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Person - Name: Bildad | Übersicht - a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z | | Seite 1 von 2 1 2 | | | 1. Teil - Kapitän Ahab -> |
Wie Kapitän Peleg war auch Kapitän Bildad ein wohlhabender
Walfänger im Ruhestand. Nur daß Kapitän Peleg
nicht das geringste übrig hatte für das sogenannte Höhere,
was er für ausgemachten Quatsch hielt. Im Gegensatz zu
ihm war Kapitän Bildad nicht nur von Haus aus im strengsten
Nantucketer Quäkerglauben erzogen, sondern hatte
sich durch sein ganzes Seemannsleben hindurch nie auch
nur einen Fingerbreit vom Tugendpfad seines ererbten
Quäkertums abbringen lassen. Leider stand dieser Bildad
in dem Ruf, ein unverbesserlicher alter Knauser zu sein, der
in seiner Seefahrerzeit als grausamer Leuteschinder gefürchtet
war. Auch der Faulste schuftete nur so unter seinen
Blicken. Schon in seinem, Aussehen merkte man sein
nüchternes Wesen....
...gen, ausgemergelten
Körper, sein Kinn war ohne Bart, sein abgetragener, breitkrempiger
Hut wirkte erbärmlich.
So sah der Mann aus, den ich auf dem Heckbalken
sitzen sah, als ich mit Kapitän Peleg in die Kajüte hinunterging.
Da saß also der alte Bildad in dem engen Raum zwischen
den Decks, bolzengerade wie es seine Gewohnheit
war, da er sich nie zurücklehnte, um ja seine Rockschöße zu
schonen. Sein breitkrempiger Hut lag neben ihm, die Beine
hatte er steif übereinander geschlagen, den grauen R...
...lehnte, um ja seine Rockschöße zu
schonen. Sein breitkrempiger Hut lag neben ihm, die Beine
hatte er steif übereinander geschlagen, den grauen Rock bis
unters Kinn zugeknöpft. Eine Brille auf der Nase, schien er
in ein wichtiges Buch vertieft.
»Bildad!« rief ihn Kapitän Peleg an. »Noch immer dahinter
her, was? Seit dreißig Jahren studiert er nun die Heilige
Schrift. Wie weit seid Ihr damit gekommen, Bildad?«
Bildad war dergleichen lästerliche Reden von seinem alten
Seekameraden offenbar gewohnt. Er schaute, ohne sich
um Pelegs Frage zu kümmern, gelassen von seinem Buch
auf. Als er mich sah, warf er Peleg einen fragenden Blick
zu.
»Er behauptet, wir könnte...
...e, ohne sich
um Pelegs Frage zu kümmern, gelassen von seinem Buch
auf. Als er mich sah, warf er Peleg einen fragenden Blick
zu.
»Er behauptet, wir könnten ihn brauchen«, erklärte Peleg,
»er will anheuern.«
»Willst du das wirklich?« wandte sich Bildad mit
Grabesstimme an mich.
»Das will ich wirklich«, gab ich unwillkürlich zurück, so
überwältigt war ich von seinen Quäkertum.
»Was hältst du von ihm, Bildad?« fragte Peleg.
»Annehmbar«, sagte Bildad und maß mich von oben bis
unten. Dann buchstabierte er in seinem Buch weiter, wobei
er leise vor sich hinmurmelte.
Ein so wunderlicher alter Quäker war mir doch noch nie
unter die Augen gekommen. Peleg, sein Freund und alter
Schiffskamerad, sch...
...t gewesen,
wenn man mir in Anbetracht meiner breitschultrigen
Gestalt ein Zweihundertstel angeboten hätte.
Ich war aber doch vorsichtig mit meinen Erwartungen.
