| | Diapsalmata -> | | ...e ich glaube,
gegen alles und jedes; aber ich habe nicht den Mut,
etwas zu erkennen, nicht den Mut, es zu besitzen, als
mein eigen. Die meisten Menschen klagen darüber,
daß die Welt so prosaisch sei, daß es im Leben nicht
so zugehe, wie im Roman, wo die Gelegenheit immer
so günstig sei. Ich klage darüber, daß es im Leben
nicht ist, wie im Roman, wo man hartherzige Väter,
Kobolde und Zauberer zu bekämpfen, verzauberte
Prinzessinen zu befreien hat. Was sind doch alle diese
Feinde zusammengenommen gegen die bleichen, blutlosen,
lebenszähen, nächtlichen Scheinen, mit denen
ich kämpfe... | | |
| | Das Tagebuch des Verführers -> | ...gentlich
gar nicht für sie, nicht weil etwa ein negatives
Verhältnis zwischen uns besteht, sondern weil wir in
gar keinem Verhältnis zu einander stehen. Noch habe
ich kein Experiment gewagt. – Sie sehen und lieben,
war eins – so heißt's im Roman. Ja, das könnte wahr
sein, wenn die Liebe keine Dialektik hätte; aber was
erfährt man in den Romanen auch von wirklicher Liebesglut?
Lügen, und abermal Lügen, die nur dazu dienen,
die Aufgabe zu verkürzen.
Wenn ich nach dem, was ich bisher gesehen und
gehört habe, an den Eindruck zurückdenke, den unser
erstes Begegnen auf mich machte, s...
...t an den Gedanken gewöhnt
haben, in den Armen eines geliebten Mannes
zu ruhen. Ihre Seele nährt sich noch von dem göttlichen
Ambrosia der Ideale. Aber das Ideal, das ihr vorschwebt,
ist nicht gerade eine Schäferin oder eine Heldin
in einem Roman, sondern eine Jungfrau von Orleans
oder dergleichen.
Die Frage bleibt doch immer dieselbe: ist ihre
Weiblichkeit stark genug, daß sie sich Schon reflektieren
läßt, oder will sie nur wie die Schönheit und
Anmut genossen werden? mit andern W... | | |
| | 10. Kapitel - Syrien und das Nabataeerland -> | ...hliesslich das Griechische, abgesehen von dem auch im Osten fuer
das Militaer geforderten Latein. Ein Literat aus der zweiten Haelfte des zweiten
Jahrhunderts, den der frueher erwaehnte Koenig von Armenien Sohaemos an seinen
Hof zog, hat einen Roman, der in Babylon spielt, einiges ueber seine eigene
Lebensgeschichte eingelegt, das diese Verhaeltnisse erlaeutert. Er sei, sagt er,
ein Syrer, aber nicht von den eingewanderten Griechen, sondern von Vater- und
Mutterseite einheimischer Abkunft...
...cher Sprache und persischer Magie kundig. Aber eben dieser, das
hellenische Wesen in gewissem Sinne ablehnende Mann fuegt hinzu, dass er
hellenische Bildung sich angeeignet habe, und ist ein angesehener Jugendlehrer
in Syrien und ein namhafter Romanschriftsteller der spaeteren griechischen
Literatur geworden ^4.
Wenn spaeterhin das syrische Idiom wieder zur Schriftsprache geworden ist
und eine eigene Literatur entwickelt hat, so ist dies nicht auf eine Ermannung
des Nationalgefuehls zuru...
... 407) weist mehrfach (De sanctis
martyros. Opera. Paris 1718 ff. Vol. 2, p. 651; homil. 19, a. a. O., p. 188) hin
auf die eterophonia, die barbaros phon/e/ des laos im Gegensatz zu der Sprache
der Gebildeten.
^4 Der Auszug des Photios aus dem Roman des Iamblichos c. 11, welcher den
Verfasser irrig zu einem Babylonier macht, wird durch das Scholion dazu
wesentlich berichtigt und ergaenzt. Der Geheimschreiber der Grosskoenigs, der
unter den traianischen Gefangenen nach Syrien kommt, dort d...
...d ergaenzt. Der Geheimschreiber der Grosskoenigs, der
unter den traianischen Gefangenen nach Syrien kommt, dort des Iamblichos
Erzieher wird und ihn in der "barbarischen Weisheit" unterweist, ist natuerlich
eine Figur des in Babylon spielenden Romans, den Iamblichos von diesem seinem
Lehrmeister vernommen haben will; aber charakteristisch fuer die Zeit ist der
armenische Hofliterat und Prinzenerzieher (denn als "guten Rhetor" hat ihn doch
wohl Sohaemos nach Valarschapat berufen) selbst, d...
