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Person - Name: Caesar


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Brundisium, Ilerda, Pharsalos und Thapsus ->
Waehrend also die Truemmer der geschlagenen Partei ratlos vom Schicksal sich treiben liessen und auch die den Kampf fortzusetzen entschieden waren nicht wussten, wie noch wo, hatte Caesar, wie immer rasch entschlossen und rasch handelnd, alles beiseite gelassen, um Pompeius zu verfolgen, den einzigen seiner Gegner, den er als Offizier achtete, und denjenigen, dessen persoenliche Gefangennahme die eine und vielleicht die gefaehr...

...Catos sich zu begeben. Waehrend er beschaeftigt war, von den roemischen Steuerpaechtern und Kaufleuten auf Kypros Geld und Sklaven beizutreiben und einen Haufen von 2000 Sklaven zu bewaffnen, erhielt er die Nachricht, dass Antiocheia sich fuer Caesar erklaert habe und der Weg zu den Parthern nicht mehr offen sei. So aenderte er seinen Plan und ging unter Segel nach Aegypten, wo in dem Heere eine Menge seiner alten Soldaten dienten und die Lage und die reichen Hilfsmittel des Landes Zeit un...

...sen; allein der Hofmeister des Koenigs, Theodotos, wies darauf hin, dass in diesem Falle Pompeius wahrscheinlich seine Verbindungen in der aegyptischen Armee benutzen werde, um dieselbe aufzuwiegeln; es sei sicherer und auch mit Ruecksicht auf Caesar vorzuziehen, wenn man die Gelegenheit wahrnehme, um Pompeius aus der Welt zu schaffen. Dergleichen politische Raesonnements verfehlten bei den Staatsmaennern der hellenischen Welt nicht leicht ihre Wirkung. Der General der koeniglichen Truppen...

...Wenn dies Missverhaeltnis zwischen Scheinen und Sein vielleicht nie so schroff hervorgetreten ist wie in Pompeius, so mag der ernste Gedanke wohl dabei verweilen, dass er eben in gewissem Sinn die Reihe der roemischen Monarchen eroeffnet. Als Caesar, Pompeius' Spuren folgend, auf der Reede von Alexandreia eintraf, war bereits alles vorueber. Mit tiefer Erschuetterung wandte er sich ab, als ihm der Moerder das Haupt des Mannes auf das Schiff entgegentrug, der sein Schwiegersohn und lange J...

...der Moerder das Haupt des Mannes auf das Schiff entgegentrug, der sein Schwiegersohn und lange Jahre sein Genosse in der Herrschaft gewesen und den lebend in seine Gewalt zu bringen er nach Aegypten gekommen war. Die Antwort auf die Frage, wie Caesar mit dem gefangenen Pompeius verfahren sein wuerde, hat der Dolch des voreiligen Moerders abgeschnitten; aber wenn die menschliche Teilnahme, die in Caesars grosser Seele noch neben dem Ehrgeiz Raum fand, ihm die Schonung des ehemaligen Freundes gebot, so forderte auch sein Interesse, denselben auf andere Art zu annullieren als durch den Henker. Pompeius war zwanzig Jahre lang der anerkannte Gebi...

...de jung und ruehrig und von denen der zweite eine entschiedene Kapazitaet war. Der neugegruendeten Erbmonarchie heftete sogleich parasitisch sich das erbliche Praetendententum an, und es war sehr zweifelhaft, ob bei diesem Wechsel der Personen Caesar nicht mehr verlor, als er gewann. Indes in Aegypten hatte Caesar jetzt nichts weiter zu tun, und Roemer und Aegypter erwarteten, dass er sofort wieder unter Segel gehen und sich an die Unterwerfung Afrikas und an das unermessliche Organisationswerk machen werde, das ihm nach dem Siege bevorstand. Allein Caesar, seiner Gewohnheit getreu, wo er einmal in dem weiten Reiche sich befand, die Verhaeltnisse sogleich und persoenlich endgueltig zu regeln, und fest ueberzeugt, dass weder von der roemischen Besatzung noch von dem Hofe irgendein Widerstand zu e...

... und 800 keltischen und deutschen Reitern, nahm Quartier in der koeniglichen Burg und ging daran, die noetigen Summen beizutreiben und die aegyptische Erbfolge zu ordnen, ohne sich stoeren zu lassen durch Potheinos' naseweise Bemerkung, dass Caesar doch ueber diese Kleinigkeiten nicht seine so wichtigen eigenen Angelegenheiten versaeumen moege. Gegen die Aegypter verfuhr er dabei gerecht und selbst nachsichtig. Obwohl der Beistand, den sie Pompeius geleistet hatten, zur Auflegung einer K...

...Einstellung der Feindseligkeiten anbefohlen und beide zur Untersuchung und Entscheidung des Streites vor den Schiedsherrn geladen. Man fuegte sich; der koenigliche Knabe befand sich bereits in der Burg und auch Kleopatra stellte dort sich ein. Caesar sprach das Reich Aegypten, dem Testament des Auletes gemaess, den beiden geschwisterlichen Gatten Kleopatra und Ptolemaeos Dionysos zu und gab ferner unaufgefordert, unter Kassierung der frueher verfuegten Einziehung des Kyprischen Reiches, di...

...die vielen Zwischenheiraten zwischen den Soldaten und aegyptischen Maedchen wesentlich denationalisiert war und ueberdies eine Menge alter Soldaten des Pompeius und verlaufener italischer Verbrecher und Sklaven in ihren Reihen zaehlte, grollte Caesar, auf dessen Befehl sie ihre Aktion an der syrischen Grenze hatte einstellen muessen, und seiner Handvoll hochmuetiger Legionaere. Schon der Auflauf bei der Landung, als die Menge die roemischen Beile in die alte Koenigsburg tragen sah, und die...

...einer Handvoll hochmuetiger Legionaere. Schon der Auflauf bei der Landung, als die Menge die roemischen Beile in die alte Koenigsburg tragen sah, und die zahlreichen Meuchelmorde, welche gegen seine Soldaten in der Stadt veruebt wurden, hatten Caesar darueber belehrt, in welcher ungeheuren Gefahr er mit seinen wenigen Leuten dieser erbitterten Menge gegenueber schwebte. Allein die Umkehr war wegen der in dieser Jahreszeit herrschenden Nordwestwinde schwierig, und der Versuch der Einschif...

...en Menge gegenueber schwebte. Allein die Umkehr war wegen der in dieser Jahreszeit herrschenden Nordwestwinde schwierig, und der Versuch der Einschiffung konnte leicht das Signal zum Ausbruch der Insurrektion werden; ueberhaupt lag es nicht in Caesars Art, unverrichteter Sache sich davonzumachen. Er beorderte also zwar sogleich Verstaerkungen aus Asien herbei, trug aber, bis diese eintrafen, zunaechst die groesste Sicherheit zur Schau. Nie war es lustiger in seinem Lager hergegangen als wa...

...hau. Nie war es lustiger in seinem Lager hergegangen als waehrend dieser alexandrinischen Rast; und wenn die schoene und geistreiche Kleopatra mit ihren Reizen ueberhaupt nicht, und am wenigsten gegen ihren Richter, sparsam war, so schien auch Caesar unter all seinen Siegen die ueber schoene Frauen am hoechsten zu schaetzen. Es war ein lustiges Vorspiel zu sehr ernsten Auftritten. Unter Fuehrung des Achillas und, wie spaeter sich auswies, auf geheimen Befehl des Koenigs und seines Vormun...

...hrung des Achillas und, wie spaeter sich auswies, auf geheimen Befehl des Koenigs und seines Vormundes, erschien die in Aegypten stehende roemische Okkupationsarmee unvermutet in Alexandreia; und sowie die Buergerschaft sah, dass sie kam, um Caesar anzugreifen, machte sie mit den Soldaten gemeinschaftliche Sache. Mit einer Geistesgegenwart, die seine fruehere Tolldreistigkeit gewissermassen rechtfertigt, raffte Caesar schleunigst seine zerstreuten Mannschaften zusammen, bemaechtigte sich der Person des Koenigs und seiner Minister, verschanzte sich in der koeniglichen Burg und dem benachbarten Theater, liess, da es an Zeit gebrach, die in dem Haupthafen unmi...

... deren Spitze die Prinzessin Arsinoe und deren Vertreter, der Eunuch Ganymedes, sich gestellt hatten, schaltete indes frei in ganz Aegypten und in dem groessten Teil der Hauptstadt, in deren Strassen taeglich gefochten ward, ohne dass es weder Caesar gelang, sich freier zu entwickeln und bis zu dem hinter der Stadt befindlichen Suesswassersee von Marea durchzubrechen, wo er sich mit Wasser und mit Fourage haette versorgen koennen, noch den Alexandrinern, der Belagerten Herr zu werden und...

...tadt befindlichen Suesswassersee von Marea durchzubrechen, wo er sich mit Wasser und mit Fourage haette versorgen koennen, noch den Alexandrinern, der Belagerten Herr zu werden und sie alles Trinkwassers zu berauben; denn als die Nilkanaele in Caesars Stadtteil durch hineingeleitetes Seewasser verdorben waren, fand sich unerwartet trinkbares Wasser in den am Strande gegrabenen Brunnen. Da Caesar von der Landseite nicht zu ueberwaeltigen war, richteten sich die Anstrengungen der Belagerer darauf, seine Flotte zu vernichten und ihn von der See abzuschneiden, auf der die Zufuhr ihm zukam. Die Leuchtturminsel und der Damm, durch den diese...

... die Zufuhr ihm zukam. Die Leuchtturminsel und der Damm, durch den diese mit dem Festland zusammenhing, teilte den Hafen in eine westliche und eine oestliche Haelfte, die durch zwei Bogenoeffnungen des Dammes miteinander in Verbindung standen. Caesar beherrschte die Insel und den Osthafen, waehrend der Damm und der Westhafen im Besitz der Buergerschaft war, und seine Schiffe fuhren, da die alexandrinische Flotte verbrannt war, ungehindert ab und zu. Die Alexandriner, nachdem sie vergeblich...

...brannt war, ungehindert ab und zu. Die Alexandriner, nachdem sie vergeblich versucht hatten, aus dem Westhafen in den oestlichen Brander einzufuehren, stellten darauf mit den Resten ihres Arsenals ein kleines Geschwader her und verlegten damit Caesars Schiffen den Weg, als dieselben eine Transportflotte mit einer aus Kleinasien nachgekommenen Legion hereinbugsierten; indes wurden Caesars vortreffliche rhodische Seeleute des Feindes Herr. Nicht lange darauf nahmen indes die Buerger die Leuchtturminsel weg ^8 und sperrten von da aus die schmale und klippige Muendung des Osthafens fuer groessere Schiffe gaenzlich; so dass Caesars Flotte genoetigt war, auf der offenen Reede vor dem Osthafen zu stationieren und seine Verbindung mit der See nur noch an einem schwachen Faden hing. Caesars Flotte, auf jener Reede zu wiederholten Malen von der ueberlegenen feindlichen Seemacht angegriffen, konnte weder dem ungleichen Kampf ausweichen, da der Verlust der Leuchtturminsel ihr den inneren Hafen verschloss, noch auch das Weite suchen...

... wiederholten Malen von der ueberlegenen feindlichen Seemacht angegriffen, konnte weder dem ungleichen Kampf ausweichen, da der Verlust der Leuchtturminsel ihr den inneren Hafen verschloss, noch auch das Weite suchen, da der Verlust der Reede Caesar ganz von der See abgesperrt haben wuerde. Wenn auch die tapfern Legionaere, unterstuetzt durch die Gewandtheit der rhodischen Matrosen, bisher noch immer diese Gefechte zu Gunsten der Roemer entschieden hatten, so erneuerten und steigerten doc...

...chieden hatten, so erneuerten und steigerten doch die Alexandriner mit unermuedeter Beharrlichkeit ihre Flottenruestungen; die Belagerten mussten schlagen, so oft es den Belagerern beliebte, und wurden jene ein einziges Mal ueberwunden, so war Caesar vollstaendig eingeschlossen und wahrscheinlich verloren. Es ward schlechterdings noetig, einen Versuch zur Wiedergewinnung der Leuchtturminsel zu machen. Der zwiefache Angriff, der durch Boote von der Hafen-, durch die Kriegsschiffe von der ...

...dergewinnung der Leuchtturminsel zu machen. Der zwiefache Angriff, der durch Boote von der Hafen-, durch die Kriegsschiffe von der Seeseite her gemacht ward, brachte in der Tat nicht bloss die Insel, sondern auch den unteren Teil des Dammes in Caesars Gewalt; erst bei der zweiten Bogenoeffnung des Dammes befahl Caesar anzuhalten und den Damm hier gegen die Stadt zu durch einen Querwall zu sperren. Allein waehrend hier um die Schanzenden ein hitziges Gefecht sich entspann, entbloessten die roemischen Truppen den unteren, an die Insel anstossenden Teil des Da...

...d, als dieses von Menschen ueberschwert sank, schwimmend auf ein anderes retten muessen. Indes so empfindlich auch der erlittene Verlust war, er ward durch den Wiedergewinn der Leuchtturminsel, die samt dem Damm bis zur ersten Bogenoeffnung in Caesars Haenden blieb, reichlich aufgewogen. Endlich kam der ersehnte Entsatz. Mithradates von Pergamon, ein tuechtiger Kriegsmann aus der Schule des Mithradates Eupator, dessen natuerlicher Sohn er zu sein behauptete, fuehrte zu Lande von Syrien her...

...rasse nach Memphis ein, wobei seine Truppen von den besonders in diesem Teil Aegyptens zahlreich ansaessigen Juden vielfache landsmannschaftliche Unterstuetzung empfingen. Die Aegypter, jetzt den jungen Koenig Ptolemaeos an der Spitze, welchen Caesar in der vergeblichen Hoffnung, die Insurrektion durch ihn zu beschwichtigen, zu den Seinigen entlassen hatte, entsandten ein Heer auf dem Nil, um Mithradates auf dessen jenseitigem Ufer festzuhalten. Dasselbe traf auch, noch jenseits Memphis be...

...seits Memphis bei dem sogenannten Judenlager, zwischen Omion und Heliopolis, auf den Feind; allein Mithradates, geuebt, in roemischer Weise zu manoevrieren und zu lagern, gewann dennoch unter gluecklichen Gefechten das andere Ufer bei Memphis. Caesar andererseits, sowie er von dem Eintreffen der Entsatzarmee Kunde erhielt, fuehrte einen Teil seiner Truppen auf Schiffen an die Spitze des Sees von Marea westlich von Alexandreia und marschierte um diesen herum und den Nil hinab dem flussaufwa...

...n an die Spitze des Sees von Marea westlich von Alexandreia und marschierte um diesen herum und den Nil hinab dem flussaufwaerts herankommenden Mithradates entgegen. Die Vereinigung erfolgte, ohne dass der Feind sie zu hindern versucht haette. Caesar rueckte dann in das Delta, wohin der Koenig sich zurueckgezogen hatte, warf, trotz des tiefeingeschnittenen Kanals vor ihrer Front, die aegyptische Vorhut im ersten Anlauf und stuermte sofort das aegyptische Lager selbst. Es befand sich am Fus...

...anals vor ihrer Front, die aegyptische Vorhut im ersten Anlauf und stuermte sofort das aegyptische Lager selbst. Es befand sich am Fuss einer Anhoehe zwischen dem Nil, von dem nur ein schmaler Weg es trennte, und schwer zugaenglichen Suempfen. Caesar liess zugleich von vorn und seitwaerts auf dem Weg am Nil das Lager berennen und waehrend dieses Sturmes ein drittes Detachement die Anhoehen hinter dem Lager ungesehen ersteigen. Der Sieg war vollstaendig; das Lager ward genommen und was von ...

...en Schwertern fiel, ertrank bei dem Versuch, zu der Nilflotte zu entkommen. Mit einem der Boote, die mit Menschen ueberladen sanken, verschwand auch der junge Koenig in den Wellen seines heimischen Stromes. Unmittelbar vom Schlachtfeld rueckte Caesar von der Landseite her geradeswegs an der Spitze seiner Reiterei in den von den Aegyptern besetzten Teil der Hauptstadt. Im Trauergewande, ihre Goetterbilder in den Haenden, empfingen ihn um Friede bittend die Feinde, die Seinigen aber, da sie ...

