| | Religion -> | ..., was sie auslaesst, uns den Einblick in eine
sonst fuer uns beinahe gaenzlich verschollene Urzeit. Zwar die Vereinigung der
altroemischen Gemeinde und der Huegelroemer war bereits erfolgt, als diese
Festtafel entstand, da wir in ihr neben dem Mars den Quirinus finden; aber noch
stand der kapitolinische Tempel nicht, als sie aufgesetzt ward, denn es fehlen
Juno und Minerva; noch war das Dianaheiligtum auf dem Aventin nicht errichtet;
noch war den Griechen kein Kultbegriff entlehnt. Der M...
...griff entlehnt. Der Mittelpunkt nicht bloss des
roemischen, sondern ueberhaupt des italischen Gottesdienstes in derjenigen
Epoche, wo der Stamm noch sich selber ueberlassen auf der Halbinsel hauste, war
allen Spuren zufolge der Gott Maurs oder Mars, der toetende Gott ^2, vorwiegend
gedacht als der speerschwingende, die Herde schirmende, den Feind niederwerfende
goettliche Vorfechter der Buergerschaft - natuerlich in der Art, dass eine jede
Gemeinde ihren eigenen Mars besass und ihn fuer den staerksten und heiligsten
unter allen achtete, demnach auch jeder zu neuer Gemeindebegruendung
auswandernde heilige Lenz unter dem Schutz seines eigenen Mars zog. Dem Mars ist
sowohl in der - sonst goetterlosen - roemischen Monatstafel wie auch
wahrscheinlich in den saemtlichen uebrigen latinischen und sabellischen der
erste Monat geheiligt; unter den roemischen Eigennamen, die sonst ebenfalls
keiner Goetter g...
...saemtlichen uebrigen latinischen und sabellischen der
erste Monat geheiligt; unter den roemischen Eigennamen, die sonst ebenfalls
keiner Goetter gedenken, erscheinen Marcus, Mamercus, Mamurius seit uralter Zeit
in vorwiegendem Gebrauch; an den Mars und seinen heiligen Specht knuepft sich
die aelteste italische Weissagung; der Wolf, das heilige Tier des Mars, ist auch
das Wahrzeichen der roemischen Buergerschaft, und was von heiligen Stammsagen
die roemische Phantasie aufzubringen vermocht hat, geht ausschliesslich zurueck
auf den Gott Mars und seinen Doppelgaenger, den Quirinus. In dem
.Festverzeichnis nimmt allerdings der Vater Diovis, eine reinere und mehr
buergerliche als kriegerische Widerspiegelung des Wesens der roemischen
Gemeinde, einen groesseren Raum ein als der Mars, ebenso wie der Priester des
Jupiter an Rang den beiden Priestern des Kriegsgottes vorgeht; aber eine sehr
hervorragende Rolle spielt doch auch der letztere in demselben, und es ist sogar
ganz glaublich, dass, als diese Festordnung festgestell...
...ster des
Jupiter an Rang den beiden Priestern des Kriegsgottes vorgeht; aber eine sehr
hervorragende Rolle spielt doch auch der letztere in demselben, und es ist sogar
ganz glaublich, dass, als diese Festordnung festgestellt wurde, Jovis neben Mars
stand wie Ahuramazda neben Mithra und dass der wahrhafte Mittelpunkt der
Gottesverehrung in der streitbaren roemischen Gemeinde auch damals noch der
kriegerische Todesgott und dessen Maerzfest war, wogegen gleichzeitig nicht der
durch die Gr...
...uehrte "Sorgenbrecher", sondern der Vater Jovis
selbst als der Gott galt des herzerfreuenden Weines.
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^2 Aus Maurs, was die aelteste ueberlieferte Form ist, entwickeln sich
durch verschiedene Behandlung des u Mars, Mavors, mors; der Uebergang in o
(aehnlich wie Paula, Pola und dergleichen mehr) erscheint auch in der Doppelform
Mar-Mor (vgl. Ma-murius) neben Mar-Mar und Ma-Mers.
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| | Die Kunst -> | Enos, Lases, iuvate!
Ne velue rue, Marmar, sins incurrere in pleores!
Satur fu, fere Mars! Timen sali! sta! berber!
Semunis alternei advocapit conctos!
Enos, Marmar, invato!
Triumpe! ^2
an die Goetter Uns, Laren, helfet!
Nicht Sterben und Verderben, Mars, Mars,
lass einstuermen auf mehrere.
Satt sei, grauser Mars!
an die einzelnen Auf die Schwelle springe! stehe! tritt sie!