An Land hatte ich allerlei von Kapitän Peleg und seinem
unberechenbaren alten Kumpan Bildad gehört, unter
anderem, daß ihnen als den Haupteigentümern der Pequod
von den übrigen überall verstreut lebenden und unbedeutenden
Teilhabern die gesamte Verwaltung der Schiffsgeschäfte
allein überlassen wurde. Also war anzunehmen,
daß der knaus...
...nter
anderem, daß ihnen als den Haupteigentümern der Pequod
von den übrigen überall verstreut lebenden und unbedeutenden
Teilhabern die gesamte Verwaltung der Schiffsgeschäfte
allein überlassen wurde. Also war anzunehmen,
daß der knausrige alte Bildad beim Anheuern der Matrosen
ein gewichtiges Wort mitzureden hatte. Er schien sich in
der Kajüte an Bord der Pequod auch recht heimisch zu fühlen
und las unbeirrt in seiner Bibel, als säße er daheim am
häuslichen Kamin. Während nun Peleg mit seine...
...r Kajüte an Bord der Pequod auch recht heimisch zu fühlen
und las unbeirrt in seiner Bibel, als säße er daheim am
häuslichen Kamin. Während nun Peleg mit seinem Bordmesser
ohne besonderen Erfolg einen Federkiel zu spitzen
versuchte, schenkte uns Bildad zu meinem großen
Erstaunen nicht die geringste Beachtung, obwohl er doch
an unseren Verhandlungen einiges Interesse haben mußte.
Aber er murmelte über seinen Folianten gebeugt: »Ihr sollt
euch nicht Schätze sammeln auf Erden, da sie die Motten
...
...n
Erstaunen nicht die geringste Beachtung, obwohl er doch
an unseren Verhandlungen einiges Interesse haben mußte.
Aber er murmelte über seinen Folianten gebeugt: »Ihr sollt
euch nicht Schätze sammeln auf Erden, da sie die Motten
…« »Na, Kapitän Bildad«, unterbrach ihn Peleg, »was
meint Ihr? Welchen Anteil am Profit sollen wir dem jungen
Mann geben?« | | |
| | 1. Teil - Kapitän Ahab -> | .... »Ein Siebenhundertsiebenundsiebzigstel
wäre wohl nicht zuviel – … da sie die Motten und der Rost
fressen, sammelt euch aber …«
Ja, sammelt euch, dachte ich, und das bei einem schäbigen
Anteil von einem Siebenhundertsiebenundsiebzigstel.
Alter Bildad, du willst es offenbar darauf anlegen, daß
ich mir hienieden keine Schätze sammle, wo die Motten
und der Rost sie fressen. Da kommt bei Gott verdammt
wenig für mich heraus. Durch die hohe Zahl hätte sich eine
unerfahrene Landratte auf den ersten...
...
siebenhundertsiebenundsiebzig zwar eine recht ansehnliche
Zahl ist, das angehängte »stel« eines Groschens aber
erheblich weniger als siebenhundertsiebenundsiebzig
Golddublonen ausmachen. Und das bedachte ich auch sogleich.
»Zum Teufel noch mal, Bildad, alles was recht ist!«
schrie Peleg. »Du willst doch den jungen Mann da nicht
übers Ohr hauen. Er muß schon etwas mehr kriegen.«
»Ein Siebenhundertsiebenundsiebzigstel«, wiederholte
Bildad, ohne aufzublicken, und murmelte dann weiter vor
sich hin: » … denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer
Herz.«
»Ich trage ihn für ein Dreihundertstel ein«, erklärte Peleg,
»hörst du, Bildad, ein Dreihundertstel, sage ich.«
Bildad legte die Bibel beiseite und wandte sich um: »Kapitän
Peleg«, sagte er feierlich, »du bist sehr großzügig. Gedenke
doch deiner Pflichten den Miteigentümern des Schiffes
gegenüber, zumal den Witwen und Waisen. Wenn wir
diesen jungen Mann allzu fr...
