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Ort - Fluss - Land: Rom | Übersicht - a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z | | Seite 1 von 59 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 | | | Roms Hegemonie in Latium -> | ...anken. Allerdings blieb jeder Gemeinde
formell ihr eigenes Recht; bis auf den Bundesgenossenkrieg war das latinische
Recht mit dem roemischen nicht notwendig identisch, und wir finden zum Beispiel,
dass die Klagbarkeit der Verloebnisse, die in Rom frueh abgeschafft ward, in den
latinischen Gemeinden bestehen blieb. Allein die einfache und rein
volkstuemliche Entwicklung des latinischen Rechtes und das Bestreben, die
Rechtsgleichheit moeglichst festzuhalten, fuehrten denn doch dahin, das...
...ln aufgenommene Bestimmung, dass der
zahlungsunfaehige Schuldner, wenn der Glaeubiger ihn verkaufen wolle, verkauft
werden muesse jenseits der Tibergrenze, das heisst ausserhalb des
Bundesgebietes, und die Klausel des zweiten Vertrags zwischen Rom und Karthago,
dass der von den Karthagern gefangene roemische Bundesgenosse frei sein solle,
so wie er einen roemischen Hafen betrete. Wenngleich allgemeine Ehegemeinschaft
innerhalb des Bundes wahrscheinlich nicht bestand, so sind dennoch Zwi...
...iner an jedem latinischen Orte sich
niederlassen konnte, oder, nach heutiger Terminologie, es bestand neben den
besonderen Buergerrechten der einzelnen Gemeinden ein allgemeines
eidgenoessisches Niederlassungsrecht; und seitdem der Plebejer in Rom als
Buerger anerkannt war, wandelte sich dieses Recht Rom gegenueber um in volle
Freizuegigkeit. Dass dies wesentlich zum Vorteil der Hauptstadt ausschlug, die
allein in Latium staedtischen Verkehr, staedtischen Erwerb, staedtische Genuesse
darzubieten hatte, und dass die Zahl der Insassen in Rom sich reissend schnell
vermehrte, seit die latinische Landschaft im ewigen Frieden mit Rom lebte, ist
begreiflich.
In Verfassung und Verwaltung blieb nicht bloss die einzelne Gemeinde
selbstaendig und souveraen, soweit nicht die Bundespflichten eingriffen,
sondern, was mehr bedeutet, es blieb dem Bunde der dreissig Gemeinden als
...
...ist
begreiflich.
In Verfassung und Verwaltung blieb nicht bloss die einzelne Gemeinde
selbstaendig und souveraen, soweit nicht die Bundespflichten eingriffen,
sondern, was mehr bedeutet, es blieb dem Bunde der dreissig Gemeinden als
solchem Rom gegenueber die Autonomie. Wenn versichert wird, dass Albas Stellung
zu den Bundesgemeinden eine ueberlegenere gewesen sei als die Roms, und dass die
letzteren durch Albas Sturz die Autonomie erlangt haetten, so ist dies insofern
wohl moeglich, als Alba wesentlich Bundesglied war, Rom von Haus aus mehr als
Sonderstaat dem Bunde gegenueber als innerhalb desselben stand; aber es mag,
eben wie die Rheinbundstaaten formell souveraen waren, waehrend die deutschen
Reichsstaaten einen Herrn hatten, der Sache nach vielmehr Albas Vo...
...nerhalb desselben stand; aber es mag,
eben wie die Rheinbundstaaten formell souveraen waren, waehrend die deutschen
Reichsstaaten einen Herrn hatten, der Sache nach vielmehr Albas Vorstandschaft
gleich der des deutschen Kaisers ein Ehrenrecht, Roms Protektorat von Haus aus
wie das napoleonische eine Oberherrlichkeit gewesen sein. In der Tat scheint
Alba im Bundesrat den Vorsitz gefuehrt zu haben, waehrend Rom die latinischen
Abgeordneten selbstaendig, unter Leitung, wie es scheint, eines aus ihrer Mitte
gewaehlten Vorsitzenden, ihre Beratungen abhalten liess und sich begnuegte mit
der Ehrenvorstandschaft bei dem Bundesopferfest fuer Rom und Latium und mit der
Errichtung eines zweiten Bundesheiligtums in Rom, des Dianatempels auf dem
Aventin, so dass von nun an teils auf roemischem Boden fuer Rom und Latium,
teils auf latinischem fuer Latium und Rom geopfert ward. Nicht minder im
Interesse des Bundes war es, dass die Roemer in dem Vertrag mit Latium sich
verpflichteten, mit keiner latinischen Gemeinde ein Sonderbuendnis einzugehen -
eine Bestimmung, aus der die ohne Zweifel wohlbegruendet...
...chen Gemeinde ein Sonderbuendnis einzugehen -
eine Bestimmung, aus der die ohne Zweifel wohlbegruendete Besorgnis der
Eidgenossenschaft gegenueber der maechtigen leitenden Gemeinde sehr klar
heraussieht. Am deutlichsten zeigt sich die Stellung Roms nicht innerhalb,
sondern neben Latium in dem Kriegswesen. Die Bundesstreitmacht ward, wie die
spaetere Weise des Aufgebots unwidersprechlich zeigt, gebildet aus zwei gleich
starken Massen, einer roemischen und einer latinischen. Das Oberkomma...
... Aufgebots unwidersprechlich zeigt, gebildet aus zwei gleich
starken Massen, einer roemischen und einer latinischen. Das Oberkommando stand
ein fuer allemal bei den roemischen Feldherren; Jahr fuer Jahr hatte der
latinische Zuzug vor den Toren Roms sich einzufinden und begruesste hier den
erwaehlten Befehlshaber durch Zuruf als seinen Feldherrn, nachdem die vom
latinischen Bundesrat dazu beauftragten Roemer sich aus der Beobachtung des
Voegelflugs der Zufriedenheit der Goetter mit der g...
...Goetter mit der getroffenen Wahl versichert
hatten. Was im Bundeskrieg an Land und Gut gewonnen war, wurde nach dem Ermessen
der Roemer unter die Bundesglieder verteilt. Dass dem Ausland gegenueber die
roemisch-latinische Foederation nur durch Rom vertreten worden ist, laesst sich
nicht mit Sicherheit behaupten. Der Bundesvertrag untersagte weder Rom noch
Latium, auf eigene Hand einen Angriffskrieg zu beginnen; und wenn, sei es nach
Bundesschluss, sei es infolge eines feindlichen Ueberfalls, ein Bundeskrieg
gefuehrt ward, so mag bei der Fuehrung wie bei der Beendigung desselben auch der
...
...ch
Bundesschluss, sei es infolge eines feindlichen Ueberfalls, ein Bundeskrieg
gefuehrt ward, so mag bei der Fuehrung wie bei der Beendigung desselben auch der
latinische Bundesrat rechtlich beteiligt gewesen sein. Tatsaechlich freilich
wird Rom damals schon die Hegemonie besessen haben, wie denn, wo immer ein
einheitlicher Staat und ein Staatenbund in eine dauernde Verbindung zueinander
treten, das Uebergewicht auf die Seite von jenem zu fallen pflegt.
Wie nach Albas Fall Rom, jetzt sowohl die Herrin eines verhaeltnismaessig
bedeutenden Gebietes als auch vermutlich die fuehrende Macht innerhalb der
latinischen Eidgenossenschaft, sein unmittelbares und mittelbares Gebiet weiter
ausgedehnt hat, koennen wir nicht mehr...
... verfolgen. Mit den Etruskern, zunaechst
den Veientern, hoerten die Fehden namentlich um den Besitz von Fidenae nicht
auf; es scheint aber nicht, dass es den Roemern gelang, diesen auf dem
latinischen Ufer des Flusses nur eine starke Meile von Rom gelegenen
etruskischen Vorposten dauernd in ihre Gewalt zu bringen und die Veienter aus
dieser gefaehrlichen Offensivbasis zu verdraengen. Dagegen behaupten sie sich,
wie es scheint, unangefochten im Besitz des Ianiculum und der beiden Ufer de...
...ngen und die Veienter aus
dieser gefaehrlichen Offensivbasis zu verdraengen. Dagegen behaupten sie sich,
wie es scheint, unangefochten im Besitz des Ianiculum und der beiden Ufer der
Tibermuendung. Den Sabinern und Aequern gegenueber erscheint Rom in einer mehr
ueberlegenen Stellung; von der spaeterhin so engen Verbindung mit den
entfernteren Hernikern werden wenigstens die Anfaenge schon in der Koenigszeit
bestanden und die vereinigten Latiner und Herniker ihre oestlichen Nachbarn von ...
...halten haben. Der bestaendige Kriegsschauplatz
aber war die Suedgrenze, das Gebiet der Rutuler und mehr noch das der Volsker.
Nach dieser Richtung hat die latinische Landschaft sich am fruehesten erweitert,
und hier begegnen wir zuerst den von Rom und Latium in dem feindlichen Lande
begruendeten und als autonome Glieder der latinischen Eidgenossenschaft
konstituierten Gemeinden, den sogenannten latinischen Kolonien, von denen die
aeltesten noch in die Koenigszeit hineinzureichen scheine...
...eit genug
und nur zuviel die Rede; aber kaum duerften wenige einzelne Meldungen, wie etwa
die der Einnahme von Suessa in der pomptinischen Ebene, einen geschichtlichen
Kern enthalten. Dass die Koenigszeit nicht bloss die staatlichen Grundlagen Roms
gelegt, sondern auch nach aussen hin Roms Macht begruendet hat, laesst sich
nicht bezweifeln; die Stellung der Stadt Rom mehr gegenueber als in dem
latinischen Staatenbund ist bereits im Beginn der Republik entschieden gegeben
und laesst erkennen, dass in Rom schon in der Koenigszeit eine energische
Machtentfaltung nach aussen hin stattgefunden haben muss. Gewiss sind grosse
Taten, ungemeine Erfolge hier verschollen; aber der Glanz derselben ruht auf der
Koenigszeit Roms, vor allem auf dem koeniglichen Hause der Tarquinier, wie ein
fernes Abendrot, in dem die Umrisse verschwimmen. | | |
| | Die Italiker gegen Rom -> | ... ward,
ferner Pontiae (die Ponzainseln) zur Sicherung der kampanischen Gewaesser,
Saticula an der kampanisch-samnitischen Grenze als Vormauer gegen Samnium,
endlich Interamna (bei Monte Cassino) und Suessa Aurunca (Sessa) auf der Strasse
von Rom nach Capua. Besatzungen kamen ausserdem nach Caiatia (Cajazzo), Sora und
anderen militaerisch wichtigen Plaetzen. Die grosse Militaerstrasse von Rom nach
Capua, die der Zensor Appius Claudius 442 (312) chaussieren und den dazu
erforderlichen Damm durch die Pontinischen Suempfe ziehen liess, vollendete die
Sicherung Kampaniens. Immer vollstaendiger entwickelten sich die Absichten der
Roem...
...bsichten der
Roemer; es galt die Unterwerfung Italiens, das durch das roemische Festungs- und
Strassennetz von Jahr zu Jahr enger umstrickt ward. Von beiden Seiten schon
waren die Samniten von den Roemern umsponnen; schon schnitt die Linie von Rom
nach Luceria Nord- und Sueditalien voneinander ab, wie einst die Festungen Norba
und Signia die Volsker und Aequer getrennt hatten; und wie damals auf die
Herniker, stuetzte Rom sich jetzt auf die Arpaner. Die Italiker mussten
erkennen, dass es um ihrer aller Freiheit geschehen war, wenn Samnium unterlag,
und dass es die allerhoechste Zeit war, dem tapferen Bergvolk, das nun schon
fuenfzehn Jahre allein den ungleichen...
... den ersten
Rang einnahm, bestand die Landmacht, auf die es jetzt ankam, wesentlich aus
gemieteten Soeldnern und war in tiefem Verfall. Unter diesen Umstaenden war es
fuer die tarentinische Republik keine leichte Aufgabe, an dem Kampf zwischen Rom
und Samnium sich zu beteiligen, auch abgesehen von der wenigstens beschwerlichen
Fehde, in welche die roemische Politik die Tarentiner mit den Lucanern zu
verwickeln gewusst hatte. Indes bei kraeftigem Willen waren diese
Schwierigkeiten wohl...
