| | Die untertaenigen Landschaften bis zu der Gracchenzeit -> | Die zahlreichen andern Kleinstaaten und Staedte Vorderasiens, das
Koenigreich Bithynien, die paphlagonischen und gallischen Fuerstentuemer, die
lykische und die pamphylische Eidgenossenschaft, die Freistaedte Kyzikos und
Rhodos blieben in ihren bisherigen beschraenkten Verhaeltnissen bestehen.
Jenseits des Halys befolgte...
...schen
Praetendenten mit seinem Leben bezahlt hatte, ward sein unmuendiger Erbe
Ariarathes VI. nicht nur gegen die von dem Koenig von Pontos versuchte
Usurpation durch die Roemer geschirmt, sondern ihm auch der suedoestliche Teil
des Attalidenreiches gegeben, Lykaorien nebst der oestlich daran grenzenden, .in
aelterer Zeit zu Kilikien gerechneten Landschaft.
Endlich im fernen Nordosten Kleinasiens gelangte "Kappadokien am Meer" oder
kurzweg der "Meerstaat", Pontos, zu steigender Ausdehnun...
...zweg der "Meerstaat", Pontos, zu steigender Ausdehnung und Bedeutung. Nicht
lange nach der Schlacht von Magnesia hatte Koenig Pharnakes I. sein Gebiet weit
ueber den Halys bis nach Tios an, der bithynischen Grenze ausgedehnt und
namentlich des reichen Sinope sich bemaechtigt, das aus einer griechischen
Freistadt dieser Koenige Residenz ward. Zwar hatten die durch diese Uebergriffe
gefaehrdeten Nachbarstaaten, Koenig Eumenes II. an ihrer Spitze, deswegen Krieg
gegen ihn gefuehrt (571-575 1...
...r
Voraussetzung ist es erklaerlich, wie Mithradates, angeblich wegen seiner
tapferen Taten im Kriege gegen Aristonikos, in der Tat fuer betraechtliche an
den roemischen Feldherrn gezahlte Summen, von demselben nach Aufloesung des
Attalischen Reiches Grossphrygien empfangen konnte. Wie weit andererseits gegen
den Kaukasus und die Euphratquellen das :Pontische Reich sich um diese Zeit
erstreckte, ist nicht genau zu bestimmen; doch scheint es den westlichen Teil
von Armenien um Enderes und Diwirigi oder das sogenannte Klein-Armenien als
abhaengige Satrapie umfasst zu haben, waehrend Gross -Armenien und Sop...
...eckte, ist nicht genau zu bestimmen; doch scheint es den westlichen Teil
von Armenien um Enderes und Diwirigi oder das sogenannte Klein-Armenien als
abhaengige Satrapie umfasst zu haben, waehrend Gross -Armenien und Sophene
eigene unabhaengige Reiche bildeten.
Wenn also auf der kleinasiatischen Halbinsel wesentlich Rom das Regiment
fuehrte und, so vieles auch ohne und gegen seinen Willen geschah, doch den
Besitzstand im ganzen bestimmt, so blieben dagegen die weiten Strecken jenseits
des...
...militaerischen Ruin des Landes zu vollenden. In Aegypten ward
nicht bloss Philometors Herstellung bewirkt, sondern auch, teils um dem
Bruderzwist ein Ziel zu setzen, teils um die noch immer ansehnliche Macht
Aegyptens zu schwaechen, Kyrene vom Reich getrennt und Euergetes mit demselben
abgefunden. "Koenige sind, wen die Roemer wollen", schrieb nicht lange nachher
ein juedischer Mann, "und wen sie nicht wollen, den verjagen sie von Land und
Leuten". Allein dies war fuer lange Zeit das letz...
... der
zurueckgewiesene Praetendent Demetrios entfloh aus Rom und bemaechtigte sich
unter dem dreisten Vorgeben, dass der roemische Senat ihn dazu bevollmaechtigt
habe, nach Beseitigung des koeniglichen Knaben der Regierung seines vaeterlichen
Reiches (592 162). Bald nachher brach zwischen den Koenigen von Aegypten und
Kyrene Krieg aus ueber den Besitz der Insel Kypros, welche der Senat zuerst dem
aelteren, sodann dem juengeren zugeschieden hatte, und im Widerspruch mit der
neuesten roemi...
...echtig, dass es ueberfluessig schien,
die Ehre zu wahren. Ebenso blieb nicht bloss Kypros trotz des entgegenstehenden
Senatsbeschlusses bei Aegypten, sondern als nach Philometors Tode (608 146)
Euergetes ihm nachfolgte und dadurch das geteilte Reich wiederum vereinigt ward,
liess der Senat auch dies ungehindert geschehen. Nach solchen Vorgaengen war der
roemische Einfluss in diesen Landschaften tatsaechlich gebrochen und
entwickelten sich die Verhaeltnisse daselbst zunaechst ohne Zutun de...
...des
Euphrat waehrend und zum Teil infolge dieser momentanen Stockung der roemischen
Oberleitung die Voelker und Staaten sich wesentlich anders. Jenseits der grossen
iranischen Wueste hatten nicht lange nach Alexander dem Grossen am Indus das
Reich von Palimbothra unter Tschandragupta (Sandrakottos), am oberen Oxus der
maechtige baktrische Staat, beide aus einer Mischung der nationalen Elemente und
der oestlichsten Auslaeufer hellenischer Zivilisation sich gebildet. Westwaerts
von diesen...
...thra unter Tschandragupta (Sandrakottos), am oberen Oxus der
maechtige baktrische Staat, beide aus einer Mischung der nationalen Elemente und
der oestlichsten Auslaeufer hellenischer Zivilisation sich gebildet. Westwaerts
von diesen begann das Reich Asien, das noch unter Antiochos dem Grossen zwar
geschmaelert, aber immer noch ungeheuer vom Hellespont bis zu den medischen und
persischen Landschaften sich erstreckte und das ganze Stromgebiet des Euphrat
und Tigris in sich schloss. Noch jen...
...der Schlacht von Magnesia verloren worden; auch die gaenzliche Loesung
der beiden Kappadokien und der beiden Armenien, des eigentlichen Armenien im
Nordosten und der Landschaft Sophene im Suedwesten, und ihre Verwandlung in
selbstaendige Koenigreiche aus syrischen Lehnsfuerstentuemern, gehoert dieser
Zeit an. Von diesen Staaten gelangte namentlich Grossarmenien unter den
Artaxiaden bald zu einer ansehnlichen Stellung. Vielleicht noch gefaehrlichere
Wunden schlug dem Reiche seines Nachfolgers Antiochos Epiphanes (579-590 175-
164) toerichte Nivellierungspolitik. So richtig es auch war, dass sein Reich
mehr einem Laenderbuendel als einem Staate glich und dass die Verschiedenheiten
der Nationalitaeten und der Religionen der Untertanen der Regierung die
wesentlichsten Hindernisse bereitete, so war doch der Plan, hellenisch-roemische
Weise un...