...egenüber, zumal den Witwen und Waisen. Wenn wir
diesen jungen Mann allzu freigebig entlohnen, dann
bringen wir womöglich diese Witwen und Waisen um ihr
tägliches Brot. Es bleibt bei dem Siebenhundertsiebenundsiebzigstel,
Kapitän Peleg.« »Mensch, Bildad«, fuhr Peleg
hoch und stampfte in der Kajüte umher, »Teufelsdonnerwetter,
Kapitän Bildad! Hätte ich in diesen Dingen
auf dich gehört, ich schleppte schon längst ein Gewissen
mit mir herum, das den größten Kap-Hoorn-Segler zum
Sinken brächte.«
»Kapitän Peleg«, erwiderte Bildad unerschüttert, »dein
Gewissen mag zehn Zoll Wasser schöpfen oder zehn
Faden, was weiß ich. Ich fürchte sehr, dein Gewissen hat
ohnehin ein Leck und wird letzten Endes samt dir in den
feurigen Höllenpfuhl versinken. Da du noch immer ein unbußfert...
...
ich werde Euch … ich werde Euch … Bei Gott, ich fresse
einen lebendigen Ziegenbock mit Haut und Haar. ’raus mit
dir, du scheinheiliges, Mutloses Gestell von einem Heuchler!
Hau ab, aber mit Schwung!«
Mit diesem Donnerwetter stürzte er sich auf Bildad,
doch der glitt erstaunlich behend zur Seite und entwischte
ihm für dieses Mal.
Bestürzt über diesen unerfreulichen Auftritt zwischen
den beiden verantwortlichen Eigentümern, verlor ich beinahe
die Lust, mich auf ein Schiff, das so fragwürdigen...
...schte
ihm für dieses Mal.
Bestürzt über diesen unerfreulichen Auftritt zwischen
den beiden verantwortlichen Eigentümern, verlor ich beinahe
die Lust, mich auf ein Schiff, das so fragwürdigen Reedern
gehörte, zu verheuern. Ich trat zur Seite, um Bildad
die Tür freizugeben, der es offenbar sehr eilig hatte, sich
vor dem erbosten Peleg in Sicherheit zu bringen. Doch zu
meiner Überraschung setzte er sich wieder seelenruhig auf
den Balken und dachte gar nicht daran, das Schlachtfeld zu
räumen. Ve...
...och etwas mit den
Händen, als wären seine Nerven noch nicht ganz beruhigt.
Mit einem langgezogenen Pfiff durch die Zähne erklärte er
aufatmend: »Ich glaube, das Wetter hat sich seewärts verzogen.
Du warst uns doch immer im Lanzenschleifen über,
Bildad, schneide mir doch bitte diesen Gänsekiel zurecht.
Mein Bordmesser hier hat Sehnsucht nach einem Schleifstein.
So ist’s recht; ich danke dir schön, Bildad. Also dann,
junger Mann – Ismael ist dein Name, hast du gesagt?
Schön. Also hier trage ich dich ein für einen Dreihundertstelanteit
an der Beute.«
»Kapitän Peleg«, sagte ich, »ich bin mit einem Freund
zusammen, der ebenfalls anheuern möchte. So...
...t
an der Beute.«
»Kapitän Peleg«, sagte ich, »ich bin mit einem Freund
zusammen, der ebenfalls anheuern möchte. Soll ich ihn
morgen herbringen?« »Gut, bring ihn her. Wir werden ihn
uns ansehen.« »Den wievielten Anteil verlangt nun der?«
ächzte Bildad. »Überlaß das mir, Bildad. War er schon einmal
auf Walfang?« wandte Peleg sich an mich.