... Schwaecheren zeigten sich bereit, derselben
nachzukommen; die Roemer antworteten durch die Aufsteckung des Zeichens zur
Schlacht. Vernunft und Ehre geboten den Tarentinern, dem herrischen Gebot ihrer
Gesandten jetzt die Kriegserklaerung gegen Rom auf dem Fusse folgen zu lassen;
allein in Tarent war eben weder diese noch jene am Regimente und man hatte dort
bloss mit sehr ernsthaften Dingen sehr kindisch gespielt. Die Kriegserklaerung
gegen Rom erfolgte nicht; statt dessen unterstuetzte man lieber gegen Agathokles
von Syrakus, der frueher in tarentinischen Diensten gestanden hatte und in
Ungnade entlassen worden war, die oligarchische Staedtepartei in Sizilien und
sandte, dem Beispie...
...
fanden die Samniten neue Bundesgenossen an den Umbrern im noerdlichen, an den
Marsern und Paelignern im mittleren Italien, ja selbst von den Hernikern traten
zahlreiche Freiwillige in ihre Reihen; allein was mit entscheidendem Gewicht
gegen Rom in die Waagschale haette fallen koennen, wenn die Etrusker noch unter
Waffen gestanden haetten, vermehrte jetzt bloss die Erfolge des roemischen
Sieges, ohne denselben ernstlich zu erschweren. Den Umbrern, die Miene machten,
einen Zug nach Rom zu unternehmen, verlegte Rullianus am oberen Tiber mit der
Armee von Samnium den Weg, ohne dass die geschwaechten Samniten es haetten
hindern koennen, und dies genuegte, um den umbrischen Landsturm zu zerstreuen.
Der Krieg zog sich alsdann wie...
...r Belagerung der Burgen von
Samnium beschaeftigten Armee in hohem Grade bedenklich. Noch einmal war den
Samniten das Kriegsglueck guenstig; Sora und Caiatia fielen ihnen in die Haende.
Allein die Anagniner unterlagen unerwartet schnell den von Rom ausgesandten
Truppen, und rechtzeitig machten diese auch dem in Samnium stehenden Heere Luft;
es war eben alles verloren. Die Samniten baten um Frieden, indes vergeblich;
noch konnte man sich nicht einigen. Erst der Feldzug von 449 (305) brach...
...tius Gellius gefangengenommen und Bovianum erstuermt. Der Fall des
Hauptwaffenplatzes der Landschaft machte dem zweiundzwanzigjaehrigen Krieg ein
Ende. Die Samniten zogen aus Sora und Arpinum ihre Besatzungen heraus und
schickten Gesandte nach Rom, den Frieden zu erbitten; ihrem Beispiel folgten die
sabellischen Staemme, die Marser, Marruciner, Paeligner, Frentaner, Vestiner,
Picenter. Die Bedingungen, die Rom gewaehrte, waren leidlich; Gebietsabtretungen
wurden zwar einzeln gefordert, zum Beispiel von den Paelignern, allein sehr
bedeutend scheinen sie nicht gewesen zu sein. Das gleiche Buendnis zwischen den
sabellischen Staaten und den Roemern wurd...
...eutend scheinen sie nicht gewesen zu sein. Das gleiche Buendnis zwischen den
sabellischen Staaten und den Roemern wurde erneuert (450 304).
Vermutlich um dieselbe Zeit und wohl infolge des samnitischen Friedens ward
auch Friede gemacht zwischen Rom und Tarent. Unmittelbar zwar hatten beide
Staedte nicht gegeneinander im Felde gestanden; die Tarentiner hatten dem langen
Kampfe zwischen Rom und Samnium von Anfang bis zu Ende untaetig zugesehen und
nur im Bunde mit den Sallentinern gegen die Bundesgenossen Roms, die Lucaner,
die Fehde fortgesetzt. Zwar hatten sie in den letzten Jahren des Samnitischen
Krieges noch einmal Miene gemacht nachdruecklicher aufzutreten. Teils die
bedraengte Lage, in welche die unaufhoerlichen lucanischen Angriffe sie selb...
...s geschah; nichts hinderte den Spartaner, ihnen zu
Hilfe zu kommen und das Gewicht seines starken Heeres und seiner Kriegskunst
fuer die Freiheit der italischen Staedte und Voelker in die Waagschale zu
werfen. Allein Tarent handelte nicht, wie Rom im gleichen Falle gehandelt haben
wuerde; und Prinz Kleonymos selbst war auch nichts weniger als ein Alexander
oder ein Pyrrhos. Er beeilte sich nicht, einen Krieg zu beginnen, bei dem mehr
Schlaege zu erwarten standen als Beute, sondern macht...
...gegen Metapont und liess es in dieser Stadt sich wohl
sein, waehrend er redete von einem Zug gegen Agathokles von Syrakus und von der
Befreiung der sizilischen Griechen. Darueber machten denn die Samniten Frieden;
und als nach dessen Abschluss Rom anfing, sich um den Suedosten der Halbinsel
ernstlicher zu bekuemmern und zum Beispiel im Jahre 447 (307) ein roemischer
Heerhaufen das Gebiet der Sallentiner brandschatzte oder vielmehr wohl in
hoeherem Auftrag rekognoszierte, ging der sparta...
...en. So von ihrem Feldherrn im Stich gelassen und zugleich ihrer
Bundesgenossen im mittleren Italien beraubt, blieb den Tarentinern sowie den mit
ihnen verbuendeten Italikern, den Lucanern und Sallentinern, jetzt freilich
nichts uebrig, als mit Rom ein Abkommen nachzusuchen, das auf leidliche
Bedingungen gewaehrt worden zu sein scheint. Bald nachher (451 303) ward sogar
ein Einfall des Kleonymos, der im sallentinischen Gebiet gelandet war und Uria
belagerte, von den Einwohnern mit roemis...
..., das auf leidliche
Bedingungen gewaehrt worden zu sein scheint. Bald nachher (451 303) ward sogar
ein Einfall des Kleonymos, der im sallentinischen Gebiet gelandet war und Uria
belagerte, von den Einwohnern mit roemischer Hilfe abgeschlagen.
Roms Sieg war vollstaendig; und vollstaendig ward er benutzt. Dass den
Samniten, den Tarentinern und den ferner wohnenden Voelkerschaften ueberhaupt so
maessige Bedingungen gestellt wurden, war nicht Siegergrossmut, die die Roemer
nicht kannten, s...
...am Nordrand des Fuciner Sees im
Jahre darauf die Festung Alba mit einer Besatzung von 6000 Mann gegruendet,
fortan die Vormauer gegen die streitbaren Marser und die Zwingburg
Mittelitaliens; ebenso zwei Jahre darauf am oberen Turano, naeher an Rom,
Carsioli, beide als Bundesgemeinden latinischen Rechts.
Dass von den Hernikern wenigstens Anagnia sich an dem letzten Stadium des
Samnitischen Krieges beteiligt hatte, gab den erwuenschten Grund, das alte
Bundesverhaeltnis zu loesen. Das Sch...
...en Fregellae die schon frueher mit Besatzung
belegte Volskerstadt Sora jetzt auf die Dauer in eine latinische Festung
verwandelt und eine Legion von 4000 Mann dahin gelegt. So war das alte
Volskergebiet vollstaendig unterworfen und ging seiner Romanisierung mit raschen
Schritten entgegen. In die Landschaft, welche Samnium und Etrurien scheidet,
wurden zwei Militaerstrassen hineingefuehrt und beide durch Festungen gesichert.
Die noerdliche, aus der spaeter die Flaminische wurde, deckte d...
.... In die Landschaft, welche Samnium und Etrurien scheidet,
wurden zwei Militaerstrassen hineingefuehrt und beide durch Festungen gesichert.
Die noerdliche, aus der spaeter die Flaminische wurde, deckte die Tiberlinie;
sie fuehrte durch das mit Rom verbuendete Ocriculum nach Narnia, wie die Roemer
die alte umbrische Feste Nequinum umnannten, als sie dort eine Militaerkolonie
anlegten (455 299). Die suedliche, die spaetere Valerische, lief an den Fuciner
See ueber die eben erwaehnten Fest...
... erwaehnten Festungen Carsioli und Alba. Die kleinen
Voelkerschaften, in deren Gebiet diese Anlagen stattfanden, die Umbrer, die
Nequinum hartnaeckig verteidigten, die Aequer, die noch einmal Alba, die Marser,
die Carsioli ueberfielen, konnten Rom in seinem Gang nicht aufhalten; fast
ungehindert schoben jene beiden maechtigen Riegel sich zwischen Samnium und
Etrurien. Der grossen Strassen- und Festungsanlagen zur bleibenden Sicherung
Apuliens und vor allem Kampaniens wurde schon gedacht...
...ten zu
lassen ^4.
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^4 Die Operationen in dem Feldzug 537 (217) und bestimmter noch die Anlage
der Chaussee von Arretium nach Bononia 567 (187) zeigen, dass schon vor dieser
Zeit die Strasse von Rom nach Arretium instand gesetzt worden ist. Allein eine
roemische Militaerchaussee kann sie in dieser Zeit dennoch nicht gewesen sein,
da sie, nach ihrer spaeteren Benennung der "Cassischen Strasse" zu schliessen,
als via consularis nicht fruehe... | | |
| | Die Anfaenge Roms -> | ...ten mag das
"Wolfsfest" sein, das das Geschlecht der Quinctier am palatinischen Huegel
beging: ein Bauern- und Hirtenfest, das wie kein anderes die schlichten Spaesse
patriarchalischer Einfalt bewahrt und merkwuerdig genug noch im christlichen Rom
sich unter allen heidnischen Festen am laengsten behauptet hat.
Aus diesen Ansiedlungen ging dann das spaetere Rom hervor. Von einer
eigentlichen Stadtgruendung, wie die Sage sie annimmt, kann natuerlich in keinem
Fall die Rede sein: Rom ist nicht an einem Tage gebaut worden. Wohl aber
verdient es eine ernstliche Erwaegung, auf welchem Wege Rom so frueh zu einer
hervorragenden politischen Stellung innerhalb Latiums gelangt sein kann,
waehrend man nach den Bodenverhaeltnissen eher das Gegenteil erwarten sollte.
Die Staette, auf der Rom liegt, ist minder gesund und minder fruchtbar als die
der meisten alten Latinerstaedte. Der Weinstock und der Feigenbaum gedeihen in
Roms naechster Umgebung nicht wohl und es mangelt an ausgiebigen Quellen- denn
weder der sonst treffliche Born der Camenen vor dem Capenischen Tor noch der
spaeter im Tullianum gefasste Kapitolinische Brunnen sind wasserreich. Dazu
kommt das haeuf...
...g der einwandernden
Bauern gelenkt haben koenne, sondern dass die Not oder vielmehr irgendein
besonderer Grund die Anlage dieser Stadt veranlasst haben muesse. Schon die
Legende hat diese Seltsamkeit empfunden; das Geschichtchen von der Anlage Roms
durch Ausgetretene von Alba unter Fuehrung der albanischen Fuerstensoehne
Romulus und Remus ist nichts als ein naiver Versuch der aeltesten Quasihistorie,
die seltsame Entstehung des Orts an so unguenstiger Staette zu erklaeren und
zugleich den Ursprung Roms an die allgemeine Metropole Latiums anzuknuepfen. Von
solchen Maerchen, die Geschichte sein wollen und nichts sind als nicht gerade
geistreiche Autoschediasmen, wird die Geschichte vor allen Dingen sich frei zu
machen haben; vielleicht ist es...
...en Sueden trifft
man in einem Abstand von drei deutschen Meilen auf die maechtigen Gemeinden
Tusculum und Alba und es scheint das roemische Stadtgebiet hier nicht weiter
gereicht zu haben als bis zum cluilischen Graben, eine deutsche Meile von Rom.
Ebenso war in suedwestlicher Richtung die Grenze zwischen Rom und Lavinium
bereits am sechsten Milienstein. Waehrend so landeinwaerts der roemische Gau
ueberall in die moeglichst engen Schranken zurueckgewiesen ist, erstreckt er
sich dagegen seit aeltester Zeit ungehindert an beiden Ufern des Tiber gegen...