Brueder
an alle
Brueder Den Semonen, erst ihr, dann ihr, rufet zu, allen
an den Gott Uns, Mars, Mars, hilf!
an die einzelnen Springe!
Brueder
Das Latein dieses Liedes und der verwandten Bruchstuecke der Baliarischen
Gesaenge, welche schon den Philologen der augustischen Zeit als die aeltesten
Urkunden ihrer Muttersprache galten...
...oerende Gedicht mag von demselben eine Vorstellung
geben.
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^2 Nos, Lares, iuvate! Ne veluem (= malam luem) ruem (= ruinam), Mamers,
sinas incurrere in plures! Satur esto, fere Mars! In limen insili! sta! verbera
(limen?)! Semones alterni advocate cunctos! Nos, Mamers, iuvato! Tripudia! Die
ersten fuenf Zeilen werden je dreimal, der Schlussruf fuenfmal wiederholt. Die
Uebersetzung ist vielfach unsicher, besonders der drit... | | |
| | Die Anfaenge Roms -> | ...l"
(collis); ja in den sakralen Urkunden wird nicht selten der Quirinal als der
"Huegel" ohne weiteren Beisatz bezeichnet. Ebenso heisst das von dieser Hoehe
ausfuehrende Tor gewoehnlich das Huegeltor (porta collina), die daselbst
ansaessige Marspriesterschaft die vom Huegel (salii collini) im Gegensatz zu der
vom Palatium (salii Palatini), das aus diesem Bezirk gebildete vierte
Servianische das Huegelquartier (tribus collina) ^6. Den zunaechst wohl an der
Gegend haftenden Namen der "R...
...riten von Haus aus wie nachher
lediglich den Vollbuerger bezeichnet und mit dem Gegensatz der montani und
collini durchaus nichts gemein hat (vgl. unten 5. Kap.). Die spaetere Benennung
des Quirinalis beruht darauf, dass zwar urspruenglich der Mars quirinus, der
speertragende Todesgott, sowohl auf dem Palatin wie auf dem Quirinal verehrt
wurde, wie denn noch die aeltesten, bei dem nachher so genannten Quirinustempel
gefundenen Inschriften diese Gottheit geradezu Mars heissen, spaeterhin aber der
Unterscheidung wegen der Gott der Bergroemer vorzugsweise Mars, der der
Huegelroemer vorzugsweise Quirinus genannt ward. Wenn der Quirinal auch wohl
collis agonalis, Opferhuegel, genannt wird, so wird er damit nur bezeichnet als
der sakrale Mittelpunkt der Huegelroemer.
^7 Was man dafuer ausgibt (vgl. z....
...r staende,
duerfte daraus der geschichtliche Folgesatz nicht hergeleitet werden. Dass die
alten Heiligtuemer auf diesem Berge - wo es uebrigens auch einen "latiarischen
Huegel" gab - sabinisch sind, hat man wohl behauptet, aber nicht erwiesen. Mars
quirinus, Sol, Salus, Flora, Semo Sancus oder Deus fidius sind wohl sabinische,
aber auch latinische Gottheiten, gebildet offenbar in der Epoche, wo Latiner und
Sabiner noch ungeschieden beisammen waren. Wenn an den heiligen Staetten des
spa... | | |
| | Religion -> | ...sche Verwandlung des Koenigs Romulus in den Gott Quirinus.
Numa, der aelteste und ehrwuerdigste Name in der roemischen Sage, ist in Rom nie
als Gott verehrt worden wie Theseus in Athen.
Die aeltesten Gemeindepriestertuemer beziehen sich auf den Mars: vor allem
auf Lebenszeit ernannte Priester des Gemeindegottes, der "Zuender des Mars"
(flamen Martialis), wie er vom Darbringen der Brandopfer benannt ward, und die
zwoelf "Springer" (salii), eine Schar junger Leute, die im Maerz den Waffentanz
zu Ehren des Mars auffuehrten und dazu sangen. Dass die Verschmelzung der
Huegelgemeinde mit der palatinischen die Verdoppelung des roemischen Mars und
damit die Einfuehrung eines zweiten Marspriesters - des flamen Quirinalis - und
einer zweiten Taenzergilde - der salii collini - herbeifuehrte, ist bereits
frueher auseinandergesetzt worden.
Hierzu kamen andere oeffentliche, zum Teil wohl ihrem Ursprung nach weit
ueber Roms Entstehu...
...adt sich bezieht: in ihr tritt der hoechste beste Jovis vom
Burghuegel, das ist der Genius des roemischen Volkes, an die Spitze der gesamten
roemischen Goetterschaft, und sein fortan bestellter Zuender, der Flamen Dialis,
bildet mit den beiden Marspriestern die heilige oberpriesterliche Dreiheit.
