richtungen. Es
ist aber alles dieses nicht nur in Bezug auf uns, das
Rechte und das Linke, und das Oben und das Unten.
Denn für uns ist es nicht stets das nämliche, sonder...
...st, so
hat es doch nach seiner Lage zu uns ein Rechts und
ein Links. So daß also hier nur die Lage als ein Gedachtes,
nicht aber ein natürliches Bestehen von diesem
allen statt findet. - Uebrigens die das Sein eines
Leeren behaupten, meinen den Raum. Das Leere nämlich
möchte sein ein Raum, der keinen Körper in sich
faßt. - Daß es nun also giebt einen Raum außer den
Körpern, und daß jeder sinnlich wahrnehmbare Körper
an einem Orte ist, könnte man diesem zufolge annehmen.
Es möchte sonach scheinen, als habe Hesiodus
Recht, indem er zuerst das Weite sein läßt. Er
sagt nämlich:
Zwar von Allem zuers...
...man diesem zufolge annehmen.
Es möchte sonach scheinen, als habe Hesiodus
Recht, indem er zuerst das Weite sein läßt. Er
sagt nämlich:
Zwar von Allem zuerst war das Weite, aber darauf
ward Erde mit weitem Busen.
Als müsse zuerst vorhanden sein Raum, für das
was sein soll; der gewöhnlichen Meinung zufolge,
daß Alles sei irgendwo und an einem Orte. Verhält
sich dieß aber so, so wäre eine wunderwürdige die
Bedeutung des Raumes, und Allem vorangehend.
Denn ohne was nichts Anderes ist, was aber selbst
ohne das Andere: dieses muß das Erste sein. Nicht
nämlich geht unter der Raum, wenn, was in ihm ist,
vergeht.
Nichtsdestoweniger fragt es sich noch immer, wenn
er ist, was er ist: ob irgend eine körperliche Masse,
oder sonst eine andere Natur. Aufzusuchen nämlich
ist seine Gattung zunächst. - Hauptrichtungen nun hat
er ...
...st: ob irgend eine körperliche Masse,
oder sonst eine andere Natur. Aufzusuchen nämlich
ist seine Gattung zunächst. - Hauptrichtungen nun hat
er drei: Länge, Breite und Tiefe, durch die bestimmt
wird jeder Körper. Nicht aber kann ein Körper der
Raum sein. Denn in dem Nämlichen wären dann zwei
Körper. - Ferner wenn es einen besondern Ort und
Raum des Körpers giebt, so offenbar auch der Fläche
und der übrigen Grenzbestimmungen; denn derselbe
Begriff paßt dann darauf. Wo nämlich vorher des
Wassers Flächen waren, da werden nun die der Luft
sein. Allein wir haben doch keinen Unterschied zwis...
...bt, so offenbar auch der Fläche
und der übrigen Grenzbestimmungen; denn derselbe
Begriff paßt dann darauf. Wo nämlich vorher des
Wassers Flächen waren, da werden nun die der Luft
sein. Allein wir haben doch keinen Unterschied zwischen
Punct und Raum des Punctes.Wenn nun also
dieser keinen von ihm verschiedenen Raum hat, so hat
ihn auch keines von den andern, und es giebt außerhalb
dieser aller keinen Raum. - Für was auch wollten
wir ausgeben den Raum? Denn weder ein Element
sein, noch aus Elementen bestehen kann er, wenn er
eine solche Natur hat; weder den körperlichen, noch
den unkörperlichen. Denn Größe zwar hat er, Körper
aber keineswegs. Nun sind aber der sinnlich wahrnehmbarer
Körper E...
...en. Denn Größe zwar hat er, Körper
aber keineswegs. Nun sind aber der sinnlich wahrnehmbarer
Körper Elemente Körper; aus den bloß
denkbaren Elementen aber entsteht keine Größe. Ferner von was sollte man auch sagen, daß den Dingen
Ursache sei der Raum? Denn keine von der vier
Bedeutungen des Begriffes Ursache paßt auf ihn.
Weder nämlich als Stoff des Seienden ist er es, denn
nichts ist aus ihm zusammengesetzt, noch als Formbestimmung
und Begriff der Dinge, noch als Zweck,
noch bewegt er die ...
...noch als Formbestimmung
und Begriff der Dinge, noch als Zweck,
noch bewegt er die Dinge. Ueberdieß er selbst, wenn
er zu den Dingen gehört, wo soll er sein? Der Einwurf
des Zenon nämlich fordert eine Rechenschaft. Wenn
nämlich alles was ist, im Raume ist, so muß offenbar
auch für den Raum ein Raum sein. Und dieß geht fort
ins Unbegrenzte. - Ferner wenn, wie jeder Körper im
Raume, so auch in jedem Raume ein Körper sein
muß: was werden wir dann sagen von dem Wachsenden?
