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Sesterzen - Teil - Regierung - Aristokratie - Leben - Catilina - Gaius - Grundbesitz

Schlagwort: Senator


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Boden- und Geldwirtschaft der roemischen Kaiserzeit ->
... in immer steigendem Umfang Gebrauch gemacht worden. Dass diese Uebersiedelung mehr oder minder mit der Erwerbung italischen Grossgrundbesitzes verbunden war, liegt in der Sache; foermlich vorgeschrieben ist es seit Traian, dass wenigstens der Senator den dritten, spaeter den vierten Teil seines Vermoegens in italischem Grundbesitz anzulegen hat ^15. Noch unmittelbarer griffen hier die Bestimmungen ein, welche zunaechst gerichtet waren gegen den ueberschuldeten Grundbesitz und dafuer den We...

... gewiss nicht erstreckt worden, sondern gehoeren zu den oekonomischen Privilegien, in welche die alte Vormachtstellung Italiens in der Kaiserzeit sich aufloest. ----------------------------------------- ^14 Da nach republikanischer Ordnung der Senator verpflichtet war, in der Sitzung zu erscheinen, und fuer die Ladung bestimmte Vorschriften bestanden, so wird die fuer die Munizipien bestehende Ordnung, dass das Ratsmitglied in der Stadt oder doch innerhalb der Bannmeile wohnen muss (Eph. ep...

...11) nicht gemacht worden; und schwerlich trat bei Zuwiderhandeln eine andere Folge ein als die Loeschung des Namens von der Liste. Ob diese Bestimmung in der Kaiserzeit wieder aufgenommen ward, ist nicht bekannt. Das Augustische Edikt, das dem Senator vorschrieb, Italien nicht anders als nach eingeholtem Urlaub zu verlassen, welches spaeter zuerst fuer die aus Sizilien, dann im Jahre 49 auch fuer die aus der Narbonensis gebuertigen Senatoren ausser Kraft gesetzt ward, aber sonst in Geltung blieb (Dio 52, 42; Tac. ann. 12, 23), hat wohl an jene Vorschriften angeknuepft, aber ist rechtlich und mehr noch faktisch auf jeden Fall eine Neuerung. Dass mit der Erteilung des Ritterpferdes...

...den Betrag von 100 Mill. Sesterzen (22 Mill. Mark) auf drei Jahre unverzinslich hingab. Uebrigens kann die Bestimmung unmoeglich allgemein gewesen sein; auf jeden Fall richtete sie sich nicht gegen den Geschaeftsmann ueberhaupt, sondern gegen Senatoren und Ritter und war vielleicht foermlich auf diese beschraenkt. Durchfuehrbar war sie insofern, als dem Klaeger, dem vor den Geschworenen der Nachweis gelang, dass jemand mehr Geld verborgt als fundiert habe, eine bedeutende Geldbelohnung aus...
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Theodor Mommsen ->
Roemische Geschichte - 8. Buch ->
Boden- und Geldwirtschaft der roemischen Kaiserzeit
Boden- und Geldwirtschaft ->
...ern ebenso auch zwischen dem Soldaten und Unteroffizier und dem Kriegstribun, zwischen dem Schreiber und Boten und dem Beamten. Nach oben hin zog eine ähnliche Schranke das von Gaius Flaminius veranlaßte Claudische Gesetz (kurz vor 536 218), welches Senatoren und Senatorensöhnen untersagte, Seeschiffe außer zum Transport des Ertrags ihrer Landgüter zu besitzen und wahrscheinlich auch sich bei den öffentlichen Lizitationen zu beteiligen, überhaupt ihnen alles das zu betreiben verbot, was die Römer unter "Spekulation"...

...r Landgüter zu besitzen und wahrscheinlich auch sich bei den öffentlichen Lizitationen zu beteiligen, überhaupt ihnen alles das zu betreiben verbot, was die Römer unter "Spekulation" (quaestus) verstanden 17. Zwar ward diese Bestimmung nicht von den Senatoren hervorgerufen, sondern war ein Werk der demokratischen Opposition, welche damit zunächst wohl nur den Übelstand beseitigen wollte, daß Regierungsmitglieder mit der Regierung selbst Geschäfte machten; es kann auch sein, daß die Kapitalisten hier sc...