...ersetzungen
griechischer Werke. Unter den Profanschriften stehen in erster Reihe
Aristotelische und Plutarchische Traktate, dann praktische Schriften
juristischen oder agronomischen Inhalts und populaere Unterhaltungsbuecher wie
der Alexanderroman, Aesops Fabeln, Menanders Sentenzen.
^6 Die syrische Uebersetzung des Neuen Testaments, der aelteste uns
bekannte syrische Sprachtext, ist wahrscheinlich in Edessa entstanden; die
strati/o/tai der Apostelgeschichte heissen hier "Roemer".
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| | Koenig Pyrrhos gegen Rom und die Einigung Italiens | | ...atsache meldenden Zeugen (Aristos und Asklepiades
bei Arrian 7, 15, 5; Memnon c. 25) ohne Zweifel schoepften. Kleitarchos war
allerdings Zeitgenosse dieser Ereignisse, aber sein Leben Alexanders
nichtsdestoweniger entschieden mehr historischer Roman als Geschichte; und bei
dem Schweigen der zuverlaessigen Biographen (Art. a. a. O.; Liv. 9, 18) und dem
voellig romanhaften Detail des Berichts, wonach zum Beispiel die Roemer dem
Alexander einen goldenen Kranz ueberreicht und dieser die zukuenftige Groesse
Roms vorhergesagt haben soll, wird man nicht umhin koennen, diese Erzaehlung zu
den vielen anderen durc... | | |
| | Religion, Bildung, Literatur und Kunst -> | ...n Umgangssprache und demnach auch in der Literatur
alleinherrschenden Klassizismus, einer Reaktion, die innerlich und aeusserlich
mit der gleichartigen Sprachreaktion in Griechenland eng zusammenhing. Eben um
diese Zeit begannen der Rhetor und Romanschreiber Hegesias von Magnesia und die
zahlreichen, an ihn sich anschliessenden kleinasiatischen Rhetoren und Literaten
sich aufzulehnen gegen den orthodoxen Attizismus. Sie forderten das Buergerrecht
fuer die Sprache des Lebens, ohne Untersch...
...kleinasiatische
Publikum war, das den Sinn fuer Strenge und Reinheit der Produktion gaenzlich
verloren hatte und nur nach dem Zierlichen und Brillanten verlangte. Um von den
aus dieser Richtung entsprungenen Afterkunstgattungen, namentlich dem Roman und
der romanhaften Geschichte, hier zu schweigen, so war schon der Stil dieser
Asiaten begreiflicherweise zerhackt und ohne Kadenz und Periode, verzwickt und
weichlich, voll Flitter und Bombast, durchaus gemein und manieriert; "wer
Hegesias kennt", sagt Ci... | | |
| | Religion, Bildung, Literatur und Kunst -> | ..., wo nicht bereits roherer Zeitvertreib sich
eingedraengt hatte, regelmaessig vorgelesen, und wer eine Reise vorhatte,
vergass nicht leicht, eine Reisebibliothek einzupacken. Den Oberoffizier sah man
im Lagerzelt den schluepfrigen griechischen Roman, den Staatsmann im Senat den
philosophischem Traktat in der Hand. Es stand denn auch im roemischen Staate,
wie es in jedem Staate gestanden hat und stehen wird, wo die Buerger lesen "von
der Tuerschwell an bis zum Privet". Der parthische Wesir...
...ischen Staate,
wie es in jedem Staate gestanden hat und stehen wird, wo die Buerger lesen "von
der Tuerschwell an bis zum Privet". Der parthische Wesir hatte nicht unrecht,
wenn er den Buergern von Seleukeia die im Lager des Crassus gefundenen Romane
wies und sie fragte, ob sie die Leser solcher Buecher noch fuer furchtbare
Gegner hielten.
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^3 Merkwuerdig ist fuer diese Verhaeltnisse die Dedikation der auf den
Namen des Skymnos gehenden p... | | |
| | Religion, Bildung, Literatur und Kunst -> | ...gefuegt wird, dass
das Muster des Verfassers und sozusagen der einzige ihm gelaeufige griechische
Historiker Kleitarchos war, der Verfasser einer zwischen Geschichte und Fiktion
schwankenden Biographie Alexanders des Grossen in der Art des Halbromans, der
den Namen des Curtius traegt, so wird man nicht anstehen, in Sisennas
vielgeruehmtem Geschichtswerk nicht ein Erzeugnis echter historischer Kritik und
Kunst zu erkennen, sondern den ersten roemischen Versuch in der bei den Griechen
so ...