Es muß nämlich diesemnach mitwachsen ihr
Raum, dafern weder kleiner noch größer der Raum
eines jeden ist. - Aus diesen Gründen nun muß man
zweifeln, nicht nur was es ist, sondern auch ob es ist. | | |
| | § 3 Transzendentale Erörterung des Begriffs vom Raume | ...nntnisse aus dem gegebenen Begriffe herfließen, 2) daß diese Erkenntnisse nur unter der Voraussetzung einer gegebenen Erklärungsart dieses Begriffs möglich sind.
Geometrie ist eine Wissenschaft, welche die Eigenschaften des Raumes synthetisch und doch a priori bestimmt. Was muß die Vorstellung des Raumes denn sein, damit eine solche Erkenntnis von ihm möglich sei? Er muß ursprünglich Anschauung sein; denn aus einem bloßen Begriffe lassen sich keine Sätze, die über den Begriff hinausgehen, ziehen, welches doch in der...
... vor aller Wahrnehmung eines Gegenstandes, in uns angetroffen werden, mithin reine, nicht empirische Anschauung sein. Denn die geometrischen Sätze sind insgesamt apodiktisch, d. i. mit dem Bewußtsein der Notwendigkeit verbunden, z. B. der Raum hat nur drei Abmessungen; dergleichen Sätze aber können nicht empirische oder Erfahrungsurteile sein, noch aus ihnen geschlossen werden (Einleitung II).
Wie kann nun eine äußere Anschauung dem Gemüte beiwohnen, die vor ...
...ede Erklärungsart, die dieses nicht liefert, wenn sie gleich dem Anscheine nach mit ihr einige Ähnlichkeit hätte, kann an diesen Kennzeichen am sichersten von ihr unterschieden werden.
Schlüsse aus obigen Begriffen
a) Der Raum stellt gar keine Eigenschaft irgend einiger Dinge an sich, oder sie in ihrem Verhältnis aufeinander vor, d. i. keine Bestimmung derselben, die an Gegenständen selbst haftete, und welche bliebe, wenn man auch von allen subjektiven Bedingung...
...lche bliebe, wenn man auch von allen subjektiven Bedingungen der Anschauung abstrahierte. Denn weder absolute, noch relative Bestimmungen können vor dem Dasein der Dinge, welchen sie zukommen, mithin nicht a priori angeschaut werden.
b) Der Raum ist nichts anderes, als nur die Form aller Erscheinungen äußerer Sinne, d. i. die subjektive Bedingung der Sinnlichkeit, unter der allein uns äußere Anschauung möglich ist. Weil nun die Rezeptivität des Subjekts, von ...
...wie sie als eine reine Anschauung, in der alle Gegenstände bestimmt werden müssen, Prinzipien der Verhältnisse derselben vor aller Erfahrung enthalten könne.
Wir können demnach nur aus dem Standpunkte eines Menschen, vom Raum, von ausgedehnten Wesen usw. reden. Gehen wir von der subjektiven Bedingung ab, unter welcher wir allein äußere Anschauung bekommen können, so wie wir nämlich von den Gegenständen affiziert werden mögen, so bedeutet di...
... Wesen usw. reden. Gehen wir von der subjektiven Bedingung ab, unter welcher wir allein äußere Anschauung bekommen können, so wie wir nämlich von den Gegenständen affiziert werden mögen, so bedeutet die Vorstellung vom Raume gar nichts. Dieses Prädikat wird den Dingen nur insofern beigelegt, als sie uns erscheinen, d. i. Gegenstände der Sinnlichkeit sind. Die beständige Form dieser Rezeptivität, welche wir Sinnlichkeit nennen, ist eine notwendige Be...
..., welche wir Sinnlichkeit nennen, ist eine notwendige Bedingung aller Verhältnisse, darinnen Gegenstände als außer uns angeschaut werden, und, wenn man von diesen Gegenständen abstrahiert, eine reine Anschauung, welche den Namen Raum führt. Weil wir die besonderen Bedingungen der Sinnlichkeit nicht zu Bedingungen der Möglichkeit der Sachen, sondern nur ihrer Erscheinungen machen können, so können wir wohl sagen, daß der Raum alle Dinge befasse, die uns äußerlich erscheinen mögen, aber nicht alle Dinge an sich selbst, sie mögen nun angeschaut werden oder nicht, oder auch von welchem Subjekt man wolle. Denn wir können von den Anschauungen anderer...
...unsere Anschauung einschränken und für uns allgemein gültig sind. Wenn wir die Einschränkung eines Urteils zum Begriff des Subjekts hinzufügen, so gilt das Urteil alsdann unbedingt. Der Satz: Alle Dinge sind nebeneinander im Raum, gilt unter der Einschränkung, wenn diese Dinge als Gegenstände unserer sinnlichen Anschauung genommen werden. Füge ich hier die Bedingung zum Begriffe, und sage: Alle Dinge, als äußere Erscheinungen, sind nebeneinander im Raum, so gilt diese Regel allgemein und ohne Einschränkung. Unsere Erörterungen lehren demnach l die Realität (d. i. die objektive Gültigkeit) des Raumes in Ansehung alles dessen, was äußerlich als Gegenstand uns vorkommen kann, aber zugleich die Idealität des Raumes in Ansehung der Dinge, wenn sie durch die Vernunft an sich selbst erwogen werden, d. i. ohne Rücksicht auf die Beschaffenheit unserer Sinnlichkeit zu nehmen. Wir behaupten also die empirische Realität des Raumes (in Ansehung aller möglichen äußeren Erfahrung), ob zwar zugleich die transzendentale Idealität desselben, d. i. daß er nichts sei, sobald wir die Bedingung der Möglichkeit aller Erfahrung weglassen, und ihn als etw...