...en, der
syrischen Koenige sich zu erwehren. Mehr als die Briefe ihrer maechtigen
Verbuendeten tat fuer sie die tapfere und umsichtige Leitung des Aufstandes
durch das Heldengeschlecht der Makkabaeer und die innere Zerrissenheit des
Syrischen Reiches: waehrend des Haders zwischen den syrischen Koenigen Tryphon
und Demetrios Nikator ward den Juden die Autonomie und Steuerfreiheit foermlich
zugestanden (612 142) und bald darauf sogar das Haupt des Makkabaeerhauses,
Simon, des Mattathias So... | | |
| | 4. Kapitel - Das roemische Germanien und die freien Germanen -> | ...dlich an diese sich anschliessenden Voelkerschaften, Usiper,
Mattiaker, Chatten, warfen sich in den Kampf. Als auf Befehl des Flaccus die
beiden schwachen Legionen von Vetera gegen die Insurgenten ausrueckten, konnten
ihnen diese schon mit zahlreichem ueberrheinischem Zuzug entgegentreten; und die
Schlacht endigte wie das Gefecht am Rhein mit einer Niederlage der Roemer durch
den Abfall der batavischen Reiterei, welche zu der Garnison von Vetera gehoerte,
und durch die schlechte Haltung d...
... gehoerte,
und durch die schlechte Haltung der Reiter der Ubier wie der Treverer. Die
insurgierten wie die zustroemenden Germanen schritten dazu, das Hauptquartier
des unteren Heeres zu umstellen und zu belagern. Waehrend dieser Belagerung
erreichte die Kunde der Vorgaenge am Unterrhein die uebrigen batavischen
Kohorten in der Naehe von Mainz; sie machten sofort kehrt gegen Norden. Statt
sie zusammenhauen zu lassen, liess der schwachmuetige Oberfeldherr sie ziehen,
und als der Legionsko...
...aete knapp und baldiger Entsatz dringend geboten. Um diesen zu bringen,
brachen Flaccus und Vocula mit ihrer gesamten Mannschaft von Mainz auf, zogen
unterwegs die beiden Legionen aus Bonna und Novaesium sowie die auf den
erhaltenen Befehl zahlreich sich einstellenden Hilfstruppen der gallischen Gaue
an sich und naeherten sich Vetera. Aber statt sofort die gesamte Macht von innen
und aussen auf die Belagerer zu werfen, mochte deren Ueberzahl noch so gewaltig
sein, schlug Vocula sein Lager...
...lischen Gaue ohne weiteres Folge geleistet; die Ubier, obwohl germanischer
Herkunft, waren auch in diesem Kriege lediglich ihres Roemerrums eingedenk und
sie, wie die Treverer, hatten den in ihr Gebiet einbrechenden Germanen tapferen
und erfolgreichen Widerstand geleistet. Es war das begreiflich. Die Dinge lagen
in Gallien noch so wie in den Zeiten Caesars und Ariovists; eine Befreiung der
gallischen Heimat von der roemischen Herrschaft durch diejenigen Schwaerme,
welche, um dem Civilis l...
...in der fahrigen keltischen Weise zu erkennen, dass der Untergang Roms
in den Sternen geschrieben und durch den Brand des Kapitols (Dezember 69) der
Welt verkuendigt sei. So beschlossen sie, die Roemerherrschaft zu beseitigen und
ein Gallisches Reich zu errichten. Dazu gingen sie den Weg des Arminius. Vocula
liess sich wirklich durch gefaelschte Rapporte dieser roemischen Offiziere
bestimmen, mit den unter ihrem Kommando stehenden Kontingenten und einem Teil
der Mainzer Besatzung im Fruehj...
...n und den Legionen von Bonna und Novaesium das hart bedraengte
Vetera zu entsetzen. Auf dem Marsch von Novaesium nach Vetera verliessen
Classicus und die mit ihm einverstandenen Offiziere das roemische Heer und
proklamierten das neue Gallische Reich. Vocula fuehrte die Legionen zurueck nach
Novaesium; unmittelbar davor schlug Classicus sein Lager auf. Vetera konnte sich
nicht mehr lange halten; die Roemer mussten erwarten, nach dessen Fall die
gesamte Macht des Feindes sich gegenueber zu ...
...uziehen; die Legionen Roms liessen es geschehen, dass ein roemischer
Ueberlaeufer von der ersten Legion auf Befehl des Classicus den tapferen
Feldherrn niederstiess und lieferten selbst die uebrigen Oberoffiziere gefesselt
an den Vertreter des Reiches Gallien aus, der dann die Soldaten auf dieses Reich
in Eid und Pflicht nahm. Denselben Schwur leistete in die Haende der
eidbruechigen Offiziere die Besatzung von Vetera, die, durch Hunger bezwungen,
sofort sich ergab, und ebenso die Besatzung von Mainz, wo nur wenige einzelne
der Schande sic...
...gen Offiziere die Besatzung von Vetera, die, durch Hunger bezwungen,
sofort sich ergab, und ebenso die Besatzung von Mainz, wo nur wenige einzelne
der Schande sich durch Flucht oder Tod entzogen. Das ganze stolze Rheinheer, die
erste Armee des Reiches, hatte vor seinen eigenen Auxilien, Rom vor Gallien
kapituliert.
Es war ein Trauerspiel und zugleich eine Posse. Das Gallische Reich
verlief, wie es musste. Civilis und seine Germanen liessen es zunaechst sich
wohl gefallen, dass der Zwist im roemischen Lager ihnen die eine wie die andere
Haelfte der Feinde in die Haende lieferte, aber er dachte nicht daran, jenes
Reich anzuerkennen, und noch weniger seine rechtsrheinischen Genossen.
Ebenso wenig wollten die Gallier selbst davon etwas wissen, wobei
allerdings der schon bei dem Aufstand des Vindex hervorgetretene Riss zwischen
den oestlichen Distrikten und dem ...
...e Gau in der Belgica, riefen den Landtag der drei Gallien ein, und
obwohl es an politischen Freiheitsrednern auf demselben nicht mangelte, so
beschloss derselbe lediglich, die Treverer von der Auflehnung abzumahnen.
Wie die Verfassung des neuen Reiches ausgefallen sein wuerde, wenn es
zustande gekommen waere, ist schwer zu sagen; wir erfahren nur, dass jener
Sabinus, der Urenkel der Kebse Caesars, sich auch Caesar nannte und in dieser
Eigenschaft sich von den Sequanern schlagen liess, Clas...