»Er hat mehr Wale erlegt, als ich zählen kann, Kapitän
Peleg.« »Na, dann bring ihn her.«
Nachdem ich die Papiere unterschrieben hatte, machte
ich, daß ich fortkam. Es bestand kein Zw... | | |
| | 1. Teil - Kapitän Ahab -> | ...h die fürsorgliche Carita in einem Beiboot absetzen
lassen. Sie hatte für ihren Schwager Stubb, den Zweiten
Steuermann, noch eine Nachtmütze und für den Proviantmeister
eine Reservebibel gebracht. Nun war es soweit:
Die beiden Kapitäne Peleg und Bildad traten aus der Kajüte,
und Peleg wandte sich an den Ersten Steuermann mit
der Frage:
»Also, Mr. Starbuck, alles klar? Kapitän Ahab ist auch
soweit, ich habe eben mit ihm gesprochen. Nichts
vergessen an Land? Schön, dann rufen Sie alle Mann acht...
...mit
der Frage:
»Also, Mr. Starbuck, alles klar? Kapitän Ahab ist auch
soweit, ich habe eben mit ihm gesprochen. Nichts
vergessen an Land? Schön, dann rufen Sie alle Mann achteraus
zusammen, die ganze verdammte Bande.« »Auch
wenn’s eilt«, sagte Bildad, »zu fluchen brauchst du nicht.
Doch los nun, Freund Starbuck, laßt die Leute antreten.«
Nanu, jetzt, unmittelbar vor der Ausfahrt, kommandierten
immer noch Kapitän Peleg und Kapitän Bildad auf dem
Achterdeck herum, als wollten sie wie bisher im Hafen
auch auf hoher See gemeinsam den Befehl fahren. Von Kapitän
Ahab war nichts zu sehen. Es hieß lediglich, er sei in
seiner Kajüte. Allem Anschein nach war seine Gegenwart
beim Segelse...
...erhieven.
»Klar zum Hieven! Herrgott, Donnerwetter, wird’s
bald!« erscholl es nun, und die Mannschaft stürzte an die
Spillspaken.
Nun hat der Lotse, während der Anker gehievt wird,
meistens seinen Posten auf dem Vorschiff. Hier stand denn
auch Bildad, der, ebenso wie Peleg, neben seinen übrigen
Ämtern auch das eines konzessionierten Hafenlotsen innehatte,
wobei man ihn im Verdacht hatte, sich das Lotsenpatent
erworben zu haben, um für die Schiffe, an denen er beteiligt
war, das Lotsengeld zu...
...enso wie Peleg, neben seinen übrigen
Ämtern auch das eines konzessionierten Hafenlotsen innehatte,
wobei man ihn im Verdacht hatte, sich das Lotsenpatent
erworben zu haben, um für die Schiffe, an denen er beteiligt
war, das Lotsengeld zu sparen. Bildad also stand
vorschiffs und hielt eifrig Ausschau nach dem aufkommenden
Anker.
Kapitän Peleg, der achtern die Arbeit beaufsichtigte,
donnerte und fluchte unterdessen kräftig. Ich befürchtete
schon, er werde noch das Schiff zum Sinken bringen, ehe...
...lt ich mich an
der Spillspake fest und forderte auch Quiqueg dazu auf,
denn ich dachte an all die Gefahren, die uns drohten, wenn
wir mit einem solchen Satan von Lotsen die Reise antraten.
Indessen tröstete ich mich mit dem Gedanken, der fromme
Bildad bilde vielleicht ein heilsames Gegengewicht, trotz
des Siebenhundertsiebenundsiebzigstelanteils, auf den er
mich setzen wollte. Da spürte ich plötzlich einen heftigen
Tritt an meinem Hintern, und als ich mich umdrehte, gewahrte
ich zu meinem Ent... | | |
| | 1. Teil - Kapitän Ahab -> | ...ckte uns bald mit einem
blanken Panzer aus Eis. Die ganze Reling entlang glitzerten
die langen Reihen der Zähne im Mondlicht, und wie die
weißen Stoßzähne eines Riesenelefanten bogen sich vom
Bug herab mächtige geschweifte Eiszapfen.
