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Ort - Fluss - Land: Latium | Übersicht - a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z | | Seite 1 von 9 1 2 3 4 5 6 7 8 9 | | | Ackerbau, Gewerbe und Verkehr -> | ...n Bernstein von der Ostsee und, wenn etwa im Ausland
Missernte eingetreten war, sein Getreide.
Aus diesem Stande des Warenbedarfs und der dagegen anzubietenden
Aequivalente ist schon frueher erklaert worden, warum sich der italische Handel
in Latium und in Etrurien so verschiedenartig gestaltete. Die Latiner, denen
alle hauptsaechlichen Ausfuhrartikel mangelten, konnten nur einen Passivhandel
fuehren und mussten schon in aeltester Zeit das Kupfer, dessen sie notwendig
bedurften, von den E...
...on erwaehnt ward;
dagegen musste die tuskische Handelsbilanz in Caere wie in Populonia, in Capua
wie in Spina sich notwendig guenstig stellen. Daher der schnell entwickelte
Wohlstand dieser Gegenden und ihre maechtige Handelsstellung, waehrend Latium
vorwiegend eine ackerbauende Landschaft bleibt. Es wiederholt sich dies in allen
einzelnen Beziehungen: die aeltesten nach griechischer Art, nur mit
ungriechischer Verschwendung gebauten und ausgestatteten Graeber finden sich in
Caere, waehr...
...sgrab aus aelterer
Zeit aufweist, vielmehr hier wie bei den Sabellern in der Regel ein einfacher
Rasen die Leiche deckte. Die aeltesten Muenzen, den grossgriechischen der Zeit
nach wenig nachstehend, gehoeren Etrurien, namentlich Populonia an; Latium hat
in der ganzen Koenigszeit mit Kupfer nach dem Gewicht sich beholfen und selbst
die fremden Muenzen nicht eingefuehrt, denn nur aeusserst selten haben
dergleichen, wie zum Beispiel eine von Poseidonia, dort sich gefunden. In
Architektur, ...
...n und selbst
die fremden Muenzen nicht eingefuehrt, denn nur aeusserst selten haben
dergleichen, wie zum Beispiel eine von Poseidonia, dort sich gefunden. In
Architektur, Plastik und Toreutik wirkten dieselben Anregungen auf Etrurien und
auf Latium, aber nur dort kommt ihnen ueberall das Kapital entgegen und erzeugt
ausgedehnten Betrieb und gesteigerte Technik. Es waren wohl im ganzen dieselben
Waren, die man in Latium und Etrurien kaufte, verkaufte und fabrizierte; aber in
der Intensitaet des Verkehrs stand die suedliche Landschaft weit zurueck hinter
den noerdlichen Nachbarn. Eben damit haengt es zusammen, dass die nach
griechischem Muster in Etrurien ange...
...te und fabrizierte; aber in
der Intensitaet des Verkehrs stand die suedliche Landschaft weit zurueck hinter
den noerdlichen Nachbarn. Eben damit haengt es zusammen, dass die nach
griechischem Muster in Etrurien angefertigten Luxuswaren auch in Latium,
namentlich in Praeneste, ja in Griechenland selbst Absatz fanden, waehrend
Latium schwerlich jemals dergleichen ausgefuehrt hat.
Ein nicht minder bemerkenswerter Unterschied des Verkehrs der Latiner und
Etrusker liegt in dem verschiedenen Handelszug. Ueber den aeltesten Handel der
Etrusker im Adriatischen Meere koennen wir k...
...Form dieses Namens, der roemische Aiax einer wohl auch
sikelischen Nebenform; der roemische Aperta oder Apello, der samnitische
Appellun sind entstanden aus dem dorischen Apellon, der tuskische Apulu a us
Apollon. So deuten Sprache und Schrift Latiums ausschliesslich auf den Zug des
latinischen Handels zu den Kymaeern und Sikelioten; und eben dahin fuehrt jede
andere Spur, die aus so ferner Zeit uns geblieben ist: die in Latium gefundene
Muenze von Poseidonia; der Getreidekauf bei Missernten in Rom bei den Volskern,
Kymaeern und Sikelioten, daneben freilich auch wie begreiflich bei den
Etruskern; vor allen Dingen aber das Verhaeltnis des latinischen Geldwesens zu
d...
...truskern; vor allen Dingen aber das Verhaeltnis des latinischen Geldwesens zu
dem sizilischen. Wie die lokale dorisch-chalkidische Bezeichnung der
Silbermuenze nomos, das sizilische Mass /e/mina als nummus und hemina in
gleicher Bedeutung nach Latium uebergingen, so waren umgekehrt die italischen
Gewichtsbezeichnungen libra, triens, quadrans, sextans, uncia, die zur Abmessung
des nach dem Gewichte an Geldes Statt dienenden Kupfers in Latium aufgekommen
sind, in den korrupten und hybriden Formen litra, trias, tetras, ezas, oygkia
schon im dritten Jahrhundert der Stadt in Sizilien in den gemeinen
Sprachgebrauch eingedrungen. Ja es ist sogar das sizilische Gewicht- und
Geldsystem ...
...,
und mit den Phokaeern in Elea und Massalia begegnen einzelne, wenn auch minder
bestimmte Spuren. Dass er indes bei weitem weniger intensiv war als der mit den
Sikelioten, beweist schon die bekannte Tatsache, dass alle in aelterer Zeit nach
Latium gelangten griechischen Woerter - es genuegt an Aesculapius, Latona,
Aperta, machina zu erinnern - dorische Formen zeigen. Wenn der Verkehr mit den
urspruenglich ionischen Staedten, wie Kyme und die phokaeischen Ansiedlungen
waren, dem mit den ...