...tglieder mit der Regierung selbst Geschäfte machten; es kann auch sein, daß die Kapitalisten hier schon, wie später so oft, mit der demokratischen Partei gemeinschaftliche Sache gemacht und die Gelegenheit wahrgenommen haben, durch den Ausschluß der Senatoren die Konkurrenz zu vermindern. Jener Zweck ward natürlich nur sehr unvollkommen erreicht, da das Assoziationswesen den Senatoren Wege genug eröffnete, im stillen weiter zu spekulieren; aber wohl hat dieser Volksschluß eine gesetzliche Grenze zwischen den nicht oder doch nicht offen spekulierenden und den spekulierenden Vornehmen gezogen und der zunächst politischen eine rei...

...hichte des folgenden Jahrhunderts erfüllen. ----------------------------------------------------- 17 Liv. 21, 63 (vgl. Cic. Verr. 5, 18, 45) spricht nur von der Verordnung über die Seeschiffe; aber daß auch die Staatsentreprisen (redemptiones) dem Senator gesetzlich untersagt waren, sagen Asconius (tog. cand. p. 94 Orelli) und Dio Cassius (55, 10, 5), und da nach Livius "jede Spekulation für den Senator unschicklich gefunden ward", so hat das Claudische Gesetz wahrscheinlich weiter gereicht.
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Roemische Geschichte - 3. Buch ->
12. Kapitel
Boden- und Geldwirtschaft ->
...andenen Kapitals auf die in dem ganzen Mittelmeergebiet tätige Spekulation. Jetzt vermochte auch das ausgedehnte Geschäftsgebiet die gesteigerte Kapitalmasse nicht mehr zu fassen; und eine wahnwitzige Gesetzgebung arbeitete zugleich daran, teils die senatorischen Kapitalien auf künstlichem Wege zur Anlage in italischem Grundbesitz zu drängen, teils durch die Einwirkung auf die Kornpreise das italische Ackerland systematisch zu entwerten. So begann denn der zweite Feldzug des Kapitals gegen die freie Ar...

...e Anwendung der Kapitalwirtschaft auf die Erzeugung der Bodenfrüchte. Die Schilderung der Ackerbauer, die Cato gibt, ist vortrefflich und vollkommen richtig; aber wie paßt sie auf die Wirtschaft selbst, die er schildert und anrät? Wenn ein römischer Senator, wie das nicht selten gewesen sein kann, solcher Landgüter wie das von Cato beschriebene vier besaß, so lebten auf dem gleichen Raum, der zur Zeit der alten Kleinherrschaft hundert bis hundertundfünfzig Bauernfamilien ernährt hatte, jetzt eine Famil...

...-------- 18 Einen Teil seines Vermögens steckte Cato wie jeder andere Römer in Viehzucht und Handels- und andere Unternehmungen. Aber es war nicht seine Art, geradezu die Gesetze zu verletzen; er hat weder in Staatspachtungen spekuliert, was er als Senator nicht durfte, noch Zinsgeschäfte betrieben. Man tut ihm Unrecht, wenn man ihm in letzter Beziehung eine von seiner Theorie abweichende Praxis vorwirft: das Seedarlehen, mit dem er allerdings sich abgab, ist vor dem Gesetz kein verbotener Zinsbetrieb...
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Roemische Geschichte - 3. Buch ->
12. Kapitel
9. Kapitel - Die Euphratgrenze und die Parther ->
...nisch Nor- Khalakh oder Valarschapat (Etschmiazin), von den Roemern erbaut und mit starker Besatzung belegt ^63. Im Jahre darauf wurde an Pakoros' Stelle Sohaemos, der Abstammung nach auch ein Arsakide, aber roemischer Untertan und roemischer Senator, zum Koenig von Gross-Armenien ernannt ^64. Rechtlich also aenderte in Armenien sich nichts; doch wurden die Bande, die es an Rom knuepften, straffer angezogen. ------------------------------------------------- ^61 So heisst er bei Lukian hist...