...tale Idealität desselben, d. i. daß er nichts sei, sobald wir die Bedingung der Möglichkeit aller Erfahrung weglassen, und ihn als etwas, was den Dingen an sich selbst zum Grunde liegt, annehmen.
Es gibt aber auch außer dem Raum keine andere subjektive und auf etwas Äußeres bezogene Vorstellung, die a priori objektiv heißen könnte. Denn man kann von keiner derselben synthetische Sätze a priori, wie von der Anschauung im Raume, herleiten § 3. Daher ihnen, genau zu reden, gar keine Idealität zukommt, ob sie gleich darin mit der Vorstellung des Raumes übereinkommen, daß sie bloß zur subjektiven Beschaffenheit der Sinnesart gehören, z. B. des Gesichts, Gehörs, Gefühls, durch die Empfindungen der Farben, Töne und Wärme, die aber, weil sie bloß Empfi...
..., die aber, weil sie bloß Empfindungen und nicht Anschauungen sind, an sich kein Objekt, am wenigsten a priori, erkennen lassen.
Die Absicht dieser Anmerkung geht nur dahin: zu verhüten, daß man die behauptete Idealität des Raumes nicht durch bei weitem unzulängliche Beispiele zu erläutern sich einfallen lasse, da nämlich etwa Farben, Geschmack usw. mit Recht nicht als Beschaffenheiten der Dinge, sondern bloß als Veränderungen unseres Subjekts, die...
...prünglich selbst nur Erscheinung ist, z. B. eine Rose, im empirischen Verstande für ein Ding an sich selbst, welches doch jedem Auge in Ansehung der Farbe anders erscheinen kann. Dagegen ist der transzendentale Begriff der Erscheinungen im Raume eine kritische Erinnerung, daß überhaupt nichts, was im Raume angeschaut wird, eine Sache an sich, noch daß der Raum eine Form der Dinge sei, die ihnen etwa an sich selbst eigen wäre, sondern daß uns die Gegenstände an sich gar nicht bekannt sind, und, was wir äußere Gegenstände nennen, nichts anderes als bloße Vorstellungen u...
...an sich selbst eigen wäre, sondern daß uns die Gegenstände an sich gar nicht bekannt sind, und, was wir äußere Gegenstände nennen, nichts anderes als bloße Vorstellungen unserer Sinnlichkeit sind, deren Form der Raum ist, deren wahres Korrelatum aber, d. i. das Ding an sich selbst, dadurch gar nicht erkannt wird, noch erkannt werden kann, nach welchem aber auch in der Erfahrung niemals gefragt wird.
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| | Zweiter Widerstreit der transzendentalen Ideen | ...te aller Komposition, und mithin, vor derselben, als einfache Wesen denken müsse.
Setzet: ein zusammengesetztes Ding (als Substanz) bestehe aus einfachen Teilen. Weil alles äußere Verhältnis, mithin auch alle Zusammensetzung aus Substanzen, nur im Raume möglich ist: so muß, aus so viel Teilen das Zusammengesetzte besteht, aus ebensoviel Teilen auch der Raum bestehen, den es einnimmt. Nun besteht der Raum nicht aus einfachen Teilen, sondern aus Räumen. Also muß jeder Teil des Zusammengesetzten einen Raum einnehmen. Die schlechthin ersten Teile aber alles Zusammengesetzten sind einfach. Also nimmt das Einfache einen Raum ein. Da nun alles Reale, was einen Raum einnimmt, ein außerhalb einander befindliches Mannigfaltiges in sich faßt, mithin zusammengesetzt ist, und zwar als ein reales Zusammengesetztes, nicht aus Akzidenzen, (denn die können nicht ohne Substanz außereinander sein,) mithin aus Substanzen; ...
...unter nur ein substantielles Ganzes als das eigentliche Kompositum, d. i. die zufällige Einheit des Mannigfaltigen, welches abgesondert (wenigstens in Gedanken) gegeben, in eine wechselseitige Verbindung gesetzt wird, und dadurch Eines ausmacht. Den Raum sollte man eigentlich nicht Kompositium, sondern Totum nennen, weil die Teile desselben nur im Ganzen und nicht das Ganze durch die Teile möglich ist. Er würde allenfalls ein compositum ideale, aber nicht reale heißen können. Doch dieses ist nur Sub...