...aengern geschlagen sein muss, welche
den Kopf der Gallia zeigt, wie die Muenzen der roemischen Republik den der Roma,
und daneben das Legionssymbol mit der recht verwegenen Umschrift der "Treue"
(fides).
Zunaechst am Rhein freilich hatten die Reichsmaenner in Gemeinschaft mit
den insurgierten Germanen freie Hand. Die Reste der beiden Legionen, die in
Vetera kapituliert hatten, wurden gegen die Kapitulation und gegen Civilis'
Willen niedergemacht, die beiden von Novaesium und Bonna nach T...
...
Willen niedergemacht, die beiden von Novaesium und Bonna nach Trier geschickt,
die saemtlichen roemischen Rheinlager, grosse und kleine, mit Ausnahme von
Mogontiacum niedergebrannt. In der schlimmsten Lage fanden sich die
Agrippinenser. Die Reichsmaenner hatten sich allerdings darauf beschraenkt, von
ihnen den Treueid zu fordern; aber ihnen vergassen es die Germanen nicht, dass
sie eigentlich die Ubier waren. Eine Botschaft der Tencterer vom rechten
Rheinufer - es war dies einer der St...
...rmanische Prophetin,
Veleda im Bructerergau, welche diesen Sieg vorhergesagt hatte und deren
Autoritaet das ganze Insurgentenheer anerkannte, ihr Fuerwort eingelegt haetten.
Lange Zeit blieb den Siegern nicht, ueber die Beute zu streiten. Die
Reichsmaenner versicherten allerdings, dass der Buergerkrieg in Italien
ausgebrochen, alle Provinzen vom Feinde ueberzogen und Vespasianus
wahrscheinlich tot sei; aber der schwere Arm Roms wurde bald genug empfunden.
Das neu befestigte Regiment konn...
... dass der Buergerkrieg in Italien
ausgebrochen, alle Provinzen vom Feinde ueberzogen und Vespasianus
wahrscheinlich tot sei; aber der schwere Arm Roms wurde bald genug empfunden.
Das neu befestigte Regiment konnte die besten Feldherren und zahlreiche Legionen
an den Rhein entsenden, und es bedurfte allerdings hier einer imposanten
Machtentwicklung. Annius Gallus uebernahm das Kommando in der oberen, Petillius
Cerialis in der unteren Provinz, der letztere, ein ungestuemer und oft
unvorsi...
...ie eigentliche Aktion.
Ausser der 21. Legion von Vindonissa kamen fuenf aus Italien, drei aus Spanien,
eine nebst der Flotte aus Britannien, dazu ein weiteres Korps von der raetischen
Besatzung. Dieses und die 21. Legion trafen zuerst ein. Die Reichsmaenner hatten
wohl davon geredet, die Alpenpaesse zu sperren; aber geschehen war nichts und
das ganze oberrheinische Land bis nach Mainz lag offen da. Die beiden Mainzer
Legionen hatten zwar dem gallischen Reich geschworen und leisteten anfaenglich
Widerstand; aber sowie sie erkannten, dass eine groessere roemische Armee ihnen
gegenueberstand, kehrten sie zum Gehorsam zurueck und ihrem Beispiel folgten
sofort die Vangionen und die Triboker. Sogar die ...
...derstand; aber sowie sie erkannten, dass eine groessere roemische Armee ihnen
gegenueberstand, kehrten sie zum Gehorsam zurueck und ihrem Beispiel folgten
sofort die Vangionen und die Triboker. Sogar die Lingonen unterwarfen sich ohne
Schwertstreich, bloss gegen Zusage milder Behandlung, ihrer 70000 waffenfaehigen
Maenner ^9. Fast haetten die Treverer selbst das gleiche getan; doch wurden sie
daran durch den Adel verhindert. Die beiden von der niederrheinischen Armee
uebriggebliebenen Leg...
...auf - damals sind auf ihr Geheiss die bei Novaesium
ausgelieferten Legionslegaten umgebracht worden -, aber militaerisch waren sie
ohnmaechtig und ihr letzter politischer Schachzug, dem roemischen Feldherrn
selber die Herrschaft des Gallischen Reiches anzutragen, des Anfangs wuerdig.
Nach kurzem Gefecht besetzte Cerialis die Hauptstadt der Treverer, nachdem die
Fuehrer und der ganze Rat zu den Germanen gefluechtet waren; das war das Ende
des Gallischen Reiches.
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^9 Frontin strat. 4, 3, 14. In ihrem Gebiet muessen die einrueckenden
Truppen eine Reservestellung und ein Depot angelegt haben; nach kuerzlich bei
Mirabeau-sur-Beze, 22 Kilometer nordoes... | | |
| | Der Osten und Koenig Mithradates | ...isten aber die des asiatischen Ostens, dessen ferne und
unkriegerische Nationen nicht so unmittelbar wie Afrika, Spanien und die
transalpinischen Nachbarn der Beachtung der Regierung sich aufdraengten. Nach
der Einziehung des Attalischen Koenigreiches, die mit dem Ausbruch der
Revolution zusammenfaellt, ist ein volles Menschenalter hindurch kaum irgendeine
ernstliche Beteiligung Roms an den orientalischen Angelegenheiten nachzuweisen,
mit Ausnahme der durch die masslose Dreistigkeit der k...
...onsregierung einigermassen konsolidiert hatte, begann die roemische
Regierung aufs neue den Ereignissen im Osten einige Aufmerksamkeit zuzuwenden.
In vieler Hinsicht waren die Verhaeltnisse noch, wie wir dreissig Jahre
zuvor sie verliessen. Das Reich Aegypten mit seinen beiden Nebenlaendern Kyrene
und Kypros loeste mit dem Tode Euergetes II. (637 117) teils rechtlich, teils
tatsaechlich sich auf. Kyrene kam an den natuerlichen Sohn desselben, Ptolemaeos
Apion, und trennte sich auf immer vo...
...de
Soehne Soter II. Lathyros (+ 673 81) und Alexander I. (+ 666 88), was die
Ursache ward, dass auch Kypros auf laengere Zeit von Aegypten sich schied. Die
Roemer griffen in die Wirren nicht ein; ja als ihnen im Jahre 658 (96) das
Kyrenische Reich durch das Testament des kinderlosen Koenigs Apion anfiel,
schlugen sie diesen Erwerb zwar nicht geradezu aus, aber ueberliessen doch die
Landschaft im wesentlichen sich selbst, indem sie die griechischen Staedte des
Reiches, Kyrene, Ptolemais, Berenike, zu Freistaedten erklaerten und denselben
sogar die Nutzung der koeniglichen Domaenen ueberwiesen. Die Oberaufsicht des
Statthalters von Africa ueber dieses Gebiet war bei dessen Entlegenheit noch
weit mehr eine ...