...ohn Valarsch II. 188-208 zurueck. Dass die Stadt im Jahre 185 starke roemische Besatzung hatte, zeigt die Inschrift CIL III, 6052. ^64 Dass Sohaemos Achaemenide und Arsakide war (oder zu sein vorgab) und Koenigssohn und Koenig so wie roemischer Senator und Konsul, bevor er Koenig von Gross-Armenien ward, sagt sein Zeitgenosse Iamblichos (c. 10 des Auszugs bei Photios). Wahrscheinlich gehoert er der Dynastenfamilie von Hemesa an (Ios. ant. Iud. 20, 8, 4 und sonst). Wenn Iamblichos der Babylon...
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Roemische Geschichte - 8. Buch ->
9. Kapitel - Die Euphratgrenze und die Parther
Boden- und Geldwirtschaft der roemischen Kaiserzeit
...ange sprichwoertlich blieb ^5. Am Ende des 3. Jahrhunderts warf Kaiser Tacitus bei seiner Thronbesteigung sein fundiertes Privatvermoegen von 280 Mill. Sesterzen in den Staatsschatz ein ^6. Noch am Anfang des 5. Jahrhunderts bezogen die ersten senatorischen Haeuser in der alten Reichshauptstadt eine Jahresrente, die einem Kapital von mindestens 400 Mill. Sesterzen nach der aelteren Rechnung gleichkam ^7. Wichtiger als diese Angaben ueber ausnahmsweise grosse Vermoegen sind einige andere, we...

... Mittelklasse der Aristokratie betreffen: ein Vermoegen von 20 Mill. Sesterzen gilt unter Marcus als maessiger Reichtum ^8; Familien mit einem Vermoegen von 100 Mill. Sesterzen werden im 5. Jahrhundert als reiche zweiten Ranges betrachtet. Der senatorische Zensus von einer Mill. Sesterzen ist also offenbar eine aeusserste Grenze, welche bei der Mehrzahl sicher ansehnlich ueberschritten ward. In den Angaben ueber das im Jahre 746 (8) errichtete Testament eines begueterten Freigelassenen, wel...

...ie Luxusanlagen, wie Theater, Baeder, Hallen her; auf ihre Kosten schmausen die Buergerschaften und leben die Klienten, und auch in die besseren Kreise hinein reichen dergleichen Spenden. Der juengere Plinius unter Traianus, ein vermoegender Senator, aber keineswegs in dieser Hinsicht hervorragend, hat seiner Vaterstadt Comum fuer die Gruendung und Vermehrung einer oeffentlichen Bibliothek, fuer die Anlage und die Ausstattung eines Warmbades, zur Alimentation von Kindern und zu oeffentlic...

...macht. Diese durch die Individualitaet des Charakters und der Beziehungen vielfach bedingte, aber im Wesen nicht persoenliche, sondern standesmaessig geforderte Liberalitaet ist fuer alle Zeiten von dem vornehmen Roemer und vor allem von dem Senator des Reiches geuebt worden, aber keineswegs zu allen Zeiten in gleicher Weise. Mit Sehnsucht gedachten die Klienten der domitianischen Epoche der bessern Zeiten, wo unter den Spenden dieser Art der Ritterring nichts Seltenes war ^10; Gaius Piso...

...g nichts Seltenes war ^10; Gaius Piso, der Rivale Neros, dessen koenigliche Freigebigkeit seinesgleichen nicht hatte, war gewohnt, jaehrlich einer gewissen Zahl seiner Freunde den Ritterzensus zu schenken, so wie die Kaiser in gleicher Weise senatorische Vermoegen zu schenken pflegten ^11. "Es war frueher Sitte", schreibt Plinius ^12 unter Traian, "dass wem ein Poet ein Carmen widmete, ihm dafuer eine Verehrung machte; jetzt aber ist mit anderen stattlichen Dingen vor allem auch dies abge...