...Milienstein. Waehrend so landeinwaerts der roemische Gau
ueberall in die moeglichst engen Schranken zurueckgewiesen ist, erstreckt er
sich dagegen seit aeltester Zeit ungehindert an beiden Ufern des Tiber gegen das
Meer hin, ohne dass zwischen Rom und der Kueste irgendeine als alter
Gaumittelpunkt hervortretende Ortschaft, irgendeine Spur alter Gaugrenze
begegnete. Die Sage, die fuer alles einen Ursprung weiss, weiss freilich auch zu
berichten, dass die roemischen Besitzungen am rechten...
...grenze
begegnete. Die Sage, die fuer alles einen Ursprung weiss, weiss freilich auch zu
berichten, dass die roemischen Besitzungen am rechten Tiberufer, die "sieben
Weiler" (septem pagi) und die wichtigen Salinen an der Muendung durch Koenig
Romulus den Veientern entrissen worden sind, und dass Koenig Ancus am rechten
Tiberufer den Brueckenkopf, den Janusberg (Ianiculum) befestigt, am linken den
roemischen Peiraeeus, die Hafenstadt an der "Muendung" (Ostia) angelegt habe.
Aber dafuer,...
..., am vierten Milienstein der spaeteren Hafenstrasse, gelegene Hain der
schaffenden Goettin (dea dia), der uralte Hochsitz des roemischen Ackerbaufestes
und der Ackerbruederschaft; und in der Tat ist seit unvordenklicher Zeit das
Geschlecht der Romilier, wohl einst das vornehmste unter allen roemischen, eben
hier angesessen, das Ianiculum ein Teil der Stadt selbst, Ostia Buergerkolonie,
das heisst Vorstadt gewesen. Es kann das nicht Zufall sein. Der Tiber ist
Latiums natuerliche Handelss...
...hrer. Der Tiber ist ferner seit uralter Zeit die
Grenzwehr des latinischen Stammes gegen die noerdlichen Nachbarn. Zum Entrepot
fuer den latinischen Fluss- und Seehandel und zur maritimen Grenzfestung Latiums
eignete kein Platz sich besser als Rom, das die Vorteile einer festen Lage und
der unmittelbaren Nachbarschaft des Flusses vereinigte, das ueber beide Ufer des
Flusses bis zur Muendung gebot, das dem den Tiber oder den Anio herabkommenden
Flussschiffer ebenso bequem gelegen war wie...
...er den Anio herabkommenden
Flussschiffer ebenso bequem gelegen war wie bei der damaligen maessigen Groesse
der Fahrzeuge dem Seefahrer, und das gegen Seeraeuber groesseren Schutz
gewaehrte als die unmittelbar an der Kueste gelegenen Orte. Dass Rom wenn nicht
seine Entstehung, doch seine Bedeutung diesen kommerziellen und strategischen
Verhaeltnissen verdankt, davon begegnen denn auch weiter zahlreiche Spuren, die
von ganz anderem Gewicht sind als die Angaben historisierter Novelletten. ...
...
Verhaeltnissen verdankt, davon begegnen denn auch weiter zahlreiche Spuren, die
von ganz anderem Gewicht sind als die Angaben historisierter Novelletten. Daher
ruehren die uralten Beziehungen zu Caere, das fuer Etrurien war, was fuer Latium
Rom und denn auch dessen naechster Nachbar und Handelsfreund wurde; daher die
ungemeine Bedeutung der Tiberbruecke und des Brueckenbaues ueberhaupt in dem
roemischen Gemeinwesen; daher die Galeere als staedtisches Wappen. Daher der
uralte roemisch...
...her die
ungemeine Bedeutung der Tiberbruecke und des Brueckenbaues ueberhaupt in dem
roemischen Gemeinwesen; daher die Galeere als staedtisches Wappen. Daher der
uralte roemische Hafenzoll, dem von Haus aus nur unterlag, was zum Feilbieten
(promercale), nicht was zu eigenem Bedarf des Verladers (usuarium) in dem Hafen
von Ostia einging, und der also recht eigentlich eine Auflage auf den Handel
war. Daher, um vorzugreifen, das verhaeltnismaessig fruehe Vorkommen des
gemuenzten Geldes, ...
...(usuarium) in dem Hafen
von Ostia einging, und der also recht eigentlich eine Auflage auf den Handel
war. Daher, um vorzugreifen, das verhaeltnismaessig fruehe Vorkommen des
gemuenzten Geldes, der Handelsvertraege mit ueberseeischen Staaten in Rom. In
diesem Sinn mag denn Rom allerdings, wie auch die Sage annimmt, mehr eine
geschaffene als eine gewordene Stadt und unter den latinischen eher die juengste
als die aelteste sein. Ohne Zweifel war die Landschaft schon einigermassen
bebaut und das Albanische Gebirge sowi...
...urgen besetzt, als das latinische Grenzemporium am Tiber entstand. Ob ein
Beschluss der latinischen Eidgenossenschaft, ob der geniale Blick eines
verschollenen Stadtgruenders oder die natuerliche Entwicklung der
Verkehrsverhaeltnisse die Stadt Rom ins Leben gerufen hat, darueber ist uns
nicht einmal eine Mutmassung gestattet. Wohl aber knuepft sich an diese
Wahrnehmung ueber Roms Emporienstellung in Latium eine andere Beobachtung an. Wo
uns die Geschichte zu daemmern beginnt, steht Rom dem latinischen Gemeindebund
als einheitlich geschlossene Stadt gegenueber. Die latinische Sitte, in offenen
Doerfern zu wohnen und die gemeinschaftliche Burg nur zu Festen und
Versammlungen oder im Notfall zu benutzen, ist hoechst wahrscheinl...
...he ihrer oeffentlichen und Privattaetigkeit auf
ihrem staedtischen und kaufmaennischen Wesen ruht, und dass ihr Gegensatz gegen
die uebrigen Latiner und ueberhaupt die Italiker vor allem der Gegensatz ist des
Buergers gegen den Bauer. Zwar ist Rom keine Kaufstadt wie Korinth oder
Karthago; denn Latium ist eine wesentlich ackerbauende Landschaft und Rom
zunaechst und vor allem eine latinische Stadt gewesen und geblieben. Aber was
Rom auszeichnet vor der Menge der uebrigen latinischen Staedte, muss allerdings
zurueckgefuehrt werden auf seine Handelsstellung und auf den dadurch bedingten
Geist seiner Buergerschaft. Wenn Rom das Emporium der latinischen Landschaften
war, so ist es begreiflich, dass hier neben und ueber der latinischen
Feldwirtschaft sich ein staedtisches Leben kraeftig und rasch entwickelte und
damit der Grund zu seiner Sonderstellung gelegt ward....
... hier neben und ueber der latinischen
Feldwirtschaft sich ein staedtisches Leben kraeftig und rasch entwickelte und
damit der Grund zu seiner Sonderstellung gelegt ward. Die Verfolgung dieser
merkantilen und strategischen Entwicklung der Stadt Rom ist bei weitem wichtiger
und ausfuehrbarer als das unfruchtbare Geschaeft, unbedeutende und wenig
verschiedene Gemeinden der Urzeit chemisch zu analysieren. Jene staedtische
Entwicklung koennen wir noch einigermassen erkennen in den Ueberliefe...
...t, unbedeutende und wenig
verschiedene Gemeinden der Urzeit chemisch zu analysieren. Jene staedtische
Entwicklung koennen wir noch einigermassen erkennen in den Ueberlieferungen
ueber die allmaehlich entstandenen Umwallungen und Verschanzungen Roms, deren
Anlage mit der Entwicklung des roemischen Gemeinwesens zu staedtischer Bedeutung
notwendig Hand in Hand gegangen sein muss. | | |
| | Die untertaenigen Landschaften bis zu der Gracchenzeit -> | ...iefert und
die bedungene Geldsumme groesstenteils gezahlt, als im Jahre 615 (139) der neue
Feldherr Marcus Popillius Laenas im Lager eintraf. Sowie Pompeius die Last des
Oberbefehls auf fremde Schultern gewaelzt sah, ergriff er, um sich der in Rom
seiner wartenden Verantwortung fuer den nach roemischen Begriffen ehrlosen
Frieden zu entziehen, den Ausweg, sein Wort nicht etwa bloss zu brechen, sondern
zu verleugnen und, als die Numantiner kamen, um die letzte Zahlung zu machen,
ihren u...
...ern
zu verleugnen und, als die Numantiner kamen, um die letzte Zahlung zu machen,
ihren und seinen Offizieren ins Gesicht den Abschluss des Vertrages einfach in
Abrede zu stellen. Die Sache ging zur rechtlichen Entscheidung an den Senat nach
Rom; waehrend dort darueber verhandelt ward, ruhte vor Numantia der Krieg und
beschaeftigte sich Laenas mit einem Zug nach Lusitanien, wo er die Katastrophe
des Viriathus beschleunigen half, und mit einem Streifzug gegen die den
Numantinern benach...
...a, Freunden und Feinden ein
klaegliches Schauspiel. Jedoch fuer Mancinus' Nachfolger, seinen Kollegen im
Konsulat, Marcus Aemilius Lepidus, schien die bittere Lehre voellig verloren.
Waehrend die Verhandlungen ueber den Vertrag mit Mancinus in Rom schwebten,
griff er unter nichtigen Vorwaenden, eben wie sechzehn Jahre zuvor Lucullus, das
freie Volk der Vaccaeer an und begann in Gemeinschaft mit dem Feldherrn der
jenseitigen Provinz Pallantia zu belagern (618 136). Ein Senatsbeschluss be...
...ich ohne Niederlage heim. Selbst die roemische Regierung fing endlich
an einzusehen, dass man so nicht laenger fortfahren koenne; man entschloss sich,
die Bezwingung der kleinen spanischen Landstadt ausserordentlicherweise dem
ersten Feldherrn Roms, Scipio Aemilianus, zu uebertragen. Die Geldmittel zur
Kriegfuehrung wurden ihm freilich dabei mit verkehrter Kargheit zugemessen und
die verlangte Erlaubnis, Soldaten auszuheben, sogar geradezu verweigert, wobei
Koterieintrigen und die Furch...
...eren. Den ersten
Sommer vermied der Feldherr jeden Kampf mit den Numantinern; er begnuegte sich,
die Vorraete in der Umgegend zu vernichten und die Vaccaeer, die den Numantinern
Korn verkauften, zu zuechtigen und zur Anerkennung der Oberhoheit Roms zu
zwingen. Erst gegen den Winter zog Scipio sein Heer um Numantia zusammen; ausser
dem numidischen Kontingent von Reitern, Fusssoldaten und zwoelf Elefanten unter
Anfuehrung des Prinzen Jugurtha und den zahlreichen spanischen Zuzuegen waren ...
... Boden
gleichgemacht, ihr Gebiet unter die Nachbarstaedte verteilt. Das geschah im
Herbst 621 (133), fuenfzehn Monate nachdem Scipio den Oberbefehl uebernommen
hatte.
Mit Numantias Fall war die hier und da noch sich regende Opposition gegen
Rom in der Wurzel getroffen; militaerische Spaziergaenge und Geldbussen reichten
aus, um die roemische Oberherrschaft im ganzen diesseitigen Spanien zur
Anerkennung zu bringen.
Auch im jenseitigen ward durch die Ueberwindung der Lusitaner die roemi...
... er die Leiden des
Krieges auf sich nimmt, wenn es sein muss; der Staat, der die Selbstaendigkeit
eingebuesst hat, mag wenigstens einen Ersatz darin finden, dass der Schutzherr
ihm Ruhe schafft vor seinen Nachbarn. Allein diese Klientelstaaten Roms hatten
weder Selbstaendigkeit noch Frieden. In Afrika bestand zwischen Karthago und
Numidien tatsaechlich ein ewiger Grenzkrieg. In Aegypten hatte zwar der
roemische Schiedsspruch den Sukzessionsstreit der beiden Brueder Ptolemaeos
Philomet...