...l anders, am wenigsten
besser geworden. Waehrend des zwanzigjaehrigen Erbfolgekrieges der beiden
Halbbrueder Antiochos Grypos (+ 658 96) und Antiochos von Kyzikos (+ 659 95),
der sich nach dem Tode derselben auf ihre Soehne forterbte, ward das Reich, um
das man stritt, fast zu einem eitlen Namen, in dem die kilikischen Seekoenige,
die Araberscheichs der syrischen Wueste, die Fuersten der Juden und die
Magistrate der groesseren Staedte in der Regel mehr zu sagen hatten als die
Traeger de...
...gehabt. Der neunte Arsakide, Mithradates II. oder der Grosse (630
? - 667 ? 124 ? 87 ?), hatte dem Staat zwar seine ueberwiegende Stellung in
Innerasien zurueckgegeben, die Skythen zurueckgeschlagen und gegen Syrien und
Armenien die Grenze des Reiches vorgeschoben, allein gegen das Ende seines
Lebens laehmten neue Unruhen sein Regiment; und waehrend die Grossen des
Reiches, ja der eigene Bruder Orodes gegen den Koenig sich auflehnten und
endlich dieser Bruder ihn stuerzte und toeten liess, erhob sich das bis dahin
unbedeutende Armenien. Dieses Land, das seit seiner Selbstaendigkeitserklaerung
in die nordoestli...
...g sich auflehnten und
endlich dieser Bruder ihn stuerzte und toeten liess, erhob sich das bis dahin
unbedeutende Armenien. Dieses Land, das seit seiner Selbstaendigkeitserklaerung
in die nordoestliche Haelfte oder das eigentliche Armenien, das Reich der
Artaxiaden, und die suedwestliche oder Sophene, das Reich der Zariadriden,
geteilt gewesen war, wurde durch den Artaxiaden Tigranes (regierte seit 660 94)
zum erstenmal zu einem Koenigreich vereinigt, und teils diese Machtverdoppelung,
teils die Schwaeche der parthischen Herrschaft machten es dem neuen Koenig von
ganz Armenien moeglich, nicht bloss aus der Klientel der Parther sich zu loesen
und die frueher an sie abgetretenen La...
... Oberkoenigtum von Asien, wie es von den Achaemeniden auf die
Seleukiden und von diesen auf die Arsakiden uebergegangen war, an Armenien zu
bringen.
In Kleinasien endlich bestand die Laenderteilung, wie sie nach der
Aufloesung des Attalischen Reiches unter roemischer Einwirkung festgestellt
worden war, noch wesentlich ungeaendert. In dem Zustande der Klientelstaaten,
der Koenigreiche Bithynien, Kappadokien, Pontus, der Fuerstentuemer
Paphlagoniens und Galatiens, der zahlreichen Staedtebuende und Freistaedte, war
eine aeusserliche Aenderung zunaechst nicht wahrzunehmen. Innerlich hatte
dagegen der Charakter der roemischen Herrschaft allerdings ueberall sich
wesentlich umgestaltet. Teils durch die bei jedem tyrannisc... | | |
| | Die Sullanische Restaurationsherrschaft -> | ...rlust Kappadokiens und Syriens ohne
Kriegserklaerung hinnahm, damit nicht bloss ihre Schutzbefohlenen, sondern die
wichtigsten Grundlagen ihrer eigenen Machtstellung preis. Es war schon
bedenklich, wenn sie in den griechischen Ansiedlungen und Reichen am Euphrat und
Tigris die Vorwerke ihrer Herrschaft opferte; aber wenn sie die Asiaten am
Mittelmeer sich festsetzen liess, welches die politische Basis ihres Reiches
war, so war dies nicht ein Beweis von Friedensliebe, sondern das Bekenntnis,
dass die Oligarchie durch die Sullanische Restauration wohl oligarchischer, aber
weder klueger noch energischer geworden war, und fuer die roemische Weltmacht
der...
...gen ueber Freunde und Feinde
zu machen, wusste sehr wohl, dass er in einem zweiten roemischen Krieg sehr
wahrscheinlich ebenso allein stehen wuerde wie in dem ersten und dass er nichts
Kluegeres tun konnte, als sich ruhig zu verhalten und sein Reich im Innern zu
staerken. Dass es ihm mit seinen friedlichen Erklaerungen Ernst war, hatte er in
dem Zusammentreffen mit Murena hinreichend bewiesen; er fuhr fort, alles zu
vermeiden, was dazu fuehren musste, die roemische Regierung aus ihrer
Passivitaet herauszudraengen.
Allein wie schon der Erste Mithradatische Krieg sich entsponnen hatte, ohne
dass eine der Parteien ihn eig...
...n Krieg zu erklaeren, als ihn sich erklaeren zu lassen. Da starb im
Jahre 679 (75) Koenig Nikomedes III. Philopator von Bithynien und hinterliess
als der letzte seines Stammes - denn ein von der Nysa geborener Sohn war oder
hiess unecht - sein Reich im Testament den Roemern, welche diese mit der
roemischen Provinz grenzende und laengst von roemischen Beamten und Kaufleuten
erfuellte Landschaft in Besitz zu nehmen nicht saeumten. Gleichzeitig wurde auch
Kyrene, das bereits seit dem Jahr 65...
...it den um dieselbe Zeit an der Suedkueste
von Kleinasien gegen die Piraten ausgefuehrten Angriffen muessen in dem Koenige
Besorgnisse erregt haben; die Einziehung Bithyniens namentlich machte die Roemer
zu unmittelbaren Nachbarn des Pontischen Reiches; und dies vermutlich gab den
Ausschlag. Der Koenig tat den entscheidenden Schritt und erklaerte im Winter
679/80 (75/74) den Roemern den Krieg.
Gern haette Mithradates die schwere Arbeit nicht allein uebernommen. Sein
naechster und natuerli...
...tten gewaehrte. Die taetigsten unter den Emigranten im Osten, Lucius
Magius und Lucius Fannius, wurden von Sertorius zu seinen Vertretern am Hofe von
Sinope bestellt. Auch von den Piraten kam Hilfe; sie stellten in grosser Anzahl
im Pontischen Reich sich ein, und namentlich durch sie scheint es dem Koenige
gelungen zu sein, eine durch die Zahl wie durch die Tuechtigkeit der Schiffe
imponierende Seemacht zu bilden. Die Hauptstuetze blieben die eigenen
Streitkraefte, mit denen der Koenig, b...
...gten verheerenden Krieg
zurueckgebliebene Brandstoff einer pontischen Invasion guenstige Aussichten
eroeffnete. An Vorraeten fehlte es nicht; in den koeniglichen Speichern lagen
zwei Millionen Medimnen Getreide. Flotte und Mannschaft waren zahlreich und
wohlgeuebt, namentlich die bastarnischen Soldknechte eine auserlesene, selbst
italischen Legionaeren gewachsene Schar. Auch diesmal war es der Koenig, der die
Offensive begann. Ein Korps unter Diophantos ruckte in Kappadokien ein, um die
...