...ntlich nicht Kompositium, sondern Totum nennen, weil die Teile desselben nur im Ganzen und nicht das Ganze durch die Teile möglich ist. Er würde allenfalls ein compositum ideale, aber nicht reale heißen können. Doch dieses ist nur Subtilität. Da der Raum kein Zusammengesetztes aus Substanzen (nicht einmal aus realen Akzidenzen) ist, so muß, wenn ich alle Zusammensetzung in ihm aufhebe, nichts, auch nicht einmal der Punkt übrigbleiben; denn dieser ist nur als die Grenze eines Raumes, (mithin eines Zusammengesetzten) möglich. Raum und Zeit bestehen also nicht aus einfachen Teilen. Was nur zum Zustande einer Substanz gehört, ob es gleich eine Größe hat (z. B. die Veränderung), besteht auch nicht aus dem Einfachen, d. i. ein gewisser Grad der Veränderung entsteht nicht durch ei...
...en Teilung der Materie, dessen Beweisgrund bloß mathematisch ist, werden von den Monadisten Einwürfe vorgebracht, welche sich dadurch schon verdächtig machen, daß sie die klarsten mathematischen Beweise nicht für Einsichten in die Beschaffenheit des Raumes, sofern er in der Tat die formale Bedingung der Möglichkeit aller Materie ist, wollen gelten lassen, sondern sie nur als Schlüsse aus abstrakten aber willkürlichen Begriffen ansehen, die auf wirkliche Dinge nicht bezogen werden könnten. Gleich als...
...ls Schlüsse aus abstrakten aber willkürlichen Begriffen ansehen, die auf wirkliche Dinge nicht bezogen werden könnten. Gleich als wenn es auch nur möglich wäre, eine andere Art der Anschauung zu erdenken, als die in der ursprünglichen Anschauung des Raumes gegeben wird, und die Bestimmungen desselben a priori nicht zugleich alles dasjenige beträfen, was dadurch allein möglich ist, daß es diesen Raum erfüllt. Wenn man ihnen Gehör gibt, so müßte man, außer dem mathematischen Punkte, der einfach, aber kein Teil, sondern bloß die Grenze eines Raumes ist, sich noch physische Punkte denken, die zwar auch einfach sind, aber den Vorzug haben, als Teile des Raumes, durch ihre bloße Aggregation denselben zu erfüllen. Ohne nun hier die gemeinen und klaren Widerlegungen dieser Ungereimtheit, die man in Menge antrifft, zu wiederholen, wie es denn gänzlich umsonst ist, durch bloß diskursive Begriffe die Evidenz ...
...Substanzen, welches bloß durch den reinen Verstand gedacht wird, immer gelten, daß wir vor aller Zusammensetzung desselben das Einfache haben müssen; so gilt dieses doch nicht vom totum substantiale phaenomenon, welches, als empirische Anschauung im Raume, die notwendige Eigenschaft bei sich führt, daß kein Teil desselben einfach ist, darum, weil kein Teil des Raumes einfach ist. Indessen sind die Monadisten fein genug gewesen, dieser Schwierigkeit dadurch ausweichen zu wollen, daß sie nicht den Raum als eine Bedingung der Möglichkeit der Gegenstände äußerer Anschauung (Körper), sondern diese, und das dynamische Verhältnis der Substanzen überhaupt, als die Bedingung der Möglichkeit des Raumes voraussetzen. Nun haben wir von Körpern nur als Erscheinungen einen Begriff, als solche aber setzen sie den Raum als die Bedingung der Möglichkeit aller äußeren Erscheinung notwendig voraus, und die Ausflucht ist also vergeblich, wie sie denn auch oben in der transzendentalen Ästhetik hinreichend ist abgeschnitten worden. Wären sie Dinge an sich selbst, so wür... | | |
| | § 8 Allgemeine Anmerkungen zur transzendentalen Ästhetik | ...ml;ltnisse so an sich selbst beschaffen sind, als sie uns erscheinen, und daß, wenn wir unser Subjekt oder auch nur die subjektive Beschaffenheit der Sinne überhaupt aufheben, alle die Beschaffenheit, alle Verhältnisse der Objekte im Raum und Zeit, ja selbst Raum und Zeit verschwinden würden, und als Erscheinungen nicht an sich selbst, sondern nur in uns existieren können. Was es für eine Bewandtnis mit den Gegenständen an sich und abgesondert von aller dieser Rezeptivität unserer Si...
...ml;ge, bleibt uns gänzlich unbekannt. Wir kennen nichts, als unsere Art, sie wahrzunehmen, die uns eigentümlich ist, die auch nicht notwendig jedem Wesen, obzwar jedem Menschen, zukommen muß. Mit dieser haben wir es lediglich zu tun. Raum und Zeit sind die reinen Formen derselben, Empfindung überhaupt die Materie. Jene können wir allein a priori, d. i. vor aller wirklichen Wahrnehmung erkennen, und sie heißt darum reine Anschauung; diese aber ist das in unserem Erkenn...
...lbst nicht näher kommen. Denn wir würden auf allen Fall doch nur unsere Art der Anschauung, d. i. unsere Sinnlichkeit vollständig erkennen, und diese immer nur unter den, dem Subjekt ursprünglich anhängenden Bedingungen, von Raum und Zeit; was die Gegenstände an sich selbst sein mögen, würde uns durch die aufgeklärteste Erkenntnis der Erscheinung derselben, die uns allein gegeben ist, doch niemals bekannt werden.