...chen zu belegen, hat mit den asiatischen Phoenikern schwerlich
ein unmittelbarer Verkehr stattgefunden und kann der Verkehr mit den
afrikanischen, den Schriftstellen und Fundstuecke hinreichend belegen, in seiner
Einwirkung auf den Kulturstand Latiums doch nur in zweiter Reihe gestanden
haben; namentlich ist dafuer beweisend, dass - von einigen Lokalnamen abgesehen
- es fuer den alten Verkehr der Latiner mit den Voelkerschaften aramaeischer
Zunge an jedem sprachlichen Zeugnis gebricht ^11.... | | |
| | Die Kunst -> | ... noch lange in Uebung gebliebene Schaukeln - mit den griechischen
Rennen verbunden und bis zu einem gewissen Grade durch dieselben verdraengt
worden sein. Es ist ferner von dem ernstlichen Gebrauch der Streitwagen wohl in
Hellas, aber nicht in Latium eine Spur vorhanden. Endlich ist das griechische
Stadion (dorisch spadion) als spatium mit der gleichen Bedeutung in sehr frueher
Zeit in die lateinische Sprache uebergegangen und liegt sogar ein
ausdrueckliches Zeugnis dafuer vor, dass die Ro...
...gen freilich eine andere Angabe sie aus
Etrurien herleitet. Demnach scheinen die Roemer ausser den musikalischen und
poetischen Anregungen auch den fruchtbaren Gedanken des gymnastischen
Wettstreits den Hellenen zu verdanken.
Es waren also in Latium nicht bloss dieselben Grundlagen vorhanden, aus
denen die hellenische Bildung und Kunst erwuchs, sondern es hat auch diese
selbst in fruehester Zeit maechtig auf Latium gewirkt. Die Elemente der
Gymnastik besassen die Latiner nicht bloss insofern, als der roemische Knabe wie
jeder Bauernsohn Pferde und Wagen regieren und den Jagdspiess fuehren lernte und
als in Rom jeder Gemeindebuerger zugleich Soldat war; s...
...on freigelassenen und fremden, ja selbst von
unfreien Leuten. Folgeweise verwandelte sich der Umstand der Mitstreiter in ein
Zuschauerpublikum, und von dem Kranz des Wettsiegers, den man mit Recht das
Wahrzeichen von Hellas genannt hat, ist in Latium spaeterhin kaum die Rede.
Aehnlich erging es der Poesie und ihren Schwestern. Nur die Griechen und
die Deutschen besitzen den freiwillig hervorsprudelnden Liederquell; aus der
goldenen Schale der Musen sind auf Italiens gruenen Boden eben nur w...
...em Italiker ohne
Ausnahme Sterbliche geblieben und wurden nicht wie in Griechenland in
sehnsuechtiger Erinnerung und liebevoll gepflegter Ueberlieferung in der
Vorstellung der Menge zu goettergleichen Heroen erhoben. Vor allem aber kam es
in Latium nicht zur Entwicklung einer Nationalpoesie. Es ist die tiefste und
herrlichste Wirkung der musischen Kuenste und vor allem der Poesie, dass sie die
Schranken der buergerlichen Gemeinden sprengen und aus den Staemmen ein Volk,
aus den Voelkern ...
...ch
unsere Weltliteratur die Gegensaetze der zivilisierten Nationen aufgehoben sind,
so hat die griechische Dichtkunst das duerftige und egoistische Stammgefuehl zum
hellenischen Volksbewusstsein und dieses zum Humanismus umgewandelt. Aber in
Latium trat nichts Aehnliches ein; es mochte Dichter in Alba und in Rom geben,
aber es entstand kein latinisches Epos, nicht einmal, was eher noch denkbar
waere, ein latinischer Bauernkatechismus von der Art wie die Hesiodischen 'Werke
und Tage'. Es ...
... das latinische Bundesfest ein musisches Nationalfest
werden wie die Olympien und Isthmien der Griechen. Es konnte wohl an Albas Fall
ein Sagenkreis anknuepfen, wie er um Ilions Eroberung sich spann, und jede
Gemeinde und jedes edle Geschlecht Latiums seine eigenen Anfaenge darin
wiederfinden oder hineinlegen. Aber weder das eine noch das andere geschah und
Italien blieb ohne nationale Poesie und Kunst.
Was hieraus mit Notwendigkeit folgt, dass die Entwicklung der musischen
Kuenste in Latium mehr ein Eintrocknen als ein Aufbluehen war, das bestaetigt,
auch fuer uns noch unverkennbar, die Ueberlieferung. Die Anfaenge der Poesie
eignen wohl ueberall mehr den Frauen als den Maennern; Zaubergesang und
Totenlied gehoeren vorzugsweise j...
... die Ueberlieferung. Die Anfaenge der Poesie
eignen wohl ueberall mehr den Frauen als den Maennern; Zaubergesang und
Totenlied gehoeren vorzugsweise jenen und nicht ohne Grund sind die
Liedesgeister, die Casmenen oder Camenen und die Carmentis Latiums, wie die
Musen von Hellas weiblich gefasst worden. Aber in Hellas kam die Zeit, wo der
Dichter die Sangfrau abloeste und Apollon an die Spitze der Musen trat; Latium
hat keinen nationalen Gott des Gesanges und die aeltere lateinische Sprache
keine Bezeichnung fuer den Dichter ^7. Die Liedesmacht ist hier
unverhaeltnismaessig schwaecher aufgetreten und rasch verkuemmert. Die Uebung
musischer Kuenste hat s...