Der hagere Bildad übernahm die erste Lotsenwache,
und während das alte Segelschiff in die grünen Wogentäler
hinabtauchte und immer wieder ein eisiger Sprühregen
darüber hinfegte, der Wind heulte und die Takelage sirrte
und summte, erklang über all dem Bildads unerschütterlicher
Choral:
»Jenseits der Flut ein Honigland Blüht auf in grüner
Herrlichkeit Wie Kanaan an Jordans Strand Den Juden einst
vor langer Zeit.«
Nie haben auf mich diese Worte einen solchen Eindruck
gemacht wie damals. Wieviel Verh...
...eht wie im Hochsommer.
Inzwischen hatten wir die offene See gewonnen, so daß
wir die beiden Lotsen nicht mehr benötigten. Der stämmige
Kutter, der uns begleitet hatte, kam längsseits.
Es war eigenartig und unerwartet zu sehen, wie nah Peleg
und Bildad dieser Augenblick der Trennung ging.
Besonders Kapitän Bildad fiel der Abschied schwer. Er
konnte sich kaum von diesem Schiff trennen, das eine so
lange Fahrt voller Gefahren antrat. Er hatte einige
Tausende von seinen schwerverdienten Dollar da angelegt,
und nun sollte sein Kamerad, der beinahe so alt war...
...hin und
her, bald gab es unten noch etwas zu besprechen, bald oben
mit Starbuck, dem Ersten Steuermann.
Zu guter Letzt aber, nachdem er seinen Blick noch einmal
über das Ganze hatte schweifen lassen, wandte er sich
seinem Kameraden zu: »Kapitän Bildad, alter Seekamerad,
komm, wir müssen von Bord. Ihr da, Großtopp backgebraßt!
Boot ahoi! Achtung, kommt längsseits. Vorsicht! Vorsicht!
– Komm, Bildad, alter Junge, verabschiede dich und
mach’s kurz. Gut Glück, Starbuck, gut Glück. Stubb, gut
Glück. Gut Glück, Flask. Auf Wiedersehen, lebt alle wohl,
Jungen. Und heute in drei Jahren dampft bei mir daheim in
unserem Nantucket für euch ein heißes...
...edersehen, lebt alle wohl,
Jungen. Und heute in drei Jahren dampft bei mir daheim in
unserem Nantucket für euch ein heißes Abendessen. Hurra,
und nun los!«
»Der Herr segne euch, Leute, und halte euch in seiner
heiligen Obhut«, murmelte der alte Bildad und stockte.
»Hoffentlich kommt bald gutes Wetter, dann kann Kapitän
Ahab zu euch an Deck. Ein bißchen warme Sonne ist alles,
was er braucht, und davon werdet ihr in den Tropen genug
kriegen. Und Vorsicht bei der Jagd, Steuerleute. Paßt auf,
Ha... | | |
| | 1. Teil - Kapitän Ahab -> | ...tän Ahab? Wer ist das, Sir?«
»Aha, dachte ich mir’s doch. Ahab ist der Kapitän dieses
Schiffes.« »Dann habe ich mich geirrt. Ich dachte, ich spräche
mit dem Kapitän selbst.«
»Du sprichst mit Kapitän Peleg, damit du’s weißt,
junger Mann. Kapitän Bildad und ich haben dafür zu
sorgen, daß die Pequod für die Reise ausgerüstet ist mit
allem nötigen Zubehör, einschließlich der Mannschaft. Wir
sind nämlich Mitreeder und zugleich Makler hier. Doch
was ich sagen wollte: Wenn du wissen willst, wie es a...
...ich unterschreiben«, setzte er
hinzu, »komm mal mit.« Damit ging er voraus unter Deck
in die Kajüte.