...en Ruin im Gefolge; die Dezimierung der Aristokratie unter den naechsten Nachfolgern des Augustus traf vorzugsweise die grossen Vermoegen und fuehrte zu deren Zertruemmerung; die neuen durch Vespasian aus den Landstaedten nach Rom verpflanzten Senatoren brachten die buergerliche Sparsamkeit mit sich, und die alten glaenzenden Traditionen der Lentuler und der Pisonen ersetzten sich nicht. Der Senat, dem Plinius und Tacitus angehoerten, ist wohl nicht minder reich gewesen wie derjenige, in de...
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Roemische Geschichte - 8. Buch ->
Boden- und Geldwirtschaft der roemischen Kaiserzeit
Regiment und Regierte
...s das Patriziat; denn wenn innerhalb des alten Bürgertums die unbedingte Gleichberechtigung gegolten hatte, so ging die neue Verfassung von Anfang an aus von dem Gegensatz der in den bürgerlichen Rechten wie in den bürgerlichen Nutzungen bevorzugten senatorischen Häuser zu der Masse der übrigen Bürger. Unmittelbar mit der Beseitigung des Junkertums und mit der formellen Feststellung der bürgerlichen Gleichheit bildeten sich also eine neue Aristokratie und die derselben entsprechende Opposition; und es ...

...n Sinne des Wortes sich erst hat bilden können, seit die kurulischen Ämter sich den Plebejern geöffnet hatten, steht sie doch in kurzer Zeit, um nicht zu sagen von vornherein, in einer gewissen Geschlossenheit da - ohne Zweifel weil längst in den altsenatorischen Plebejerfamilien sich eine solche Adelschaft vorgebildet hatte. Das Ergebnis der Licinischen Gesetze kommt also der Sache nach nahezu hinaus auf das, was man jetzt einen Pairsschub nennen würde. Wie die durch ihre kurulischen Ahnen geadelten p...

...Art solcher Dekorationen im Laufe der Zeit alle auf einen weiteren Kreis ausgedehnt worden sind. Bestimmt nachzuweisen ist dies für den goldenen Fingerring, den im fünften Jahrhundert nur die Nobilität (Plin. nat. 33, 1, 18), im sechsten schon jeder Senator und Senatorensohn (Liv. 26, 36), im siebenten jeder von Ritterzensus, in der Kaiserzeit jeder Freigeborene trägt; ferner von dem silbernen Pferdeschmuck, der noch im Hannibalischen Kriege nur der Nobilität zukommt (Liv. 26, 37); von dem Purpurbesatz der Knabent...

... dann auch denen der Ritter, späterhin denen aller Freigeborenen endlich, aber doch schon zur Zeit des Hannibalischen Krieges, selbst den Söhnen der Freigelassenen gestattet ward (Macr. Sat. 1, 6). Die goldene Amulettkapsel (bulla) war Abzeichen der Senatorenkinder in der Zeit des Hannibalischen Krieges (Macr. Sat. a.a.O.; Liv. 26, 36), in der ciceronischen der Kinder von Ritterzensus (Cic. Verr. 1, 58, 152), wogegen die Geringeren das Lederamulett (lorum) tragen. Der Purpurstreif (clavus) an der Tuni...

...des Hannibalischen Krieges (Macr. Sat. a.a.O.; Liv. 26, 36), in der ciceronischen der Kinder von Ritterzensus (Cic. Verr. 1, 58, 152), wogegen die Geringeren das Lederamulett (lorum) tragen. Der Purpurstreif (clavus) an der Tunika ist Abzeichen der Senatoren und der Ritter, so daß wenigstens in späterer Zeit ihn jene breit, diese schmal trugen; mit der Nobilität hat der Clavus nichts zu schaffen. 2 Plin. nat. 21, 3, 6. Das Recht, öffentlich bekränzt zu erscheinen, ward durch Auszeichnung im Kriege er...
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Roemische Geschichte - 3. Buch ->
11. Kapitel
Literatur und Kunst
...an sich überzeugen, daß eben der nicht vornehmen hauptstädtischen Menge ein Latein mundgerecht war, welches zum rechten Verständnis das Griechische so notwendig voraussetzt wie Sternes Englisch und Wielands Deutsch das Französische 1. Die Männer der senatorischen Familien aber redeten nicht bloß griechisch vor einem griechischen Publikum, sondern machten auch diese Reden bekannt - so Tiberius Gracchus (Konsul 577, 591 177,163) eine von ihm auf Rhodos gehaltene - und schrieben in der hannibalischen Zeit...