...ie religioesen Litaneien wurden vorzugsweise von Kindern
ausgefuehrt. Die Spielleute bildeten ein zuenftiges, die Taenzer und die
Klagefrauen (praeficae) unzuenftige Gewerbe. Wenn Tanz, Spiel und Gesang in
Hellas stets blieben, was sie auch in Latium urspruenglich gewesen waren,
ehrenvolle und dem Buerger wie seiner Gemeinde zur Zier gereichende
Beschaeftigungen, so zog sich in Latium der bessere Teil der Buergerschaft mehr
und mehr von diesen eitlen Kuensten zurueck, und um so entschiedener, je mehr
die Kunst sich oeffentlich darstellte und je mehr sie von den belebenden
Anregungen des Auslandes durchdrungen war. Die einhe...
...ss
gleichgueltig, sondern schaendlich. Waehrend die musischen Kuenste in
Griechenland immer mehr Gemeingut eines jeden einzelnen und aller Hellenen
zusammen werden und damit aus ihnen eine allgemeine Bildung sich entwickelt,
schwinden sie in Latium allgemach aus dem allgemeinen Volksbewusstsein, und
indem sie zu in jeder Beziehung geringen Handwerken herabsinken, kommt hier
nicht einmal die Idee einer der Jugend mitzuteilenden, allgemein nationalen
Bildung auf. Die Jugenderziehung blieb ... | | |
| | Roms Hegemonie in Latium -> |
Die Form der roemischen Hegemonie ueber Latium war im ganzen die eines
gleichen Buendnisses zwischen der roemischen Gemeinde einer- und der latinischen
Eidgenossenschaft anderseits, wodurch ein ewiger Landfriede in der ganzen Mark
und ein ewiges Buendnis fuer den Angriff wie fuer die Verte...
... Allein die einfache und rein
volkstuemliche Entwicklung des latinischen Rechtes und das Bestreben, die
Rechtsgleichheit moeglichst festzuhalten, fuehrten denn doch dahin, dass das
Privatrecht in Inhalt und Form wesentlich dasselbe war in ganz Latium. Am
schaerfsten tritt diese Rechtsgleichheit hervor in den Bestimmungen ueber den
Verlust und den Wiedergewinn der Freiheit des einzelnen Buergers. Nach einem
alten ehrwuerdigen Rechtssatz des latinischen Stammes konnte kein Buerger in dem
S...
...s
eidgenoessisches Niederlassungsrecht; und seitdem der Plebejer in Rom als
Buerger anerkannt war, wandelte sich dieses Recht Rom gegenueber um in volle
Freizuegigkeit. Dass dies wesentlich zum Vorteil der Hauptstadt ausschlug, die
allein in Latium staedtischen Verkehr, staedtischen Erwerb, staedtische Genuesse
darzubieten hatte, und dass die Zahl der Insassen in Rom sich reissend schnell
vermehrte, seit die latinische Landschaft im ewigen Frieden mit Rom lebte, ist
begreiflich.
In Verf...
...end Rom die latinischen
Abgeordneten selbstaendig, unter Leitung, wie es scheint, eines aus ihrer Mitte
gewaehlten Vorsitzenden, ihre Beratungen abhalten liess und sich begnuegte mit
der Ehrenvorstandschaft bei dem Bundesopferfest fuer Rom und Latium und mit der
Errichtung eines zweiten Bundesheiligtums in Rom, des Dianatempels auf dem
Aventin, so dass von nun an teils auf roemischem Boden fuer Rom und Latium,
teils auf latinischem fuer Latium und Rom geopfert ward. Nicht minder im
Interesse des Bundes war es, dass die Roemer in dem Vertrag mit Latium sich
verpflichteten, mit keiner latinischen Gemeinde ein Sonderbuendnis einzugehen -
eine Bestimmung, aus der die ohne Zweifel wohlbegruendete Besorgnis der
Eidgenossenschaft gegenueber der maechtigen leitenden Gemeinde sehr klar
heraussieht...
...gehen -
eine Bestimmung, aus der die ohne Zweifel wohlbegruendete Besorgnis der
Eidgenossenschaft gegenueber der maechtigen leitenden Gemeinde sehr klar
heraussieht. Am deutlichsten zeigt sich die Stellung Roms nicht innerhalb,
sondern neben Latium in dem Kriegswesen. Die Bundesstreitmacht ward, wie die
spaetere Weise des Aufgebots unwidersprechlich zeigt, gebildet aus zwei gleich
starken Massen, einer roemischen und einer latinischen. Das Oberkommando stand
ein fuer allemal bei den roem...
...Ermessen
der Roemer unter die Bundesglieder verteilt. Dass dem Ausland gegenueber die
roemisch-latinische Foederation nur durch Rom vertreten worden ist, laesst sich
nicht mit Sicherheit behaupten. Der Bundesvertrag untersagte weder Rom noch
Latium, auf eigene Hand einen Angriffskrieg zu beginnen; und wenn, sei es nach
Bundesschluss, sei es infolge eines feindlichen Ueberfalls, ein Bundeskrieg
gefuehrt ward, so mag bei der Fuehrung wie bei der Beendigung desselben auch der
latinische Bun...
