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| | Theodor MommsenRoemische Geschichte - 1. Buch |
Ort - Fluss - Land: Mars | Übersicht - a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z | | Seite 1 von 1 | | | Religion -> | ..., was sie auslaesst, uns den Einblick in eine
sonst fuer uns beinahe gaenzlich verschollene Urzeit. Zwar die Vereinigung der
altroemischen Gemeinde und der Huegelroemer war bereits erfolgt, als diese
Festtafel entstand, da wir in ihr neben dem Mars den Quirinus finden; aber noch
stand der kapitolinische Tempel nicht, als sie aufgesetzt ward, denn es fehlen
Juno und Minerva; noch war das Dianaheiligtum auf dem Aventin nicht errichtet;
noch war den Griechen kein Kultbegriff entlehnt. Der M...
...griff entlehnt. Der Mittelpunkt nicht bloss des
roemischen, sondern ueberhaupt des italischen Gottesdienstes in derjenigen
Epoche, wo der Stamm noch sich selber ueberlassen auf der Halbinsel hauste, war
allen Spuren zufolge der Gott Maurs oder Mars, der toetende Gott ^2, vorwiegend
gedacht als der speerschwingende, die Herde schirmende, den Feind niederwerfende
goettliche Vorfechter der Buergerschaft - natuerlich in der Art, dass eine jede
Gemeinde ihren eigenen Mars besass und ihn fuer den staerksten und heiligsten
unter allen achtete, demnach auch jeder zu neuer Gemeindebegruendung
auswandernde heilige Lenz unter dem Schutz seines eigenen Mars zog. Dem Mars ist
sowohl in der - sonst goetterlosen - roemischen Monatstafel wie auch
wahrscheinlich in den saemtlichen uebrigen latinischen und sabellischen der
erste Monat geheiligt; unter den roemischen Eigennamen, die sonst ebenfalls
keiner Goetter g...
...saemtlichen uebrigen latinischen und sabellischen der
erste Monat geheiligt; unter den roemischen Eigennamen, die sonst ebenfalls
keiner Goetter gedenken, erscheinen Marcus, Mamercus, Mamurius seit uralter Zeit
in vorwiegendem Gebrauch; an den Mars und seinen heiligen Specht knuepft sich
die aelteste italische Weissagung; der Wolf, das heilige Tier des Mars, ist auch
das Wahrzeichen der roemischen Buergerschaft, und was von heiligen Stammsagen
die roemische Phantasie aufzubringen vermocht hat, geht ausschliesslich zurueck
auf den Gott Mars und seinen Doppelgaenger, den Quirinus. In dem
.Festverzeichnis nimmt allerdings der Vater Diovis, eine reinere und mehr
buergerliche als kriegerische Widerspiegelung des Wesens der roemischen
Gemeinde, einen groesseren Raum ein als der Mars, ebenso wie der Priester des
Jupiter an Rang den beiden Priestern des Kriegsgottes vorgeht; aber eine sehr
hervorragende Rolle spielt doch auch der letztere in demselben, und es ist sogar
ganz glaublich, dass, als diese Festordnung festgestell...
...ster des
Jupiter an Rang den beiden Priestern des Kriegsgottes vorgeht; aber eine sehr
hervorragende Rolle spielt doch auch der letztere in demselben, und es ist sogar
ganz glaublich, dass, als diese Festordnung festgestellt wurde, Jovis neben Mars
stand wie Ahuramazda neben Mithra und dass der wahrhafte Mittelpunkt der
Gottesverehrung in der streitbaren roemischen Gemeinde auch damals noch der
kriegerische Todesgott und dessen Maerzfest war, wogegen gleichzeitig nicht der
durch die Gr...
...uehrte "Sorgenbrecher", sondern der Vater Jovis
selbst als der Gott galt des herzerfreuenden Weines.
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^2 Aus Maurs, was die aelteste ueberlieferte Form ist, entwickeln sich
durch verschiedene Behandlung des u Mars, Mavors, mors; der Uebergang in o
(aehnlich wie Paula, Pola und dergleichen mehr) erscheint auch in der Doppelform
Mar-Mor (vgl. Ma-murius) neben Mar-Mar und Ma-Mers.
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| | Religion -> | ...sche Verwandlung des Koenigs Romulus in den Gott Quirinus.