...b; dass ein syrischer Prinz den Thron
seiner Vorfahren bestieg unter dem Vorgeben, ihn von den Roemern zugesprochen
erhalten zu haben, waehrend in der Tat ihm derselbe vom Senate ausdruecklich
abgeschlagen und er selbst nur durch Bannbruch von Rom entkommen war; ja dass
die offenkundige Ermordung eines roemischen Kommissars, der im Auftrag des
Senats vormundschaftlich das Regiment von Syrien fuehrte, gaenzlich ungeahndet
hinging. Die Asiaten wussten zwar sehr wohl, dass sie nicht imstan...
...er sie wussten nicht minder, wie wenig der
Senat geneigt war, den Buergern Marschbefehl nach dem Euphrat oder dem Nil zu
erteilen. So ging es in diesen entlegenen Landschaften zu wie in der Schulstube,
wenn der Lehrer fern und schlaff ist; und Roms Regiment brachte die Voelker
zugleich um die Segnungen der Freiheit und um die der Ordnung. Fuer die Roemer
selbst aber war diese Lage der Dinge insofern bedenklich, als sie die Nord- und
Ostgrenze gewissermassen preisgab. Ohne dass Rom unmittelbar und rasch es zu
verhindern vermochte, konnten hier, gestuetzt auf die ausserhalb des Bereiches
der roemischen Hegemonie gelegenen Binnenlandschaften und im Gegensatz gegen die
schwachen roemischen Klientelstaaten, Reiche sich bilde...
...rasch es zu
verhindern vermochte, konnten hier, gestuetzt auf die ausserhalb des Bereiches
der roemischen Hegemonie gelegenen Binnenlandschaften und im Gegensatz gegen die
schwachen roemischen Klientelstaaten, Reiche sich bilden von einer fuer Rom
gefaehrlichen und frueher oder spaeter mit ihm rivalisierenden Machtentwicklung.
Allerdings schirmte hiergegen einigermassen der ueberall zerspaltene und
nirgends einer grossartigen staatlichen Entwicklung guenstige Zustand der
angrenzenden ...
.... Die Folge war, dass Massinissa sofort sich eines anderen
karthagischen Bezirks an der Westgrenze des karthagischen Gebiets, der Stadt
Tusca und der grossen Felder am Bagradas, bemaechtigte; den Karthagern blieb
nichts uebrig, als abermals in Rom einen hoffnungslosen Prozess anhaengig zu
machen. Nach langem und ohne Zweifel absichtlichem Zoegern erschien in Afrika
eine zweite Kommission (597 157); als aber die Karthager auf einen, ohne genaue
vorgaengige Untersuchung der Rechtsfrage vo...
...em und ohne Zweifel absichtlichem Zoegern erschien in Afrika
eine zweite Kommission (597 157); als aber die Karthager auf einen, ohne genaue
vorgaengige Untersuchung der Rechtsfrage von derselben zu faellenden
Schiedsspruch nicht unbedingt kompromittieren wollten, sondern auf eingehender
Eroerterung der Rechtsfrage bestanden, kehrten die Kommissare ohne weiteres
wieder zurueck nach Rom. Die Rechtsfrage zwischen Karthago und Massinissa blieb
also unerledigt; aber die Sendung fuehrte eine wichtigere Entscheidung herbei.
Das Haupt dieser Kommission war der alte Marcus Cato gewesen, damals vielleicht
der einflussreichste Mann im...
...influssreichste Mann im Senat und als Veteran aus dem Hannibalischen Kriege
noch von dem vollen Poenerhass und der vollen Poenerfurcht durchdrungen.
Betroffen und missguenstig hatte dieser mit eigenen Augen den bluehenden Zustand
der Erbfeinde Roms, die ueppige Landschaft und die wogenden Gassen, die
gewaltigen Waffenvorraete in den Zeughaeusern und das reiche Flottenmaterial
geschaut; schon sah er im Geiste einen zweiten Hannibal all diese Hilfsmittel
gegen Rom verwenden. In seiner ehrlichen und mannhaften, aber durchaus
bornierten Weise kam er zu dem Ergebnis, dass Rom nicht eher sicher sein werde,
als bis Karthago vom Erdboden verschwunden sei, und entwickelte nach seiner
Heimkehr diese Ansicht sofort im Senat. Dort widersetzten die freier blickenden
Maenner der Aristokratie, namentlich Scipio Nasica, sich ...
...er Besorgnisse vor
einer Kaufstadt, deren phoenikische Bewohner mehr und mehr der kriegerischen
Kuenste und Gedanken sich entwoehnten, und die vollkommene Vertraeglichkeit der
Existenz dieser reichen Handelsstadt mit der politischen Suprematie Roms. Selbst
die Umwandlung Karthagos in eine roemische Provinzialstadt waere ausfuehrbar,
ja, verglichen mit dem gegenwaertigen Zustand, den Phoenikern selbst vielleicht
nicht unwillkommen gewesen. Indes Cato wollte eben nicht die Unterwerfung,
...
...ato wollte eben nicht die Unterwerfung,
sondern den Untergang der verhassten Stadt. Seine Politik fand, wie es scheint,
Bundesgenossen teils an den Staatsmaennern, die geneigt waren, die
ueberseeischen Gebiete in unmittelbare Abhaengigkeit von Rom zu bringen, teils
und vor allem an dem maechtigen Einfluss der roemischen Bankiers und
Grosshaendler, denen nach der Vernichtung der reichen Geld- und Handelsstadt die
Erbschaft derselben zufallen musste. Die Majoritaet beschloss, bei der erst...
...agische Rat wollte einwilligen, allein die Menge verhinderte die
Ausfuehrung des Beschlusses, und die roemischen Boten, die diesen Bescheid nach
Karthago ueberbracht hatten, schwebten in Lebensgefahr. Massinissa sandte seinen
Sohn Gulussa nach Rom, um ueber die fortdauernden Vorbereitungen Karthagos fuer
den Land- und den Seekrieg Bericht zu erstatten und die Kriegserklaerung zu
beschleunigen. Nachdem noch einmal eine Gesandtschaft von zehn Maennern es
bestaetigt hatte, dass in Karthago...
...t gegen
roemische Bundesgenossen noch ausserhalb der eigenen Grenzen Krieg zu fuehren,
waren jetzt allerdings von den Karthagern uebertreten worden - und einen bereits
im voraus geschlagenen Gegner. Schon wurden die italischen Kontingente nach Rom
gemahnt und die Schiffe zusammenberufen; jeden Augenblick konnte die
Kriegserklaerung da sein. Die Karthager boten alles auf, den drohenden Schlag
abzuwenden. Die Fuehrer der Patriotenpartei, Hasdrubal und Karthalo, wurden zum
Tode verurteil...
...ammenberufen; jeden Augenblick konnte die
Kriegserklaerung da sein. Die Karthager boten alles auf, den drohenden Schlag
abzuwenden. Die Fuehrer der Patriotenpartei, Hasdrubal und Karthalo, wurden zum
Tode verurteilt und eine Gesandtschaft nach Rom geschickt, um auf sie die
Verantwortung zu waelzen. Allein, zugleich trafen Boten von Utica, der zweiten
Stadt der libyschen Phoeniker, dort ein, welche Vollmacht hatten, ihre Gemeinde
den Roemern voellig zu eigen zu geben - mit dieser zuvorko...
...wollten; allein es schien doch wieder unmoeglich zu glauben, dass nun wirklich
fuer die liebe Heimatstadt die letzte Stunde gekommen sei. Noch einmal gingen
karthagische Sendboten, diesmal ihrer dreissig und mit unbeschraenkter
Vollmacht, nach Rom. Als sie ankamen, war bereits der Krieg erklaert (Anfang 605
149) und das doppelte Konsularheer eingeschifft; doch versuchten sie noch jetzt,
den Sturm durch vollstaendige Unterwerfung zu beschwoeren. Der Senat beschied
sie, dass Rom bereit sei, der karthagischen Gemeinde ihr Gebiet, ihre
staedtische Freiheit und ihr Landrecht, ihr Gemeinde- und Privatvermoegen zu
garantieren, wofern sie den soeben nach Sizilien abgegangenen Konsuln binnen
Monatsfrist in Lilybaeon 300 Geis...
...
vernahm, fuegte man zunaechst sich dieser und hoffte weiter, weil man den Mut
nicht hatte es auszudenken, was es heisse, sich der Willkuer eines Todfeindes im
voraus zu unterwerfen. Die Konsuln sandten die Geiseln von Lilybaeon zurueck
nach Rom und beschieden die karthagischen Boten, das weitere in Afrika zu
vernehmen. Ohne Widerstand geschah die Landung und wurden die geforderten
Lebensmittel verabfolgt. Als im Hauptquartier von Utica die gesamte Gerusia von
Karthago erschien, um di...
... man, in echt phoenikischer
Weise die grenzenloseste Erbitterung unter dem Mantel der Demut versteckend, den
Feind zu taeuschen. Es ging eine Botschaft an die Konsuln, um dreissigtaegigen
Waffenstillstand zur Absendung einer Gesandtschaft nach Rom zu erbitten. Die
Karthager wussten wohl, dass die Feldherrn diese einmal schon abgeschlagene
Bitte weder gewaehren wollten noch konnten; allein die Konsuln wurden dadurch
bestaerkt in der natuerlichen Voraussetzung, dass nach dem ersten Ausbru... | | |
| | Die Empoerung der italischen Untertanen und die Sulpicische Revolution -> | ...e
Wahl, entweder geduldig sich zu fuegen oder den Versuch, der vor
fuenfunddreissig Jahren durch die Zerstoerung von Fregellae im Keim erstickt
worden war, noch einmal und womoeglich mit gesamter Hand zu wiederholen und mit
den Waffen sei es Rom zu vernichten und zu beerben, sei es wenigstens die
Gleichberechtigung mit Rom zu erzwingen. Es war dieser letztere Entschluss
freilich ein Entschluss der Verzweiflung; wie die Sachen lagen, mochte die
Auflehnung der einzelnen Stadtgemeinden gegen die roemische Regierung gar leicht
noch hoffnungsloser erscheinen als der ...
... bestand und gewaehrte fuer die politische Organisation des Aufstandes
einen wichtigen Anhalt, waehrend die militaerische daran anknuepfen konnte, dass
jede Bundesstadt ihr eigenes Heerwesen und erprobte Soldaten besass. Andrerseits
war man in Rom auf nichts ernstlich gefasst. Man vernahm wohl davon, dass
unruhige Bewegungen in Italien stattfaenden und die bundesgenoessischen
Gemeinden miteinander einen auffallenden Verkehr unterhielten; aber statt
schleunigst die Buerger unter die Waff...
...dem Krieg der
Name des marsischen blieb. Dem gegebenen Beispiel folgten die samnitischen und
ueberhaupt die Masse der Gemeinden vom Liris und den Abruzzen bis hinab nach
Kalabrien und Apulien, so dass bald in ganz Mittel- und Sueditalien gegen Rom
geruestet ward. Die Etrusker und Umbrer dagegen hielten zu Rom, wie sie bereits
frueher mit den Rittern zusammengehalten hatten gegen Drusus. Es ist
bezeichnend, dass in diesen Landschaften seit alten Zeiten die Grund- und
Geldaristokratie uebermaechtig und der Mittelstand gaenzlich verschwunden war,
wo...
...Regierung. Danach ist es auch leicht erklaerlich, dass in den aufstaendischen
Distrikten einzelne Gemeinden und in den aufstaendischen Gemeinden Minoritaeten
festhielten an dem roemischen Buendnis; wie zum Beispiel die Vestinerstadt Pinna
fuer Rom eine schwere Belagerung aushielt und ein im Hirpinerland gebildetes
Loyalistenkorps unter Minatus Magius von Aeclanum die roemischen Operationen in
Kampanien unterstuetzte. Endlich hielten fest an Rom die am besten gestellten
bundesgenoessischen Gemeinden, in Kampanien, Nola und Nuceria, und die
griechischen Seestaedte Neapolis und Rhegion, desgleichen wenigstens die meisten
latinischen Kolonien, wie zum Beispiel Alba und Aesernia - ebenwie...