...r anderen Seite, als von der er ausgezogen als Sieger wiederkehren sahen, mit grenzenlosem Jubel. Das Schicksal der Stadt, die den Herrn der Welt in seinen Plaenen zu kreuzen gewagt und um ein Haar seinen Untergang herbeigefuehrt hatte, lag in Caesars Hand; allein er war zu sehr Regent, um empfindlich zu sein, und verfuhr mit den Alexandrinern wie mit den Massalioten. Caesar, hinweisend auf die arg verwuestete und bei Gelegenheit des Flottenbrandes ihrer Kornmagazine, ihrer weltberuehmten Bibliothek und anderer bedeutender oeffentlicher Gebaeude beraubte Stadt, ermahnte die Einwohnerschaft, sich kuenftig allein de...

...ach Italien abgefuehrt; Kypros wurde wieder ein Teil der roemischen Provinz Kilikien. --------------------------------------- ^8 Der Verlust der Leuchtturminsel muss in der Luecke Bell. Alex. 12 ausgefallen sein, da die Insel anfaenglich ja in Caesars Gewalt war (civ. 3,112; Bell. Alex. 8). Der Damm muss bestaendig in der Gewalt der Feinde gewesen sein, da Caesar mit der Insel nur durch Schiffe verkehrte.
Geschichte ->
Theodor Mommsen ->
Roemische Geschichte - 5. Buch ->
10. Kapitel
Brundisium, Ilerda, Pharsalos und Thapsus ->
Bedenklicher noch waren die Vorgaenge unter den Truppen, die Caesar im suedlichen Italien hatte zusammenziehen lassen, um mit ihnen nach Afrika ueberzuschiffen. Es waren groesstenteils die alten Legionen, die in Gallien, Spanien, Thessalien Caesars Thron begruendet hatten. Den Geist dieser Truppen hatten die Siege nicht gebessert, die lange Rast in Unteritalien vollstaendig zerruettet. Die fast uebermenschlichen Zumutungen, die der Feldherr an sie machte und deren Folgen in den schreckl...

...icht nachstehenden Kampagne vertauschen sollte, rissen die allzulange gelockerten und allzuploetzlich wiederangezogenen Zuegel. Die Legionen weigerten sich zu gehorchen, bevor die versprochenen Geschenke ihnen gezahlt seien, und wiesen die von Caesar gesandten Offiziere mit Hohnreden, ja mit Steinwuerfen zurueck. Ein Versuch, den beginnenden Aufstand durch Steigerung der versprochenen Summen zu daempfen, hatte nicht bloss keinen Erfolg, sondern die Soldaten brachen massenweise auf, um die ...

...hen massenweise auf, um die Erfuellung der Versprechungen in der Hauptstadt von dem Feldherrn zu erpressen. Einzelne Offiziere, die die meuterischen Rotten unterwegs zurueckzuhalten versuchten, wurden erschlagen. Es war eine furchtbare Gefahr. Caesar liess die wenigen in der Stadt befindlichen Soldaten die Tore besetzen, um die mit Recht befuerchtete Pluenderung wenigstens fuer den ersten Anlauf abzuwehren, und erschien ploetzlich unter dem tobenden Haufen mit der Frage, was sie begehrten....

...ete Pluenderung wenigstens fuer den ersten Anlauf abzuwehren, und erschien ploetzlich unter dem tobenden Haufen mit der Frage, was sie begehrten. Man rief: den Abschied. Augenblicklich ward er, wie gebeten, erteilt. Wegen der Geschenke, fuegte Caesar hinzu, welche er fuer den Triumph seinen Soldaten zugesagt habe, sowie wegen der Aecker, die er ihnen nicht versprochen, aber bestimmt gehabt, moechten sie an dem Tage, wo er mit den anderen Soldaten triumphieren werde, sich bei ihm melden; an...

...Tage, wo er mit den anderen Soldaten triumphieren werde, sich bei ihm melden; an dem Triumphe selbst freilich koennten sie, als vorher entlassen, natuerlich nicht teilnehmen. Auf diese Wendung waren die Massen nicht gefasst; ueberzeugt, dass Caesar ihrer fuer den afrikanischen Feldzug nicht entraten koenne, hatten sie den Abschied nur gefordert, um, wenn er ihnen verweigert werde, daran ihre Bedingungen zu knuepfen. Halb irre geworden in dem Glauben an ihre eigene Unentbehrlichkeit; zu u...

... alledem unter dem Zauber des unwiderstehlich gewaltigen Menschen - standen die Soldaten eine Weile stumm und zaudernd, bis von allen Seiten der Ruf erscholl, dass der Feldherr sie wieder zu Gnaden annehmen und es ihnen wieder gestatten moege, Caesars Soldaten zu heissen. Caesar gestattete es, nachdem er hinreichend sich hatte bitten lassen; den Raedelsfuehrern bei dieser Meuterei aber wurde an ihren Triumphalgeschenken ein Dritteil gekuerzt. Ein groesseres psychologisches Meisterstueck kennt die Geschichte nicht, und...

...stueck kennt die Geschichte nicht, und keines, das vollstaendiger gelungen waere. Auf den afrikanischen Feldzug wirkte diese Meuterei immerhin wenigstens insofern nachteilig ein, als sie die Eroeffnung desselben betraechtlich verzoegerte. Als Caesar in dem zur Einschiffung bestimmten Hafen von Lilybaeon eintraf, waren die zehn nach Afrika bestimmten Legionen dort bei weitem noch nicht vollstaendig versammelt und eben die erprobten Truppen noch am weitesten zurueck. Indes kaum waren sechs ...

...weitem noch nicht vollstaendig versammelt und eben die erprobten Truppen noch am weitesten zurueck. Indes kaum waren sechs Legionen, darunter fuenf neu gebildete, daselbst angelangt und die noetigen Kriegs- und Transportschiffe angekommen, als Caesar mit denselben in See stach (25. Dezember 707 47 des unberichtigten, etwa 8. Oktober des Julianischen Kalenders). Die feindliche Flotte, die der herrschenden Aequinoktialstuerme wegen bei der Insel Aegimuros vor der Karthagischen Bucht auf de...

...en Kalenders). Die feindliche Flotte, die der herrschenden Aequinoktialstuerme wegen bei der Insel Aegimuros vor der Karthagischen Bucht auf den Strand gezogen war, hinderte die Ueberfahrt nicht; allein dieselben Stuerme zerstreuten die Flotte Caesars nach allen Richtungen, und als Caesar unweit Hadrumetum (Susa) die Gelegenheit zu landen ersah, konnte er nicht mehr als etwa 3000 Mann, groesstenteils Rekruten, und 150 Reiter ausschiffen. Der Versuch, das vom Feinde stark besetzte Hadrumetum wegzunehmen, misslang; dagegen bema...

... Hadrumetum (Susa) die Gelegenheit zu landen ersah, konnte er nicht mehr als etwa 3000 Mann, groesstenteils Rekruten, und 150 Reiter ausschiffen. Der Versuch, das vom Feinde stark besetzte Hadrumetum wegzunehmen, misslang; dagegen bemaechtigte Caesar sich der beiden nicht weit voneinander entfernten Hafenplaetze Ruspina (Monastir bei Susa) und Klein-Leptis. Hier verschanzte er sich; aber seine Stellung war so unsicher, dass er seine Reiter auf den Schiffen und diese segelfertig und mit Was...

...blick, wenn er mit Uebermacht sollte angegriffen werden, wieder sich einschiffen zu koennen. Indes war dies nicht noetig, da eben noch zu rechter Zeit die verschlagenen Schiffe anlangten (3. Januar 708 46). Gleich am folgenden Tage unternahm Caesar, dessen Heer infolge der von den Pompeianern getroffenen Anstalten Mangel an Getreide litt, mit drei Legionen einen Zug in das innere Land, ward aber nicht weit von Ruspina auf dem Marsche von den Heerhaufen angegriffen, die Labienus heranfueh...

... Heer infolge der von den Pompeianern getroffenen Anstalten Mangel an Getreide litt, mit drei Legionen einen Zug in das innere Land, ward aber nicht weit von Ruspina auf dem Marsche von den Heerhaufen angegriffen, die Labienus heranfuehrte, um Caesar von der Kueste zu vertreiben. Da Labienus ausschliesslich Reiterei und Schuetzen, Caesar fast nichts als Linieninfanterie hatte, so wurden die Legionen rasch umzingelt und den Geschossen der Feinde preisgegeben, ohne sie erwidern oder mit Erfolg angreifen zu koennen. Zwar machte die Deployierung der ganzen Linie die Fluegel wieder...

...ei und mutige Angriffe retteten die Ehre der Waffen; allein der Rueckzug war unvermeidlich, und waere Ruspina nicht so nahe gewesen, so haette der maurische Wurfspeer vielleicht hier dasselbe ausgerichtet, was bei Karrhae der parthische Bogen. Caesar, den dieser Tag von der ganzen Schwierigkeit des bevorstehenden Krieges ueberzeugt hatte, wollte seine unerprobten und durch die neue Gefechtsweise entmutigten Soldaten keinem solchen Angriff wieder aussetzen, sondern wartete das Eintreffen se...

...kende Ueberlegenheit des Feindes in den Fernwaffen einigermassen auszugleichen. Dass die geeigneten Leute von der Flotte als leichte Reiter oder Schuetzen in die Landarmee eingereiht wurden, konnte nicht viel helfen. Etwas mehr wirkten die von Caesar veranlassten Diversionen. Es gelang, die am suedlichen Abhang des Grossen Atlas gegen die Sahara zu schweifenden gaetulischen Hirtenstaemme gegen Juba in Waffen zu bringen; denn selbst bis zu ihnen hatten die Schlaege der marianisch-sullanisch...

...ben des maechtigen, bei ihnen noch vom Jugurthinischen Feldzug her in gutem Andenken lebenden Marius von vorn herein geneigt. Die mauretanischen Koenige, Bogud in Tingis, Bocchus in Jol, waren Jubas natuerliche Rivalen und zum Teil laengst mit Caesar in Buendnis. Endlich streifte in dem Grenzgebiet zwischen den Reichen des Juba und des Bocchus noch der letzte der Catilinarier, jener Publius Sittius aus Nuceria, der achtzehn Jahre zuvor aus einem bankrotten italischen Kaufmann sich in einen...

...e. Bocchus und Sittius fielen vereinigt in das numidische Land, besetzten die wichtige Stadt Cirta, und ihr Angriff sowie der der Gaetuler noetigte den Koenig Juba, einen Teil seiner Truppen an seine Sued- und Westgrenze zu senden. Indes blieb Caesars Lage unbequem genug. Seine Armee war auf den Raum einer Quadratmeile zusammengedraengt; wenn auch die Flotte Getreide herbeischaffte, so ward doch der Mangel an Fourage von Caesars Reitern ebenso gefuehlt wie vor Dyrrhachion von denen des Pompeius. Die leichten Truppen des Feindes blieben, aller Anstrengungen Caesars ungeachtet, den seinigen so unermesslich ueberlegen, dass es fast unmoeglich schien, die Offensive in das Binnenland hinein auch mit Veteranen durchzufuehren. Wenn Scipio zurueckwich und die Kuestenstaedte preisgab, so konnte er vielleicht ei...

...lle. Es war dies nicht bloss insofern verkehrt, als man damit einen sicheren Erfolg verheissenden Kriegsplan fahren liess, sondern auch insofern, als die Landschaft, in die man den Krieg verlegte, in bedenklicher Gaerung, und das Heer, das man Caesar gegenueberstellte, zum guten Teil ebenfalls schwierig war. Die fuerchterlich strenge Aushebung, die Wegschleppung der Vorraete, die Verwuestung der kleineren Ortschaften, ueberhaupt das Gefuehl einer von Haus aus fremden und bereits verlorenen...

...terroristische Verfahren der letzteren gegen alle auch nur der Gleichgueltigkeit verdaechtigen Gemeinden hatte diese Erbitterung zum furchtbarsten Hass gesteigert. Die afrikanischen Staedte erklaerten, wo sie irgend es wagen konnten, sich fuer Caesar; unter den Gaetulern und den Libyern, die unter den leichten Truppen und selbst in den Legionen in Menge dienten, riss die Desertion ein. Indes Scipio beharrte mit aller dem Unverstand eigenen Hartnaeckigkeit auf seinem Plan, zog mit gesamter ...

... die unter den leichten Truppen und selbst in den Legionen in Menge dienten, riss die Desertion ein. Indes Scipio beharrte mit aller dem Unverstand eigenen Hartnaeckigkeit auf seinem Plan, zog mit gesamter Heeresmacht von Utica her vor die von Caesar besetzten Staedte Ruspina und Klein-Leptis, belegte noerdlich davon Hadrumetum, suedlich Thapsus (am Vorgebirge Ras Dimas) mit starken Besatzungen und bot in Gemeinschaft mit Juba, der mit all seinen nicht durch die Grenzverteidigung in Anspru...

...e Ras Dimas) mit starken Besatzungen und bot in Gemeinschaft mit Juba, der mit all seinen nicht durch die Grenzverteidigung in Anspruch genommenen Truppen gleichfalls vor Ruspina erschien, zu wiederholten Malen dem Feinde die Schlacht an. Aber Caesar war entschlossen, seine Veteranenlegionen zu erwarten. Als diese dann nach und nach eintrafen und auf dem Kampfplatz erschienen, verloren Scipio und Juba die Lust, eine Feldschlacht zu wagen, und Caesar hatte kein Mittel, sie bei ihrer ausserordentlichen Ueberlegenheit an leichter Reiterei zu einer solchen zu zwingen. Ueber Maersche und Scharmuetzel in der Umgegend von Ruspina und Thapsus, die hauptsaechlich um die Auffindung der landuebliche...

...hen zu zwingen. Ueber Maersche und Scharmuetzel in der Umgegend von Ruspina und Thapsus, die hauptsaechlich um die Auffindung der landueblichen Kellerverstecke (Silos) und um Ausbreitung der Posten sich bewegten, verflossen fast zwei Monate. Caesar, durch die feindlichen Reiter genoetigt, sich moeglichst auf den Anhoehen zu halten oder auch seine Flanken durch verschanzte Linien zu decken, gewoehnte doch waehrend dieser muehseligen und aussichtslosen Kriegfuehrung allmaehlich seine Solda...

... vorsichtigen Fechtmeister, der seine Leute sorgfaeltig und nicht selten persoenlich einschulte, den raschen Feldherrn nicht wieder und wurden fast irre an dieser im Zoegern wie im Zuschlagen sich gleichbleibenden Meisterschaft. Endlich wandte Caesar, nachdem er seine letzten Verstaerkungen an sich gezogen hatte, sich seitwaerts gegen Thapsus. Scipio hatte diese Stadt, wie gesagt, stark besetzt und damit den Fehler begangen, seinem Gegner ein leicht zu fassendes Angriffsobjekt darzubieten;...

...en Thapsus. Scipio hatte diese Stadt, wie gesagt, stark besetzt und damit den Fehler begangen, seinem Gegner ein leicht zu fassendes Angriffsobjekt darzubieten; zu dem ersten fuegte er bald den zweiten, noch minder verzeihlichen hinzu, die von Caesar gewuenschte und von Scipio mit Recht bisher verweigerte Feldschlacht jetzt zur Rettung von Thapsus auf einem Terrain zu liefern, das die Entscheidung in die Haende der Linieninfanterie gab. Unmittelbar am Strande, Caesars Lager gegenueber, traten Scipios und Jubas Legionen an, die vorderen Reihen kampffertig, die hinteren beschaeftigt, ein verschanztes Lager zu schlagen; zugleich bereitete die Besatzung von Thapsus einen Ausfall vor. Den letzteren zurueckzuwei...

...ber, traten Scipios und Jubas Legionen an, die vorderen Reihen kampffertig, die hinteren beschaeftigt, ein verschanztes Lager zu schlagen; zugleich bereitete die Besatzung von Thapsus einen Ausfall vor. Den letzteren zurueckzuweisen, genuegten Caesars Lagerwachen. Seine kriegsgewohnten Legionen, schon nach der unsicheren Aufstellung und den schlecht geschlossenen Gliedern den Feind richtig wuerdigend, zwangen, waehrend drueben noch geschanzt ward und ehe noch der Feldherr das Zeichen gab, ...