...aben. Der bestaendige Kriegsschauplatz
aber war die Suedgrenze, das Gebiet der Rutuler und mehr noch das der Volsker.
Nach dieser Richtung hat die latinische Landschaft sich am fruehesten erweitert,
und hier begegnen wir zuerst den von Rom und Latium in dem feindlichen Lande
begruendeten und als autonome Glieder der latinischen Eidgenossenschaft
konstituierten Gemeinden, den sogenannten latinischen Kolonien, von denen die
aeltesten noch in die Koenigszeit hineinzureichen scheinen. Wie weit... | | |
| | Die Unterwerfung der Latiner und Kampaner unter Rom -> | ...e sich beruehrten, dem erscheint die Eroberungsbahn der
letzteren bei weitem ausgedehnter und glaenzender als die der Roemer. Aber der
Charakter der Eroberungen war ein wesentlich verschiedener. Von dem festen
staedtischen Mittelpunkt aus, den Latium im Rom besass, dehnt die Herrschaft
dieses Stammes langsam nach allen Seiten sich aus, zwar in verhaeltnismaessig
engen Grenzen, aber festen Fuss fassend, wo sie hintritt, teils durch Gruendung
von befestigten Staedten roemischer Art mit abhae...
...den Hellenen selbst, vor den rauheren Staemmen der Berge zu zittern, die
ihrerseits nicht aufhoerten, in Kampanien einzudringen und die entarteten
aelteren Ansiedler zu beunruhigen. Rom war ein geschlossener Staat, der ueber
die Kraft von ganz Latium verfuegte; die Untertanen mochten murren, aber sie
gehorchten. Der samnitische Stamm war zerfahren und zersplittert, und die
Eidgenossenschaft im eigentlichen Samnium hatte sich zwar die Sitten und die
Tapferkeit der Vaeter ungeschmaelert bewa...
...n, die eben um diese Zeit die
Tarentiner machten, sich der sabellischen Nachbarn zu entledigen; aber auch die
Roemer hatten guten Grund, sich mit den Samniten so schnell wie moeglich
abzufinden, denn der bevorstehende Uebergang der suedlich an Latium angrenzenden
Landschaft in roemischen Besitz verwandelte die laengst unter den Latinern
bestehende Gaerung in offene Empoerung. Alle urspruenglich latinischen Staedte,
selbst die in den roemischen Buergerverband aufgenommenen Tusculaner ergrif...
...offene Empoerung. Alle urspruenglich latinischen Staedte,
selbst die in den roemischen Buergerverband aufgenommenen Tusculaner ergriffen
die Waffen gegen Rom, mit einziger Ausnahme der Laurenter, waehrend dagegen von
den ausserhalb der Grenzen Latiums gegruendeten Kolonien nur die alten
Volskerstaedte Velitrae, Antium und Tarracina sich an der Auflehnung
beteiligten. Dass die Capuaner, ungeachtet der eben erst freiwillig den Roemern
angetragenen Unterwerfung, dennoch die erste Gelegenheit,...
...in Gemeinschaft mit
den Sidicinern, die vergeblich den Roemern die Unterwerfung angetragen hatten
und vor den Samniten sich nicht zu retten wussten, und mit den Kampanern, die
der roemischen Herrschaft bereits muede waren. Nur die Laurenter in Latium und
die kampanischen Ritter hielten zu den Roemern, welche ihrerseits Unterstuetzung
fanden bei den Paelignern und den Samniten. Das latinische Heer ueberfiel
Samnium; das roemisch-samnitische schlug, nachdem es an den Fuciner See und von
da...
...
die kampanischen Ritter hielten zu den Roemern, welche ihrerseits Unterstuetzung
fanden bei den Paelignern und den Samniten. Das latinische Heer ueberfiel
Samnium; das roemisch-samnitische schlug, nachdem es an den Fuciner See und von
da an Latium vorueber in Kampanien einmarschiert war, die Entscheidungsschlacht
gegen die vereinigten Latiner und Kampaner am Vesuv, welche der Konsul Titus
Manlius Imperiosus, nachdem er selbst durch die Hinrichtung seines eigenen,
gegen den Lagerbefehl s...
...ecius Mus die Goetter versoehnt
hatte durch seinen Opfertod, endlich mit Aufbietung der letzten Reserve gewann.
Aber erst eine zweite Schlacht, die der Konsul Manlius den Latinern und
Kampanern bei Trifanum lieferte, machte dem Krieg ein Ende; Latium und Capua
unterwarfen sich und wurden um einen Teil ihres Gebietes gestraft.
Einsichtigen und ehrlichen Lesern wird es nicht entgehen, dass dieser
Bericht von Unmoeglichkeiten aller Art wimmelt. Dahin gehoert das Kriegfuehren
der Antiaten nac...