Daß daher unsere ganze Sinnlichk...
..., als Erscheinungen, empirische Objekte,) vorstelle, so ist die Frage von der Beziehung der Vorstellung auf den Gegenstand transzendental, und nicht allein diese Tropfen sind bloße Erscheinungen, sondern selbst ihre runde Gestalt, ja sogar der Raum, in welchen sie fallen, sind nichts an sich selbst, sondern bloße Modifikationen, oder Grundlagen unserer sinnlichen Anschauung, das transzendentale Objekt aber bleibt uns unbekannt.
Die zweite wichtige Angelegenheit unserer transzendental...
...iese Gewißheit völlig einleuchtend zu machen, wollen wir irgendeinen Fall wählen, woran dessen Gültigkeit augenscheinlich werden und zu mehrer Klarheit dessen, was § 3 angeführt worden, dienen kann.
Setzet demnach, Raum und Zeit seien an sich selbst objektiv und Bedingungen der Möglichkeit der Dinge an sich selbst, so zeigt sich erstlich: daß von beiden a priori apodiktische und synthetische Sätze in großer Zahl vornehmlich vom Raum vorkommen, welchen wir darum vorzüglich hier zum Beispiel untersuchen wollen. Da die Sätze der Geometrie synthetisch a priori und mit apodiktischer Gewißheit erkannt werden, so frage ich: woher nehmt ihr dergleichen Sätze, und w...
...i zu dergleichen Erkenntnissen zu gelangen, so ist klar, daß aus bloßen Begriffen gar keine synthetische Erkenntnis, sondern lediglich analytische erlangt werden kann. Nehmet nur den Satz: daß durch zwei gerade Linien sich gar kein Raum einschließen lasse, mithin keine Figur möglich sei, und versucht ihn aus dem Begriff von geraden Linien und der Zahl zwei abzuleiten; oder auch, daß aus drei geraden Linien eine Figur möglich sei, und versucht es ebenso blo&szl...
...euren Begriffen (von drei Linien) nichts neues (die Figur) hinzufügen, welches darum notwendig an dem Gegenstande angetroffen werden müßte, da dieser vor eurer Erkenntnis und nicht durch dieselbe gegeben ist. Wäre also nicht der Raum (und so auch die Zeit) eine bloße Form eurer Anschauung, welche Bedingungen a priori enthält, unter denen allein Dinge für euch äußere Gegenstände sein können, die ohne diese subjektiven Bedingungen an sich nicht...
...Bedingungen an sich nichts sind, so könntet ihr a priori ganz und gar nichts über äußere Objekte synthetisch ausmachen. Es ist also ungezweifelt gewiß, und nicht bloß möglich, oder auch wahrscheinlich, daß Raum und Zeit, als die notwendigen Bedingungen aller (äußeren und inneren) Erfahrung, bloß subjektive Bedingungen aller unserer Anschauung sind, im Verhältnis auf welche daher alle Gegenstände bloße Erscheinungen und nich... | | |
| | 2. Antizipationen der Wahrnehmung | ...st, intensive Größe, d. i. einen Grad.
Beweis
Wahrnehmung ist das empirische Bewußtsein, d. i. ein solches, in welchem zugleich Empfindung ist. Erscheinungen, als Gegenstände der Wahrnehmung, sind nicht reine (bloß formale) Anschauungen, wie Raum und Zeit, (denn die können an sich gar nicht wahrgenommen werden). Sie enthalten also über die Anschauung noch die Materien zu irgendeinem Objekte überhaupt (wodurch etwas Existierendes im Raume oder der Zeit vorgestellt wird), d. i. das Reale der Empfindung, also bloß subjektive Vorstellung, von der man sich nur bewußt werden kann, daß das Subjekt affiziert sei, und die man auf ein Objekt überhaupt bezieht, in sich. Nun ist vom empirische...
..., und die man auf ein Objekt überhaupt bezieht, in sich. Nun ist vom empirischen Bewußtsein zum reinen eine stufenartige Veränderung möglich, da das Reale desselben ganz verschwindet, und ein bloß formales Bewußtsein (a priori) des Mannigfaltigen im Raum und Zeit übrig bleibt: also auch eine Synthesis der Größenerzeugung einer Empfindung, von ihrem Anfange, der reinen Anschauung = O, an, bis zu einer beliebigen Größe derselben. Da nun Empfindung an sich gar keine objektive Vorstellung ist und in ihr...
...so auch eine Synthesis der Größenerzeugung einer Empfindung, von ihrem Anfange, der reinen Anschauung = O, an, bis zu einer beliebigen Größe derselben. Da nun Empfindung an sich gar keine objektive Vorstellung ist und in ihr weder die Anschauung vom Raum, noch von der Zeit, angetroffen wird, so wird ihr zwar keine extensive, aber doch eine Größe (und zwar durch die Apprehension derselben, in welcher das empirische Bewußtsein in einer gewissen Zeit von nichts = O zu ihrem gegebenen Maße erwachsen kan...