...n schlecht geschlossenen Gliedern den Feind richtig wuerdigend, zwangen, waehrend drueben noch geschanzt ward und ehe noch der Feldherr das Zeichen gab, einen Trompeter, zum Angriff zu blasen, und gingen auf der ganzen Linie vor, allen voran Caesar selbst, der, da er die Seinigen ohne seinen Befehl abzuwarten vorruecken sah, an ihrer Spitze auf den Feind eingaloppierte. Der rechte Fluegel, den uebrigen Abteilungen voran, scheuchte die ihm gegenueberstehende Linie der Elefanten - es war d...

...htender, als das neue Lager der geschlagenen Armee noch nicht fertig und das alte betraechtlich entfernt war; beide wurden nacheinander fast ohne Gegenwehr erobert. Die Masse der geschlagenen Armee warf die Waffen weg und bat um Quartier; aber Caesars Soldaten waren nicht mehr dieselben, die vor Ilerda willig der Schlacht sich enthalten, bei Pharsalos der Wehrlosen ehrenvoll geschont hatten. Die Gewohnheit des Buergerkrieges und der von der Meuterei zurueckgebliebene Groll machten auf dem ...

...wuchsen, wenn die Armee von Italien nach Spanien, von Spanien nach Makedonien, von Makedonien nach Afrika geschleudert ward, die immer heisser ersehnte Ruhe immer nicht kam, so suchte, und nicht ganz ohne Ursache, der Soldat davon den Grund in Caesars unzeitiger Milde. Er hatte es sich geschworen nachzuholen, was der Feldherr versaeumt, und blieb taub fuer das Flehen der entwaffneten Mitbuerger wie fuer die Befehle Caesars und der hoeheren Offiziere. Die fuenfzigtausend Leichen, die das Schlachtfeld von Thapsus bedeckten, darunter auch mehrere als heimliche Gegner der neuen Monarchie bekannte und deshalb bei dieser Gelegenheit von ihren eigenen Leuten niedergem...

...r hoeheren Offiziere. Die fuenfzigtausend Leichen, die das Schlachtfeld von Thapsus bedeckten, darunter auch mehrere als heimliche Gegner der neuen Monarchie bekannte und deshalb bei dieser Gelegenheit von ihren eigenen Leuten niedergemachte Caesarische Offiziere, zeigten, wie der Soldat sich Ruhe schafft. Die siegende Armee dagegen zaehlte nicht mehr als fuenfzig Tote (6. April 708 46). Eine Fortsetzung des Kampfes fand nach der Schlacht von Thapsus so wenig in Afrika statt, wie andertha...

...ch eine solche Metzelei entweihen. Nachdem er, teils durch seine Autoritaet, teils durch freigebige Spenden, dem Wueten der Soldateska gegen die ungluecklichen Uticenser nach Vermoegen gesteuert und, soweit es in seiner Macht stand, denen, die Caesars Gnade sich nicht anvertrauen mochten, die Mittel zur Flucht, denen, die bleiben wollten, die Gelegenheit, unter moeglichst leidlichen Bedingungen zu kapitulieren mit ruehrender Sorgfalt gewaehrt und durchaus sich ueberzeugt hatte, dass er nie...

...rust. Auch von den uebrigen gefluechteten Reitern retteten sich nur wenige. Die von Thapsus gefluechteten Reiter stiessen auf die Scharen des Sittius und wurden von ihnen niedergehauen oder gefangen; ihre Fuehrer Afranius und Faustus wurden an Caesar ausgeliefert und, da dieser sie nicht sogleich hinrichten liess, von dessen Veteranen in einem Auflauf erschlagen. Der Oberfeldherr Metellus Scipio geriet mit der Flotte der geschlagenen Partei in die Gewalt der Kreuzer des Sittius und durch...

...s Pompeius, folgten dem aelteren Bruder des letzteren nach Spanien und suchten, wie einst Sertorius, in den Gebirgen und Gewaessern dieser immer noch halb unabhaengigen Landschaften ein letztes Raeuber- und Piratenasyl. Ohne Widerstand ordnete Caesar die afrikanischen Verhaeltnisse. Wie schon Curio beantragt hatte, ward das Reich des Massinissa aufgeloest. Der oestlichste Teil oder die Landschaft von Sitifis ward mit dem Reich des Koenigs Bocchus von Ostmauretanien vereinigt, auch der treu...
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10. Kapitel
Brundisium, Ilerda, Pharsalos und Thapsus ->
... dazu entschlossen. Es boten sich ihm drei verschiedene Wege dar, um seinen Sieg fruchtbar zu machen. Der erste und einfachste war, von der ueberwundenen Armee nicht abzulassen und, wenn sie aufbrach, sie zu verfolgen. Ferner konnte Pompeius Caesar selbst und dessen Kerntruppen in Griechenland stehen lassen und selber, wie er laengst vorbereitet hatte, mit der Hauptarmee nach Italien ueberfahren, wo die Stimmung entschieden antimonarchisch war und die Streitmacht Caesars, nach Entsendung der besten Truppen und des tapfern und zuverlaessigen Kommandanten zu der griechischen Armee, nicht gar viel bedeuten wollte. Endlich konnte der Sieger sich auch in das Binnenland wenden, die Legionen des Metellus Scipio an s...

...essigen Kommandanten zu der griechischen Armee, nicht gar viel bedeuten wollte. Endlich konnte der Sieger sich auch in das Binnenland wenden, die Legionen des Metellus Scipio an sich liehen und versuchen, die im Binnenlande stehenden Truppen Caesars aufzuheben. Es hatte naemlich dieser, unmittelbar nachdem der zweite Transport bei ihm eingetroffen war, teils, um die Subsistenzmittel fuer seine Armee herbeizuschaffen, starke Detachements nach Aetolien und Thessalien entsandt, teils ein Ko...

...ich ploetzlich rueckwaerts wandte und, rasch den Haliakmon (Jadsche Karasu) ueberschreitend und dort sein Gepaeck unter Marcus Favonius zuruecklassend, in Thessalien eindrang, um die mit der Unterwerfung des Landes beschaeftigte Rekrutenlegion Caesars unter Lucius Cassius Longinus mit Uebermacht anzugreifen. Longinus aber zog sich ueber die Berge nach Ambrakia auf das von Caesar nach Aetolien gesandte Detachement unter Gnaeus Calvisius Sabinus zurueck, und Scipio konnte ihn nur durch seine thrakischen Reiter verfolgen lassen, da Calvinus seine unter Favonius am Haliakmon zurueckgelassene Reserve mit dem gleichen Schic...

... gleichen Schicksale bedrohte, welches er selbst dem Longinus zu bereiten gedachte. So trafen Calvinus und Scipio am Haliakmon wieder zusammen und lagerten hier laengere Zeit einander gegenueber. Pompeius konnte zwischen diesen Plaenen waehlen; Caesar blieb keine Wahl. Er trat nach jenem ungluecklichen Gefechte den Rueckzug auf Apollonia an. Pompeius folgte. Der Marsch von Dyrrhachion nach Apollonia auf einer schwierigen, von mehreren Fluessen durchschnittenen Strasse war keine leichte Au...

...s Scipio nicht preiszugeben, um so mehr, als er durch diesen Marsch das des Calvinus in die Haende zu bekommen hoffte. Calvinus stand augenblicklich auf der Egnatischen Strasse bei Herakleia Lynkestis, zwischen Pompeius und Scipio und, nachdem Caesar sich auf Apollonia zurueckgezogen, von diesem weiter entfernt als von der grossen Armee des Pompeius, zu allem dem ohne Kenntnis von den Vorgaengen bei Dyrrhachion und von seiner bedenklichen Lage, da nach den bei Dyrrhachion erlangten Erfolge...

...t als von der grossen Armee des Pompeius, zu allem dem ohne Kenntnis von den Vorgaengen bei Dyrrhachion und von seiner bedenklichen Lage, da nach den bei Dyrrhachion erlangten Erfolgen die ganze Landschaft sich zu Pompeius neigte und die Boten Caesars ueberall aufgegriffen wurden. Erst als die feindliche Hauptmacht bis auf wenige Stunden sich ihm genaehert hatte, erfuhr Calvinus aus den Erzaehlungen der feindlichen Vorposten selbst den Stand der Dinge. Ein rascher Aufbruch in suedlicher Ri...

...st den Stand der Dinge. Ein rascher Aufbruch in suedlicher Richtung gegen Thessalien zu entzog ihn im letzten Augenblick der drohenden Vernichtung; Pompeius musste sich damit begnuegen, Scipio aus seiner gefaehrdeten Stellung befreit zu haben. Caesar war inzwischen unangefochten nach Apollonia gelangt. Sogleich nach der Katastrophe von Dyrrhachion hatte er sich entschlossen, wenn moeglich den Kampf von der Kueste weg in das Binnenland zu verlegen, um die letzte Ursache des Fehlschlagens ...

...rste thessalische Stadt, vor der die jetzt vereinigte Armee erschien, Gomphoi, schloss ihr die Tore; sie ward rasch erstuermt und der Pluenderung preisgegeben, und dadurch geschreckt unterwarfen sich die uebrigen Staedte Thessaliens, sowie nur Caesars Legionen vor den Mauern sich zeigten. Ueber diesen Maerschen und Gefechten und mit Hilfe der, wenn auch nicht allzureichlichen, Vorraete, die die Landschaft am Peneios darbot, schwanden allmaehlich die Spuren und die Erinnerungen der uebersta...

... Unmittelbare Fruechte also hatten die Siege von Dyrrhachion fuer die Sieger nicht viele getragen. Pompeius, mit seiner schwerfaelligen Armee und seiner zahlreichen Reiterei, hatte dem beweglichen Feind in die Gebirge zu folgen nicht vermocht; Caesar wie Calvinus hatten der Verfolgung sich entzogen und beide standen vereinigt und in voller Sicherheit in Thessalien. Vielleicht waere es das richtigste gewesen, wenn Pompeius jetzt ohne weiteres mit seiner Hauptmacht zu Schiff nach Italien geg...

...Schiff nach Italien gegangen waere, wo der Erfolg kaum zweifelhaft war. Indes vorlaeufig ging nur eine Abteilung der Flotte nach Sizilien und Italien ab. Man betrachtete im Lager der Koalition durch die Schlachten von Dyrrhachion die Sache mit Caesar als so vollstaendig entschieden, dass es nur galt, die Fruechte der Siege zu ernten, das heisst, die geschlagene Armee aufzusuchen und abzufangen. An die Stelle der bisherigen uebervorsichtigen Zurueckhaltung trat ein durch die Umstaende noch ...

... Armee zu treffen und dass es nicht geringe Bedenken hatte, vom Meere sich entfernend und auf die Unterstuetzung der Flotte verzichtend, dem Gegner auf das von ihm gewaehlte Schlachtfeld zu folgen. Man war eben entschlossen, um jeden Preis mit Caesar zu schlagen und darum baldmoeglichst und auf dem moeglichst bequemen Wege an ihn zu kommen. Cato uebernahm das Kommando in Dyrrhachion, wo eine Besatzung von achtzehn Kohorten, und in Kerkyra, wo 300 Kriegsschiffe zurueckblieben: Pompeius und ...

...o begaben sich, jener wie es scheint die Egnatische Chaussee bis Pella verfolgend und dann die grosse Strasse nach Sueden einschlagend, dieser vom Haliakmon aus durch die Paesse des Olymp, an den unteren Peneios und trafen bei Larisa zusammen. Caesar stand suedlich davon in der Ebene, die zwischen dem Huegelland von Kynoskephalae und dem Othrysgebirge sich ausbreitet und von dem Nebenfluss des Peneios, dem Enipeus, durchschnitten wird, am linken Ufer desselben bei der Stadt Pharsalos; ihm ...

...em Enipeus, durchschnitten wird, am linken Ufer desselben bei der Stadt Pharsalos; ihm gegenueber, am rechten Ufer des Enipeus am Abhang der Hoehen von Kynoskephalae, schlug Pompeius sein Lager ^6. Pompeius' Armee war vollstaendig beisammen; Caesar dagegen erwartete noch das frueher nach Aetolien und Thessalien detachierte, jetzt unter Quintus Fufius Calenus in Griechenland stehende Korps von fast zwei Legionen und die auf dem Landweg von Italien ihm nachgesandten und bereits in Illyrien...

...chenland stehende Korps von fast zwei Legionen und die auf dem Landweg von Italien ihm nachgesandten und bereits in Illyrien angelangten zwei Legionen des Cornificius. Pompeius' Heer, elf Legionen oder 47000 Mann und 7000 Pferde stark, war dem Caesar an Fussvolk um mehr als das Doppelte, an Reiterei um das Siebenfache ueberlegen; Strapazen und Gefechte hatten Caesars Truppen so dezimiert, dass seine acht Legionen nicht ueber 22000 Mann unter den Waffen, also bei weitem nicht die Haelfte des Normalbestandes zaehlten. Pompeius' siegreiche, mit einer zahllosen Reiterei und guten Magazinen versehene Armee hat...

...cht Legionen nicht ueber 22000 Mann unter den Waffen, also bei weitem nicht die Haelfte des Normalbestandes zaehlten. Pompeius' siegreiche, mit einer zahllosen Reiterei und guten Magazinen versehene Armee hatte Lebensmittel in Fuelle, waehrend Caesars Truppen notduerftig sich hinhielten und erst von der nicht fernen Getreideernte bessere Verpflegung erhofften. Die Stimmung der Pompeianischen Soldaten, die in der letzten Kampagne den Krieg kennen und ihrem Fuehrer vertrauen gelernt hatten...

... Die Stimmung der Pompeianischen Soldaten, die in der letzten Kampagne den Krieg kennen und ihrem Fuehrer vertrauen gelernt hatten, war die beste. Alle militaerischen Gruende sprachen auf Pompeius' Seite dafuer, da man nun einmal in Thessalien Caesar gegenueberstand, mit der Entscheidungsschlacht nicht lange zu zoegern; und mehr wohl noch als diese wog im Kriegsrat die Emigrantenungeduld der vielen vornehmen Offiziere und Heerbegleiter. Seit den Ereignissen von Dyrrhachion betrachteten die...

...e Emigrantenungeduld der vielen vornehmen Offiziere und Heerbegleiter. Seit den Ereignissen von Dyrrhachion betrachteten diese Herren den Triumph ihrer Partei als eine ausgemachte Tatsache; bereits wurde eifrig gehadert ueber die Besetzung von Caesars Oberpontifikat und Auftraege nach Rom gesandt, um fuer die naechsten Wahlen Haeuser am Markt zu mieten. Als Pompeius Bedenken zeigte, den Bach, der beide Heere schied und den Caesar mit seinem viel schwaecheren Heer zu passieren sich nicht getraute, seinerseits zu ueberschreiten, erregte dies grossen Unwillen; Pompeius, hiess es, zaudere nur mit der Schlacht, um noch etwas laenger ueber so viele Konsulare und Praetorier ...

...seits zu ueberschreiten, erregte dies grossen Unwillen; Pompeius, hiess es, zaudere nur mit der Schlacht, um noch etwas laenger ueber so viele Konsulare und Praetorier zu gebieten und seine Agamemnonrolle zu verewigen. Pompeius gab nach; und Caesar, der in der Meinung, dass es nicht zum Kampf kommen werde, eben eine Umgehung der feindlichen Armee entworfen hatte und dazu gegen Skotussa aufzubrechen im Begriff war, ordnete ebenfalls seine Legionen zur Schlacht, als er die Pompeianer sich ...

...n. Also ward, fast auf derselben Walstatt, wo hundertfuenfzig Jahre zuvor die Roemer ihre Herrschaft im Osten begruendet hatten, am 9. August 706 (48) die Schlacht von Pharsalos geschlagen. Pompeius lehnte den rechten Fluegel an den Enipeus, Caesar ihm gegenueber den linken an das vor dem Enipeus sich ausbreitende durchschnittene Terrain; die beiden anderen Fluegel standen in die Ebene hinaus, beiderseits gedeckt durch die Reiterei und die leichten Truppen. Pompeius' Absicht war, sein Fu...