Da saß nun auf dem Heckbalken eine höchst ungewöhnlich
aussehende Gestalt, die mich in Erstaunen setzte. Wie
sich herausstellte, war es Kapitän Bildad, der wie Kapitän
Peleg einen bedeutenden Anteil an der Pequod besaß. Die
übrigen Anteile befanden sich, wie das in diesen Häfen zuweilen
üblich ist, in den Händen einer Anzahl Rentner,
Witwen, Halbwaisen und Mündel, von denen jeder etwa
den Wer...
... jeder etwa
den Wert eines Spantkopfes, einer fußbreiten Planke oder
ein paar lumpiger Nägel am Schiff sein eigen nannte. Auf
Nantucket legen die Leute ihr Geld in Walfängern an wie
anderswo in mündelsicheren, hochverzinslischen Staatspapieren.
Bildad, wie Peleg und überhaupt viele andere Leute auf
Nantucket, war Quäker, da die Insel urprünglich von
dieser Sekte besiedelt worden war. Und bis auf den heutigen
Tag haben ihre Bewohner die Eigenart der Quäker bewahrt.
Trotzdem sind einige von die... | | |
| | 1. Teil - Kapitän Ahab -> | Es war ein seltsames Bild, als diese Frau am Tage unserer
Abfahrt mit einer langen Trankelle in der einen und
einer noch längeren Walfischlanze in der anderen Hand an
Bord kam. Doch auch Bildad selber und Kapitän Peleg
waren mit vollem Einsatz bei der Sache. Bildad trug eine
lange Liste aller benötigten Gegenstände mit sich herum,
und wenn wieder etwas eintraf, setzte er Häkchen neben
den betreffenden Posten. Peleg kam von Zeit zu Zeit aus
seiner Fischbeinhöhle gehumpelt, wetterte in die Luken
hinunter, d...
...ueg und ich oft an Bord, und jedes Mal erkundigte ich
mich nach Kapitän Ahab, wie es ihm gehe und wann er
wohl an Bord käme. Ich erhielt zur Antwort, es ginge ihm
besser und man erwarte ihn täglich. Bis dahin würden die
beiden Kapitäne Peleg und Bildad für alles sorgen, um das
Schiff fahrtklar zu machen. Hätte ich mir damals mehr Gedanken
gemacht, wäre mir klargeworden, daß ich eine so
lange Fahrt eigentlich gar nicht gern antreten wollte, ohne
vorher den Mann gesehen zu haben, der während die... | | |
| | 1. Teil - Kapitän Ahab -> | ...hat
Wunder geschaut, tiefer als das Meer, und hat mit seiner
feurigen Lanze schon gewaltigere, unheimlichere Feinde
durchbohrt als den Wal. Seine Lanze! Die schärfste und
treffsicherste auf der ganzen Insel. Das ist ein anderer Kerl
als Kapitän Bildad, ja, auch als Kapitän Peleg. Er ist Ahab,
mein Junge, und Ahab war bekanntlich einst ein gekrönter
König.«
»Und zwar ein höchst verruchter. Als jener gottlose
König erschlagen wurde, haben da nicht Hunde sein Blut
geleckt?«
»Komm hierher zu mi...
...köpfe werden dir vielleicht
dasselbe vorplappern. Laß dich warnen. Es ist eine Lüge.
Ich kenne Kapitän Ahab genau, schon vor Jahren bin ich
mit ihm als Steuermann gefahren. Ich weiß, daß er ein guter
Mensch ist, kein Frömmler und Leisetreter wie Bildad,
sondern ein fluchender ganzer Kerl, eher wie ich – nur ist
an ihm viel mehr dran. Ja, ja, gewiß, er war nie ein fideles
Haus, und es stimmt auch, daß er auf der Heimreise eine
Weile nicht recht bei Sinnen war. Das kam von den mörderischen
Schm... | | |
| | 1. Teil - Kapitän Ahab -> | ...en Sie damit sagen, Kapitän Peleg?« fragte ich
und sprang mit einem Satz über die Verschanzung. Meinen
Kameraden ließ ich am Kai stehen.