...ichen Unterschied des Empirischen von dem Erkenntnis a priori ausmacht, nämlich die Empfindung (als Materie der Wahrnehmung), so folgt, daß diese es eigentlich sei, was gar nicht antizipiert werden kann. Dagegen würden wir die reinen Bestimmungen im Raume und der Zeit, sowohl in Ansehung der Gestalt, als Größe, Antizipationen der Erscheinungen nennen können, weil sie dasjenige a priori vorstellen, was immer a posteriori in der Erfahrung gegeben werden mag. Gesetzt aber, es finde sich doch etwas, was...
...n mag, niemals der kleinste ist, und so ist es mit der Wärme, dem Momente der Schwere usw. überall bewandt.
Die Eigenschaft der Größen, nach welcher an ihnen kein Teil der kleinstmögliche (kein Teil einfach) ist, heißt die Kontinuität derselben. Raum und Zeit sind quanta continua, weil kein Teil derselben gegeben werden kann, ohne ihn zwischen Grenzen (Punkten und Augenblicken) einzuschließen, mithin nur so, daß dieser Teil selbst wiederum ein Raum, oder eine Zeit ist. Der Raum besteht also nur aus Räumen, die Zeit aus Zeiten. Punkte und Augenblicke sind nur Grenzen, d. i. bloße Stellen ihrer Einschränkung; Stellen aber setzen jederzeit jene Anschauungen, die sie beschränken oder bestimmen sollen, voraus, und aus bloßen St...
...en. Punkte und Augenblicke sind nur Grenzen, d. i. bloße Stellen ihrer Einschränkung; Stellen aber setzen jederzeit jene Anschauungen, die sie beschränken oder bestimmen sollen, voraus, und aus bloßen Stellen, als aus Bestandteilen, die noch vor dem Raume oder der Zeit gegeben werden könnten, kann weder Raum noch Zeit zusammengesetzt werden. Dergleichen Größen kann man auch fließende nennen, weil die Synthesis (der produktiven Einbildungskraft) in ihrer Erzeugung ein Fortgang in der Zeit ist, deren Kontinuität man besonders durch den Ausdruck des Fließe...
...h keine Erfahrung möglich, die einen gänzlichen Mangel alles Realen in der Erscheinung, es sei unmittelbar oder mittelbar, (durch welchen Umschweif im Schließen man immer wolle,) bewiese, d. i. es kann aus der Erfahrung niemals ein Beweis vom leeren Raume oder einer leeren Zeit gezogen werden. Denn der gänzliche Mangel des Realen in der sinnlichen Anschauung kann erstlich selbst nicht wahrgenommen werden, zweitens kann er aus keiner einzigen Erscheinung und dem Unterschiede des Grades ihrer Realität...
...ht wahrgenommen werden, zweitens kann er aus keiner einzigen Erscheinung und dem Unterschiede des Grades ihrer Realität gefolgert, oder darf auch zur Erklärung derselben niemals angenommen werden. Denn wenn auch die ganze Anschauung eines bestimmten Raumes oder Zeit durch und durch real, d. i. kein Teil derselben leer ist; so muß es doch, weil jede Realität ihren Grad hat, der, bei unveränderter extensiver Größe der Erscheinung bis zum Nichts (dem Leeren) durch unendliche Stufen abnehmen kann, unend...
... i. kein Teil derselben leer ist; so muß es doch, weil jede Realität ihren Grad hat, der, bei unveränderter extensiver Größe der Erscheinung bis zum Nichts (dem Leeren) durch unendliche Stufen abnehmen kann, unendlich verschiedene Grade, mit welchen Raum oder Zeit erfüllt sei, geben, und die intensive Größe in verschiedenen Erscheinungen kleiner oder größer sein können, obschon die extensive Größe der Anschauung gleich ist.
Wir wollen ein Beispiel davon geben. Beinahe alle Naturlehrer, da sie ei...
...hematischen und mechanischen Naturforschern sich wohl jemals einfallen lassen, daß sie diesen ihren Schluß lediglich auf eine metaphysische Voraussetzung, welche sie doch so sehr zu vermeiden vorgeben, gründeten? indem sie annehmen, daß das Reale im Raume (ich mag es hier nicht Undurchdringlichkeit oder Gewicht nennen, weil dieses empirische Begriffe sind), allerwärts einerlei sei, und sich nur der extensiven Größe d. i. der Menge nach unterscheiden könne. Dieser Voraussetzung, dazu sie keinen Grund...