...eichten Truppen. Pompeius' Absicht war, sein Fussvolk in der Verteidigung zu halten, dagegen mit seiner Reiterei die schwache Reiterschar, die, nach deutscher Art mit leichter Infanterie gemischt, ihr gegenueberstand, zu zersprengen und sodann Caesars rechten Fluegel in den Ruecken zu nehmen. Sein Fussvolk hielt den ersten Stoss der feindlichen Infanterie mutig aus und es kam das Gefecht hier zum Stehen. Labienus sprengte ebenfalls die feindliche Reiterei nach tapferem, aber kurzem Wider...

... der feindlichen Infanterie mutig aus und es kam das Gefecht hier zum Stehen. Labienus sprengte ebenfalls die feindliche Reiterei nach tapferem, aber kurzem Widerstand auseinander und entwickelte sich linkshin, um das Fussvolk zu umgehen. Aber Caesar, die Niederlage seiner Reiterei voraussehend, hatte hinter ihr auf der bedrohten Flanke seines rechten Fluegels etwa 2000 seiner besten Legionaere aufgestellt. Wie die feindlichen Reiter, die Caesarischen vor sich hertreibend, heran und um die Linie herum jagten, prallten sie ploetzlich auf diese unerschrocken gegen sie anrueckende Kernschar und, durch den unerwarteten und ungewohnten Infanterieangriff ^7 rasch in Verwirrung gebracht, spr...

...ie mit verhaengten Zuegeln vom Schlachtfeld. Die siegreichen Legionaere hieben die preisgegebenen feindlichen Schuetzen zusammen, rueckten dann auf den linken Fluegel des Feindes los und begannen nun ihrerseits dessen Umgehung. Zugleich ging Caesars bisher zurueckgehaltenes drittes Treffen auf der ganzen Linie zum Angriff vor. Die unverhoffte Niederlage der besten Waffe des Pompeianischen Heeres, wie sie den Mut der Gegner hob, brach den der Armee und vor allem den des Feldherrn. Als Pom...

...ner hob, brach den der Armee und vor allem den des Feldherrn. Als Pompeius, der seinem Fussvolk von Haus aus nicht traute, die Reiter zurueckjagen sah, ritt er sofort von dem Schlachtfeld zurueck in das Lager, ohne auch nur den Ausgang des von Caesar befohlenen Gesamtangriffs abzuwarten. Seine Legionen fingen an zu schwanken und bald ueber den Bach in das Lager zurueckzuweichen, was nicht ohne schweren Verlust bewerkstelligt ward. Der Tag war also verloren und mancher tuechtige Soldat gefa...

...n das Lager zurueckzuweichen, was nicht ohne schweren Verlust bewerkstelligt ward. Der Tag war also verloren und mancher tuechtige Soldat gefallen, die Armee indes noch im wesentlichen intakt und Pompeius' Lage weit minder bedenklich als die Caesars nach der Niederlage von Dyrrhachion. Aber wenn Caesar in den Wechselfaellen seiner Geschicke es gelernt hatte, dass das Glueck auch seinen Guenstlingen wohl auf Augenblicke sich zu entziehen liebt, um durch Beharrlichkeit von ihnen abermals bezwungen zu werden, so kannte Pompeius das Glueck bis...

... Augenblicke sich zu entziehen liebt, um durch Beharrlichkeit von ihnen abermals bezwungen zu werden, so kannte Pompeius das Glueck bis dahin nur als die bestaendige Goettin und verzweifelte an sich und an ihr, als sie ihm entwich; und wenn in Caesars grossartiger Natur die Verzweiflung nur immer maechtigere Kraefte entwickelte, so versank Pompeius' duerftige Seele unter dem gleichen Druck in den bodenlosen Abgrund der Kuemmerlichkeit. Wie er einst im Kriege mit Sertorius im Begriff gewese...

...m dort ein Schiff sich zu suchen. Seine Armee, entmutigt und fuehrerlos - denn Scipio, obwohl von Pompeius als Kollege im Oberkommando anerkannt, war doch nur dem Namen nach Oberfeldherr -, hoffte hinter den Lagerwaellen Schutz zu finden; aber Caesar gestattete ihr keine Rast: rasch wurde die hartnaeckige Gegenwehr der roemischen und thrakischen Lagerwachen ueberwaeltigt und die Masse genoetigt, sich in Unordnung die Anhoehen von Krannon und Skotussa hinaufzuziehen, an deren Fusse das Lage...

...chen ueberwaeltigt und die Masse genoetigt, sich in Unordnung die Anhoehen von Krannon und Skotussa hinaufzuziehen, an deren Fusse das Lager geschlagen war. Sie versuchte, auf diesen Huegeln sich fortbewegend Larisa wiederzuerreichen; allein Caesars Truppen, weder der Beute noch der Muedigkeit achtend und auf besseren Wegen in die Ebene vorrueckend, verlegten den Fluechtigen den Weg; ja, als am spaeten Abend die Pompeianer ihren Marsch einstellten, vermochten ihre Verfolger es noch, eine...

...ng zu dem einzigen in der Naehe befindlichen Bach verschloss. So endigte der Tag von Pharsalos. Die feindliche Armee war nicht bloss geschlagen, sondern vernichtet. 15000 der Feinde lagen tot oder verwundet auf dem Schlachtfeld, waehrend die Caesarianer nur 200 Mann vermissten; die noch zusammengebliebene Masse, immer noch gegen 20000 Mann, streckte am Morgen nach der Schlacht die Waffen; nur einzelne Trupps, darunter freilich die namhaftesten Offiziere, suchten eine Zuflucht in den Berg...

...ngebliebene Masse, immer noch gegen 20000 Mann, streckte am Morgen nach der Schlacht die Waffen; nur einzelne Trupps, darunter freilich die namhaftesten Offiziere, suchten eine Zuflucht in den Bergen; von den elf feindlichen Adlern wurden neun Caesar ueberbracht. Caesar, der schon am Tage der Schlacht die Soldaten erinnert hatte, im Feinde nicht den Mitbuerger zu vergessen, behandelte die Gefangenen nicht wie Bibulus und Labienus es taten; indes auch er fand doch noetig, jetzt die Strenge walten zu lassen. Di...

...en rechten Fluegel an den Fluss lehnten (Caes. civ. 3, 83. Frontin. strat. 2, 3, 22). Aber das Lager der Pompeianer kann hier nicht gestanden haben, sondern nur am Abhang der Hoehen von Kynoskephalae am rechten Ufer des Enipeus, teils weil sie Caesar den Weg nach Skotussa verlegten, teils weil ihre Rueckzugslinie offenbar ueber die oberhalb des Lagers befindlichen Berge nach Larisa ging; haetten sie, nach Leakes (Bd. 4, S. 482) Annahme, oestlich von Pharsalos am linken Ufer des Enipeus gel...

...is entfernte linke Fluegel der Pompeianer hat dies auch empfunden; aber der Rueckzug wenigstens ihres Zentrums und ihres rechten Fluegels ward nicht in solcher Hast bewerkstelligt, dass er unter den gegebenen Bedingungen unausfuehrbar waere. Caesar und seine Ausschreiber verschweigen die Ueberschreitung des Flusses, weil dieselbe die uebrigens aus der ganzen Erzaehlung hervorgehende Kampfbegierde der Pompeianer zu deutlich ins Licht stellen wuerde, und ebenso die fuer diese guenstigen Mo...

...eselbe die uebrigens aus der ganzen Erzaehlung hervorgehende Kampfbegierde der Pompeianer zu deutlich ins Licht stellen wuerde, und ebenso die fuer diese guenstigen Momente des Rueckzugs. ^7 In diesen Zusammenhang gehoert die bekannte Anweisung Caesars an seine Soldaten, nach den Gesichtern der feindlichen Reiter zu stossen. Die Infanterie, welche hier in ganz irregulaerer Weise offensiv gegen die Kavallerie auftrat, der mit den Saebeln nicht beizukommen war, sollte ihre Pila nicht abwerfen...
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10. Kapitel
Die alte Republik und die neue Monarchie ->
...m nicht ganz verkehrten Forscher ist das hohe Bild mit denselben wesentlichen Zuegen erschienen, und doch ist dasselbe anschaulich wiederzugeben noch keinem gelungen. Das Geheimnis liegt in dessen Vollendung. Menschlich wie geschichtlich steht Caesar in dem Gleichungspunkt, in welchem die grossen Gegensaetze des Daseins sich ineinander aufheben. Von gewaltiger Schoepferkraft und doch zugleich vom durchdringendsten Verstande; nicht mehr Juengling und noch nicht Greis; vom hoechsten Wollen u...

...fuellt von republikanischen Idealen und zugleich geboren zum Koenig; ein Roemer im tiefsten Kern seines Wesens und wieder berufen, die roemische und die hellenische Entwicklung in sich wie nach aussen hin zu versoehnen und zu vermaehlen, ist Caesar der ganze und vollstaendige Mann. Darum fehlt es denn auch bei ihm mehr als bei irgendeiner anderen geschichtlichen Persoenlichkeit an den sogenannten charakteristischen Zuegen, welche ja doch nichts anderes sind als Abweichungen von der natur...

...ulturepoche oder der Nation; wie denn seine Jugendabenteuer ihm mit allen gleichgestellten begabteren Zeitgenossen gemein sind, sein unpoetisches, aber energisch logisches Naturell das Naturell der Roemer ueberhaupt ist. Es gehoert dies mit zu Caesars voller Menschlichkeit, dass er im hoechsten Grade durch Zeit und Ort bedingt ward; denn eine Menschlichkeit an sich gibt es nicht, sondern der lebendige Mensch kann eben nicht anders als in einer gegebenen Volkseigentuemlichkeit und in einem ...

... Grade durch Zeit und Ort bedingt ward; denn eine Menschlichkeit an sich gibt es nicht, sondern der lebendige Mensch kann eben nicht anders als in einer gegebenen Volkseigentuemlichkeit und in einem bestimmten Kulturzug stehen. Nur dadurch war Caesar ein voller Mann, weil er wie kein anderer mitten in die Stroemungen seiner Zeit sich gestellt hatte und weil er die kernige Eigentuemlichkeit der roemischen Nation, die reale buergerliche Tuechtigkeit vollendet wie kein anderer in sich trug; w...

...igkeit vollendet wie kein anderer in sich trug; wie denn auch sein Hellenismus nur der mit der italischen Nationalitaet laengst innig verwachsene war. Aber eben hierin liegt auch die Schwierigkeit, man darf vielleicht sagen die Unmoeglichkeit, Caesar anschaulich zu schildern. Wie der Kuenstler alles machen kann, nur nicht die vollendete Schoenheit, so kann auch der Geschichtschreiber, wo ihm alle tausend Jahre einmal das Vollkommene begegnet, nur darueber schweigen. Denn es laesst die Rege...

...se den Stempel der Zeit. Der roemische Mann selbst stellte seinem jugendlichen griechischen Vorgaenger nicht bloss ebenbuertig, sondern ueberlegen sich an die Seite; aber die Welt war inzwischen alt geworden und ihr Jugendschimmer verblasst. Caesars Taetigkeit ist nicht mehr wie die Alexanders ein freudiges Vorwaertsstreben in die ungemessene Weite; er baute auf und aus Ruinen und war zufrieden, in den einmal angewiesenen weiten, aber begrenzten Raeumen moeglichst ertraeglich und moeglic...

...dagegen den Sohn des Philippos mit allem Goldglanz der Poesie, mit allen Regenbogenfarben der Sage bekleidet. Aber mit gleichem Recht hat das staatliche Leben der Nationen seit Jahrtausenden wieder und wieder auf die Linien zurueckgelenkt, die Caesar gezogen hat, und wenn die Voelker, denen die Welt gehoert, noch heute mit seinem Namen die hoechsten ihrer Monarchen nennen, so liegt darin eine tiefsinnige, leider auch eine beschaemende Mahnung. Wenn es gelingen sollte, aus den alten in jeder...

...ht heillosen Zustaenden herauszukommen und das Gemeinwesen zu verjuengen, so musste vor allen Dingen das Land tatsaechlich beruhigt und der Boden von den Truemmern, die von der letzten Katastrophe her ueberall ihn bedeckten, gesaeubert werden. Caesar ging dabei aus von dem Grundsatz der Versoehnung der bisherigen Parteien oder, richtiger gesagt - denn von wirklicher Ausgleichung kann bei unversoehnlichen Gegensaetzen nicht gesprochen werden -, von dem Grundsatz, dass der Kampfplatz, auf ...

... beiden Teilen aufzugeben sei und beide auf dem Boden der neuen monarchischen Verfassung sich zusammenzufinden haetten. Vor allen Dingen also galt aller aeltere Hader der republikanischen Vergangenheit als abgetan fuer immer und ewig. Waehrend Caesar die auf die Nachricht von der Pharsalischen Schlacht von dem hauptstaedtischen Poebel umgestuerzten Bildsaeulen Sullas wiederaufzurichten befahl und also es anerkannte, dass ueber diesen grossen Mann einzig der Geschichte Gericht zu halten geb...

...gnadigung ausgeschlossen. Weit schwieriger als die Ordnung dieser im wesentlichen bereits der Vergangenheit anheimgefallenen Fragen war die Behandlung der im Augenblick sich gegenueberstehenden Parteien: teils des eigenen demokratischen Anhangs Caesars, teils der gestuerzten Aristokratie. Dass jener mit Caesars Verfahren nach dem Sieg und mit seiner Aufforderung, den alten Parteistandpunkt aufzugeben, womoeglich noch minder einverstanden war als diese, versteht sich von selbst. Caesar selbst wollte wohl im ganzen dasselbe, was Gaius Gracchus im Sinne getragen hatte; allein die Absichten der Caesarianer waren nicht mehr die der Gracchaner. Die roemische Popularpartei war in immer steigender Progression aus der Reform in die Revolution, aus der Revolution in die Anarchie, aus der Anarchie in den Krieg gegen das Eigentum gedraengt worden; ...

...chie, aus der Anarchie in den Krieg gegen das Eigentum gedraengt worden; sie feierte unter sich das Andenken der Schreckensherrschaft und schmueckte, wie einst der Gracchen, so jetzt des Catilina Grab mit Blumen und Kraenzen; sie hatte unter Caesars Fahne sich gestellt, weil sie von ihm das erwartete, was Catilina ihr nicht hatte verschaffen koennen. Als nun aber sehr bald sich herausstellte, dass Caesar nichts weniger sein wollte als der Testamentsvollstrecker Catilinas, dass die Verschuldeten von ihm hoechstens Zahlungserleichterungen und Prozessmilderungen zu hoffen hatten, da ward die erbitterte Frage laut, fuer wen denn die Volkspartei ge...

...tei gesiegt habe, wenn nicht fuer das Volk? und fing das vornehme und niedere Gesindel dieser Art vor lauter Aerger ueber die fehlgeschlagenen politisch-oekonomischen Saturnalien erst an, mit den Pompeianern zu liebaeugeln, dann sogar waehrend Caesars fast zweijaehriger Abwesenheit von Italien (Januar 706 48 bis Herbst 707 47) daselbst einen Buergerkrieg im Buergerkriege anzuzetteln. Der Praetor Marcus Caelius Rufus, ein guter Adliger und schlechter Schuldenbezahler, von einigem Talent und...

...etteln. Der Praetor Marcus Caelius Rufus, ein guter Adliger und schlechter Schuldenbezahler, von einigem Talent und vieler Bildung, als ein heftiger und redefertiger Mann bisher im Senat und auf dem Markte einer der eifrigsten Vorkaempfer fuer Caesar, brachte, ohne hoeheren Auftrag, bei dem Volke ein Gesetz ein, das den Schuldnern ein sechsjaehriges zinsfreies Moratorium gewaehrte, sodann, da man ihm hierbei in den Weg trat, ein zweites, das gar alle Forderungen aus Darlehen und laufenden ...