... Seestaedte Neapolis und Rhegion, desgleichen wenigstens die meisten
latinischen Kolonien, wie zum Beispiel Alba und Aesernia - ebenwie im
Hannibalischen Kriege die latinischen und die griechischen Staedte im ganzen
fuer die sabellischen gegen Rom Partei genommen hatten. Die Vorfahren hatten
Italiens Beherrschung auf die aristokratische Gliederung gegruendet und mit
geschickter Abstufung der Abhaengigkeiten die schlechter gestellten Gemeinden
durch die besseren Rechts, innerhalb jeder G...
...tsmaenner des vierten und fuenften
Jahrhunderts ihre Werksteine ineinandergefuegt hatten; auch diese Sturmflut
hielt der vielfach erschuetterte Bau noch aus. Freilich war damit, dass die
besser gestellten Staedte nicht auf den ersten Stoss von Rom liessen, noch
keineswegs gesagt, dass sie auch jetzt, wie im Hannibalischen Kriege, auf die
Laenge und nach schweren Niederlagen ausdauern wuerden, ohne in ihrer Treue
gegen Rom zu schwanken; die Feuerprobe war noch nicht ueberstanden.
Das erste Blut war also geflossen und Italien in zwei grosse Heerlager
auseinandergetreten. Zwar fehlte, wie wir sahen, noch gar viel an einer
allgemeinen Schilderhebung der italischen B...
... Insurrektion schon eine vielleicht die Hoffnungen der Fuehrer selbst
uebertreffende Ausdehnung gewonnen, und die Insurgenten konnten ohne Uebermut
daran denken, der roemischen Regierung ein billiges Abkommen anzubieten. Sie
sandten Boten nach Rom und machten sich anheischig, gegen Aufnahme in den
Buergerverband die Waffen niederzulegen; es war vergebens. Der Gemeinsinn, der
so lange in Rom vermisst worden war, schien ploetzlich wiedergekehrt zu sein,
nun es sich darum handelte, einem gerechten und jetzt auch mit ansehnlicher
Macht unterstuetzten Begehren der Untertanen mit starrer Borniertheit in den Weg
zu treten. Die naechste ...
...er
tribunizischen Interzession eine besondere Hochverratskommission, natuerlich aus
dem mit offener Gewalt fuer diesen Antrag kaempfenden Ritterstand, niedergesetzt
zur Untersuchung der von Drusus angezettelten und, wie in Italien so auch in
Rom, weitverzweigten Verschwoerung, aus der die Insurrektion hervorgegangen war
und die jetzt, da halb Italien in Waffen stand, der gesamten erbitterten und
erschreckten Buergerschaft als unzweifelhafter Landesverrat erschien. Die
Urteile dieser K...
... inmitten der marsischen, samnitischen, marrucinischen und
vestinischen Gaue, also im Herzen der insurgierten Landschaften belegenen
Gebiete der Paeligner, in der schoenen Ebene an dem Pescarafluss ward die Stadt
Corfinium auserlesen zum Gegen-Rom oder zur Stadt Italia, deren Buergerrecht den
Buergern saemtlicher insurgierter Gemeinden erteilt ward; hier wurden in
entsprechender Groesse Markt und Rathaus abgesteckt. Ein Senat von fuenfhundert
Mitgliedern erhielt den Auftrag, die Verfass...
...nfhundert
Mitgliedern erhielt den Auftrag, die Verfassung festzustellen, und die
Oberleitung des Kriegswesens. Nach seiner Anordnung erlas die Buergerschaft aus
den Maennern senatorischen Ranges zwei Konsuln und zwoelf Praetoren, die ebenwie
Roms zwei Konsuln und sechs Praetoren die hoechste Amtsgewalt in Krieg und
Frieden .uebernahmen. Die lateinische Sprache, die damals schon bei den Marsern
und Picentern die landuebliche war, blieb in offiziellem Gebrauch, aber es trat
ihr die samn...
...chberechtigt zur Seite und beider bediente man sich abwechselnd auf den
Silbermuenzen, die man nach roemischen Mustern und nach roemischem Fuss auf den
Namen des neuen italischen Staates zu schlagen anfing, also das seit zwei
Jahrhunderten von Rom ausgeuebte Muenzmonopol ebenfalls ihm aneignend. Es geht
aus diesen Bestimmungen hervor, was sich freilich schon von selbst versteht,
dass die Italiker jetzt nicht mehr sich Gleichberechtigung von den Roemern zu
erstreiten, sondern diese zu ve...
...strats auch von den Feldherren der
Italiker nach einem Siege vertauscht wird mit dem Titel Imperator. Es aendert
sich eben nichts als der Name, ganz wie auf den Muenzen der Insurgenten dasselbe
Goetterbild erscheint und nur die Beschrift nicht Roma, sondern Italia lautet.
Nur darin unterscheidet, nicht zu seinem Vorteil, sich dies Insurgenten-Rom von
dem urspruenglichen, dass das letztere denn doch eine staedtische Entwicklung
gehabt und seine unnatuerliche Zwischenstellung zwischen Stadt und Staat
wenigstens auf natuerlichem Wege sich gebildet hatte, wogegen das neue Italia
gar nich...
... Unding
waere, ganz und vollkommen modern ist. Selbst die italische Staatenbildung,
obwohl sie in den gewissermassen repraesentativen Senaten und in dem
Zuruecktreten der Komitien dem freien Staat der Neuzeit sich naehert, hat doch
weder als Rom noch als Italia jemals die Grenzlinie zu ueberschreiten vermocht.
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3 Selbst aus unserer duerftigen Kunde, worunter Diodor (p. 538) und Strabon
(5, 4, 2) noch das Beste geben, erhellt dies sehr b...
...tretung der insurgierten Staedte gesorgt haben;
allein dass die Senatoren von Rechts wegen von den Gemeinden deputiert werden
sollten, ist nirgends ueberliefert. Ebensowenig schliesst der Auftrag an den
Senat, die Verfassung zu entwerfen, die Promulgation durch den Beamten und die
Ratifikation durch die Volksversammlung aus.
| | |
| | 9. Kapitel - Die Euphratgrenze und die Parther -> | ...chten und es
den Parthern zu ueberlassen; und wie die Dinge lagen, durfte er schwerlich daran
denken. Wenn aber Armenien festgehalten ward, konnte man dabei nicht
stehenbleiben; die oertlichen Verhaeltnisse noetigten die Roemer, weiter das
Stromgebiet des Kyros, die Landschaften der Iberer an seinem oberen, der Albaner
an seinem unteren Lauf, das heisst, die als Reiter wie zu Fuss kampftuechtigen
Bewohner des heutigen Georgien und Schirwan, unter ihren massgebenden Einfluss
zu bringen...
... nicht bloss ueber die Kueste von Pharnakeia bis Trapezunt,
sondern auch ueber das Gebiet der Kolcher an der Phasismuendung. Zu dieser
allgemeinen Sachlage kamen die besonderen Verhaeltnisse des Augenblicks, welche
es dem neuen Alleinherrscher Roms in dringendster Weise nahelegten, das Schwert
den Orientalen gegenueber nicht bloss zu zeigen, sondern auch zu ziehen. Dass
Koenig Artaxes, wie einst Mithradates, saemtliche Roemer innerhalb seiner
Grenzen umzubringen befohlen hatte, konnte n...
...ste der roemische Staatsmann rechnen;
bei der Stellung, die Augustus im Orient nahm, war die Politik der Aktion
ueberhaupt und durch die vorhergegangenen Misserfolge doppelt geboten. Ohne
Zweifel war es wuenschenswert, die Ordnung der Dinge in Rom bald vorzunehmen;
aber eine zwingende Noetigung, dies sofort zu tun, bestand fuer den
unbestrittenen Alleinherrscher nicht. Er befand sich nach den entscheidenden
Schlaegen von Aktion und Alexandreia an Ort und Stelle und an der Spitze eines
...
...ch den entscheidenden
Schlaegen von Aktion und Alexandreia an Ort und Stelle und an der Spitze eines
starken und siegreichen Heeres; was einmal geschehen musste, geschah am besten
gleich. Ein Herrscher vom Schlage Caesars waere schwerlich nach Rom
zurueckgegangen, ohne in Armenien die Schutzherrschaft hergestellt, die
roemische Suprematie bis zum Kaukasus und zum Kaspischen Meere zur Anerkennung
gebracht und mit dem Parther abgerechnet zu haben. Ein Herrscher von Umsicht und
Tatkraft ...
...n Umsicht und
Tatkraft haette die Grenzverteidigung im Osten gleich jetzt geordnet, wie die
Verhaeltnisse es erforderten; es war von vornherein klar, dass die vier
syrischen Legionen von zusammen 40000 Mann nicht genuegten, um die Interessen
Roms zugleich am Euphrat, am Araxes und am Kyros zu wahren und dass die Milizen
der abhaengigen Koenigreiche den Mangel der Reichstruppen nur verdeckten, nicht
deckten. Armenien hielt durch politische und nationale Sympathie mehr zu den
Parthern a...
... von Alexandreia von Augustus getroffenen Massregeln. Er gab dem
vertriebenen Koenig der Meder die Herrschaft von Klein-Armenien und dem
parthischen Praetendenten Tiridates ein Asyl in Syrien, um durch jenen den in
offener Feindseligkeit gegen Rom verharrenden Koenig Artaxes in Schach zu
halten, durch diesen auf den Koenig Phraates zu druecken. Die mit diesem wegen
der Rueckgabe der parthischen Siegestrophaeen angeknuepften Verhandlungen zogen
sich ergebnislos hin, obwohl Phraates im Ja...
...e, fuegten sich die Orientalen. In Armenien, wo eine maechtige Partei
sich gegen den Koenig Artaxes erhoben hatte, warfen sich die Insurgenten den
Roemern in die Arme und erbaten fuer des Artaxes juengeren, am kaiserlichen Hof
erzogenen und in Rom lebenden Bruder Tigranes die kaiserliche Belehnung. Als des
Kaisers Stiefsohn Tiberius Claudius Nero, damals ein 22jaehriger Juengling, mit
Heeresmacht in Armenien einrueckte, wurde Koenig Artaxes von seinen eigenen
Verwandten ermordet, und Ti...
...oenigliche Tiara aus der Hand des
kaiserlichen Vertreters, wie sie fuenfzig Jahre frueher sein gleichnamiger
Grossvater von Pompeius empfangen hatte. Atropatene wurde wieder von Armenien
getrennt und kam unter die Herrschaft eines ebenfalls in Rom erzogenen
Herrschers, des Ariobarzanes, Sohnes des frueher erwaehnten Artavazdes; doch
scheint dieser das Land nicht als roemisches, sondern als parthisches Lehnsreich
erhalten zu haben. Ueber die Ordnung der Dinge in den Fuerstentuemern am
...
...efahr eines parthischen Krieges ward abgewandt, das gestoerte Einvernehmen
wenigstens aeusserlich wiederhergestellt. Den Armeniern setzte Gaius den
Ariobarzanes, einen Prinzen aus dem medischen Fuerstenhause, zum Koenig, und die
Oberherrschaft Roms wurde abermals befestigt. Indes fuegten die antiroemisch
gesinnten Armenier sich nicht ohne Widerstand; es kam nicht bloss zum Einruecken
der Legionen, sondern auch zum Schlagen. Vor den Mauern des armenischen Kastells
Artageira empfing der j...
...Wiederherstellung
der Beziehungen zu den Parthern war erreicht, wie truebe Schatten auch durch den
Tod des Kronprinzen auf diesen Erfolg fielen.
Bestand hatte derselbe so wenig wie der der glaenzenderen Expedition des
Jahres 734 (20). Die von Rom eingesetzten Herrscher Armeniens wurden bald von
denen der Gegenpartei unter versteckter oder offener Beteiligung der Parther
bedraengt oder verdraengt. Als der in Rom erzogene parthische Prinz Vonones auf
den erledigten parthischen Thron berufen ward, hofften die Roemer an ihm eine
Stuetze zu finden; allein eben deswegen musste er bald ihn raeumen, und an seine
Stelle kam Koenig Artabanos von Medien, ein mu...