...e bei derselben Qualität ihren Grad (des Widerstandes oder des Wiegens), welcher ohne Verminderung der extensiven Größe oder Menge ins Unendliche kleiner sein kann, ehe sie in das Leere übergeht, und verschwindet. So kann eine Ausspannung, die einen Raum erfüllt, z. B. Wärme, und auf gleiche Weise jede andere Realität (in der Erscheinung), ohne im mindesten den kleinsten Teil dieses Raumes leer zu lassen, in ihren Graden ins Unendliche abnehmen, und nichtsdestoweniger den Raum mit diesen kleineren Graden ebensowohl erfüllen, als eine andere Erscheinung mit größeren. Meine Absicht ist hier keineswegs, zu behaupten: daß dieses wirklich mit der Verschiedenheit der Materien, ihrer spezifischen Schwere nach, so bewandt sei, so... | | |
| | § 2 Metaphysische Erörterung dieses Begriffs | Vermittelst des äußeren Sinnes, (einer Eigenschaft unseres Gemüts), stellen wir uns Gegenstände als außer uns, und diese insgesamt im Raume vor. Darinnen ist ihre Gestalt, Größe und Verhältnis gegeneinander bestimmt, oder bestimmbar. Der innere Sinn, vermittelst dessen das Gemüt sich selbst, oder seinen inneren Zustand anschaut, gibt zwar keine Anschauung von der S...
...nschauung ihres inneren Zustandes allein möglich ist, so daß alles, was zu den inneren Bestimmungen gehört, in Verhältnissen der Zeit vorgestellt wird. Äußerlich kann die Zeit nicht angeschaut werden, so wenig wie der Raum, als etwas in uns. Was sind nun Raum und Zeit? Sind es wirkliche Wesen? Sind es zwar nur Bestimmungen, oder auch Verhältnisse der Dinge, aber doch solche, welche ihnen auch an sich zukommen würden, wenn sie auch nicht angeschaut würden, oder sind sie solche, die nur an d...
... Form der Anschauung allein haften, und mithin an der subjektiven Beschaffenheit unseres Gemüts, ohne welche diese Prädikate gar keinem Dinge beigelegt werden können? Um uns hierüber zu belehren, wollen wir zuerst den Begriff des Raumes erörtern. Ich verstehe aber unter Erörterung (expositio) die deutliche, (wenn gleich nicht ausführliche) Vorstellung dessen, was zu einem Begriffe gehört; metaphysisch aber ist die Erörterung, wenn sie dasjenige enthä...
...tio) die deutliche, (wenn gleich nicht ausführliche) Vorstellung dessen, was zu einem Begriffe gehört; metaphysisch aber ist die Erörterung, wenn sie dasjenige enthält, was den Begriff, als a priori gegeben, darstellt.
l. Der Raum ist kein empirischer Begriff, der von äußeren Erfahrungen abgezogen worden. Denn damit gewiße Empfindungen auf etwas außer mich bezogen werden, (d. i. auf etwas in einem anderen Orte des Raumes, als darinnen ich mich befinde), imgleichen damit ich sie als außer- und nebeneinander, mithin nicht bloß verschieden, sondern als in verschiedenen Orten vorstellen könne, dazu muß die Vorstellung des Raumes schon zum Grunde liegen. Demnach kann die Vorstellung des Raumes nicht aus den Verhältnissen der äußeren Erscheinung durch Erfahrung erborgt sein, sondern diese äußere Erfahrung ist selbst nur durch gedachte Vorstellung allererst möglich.
2. Der Raum ist eine notwendige Vorstellung a priori, die allen äußeren Anschauungen zum Grunde liegt. Man kann sich niemals eine Vorstellung davon machen, daß kein Raum sei, ob man sich gleich ganz wohl denken kann, daß keine Gegenstände darin angetroffen werden. Er wird also als die Bedingung der Möglichkeit der Erscheinungen, und nicht als eine von ihnen abhängende Bestimmung angesehen, und i...
...d also als die Bedingung der Möglichkeit der Erscheinungen, und nicht als eine von ihnen abhängende Bestimmung angesehen, und ist eine Vorstellung a priori, die notwendigerweise äußeren Erscheinungen zum Grunde liegt.
3. Der Raum ist kein diskursiver oder, wie man sagt, allgemeiner Begriff von Verhältnissen der Dinge überhaupt sondern eine reine Anschauung. Denn erstlich kann man sich nur einen einigen Raum vorstellen, und wenn man von vielen Räumen redet, so versteht man darunter nur Teile eines und desselben alleinigen Raumes. Diese Teile können auch nicht vor dem einigen allbefassenden Raume gleichsam als dessen Bestandteile (daraus seine Zusammensetzung möglich sei) vorhergehen, sondern nur in ihm gedacht werden. Er ist wesentlich einig, das Mannigfaltige in ihm, mithin auch der allgemeine Begriff von Räumen überhaupt, ...
... daß in einem Triangel zwei Seiten zusammen größer sind, als die dritte, niemals aus allgemeinen Begriffen von Linie und Triangel, sondern aus der Anschauung und zwar a priori mit apodiktischer Gewißheit abgeleitet.
4. Der Raum wird als eine unendliche gegebene Größe vorgestellt. Nun muß man zwar einen jeden Begriff als eine Vorstellung denken, die in einer unendlichen Menge von verschiedenen möglichen Vorstellungen (als ihr gemeinschaftliches Merkmal...