..., bei dem Volke ein Gesetz ein, das den Schuldnern ein sechsjaehriges zinsfreies Moratorium gewaehrte, sodann, da man ihm hierbei in den Weg trat, ein zweites, das gar alle Forderungen aus Darlehen und laufenden Hausmieten kassiert; worauf der Caesarische Senat ihn seines Amtes entsetzte. Es war eben die Zeit vor der Pharsalischen Schlacht, und die Waagschale in dem grossen Kampfe schien sich auf die Seite der Pompeianer zu neigen; Rufus trat mit dem alten senatorischen Bandenfuehrer Milo ...

... war das letzte Mal - den Demagogenkrieg begann; es gab arge Haendel zwischen den, beiderseitigen bewaffneten Banden und vielfachen Strassenlaerm, bis der Kommandant von Italien, Marcus Antonius, das Militaer einschreiten liess und bald darauf Caesars Rueckkehr aus dem Osten dem tollen Treiben vollstaendig ein Ziel setzte. Caesar legte diesen hirnlosen Versuchen, die Catilinarischen Projekte wieder aufzuwaermen, so wenig Gewicht bei, dass er selbst den Dolabella in Italien duldete, ja nach einiger Zeit ihn sogar wieder zu Gnaden annahm. Gegen solches Gesindel, dem es...

...r wieder zu Gnaden annahm. Gegen solches Gesindel, dem es nicht um irgend welche politische Frage, sondern einzig um den Krieg gegen das Eigentum zu, tun ist, genuegt, wie gegen die Raeuberbanden, das blosse Dasein einer starken Regierung; und Caesar war zu gross und zu besonnen, um mit der Angst, die die italischen Trembleurs vor diesen damaligen Kommunisten empfanden, Geschaefte zu machen und damit seiner Monarchie eine falsche Popularitaet zu erschwindeln. Wenn Caesar also die gewesene demokratische Partei ihrem schon bis an die aeusserste Grenze vorgeschrittenen Zersetzungsprozess ueberlassen konnte und ueberliess, so hatte er dagegen gegenueber der bei weitem lebenskraeftigeren ehemaligen aristokratischen...

...aligen aristokratischen Partei durch die gehoerige Verbindung des Niederdrueckens und des Entgegenkommens die Aufloesung nicht herbeizufuehren - dies vermochte nur die Zeit - sondern sie vorzubereiten und einzuleiten. Es war das wenigste, dass Caesar, schon aus natuerlichem Anstandsgefuehl, es vermied, die gestuerzte Partei durch leeren Hohn zu erbittern, ueber die besiegten Mitbuerger nicht triumphierte ^2, des Pompeius oft und immer mit Achtung gedachte und sein vom Volke umgestuerztes S...

...eius oft und immer mit Achtung gedachte und sein vom Volke umgestuerztes Standbild am Rathaus bei der Herstellung des Gebaeudes an dem frueheren ausgezeichneten Platze wiederum errichten liess. Der politischen Verfolgung nach dem Siege steckte Caesar die moeglichst engen Grenzen. Es fand keine Untersuchung statt ueber die vielfachen Verbindungen, die die Verfassungspartei auch mit nominellen Caesarianern gehabt hatte; Caesar warf die in den feindlichen Hauptquartieren von Pharsalos und Thapsus vorgefundenen Papierstoesse ungelesen ins Feuer und verschonte sich und das Land mit politischen Prozessen gegen des Hochverrats verdaechtige Individuen. Ferner gingen straf...

...elesen ins Feuer und verschonte sich und das Land mit politischen Prozessen gegen des Hochverrats verdaechtige Individuen. Ferner gingen straffrei aus alle gemeinen Soldaten, die ihren roemischen oder provinzialen Offizieren in den Kampf gegen Caesar gefolgt waren. Eine Ausnahme ward nur gemacht mit denjenigen roemischen Buergern, die in dem Heere des numidischen Koenigs Juba Dienste genommen hatten; ihnen wurde zur Strafe des Landesverrates das Vermoegen eingezogen. Auch den Offizieren de...

...ahme ward nur gemacht mit denjenigen roemischen Buergern, die in dem Heere des numidischen Koenigs Juba Dienste genommen hatten; ihnen wurde zur Strafe des Landesverrates das Vermoegen eingezogen. Auch den Offizieren der besiegten Partei hatte Caesar bis zum Ausgang des spanischen Feldzugs 705 (49) uneingeschraenkte Begnadigung gewaehrt; allein er ueberzeugte sich, dass er hiermit zu weit gegangen und dass die Beseitigung wenigstens der Haeupter unvermeidlich sei. Die Regel, die er von jet...

...nde des Kampfes erlebte, sein Vermoegen und seine politischen Rechte verlor und fuer Lebenszeit aus Italien verbannt ward, wenn er das Ende des Kampfes nicht erlebte, wenigstens sein Vermoegen an den Staat fiel, wer aber von diesen frueher von Caesar Gnade angenommen hatte und abermals in den feindlichen Reihen betroffen ward, damit das Leben verwirkt hatte. In der Ausfuehrung indes wurden diese Saetze wesentlich gemildert. Todesurteile wurden nur gegen die wenigsten unter den zahlreiche...

...ie zu Mitgliedern des Senats von Utica gepressten afrikanischen Grosshaendler, mit Geldbussen davon. Aber auch den uebrigen ward fast ohne Ausnahme Freiheit und Vermoegen zurueckgegeben, wenn sie nur es ueber sich gewannen, deshalb bittend bei Caesar einzukommen; manchem, der dessen sich weigerte, wie zum Beispiel dem Konsular Marcus Marcellus, ward die Begnadigung auch ungebeten oktroyiert und endlich im Jahre 710 (44) fuer alle noch nicht Zurueckberufenen eine allgemeine Amnestie erlasse...
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Noch bevor der Winter zu Ende war, warf er sich auf die im Gebiet der Haeduer von Caesar angesiedelten Boier, um diese fast einzigen zuverlaessigen Bundesgenossen Roms zu vernichten, bevor Caesar herankam. Die Nachricht von diesem Angriff bestimmte auch Caesar, mit Zuruecklassung des Gepaecks und zweier Legionen in den Winterquartieren von Agedincum (Sens), sogleich und frueher, als er sonst wohl getan haben wuerde, gegen die Insurgenten zu marschieren. Dem empfindlichen Mangel an Reiterei und leich...

... er einigermassen ab durch nach und nach herbeigezogene deutsche Soeldner, die statt ihrer eigenen kleinen und schwachen Klepper mit italischen und spanischen, teils gekauften, teils von den Offizieren requirierten Pferden ausgeruestet wurden. Caesar, nachdem er unterwegs die Hauptstadt der Carnuten, Cenabum, die das Zeichen zum Abfall gegeben, hatte pluendern und in Asche legen lassen, rueckte ueber die Loire in die Landschaft der Biturigen. Er erreichte damit, dass Vercingetorix die Be...

... sein, den Angriff der Legionen nicht zu fuerchten brauchte. Die keltische Reiterei bedeckte alle Strassen und hemmte die Kommunikation. Die Stadt wurde stark besetzt und zwischen ihr und der Armee vor den Mauern die Verbindung offen gehalten. Caesars Lage war sehr schwierig. Der Versuch, das keltische Fussvolk zum Schlagen zu bringen, misslang; es ruehrte sich nicht aus seinen unangreifbaren Linien. Wie tapfer vor der Stadt auch seine Soldaten schanzten und fochten, die Belagerten wetteif...

...stiegen die Roemer die Mauern und schonten, erbittert durch die hartnaeckige Gegenwehr, in der eroberten Stadt weder Geschlecht noch Alter. Die reichen Vorraete, die die Kelten in derselben aufgehaeuft hatten, kamen den ausgehungerten Soldaten Caesars zugute. Mit der Einnahme von Avaricum (Fruehling 702 52) war ueber die Insurrektion ein erster Erfolg erfochten und nach frueheren Erfahrungen mochte Caesar wohl erwarten, dass damit dieselbe sich aufloesen und es nur noch erforderlich sein werde, einzelne Gaue zu Paaren zu treiben. Nachdem er also mit seiner gesamten Armee sich in dem Gau der Haeduer gezeigt und durch diese imposante Demonstratio...

... Augen der feindlichen Armee den Uebergang zu bewirken imstande war. Die roemische Hauptarmee ihrerseits rueckte am Allier hinab in den Arvernergau. Vercingetorix versuchte, ihr den Uebergang auf das linke Ufer des Allier zu verwehren, allein Caesar ueberlistete ihn und stand nach einigen Tagen vor der arvernischen Hauptstadt Gergovia ^20. Indes hatte Vercingetorix, ohne Zweifel schon, waehrend er Caesar am Allier gegenueberstand, in Gergovia hinreichende Vorraete zusammenbringen und vor den Mauern der auf der Spitze eines ziemlich steil sich erhebenden Huegels gelegenen Stadt ein mit starken Steinwaellen versehenes Standlager fuer seine Trupp...

...gen und vor den Mauern der auf der Spitze eines ziemlich steil sich erhebenden Huegels gelegenen Stadt ein mit starken Steinwaellen versehenes Standlager fuer seine Truppen anlegen lassen; und da er hinreichenden Vorsprung hatte, langte er vor Caesar bei Gergovia an und erwartete in dem befestigten Lager unter der Festungsmauer den Angriff. Caesar mit seiner verhaeltnismaessig schwachen Armee konnte den Platz weder regelrecht belagern, noch auch nur hinreichend blockieren; er schlug sein Lager unterhalb der von Vercingetorix besetzten Anhoehe und verhielt sich notgedrungen ebenso unta...

...regelrecht belagern, noch auch nur hinreichend blockieren; er schlug sein Lager unterhalb der von Vercingetorix besetzten Anhoehe und verhielt sich notgedrungen ebenso untaetig wie sein Gegner. Fuer die Insurgenten war es fast ein Sieg, dass Caesars von Triumph zu Triumph fortschreitender Lauf an der Seine wie am Allier ploetzlich gestockt war. In der Tat kamen die Folgen dieser Stockung fuer Caesar beinahe denen einer Niederlage gleich. Die Haeduer, die bisher immer noch geschwankt hatten, machten jetzt ernstlich Anstalt, der Patriotenpartei sich anzuschliessen; schon war die Mannschaft, die Caesar nach Gergovia entboten hatte, auf dem Marsche durch die Offiziere bestimmt worden, sich fuer die Insurgenten zu erklaeren; schon hatte man gleichzeitig im Kanton selbst angefangen, die daselbst ansaessigen Roemer zu pluendern und zu erschlagen...

...entboten hatte, auf dem Marsche durch die Offiziere bestimmt worden, sich fuer die Insurgenten zu erklaeren; schon hatte man gleichzeitig im Kanton selbst angefangen, die daselbst ansaessigen Roemer zu pluendern und zu erschlagen. Noch hatte Caesar, indem er jenem auf Gergovia zurueckenden Korps der Haeduer mit zwei Dritteln des Blockadeheeres entgegengegangen war, dasselbe durch sein ploetzliches Erscheinen wieder zum nominellen Gehorsam zurueckgebracht; allein es war mehr als je ein ho...

...rueckgebracht; allein es war mehr als je ein hohles und bruechiges Verhaeltnis, dessen Fortbestand fast zu teuer erkauft worden war durch die grosse Gefahr der vor Gergovia zurueckgelassenen beiden Legionen. Denn auf diese hatte Vercingetorix, Caesars Abmarsch rasch und entschlossen benutzend, waehrend dessen Abwesenheit einen Angriff gemacht, der um ein Haar mit der Ueberwaeltigung derselben und der Erstuermung des roemischen Lagers geendigt haette. Nur Caesars unvergleichliche Raschheit wandte eine zweite Katastrophe wie die von Aduatuca hier ab. Wenn auch die Haeduer jetzt wieder gute Worte gaben, war es doch vorherzusehen, dass sie, wenn die Blockade sich noch laenger ohne Erfolg hinspann, sich o...

...wie die von Aduatuca hier ab. Wenn auch die Haeduer jetzt wieder gute Worte gaben, war es doch vorherzusehen, dass sie, wenn die Blockade sich noch laenger ohne Erfolg hinspann, sich offen auf die Seite der Aufstaendischen schlagen und dadurch Caesar noetigen wuerden, dieselbe aufzuheben; denn ihr Beitritt wuerde die Verbindung zwischen ihm und Labienus unterbrochen und namentlich den letzteren in seiner Vereinzelung der groessten Gefahr ausgesetzt haben. Caesar war entschlossen, es hierzu nicht kommen zu lassen, sondern, wie peinlich und selbst gefaehrlich es auch war, unverrichteter Sache von Gergovia abzuziehen, dennoch, wenn es einmal geschehen musste, lieber sogleich aufzubrechen und, in den Gau ...

...Aufgang zu ueberrumpeln. In der Tat ueberstiegen die roemischen Sturmkolonnen die Lagermauer und besetzten die naechstliegenden Quartiere des Lagers; allein schon war auch die ganze Besatzung alarmiert und bei den geringen Entfernungen fand es Caesar nicht raetlich, den zweiten Sturm auf die Stadtmauer zu wagen. Er gab das Zeichen zum Rueckzug; indes die vordersten Legionen, vom Ungestuem des Sieges hingerissen, hoerten nicht oder wollten nicht hoeren, und drangen unaufhaltsam vor bis an d...

...die vordersten fielen, die Kolonnen stockten; vergeblich stritten Centurionen und Legionaere mit dem aufopferndsten Heldenmut; die Stuermenden wurden mit sehr betraechtlichem Verlust aus der Stadt hinaus und den Berg hinuntergejagt, wo die von Caesar in der Ebene aufgestellten Truppen sie aufnahmen und groesseres Unglueck verhueteten. Die gehoffte Einnahme von Gergovia hatte sich in eine Niederlage verwandelt, und der betraechtliche Verlust an Verwundeten und Toten - man zaehlte 700 gefall...

... Die gehoffte Einnahme von Gergovia hatte sich in eine Niederlage verwandelt, und der betraechtliche Verlust an Verwundeten und Toten - man zaehlte 700 gefallene Soldaten, darunter 46 Centurionen - war der kleinste Teil des erlittenen Unfalls. Caesars imponierende Stellung in Gallien beruhte wesentlich auf seinem Siegernimbus; und dieser fing an zu erblassen. Schon die Kaempfe um Avaricum, Caesars vergebliche Versuche, den Feind zum Schlagen zu zwingen, die entschlossene Verteidigung der Stadt und ihre fast zufaellige Erstuermung, trugen einen anderen Stempel als die frueheren Keltenkriege und hatten den Kelten Vertrauen auf sich und i...

...men. Weiter hatte das neue System der Kriegfuehrung: unter dem Schutze der Festungen in verschanzten Lagern dem Feind die Stirne zu bieten - bei Lutetia sowohl wie bei Gergovia sich vollkommen bewaehrt. Diese Niederlage endlich, die erste, die Caesar selbst von den Kelten erlitten hatte, kroente den Erfolg, und sie gab denn auch gleichsam das Signal fuer einen zweiten Ausbruch der Insurrektion. Die Haeduer brachen jetzt foermlich mit Caesar und traten mit Vercingetorix in Verbindung. Ihr Kontingent, das noch bei Caesars Armee sich befand, machte nicht bloss von dieser sich los, sondern nahm auch bei der Gelegenheit in Noviodunum an der Loire die Depots der Armee Caesars weg, wodurch die Kassen und Magazine, eine Menge Remontepferde und saemtliche Caesar gestellte Geiseln den Insurgenten in die Haende fielen. Wenigstens ebensowichtig war es, dass auf diese Nachrichten hin auch die Belgen, die bisher der ganzen Bewegung sich ferngehalten hatten, anfingen sich zu ruehren. Der maechtige Gau der B...