...ler Art wimmelt. Dahin gehoert das Kriegfuehren
der Antiaten nach der Dedition von 377 (377) (Liv. 6, 33); der selbstaendige
Feldzug der Latiner gegen die Paeligner im schneidenden Widerspruch zu den
Bestimmungen der Vertraege zwischen Rom und Latium; der unerhoerte Marsch des
roemischen Heeres durch das marsische und samnitische Gebiet nach Capua,
waehrend ganz Latium gegen Rom in Waffen stand; um nicht zu reden von dem ebenso
verwirrten wie sentimentalen Bericht ueber den Militaeraufstand von 412 (342)
und den Geschichtchen von dem gezwungenen Anfuehrer desselben, dem lahmen Titus
Quinctius, dem roemischen... | | |
| | Die Ansiedlungen der Latiner -> | ...ch die spaetere Rechts- und eine gewisse Ehegemeinschaft der latinischen
Gemeinden darf wohl schon als integrierender Teil des aeltesten Bundesrechts
gedacht werden, so dass also der Latiner mit der Latinerin rechte Kinder
erzielen und in ganz Latium Grundbesitz erwerben und Handel und Wandel treiben
konnte. Der Bund mag ferner fuer die Streitigkeiten der Gaue untereinander ein
Schieds- und Bundesgericht angeordnet haben; dagegen laesst sich eine
eigentliche Beschraenkung des souveraenen R...
... ihr umgekehrt verwehrt war, auf eigene Hand einen Krieg
selbst gegen ein Bundesmitglied zu beginnen. Dagegen finden sich Spuren, dass
waehrend der latinischen Feier, aehnlich wie waehrend der hellenischen
Bundesfeste, ein Gottesfriede in ganz Latium galt ^4 und wahrscheinlich in
dieser Zeit auch die verfehdeten Staemme einander sicheres Geleit zugestanden.
Noch weniger ist es moeglich, den Umfang der Vorrechte des fuehrenden Gaues zu
bestimmen; nur soviel laesst sich sagen, dass keine Urs...
...leit zugestanden.
Noch weniger ist es moeglich, den Umfang der Vorrechte des fuehrenden Gaues zu
bestimmen; nur soviel laesst sich sagen, dass keine Ursache vorhanden ist, in
der albanischen Vorstandschaft eine wahre politische Hegemonie ueber Latium zu
erkennen und dass moeglicher-, ja wahrscheinlicherweise dieselbe nicht mehr in
Latium zu bedeuten hatte als die elische Ehrenvorstandschaft in Griechenland ^5.
Ueberhaupt war der Umfang wie der Rechtsinhalt dieses latinischen Bundes
vermutlich lose und wandelbar; doch war und blieb er nicht ein zufaelliges
Aggregat verschiedene...
...
1, 16; ekecheriai Dion. Hal. 4, 49) genannt, und es war nicht erlaubt, waehrend
desselben einen Krieg zu beginnen (Macr. a.a.O.).
^5 Die oft in alter und neuer Zeit aufgestellte Behauptung, dass Alba
einstmals in den Formen der Symmachie ueber Latium geherrscht habe, findet bei
genauerer Untersuchung nirgends ausreichende Unterstuetzung. Alle Geschichte
geht nicht von der Einigung, sondern von der Zersplitterung der Nation aus, und
es ist sehr wenig wahrscheinlich, dass das Problem, das Ro...
...de Unterstuetzung. Alle Geschichte
geht nicht von der Einigung, sondern von der Zersplitterung der Nation aus, und
es ist sehr wenig wahrscheinlich, dass das Problem, das Rom nach manchem
durchkaempften Jahrhundert endlich loeste, die Einigung Latiums, schon vorher
einmal durch Alba geloest worden sei. Auch ist es bemerkenswert, dass Rom
niemals als Erbin Albas eigentliche Herrschaftsansprueche gegen die latinischen
Gemeinden geltend gemacht, sondern mit einer Ehrenvorstandschaft sich begn...
... zum latinischen Athen zu stempeln.
Diese allgemeinen Umrisse muessen genuegen; ein jeder Versuch, die Linien
schaerfer zu ziehen, wuerde das Bild nur verfaelschen. Das mannigfache Spiel,
wie die aeltesten politischen Atome, die Gaue, sich in Latium gesucht und
geflohen haben moegen, ist ohne berichtfaehige Zeugen voruebergegangen, und es
muss genuegen, das Eine und Bleibende darin festzuhalten, dass sie in einem
gemeinschaftlichen Mittelpunkt zwar nicht ihre Einheitlichkeit aufgaben, abe... | | |
| | Kunst und Wissenschaft -> | ...rst die juengeren Schwestern der Architektur, doch wenigstens in
Etrurien schon waehrend der roemischen Koenigszeit sich zu entwickeln begannen,
wurde bereits bemerkt; ihre hauptsaechliche Entfaltung aber gehoert in Etrurien,
und um so mehr in Latium, dieser Epoche an, wie dies schon daraus mit Evidenz
hervorgeht, dass in denjenigen Landschaften, welche die Kelten und Samniten den
Etruskern im Laufe des vierten Jahrhunderts entrissen, von etruskischer
Kunstuebung fast keine Spur begegnet. ...
...atten und
statuarischen Arbeiten aus gebranntem Ton, womit Waende, Giebel und Daecher der
etruskischen Tempel nach Ausweis der noch vorhandenen Ruinen einst verziert
waren, und der nachweisliche Vertrieb derartiger Arbeiten aus Etrurien nach
Latium. Der Kupferguss stand nicht dahinter zurueck. Etruskische Kuenstler
wagten sich an die Verfertigung von kolossalen, bis zu fuenfzig Fuss hohen
Bronzebildsaeulen, und in Volsinii, dem etruskischen Delphi, sollen um das Jahr
489 (265) zweitausen...