...ene, selbst
italischen Legionaeren gewachsene Schar. Auch diesmal war es der Koenig, der die
Offensive begann. Ein Korps unter Diophantos ruckte in Kappadokien ein, um die
Festungen daselbst zu besetzen und den Roemern den Weg in das Pontische Reich zu
verlegen; der von Sertorius gesandte Fuehrer, der Propraetor Marcus Marius, ging
in Gemeinschaft mit dem pontischen Offizier Eumachos nach Phrygien, um die
roemische Provinz und das Taurusgebirge zu insurgieren; die Hauptarmee, ueber
1000...
...an die Spitze der in Kleinasien stehenden vier Legionen und einer
fuenften von ihm aus Italien mitgebrachten gestellt und angewiesen ward, mit
dieser auf 30000 Mann zu Fuss und 1600 Reiter sich belaufenden Armee durch
Phrygien in das Pontische Reich einzudringen. Sein Kollege Marcus Cotta ging mit
der Flotte und einem anderen roemischen Korps nach der Propontis, um Asia und
Bithynien zu decken. Endlich wurde eine allgemeine Armierung der Kuesten,
namentlich der von der pontischen Flotte z...
...g, um davon eine Flotte zu erbauen; was
Lucullus indes ablehnte. Aus allem sieht man, dass die roemische Regierung in
der Vernachlaessigung des Seewesens den Kern des Uebels erkannte und hierin
wenigstens so weit Ernst machte, als ihre Dekrete reichten. | | |
| | Koenig Pyrrhos gegen Rom und die Einigung Italiens -> | ...n kleines Bergvolk unter
makedonischer Oberherrlichkeit oder auch allenfalls in isolierter Freiheit
haette leben und sterben koennen. Man hat ihn wohl verglichen mit Alexander von
Makedonien; und allerdings die Gruendung eines westhellenischen Reiches, dessen
Kern Epeiros, Grossgriechenland, Sizilien gebildet haetten, das die beiden
italischen Meere beherrscht und Rom wie Karthago in die Reihe der barbarischen
Grenzvoelker des hellenistischen Staatensystems, der Kelten und Inder gedraengt...
...n; aber der Koenig
von Epeiros, das neben Makedonien stand etwa wie Hessen neben Preussen, erhielt
eine nennenswerte Armee nur durch Soeldner und durch Buendnisse, die auf
zufaelligen politischen Kombinationen beruhten. Alexander trat im Perserreich
auf als Eroberer, Pyrrhos in Italien als Feldherr einer Koalition von
Sekundaerstaaten; Alexander hinterliess sein Erbland vollkommen gesichert durch
die unbedingte Untertaenigkeit Griechenlands und das starke, unter Antipater
zurueckbleiben...
...
zurueckbleibende Heer, Pyrrhos buergte fuer die Integritaet seines eigenen
Gebietes nichts als das Wort eines zweifelhaften Nachbarn. Fuer beide Eroberer
hoerte, wenn ihre Plaene gelangen, die Heimat notwendig auf, der Schwerpunkt des
neuen Reiches zu sein; allein eher noch war es ausfuehrbar, den Sitz der
makedonischen Militaermonarchie nach Babylon zu verlegen als in Tarent oder
Syrakus eine Soldatendynastie zu gruenden. Die Demokratie der griechischen
Republiken, so sehr sie eine ew...
... zu gruenden. Die Demokratie der griechischen
Republiken, so sehr sie eine ewige Agonie war, liess sich in die straffen Formen
des Militaerstaats nun einmal nicht zurueckzwingen; Philipp wusste wohl, warum
er die griechischen Republiken seinem Reich nicht einverleibte. Im Orient war
ein nationaler Widerstand nicht zu erwarten; herrschende und dienende Staemme
lebten dort seit langem nebeneinander und der Wechsel des Despoten war der Masse
der Bevoelkerung gleichgueltig oder gar erwuenscht...
...s war der Sohn des Aeakides, des Herrn der Molosser (um
Janina), welcher, von Alexander geschont als Verwandter und getreuer Lehnsmann,
nach dessen Tode in den Strudel der makedonischen Familienpolitik hineingerissen
ward und darin zuerst sein Reich und dann das Leben verlor (441 313). Sein
damals sechsjaehriger Sohn ward von dem Herrn der illyrischen Taulantier,
Glaukias, gerettet und im Laufe der Kaempfe um Makedoniens Besitz, noch ein
Knabe, von Demetrios dem Belagerer wieder zurueckge...
...keit auf sich zog als
durch seine maennliche Schoenheit, der das wilde Antlitz, der gewaltige Tritt
keinen Eintrag tat, die der koeniglichen Damen. Eben damals gruendete der kuehne
Demetrios sich wieder einmal, diesmal in Makedonien, ein neues Reich; natuerlich
in der Absicht, von dort aus die Alexandermonarchie zu erneuern. Es galt, ihn
niederzuhalten, ihm daheim zu schaffen zu machen; und der Lagide, der solche
Feuerseelen, wie der epeirotische Juengling eine war, vortrefflich fuer sein...
..., indem er
dem jungen Fuersten seine Stieftochter, die Prinzessin Antigone zur Gemahlin gab
und dem geliebten "Sohn" zur Rueckkehr in die Heimat seinen Beistand und seinen
maechtigen Einfluss lieh (458 296). Zurueckgekehrt in sein vaeterliches Reich
fiel ihm bald alles zu; die tapferen Epeiroten, die Albanesen des Altertums,
hingen mit angestammter Treue und frischer Begeisterung an dem mutigen
Juengling, dem "Adler", wie sie ihn hiessen. In den um die makedonische
Thronfolge nach Kassa...
...tertums,
hingen mit angestammter Treue und frischer Begeisterung an dem mutigen
Juengling, dem "Adler", wie sie ihn hiessen. In den um die makedonische
Thronfolge nach Kassanders Tod (457 297) entstandenen Wirren erweiterte der
Epeirote sein Reich; nach und nach gewann er die Landschaften an dem
ambrakischen Busen mit der wichtigen Stadt Ambrakia, die Insel Kerkyra, ja
selbst einen Teil des makedonischen Gebiets, und widerstand mit weit geringeren
Streitkraeften dem Koenig Demetrios zur... | | |
| | Die untertaenigen Landschaften bis zu der Gracchenzeit -> | ...en Fortsetzung der
Belagerung der Hauptstadt beauftragt, hatte eine steile, von dem bewohnten
Bezirk weit entlegene und kaum verteidigte Klippe an der schwer zugaenglichen
Seite der Aussenstadt Magalia besetzt und fast seine gesamte, nicht zahlreiche
Mannschaft dort vereinigt, in der Hoffnung, von hier aus in die Aussenstadt
eindringen zu koennen. In der Tat waren die Angreifer schon einen Augenblick
innerhalb der Tore derselben gewesen, und schon war der Lagertross in der
Hoffnung auf ...