...Grenzland zu verzichten. Im Gegenteil wurde die wahrscheinlich laengst
beschlossene Einziehung des Koenigreichs Kappadokien im Jahre 17 zur Ausfuehrung
gebracht: der alte Archelaos, der dort seit dem Jahre 718 (36) den Thron
einnahm, ward nach Rom berufen und ihm hier angekuendigt, dass er aufgehoert
habe zu regieren. Ebenso kam das kleine, aber wegen der Euphratuebergaenge
wichtige Koenigreich Kommagene damals unter unmittelbare kaiserliche Verwaltung.
Damit war die unmittelbare Reichs...
...ren Krieg im Orient zu beginnen, bewog die Armenier,
seinen eigenen aeltesten Sohn, den Arsakes, zum Herrscher auszurufen, das heisst
die roemische Oberherrlichkeit mit der parthischen zu vertauschen. Ja er schien
es geradezu auf den Krieg mit Rom anzulegen; er forderte die Verlassenschaft
seines in Kilikien umgekommenen Vorgaengers und Rivalen Vonones von der
roemischen Regierung, und seine Schreiben an diese sprachen ebenso unverhuellt
aus, dass der Orient den Orientalen gehoere, wie ...
...es in Kilikien umgekommenen Vorgaengers und Rivalen Vonones von der
roemischen Regierung, und seine Schreiben an diese sprachen ebenso unverhuellt
aus, dass der Orient den Orientalen gehoere, wie sie die Greuel am kaiserlichen
Hofe, die man in Rom sich nur im vertrautesten Kreise zuzufluestern wagte, bei
ihrem rechten Namen nannten. Er soll sogar einen Versuch gemacht haben, sich in
Besitz von Kappadokien zu setzen. Aber indem alten Loewen hatte er sich
verrechnet. Tiberius war auch auf...
...nten. Er soll sogar einen Versuch gemacht haben, sich in
Besitz von Kappadokien zu setzen. Aber indem alten Loewen hatte er sich
verrechnet. Tiberius war auch auf Capreae nicht bloss den Hofleuten furchtbar
und nicht der Mann, sich und in sich Rom ungestraft verhoehnen zu lassen. Er
sandte den Lucius Vitellius, den Vater des spaetem Kaisers, einen entschlossenen
Offizier und geschickten Diplomaten, nach dem Orient mit aehnlicher
Machtvollkommenheit, wie sie frueher Gaius Caesar und Germ...
...hten Arsakiden von dieser erbeten. Tiberius hatte
des Phraates einzigen ueberlebenden, dem Vater gleichnamigen Sohn und, nachdem
der alte roemisch gewoehnte Mann den Anstrengungen noch in Syrien erlegen war,
an dessen Stelle einen ebenfalls in Rom lebenden Enkel des Phraates namens
Tiridates geschickt. Der parthische Fuerst Sinnakes, der Fuehrer dieser
Zettelungen, kuendigte jetzt dem Skythen den Gehorsam und pflanzte das Banner
der Arsakiden auf. Vitellius ueberschritt mit den Legionen...
...m Beispiel das eingezogene Koenigreich Kommagene
wiederherstellte, goennte sein toerichter Neid dem toten Kaiser den erreichten
Erfolg nicht; den tuechtigen Statthalter von Syrien wie den neuen Koenig von
Armenien lud er zur Verantwortung nach Rom vor, setzte den letzteren ab und
schickte ihn, nachdem er ihn eine Zeitlang gefangen gehalten hatte, ins Exil.
Selbstverstaendlich griff die parthische Regierung zu und nahm das herrenlose
Armenien wiederum in Besitz ^28. Claudius hatte, als e...
... sehr bald brach der Bruder den
Vergleich und begann der Buergerkrieg aufs neue. Nicht einmal die Ermordung des
tapferen und im Kampf mit den Voelkern Turans siegreichen Vardanes setzte
demselben ein Ziel; die Gegenpartei wendete sich nun nach Rom und erbat sich von
der dortigen Regierung den dort lebenden Sohn des Vonones, den Prinzen
Meherdates, welcher dann auch vom Kaiser Claudius vor dem versammelten Senat den
Seinigen zur Verfuegung gestellt und nach Syrien entlassen ward mit der ...
...
8 sein gleichnamiger Sohn, den nebst seinem Sohn dann Gotarzes aus dem Wege
raeumte; und dieser Artabanos IV. wird hier gemeint sein.
^29 Die Meldung des Petrus Patricius (fr. 3 Muell.), dass der Koenig
Mithradates von Iberien den Abfall von Rom geplant, aber, um den Schein der
Treue zu wahren, seinen Bruder Kotys an Claudius gesandt habe und dann, da
dieser dem Kaiser von jenen Umtrieben Anzeige gemacht, abgesetzt und durch den
Bruder ersetzt worden sei vertraegt sich nicht mit der g... | | |
| | Sturz der etruskischen Macht - Die Kelten -> | ...der Zeitgenossen
in die Phantasie der Nachwelt, und noch wir begreifen es kaum, dass wirklich
schon zwei Jahrtausende verflossen sind, seit jene welthistorischen Gaense sich
wachsamer bewiesen als die aufgestellten Posten. Und doch - mochte in Rom
verordnet werden, dass in Zukunft bei einem Einfall der Kelten keines der
gesetzlichen Privilegien vom Kriegsdienst befreien solle; mochte man dort
rechnen nach den Jahren von der Eroberung der Stadt; mochte diese Begebenheit
widerhallen in ...
... geschichtlichen Begebenheiten beizuzaehlen. Sie
aendert eben nichts in den politischen Verhaeltnissen. Wie die Gallier wieder
abgezogen sind mit ihrem Golde, das nur eine spaet und schlecht erfundene
Erzaehlung den Helden Camillus wieder nach Rom zurueckbringen laesst; wie die
Fluechtigen sich wieder heimgefunden haben, der wahnsinnige Gedanke einiger
mattherziger Klugheitspolitiker, die Buergerschaft nach Veii ueberzusiedeln,
durch Camillus' hochsinnige Gegenrede beseitigt ist, die Ha...
...funden haben, der wahnsinnige Gedanke einiger
mattherziger Klugheitspolitiker, die Buergerschaft nach Veii ueberzusiedeln,
durch Camillus' hochsinnige Gegenrede beseitigt ist, die Haeuser eilig und
unordentlich - die engen und krummen Strassen Roms schrieben von dieser Zeit
sich her - sich aus den Truemmern erheben, steht auch Rom wieder da in seiner
alten gebietenden Stellung; ja es ist nicht unwahrscheinlich, dass dieses
Ereignis wesentlich, wenn auch nicht im ersten Augenblick, dazu beigetragen hat,
dem Gegensatz zwischen Etrurien und Rom seine Schaerfe zu nehmen und vor allem
zwischen Latium und Rom die Bande der Einigkeit fester zu knuepfen. Der Kampf
der Gallier und Roemer ist, ungleich dem zwischen Rom und Etrurien oder Rom und
Samnium, nicht ein Zusammenstoss zweier politischer Maechte, die einander
bedingen und bestimmen; er ist den Naturkatastrophen vergleichbar, nach denen
der Organismus, wenn er nicht zerstoert wird, sofort wieder sich ins gleiche
setzt. D...
...Kreisen als das Bollwerk der zivilisierten Nationen Italiens
gegen den Anstoss der gefuerchteten Barbaren erschienen - eine Auffassung, die
ihre spaetere Weltstellung mehr als man meint gefoerdert hat.
Die Tusker, die den Angriff der Kelten auf Rom benutzt hatten, um Veii zu
berennen, hatten nichts ausgerichtet, da sie mit ungenuegenden Kraeften
erschienen waren; kaum waren die Barbaren abgezogen, als der schwere Arm Latiums
sie mit unvermindertem Gewicht traf. Nach wiederholten Niederla...
...ezirke einrichteten (367 387) und die Nordgrenze sicherten durch die
Anlage der Festungen Sutrium (371 383) und Nepete (381 373). Mit raschen
Schritten ging dieser fruchtbare und mit roemischen Kolonisten bedeckte
Landstrich der vollstaendigen Romanisierung entgegen. Um 396 (358) versuchten
zwar die naechstliegenden etruskischen Staedte Tarquinii, Caere, Falerii sich
gegen die roemischen Uebergriffe aufzulehnen, und wie tief die Erbitterung war,
die dieselben in Etrurien erweckt hatten,...
...Gefangenen,
dreihundertundsieben an der Zahl, auf dem Marktplatz von Tarquinii; allein es
war die Erbitterung der Ohnmacht. Im Frieden (403 351) musste Caere, das, als
den Roemern zunaechst gelegen, am schwersten buesste, die halbe Landmark an Rom
abtreten und mit dem geschmaelerten Gebiet, das ihm blieb, aus dem etruskischen
Bunde aus- und in das Untertanenverhaeltnis zu Rom treten, welches inzwischen
zunaechst fuer einzelne latinische Gemeinden aufgekommen war. Es schien indes
nicht ratsam, dieser entfernteren und von der roemischen stammverschiedenen
Gemeinde diejenige kommunale Selbstaendigkeit zu belassen, wel...
...edenen
Gemeinde diejenige kommunale Selbstaendigkeit zu belassen, welche den
untertaenigen Gemeinden Latiums noch verblieben war; man gab der caeritischen
Gemeinde das roemische Buergerrecht nicht bloss ohne aktives und passives
Wahlrecht in Rom, sondern auch unter Entziehung der Selbstverwaltung, so dass an
die Stelle der eigenen Beamten bei der Rechtspflege und Schatzung die roemischen
traten und am Orte selbst ein Vertreter (praefectus) des roemischen Praetors die
Verwaltung leitet...
...ng beraubte Gemeinde umgewandelt ward.
Nicht lange nachher (411 343) trat auch Falerii, das seine urspruengliche
latinische Nationalitaet auch unter der Tuskerherrschaft sich bewahrt hatte, aus
dem etruskischen Bunde aus und in ewigen Bund mit Rom; damit war ganz
Suedetrurien in der einen oder anderen Form der roemischen Suprematie
unterworfen. Tarquinii und wohl das noerdliche Etrurien ueberhaupt begnuegte man
sich, durch einen Friedensvertrag auf 400 Monate fuer lange Zeit zu fesseln ...
...n
Sittenlosigkeit nichts nachgeben. Wie wenig beglaubigt das einzelne in diesen
Berichten auch ist, so scheint doch mindestens die Angabe begruendet zu sein,
dass die abscheuliche Lustbarkeit der Fechterspiele, der Krebsschaden des
spaeteren Rom und ueberhaupt der letzten Epoche des Altertums, zuerst bei den
Etruskern aufgekommen ist; und jedenfalls lassen sie im ganzen keinen Zweifel an
der tiefen Entartung der Nation. Auch die politischen Zustaende derselben sind
davon durchdrungen....
...nen Zweifel an
der tiefen Entartung der Nation. Auch die politischen Zustaende derselben sind
davon durchdrungen. So weit unsere duerftige Kunde reicht, finden wir
aristokratische Tendenzen vorwiegend, in aehnlicher Weise wie gleichzeitig in
Rom, aber schroffer und verderblicher. Die Abschaffung des Koenigtums, die um
die Zeit der Belagerung Veiis schon in allen Staaten Etruriens durchgefuehrt
gewesen zu sein scheint, rief in den einzelnen Staedten ein Patrizierregiment
hervor, das du...
...Band sich nur wenig
beschraenkt sah. Selten nur gelang es, selbst zur Landesverteidigung alle
etruskischen Staedte zu vereinigen, und Volsiniis nominelle Hegemonie haelt
nicht den entferntesten Vergleich aus mit der gewaltigen Kraft, die durch Roms
Fuehrung die latinische Nation empfing. Der Kampf gegen die ausschliessliche
Berechtigung der Altbuerger zu allen Gemeindestellen und allen
Gemeindenutzungen, der auch den roemischen Staat haette verderben muessen, wenn
nicht die aeusseren ... | | |
| | Der Krieg gegen Antiochos von Asien -> | ...den Amynander wieder auf seinen athamanischen Thron zu setzen und mit Philippos in den von diesem besetzten ätolischen und thessalischen Grenzlandschaften sich herumzuschlagen, wobei der König mehrere Nachteile erlitt. Es versteht sich, daß hiernach Rom ihre Bitte um Frieden mit der Landung des Konsuls Marcus Fulvius Nobilior beantwortete. Er traf im Frühling 565 (189) bei den Legionen ein und nahm nach fünfzehntägiger Belagerung durch eine für die Besatzung ehrenvolle Kapitulation Ambrakia, währen...