...die kampanischen und brettischen Muenzen mit den
gleichzeitigen griechischen so vollstaendig auf einer Linie der Kunstbehandlung,
dass nur die Aufschrift sie von ihnen unterscheidet. Weniger bekannt, aber nicht
weniger sicher ist es, dass auch Latium wohl an Kunstreichtum und Kunstmasse,
aber nicht an Kunstsinn und Kunstuebung hinter Etrurien zurueckstand. Offenbar
hat die um den Anfang des 5. Jahrhunderts erfolgte Festsetzung der Roemer in
Kampanien, die Verwandlung der Stadt Cales in ein...
...im Ziselieren die zu den Fuessen
des Kolosses stehende Statue des Siegers hatte gegossen werden koennen; man sah
dieses Jupiterbild bis vom Albanischen Berge. Unter den gegossenen Kupfermuenzen
gehoeren bei weitem die schoensten dem suedlichen Latium an; die roemischen und
umbrischen sind leidlich, die etruskischen fast bildlos und oft wahrhaft
barbarisch. Die Wandmalereien, die Gaius Fabius in dem 452 302 dedizierten
Tempel der Wohlfahrt auf dem Kapitol ausfuehrte, erwarben in Zeichnung u...
...s werden von den Kunstenthusiasten der Kaiserzeit wohl auch die
caeritischen, aber mit noch groesserem Nachdruck die roemischen, lanuvinischen
und ardeatischen Fresken als Meisterwerke der Malerei gepriesen. Die Zeichnung
auf Metall, welche in Latium nicht wie in Etrurien die Handspiegel, sondern die
Toilettenkaestchen mit ihren zierlichen Umrissen schmueckte, ward in Latium in
weit geringerem Umfang und fast nur in Praeneste geuebt; es finden sich
vorzuegliche Kunstwerke unter den etruskischen Metallspiegeln wie unter den
praenestinischen Kaestchen, aber es war ein Werk der letzteren Gattung, und zwar
ein hoech... | | |
| | Die Unterwerfung der Latiner und Kampaner unter Rom | Das grosse Werk der Koenigszeit war Roms Herrschaft ueber Latium in der
Form der Hegemonie. Dass die Umwandlung der roemischen Verfassung sowohl auf das
Verhaeltnis der roemischen Gemeinde zu Latium wie auf die innere Ordnung der
latinischen Gemeinden selbst nicht ohne maechtige Rueckwirkung bleiben konnte,
leuchtet an sich ein und geht auch aus der Ueberlieferung hervor; von den
Schwankungen, in welche durch die Revolution in Rom die roe...
...
schillernde Sage von dem Siege am Regiller See, den der Diktator oder Konsul
Aulus Postumius (255? 258? 499 496) mit Hilfe der Dioskuren ueber die Latiner
gewonnen haben soll, und bestimmter die Erneuerung des ewigen Bundes zwischen
Rom und Latium durch Spurius Cassius in seinem zweiten Konsulat (261 493). Indes
geben diese Erzaehlungen eben ueber die Hauptsache, das Rechtsverhaeltnis der
neuen roemischen Republik zu der latinischen Eidgenossenschaft, am wenigsten
Aufschluss; und was wi...
...efert
und kann nur nach ungefaehrer Wahrscheinlichkeit hier eingereiht werden.
Es liegt im Wesen der Hegemonie, dass sie durch das blosse innere
Schwergewicht der Verhaeltnisse allmaehlich in die Herrschaft uebergeht; auch
die roemische ueber Latium hat davon keine Ausnahme gemacht. Sie war begruendet
auf die wesentliche Rechtsgleichheit des roemischen Staates und der latinischen
Eidgenossenschaft; aber wenigstens im Kriegswesen und in der Behandlung der
gemachten Eroberungen trug dies Ve...
...ich das Recht zu Krieg und
Vertrag mit auswaertigen Staaten, also die volle staatliche Selbstbestimmung
sowohl Rom wie den einzelnen Staedten des latinischen Bundes gewahrt, und es
stellte auch wohl bei gemeinschaftlicher Kriegfuehrung Rom wie Latium das
gleiche Kontingent, in der Regel jedes ein "Heer" von 8400 Mann ^1; aber den
Oberbefehl fuehrte der roemische Feldherr, welcher dann die Stabsoffiziere, also
die Teilfuehrer (tribuni militum), nach eigener Wahl ernannte. Im Falle des
Sie... | | |
| | Cinna und Sulla -> | ...stehende Selbstaendigkeit dieser
Landschaften nicht so gefallen lassen werde wie die schlaffe Cinnanische
Regierung; und darum erwachte in dem Kampf gegen Sulla noch einmal die uralte
Rivalitaet der Sabeller gegen die Latiner. Fuer Samnium und Latium war dieser
Krieg so gut ein Nationalkampf wie die Kriege des fuenften Jahrhunderts; man
stritt nicht um ein Mehr oder Minder von politischen Rechten, sondern um den
lange verhaltenen Hass durch Vernichtung des Gegners zu saettigen. Es war daru...
...ebernahm es,
gestuetzt auf die picenische Insurrektion, nach Oberitalien vorzudringen,
waehrend Sulla von Kampanien aus geradeswegs gegen die Hauptstadt marschierte.
Jenem warf Carbo sich entgegen; der feindlichen Hauptarmee wollte Marius in
Latium begegnen. Auf der Launischen Strasse heranrueckend, traf Sulla unweit
Signia auf den Feind, der vor ihm zurueckwich bis nach dem sogenannten "Hafen
des Sacer" zwischen Signia und dem Hauptwaffenplatz der Marianen dem festen
Praeneste. Hier ste...