...ewinn lockte, teils Schiffe des Bithyas, der
von Nepheris am Ende des Tunesischen Sees aus jeden guenstigen Fahrwind
benutzte, um Lebensmittel nach der Stadt zu bringen; wie auch daselbst die
Buergerschaft schon litt, die Besatzung war noch hinreichend versorgt. Scipio
zog deshalb von der Landzunge zwischen See und Golf in den letzteren hinein
einen Steindamm von 96 Fuss Breite, um damit die Hafenmuendung zu sperren. Die
Stadt schien verloren, als das Gelingen dieses anfangs von den Karth...
...tten und schon Bulla, Zama, Aquae den Koenigen gehoerten, blieb
den Numidiern, was sie besassen. Allein die sorgfaeltige Regulierung der Grenze
zwischen der roemischen Provinz und dem auf drei Seiten dieselbe
einschliessenden numidischen Koenigreich zeugte davon, dass Rom gegen sich
keineswegs dulden werde, was es gegen Karthago verstattet hatte; wogegen der
Name der neuen Provinz, Africa, andererseits darauf hinzudeuten schien, dass Rom
die gegenwaertig abgesteckte Grenze durchaus nicht ...
...nze durchaus nicht als eine definitive
betrachte. Die Oberverwaltung der neuen Provinz uebernahm ein roemischer
Statthalter, dessen Sitz Utica wurde. Einer regelmaessigen Grenzverteidigung
bedurfte dieselbe nicht, da das verbuendete Numidische Reich sie ueberall von
den Bewohnern der Wueste schied. Hinsichtlich der Abgaben verfuhr man im ganzen
mit Milde. Diejenigen Gemeinden, die seit Anfang des Krieges auf seiten der
Roemer gestanden hatten - es waren dies nur die Seestaedte Utica, Hadr...
...umidischen und
gaetulischen Landschaften auszubeuten begannen.
Um dieselbe Zeit wie Karthago verschwand auch Makedonien aus der Reihe der
Nationen. Die vier kleinen Eidgenossenschaften, in die die Weisheit des
roemischen Senats das alte Koenigreich zerstueckelt hatte, konnten in sich und
untereinander nicht zum Frieden kommen; wie es in dem Lande zuging, zeigt ein
einzelner, zufaellig erwaehnter Vorfall in Phakos, wo der gesamte Regierungsrat
einer dieser Eidgenossenschaften auf Anstifte...
...chen, sich an
seiner Mutter Bruder, Koenig Demetrios Soter von Syrien, gewandt. Es fanden sich
in der Tat einige Maenner, die dem Adramytener glaubten oder zu glauben vorgaben
und den Koenig bestuermten, den Prinzen entweder in sein angeerbtes Reich
wiedereinzusetzen oder ihm die Krone Syriens abzutreten; worauf Demetrios, um
dem tollen Treiben ein Ende zu machen, den Praetendenten festnahm und den
Roemern zuschickte. Indes der Senat achtete des Menschen so wenig, dass er ihn
in einer i...
...orfen, sondern waren lediglich der Gewalt gewichen. Nach
der bisher befolgten Politik lag also kein Grund vor, den Makedoniern den
Schatten von Selbstaendigkeit zu nehmen, den die Schlacht von Pydna ihnen noch
gelassen hatte; dennoch wurde das Reich Alexanders jetzt auf Befehl des Senats
von Metellus in eine roemische Provinz verwandelt. Sehr deutlich ward es hier,
dass die roemische Regierung ihr System geaendert und das Klientel- durch das
Untertanenverhaeltnis zu ersetzen beschlossen h...
...Inseln und die Haefen Apollonia und Epidamnos, welche
bisher zu dem italischen Beamtensprengel gehoert hatten, wurden jetzt wieder mit
Makedonien vereinigt, so dass dasselbe, wahrscheinlich schon um diese Zeit, im
Nordosten bis jenseits Skodra reichte, wo Illyricum begann. Ebenso fiel die
Schutzherrlichkeit, die Rom ueber das eigentliche Griechenland in Anspruch nahm,
von selbst dem neuen Statthalter von Makedonien zu. So erhielt Makedonien die
Einigkeit zurueck und auch ungefaehr wieder ...
...chenland in Anspruch nahm,
von selbst dem neuen Statthalter von Makedonien zu. So erhielt Makedonien die
Einigkeit zurueck und auch ungefaehr wieder die Grenzen, wie es sie in seiner
bluehendsten Zeit gehabt; aber es war nicht mehr ein einiges Reich, sondern eine
einige Provinz, mit kommunaler und selbst wie es scheint landschaftlicher
Organisation, jedoch unter einem italischen Vogt und Schatzmeister, deren Namen
auch wohl auf den Landesmuenzen neben dem der Landschaft erscheinen. Als St...
...erscheinen. Als Steuer
blieb die alte maessige Abgabe, wie Paullus sie angeordnet hatte, eine Summe von
100 Talenten (155000 Talern), die in festen Betraegen auf die einzelnen
Gemeinden umgelegt war. Dennoch vermochte das Land seiner alten ruhmreichen
Dynastie noch nicht zu vergessen. Wenige Jahre nach der Besiegung des falschen
Philippos pflanzte ein anderer angeblicher Perseussohn, Alexander, am Nestos
(Karasu) die Fahne der Insurrektion auf und hatte in kurzer Zeit 1600 Mann
vereinig...
...Apollonia und Dyrrhachion, quer durch das Binnenland nach Thessalonike, spaeter
noch weiter bis an den Hebros (Maritza) lief ^11. Die neue Provinz ward die
natuerliche Basis teils fuer die Zuege gegen die unruhigen Dalmater, teils fuer
die zahlreichen Expeditionen gegen die nordwaerts der griechischen Halbinsel
ansaessigen illyrischen, keltischen und thrakischen Staemme, die spaeter in
ihrem geschichtlichen Zusammenhang darzustellen sein werden.
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| | Pompeius und der Osten -> |
So blieb denn Koenig Mithradates sich selbst und dem Verhaengnis
ueberlassen. Wie einst sein Ahnherr, der Gruender des Pontischen Staates, sein
kuenftiges Reich zuerst betreten hatte, fluechtend vor den Haeschern des
Antigonos und nur von sechs Reitern begleitet, so hatte nun der Enkel die
Grenzen seines Reiches wieder ueberschreiten und seine und seiner Vaeter
Eroberungen mit dem Ruecken ansehen muessen. Aber die Wuerfel des Verhaengnisses
hatten keinem oefter und launenhafter die hoechsten Gewinste und die
gewaltigsten Verluste zugeworfen als dem ...