...ngungen, welche solchen erbärmlichen und tückischen Gegnern gegenüber billig genannt werden müssen. Die Ätoler verloren alle Städte und Gebiete, die in den Händen ihrer Gegner waren, namentlich Ambrakia, welches infolge einer gegen Marcus Fulvius in Rom gesponnenen Intrige später frei und selbständig ward, ferner Oinia, das den Akarnanen gegeben wurde; ebenso traten sie Kephallenia ab. Sie verloren das Recht, Krieg und Frieden zu schließen und wurden in dieser Hinsicht von den auswärtigen Beziehung...
...sponnenen Intrige später frei und selbständig ward, ferner Oinia, das den Akarnanen gegeben wurde; ebenso traten sie Kephallenia ab. Sie verloren das Recht, Krieg und Frieden zu schließen und wurden in dieser Hinsicht von den auswärtigen Beziehungen Roms abhängig; endlich zahlten sie eine starke Geldsumme. Kephallenia setzte sich auf eigene Hand gegen diesen Vertrag und fügte sich erst, als Marcus Fulvius auf der Insel landete; ja die Einwohner von Same, die befürchteten, aus ihrer wohlgelegenen St...
...n Stadt durch eine römische Kolonie ausgetrieben zu werden, fielen nach der ersten Unterwerfung wieder ab und hielten eine viermonatliche Belagerung aus, worauf die Stadt endlich genommen und die Einwohner sämtlich in die Sklaverei verkauft wurden.
Rom blieb auch hier dabei, sich grundsätzlich auf Italien und die italischen Inseln zu beschränken. Es nahm von der Beute nichts für sich als die beiden Inseln Kephallenia und Zakynthos, welche den Besitz von Kerkyra und anderen Seestationen am Adriatis...
...u beschränken. Es nahm von der Beute nichts für sich als die beiden Inseln Kephallenia und Zakynthos, welche den Besitz von Kerkyra und anderen Seestationen am Adriatischen Meer wünschenswert ergänzten. Der übrige Ländererwerb kam an die Verbündeten Roms; indes die beiden bedeutendsten derselben, Philippos und die Achäer, waren keineswegs befriedigt durch den ihnen an der Beute gegönnten Anteil. Philippos fühlte sich nicht ohne Grund verletzt. Er durfte sagen, daß in dem letzten Krieg die eigentlic...
... und in vieler Hinsicht ritterlichen Mannes ist natürlich; allein es war nicht Schikane, was die Römer bestimmte, sondern eine unabweisliche politische Notwendigkeit. Makedonien büßte dafür, daß es einmal eine Macht ersten Ranges gewesen war und mit Rom auf gleichem Fuß Krieg geführt hatte: man hatte hier, und hier mit viel besserem Grund als gegen Karthago, sich vorzusehen, daß die alte Machtstellung nicht wiederkehre.
Anders stand es mit den Achäern. Sie hatten im Laufe des Krieges gegen Antioch...
...ta, dann, nach der Vertreibung der Asiaten aus Griechenland, auch Elis und Messene mehr oder weniger gezwungen beigetreten waren. Die Römer hatten dies geschehen lassen und es sogar geduldet, daß man dabei mit absichtlicher Rücksichtslosigkeit gegen Rom verfuhr. Flamininus hatte, als Messene erklärte, sich den Römern zu unterwerfen, aber nicht in die Eidgenossenschaft eintreten zu wollen und diese darauf Gewalt brauchte, zwar nicht unterlassen, den Achäern zu Gemüte zu führen, daß solche Sonderverf...
...tten, nicht fahren, machten sie vielmehr zum unfreiwilligen Mitgliede ihrer Eidgenossenschaft; sie kauften Zakynthos von dem Statthalter des letzten Besitzers Amynander und hätten gern noch Aegina dazu gehabt. Nur widerwillig gaben sie jene Insel an Rom heraus und hörten sehr unmutig Flamininus' guten Ratschlag, sich mit ihrem Peloponnes zu begnügen. Sie glaubten es sich schuldig zu sein, die Unabhängigkeit ihres Staates um so mehr zur Schau zu tragen, je weniger daran war; man sprach von Kriegsrec...
..., die Unabhängigkeit ihres Staates um so mehr zur Schau zu tragen, je weniger daran war; man sprach von Kriegsrecht, von der treuen Beihilfe der Achäer in den Kriegen der Römer; man fragte die römischen Gesandten auf der achäischen Tagsatzung, warum Rom sich um Messene bekümmere, da Achaia ja nicht nach Capua frage, und der hochherzige Patriot, der also gesprochen, wurde beklatscht und war der Stimmen bei den Wahlen sicher. Das alles würde sehr recht und sehr erhaben gewesen sein, wenn es nicht noc...
...en, wurde beklatscht und war der Stimmen bei den Wahlen sicher. Das alles würde sehr recht und sehr erhaben gewesen sein, wenn es nicht noch viel lächerlicher gewesen wäre. Es lag wohl eine tiefe Gerechtigkeit und ein noch tieferer Jammer darin, daß Rom, so ernstlich es die Freiheit der Hellenen zu gründen und den Dank der Hellenen zu verdienen bemüht war, dennoch ihnen nichts gab als die Anarchie und nichts erntete als den Undank. Es lagen auch den hellenischen Antipathien gegen die Schutzmacht si...
...mus nicht minder eine Torheit und eine wahre historische Fratze. Bei all jenem Ehrgeiz und all jener nationalen Empfindlichkeit geht durch die ganze Nation vom ersten bis zum letzten Mann das gründlichste Gefühl der Ohnmacht. Stets horcht jeder nach Rom, der liberale Mann nicht weniger wie der servile; man dankt dem Himmel, wenn das gefürchtete Dekret ausbleibt; man mault, wenn der Senat zu verstehen gibt, daß man wohl tun werde, freiwillig nachzugeben, um es nicht gezwungen zu tun; man tut, was ma...
...echenland zu stiften, ist eine der tollsten Abgeschmacktheiten, welche politisierende Philologen nur je ausgesonnen haben. Nicht die Römer trugen den Hader nach Griechenland - wahrlich Eulen nach Athen -, sondern die Griechen ihre Zwistigkeiten nach Rom. Namentlich die Achäer, die über ihren Arrondierungsgelüsten gänzlich übersahen, wie sehr zu ihrem eigenen Besten es gewesen, daß Flamininus die ätolisch gesinnten Städte nicht der Eidgenossenschaft einverleibt hatte, erwarben in Lakedämon und Messe...
...nen Besten es gewesen, daß Flamininus die ätolisch gesinnten Städte nicht der Eidgenossenschaft einverleibt hatte, erwarben in Lakedämon und Messene sich eine wahre Hydra inneren Zwistes. Unaufhörlich baten und flehten Mitglieder dieser Gemeinden in Rom, sie aus der verhaßten Gemeinschaft zu lösen, darunter charakteristisch genug selbst diejenigen, die die Rückkehr in die Heimat den Achäern verdankten. Unaufhörlich ward von dem Achäischen Bunde in Sparta und Messene regeneriert und restauriert: die...
...oß die Nadelstiche der achäischen Gesinnungstüchtigkeit mit musterhafter Indifferenz, sondern ließ selbst die ärgsten Dinge mit sträflicher Gleichgültigkeit geschehen. Man freute sich herzlich in Achaia, als nach jener Restauration die Nachricht von Rom einlief, daß der Senat darüber zwar gescholten, aber nichts kassiert habe. Für die Lakedämonier geschah von Rom aus nichts, als daß der Senat, empört über den von den Achäern verfügten Justizmord von beiläufig sechzig bis achtzig Spartanern, der Tagsatzung die Kriminaljustiz über die Spartaner nahm - freilich ein empörender Eingriff in die inneren Angelegenhe...
... unklaren Entscheidungen des Senats; freilich, wie sollte er klar antworten, wenn auf einmal vier Parteien aus Sparta zugleich im Senat gegeneinander redeten! Dazu kam der persönliche Eindruck, den die meisten dieser peloponnesischen Staatsmänner in Rom machten; selbst Flamininus schüttelte den Kopf, als ihm einer derselben heute etwas vortanzte und den andern Tag ihn von Staatsgeschäften unterhielt. Es kam so weit, daß dem Senat zuletzt die Geduld völlig ausging und er die Peloponnesier dahin besc... | | |
| | Cinna und Sulla -> | ...n Rechte durch foermliche Separatvertraege von
dem Feldherrn der Oligarchie garantieren; Sulla hegte die bestimmte Erwartung
und trug sie absichtlich zur Schau, die revolutionaere Regierung in dem
naechsten Feldzug niederzuwerfen und wieder in Rom einzuziehen.
Aber auch der Revolution schien die Verzweiflung neue Kraefte zu geben. Das
Konsulat uebernahmen zwei ihrer entschiedensten Fuehrer, Carbo zum dritten Male
und Gaius Marius der Sohn; dass der letztere eben zwanzigjaehrige Mann
ge...
...einen Zweck. Der Konsulat Norbanus uebernahm im Potal
das Kommando; Carbo selbst begab sich nach Etrurien. Aber der Marsch Sullas mit
seinen siegreichen Legionen nach Etrurien aenderte die Lage der Dinge: bald
reichten von Gallien, Umbrien und Rom aus drei Sullanische Heere einander die
Haende. Metellus ging mit der Flotte an Ariminum vorbei nach Ravenna und schnitt
bei Faventia die Verbindung ab zwischen Ariminum und dem Potal, in das auf der
grossen Strasse nach Placentia er eine Abte...
...bos Unterfeldherrn Carrinas
schlugen und in die Stadt einschlossen; indes gelang es diesem in einer
regnerischen Nacht, aus derselben zu entweichen und, wenngleich nicht ohne
Verlust, zum Heer des Carbo durchzudringen. Sulla selbst rueckte von Rom aus in
zwei Heerhaufen in Etrurien ein, von denen der eine an der Kueste vorgehend bei
Saturnia (zwischen den Fluessen Ombrone und Albegna) das ihm entgegenstehende
Korps schlug, der zweite unter Sullas eigener Fuehrung im Clanistal auf die
...
...r die Hauptschlacht, die zwischen Carbo und Sulla in der Gegend von
Chiusi geschlagen ward, endigte zwar ohne eigentliche Entscheidung, jedoch
insofern zu Gunsten Carbos, als Sullas siegreiches Vordringen gehemmt ward. Auch
in der Umgegend von Rom schienen die Dinge fuer die revolutionaere Partei sich
guenstiger wenden und der Krieg wieder sich hauptsaechlich nach dieser Gegend
ziehen zu wollen. Denn waehrend die oligarchische Partei alle ihre Kraefte um
Etrurien konzentrierte, machte d...
...
Pompeius; in wenigen Tagen zog die Schlinge um das Heer der Demokraten und der
Samniten sich zusammen. Da entschlossen sich die Fuehrer desselben, von
Praeneste abzulassen und mit gesamter Macht auf das nur einen starken Tagemarsch
entfernte Rom sich zu werfen. Militaerisch waren sie damit verloren; ihre
Rueckzugslinie, die Latinische Strasse, geriet durch diesen Marsch in Sullas
Hand, und wenn sie auch Roms sich bemaechtigten, so wurden sie, eingeschlossen
in die zur Verteidigung keineswegs geeignete Stadt und eingekeilt zwischen
Metellus und Sullas weit ueberlegene Armeen, darin unfehlbar erdrueckt. Aber es
handelte sich auch nicht mehr um Rett...
...
in die zur Verteidigung keineswegs geeignete Stadt und eingekeilt zwischen
Metellus und Sullas weit ueberlegene Armeen, darin unfehlbar erdrueckt. Aber es
handelte sich auch nicht mehr um Rettung, sondern einzig um Rache bei diesem Zug
nach Rom, dem letzten Wutausbruch der leidenschaftlichen Revolutionaere und vor
allem der verzweifelnden sabellischen Nation. Es war Ernst, was Pontius von
Telesia den Seinigen zurief: um der Woelfe, die Italien die Freiheit geraubt
haetten, loszuwerde...