... zogen im Kampanien, wo Capua noch immer sich hielt,
eine Abteilung der Besatzung unter Gutta an sich und rueckten also, angeblich
70000 Mann stark, auf Praeneste zu. Sulla selbst kehrte darauf, mit
Zuruecklassung eines Korps gegen Carbo, nach Latium zurueck und nahm in den
Engpaessen vorwaerts Praeneste 6 eine wohlgewaehlte Stellung, in der er dem
Entsatzheer den Weg sperrte. Vergeblich versuchte die Besatzung, Ofelias Linien
zu durchbrechen, vergeblich das Entsatzherr Sulla zu vertreiben...
... Entsatzherr Sulla zu vertreiben; beide
verharrten unbeweglich in ihren festen Stellungen, selbst nachdem, von Carbo
gesendet, Damasippus mit zwei Legionen das Entsatzheer verstaerkt hatte.
Waehrend aber der Gang des Krieges in Etrurien wie in Latium stockte, kam es im
Potal zur Entscheidung. Hier hatte bisher der Feldherr der Demokratie Gaius
Norbanus die Oberhand behauptet, den Unterfeldherrn des Metellus, Marcus
Lucullus, mit ueberlegener Macht angegriffen und ihn genoetigt, sich in
P...
...in. Die im
Stich gelassenen Truppen befolgten teils das Beispiel, mit dem der Feldherr
ihnen vorangegangen war, und gingen nach Hause, teils wurden sie von Pompeius
aufgerieben; die letzten Scharen nahm Carrinas zusammen und fuehrte sie nach
Latium zu der Armee von Praeneste. Hier hatte inzwischen nichts sich veraendert;
und die letzte Entscheidung nahte heran. Carrinas' Haufen waren nicht zahlreich
genug, um Sullas Stellung zu erschuettern; schon naeherte sich der Vortrab der
bisher in ... | | |
| | Die Unterwerfung der Latiner und Kampaner unter Rom -> |
Die dauernd geeinigte Nation vermochte es, ihre Machtstellung nach allen
Seiten hin nicht bloss zu behaupten, sondern auch zu erweitern. Dass die
Etrusker nur kurze Zeit im Besitze der Suprematie ueber Latium blieben und die
Verhaeltnisse hier bald wieder in die Lage zurueckkamen, welche sie in der
Koenigszeit gehabt hatten, wurde schon dargestellt; zu einer eigentlichen
Erweiterung der roemischen Grenzen kam es aber nach dieser Seite hin erst mehr...
...hrhundert nach der Vertreibung der Koenige aus Rom.
Mit den Sabinern, die das Mittelgebirge von den Grenzen der Umbrer bis
hinab zu der Gegend zwischen Tiber und Anio einnahmen und die in der Epoche, in
welche die Anfaenge Roms fallen, bis nach Latium selbst kaempfend und erobernd
vordrangen, haben spaeterhin die Roemer trotz der unmittelbaren Nachbarschaft
sich verhaeltnismaessig wenig beruehrt. Die schwache Teilnahme derselben an dem
verzweifelten Widerstand der oestlichen und suedlichen ...
...eiden anderen in Rat und Beuteanteil zugestanden ward. Die
schwaecheren Aequer waren seitdem wenig gefaehrlich; es genuegte, von Zeit zu
Zeit einen Pluenderzug gegen sie zu unternehmen. Auch die Rutuler, welche in der
Kuestenebene suedlich mit Latium grenzten, unterlagen frueh; ihre Stadt Ardea
wurde schon im Jahre 312 (442) in eine latinische Kolonie umgewandelt ^9.
Ernstlicher widerstanden die Volsker. Der erste namhafte Erfolg, den nach den
oben erwaehnten die Roemer ihnen abgewannen, i...
...tanden die Volsker. Der erste namhafte Erfolg, den nach den
oben erwaehnten die Roemer ihnen abgewannen, ist, merkwuerdig genug, die
Gruendung von Circeii im Jahre 361 (393), das, solange Antium und Tarracina noch
frei waren, nur zu Wasser mit Latium in Verbindung gestanden haben kann. Antium
zu besetzen, ward oft versucht und gelang auch voruebergehend 287 (467); aber
295 (459) machte die Stadt sich wieder frei, und erst nach dem gallischen Brande
erhielten infolge eines heftigen dreizehn...
...skergebirge urspruenglich latinisch.
^9 Nicht lange nachher muss die Gruendung des Dianahains im Walde von
Aricia erfolgt sein, welche nach Catos Bericht (orig. p. 12 Jordan) ein
tusculanischer Diktator vollzog fuer die Stadtgemeinden des alten Latiums
Tusculum, Aricia, Lanuvium, Laurentum, Cora und Tibur und die beiden latinischen
Kolonien (welche deshalb an der letzten Stelle stehen) Suessa Pometia und Ardea
(populus Ardeatis Rutulus). Das Fehlen Praenestes und der kleineren Gemeinden
d...
...lum, Aricia, Lanuvium, Laurentum, Cora und Tibur und die beiden latinischen
Kolonien (welche deshalb an der letzten Stelle stehen) Suessa Pometia und Ardea
(populus Ardeatis Rutulus). Das Fehlen Praenestes und der kleineren Gemeinden
des alten Latium zeigt, wie es auch in der Sache liegt, dass nicht saemtliche
Gemeinden des damaligen Latinischen Bundes sich an der Weihung beteiligten. Dass
sie vor 372 (382) faellt, beweist das Auftreten von Pometia und das Verzeichnis
stimmt voellig zu dem... | | |
| | Die Anfaenge Roms -> | ...ie Sage sie annimmt, kann natuerlich in keinem
Fall die Rede sein: Rom ist nicht an einem Tage gebaut worden. Wohl aber
verdient es eine ernstliche Erwaegung, auf welchem Wege Rom so frueh zu einer
hervorragenden politischen Stellung innerhalb Latiums gelangt sein kann,
waehrend man nach den Bodenverhaeltnissen eher das Gegenteil erwarten sollte.