...stellungen (als ihr gemeinschaftliches Merkmal) enthalten ist, mithin diese unter sich enthält, aber kein Begriff, als ein solcher, kann so gedacht werden, als ob er eine unendliche Menge von Vorstellungen in sich enthielte. Gleichwohl wird der Raum so gedacht (denn alle Teile des Raumes ins Unendliche sind zugleich). Also ist die ursprüngliche Vorstellung vom Raume Anschauung a priori, und nicht Begriff.
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| | Siebentes Capitel | Zu der Untersuchung, auf welche Weise es sich
verhält, muß auch hinzugenommen werden, was da
bedeutet der Name. Es gilt nun das Leere für einen
Raum, in welchem nichts ist. Davon ist der Grund,
daß man glaubt, daß Seiende sei Körper, alle Körper
aber im Raume, das Leere aber, in welchem Raume
kein Körper ist. Also wenn irgendwo kein Körper ist,
so sei da Leeres. Aller Körper aber wiederum, glaubt
man, sei fühlbar; ein solcher aber, welcher Schwere
oder Leichtigkeit habe. Es ergiebt sich nun also durch
Schluß, daß dieses das Leere s...
...abe. Es ergiebt sich nun also durch
Schluß, daß dieses das Leere sei, worin nichts Schweres
oder Leichtes ist. Dieß nun, wie wir auch vorher
sagten, ergiebt sich durch Schluß. Seltsam aber ist es,
wenn der Punct etwas sein soll. Denn es muß ein
Raum sein, worin der Abstand eines fühlbaren Körpers
ist. - Doch man sieht nun, daß da bedeute das
Leere, auf Eine Weise das was nicht erfüllt ist von
einem der Gefühle nach empfindbaren Körper. Empfindbar
aber ist dem Gefühle nach, was Schwere hat
...
...aß da bedeute das
Leere, auf Eine Weise das was nicht erfüllt ist von
einem der Gefühle nach empfindbaren Körper. Empfindbar
aber ist dem Gefühle nach, was Schwere hat
und Leichtigkeit. Darum auch könnte man zweifeln,
was zu sagen sei, wenn der Raumabschnitt Farbe oder
Ton hat, ob er leer oder nicht. Vielleicht erhellt, daß,
wenn er aufnimmt einen fühlbaren Körper, er leer ist,
wenn aber keinen, nicht. - Auf andere Weise aber,
worin nicht ein bestimmtes noch ein körperliches
Wesen. Darum s...
...r aufnimmt einen fühlbaren Körper, er leer ist,
wenn aber keinen, nicht. - Auf andere Weise aber,
worin nicht ein bestimmtes noch ein körperliches
Wesen. Darum sagen Einige, es sei das Leere der
Stoff der Körper, nämlich diejenigen, die von dem
Raume eben dieß behaupten. Nicht gut gesagt. Denn
der Stoff ist nicht trennbar von den Körpern; das
Leere aber sucht man als trennbar.
Da auch über den Raum Bestimmungen gegeben
sind; so muß nun auch das Leere, wenn es ist, ein
Raum sein ohne Körper. Der Raum aber, wiefern er
ist und wiefern er nicht ist, ist gesagt. Man sieht nun,
daß auf diese Weise das Leere nicht ist, weder getrennt,
noch untrennbar. Das Leere nämlich soll nicht
Körper, sondern Zwischenraum des Körpers sein.
Darum auch gilt das Leere für seiend, weil auch der
Raum, und wegen des Nämlichen. Es denken nämlich
an die räumliche Bewegung sowohl die da sagen, daß
der Raum etwas sei außer den Körpern, als auch, die
das Leere. Ursache aber der Bewegung, glauben sie,
sei das Leere, so nämlich, als das worin die Bewegung
geschieht. Dieß aber wäre das nämliche, wie Einige
sagen, daß der Raum sei. - Es ist aber keine
Nothwendigkeit, daß, wenn Bewegung ist, es ein Leeres
gebe. Ueberhaupt nun fodert alle Bewegung es
keineswegs. Darum entging dieß auch dem Melissus.
Umgebildet nämlich kann das Erfüllte werden. - Aber
nicht einmal die r...
...egung es
keineswegs. Darum entging dieß auch dem Melissus.
Umgebildet nämlich kann das Erfüllte werden. - Aber
nicht einmal die räumliche Bewegung. Zugleich nämlich
mit einander die Plätze wechseln können sie,
während kein abgesonderter Zwischenraum außerhalb
der Körper ist, die bewegt werden. Und dieß erhellt
auch an den Strudeln des stätig Zusammenhängenden;
so wie auch an denen des Feuchten. - Es ist aber
denkbar auch eine Verdichtung nicht in das Leere,
sondern mittelst des Heraustreib... | | |
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| Häufige Suchbegriffe: | | Weil alles äußere Verhältniß mithin auch alle Zusammensetzung aus Substanzen nur im Raume möglich ist so muß aus so vielen Theilen das Zusammengesetzte (1) | | Aristoteles Physik Nämlich es scheint so etwas zu sein der Raum wie das Gefäß (1) | | Raum physikalisch gefäss (1) | | | | |
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