...rd man nicht anstehen, in Sisennas
vielgeruehmtem Geschichtswerk nicht ein Erzeugnis echter historischer Kritik und
Kunst zu erkennen, sondern den ersten roemischen Versuch in der bei den Griechen
so beliebten Zwittergattung von Geschichte und Roman, welche das tatsaechliche
Grundwerk durch erfundene Ausfuehrung lebendig und interessant machen moechte
und es dadurch schal und unwahr macht; und es wird nicht ferner Verwunderung
erregen demselben Sisenna auch als Uebersetzer griechischer Mo...
...welche das tatsaechliche
Grundwerk durch erfundene Ausfuehrung lebendig und interessant machen moechte
und es dadurch schal und unwahr macht; und es wird nicht ferner Verwunderung
erregen demselben Sisenna auch als Uebersetzer griechischer Moderomane zu
begegnen.
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^17 "Die Unschuldigen", hiess es in einer Rede, "zitternd an allen
Gliedern, schleppst du heraus und am hohen Uferrande des Flusses beim
Morgengrauen (laessest du sie schlachten)."... | | |
| | Religion, Bildung, Literatur und Kunst -> | ...n. Es waere ein Wunder gewesen, wenn die griechischen
Novellenschreiber dieser Zeit solche fuer sie wie gemachte Stoffe sich haetten
entgehen lassen. In der Tat fehlte es auch nicht an griechischen Literaten,
welche die roemische Geschichte zu Romanen verarbeiteten: eine solche Schrift
waren zum Beispiel des schon unter den in Rom lebenden griechischen Literaten
erwaehnten Polyhistors Alexandros fuenf Buecher 'Ueber Rom', ein widerwaertiges
Gemisch abgestandener historischer Ueberlieferun...
...ergeschlecht in die Welt gesetzt hat, welche dann im einzelnen
mit Namen, Regierungszeit und mehrerer Anschaulichkeit wegen auch einem
Konterfei auszustatten die Folgezeit nicht versaeumte.
So dringt von verschiedenen Seiten her der historische Roman der Griechen
in die roemische Historiographie ein; und es ist mehr als wahrscheinlich, dass
von dem, was man heute Tradition der roemischen Urzeit zu nennen gewohnt ist,
nicht der kleinste Teil aus Quellen herruehrt von dem Schlage der 'Amadis...
...raphie ein; und es ist mehr als wahrscheinlich, dass
von dem, was man heute Tradition der roemischen Urzeit zu nennen gewohnt ist,
nicht der kleinste Teil aus Quellen herruehrt von dem Schlage der 'Amadis von
Gallien' und der Fouqueschen Ritterromane - eine erbauliche Betrachtung
wenigstens fuer diejenigen, die Sinn haben fuer den Humor der Geschichte und die
Komik der noch in gewissen Zirkeln des neunzehnten Jahrhunderts fuer Koenig Numa
gehegten Pietaet zu wuerdigen verstehen. Neu ein i... | | |
| | Religion, Bildung, Literatur und Kunst -> | | ... soweit wir urteilen koennen, ist dies nicht mehr als die einfache
Wahrheit. Die Forschung wendet von der Geschichtschreibung sich ab, die
Geschichtschreibung von der Forschung; die historische Literatur schwankt
zwischen dem Schulbuch und dem Roman. Alle reinen Kunstgattungen, Epos, Drama,
Lyrik, Historie, sind nichtig in dieser nichtigen Welt; aber in keiner Gattung
spiegelt doch der geistige Verfall der ciceronischen Zeit in so grauenvoller
Klarheit sich wieder wie in ihrer Historiogra... | | |
| | Erster Abschnitt. Von dem Ideal überhaupt | | ... von dem, was in seiner Art ganz vollständig ist, bedarf, um danach den Grad und die Mängel des Unvollständigen zu schätzen und abzumessen. Das Ideal aber in einem Beispiele, d. i. in der Erscheinung, realisieren wollen, wie etwa den Weisen in einem Roman, ist untunlich, und hat überdem etwas Widersinnisches und wenig Erbauliches an sich, indem die natürlichen Schranken, welche der Vollständigkeit in der Idee kontinuierlich Abbruch tun, alle Illusion in solchem Versuche unmöglich und dadurch das Gute... | | |
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