Die Staette, auf der Rom liegt, ist minder gesund und minder fruchtbar als die
der meisten alten Latinerstaedte. Der Weinstock und der Feigenbaum...
...der albanischen Fuerstensoehne
Romulus und Remus ist nichts als ein naiver Versuch der aeltesten Quasihistorie,
die seltsame Entstehung des Orts an so unguenstiger Staette zu erklaeren und
zugleich den Ursprung Roms an die allgemeine Metropole Latiums anzuknuepfen. Von
solchen Maerchen, die Geschichte sein wollen und nichts sind als nicht gerade
geistreiche Autoschediasmen, wird die Geschichte vor allen Dingen sich frei zu
machen haben; vielleicht ist es ihr aber auch vergoennt, noch einen...
...aber auch vergoennt, noch einen Schritt
weiter zu tun und nach Erwaegung der besonderen Lokalverhaeltnisse nicht ueber
die Entstehung des Ortes, aber ueber die Veranlassung seines raschen und
auffallenden Gedeihens und seiner Sonderstellung in Latium eine positive
Vermutung aufzustellen.
Betrachten wir vor allem die aeltesten Grenzen des roemischen Gebietes.
Gegen Osten liegen die Staedte Antemnae, Fidenae, Caenina, Gabii in naechster
Naehe, zum Teil keine deutsche Meile von dem Servianis...
...eit das
Geschlecht der Romilier, wohl einst das vornehmste unter allen roemischen, eben
hier angesessen, das Ianiculum ein Teil der Stadt selbst, Ostia Buergerkolonie,
das heisst Vorstadt gewesen. Es kann das nicht Zufall sein. Der Tiber ist
Latiums natuerliche Handelsstrasse, seine Muendung an dem hafenarmen Strande der
notwendige Ankerplatz der Seefahrer. Der Tiber ist ferner seit uralter Zeit die
Grenzwehr des latinischen Stammes gegen die noerdlichen Nachbarn. Zum Entrepot
fuer den l...
...Strande der
notwendige Ankerplatz der Seefahrer. Der Tiber ist ferner seit uralter Zeit die
Grenzwehr des latinischen Stammes gegen die noerdlichen Nachbarn. Zum Entrepot
fuer den latinischen Fluss- und Seehandel und zur maritimen Grenzfestung Latiums
eignete kein Platz sich besser als Rom, das die Vorteile einer festen Lage und
der unmittelbaren Nachbarschaft des Flusses vereinigte, das ueber beide Ufer des
Flusses bis zur Muendung gebot, das dem den Tiber oder den Anio herabkommenden
F...
...tegischen
Verhaeltnissen verdankt, davon begegnen denn auch weiter zahlreiche Spuren, die
von ganz anderem Gewicht sind als die Angaben historisierter Novelletten. Daher
ruehren die uralten Beziehungen zu Caere, das fuer Etrurien war, was fuer Latium
Rom und denn auch dessen naechster Nachbar und Handelsfreund wurde; daher die
ungemeine Bedeutung der Tiberbruecke und des Brueckenbaues ueberhaupt in dem
roemischen Gemeinwesen; daher die Galeere als staedtisches Wappen. Daher der
uralte ro...
... Stadtgruenders oder die natuerliche Entwicklung der
Verkehrsverhaeltnisse die Stadt Rom ins Leben gerufen hat, darueber ist uns
nicht einmal eine Mutmassung gestattet. Wohl aber knuepft sich an diese
Wahrnehmung ueber Roms Emporienstellung in Latium eine andere Beobachtung an. Wo
uns die Geschichte zu daemmern beginnt, steht Rom dem latinischen Gemeindebund
als einheitlich geschlossene Stadt gegenueber. Die latinische Sitte, in offenen
Doerfern zu wohnen und die gemeinschaftliche Burg nur...
... Die latinische Sitte, in offenen
Doerfern zu wohnen und die gemeinschaftliche Burg nur zu Festen und
Versammlungen oder im Notfall zu benutzen, ist hoechst wahrscheinlich im
roemischen Gau weit frueher beschraenkt worden als irgendwo sonst in Latium.
Nicht als ob der Roemer seinen Bauernhof selbst zu bestellen oder ihn als sein
rechtes Heim zu betrachten aufgehoert haette; aber schon die boese Luft der
Campagna musste es mit sich bringen, dass er, soweit es anging, auf den
luftigeren un...
...m staedtischen und kaufmaennischen Wesen ruht, und dass ihr Gegensatz gegen
die uebrigen Latiner und ueberhaupt die Italiker vor allem der Gegensatz ist des
Buergers gegen den Bauer. Zwar ist Rom keine Kaufstadt wie Korinth oder
Karthago; denn Latium ist eine wesentlich ackerbauende Landschaft und Rom
zunaechst und vor allem eine latinische Stadt gewesen und geblieben. Aber was
Rom auszeichnet vor der Menge der uebrigen latinischen Staedte, muss allerdings
zurueckgefuehrt werden auf seine ... | | |
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