...e Griechen durch Huldigungen in römischer Sprache; aber auch er erwiderte das Kompliment: der "große Feldherr der Aeneiaden" brachte den griechischen Göttern nach griechischer Sitte mit griechischen Distichen seine Weihgeschenke dar 2. Einem anderen Senator rückte Cato es vor, daß er bei griechischen Trinkgelagen griechische Rezitative mit der gehörigen Modulation vorzutragen sich nicht geschämt habe. ---------------------------------------------------------- 1 Ein bestimmter Kreis griechischer Ausdr...
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Theodor Mommsen ->
Roemische Geschichte - 3. Buch ->
14. Kapitel
Die untertaenigen Landschaften bis zu der Gracchenzeit ->
...ge und wesentlich nach Massgabe des roemischen Vorteils. In Syrien ward Antiochos Eupator mit Beseitigung des besser berechtigten Demetrios als Koenig anerkannt und mit der Fuehrung der Vormundschaft ueber den koeniglichen Knaben der roemische Senator Gnaeus Octavius vom Senat beauftragt, welcher, wie begreiflich, durchaus im roemischen Interesse regierte, die Kriegsflotte und das Elefantenheer dem Friedensvertrag von 565 (189) gemaess reduzierte und im besten Zuge war, den militaerischen R...
Geschichte ->
Theodor Mommsen ->
Roemische Geschichte - 4. Buch ->
01. Kapitel
Die Revolution und Gaius Gracchus ->
...ius Gracchus erhoben hatte, bestand in der Tat aus zwei wesentlich ungleichen Massen, die man einigermassen der Lords- und der Cityaristokratie Englands vergleichen kann. Die eine umfasste den tatsaechlich geschlossenen Kreis der regierenden senatorischen Familien, die der unmittelbaren Spekulation sich fernhielten und ihre ungeheuren Kapitalien teils in Grundbesitz anlegten, teils als stille Gesellschafter bei den grossen Assoziationen verwerteten. Den Kern der zweiten Klasse bildeten di...

...ser Gesellschaften oder auf eigene Hand die Gross- und Geldgeschaefte im ganzen Umfang der roemischen Hegemonie betrieben. Es ist schon dargestellt worden, wie die letztere Klasse namentlich im Laufe des sechsten Jahrhunderts allmaehlich der senatorischen Aristokratie an die Seite trat und, wie die gesetzliche Ausschliessung der Senatoren von dem kaufmaennischen Betrieb durch den von dem Vorlaeufer der Gracchen Gaius Flaminius veranlassten Claudischen Volksschluss, eine aeussere Scheidewand zwischen den Senatoren und den Kauf- und Geldleuten zog. In der gegenwaertigen Epoche beginnt die kaufmaennische Aristokratie unter dem Namen der "Ritterschaft" einen entscheidenden Einfluss auch in politischen Angelegenheiten zu ueben. Diese Bezeichnung, die ursp...

...i zukam, uebertrug sich allmaehlich, wenigstens im gewoehnlichen Sprachgebrauch, auf alle diejenigen, die als Besitzer eines Vermoegens von mindestens 400000 Sesterzen zum Rossdienst im allgemeinen pflichtig waren, und begriff also die gesamte senatorische und nichtsenatorische vornehme roemische Gesellschaft. Nachdem indes nicht lange vor Gaius Gracchus die Inkompatibilitaet des Sitzes in der Kurie und des Reiterdienstes gesetzlich festgestellt und die Senatoren also aus den Ritterfaehigen ausgeschieden waren, konnte der Ritterstand, im grossen und ganzen genommen, betrachtet werden als im Gegensatz zum Senat die Spekulantenaristokratie vertretend, obwohl die nicht in den Senat eingetretenen, nament...

...schieden waren, konnte der Ritterstand, im grossen und ganzen genommen, betrachtet werden als im Gegensatz zum Senat die Spekulantenaristokratie vertretend, obwohl die nicht in den Senat eingetretenen, namentlich also die juengeren Glieder der senatorischen Familien nicht aufhoerten, als Ritter zu dienen und also zu heissen, ja die eigentliche Buergerreiterei, das heisst die achtzehn Ritterzenturien, infolge ihrer Zusammensetzung durch die Zensoren, fortfuhren, vorwiegend aus der jungen senatorischen Aristokratie sich zu ergaenzen. Dieser Stand der Ritter, das heisst wesentlich der vermoegenden Kaufleute, beruehrte vielfaeltig sich unsanft mit dem regierenden Senat. Es war eine natuerliche Antipathie zwischen den vornehmen Adligen und...