Gleichzeitig beginnt der Kultus des neuen einigen Stadtherdes - der Vesta - und
der dazu gehoerige der Gemeindepenaten. Sechs keusche Jungfrauen versahen,
gleichsam als die Haustoechter des roem... | | |
| | Die Nichtbuerger und die reformierte Verfassung | ...er uebrigbleibenden auf die
ganze vereinigte Gemeinde. Hinsichtlich der Heiligtuemer und Priesterschaften
hielt man im ganzen den ersten Weg ein. Die roemische Gemeinde besass fortan
zwei Springer- und zwei Wolfsgilden und wie einen zwiefachen Mars, so auch einen
zwiefachen Marspriester, von denen sich spaeterhin der palatinische den Priester
des Mars, der collinische den des Quirinus zu nennen pflegte. Es ist glaublich,
wenngleich nicht mehr nachzuweisen, dass die gesamten altlatinischen
Priesterschaften Roms, der Augurn, Pontifices, Vestalen, Fetialen in
gleichartiger Weise aus den kombin...
...ie aus den alten Geschlechtern genommenen Ratsherren
vor denen der "minderen" gefragt. In gleicher Weise steht das collinische
Quartier im Range zurueck selbst hinter dem vorstaedtischen der palatinischen
Stadt, der Priester des quirinalischen Mars hinter dem des palatinischen, die
quirinalischen Springer und Woelfe hinter denen vom Palatin. Sonach bezeichnet
der Synoekismus, durch den die palatinische Gemeinde die quirinalische in sich
aufnahm, eine Mittelstufe zwischen dem aeltesten, d... | | |
| | Religion | ...n Festtage (feriae publicae) der roemischen Gemeinde,
das in dem Kalender derselben erhalten und ohne Frage die aelteste aller aus dem
roemischen Altertum auf uns gekommenen Urkunden ist. Den Vorrang in demselben
nehmen die Goetter Jupiter und Mars nebst dem Doppelgaenger des letzteren, dem
Quirinus, ein. Dem Jupiter sind alle Vollmondstage (idus) heilig, ausserdem die
saemtlichen Weinfeste und verschiedene andere, spaeter noch zu erwaehnende Tage;
seinem Widerspiel, dem "boesen Jovis" (...
..., ein. Dem Jupiter sind alle Vollmondstage (idus) heilig, ausserdem die
saemtlichen Weinfeste und verschiedene andere, spaeter noch zu erwaehnende Tage;
seinem Widerspiel, dem "boesen Jovis" (Vediovis), ist der 21. Mai (agonalia)
gewidmet. Dem Mars dagegen gehoert das Neujahr des 1. Maerz und ueberhaupt das
grosse Kriegerfest in diesem, von dem Gotte selbst benannten Monat, das,
eingeleitet durch das Pferderennen (equirria) am 27. Februar, im Maerz selbst an
den Tagen des Schildschmieden...
...r Dingstaette (quinquatrus, 19. Maerz) und der Drommetenweihe
(tubilustrium, 23. Maerz) seine Hochtage hatte. Wie, wenn ein Krieg zu fuehren
war, derselbe mit diesem Feste begann, so folgte nach Beendigung des Feldzuges
im Herbst wiederum eine Marsfeier, das Fest der Waffenweihe (armilustrium, 19.
Oktober). Dem zweiten Mars endlich, dem Quirinus, war der 17. Februar
(Quirinalia) eigen. Unter den uebrigen Festtagen nehmen die auf den Acker- und
Weinbau bezueglichen die erste Stelle ein, woneben die Hirtenfeste eine
untergeordnete Rolle spielen. Hierher gehoert vor... | | |
| | Die Anfaenge Roms -> | ...e saemtlichen Kurien jede an
ihrem eigenen Herd zu gottesdienstlichen und anderen Zwecken sich versammelten
(curiae veteres). Hier war das Versammlungshaus der "Springer" (curia saliorum),
zugleich der Aufbewahrungsort der heiligen Schilde des Mars, das Heiligtum der
"Woelfe" (lupercal) und die Wohnung des Jupiterpriesters. Auf und an diesem
Huegel ward die Gruendungssage der Stadt hauptsaechlich lokalisiert und wurde
das strohgedeckte Haus des Romulus, die Hirtenhuette seines Ziehvaters...
...e Ansiedlung, welche allmaehlich um den Palatin sich
gebildet hat, Vorstaedte, eine nach der andern erwachsen, eine jede durch
besondere, wenn auch schwaechere Umwallungen geschuetzt und an den
urspruenglichen Mauerring des Palatin, wie in den Marschen an den Hauptdeich die
Aussendeiche, angelehnt. Die "sieben Ringe" sind der Palatin selbst; der
Cermalus, der Abhang des Palatins gegen die zwischen diesem und dem Kapitol nach
dem Fluss zu sich ausbreitende Niederung (velabrum); die Velia,...