...nder wie da er mit seinen
Hunderttausenden ausgezogen war, um Hellas und Makedonien den Roemern zu
entreissen. Der rastlose alte Mann gelangte im Jahre 689 (85) von Dioskurias
unter unsaeglichen Beschwerden teils zu Lande, teils zur See in das Reich von
Pantikapaeon, stuerzte hier durch sein Ansehen und sein starkes Gefolge seinen
abtruennigen Sohn Machares vom Thron und zwang ihn, sich selber den Tod zu
geben. Von hier aus versuchte er noch einmal, mit den Roemern zu unterhandeln;
er b...
...zte hier durch sein Ansehen und sein starkes Gefolge seinen
abtruennigen Sohn Machares vom Thron und zwang ihn, sich selber den Tod zu
geben. Von hier aus versuchte er noch einmal, mit den Roemern zu unterhandeln;
er bat, ihm sein vaeterliches Reich zurueckzugeben und erklaerte sich bereit,
die Oberhoheit Roms anzuerkennen und als Lehnfuerst Zins zu entrichten. Allein
Pompeius weigerte sich, dem Koenig eine Stellung zu gewaehren, in der er das
alte Spiel aufs neue begonnen haben wuerde, u...
...n Aegypten und Kypros, sie
alle mussten die Bitterkeit des Todes erleiden und den Giftbecher leeren, bevor
auch er denselben nahm und dann, da der Trank nicht schnell genug wirkte, einem
keltischen Soeldner Betuitus den Nacken zum toedlichen Streiche darbot. So starb
im Jahre 691 (63) Mithradates Eupator, im achtundsechzigsten Jahre seines
Lebens, im siebenundfuenfzigsten seiner Regierung, sechsundzwanzig Jahre nachdem
er zum ersten Male gegen die Roemer ins Feld gezogen war. Die Leiche, ...
...n, ein groesserer, als je noch in dem schlaffen
Osten einer den Roemern erstanden war. Instinktmaessig fuehlte es die Menge; wie
einst Scipio mehr noch ueber Hannibal als ueber Karthago triumphiert hatte, so
wurde auch die Ueberwindung der zahlreichen Staemme des Ostens und des
Grosskoenigs selbst fast vergessen ueber Mithradates' Tod, und bei Pompeius'
feierlichem Einzug zog nichts mehr die Blicke der Menge auf sich als die
Schildereien, in denen man den Koenig Mithradates als Fluechtlin...
...den Leichen seiner Toechter
niedersinken sah. Wie man auch ueber die Eigenartigkeit des Koenigs urteilen
mag, er ist eine bedeutende, im vollen Sinne des Wortes weltgeschichtliche
Gestalt. Er war keine geniale, wahrscheinlich nicht einmal eine reichbegabte
Persoenlichkeit; aber er besass die sehr respektable Gabe zu hassen, und mit
diesem Hasse hat er den ungleichen Kampf gegen die uebermaechtigen Feinde ein
halbes Jahrhundert hindurch zwar ohne Erfolg, aber mit Ehren bestanden.
Bedeutu...
...as Gefuehl, dass man mit seinem Tode nicht am
Ende, sondern am Anfang sei, blieb den Besiegten wie den Siegern.
Pompeius inzwischen war, nachdem er im Jahre 689 (65) mit den Voelkern des
Kaukasus gekriegt hatte, zurueckgegangen in das Pontische Reich und bezwang
daselbst die letzten noch Widerstand leistenden Schloesser, welche, um dem
Raeuberunwesen zu steuern, geschleift, die Schlossbrunnen durch hineingewaelzte
Felsbloecke unbrauchbar gemacht wurden. Von da brach er im Sommer 690 (64) n... | | |
| | Die östlichen Staaten und der Zweite Makedonische Krieg -> |
Der zweite von den Großstaaten, Asien, war nichts als das oberflächlich umgestaltete und hellenisierte Persien, das Reich des "Königs der Könige", wie sein Herr sich, bezeichnend für seine Anmaßung wie für seine Schwäche, zu nennen pflegte, mit denselben Ansprüchen von Hellespont bis zum Pandschab zu gebieten und mit derselben kernlosen Organisation, ein Bündel von meh...
...n Hellespont bis zum Pandschab zu gebieten und mit derselben kernlosen Organisation, ein Bündel von mehr oder minder abhängigen Dependenzstaaten, unbotmäßigen Satrapien und halbfreien griechischen Städten. Von Kleinasien namentlich, das nominell zum Reich der Seleukiden gezählt ward, war tatsächlich die ganze Nordküste und der größere Teil des östlichen Binnenlandes in den Händen einheimischer Dynastien oder der aus Europa eingedrungenen Keltenhaufen, von dem Westen ein guter Teil im Besitz der König...
... als das innere Kilikien, Phrygien und Lydien und eine große Anzahl nicht wohl zu realisierender Rechtstitel gegen freie Städte und Fürsten - ganz und gar wie seiner Zeit die Herrschaft des deutschen Kaisers außer seinem Hausgebiet bestellt war. Das Reich verzehrte sich in den vergeblichen Versuchen, die Ägypter aus den Küstenlandschaften zu verdrängen, in dem Grenzhader mit den östlichen Völkern, den Parthern und Baktriern, in den Fehden mit den zum Unheil Kleinasiens daselbst ansässig gewordenen Ke...
...dochenstaaten fehlt, wie überhaupt an keinem der Greuel, welche die absolute Monarchie in entarteter Zeit in ihrem Gefolge führt, allein die in dem Staate Asien deshalb verderblicher waren als anderswo, weil sie hier bei der losen Zusammenfügung des Reiches zu der Abtrennung einzelner Landesteile auf kürzere oder längere Zeit zu führen pflegten.
Im entschiedensten Gegensatz gegen Asien war Ägypten ein festgeschlossener Einheitsstaat, in dem die intelligente Staatskunst der ersten Lagiden unter gesch...
...erste Ptolemaeos und Ptolemaeos Euergetes, diese Staatsmaschine sich äußerst brauchbar erwies. Zu den eigentümlichen Vorzügen Ägyptens vor den beiden großen Rivalen gehört es, daß die ägyptische Politik nicht nach Schatten griff, sondern klare und erreichbare Zwecke verfolgte. Makedonien, die Heimat Alexanders; Asien, das Land, in dem Alexander seinen Thron gegründet hatte, hörten nicht auf, sich als unmittelbare Fortsetzungen der alexandrischen Monarchie zu betrachten und lauter oder leiser den Ansp...