...nen Ueberreste von rohen Festungsmauern, wie die urkundlich bis ins zehnte Jahrhundert hinauf verfolgte Ueberlieferung des Namens lassen an der Richtigkeit dieser Ortsbestimmung keinen Zweifel. Auch passt dieselbe wie zu den uebrigen Angaben Caesars, so namentlich dazu dass er Gergovia ziemlich deutlich als Hauptort der Arverner bezeichnet (Gall. 7, 4). Man wird demnach anzunehmen haben, dass die Arverner nach der Niederlage genoetigt wurden, sich von Gergovia nach dem nahen, weniger fes...
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07. Kapitel
Pompeius´ und Caesars Gesamtherrschaft ->
Dass diese ganze Schlichtung der schwebenden Fragen nicht aus einem Kompromiss selbstaendiger und ebenbuertig rivalisierender Machthaber, sondern lediglich aus dem guten Willen Caesars hervorging, zeigen die Verhaeltnisse. Pompeius befand sich in Luca in der peinlichen Lage eines machtlosen Fluechtlings, welcher kommt, bei seinem Gegner Hilfe zu erbitten. Mochte Caesar ihn zurueckweisen und die Koalition als geloest erklaeren oder auch ihn aufnehmen und den Bund fortbestehen lassen, wie er eben war - Pompeius war sowieso politisch vernichtet. Wenn er in diesem Fall mit Caesar nicht brach, so war er der machtlose Schutzbefohlene seines Verbuendeten. Wenn er dagegen mit Caesar brach und, was nicht gerade wahrscheinlich war, noch jetzt eine Koalition mit der Aristokratie zustande brachte, so war doch auch dieses notgedrungen und im letzten Augenblick abgeschlossene Buendnis der Gegner so wenig furchtbar, dass Caesar schwerlich, um dies abzuwenden, sich zu jenen Konzessionen verstanden hat. Eine ernstliche Rivalitaet des Crassus Caesar gegenueber war vollends unmoeglich. Es ist schwer zu sage., welche Motive Caesar bestimmten, seine ueberlegene Stellung ohne Not aufzugeben und, was er seinem Nebenbuhler selbst bei dem Abschluss des Bundes 694 (60) versagt und dieser seitdem, in der offenbaren Absicht gegen Caesar geruestet zu sein, auf verschiedenen Wegen ohne, ja gegen Caesars Willen vergeblich angestrebt hatte, das zweite Konsulat und die militaerische Macht, jetzt freiwillig ihm einzuraeumen. Allerdings ward nicht Pompeius allein an die Spitze eines Heeres gestellt, sondern auch sein alter Feind und Caesars langjaehriger Verbuendeter Crassus; und unzweifelhaft erhielt Crassus seine ansehnliche militaerische Stellung nur als Gegengewicht gegen Pompeius' neue Macht. Allein nichtsdestoweniger verlor Caesar unendlich, indem sein Rival fuer seine bisherige Machtlosigkeit ein bedeutendes Kommando eintauschte. Es ist moeglich, dass Caesar sich seiner Soldaten noch nicht hinreichend Herr fuehlte, um sie mit Zuversicht in den Krieg gegen die formellen Autoritaeten des Landes zu fuehren, und darum ihm daran gelegen war, nicht jetzt durch die Abberufung aus Gallien zum Buergerkrieg...

...die Abberufung aus Gallien zum Buergerkrieg gedraengt zu werden; allein ob es zum Buergerkriege kam oder nicht, stand augenblicklich weit mehr bei der hauptstaedtischen Aristokratie als bei Pompeius, und es waere dies hoechstens ein Grund fuer Caesar gewesen, nicht offen mit Pompeius zu brechen, um nicht durch diesen Bruch die Opposition zu ermutigen, nicht aber ihm das zuzugestehen, was er ihm zugestand. Rein persoenliche Motive mochten mitwirken; es kann sein, dass Caesar sich erinnerte, einstmals in gleicher Machtlosigkeit Pompeius gegenuebergestanden zu haben und nur durch dessen freilich mehr schwach- als grossmuetiges Zuruecktreten vom Untergang gerettet worden zu sein; es ist wahrscheinlich, dass Caesar sich scheute, das Herz seiner geliebten und ihren Gemahl aufrichtig liebenden Tochter zu zerreissen - in seiner Seele war fuer vieles Raum noch neben dem Staatsmann. Allein die entscheidende Ursache war unzweifelhaft die Ruecksicht auf Gallien...

...ich scheute, das Herz seiner geliebten und ihren Gemahl aufrichtig liebenden Tochter zu zerreissen - in seiner Seele war fuer vieles Raum noch neben dem Staatsmann. Allein die entscheidende Ursache war unzweifelhaft die Ruecksicht auf Gallien. Caesar betrachtete - anders als seine Biographen - die Unterwerfung Galliens nicht als eine zur Gewinnung der Krone ihm nuetzliche beilaeufige Unternehmung, sondern es hing ihm die aeusserliche Sicherheit und die innere Reorganisation, mit einem Wort...

...isse in die Hand nehmen zu muessen, gab er unbedenklich seine Ueberlegenheit ueber seinen Rivalen daran und gewaehrte Pompeius hinreichende Macht, um mit dem Senat und dessen Anhang fertigzuwerden. Es war das ein arger politischer Fehler, wenn Caesar nichts wollte, als moeglichst rasch Koenig von Rom werden; allein der Ehrgeiz des seltenen Mannes beschraenkte sich nicht auf das niedrige Ziel einer Krone. Er traute es sich zu, die beiden ungeheuren Arbeiten: die Ordnung der inneren Verhae...

...einem Wege zum Thron viel mehr noch gehemmt als gefoerdert. Es trug ihm bittere Fruechte, dass er die italische Revolution, statt sie im Jahre 698 (56) zu erledigen, auf das Jahr 706 (48) hinausschob. Allein als Staatsmann wie als Feldherr war Caesar ein ueberverwegener Spieler, der, sich selber vertrauend wie seine Gegner verachtend, ihnen immer viel und mitunter ueber alles Mass hinaus vorgab. Es war nun also an der Aristokratie, ihren hohen Einsatz gutzumachen und den Krieg so kuehn zu...

...e kuehn ihn erklaert hatte. Allein es gibt kein klaeglicheres Schauspiel, als wenn feige Menschen das Unglueck haben, einen mutigen Entschluss zu fassen. Man hatte sich eben auf gar nichts vorgesehen. Keinem schien es beigefallen zu sein, dass Caesar moeglicherweise sich zur Wehr setzen, dass nun gar Pompeius und Crassus sich mit ihm aufs neue und enger als je vereinigen wuerden. Das scheint unglaublich; man begreift es, wenn man die Persoenlichkeiten ins Auge fasst, die damals die verfass...

...die ungeheure Majoritaet des Senats, wieder zu ihrer in ungluecklicher Stunde verlassenen Untertanenpflicht zurueckzubringen. Von der anberaumten Verhandlung zur Pruefung der Gueltigkeit der Julischen Gesetze war nicht weiter die Rede; die von Caesar auf eigene Hand errichteten Legionen wurden durch Beschluss des Senats auf die Staatskasse uebernommen; die Versuche, bei der Regulierung der naechsten Konsularprovinzen Caesar beide Gallien oder doch das eine derselben hinwegzudekretieren, wurden von der Majoritaet abgewiesen (Ende Mai 698 56). So tat die Koerperschaft oeffentlich Busse. Im geheimen kamen die einzelnen Herren, einer nach dem andern, toedlich erschro...

... Vorsaetze oeffentlich zu konstatieren ^4. --------------------------------------------- ^2 Cato war noch nicht in Rom, als Cicero am 11. Maerz 698 (56) fuer Sestius sprach (Sest. 28, 60) und als im Senat infolge der Beschluesse von Luca ueber Caesars Legionen verhandelt ward (Plut. Caes. 21); erst bei den Verhandlungen im Anfang 699 (55) finden wir ihn wieder taetig; und da er im Winter reiste (Plus. Cato min 38), kehrte er also Ende 698 (56) nach Rom zurueck. Er kann daher auch nicht, wi...
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08. Kapitel
Crassus´ Tod - Der Bruch der Gesamtherrscher ->
Wenn hiermit nur mittelbar auf Verkuerzung der Statthalterschaft Caesars hingearbeitet ward, so verfolgte dagegen das gleichzeitig ergangene Regulativ ueber die Statthalterschaften dasselbe Ziel geradezu. Die zehn Jahre, auf welche, zuletzt durch das von Pompeius selbst in Gemeinschaft mit Crassus beantragte Ges...

...ingearbeitet ward, so verfolgte dagegen das gleichzeitig ergangene Regulativ ueber die Statthalterschaften dasselbe Ziel geradezu. Die zehn Jahre, auf welche, zuletzt durch das von Pompeius selbst in Gemeinschaft mit Crassus beantragte Gesetz, Caesar die Statthalterschaft gesichert worden war, liefen nach der hierfuer ueblichen Rechnung vom 1. Maerz 695 (59) bis zum letzten Februar 705 (49). Da ferner nach der frueheren Uebung dem Prokonsul oder Propraetor das Recht zustand, unmittelbar na...

...1. Maerz 695 (59) bis zum letzten Februar 705 (49). Da ferner nach der frueheren Uebung dem Prokonsul oder Propraetor das Recht zustand, unmittelbar nach Beendigung seines Konsulats oder seiner Praetur in sein Provinzialamt einzutreten, so war Caesars Nachfolger nicht aus den staedtischen Beamten des Jahres 704 (50), sondern aus denen des Jahres 705 (49) zu ernennen und konnte also nicht vor dem 1. Januar 706 (48) eintreten. Insofern hatte Caesar auch noch waehrend der letzten zehn Monate des Jahres 705 (49) ein Anrecht auf das Kommando, nicht auf Grund des Pompeisch- Licinischen Gesetzes, aber auf Grund der alten Regel, dass das befristete Kommando auch nach Ablauf der Frist bis zum Ei...

...mischt mit dem knifflichen Formalismus und der konstitutionellen Gelehrsamkeit der Verfassungspartei. Jahre zuvor, ehe diese staatsrechtlichen Waffen gebraucht werden konnten, legte man sie sich zurecht und setzte sich in die Verfassung, teils Caesar vor dem Tage, wo die durch Pompeius' eigenes Gesetz ihm zugesicherte Frist zu Ende lief, also vom 1. Maerz 705 (49) an, durch Sendung der Nachfolger zur Niederlegung des Kommandos noetigen, teils die bei den Wahlen fuer 706 (48) auf ihn lauten...

...z ihm zugesicherte Frist zu Ende lief, also vom 1. Maerz 705 (49) an, durch Sendung der Nachfolger zur Niederlegung des Kommandos noetigen, teils die bei den Wahlen fuer 706 (48) auf ihn lautenden Stimmtafeln als nichtige behandeln zu koennen. Caesar, nicht in der Lage, diese Schachzuege zu hindern, schwieg dazu und liess die Dinge an sich kommen. Allgemach rueckte denn der verfassungsmaessige Schneckengang weiter. Nach der Observanz hatte der Senat ueber die Statthalterschaften des Jahres ...

...atung gab den ersten Anlass, die Ernennung von neuen Statthaltern fuer beide Gallien im Senat zur Sprache zu bringen und damit den ersten Anlass zu offener Kollision zwischen der von Pompeius vorgeschobenen Verfassungspartei und den Vertretern Caesars im Senat. Der Konsul Marcus Marcellus brachte den Antrag ein, den beiden fuer 705 (49) mit Statthalterschaften auszustattenden Konsularen die beiden bisher von dem Prokonsul Gaius Caesar verwalteten vom 1. Maerz jenes Jahres an zu ueberweisen. Die lange zurueckgehaltene Erbitterung brach im Strom durch die einmal aufgezogene Schleuse; es kam bei diesen Unterhandlungen alles zur Sprache, was die Catonianer gegen Caesar im Sinn trugen. Fuer sie stand es fest, dass das durch Ausnahmegesetz dem Prokonsul Caesar gestattete Recht, sich abwesend zur Konsulwahl zu melden, durch spaeteren Volksschluss wieder aufgehoben, auch in diesem nicht in gueltiger Weise vorbehalten sei. Der Senat sollte ihrer Meinung nach diesen Beamten veranlassen, da die Unterwerf...

...s wieder aufgehoben, auch in diesem nicht in gueltiger Weise vorbehalten sei. Der Senat sollte ihrer Meinung nach diesen Beamten veranlassen, da die Unterwerfung Galliens beendigt sei, die ausgedienten Soldaten sofort zu verabschieden. Die von Caesar in Oberitalien vorgenommenen Buergerrechtsverleihungen und Koloniegruendungen wurden von ihnen als verfassungswidrig und nichtig bezeichnet; davon zu weiterer Verdeutlichung verhaengte Marcellus ueber einen angesehenen Ratsherrn der Caesarischen Kolonie Comum, der, selbst wenn diesem Ort nicht Buerger-, sondern nur latinisches Recht zukam, befugt war, das roemische Buergerrecht in Anspruch zu nehmen, die nur gegen Nichtbuerger zulaessige Strafe des Auspeitschens. Caesars derzeitige Vertreter, unter denen Gaius Vibius Pansa, der Sohn eines von Sulla geaechteten Mannes, aber dennoch in die politische Laufbahn gelangt, frueher Offizier in Caesars Heer und in diesem Jahre Volkstribun, der namhafteste war, machten im Senat geltend, dass sowohl der Stand der Dinge in Gallien als auch die Billigkeit erfordere, nicht nur Caesar nicht vor der Zeit abzurufen, sondern vielmehr ihm das Kommando neben dem Konsulat zu lassen; sie wiesen ohne Zweifel darauf hin, dass vor wenigen Jahren Pompeius ganz ebenso die spanischen Statthalterschaften mit dem Konsulat vereinigt habe u...

...lichem Zaudern verloren. Endlich brach dieser das Schweigen und stellte sich zwar wie immer in rueckhaltiger und unsicherer Weise, doch deutlich genug, gegen seinen bisherigen Verbuendeten auf die Seite der Verfassungspartei. Die Forderung der Caesarianer, ihrem Herrn die Kumulierung des Konsulats mit dem Prokonsulat zu gestatten, wies er kurz und schroff von der Hand; dies Verlangen, fuegte er mit plumper Grobheit hinzu, komme ihm nicht besser vor, als wenn der Sohn dem Vater Stockschlaeg...

... und schroff von der Hand; dies Verlangen, fuegte er mit plumper Grobheit hinzu, komme ihm nicht besser vor, als wenn der Sohn dem Vater Stockschlaege anbiete. Dem Antrag des Marcellus stimmte er im Prinzip insofern bei, als auch er erklaerte, Caesar den unmittelbaren Anschluss des Konsulats an das Prokonsulat nicht erlauben zu wollen. Indes liess er durchblicken, ohne doch hierueber sich bindend zu erklaeren, dass man die Zulassung zu den Wahlen fuer 706 (48) unter Beseitigung der perso...

...blicken, ohne doch hierueber sich bindend zu erklaeren, dass man die Zulassung zu den Wahlen fuer 706 (48) unter Beseitigung der persoenlichen Meldung sowie die Fortfuehrung der Statthalterschaft bis zum 13. November 705 (49) aeussersten Falls Caesar vielleicht gestatten werde. Zunaechst aber willigte der unverbesserliche Zauderer in die Vertagung der Nachfolgerernennung bis nach dem letzten Februar 704 (50), was von Caesars Wortfuehrern verlangt ward, wahrscheinlich auf Grund einer Klausel des Pompeisch-Licinischen Gesetzes, welche vor dem Anfang von Caesars letztem Statthalterjahr jede Verhandlung des Senats ueber die Nachfolgerernennung untersagte. In diesem Sinne fielen denn die Beschluesse des Senats aus (29. September 703 51). Die Besetzung der gallischen Statthalterschaften ward fuer den 1...

...sagte. In diesem Sinne fielen denn die Beschluesse des Senats aus (29. September 703 51). Die Besetzung der gallischen Statthalterschaften ward fuer den 1. Maerz 704 (50) auf die Tagesordnung gebracht, schon jetzt aber die Sprengung der Armee Caesars, aehnlich wie es einst durch Volksschluss mit dem Heere des Lucullus geschehen war, in der Art in die Hand genommen, dass die Veteranen desselben veranlasst wurden, sich wegen ihrer Verabschiedung an den Senat zu wenden. Caesars Vertreter bewirkten zwar, soweit sie verfassungsmaessig es konnten, die Kassation dieser Beschluesse durch ihr tribunizisches Veto; allein Pompeius sprach sehr bestimmt aus, dass die Beamten verpflichtet seien, dem Staat unbedingt zu gehorche...