...ibten
Siedlungen, da jener diesem in der Rangfolge der Quartiere vorangeht. Eine
merkwuerdige Erinnerung an den Gegensatz dieser beiden Stadtteile hat einer der
aeltesten heiligen Gebraeuche des nachherigen Rom bewahrt, das auf dem Anger des
Mars jaehrlich begangene Opfer des Oktoberrosses: bis in spaete Zeit wurde bei
diesem Feste um das Pferdehaupt gestritten zwischen den Maennern der Subura und
denen von der Heiligen Strasse und je nachdem jene oder diese siegten, dasselbe
entweder ... | | |
| | Die urspruengliche Verfassung Roms -> | ...s Recht und die Pflicht die Waffen zu tragen. Die Buerger
sind zugleich die "Kriegerschaft" (populus, verwandt mit populari verheeren); in
den alten Litaneien ist es die "speerbewehrte Kriegsmannschaft" (pilumnus
poplus), auf die der Segen des Mars herabgefleht wird und selbst die Benennung,
mit welcher der Koenig sie anredet, der Quiriten ^6, wird als Bezeichnung des
Wehrmanns gefasst. In welcher Art das Angriffsheer, die "Lese" (legio) gebildet
ward, ist schon gesagt worden; in der dre...
...lites, die mit dem Bogen, die im Tausend, die zu
Fuss, die zu Pferde, die ohne Ruestung im blossen Oberwurf gehen, auch unrichtig
sein, sie ist mit der roemischen Auffassung des Buergerbegriffs verwachsen.
Ebenso werden die Juno quiritis, der (Mars) quirinus, der Janus quirinus als
speerschwingende Gottheiten gedacht; und von Menschen gebraucht ist quiris der
Wehrmann, das ist der Vollbuerger. Damit stimmt der Sprachgebrauch ueberein. Wo
die Oertlichkeit bezeichnet werden soll, wird nie ... | | |
| | Die umbrisch-sabellischen Staemme - Anfaenge der Samniten -> | ...ne und Toechter, nachdem sie erwachsen
waeren, preiszugeben und ueber die Landesgrenze zu schaffen, damit die Goetter
sie nach ihrem Gefallen verderben oder auswaerts ihnen neue Sitze bescheren
moechten. Den einen Schwarm fuehrte der Stier des Mars: das wurden die Safiner
oder Samniten, die zuerst sich festsetzten auf den Bergen am Sagrusfluss und in
spaeterer Zeit von da aus die schoene Ebene oestlich vom Matesegebirg an den
Quellen des Tifernus besetzten und im alten wie im neuen Gebie...
...h vom Matesegebirg an den
Quellen des Tifernus besetzten und im alten wie im neuen Gebiet ihre
Dingstaette, dort bei Agnone, hier bei Bojano gelegen, von dem Stier, der sie
leitete, Bovianum nannten. Einen zweiten Haufen fuehrte der Specht des Mars: das
wurden die Picenter, das Spechtvolk, das die heutige anconitanische Mark gewann;
einen dritten der Wolf (hirpus) in die Gegend von Benevent: das wurden die
Hirpiner. In aehnlicher Weise zweigten von dem gemeinschaftlichen Stamm sich die
...
...igten von dem gemeinschaftlichen Stamm sich die
uebrigen kleinen Voelkerschaften ab: die Praetuttier bei Teramo, die Vestiner am
Gran Sasso, die Marruciner bei Chieti, die Frentaner an der apulischen Grenze,
die Paeligner am Majellagebirg, die Marser endlich am Fuciner See, diese mit den
Volskern und den Latinern sich beruehrend. In ihnen allen blieb das Gefuehl der
Verwandtschaft und der Herkunft aus dem Sabinerlande lebendig, wie es denn in
jenen Sagen deutlich sich ausspricht. Waehren... | | |
| | Die Anfaenge Roms | | ...e Ableitung laesst sich
nicht geben; moeglich ist es, dass die Ramner die Stromleute sind.
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^1 Aehnlichen Lautwechsel zeigen beispielsweise folgende Bildungen
saemtlich aeltester Art: pars portio, Mars mors, farreum alt statt horreum,
Fabii Fovii, Valerius Volesus, vacuus vocivus.
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Aber sie blieben nicht allein auf den Huegeln am Tiberufer. In der
Gliederung der aeltesten roemischen Buergerschaf... | | |
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