»Ich will damit sagen, daß ich seine Papiere sehen will.«
»Allerdings«, bestätigte mit Grabesstimme Kapitän
Bildad, der hinter Peleg den Kopf aus dem Wigwam streckte.
»Er muß beweisen, daß er getauft ist. – Sohn der Finsternis
«, wandte er sich an Quiqueg, »gehörst du gegenwärtig
irgendeiner christlichen Kirche an?« »Ja«, sagte ich, »er gehört
zur Ersten Fre...
...igwam streckte.
»Er muß beweisen, daß er getauft ist. – Sohn der Finsternis
«, wandte er sich an Quiqueg, »gehörst du gegenwärtig
irgendeiner christlichen Kirche an?« »Ja«, sagte ich, »er gehört
zur Ersten Freien Gemeinde.« »Junger Mann«, sagte
Bildad in strengem Ton, »du willst mich wohl foppen. Erkläre
dich näher. Von welcher Kirche sprichst du eigentlich?
« Derart in die Enge getrieben, erwiderte ich: »Ich
meine die eine uralte, allumfassende Kirche, der wir alle
angehören, Sie und ich und... | | |
| | 1. Teil - Kapitän Ahab -> | |
»Kapitän, Sie dorrrt auf Wasserrr Tropfen Teer sehen?
Dorrrt weit? Wie Auge von Walfisch? Aufpassen, Sie!« Er
zielte genau, schleuderte das Eisen haarscharf glatt über
des alten Bildads breitkrempigen Hut hinweg und brachte
den schimmernden Teerflecken durch seinen Volltreffer
zum Verschwinden.
»So«, sagte Quiqueg seelenruhig, während er die Leine
einholte, »wenn Fleck Auge von Walfisch, Walfisch
kaputt.«
»Rasch, Bildad«, sagte Peleg zu seinem Teilhaber, der
vor der haarscharf vorüberzischenden Harpune bis zur Kajütentreppe
zurückgewichen war, »rasch, Bildad, die Musterrolle
her, Quiekhog, ich meine Quohog, der muß in eins
von unseren Booten. Hör mal, Quohog, den neunzigsten
Anteil sollst du haben, und das hat noch nie ein Harpunier
von uns gekriegt, wenn er kein Nantucketer war.«
Wir gingen in die... | | |
| | 1. Teil - Kapitän Ahab -> | ...pt sowie Rollen von
Segeltuch und Tauwerk, kurz, alles deutete darauf hin, daß
die Vorbereitungen zur Ausfahrt sich dem Abschluß näherten.
Kapitän Peleg blieb fast immer an Bord, saß in seinem
Wigwam und behielt die Schauerleute scharf im Auge.
Bildad besorgte die Einkäufe der Vorräte, und die Stauer
und Takler schufteten bis spät in die Nacht.
Am Tage nach Quiquegs Anmusterung wurde in allen
Matrosenherbergen bekanntgegeben, sämtliche Seekisten
müßten vor Einbruch der Nacht an Bord sein, da ...
...t, Trinkwasser sowie Brennholz,
Faßreifen und Dauben. Doch, wie schon erwähnt, herrschte
noch immer ein ständiges Hin und Her, große und kleine
Sachen wurden bis zur Abfahrt an Bord gebracht, und das
Tragen und Schleppen nahm kein Ende.
Kapitän Bildads Schwester, eine hagere, schon betagte
Dame, unermüdlich und energisch, im Grunde aber sehr
gütig, half eifrig bei den Vorbereitungen. Sie war offenbar
entschlossen, alles zu tun, was in ihren Kräften stand, damit
es der Pequod auf ihrer Fahrt a... | | |
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| Häufige Suchbegriffe: | | bildad (7) | | quäker nantucket (2) | | wer ist ahab (2) | | Quäker (1) | | die bibel ein wichtiges buch (1) | | quäker anteil (1) | |
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