... undeutlich die Absicht, nach einem allfaelligen Siege die Verfassung in ihrem Sinn zu revidieren und alles zu beseitigen, was wie Volksfreiheit auch nur aussah; wie sie denn auch, ohne Zweifel aus diesem Grunde, es unterliess, bei ihren gegen Caesar gerichteten Angriffen sich irgendwie der Komitien zu bedienen. Die Koalition zwischen Pompeius und der Verfassungspartei war also foermlich erklaert, auch ueber Caesar das Urteil offenbar bereits gefaellt und nur der Termin der Eroeffnung verschoben. Die Wahlen fuer das folgende Jahr fielen durchgaengig gegen ihn aus. Waehrend dieser kriegsvorbereitenden Parteimanoever der Gegner war es Caesar gelungen, mit der gallischen Insurrektion fertigzuwerden und in dem ganzen unterworfenen Gebiet den Friedensstand herzustellen. Schon im Sommer 703 (51) zog er, unter dem schicklichen Vorwand der Grenzverteidigung, aber offenbar zum Zeichen de...

...aerung noch zurueckzuhalten. Selbst grosse Opfer scheute er nicht, um nur fuer jetzt nicht mit der obersten Regierungsbehoerde in offenen Widerspruch zu geraten. Als der Senat (Fruehling 704 50) auf Betrieb des Pompeius sowohl an diesen wie an Caesar das Ansuchen stellte, je eine Legion fuer den bevorstehenden Parthischen Krieg abzugeben, und als in Gemaessheit dieses Beschlusses Pompeius die vor mehreren Jahren an Caesar ueberlassene Legion von diesem zurueckverlangte, um sie nach Syrien einzuschiffen, kam Caesar der zwiefachen Aufforderung nach, da an sich weder die Opportunitaet dieses Senatsbeschlusses noch die Berechtigung der Forderung des Pompeius sich bestreiten liess und Caesar an der Einhaltung der Schranken des Gesetzes und der formalen Loyalitaet mehr gelegen war als an einigen tausend Soldaten mehr. Die beiden Legionen kamen ohne Verzug und stellten sich der Regierung zur Verfuegung, aber statt sie an den Euphrat...

...en mehr. Die beiden Legionen kamen ohne Verzug und stellten sich der Regierung zur Verfuegung, aber statt sie an den Euphrat zu senden, hielt diese sie in Capua fuer Pompeius in Bereitschaft, und das Publikum hatte wieder einmal Gelegenheit, Caesars offenkundige Bemuehungen, den Bruch abzuwenden, mit der perfiden Kriegsvorbereitung der Gegner zu vergleichen.
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09. Kapitel
Die alte Republik und die neue Monarchie
Der neue Monarch von Rom, der erste Herrscher ueber das ganze Gebiet roemisch-hellenischer Zivilisation, Gaius Iulius Caesar, stand im sechsundfuenfzigsten Lebensjahr (geb. 12. Juli 652 ? 102), als die Schlacht bei Thapsus, das letzte Glied einer langen Kette folgenschwerer Siege, die Entscheidung ueber die Zukunft der Welt in seine Haende legte. Weniger Menschen ...

...er- und Manschettenmysterien der damaligen Toilettenweisheit, sowie in die noch weit geheimnisvollere Kunst, immer zu borgen und nie zu bezahlen. Aber der biegsame Stahl dieser Natur widerstand selbst diesem zerfahrenen und windigen Treiben; Caesar blieb sowohl die koerperliche Frische ungeschwaecht wie die Spannkraft des Geistes und des Herzens. Im Fechten und im Reiten nahm er es mit jedem seiner Soldaten auf, und sein Schwimmen rettete ihm bei Alexandreia das Leben; die unglaubliche S...

... bewahrt. Wenn in einer so harmonisch organisierten Natur ueberhaupt eine einzelne Seite als charakteristisch hervorgehoben werden kann, so ist es die, dass alle Ideologie und alles Phantastische ihm fern lag. Es versteht sich von selbst, dass Caesar ein leidenschaftlicher Mann war, denn ohne Leidenschaft gibt es keine Genialitaet; aber seine Leidenschaft war niemals maechtiger als er. Er hatte eine Jugend gehabt, und Lieder, Liebe und Wein waren auch in sein Gemuet in lebendigem Leben e...

...muet in lebendigem Leben eingezogen; aber sie drangen ihm doch nicht bis in den innerlichsten Kern seines Wesens. :Die Literatur beschaeftigte ihn lange und ernstlich; aber wenn Alexandern der homerische Achill nicht schlafen liess, so stellte Caesar in seinen schlaflosen Stunden Betrachtungen ueber die Beugungen der lateinischen Haupt- und Zeitwoerter an. Er machte Verse wie damals jeder, aber sie waren schwach; dagegen interessierten ihn astronomische und naturwissenschaftliche Gegenst...

...r doch nur mit ihnen gespielt und ihnen keinerlei Einfluss ueber sich eingeraeumt; selbst sein vielbesprochenes Verhaeltnis zu der Koenigin Kleopatra ward nur angesponnen, um einen schwacher Punkt in seiner politischen Stellung zu maskieren. Caesar war durchaus Realist und Verstandesmensch; und was er angriff und tat, war von der genialen Nuechternheit durchdrungen und getragen, die seine innerste Eigentuemlichkeit bezeichnet. Ihr verdankte er das Vermoegen, unbeirrt durch Erinnern und E...

... die in guten und boesen Tagen ihm treu blieb; ihr die vollendete Selbstaendigkeit, die keinem Liebling und keiner Maetresse, ja nicht einmal dem Freunde Gewalt ueber sich gestattete. Aus dieser Verstandesklarheit ruehrt es aber auch her, dass Caesar sich ueber die Macht des Schicksals und das Koennen des Menschen niemals Illusionen machte; fuer ihn war der holde Schleier gehoben, der dem Menschen die Unzulaenglichkeit seines Wirkens verdeckt. Wie klug er auch plante und alle Moeglichkeite...

...oft dem Schicksal Paroli geboten und namentlich mit verwegener Gleichgueltigkeit seine Person wieder und wieder auf das Spiel gesetzt hat. Wie ja wohl ueberwiegend verstaendige Menschen in das reine Hasardspiel sich fluechten, so war auch in Caesars Rationalismus ein Punkt, wo er mit dem Mystizismus gewissermassen sich beruehrte. Aus einer solchen Anlage konnte nur ein Staatsmann hervorgehen. Von frueher Jugend an war denn auch Caesar ein Staatsmann im tiefsten Sinne des Wortes und sein Ziel das hoechste, das dem Menschen gestattet ist sich zu stecken: die politische, militaerische, geistige und sittliche Wiedergeburt der tiefgesunkenen eigenen und der noch tiefer gesunkene...

...als Monarch vor den Augen einer Welt im vollen Sonnenschein an seinem Werke schuf. Alle zu den verschiedensten Zeiten von ihm ausgegangenen Massregeln bleibender Art ordnen in den grossen Bauplan zweckmaessig sich ein. Von einzelnen Leistungen Caesars sollte darum eigentlich nicht geredet werden; er hat nichts Einzelnes geschaffen. Mit Recht ruehmt man den Redner Caesar wegen seiner aller Advokatenkunst spottenden maennlichen Beredsamkeit, die wie die klare Flamme zugleich erleuchtete und erwaermte. Mit Recht bewundert man an dem Schriftsteller Caesar die unnachahmliche Einfachheit der Komposition, die einzige Reinheit und Schoenheit der Sprache. Mit Recht haben die groessten Kriegsmeister aller Zeiten den Feldherrn Caesar gepriesen, der wie kein anderer ungeirrt von Routine und Tradition immer diejenige Kriegfuehrung zu finden wusste, durch welche in dem gegebenen Falle der Feind besiegt wird und welche also in dem gegebenen Falle die rechte ist; der mit divi...

...ftigkeit der Streitkraefte, sondern in der Geschwindigkeit ihrer Bewegung, nicht im langen Vorbereiten, sondern im raschen, ja verwegenen Handeln, selbst mit unzulaenglichen Mitteln, die Buergschaft des Sieges fand. Allein alles dieses ist bei Caesar nur Nebensache; er war zwar ein grosser Redner, Schriftsteller und Feldherr, aber jedes davon ist er nur geworden, weil er ein vollendeter Staumann war. Namentlich spielt der Soldat in ihm eine durchaus beilaeufige Rolle, und es ist eine der...

... zum Militaerchef und Demokratenkoenig sich umschuf und der ueberhaupt, wie wenig der Puritanerfuerst dem lockeren Roemer zu gleichen scheint, doch in seiner Entwicklung wie in seinen Zielen und Erfolgen vielleicht unter allen Staatsmaennern Caesar am naechsten verwandt ist. Selbst in seiner Kriegfuehrung ist diese improvisierte Feldherrnschaft noch wohl zu erkennen; in Napoleons Unternehmungen gegen Aegypten und gegen England ist der zum Feldherrn aufgediente Artillerieleutnant nicht de...

...Kriegfuehrung ist diese improvisierte Feldherrnschaft noch wohl zu erkennen; in Napoleons Unternehmungen gegen Aegypten und gegen England ist der zum Feldherrn aufgediente Artillerieleutnant nicht deutlicher sichtbar wie in den gleichartigen Caesars der zum Feldherrn metamorphosierte Demagog. Ein geschulter Offizier wuerde es schwerlich fertig gebracht haben, aus politischen Ruecksichten nicht durchaus zwingender Natur die gegruendetsten militaerischen Bedenken in der Art beiseite zu sch...

...rrn metamorphosierte Demagog. Ein geschulter Offizier wuerde es schwerlich fertig gebracht haben, aus politischen Ruecksichten nicht durchaus zwingender Natur die gegruendetsten militaerischen Bedenken in der Art beiseite zu schieben, wie dies Caesar mehrmals, am auffallendsten bei seiner Landung in Epirus getan hat. Einzelne seiner Handlungen sind darum militaerisch tadelhaft; aber der Feldherr verliert nur, was der Staatsmann gewinnt. Die Aufgabe des Staatsmanns ist universeller Natur ...

...rmals, am auffallendsten bei seiner Landung in Epirus getan hat. Einzelne seiner Handlungen sind darum militaerisch tadelhaft; aber der Feldherr verliert nur, was der Staatsmann gewinnt. Die Aufgabe des Staatsmanns ist universeller Natur wie Caesars Genie: wenn er die vielfaeltigsten und voneinander entlegensten Dinge angriff, so gingen sie doch alle ohne Ausnahme zurueck auf das eine grosse Ziel, dem er mit unbedingter Treue und Folgerichtigkeit diente; und nie hat er von den vielfaelti...

... des Friedens vor den militaerischen bevorzugt. Die bemerkenswerteste Eigentuemlichkeit seines staatsmaennischen Schaffens ist dessen vollkommene Harmonie. In der Tat waren alle Bedingungen zu dieser schwersten aller menschlichen Leistungen in Caesar vereinigt. Durch und durch Realist, liess er die Bilder der Vergangenheit und die ehrwuerdige Tradition nirgends sich anfechten: ihm galt nichts in der Politik als die lebendige Gegenwart und das verstaendige Gesetz, ebenwie er, auch als Gramm...

...alkulierenden Bankier. Sein Organisationstalent ist wunderbar; nie hat ein Staatsmann seine Buendnisse, nie ein Feldherr seine Armee aus ungefuegen und widerstrebenden Elementen so entschieden zusammengezwungen und so fest zusammengehalten wie Caesar seine Koalitionen und seine Legionen; nie ein Regent mit so scharfem Blick seine Werkzeuge beurteilt und ein jedes an den ihm angemessenen Platz gestellt. Er war Monarch; aber nie hat er den Koenig gespielt. Auch als unumschraenkter Herr von ...

...anmutig in der Unterhaltung, zuvorkommend gegen jeden, schien er nichts sein zu wollen als der Erste unter seinesgleichen. Den Fehler so vieler ihm sonst ebenbuertiger Maenner, den militaerischen Kommandoton auf die Politik zu uebertragen, hat Caesar durchaus vermieden; wie vielen Anlass das verdriessliche Verhaeltnis zum Senat ihm auch dazu gab, er hat nie zu Brutalitaeten gegriffen, wie die des achtzehnten Brumaire eine war. Caesar war Monarch; aber nie hat ihn der Tyrannenschwindel erfasst. Er ist vielleicht der einzige unter den Gewaltigen des Herrn, welcher im grossen wie im kleinen nie nach Neigung oder Laune, sondern ohne Ausnahme nach seiner Regentenpflicht gehan...

...nach Neigung oder Laune, sondern ohne Ausnahme nach seiner Regentenpflicht gehandelt hat, und der, wenn er auf sein Leben zuruecksah, wohl falsche Rechnungen zu bedauern, aber keinen Fehltritt der Leidenschaft zu bereuen fand. Es ist nichts in Caesars Lebensgeschichte, das auch nur im kleinen ^1 sich vergleichen liesse mit jenen poetisch-sinnlichen Aufwallungen, mit der Ermordung des Kleitos oder dem Brand von Persepolis, welche die Geschichte von seinem grossen Vorgaenger im Osten bericht...

... lindern. Aber wo er erkannte, dass das Schicksal gesprochen, hat er immer gehorcht. Alexander am Hypanis, Napoleon in Moskau kehrten um, weil sie mussten, und zuernten dem Geschick, dass es auch seinen Lieblingen nur begrenzte Erfolge goennt; Caesar ist an der Themse und am Rhein freiwillig zurueckgegangen und gedachte auch an der Donau und am Euphrat nicht ungemessene Plaene der Weltueberwindung, sondern bloss wohlerwogene Grenzregulierungen ins Werk zu setzen. -------------------------...

...t ungemessene Plaene der Weltueberwindung, sondern bloss wohlerwogene Grenzregulierungen ins Werk zu setzen. ---------------------------------------------- ^1 Wenn der Handel mit Laberius, den der bekannte Prolog erzaehlt, als ein Beispiel von Caesars Tyrannenlaunen angefuehrt worden ist, so hat man die Ironie der Situation wie des Dichters gruendlich verkannt; ganz abgesehen von der Naivitaet, den sein Honorar bereitwillig einstreichenden Poeten als Maertyrer zu behandeln.
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...ines einzigen Distrikts ferner sicher waren und an den verschiedensten Punkten der Aufstand losbrach. Vor allen Dingen verfolgten die Eburonen ihren Sieg. Verstaerkt durch das Aufgebot der Aduatuker, die gern die Gelegenheit ergriffen, das von Caesar ihnen zugefuegte Leid zu vergelten, und der maechtigen und noch unbezwungenen Menapier, erschienen sie in dem Gebiet der Nervier, welche sogleich sich anschlossen, und der ganze also auf 60000 Koepfe angeschwollene Schwarm rueckte vor das im...

... Feinde lernend, Waelle und Graeben, Schilddaecher und bewegliche Tuerme in roemischer Weise auffuehrten und die strohgedeckten Lagerhuetten mit Brandschleudern und Brandspeeren ueberschuetteten. Die einzige Hoffnung der Belagerten beruhte auf Caesar, der nicht allzuweit entfernt in der Gegend von Amiens mit drei Legionen im Winterlager stand. Allein - ein charakteristischer Beweis fuer die im Keltenland herrschende Stimmung - geraume Zeit hindurch kam dem Oberfeldherrn nicht die geringste...

...me Zeit hindurch kam dem Oberfeldherrn nicht die geringste Andeutung zu weder von der Katastrophe des Sabinus, noch von der gefaehrlichen Lage Ciceros. Endlich gelang es einem keltischen Reiter aus Ciceros Lager, sich durch die Feinde bis zu Caesar durchzuschleichen. Auf die erschuetternde Kunde brach Caesar augenblicklich auf, zwar nur mit zwei schwachen Legionen, zusammen etwa 7000 Mann stark, und 400 Reitern; aber nichtsdestoweniger genuegte die Meldung, dass Caesar anrueckte, um die Insurgenten zur Aufhebung der Belagerung zu bestimmen. Es war Zeit; nicht der zehnte Mann in Ciceros Lager war unverwundet. Caesar, gegen den das Insurgentenheer sich gewandt hatte, taeuschte die Feinde in der schon mehrmals mit Erfolg angewandten Weise ueber seine Staerke; unter den unguenstigsten Verhaeltnissen wagten sie einen Sturm auf das Roemerlager und erlitten d...