...eistige Macht, die bedeutendste und großartigste, welche das hellenische Volk nach seiner politischen Zersplitterung in sich hegte, soweit sie sich überhaupt zur Dienstbarkeit bequemen wollte, zur Dienerin des alexandrinischen Hofes. Wäre Alexanders Reich stehengeblieben, so hätte die griechische Kunst und Wissenschaft einen Staat gefunden, würdig und fähig, sie zu fassen; jetzt wo die Nation in Trümmer gefallen war, wucherte in ihr der gelehrte Kosmopolitismus, und sehr bald ward dessen Magnet Alexa... | | |
| | Der Dritte Makedonische Krieg -> |
Man erreichte seinen Zweck. Das makedonische Land hat zweimal noch auf den Ruf von Prinzen aus dem alten Herrscherhause zu den Waffen gegriffen, und ist übrigens von jener Zeit bis auf den heutigen Tag ohne Geschichte geblieben.
Ähnlich ward Illyrien behandelt...
...nen Zweck. Das makedonische Land hat zweimal noch auf den Ruf von Prinzen aus dem alten Herrscherhause zu den Waffen gegriffen, und ist übrigens von jener Zeit bis auf den heutigen Tag ohne Geschichte geblieben.
Ähnlich ward Illyrien behandelt. Das Reich des Genthios ward in drei kleine Freistaaten zerschnitten; auch hier zahlten die Ansässigen die Hälfte der bisherigen Grundsteuer an ihre neuen Herren, mit Ausnahme der Städte, die es mit den Römern gehalten hatten und dafür Grundsteuerfreiheit erhi...
...angeseheneren griechischen Gemeinden an dieser Küste geschenkt. Die ewigen Quälereien, welche die Illyrier den Nachbarn namentlich durch ihre Korsaren zufügten, hatten hiermit wenigstens auf lange hinaus ein Ende.
Kotys in Thrakien, der schwer zu erreichen und gelegentlich gegen Eumenes zu brauchen war, erhielt Verzeihung und seinen gefangenen Sohn zurück.
So waren die nördlichen Verhältnisse geordnet und auch Makedonien endlich von dem Joch der Monarchie erlöst - in der Tat, Griechenland war freie...
...ier und Scipionen zu Ende ist. Am schwersten traf dieser Rollenwechsel denjenigen Staat, der von Rom geschaffen und großgezogen war, um Makedonien im Zaum zu halten, und dessen man jetzt nach Makedoniens Vernichtung freilich nicht mehr bedurfte, das Reich der Attaliden. Es war nicht leicht, gegen den klugen und besonnenen Eumenes einen erträglichen Vorwand zu finden, um ihn aus seiner bevorzugten Stellung zu verdrängen und ihn in Ungnade fallen zu lassen. Auf einmal kamen um die Zeit, da die Römer im...
...ging der König mit ihr, als die römische sich ins Winterquartier begab, gleichfalls heim, nachdem er dem Konsul seine Aufwartung gemacht hatte. Die Bestechungsgeschichte ist so sicher ein Märchen wie nur irgendeine heutige Zeitungsente; denn daß der reiche, schlaue und konsequente Attalide, der den Bruch zwischen Rom und Makedonien durch seine Reise 582 (172) zunächst veranlaßt hatte, und fast deswegen von Perseus' Banditen ermordet worden wäre, in dem Augenblick, wo die wesentlichen Schwierigkeiten ...
..., der die pergamenischen Hilfstruppen in Griechenland befehligt hatte. Mit offenen Armen ward der wackere und treue Kamerad in Rom empfangen und aufgefordert, nicht für seinen Bruder, sondern für sich zu bitten - gern werde der Senat ihm ein eigenes Reich gewähren, Attalos erbat nichts als Aenos und Maroneia. Der Senat meinte, daß dies nur eine vorläufige Bitte sei und gestand sie mit großer Artigkeit zu. Als er aber abreiste, ohne weitere Forderungen gestellt zu haben, und der Senat zu der Einsicht ...
... hatte, mit den galatischen Fürsten keine Verbindung ferner unterhalten zu wollen, jetzt, ohne Zweifel rechnend auf die zwischen Eumenes und den Römern eingetretene Spannung, wenn nicht geradezu von diesen veranlaßt, sich gegen Eumenes erhoben, sein Reich überschwemmten und ihn in große Gefahr brachten. Eumenes erbat die römische Vermittlung; der römische Gesandte war dazu bereit, meinte aber, daß Attalos, der das pergamenische Heer befehligte, besser nicht mitgehe, um die Wilden nicht zu verstimmen,... | | |
| | Der sich entfremdete Geist; die Bildung | ...bei sich selbst bleibende Einheit und ihre in sich zurückgekehrte Beruhigung, sondern beruht auf der Entfremdung des Entgegengesetzten. Das Ganze ist daher, wie jedes einzelne Moment, eine sich entfremdete Realität; es zerfällt in ein Reich, worin das Selbstbewußtsein wirklich sowohl es als sein Gegenstand ist, und in ein anderes, das Reich des reinen Bewußtseins, welches jenseits des ersten nicht wirkliche Gegenwart hat, sondern im Glauben ist. Wie nun die sittliche Welt aus der Trennung des göttlichen und menschlichen Gesetzes und ihrer Gestalten, und ihr Bewußtsein ...
...schlichen Gesetzes und ihrer Gestalten, und ihr Bewußtsein aus der Trennung in das Wissen und in die Bewußtlosigkeit zurück in sein Schicksal, in das Selbst als die negative Macht dieses Gegensatzes geht, so werden auch diese beiden Reiche des sich entfremdeten Geistes in das Selbst zurückkehren; aber wenn jenes das erste unmittelbar geltende Selbst, die einzelne Person, war, so wird dies zweite, das aus seiner Entäußerung in sich zurückkehrt, das allgemeine Selb...
...Bildung; sie faßt nichts als das Selbst, und alles als das Selbst auf, d.h. sie begreift alles, tilgt alle Gegenständlichkeit, und verwandelt alles An-sich-sein in ein Für-sich-sein. Gegen den Glauben als das fremde jenseits liegende Reich des Wesens gekehrt, ist sie die Aufklärung. Diese vollendet auch an diesem Reiche, wohin sich der entfremdete Geist, als in das Bewußtsein der sich selbst gleichen Ruhe rettet, die Entfremdung; sie verwirrt ihm die Haushaltung, die er hier führt, dadurch, daß sie die Gerätschaften der diesseitigen Welt hine...
...ne Einsicht sich selbst, und bringt ihren eignen Gegenstand, das unerkennbare absolute Wesen, und das Nützliche hervor. Indem auf diese Weise die Wirklichkeit alle Substantialität verloren und nichts mehr an sich in ihr ist, so ist wie das Reich des Glaubens so auch der realen Welt gestürzt, und diese Revolution bringt die absolute Freiheit hervor, womit der vorher entfremdete Geist vollkommen in sich zurückgegangen ist, dies Land der Bildung verläßt, und in ein anderes... | | |
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