...den Buergerfesten -, der Ritterschaft zuerst von Gaius Gracchus verliehen worden sind, ist nicht gewiss, aber nicht unwahrscheinlich. Denn aufgekommen sind sie auf jeden Fall um diese Zeit, und wie die Erstreckung dieser bisher im wesentlichen senatorischen Privilegien auf den von ihm emporgehobenen Ritterstand ganz in Gracchus' Art ist, so war es auch recht eigentlich sein Zweck, der Ritterschaft den Stempel eines zwischen der senatorischen Aristokratie und der gemeinen Menge in der Mitte stehenden, ebenfalls geschlossenen und privilegierten Standes aufzudruecken; und ebendies haben jene Standesabzeichen, wie gering sie an sich auch waren und wie viele Ritterfaehige auch ih...

...en staendigen und nichtstaendigen Kommissionen die Geschworenenfunktionen an den Ritterstand, indem er die Geschworenenlisten nach Analogie der Ritterzenturien aus den saemtlichen ritterfaehigen Individuen jaehrlich neu formieren liess und die Senatoren geradezu, die jungen Maenner der senatorischen Familien durch Festsetzung einer gewissen Altersgrenze von den Gerichten ausschloss 6. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Geschworenenwahl vorwiegend auf dieselben Maenner gelenkt ward, die in den grossen kaufmaennischen Assoziation...

... stellte. All die alten Antipathien der Kaufleute gegen den Adel mussten fortan in den Wahrspruechen der Geschworenen einen nur zu praktischen Ausdruck finden; vor allen Dingen in den Rechenschaftsgerichten der Provinzialstatthalter hatte der Senator nicht mehr wie bisher von seinesgleichen, sondern von Grosshaendlern und Bankiers die Entscheidung zu erwarten ueber seine buergerliche Existenz. Die Fehden zwischen den roemischen Kapitalisten und den roemischen Statthaltern verpflanzten sich...
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Roemische Geschichte - 4. Buch ->
03. Kapitel
Die Restaurationsherrschaft ->
... derselben zu entledigen. Das Gesetz des Marcus Aemilius Scaurus von 632 (122), das wenigstens die verfassungsmaessigen Beschraenkungen des Stimmrechts der Freigelassenen einschaerfte, war fuer lange Jahre der einzige, sehr zahme Versuch der senatorischen Regierung, ihren Poebeltyrannen wieder zu baendigen. Der Antrag, den der Konsul Quintus Caepio siebzehn Jahre nach Einfuehrung der Rittergerichte (648 106) einbrachte auf Zurueckgabe der Prozesse an senatorische Geschworene, zeigte, was die Regierung wuenschte, aber auch, was sie vermochte, wenn es sich nicht darum handelte, Domaenen zu verschleudern, sondern einem einflussreichen Stande gegenueber eine Massregel durchzusetzen: sie fiel damit dur...

...it der roemischen Aristokratie so vollstaendig an staatsmaennischen und militaerischen Kapazitaeten gemangelt wie in dieser Restaurationsepoche zwischen der Gracchischen und der Cinnanischen Revolution. Bezeichnend dafuer ist der Koryphaee der senatorischen Partei dieser Zeit, Marcus Aemilius Scaurus. Der Sohn hochadliger, aber unvermoegender Eltern und darum genoetigt, Gebrauch zu machen von seinen nicht gemeinen Talenten, schwang er sich auf zum Konsul (639 115) und Zensor (645 109), war ...

...n mit seinem Stimm- und Luxusgesetz einige ungefaehr ebenso ernsthafte Siege ueber den revolutionaeren Zeitgeist erfocht, sein eigentliches Talent indes darin bestand, ganz ebenso zugaenglich und bestechlich zu sein wie jeder andere ehrenwerte Senator, aber mit einiger Schlauheit den Augenblick, wo die Sache bedenklich zu werden anfing, zu wittern und vor allem durch seine vornehme und ehrwuerdige Erscheinung vor dem Publikum den Fabricius zu agieren. In militaerischer Hinsicht finden sich ...
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04. Kapitel

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