...nd vor
allem der verzweifelnden sabellischen Nation. Es war Ernst, was Pontius von
Telesia den Seinigen zurief: um der Woelfe, die Italien die Freiheit geraubt
haetten, loszuwerden, muesse man den Wald vernichten, in dem sie hausten. Nie
hat Rom in einer furchtbareren Gefahr geschwebt als am 1. November 672 (82), als
Pontius, Lamponius, Carrinas, Damasippus auf der Latinischen Strasse gegen Rom
herangezogen, etwa eine Viertelmeile vom Collinischen Tor lagerten. Es drohte
ein Tag wie der 20. Juli 365 der Stadt (389) und der 15. Juni 455 n. Chr., die
Tage der Kelten und der Vandalen. Die Zeiten waren nicht mehr, wo ein
Handstreich ge...
...erangezogen, etwa eine Viertelmeile vom Collinischen Tor lagerten. Es drohte
ein Tag wie der 20. Juli 365 der Stadt (389) und der 15. Juni 455 n. Chr., die
Tage der Kelten und der Vandalen. Die Zeiten waren nicht mehr, wo ein
Handstreich gegen Rom ein toerichtes Unternehmen war, und an Verbindungen in der
Hauptstadt konnte es den Anrueckenden nicht fehlen. Die Freiwilligenschar, die
aus der Stadt ausrueckte, meist vornehme Juenglinge, zerstob wie Spreu vor der
ungeheuren Uebermacht. Die...
...
aus der Stadt ausrueckte, meist vornehme Juenglinge, zerstob wie Spreu vor der
ungeheuren Uebermacht. Die einzige Hoffnung der Rettung beruhte auf Sulla.
Dieser war, auf die Nachricht vom Abmarsch des samnitischen Heeres in der
Richtung auf Rom, gleichfalls eiligst aufgebrochen der Hauptstadt zu Hilfe. Den
sinkenden Mut der Buergerschaft belebte im Laufe des Morgens das Erscheinen
seiner ersten Reiter unter Balbus; am Mittag erschien er selbst mit der
Hauptmacht und ordnete sofort am...
...hrodite vor dem
Collinischen Tor (unweit Porta Pia) die Reihen zur Schlacht. Seine
Unterbefehlshaber beschworen ihn, nicht die durch den Gewaltmarsch erschoepften
Truppen sofort in den Kampf zu schicken; aber Sulla erwog, was die Nacht ueber
Rom bringen koenne, und befahl noch am spaeten Nachmittag den Angriff. Die
Schlacht war hart bestritten und blutig. Der linke Fluegel Sullas, den er selbst
anfuehrte, wich zurueck bis an die Stadtmauer, so dass es notwendig ward, die
Stadttore zu ...
...eits
ebenfalls zum Vorruecken ueberging. Die ganze Nacht und noch den folgenden
Morgen ward gefochten; erst der Uebertritt einer Abteilung von 3000 Mann, die
sofort die Waffen gegen die frueheren Kameraden wandten, setzte dem Kampf ein
Ziel. Rom war gerettet. Die Insurgentenarmee, fuer die es nirgends einen
Rueckzug gab, wurde vollstaendig aufgerieben. Die in der Schlacht gemachten
Gefangenen, 3000 bis 4000 an der Zahl, darunter die Generale Damasippus,
Carrinas und den schwer verwund...
...---------------------------------------------
6 Es wird gemeldet, dass Sulla in dem Engpass stand, durch den Praeneste
allein zugaenglich war (App. I, 90); und die weiteren Ereignisse zeigen, dass
sowohl ihm als dem Entsatzheer die Strasse nach Rom offenstand. Ohne Zweifel
stand Sulla auf der Querstrasse, die von der Latinischen, auf der sie Samniten
herankamen, bei Valmontono nach Palestrina abbiegt; in diesem Fall kommunizierte
Sulla auf der praenestinischen, die Feinde auf der Launisc... | | |
| | Die Italiker gegen Rom -> | ... die Wunden bluten, welche der zweiundzwanzigjaehrige
Krieg den Bauernschaften Samniums geschlagen hatte, als im Jahre 456 (298) die
samnitische Eidgenossenschaft den Kampf erneuerte. Den letzten Krieg hatte
wesentlich Lucaniens Verbindung mit Rom und die dadurch mitveranlasste
Fernhaltung Tarents zu Gunsten Roms entschieden; dadurch belehrt, warfen die
Samniten jetzt sich zuvoerderst mit aller Macht auf die Lucaner und brachten
hier in der Tat ihre Partei ans Ruder und ein Buendnis zwischen Samnium und
Lucanien zum Abschluss. Natuerlich erklaerten di...
...zu buergen, wenn sie samnitisches Gebiet
betraeten.
Der Krieg begann also von neuem (456 298), und waehrend ein zweites Heer in
Etrurien focht, durchzog die roemische Hauptarmee Samnium und zwang die Lucaner
Frieden zu machen und Geiseln nach Rom zu senden. Das folgende Jahr konnten
beide Konsuln nach Samnium sich wenden; Rullianus siegte bei Tifernum, sein
treuer Waffengefaehrte Publius Decius Mus bei Maleventum, und fuenf Monate
hindurch lagerten zwei roemische Heere in Feindesland. ...
... wenden; Rullianus siegte bei Tifernum, sein
treuer Waffengefaehrte Publius Decius Mus bei Maleventum, und fuenf Monate
hindurch lagerten zwei roemische Heere in Feindesland. Es war das moeglich, weil
die tuskischen Staaten auf eigene Hand mit Rom Friedensverhandlungen angeknuepft
hatten. Die Samniten, welche von Haus aus in der Vereinigung ganz Italiens gegen
Rom die einzige Moeglichkeit des Sieges gesehen haben muessen, boten das
Aeusserste auf, um den drohenden Sonderfrieden zwischen Etrurien und Rom
abzuwenden; und als endlich ihr Feldherr Gellius Egnatius den Etruskern in ihrem
eigenen Lande Hilfe zu bringen anbot, verstand sich in der Tat der etruskische
Bundesrat dazu, auszuharren und noch einmal die Entscheidung der Waffen
anzurufen...
...efaehrdet nach Etrurien. Die Roemer nahmen waehrend dessen einige
feste Plaetze in Samnium und brachen den Einfluss der samnitischen Partei in
Lucanien; den Abmarsch der von Egnatius gefuehrten Armee wussten sie nicht zu
verhindern. Als man in Rom die Kunde empfing, dass es den Samniten gelungen sei,
all die ungeheuren, zur Trennung der suedlichen Italiker von den noerdlichen
gemachten Anstrengungen zu vereiteln, dass das Eintreffen der samnitischen
Scharen in Etrurien das Signal zu ein...
...lungen sei,
all die ungeheuren, zur Trennung der suedlichen Italiker von den noerdlichen
gemachten Anstrengungen zu vereiteln, dass das Eintreffen der samnitischen
Scharen in Etrurien das Signal zu einer fast allgemeinen Schilderhebung gegen
Rom geworden sei, dass die etruskischen Gemeinden aufs eifrigste arbeiteten,
ihre eigenen Mannschaften kriegsfertig zu machen und gallische Scharen in Sold
zu nehmen, da ward auch in Rom jeder Nerv angespannt, Freigelassene und
Verheiratete in Kohorten formiert - man fuehlte hueben und drueben, dass die
Entscheidung bevorstand. Das Jahr 458 (296) jedoch verging, wie es scheint, mit
Ruestungen und Maerschen. Fuer das folgende (...
...truskischen Krieges
ueberschwemmt hatten, ward nach dessen Beendigung mit leichter Muehe wieder von
den Roemern besetzt. Etrurien bat im folgenden Jahre 460 (294) um Frieden;
Volsinii, Perusia, Arretium und wohl ueberhaupt alle dem Bunde gegen Rom
beigetretenen Staedte gelobten Waffenruhe auf vierhundert Monate. Aber die
Samniten dachten anders: sie ruesteten sich zur hoffnungslosen Gegenwehr mit
jenem Mute freier Maenner, der das Glueck zwar nicht zwingen, aber beschaemen
kann. Als i...
...
Syrakusaner in Italien zugrunde ging, war es zu spaet; Samnium, des
siebenunddreissigjaehrigen Kampfes muede, hatte das Jahr vorher (464 290) mit
dem roemischen Konsul Manius Curius Dentatus Friede geschlossen und der Form
nach den Bund mit Rom erneuert. Auch diesmal wurden, wie im Frieden von 450
(304) dem tapferen Volke von den Roemern keine schimpflichen oder vernichtenden
Bedingungen gestellt; nicht einmal Gebietsabtretungen scheinen stattgefunden zu
haben. Die roemische Staatskl...
...zu
haben. Die roemische Staatsklugheit zog es vor, auf dem bisher eingehaltenen
Wege fortzuschreiten, und ehe man an die unmittelbare Eroberung des Binnenlandes
ging, zunaechst das kampanische und adriatische Litoral fest und immer fester an
Rom zu knuepfen. Kampanien zwar war laengst untertaenig; allein die
weitblickende roemische Politik fand es noetig, zur Sicherung der kampanischen
Kueste dort zwei Strandfestungen anzulegen, Minturnae und Sinuessa (459 295),
deren neue Buergerscha...
...bleibenden Gemeinden
Cures, Reate, Amiternum, Nursia das roemische Untertanenrecht (civitas sine
suffragio) aufgezwungen. Bundesstaedte gleichen Rechts wurden hier nicht
gegruendet; die Landschaft kam vielmehr unter die unmittelbare Herrschaft Roms,
die sich also ausdehnte bis zum Apennin und den umbrischen Bergen. Aber schon
beschraenkte man sich nicht auf das Gebiet diesseits der Berge; der letzte Krieg
hatte allzu deutlich gezeigt, dass die roemische Herrschaft ueber Mittelitalien
...
...n und Lucanien,
auf der grossen Strasse zwischen Tarent und Samnium in einer ungemein festen
Stellung gegruendet, war bestimmt, die Zwingburg der umwohnenden Voelkerschaften
zu sein und vor allen Dingen zwischen den beiden maechtigsten Feinden Roms im
suedlichen Italien die Verbindung zu unterbrechen. Ohne Zweifel ward zu gleicher
Zeit auch die Suedstrasse, die Appius Claudius bis nach Capua gefuehrt hatte,
von dort weiter bis nach Venusia verlaengert. So erstreckte sich, als die
Samn...
...efuehrt hatte,
von dort weiter bis nach Venusia verlaengert. So erstreckte sich, als die
Samnitischen Kriege zu Ende gingen, das geschlossene, das heisst fast
ausschliesslich aus Gemeinden roemischen oder latinischen Rechts bestehende
Gebiet Roms nordwaerts bis zum Ciminischen Walde, oestlich bis in die Abruzzen
und an das Adriatische Meer, suedlich bis nach Capua, waehrend die beiden
vorgeschobenen Posten Luceria und Venusia, gegen Osten und Sueden auf den
Verbindungslinien der Gegne...
...ruzzen
und an das Adriatische Meer, suedlich bis nach Capua, waehrend die beiden
vorgeschobenen Posten Luceria und Venusia, gegen Osten und Sueden auf den
Verbindungslinien der Gegner angelegt, dieselben nach allen Richtungen hin
isolierten. Rom war nicht mehr bloss die erste, sondern bereits die herrschende
Macht auf der Halbinsel, als gegen das Ende des fuenften Jahrhunderts der Stadt
diejenigen Nationen, welche die Gunst der Goetter und die eigene Tuechtigkeit
jede in ihrer Landsch...
... die Spitze gerufen hatten, im Rat und auf dem
Schlachtfeld sich einander zu naehern begannen und, wie in Olympia die
vorlaeufigen Sieger zu dem zweiten und ernsteren Kampf, so auf der groesseren
Voelkerringstatt jetzt Karthago, Makedonien und Rom sich anschickten zu dem
letzten und entscheidenden Wettgang. | | |
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