Numa, der aelteste und ehrwuerdigste Name in der roemischen Sage, ist in Rom nie
als Gott verehrt worden wie Theseus in Athen.
Die aeltesten Gemeindepriestertuemer beziehen sich auf den Mars: vor allem
auf Lebenszeit ernannte Priester des Gemeindegottes, der "Zuender des Mars"
(flamen Martialis), wie er vom Darbringen der Brandopfer benannt ward, und die
zwoelf "Springer" (salii), eine Schar junger Leute, die im Maerz den Waffentanz
zu Ehren des Mars auffuehrten und dazu sangen. Dass die Verschmelzung der
Huegelgemeinde mit der palatinischen die Verdoppelung des roemischen Mars und
damit die Einfuehrung eines zweiten Marspriesters - des flamen Quirinalis - und
einer zweiten Taenzergilde - der salii collini - herbeifuehrte, ist bereits
frueher auseinandergesetzt worden.
Hierzu kamen andere oeffentliche, zum Teil wohl ihrem Ursprung nach weit
ueber Roms Entstehu...
...adt sich bezieht: in ihr tritt der hoechste beste Jovis vom
Burghuegel, das ist der Genius des roemischen Volkes, an die Spitze der gesamten
roemischen Goetterschaft, und sein fortan bestellter Zuender, der Flamen Dialis,
bildet mit den beiden Marspriestern die heilige oberpriesterliche Dreiheit.
Gleichzeitig beginnt der Kultus des neuen einigen Stadtherdes - der Vesta - und
der dazu gehoerige der Gemeindepenaten. Sechs keusche Jungfrauen versahen,
gleichsam als die Haustoechter des roem... | | |
| | Religion | ...n Festtage (feriae publicae) der roemischen Gemeinde,
das in dem Kalender derselben erhalten und ohne Frage die aelteste aller aus dem
roemischen Altertum auf uns gekommenen Urkunden ist. Den Vorrang in demselben
nehmen die Goetter Jupiter und Mars nebst dem Doppelgaenger des letzteren, dem
Quirinus, ein. Dem Jupiter sind alle Vollmondstage (idus) heilig, ausserdem die
saemtlichen Weinfeste und verschiedene andere, spaeter noch zu erwaehnende Tage;
seinem Widerspiel, dem "boesen Jovis" (...
..., ein. Dem Jupiter sind alle Vollmondstage (idus) heilig, ausserdem die
saemtlichen Weinfeste und verschiedene andere, spaeter noch zu erwaehnende Tage;
seinem Widerspiel, dem "boesen Jovis" (Vediovis), ist der 21. Mai (agonalia)
gewidmet. Dem Mars dagegen gehoert das Neujahr des 1. Maerz und ueberhaupt das
grosse Kriegerfest in diesem, von dem Gotte selbst benannten Monat, das,
eingeleitet durch das Pferderennen (equirria) am 27. Februar, im Maerz selbst an
den Tagen des Schildschmieden...
...r Dingstaette (quinquatrus, 19. Maerz) und der Drommetenweihe
(tubilustrium, 23. Maerz) seine Hochtage hatte. Wie, wenn ein Krieg zu fuehren
war, derselbe mit diesem Feste begann, so folgte nach Beendigung des Feldzuges
im Herbst wiederum eine Marsfeier, das Fest der Waffenweihe (armilustrium, 19.
Oktober). Dem zweiten Mars endlich, dem Quirinus, war der 17. Februar
(Quirinalia) eigen. Unter den uebrigen Festtagen nehmen die auf den Acker- und
Weinbau bezueglichen die erste Stelle ein, woneben die Hirtenfeste eine
untergeordnete Rolle spielen. Hierher gehoert vor... | | |
| | Religion -> | | ..., damit nicht ein Feind ihn erfahre und, den Gott
bei seinem Namen rufend, ihn ueber die Grenzen hinueberlocke. Ein Ueberrest
dieser maechtig sinnlichen Auffassung haftet namentlich der aeltesten und
nationalsten italischen Goettergestalt, dem Mars, an. Aber wenn die Abstraktion,
die jeder Religion zu Grunde liegt, anderswo zu weiten und immer weiteren
Konzeptionen sich zu erheben, tief und immer tiefer in das Wesen der Dinge
einzudringen versucht, so verhalten sich die roemischen Glaube... | | |
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