...Verhaeltnissen wagten sie einen Sturm auf das Roemerlager und erlitten dabei eine Niederlage. Es ist seltsam, aber charakteristisch fuer die keltische Nation, dass infolge dieser einen verlorenen Schlacht, oder vielleicht mehr noch infolge von Caesars persoenlichem Erscheinen auf dem Kampfplatz die so siegreich aufgetretene, so weithin ausgedehnte Insurrektion ploetzlich und klaeglich den Krieg abbrach. Nervier, Menapier, Aduatuker, Eburonen begaben sich nach Hause. Das gleiche taten die M...

...astrophe von Aduatuca die Waffen ergriffen und waren in das Gebiet der Remer eingerueckt, um die unter Labienus' Befehl dort kantonnierende Legion anzugreifen; auch sie stellten fuer jetzt die Fortsetzung des Kampfes ein. Nicht ungern verschob Caesar die weiteren Massregeln gegen die aufgestandenen Distrikte auf das Fruehjahr, um seine hart mitgenommenen Truppen nicht der ganzen Strenge des gallischen Winters auszusetzen und um erst dann wieder auf dem Kampfplatze zu erscheinen, wenn durch...

... ersetzt sein wuerden. Die Insurrektion spann inzwischen sich fort, wenn auch zunaechst die Waffen ruhten. Ihre Hauptsitze in Mittelgallien waren teils die Distrikte der Carnuten und der benachbarten Senonen (um Sens), welche letztere den von Caesar eingesetzten Koenig aus dem Lande jagten, teils die Landschaft der Treverer, welche die gesamte keltische Emigration und die ueberrheinischen Deutschen zur Teilnahme an dem bevorstehenden Nationalkrieg aufforderten und ihre ganze Mannschaft au...

...en, um mit dem Fruehjahr zum zweitenmal in das Gebiet der Roemer einzuruecken, das Korps des Labienus aufzuheben und die Verbindung mit den Aufstaendischen an der Seine und Loire zu suchen. Die Abgeordneten dieser drei Gaue blieben auf dem von Caesar im mittleren Gallien ausgeschriebenen Landtag aus und erklaerten damit ebenso offen den Krieg, wie es ein Teil der belgischen Gaue durch die Angriffe auf das Lager des Sabinus und Cicero getan hatte. Der Winter neigte sich zu Ende, als Caesar mit seinem inzwischen ansehnlich verstaerkten Heer aufbrach gegen die Insurgenten. Die Versuche der Treverer, den Aufstand zu konzentrieren, waren nicht geglueckt; die gaerenden Landschaften wurden durch den Einmarsch roemischer Truppen im Zau...

...Treverer, den Aufstand zu konzentrieren, waren nicht geglueckt; die gaerenden Landschaften wurden durch den Einmarsch roemischer Truppen im Zaum gehalten, die in offener Empoerung stehenden vereinzelt angegriffen. Zuerst wurden die Nervier von Caesar selbst zu Paaren getrieben. Das gleiche widerfuhr den Senonen und Carnuten. Auch die Menapier, der einzige Gau, der sich niemals noch den Roemern unterworfen hatte, wurden durch einen von drei Seiten zugleich gegen sie gerichteten Gesamtangrif...

...nden Deutschen blieb nichts uebrig als umzukehren, dem treverischen Gau nichts als sich zu unterwerfen; das Regiment daselbst kam wieder an das Haupt der roemischen Partei, an des Indutiomarus Schwiegersohn Cingetorix. Nach diesen Expeditionen Caesars gegen die Menapier und des Labienus gegen die Treverer traf in dem Gebiet der letzteren die ganze roemische Armee wieder zusammen. Um den Deutschen das Wiederkommen zu verleiden, ging Caesar noch einmal ueber den Rhein, um womoeglich gegen die laestigen Nachbarn einen nachdruecklichen Schlag zu fuehren; allein da die Chatten, ihrer erprobten Taktik getreu, sich nicht an ihrer Westgrenze, sondern weit landeinwaerts, es scheint am...

...rte er sogleich wieder um und begnuegte sich, an dem Rheinuebergang Besatzung zurueckzulassen. Mit den saemtlichen an dem Aufstand beteiligten Voelkerschaften war also abgerechnet; nur die Eburonen waren uebergangen, aber nicht vergessen. Seit Caesar die Katastrophe von Aduatuca erfahren hatte, trug er das Trauergewand und hatte geschworen, erst dann es abzulegen, wenn er seine nicht im ehrlichen Kriege gefallenen, sondern heimtueckisch ermordeten Soldaten geraecht haben wuerde. Rat- und...

...em Spruche des roemischen Prokonsuls ward der angesehene carnutische Ritter Acco von roemischen Liktoren enthauptet (701 53) und die Herrschaft der Ruten und Beile damit foermlich eingeweiht. Die Opposition verstummte: ueberall herrschte Ruhe. Caesar ging, wie er pflegte, im Spaetjahr 701 (53) ueber die Alpen, um den Winter hindurch die immer mehr sich verwickelnden Verhaeltnisse in der Hauptstadt aus der Naehe zu beobachten. Der kluge Rechner hatte diesmal sich verrechnet. Das Feuer war ge...

...r gedaempft, aber nicht geloescht. Den Streich, unter dem Accos Haupt fiel, fuehlte der ganze keltische Adel. Eben jetzt bot die Lage der Dinge mehr Aussicht als je. Die Insurrektion des letzten Winters war offenbar nur daran gescheitert, dass Caesar selbst auf dem Kampfplatz erschienen war; jetzt war er fern, durch den nahe bevorstehenden Buergerkrieg festgehalten am Po, und das gallische Heer, das an der oberen Seine zusammengezogen stand, weit getrennt von dem gefuerchteten Feldherrn....

... zusammengezogen stand, weit getrennt von dem gefuerchteten Feldherrn. Wenn jetzt ein allgemeiner Aufstand in Mittelgallien ausbrach, so konnte das roemische Heer umzingelt, die fast unverteidigte altroemische Provinz ueberschwemmt sein, bevor Caesar wieder jenseits der Alpen stand, selbst wenn die italischen Verwicklungen nicht ueberhaupt ihn abhielten, sich ferner um Gallien zu kuemmern. Verschworene aus allen mittelgallischen Gauen traten zusammen; die Carnuten, als durch Accos Hinricht...

... aller Stille ging er nach Vienna und von da, nur von wenigen Reitern begleitet, durch das Gebiet der Haeduer zu seinen Truppen. Die Hoffnungen schwanden, welche die Verschworenen zum Losschlagen bestimmt hatten; in Italien blieb es Friede und Caesar stand abermals an der Spitze seiner Armee. Was aber sollten sie beginnen? Es war eine Torheit, unter solchen Umstaenden auf die Entscheidung der Waffen es ankommen zu lassen; denn diese hatten bereits unwiderruflich entschieden. Man konnte eb...

...eisgegeben werden. Vercingetorix verzichtete darauf, die Roemer zu schlagen. Er nahm ein aehnliches Kriegssystem an, wie dasjenige war, durch das Cassivellaunus die Inselkelten gerettet hatte. Das roemische Fussvolk war nicht zu besiegen; aber Caesars Reiterei bestand fast ausschliesslich aus dem Zuzug des keltischen Adels und war durch den allgemeinen Abfall tatsaechlich aufgeloest. Es war der Insurrektion, die ja eben wesentlich aus dem keltischen Adel bestand, moeglich, in dieser Waffe ...

...egfuehrung ist, wie dies Napoleon I. vortrefflich auseinandergesetzt hat, dies System deshalb unanwendbar geworden, weil bei unseren, aus der Ferne wirkenden Offensivwaffen die deployierte Stellung vorteilhafter ist als die konzentrische. In Caesars Zeit verhielt es sich umgekehrt.
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07. Kapitel
Crassus´ Tod - Der Bruch der Gesamtherrscher ->
...gebannt, in die hoch und hoeher strudelnde Brandung, und waehrend jedes kleinste Ruecken hier tausend Augen auf sich zog, wagte nicht eines, den Blick nach rechts oder links zu verwenden. Nachdem auf der Zusammenkunft von Luca im April 698 (36) Caesar sich Pompeius gegenueber zu ansehnlichen Konzessionen verstanden und die Machthaber damit sich wesentlich ins Gleichgewicht gesetzt hatten, fehlte es ihrem Verhaeltnis nicht an den aeusseren Bedingungen der Haltbarkeit, insoweit eine Teilung...

...n monarchischen Gewalt ueberhaupt haltbar sein kann. Eine andere Frage war es, ob die Machthaber, wenigstens fuer jetzt, entschlossen waren, zusammenzuhalten und gegenseitig sich ohne Hinterhalt als gleichberechtigt anzuerkennen. Dass dies bei Caesar insofern der Fall war, als er um den Preis der Gleichstellung mit Pompeius sich die zur Unterwerfung Galliens notwendige Frist erkauft hatte, ist frueher dargelegt worden. Aber Pompeius war es schwerlich jemals auch nur vorlaeufig Ernst mit de...

...lich ist, Grossmut zu ueben: seinem kleinlichen Sinn erschien es sicher als Gebot der Klugheit, dem unwillig anerkannten Nebenbuhler bei erster Gelegenheit ein Bein zu stellen, und seine gemeine Seele duerstete nach der Moeglichkeit, die durch Caesars Nachsicht erlittene Demuetigung ihm umgekehrt zu vergelten. Wenn aber Pompeius wahrscheinlich nach seiner dumpfen und traegen Natur niemals recht sich dazu verstanden hatte, Caesar neben sich gelten zu lassen, so ist doch die Absicht, das Buendnis zu sprengen, ihm wohl erst allmaehlich zum klaren Bewusstsein gelangt. Auf keinen Fall wird das Publikum, das ueberhaupt Pompeius' An- und Absichten gewoehnlich besser durchsch...

..., dass wenigstens mit dem Tode der schoenen Julia, welche in der Bluete ihrer Jahre im Herbst 700 (54) starb und der ihr einziges Kind bald in das Grab nachfolgte, das persoenliche Verhaeltnis zwischen ihrem Vater und ihrem Gemahl geloest war. Caesar versuchte, die vom Schicksal getrennten verwandtschaftlichen Bande wiederherzustellen; er warb fuer sich um die Hand der einzigen Tochter des Pompeius und trug diesem seine jetzt naechste Verwandte, seiner Schwester Enkelin Octavia, als Gemahl...

...and zurueckzog. Man erwartete, dass der politische ihm auf dem Fusse folgen werde; allein hierin hatte man sich getaeuscht: in oeffentlichen Angelegenheiten blieb vorlaeufig noch ein kollegialisches Einvernehmen bestehen. Die Ursache war, dass Caesar nicht geradezu das Verhaeltnis loesen wollte, bevor Galliens Unterwerfung eine vollendete Tatsache war, Pompeius nicht, bevor durch die Uebernahme der Diktatur die Regierungsbehoerden und Italien vollstaendig in seine Gewalt gebracht sein wuer...

... ist sonderbar, aber wohl erklaerlich, dass die Machthaber hierbei sich gegenseitig unterstuetzten; Pompeius ueberliess nach der Katastrophe von Aduatuca im Winter 700 (54) eine seiner auf Urlaub entlassenen italienischen Legionen leihweise an Caesar; andererseits gewaehrte Caesar Pompeius seine Einwilligung und seine moralische Unterstuetzung bei den Repressivmassregeln, die dieser gegen die stoerrige republikanische Opposition ergriff. Erst nachdem Pompeius auf diesem Wege im Anfang des Jahres 702 (52) sich das ungete...

...e moralische Unterstuetzung bei den Repressivmassregeln, die dieser gegen die stoerrige republikanische Opposition ergriff. Erst nachdem Pompeius auf diesem Wege im Anfang des Jahres 702 (52) sich das ungeteilte Konsulat und einen durchaus den Caesars ueberwiegenden Einfluss in der Hauptstadt verschafft und die saemtliche waffenfaehige Mannschaft in Italien den Soldateneid in seine Haende und auf seinen Namen abgeleistet hatte, fasste er den Entschluss, baldmoeglichst mit Caesar foermlich zu brechen; und die Absicht trat auch klar genug hervor. Dass die nach dem Auflauf auf der Appischen Strasse stattfindende gerichtliche Verfolgung eben Caesars alte demokratische Parteigenossen mit schonungsloser Haerte traf, konnte vielleicht noch als blosse Ungeschicklichkeit hingehen. Dass das neue Gesetz gegen die Wahlumtriebe, indem es bis 684 (70) zurueckgriff, auch die bedenklichen Vorgaenge ...

...te demokratische Parteigenossen mit schonungsloser Haerte traf, konnte vielleicht noch als blosse Ungeschicklichkeit hingehen. Dass das neue Gesetz gegen die Wahlumtriebe, indem es bis 684 (70) zurueckgriff, auch die bedenklichen Vorgaenge bei Caesars Bewerbung um das Konsulat miteinschloss, mochte gleichfalls nicht mehr sein, obgleich nicht wenige Caesarianer darin eine bestimmte Absicht zu erkennen meinten. Aber auch bei dem besten Willen konnte man nicht mehr die Augen verschliessen, als Pompeius sich zum Kollegen im Konsulat nicht seinen frueheren Schwiegervater Caesar erkor, wie es der Lage des Sache entsprach und vielfach gefordert ward, sondern in seinem neuen Schwiegervater Scipio sich einen von ihm voellig abhaengigen Figuranten an die Seite setzte; noch weniger, als Pompeius sich gleichzeitig die Statt...

...ius sich gleichzeitig die Statthalterschaft beider Spanien auf weitere fuenf Jahre, also bis 709 (45) verlaengern und fuer die Besoldung seiner Truppen sich aus der Staatskasse eine ansehnliche feste Summe auswerfen liess, nicht nur, ohne fuer Caesar die gleiche Verlaengerung des Kommandos und die gleiche Geldbewilligung zu bedingen, sondern sogar durch die gleichzeitig ergangenen neuen Regulative ueber die Besetzung der Statthalterschaften von weitem hinarbeitend auf eine Abberufung Caesars vor dem frueher verabredeten Termin. Unverkennbar waren diese Uebergriffe darauf berechnet, Caesars Stellung zu untergraben und demnaechst ihn zu stuerzen. Der Augenblick konnte nicht guenstiger sein. Nur darum hatte Caesar in Luca Pompeius so viel eingeraeumt, weil Crassus und dessen syrische Armee bei einem etwaigen Bruch mit Pompeius notwendig in Caesars Waagschale fielen; denn auf Crassus, der seit der sullanischen Zeit mit Pompeius aufs tiefste verfeindet und fast ebensolange mit Caesar politisch und persoenlich verbuendet war, und der nach seiner Eigentuemlichkeit allenfalls, wenn er nicht selbst Koenig von Rom werden konnte, auch damit sich begnuegt haben wuerde, des neuen Koenigs von Rom Bankier zu sein, durfte Caesar ueberhaupt zaehlen und auf keinen Fall besorgen, ihn sich gegenueber als Verbuendeten seiner Feinde zu erblicken. Die Katastrophe von Juni 791 (53), in der Heer und Feldherr in Syrien zu Grunde gingen, war darum auch fuer Caesar ein furchtbar schwerer Schlag. Wenige Monate spaeter loderte in Gallien, ebenda es vollstaendig unterworfen schien, die nationale Insurrektion gewaltiger empor als je und trat zum erstenmal hier gegen Caesar ein ebenbuertiger Gegner in dem Arvernerkoenig Vercingetorix auf. Wieder einmal hatte das Geschick fuer Pompeius gearbeitet: Crassus war tot, ganz Gallien im Aufstand, Pompeius faktisch Diktator von Rom und Herr des Senats - was haette komme...

...orix auf. Wieder einmal hatte das Geschick fuer Pompeius gearbeitet: Crassus war tot, ganz Gallien im Aufstand, Pompeius faktisch Diktator von Rom und Herr des Senats - was haette kommen moegen, wenn er jetzt, statt in weite Ferne hinein gegen Caesar zu intrigieren, kurzweg die Buergerschaft oder den Senat zwang, Caesar sofort aus Gallien abzurufen!
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